Montag, 17. Mai 2010

Eine Saison mit wenig Licht und viel Dunkel

Geschätzte Leser,

Eine weitere Axpo-Gurkenliga Saison ist vorbei, ZweYB ist wieder nicht Meister und man gratuliert den Baslern herzlichst zu einer weiteren Meisterschaft. Bravo. Dem FCZ ist es hingegen, gelinde gesagt, nicht so toll gelaufen, es gab abgesehen von den CL Nächten wenig zu feiern und viel zu kritisieren, nicht zu letzt die Ereignisse im April. Aber alles der Reihe nach.

Das Gute zuerst, die CL Abende waren für mich unvergesslich, die Spiele gegen Milan und Real Madrid zu Hause, das Auswärtsspiel gegen Madrid und die dazugehörige Reise (für den Rest des CC natürlich auch die Reise nach Milan), das alles sind und waren tolle Momente. Die Mannschaft hat sich, in meinen Augen, gut präsentiert, den Ausrutscher gegen Marseille mal ausgenommen, so was darf vorkommen. Das Spiel gegen Milan war für mich der absolute Höhepunkt der gesamten Saison. Unabhängig wie gut Milan in Form war, diese Leistung darf und soll man ruhig würdigen.

Aber eines zeigte sich, es ist für eine Schweizer Mannschaft die kein so breites Kader hat wie Basel, nahezu unmöglich die Doppelbelastung durchzustehen. Welches mich zur kritischen Beurteilung der Mannschaft führt. Zum Schluss resultierte in der Meisterschaft ein Siebter Platz mit einem Torverhältnis von 55:58, 45 Punkte wurden geholt, 31 zu Hause, 14 Auswärts.

Soviel zur Statistik, jetzt zur meiner Einschätzung der einzelnen Mannschaftsteile.

- Tor

Es zeigte sich in dieser Saison besonders, das der FCZ auf dieser Position zu schwach besetzt ist. Leoni hatte auch gute Leistungen, aber im grossen und ganzen hat er meiner Meinung nach in dieser Saison extrem nachgelassen. Und auf die Dauer verträgt es so etwas nicht. Er hat Mühe bei hohen Bällen, bei Standards und Eckbällen im speziellen, in der Strafraumbeherrschung und beim Stellen der Mauer. Und dies alles nicht seit dieser Saison, sondern teilweise seit er im FCZ Tor steht.

- Abwehr

Die Abwehr war ein weiterer grosser Schwachpunkt diese Saison, es zeigt sich das neben Hannu kein zentraler Abwehrspieler mehr als biederer Durchschnitt ist. Und zusammen mit einem schwachen Torhüter ergeben sich damit die Probleme fast von alleine. Barmettler und Rochat waren die ganze Saison unterdurchschnittlich schlecht. Hier herrscht, unabhängig vom Rücktritt von Hannu, zwingender Handelsbedarf.
Auf den Aussenpositionen wurde endlich, ausgelöst durch die Aufnahme von Rodriguez und Koch ins Profikader, Druck auf die bewährten Stammkräfte ausgeübt. Koch ist einer der wenigen Gewinner dieser Saison. Dort sehe ich weniger ein Problem, die Leistungen waren auch nicht ganz so schlecht, durchzogen kann man wohl sagen. Magnin bewerte ich nicht, da er nach einer fast einjährigen Abstinenz vom Profifussball erst wieder in Form kommen muss. Da wird man nächste Saison mehr wissen.

- Mittelfeld

Hier weiss ich eigentlich nicht wo beginnen. Die einzigen zwei Spieler die Normalform und somit auch gute Leistungen erbrachten waren Djuric und Vonlanthen, wobei er nur in der Hinrunde. Gajic, Aegeter und Tico waren alle zu unsicher, zu verhalten und produzierten zu viele Fehlpässe auf ihren Positionen und erzeugten so gut wie keine gefährlichen Aktionen. Hier kommt mit Buff das nächste Talent, das endlich den Stammkräften ein bisschen Feuer unter dem A*sch macht. Schönbi dürfte nächste Saison wohl endlich zeigen was er kann, er konnte sich unter Challandes leider nicht für die Stammelf aufdrängen, obwohl ich ihm dies zutraue, für Nikci gilt dasselbe, er konnte seine Chance in der CL nicht wirklich nutzen. Bei Margairaz erspare ich mir jeden Kommentar, eine leichte Aufwärtstendenz konnte zumindest in der Rückrunde erkannt werden, hier erhoffe ich über den Sommer eine markante Steigerung. Chickaoui ist ein Spezialfall, von ihm durfte nicht erwartet werden das er überhaupt zurückkommt. Bei ihm ist weitere Geduld nötig.

- Sturm

Hassli war lange verletzt, Alphonse ist nicht fähig das Tor zu treffen und Mehmedi ist schlicht noch nicht soweit diese Verantwortung zu übernehmen. Auf dieser Position kulminierten sich alle Probleme in dieser Saison. Aus dem zentralen Mittelfeld kam so gut wie keine Unterstützung, die Abwehr war prinzipiell damit beschäftigt keine Fehler zu machen und die Aussenspieler wussten nicht was mit dem Ball anfangen wenn sie ihn den hatten. Alphonse mag zwar ein guter Teamplayer sein, aber als einziger Stürmer ist nicht viel mit ihm anzufangen.

- Trainer

Challandes wurde leider 5 Spieltage vor Schluss entlassen, sein Nachfolger ist Urs "Glasgow" Fischer.

Ich halte dies für ein Fehler. Fischer wird die Winterpause nicht erleben, einfach weil in dieser Mannschaft zwar viel Potenzial steckt, Fischer aber nicht so weit ist eine solche Mannschaft entwickeln und ihr ein taktisches Korsett überstülpen zu können. Dafür braucht es weit mehr Erfahrung. Challandes konnte nichts dafür das im Winter keine Verstärkung geholt wurde, er wusste wohl selber das ein Sturm mit Alphonse und Mehmedi auf Dauer keine Lösung war.

- Management

Hier passierten in dieser Saison die grössten Fehler. Erstens, das in der Winterpause kein zusätzlicher Stürmer geholt wurde und zweitens das Challandes fünf Runden vor Schluss entlassen wurde. Es hätte keinen Unterschied gemacht noch bis zum Sommer zu warten und dann einen Nachfolger zu präsentieren.

Ich erwarte von der Führung des Vereins das im Sommer entsprechend gehandelt wird, das Verstärkungen für die Abwehr, den Sturm und für das Tor gesucht werden. Einfach so weiterzumachen wie bisher macht die Arbeit für Fische nahezu unmöglich. Man dürfte einzelnen Spieler ruhig nahe legen, sich einen anderen Verein zu suchen.

Es braucht keine Panik, die Mannschaft hat genug Können um in den Top 4 mitzuspielen aber wenn man den Finger nicht auf die wunden Punkte legt wird es auch nächste Saison ganz schwierig.

In diesem Sinne:




Wer mag darf natürlich seine eigene Meinung in den Kommentaren kundtun.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Die NOAM-Sekundarschule


Jetzt ist es raus und offiziell: In der umgebauten ICZ wird ab dem kommenden Schuljahr 2010/2011 (sofern genügend Anmeldungen vorliegen) erneut eine jüdische Sekundarschule unter dem Dach der jüdischen Primarschule NOAM lanciert. Dies wurde mit einem Newsletter diese Woche kommuniziert.
Als Rektor soll Michael Goldberger fungieren, derzeitiger Rektor der NOAM-Primarschule. Erklärtes Ziel ist hierbei während dreier Jahre die Fortsetzung jüdisch-religiöser Bildung und die Vorbereitung von Aufnahmeprüfungen für die Interessenten einer Gymnasium-Ausbildung, basierend auf einem Ausbildungskonzept des Schulentwicklers Thomas Odinga. Für den Unterricht sind Schulklassen von 6-10 Schülern sowie der Einbezug europäischer zertifizierter Sprachdiplome und Computermodule vorgesehen.

Montag, 10. Mai 2010

Daniel Vischer, Instrumentalisierungsopfer der Medien

Heute in der BaZ Online ein interessanter Bericht über einen weiteren denkwürdigen Auftritt des Nationalrats der Zürcher Grünen, Daniel Vischer (sowie etwas sachlicher über den ebenso umstrittenen Nationalrat und Vorsitzenden der aussenpolitischen Kommission Geri Müller). Dabei scheut er sich nicht, fragwürdige Kausalzusammenhänge zwischen dem Holocaust und Gaza anzustellen und proletiert per Megaphon Weltverschwörungs-Fanatikern entgegen. Man urteile aber selbst: BaZ Online-Artikel.
Interessant auch die Tatsache, mit welchen Tatsachen Geri Müller konfrontiert wird, und welchen gegenüber er offensichtlich nicht aufmuckt, protestiert oder Sachlichkeit entgegenstellt. Beiden muss derweil jedoch klar gewesen sein, dass ein Interview in irgendeiner Art weiterverwendet bzw. publiziert wird. Wenn man dann auch noch in ein Megaphon reinproletiert, kann man kaum die Masche des unwissenden Opfer durchziehen.
PS: Ja, auch Chassidus Chübelsack wird natürlich direkt von der Bank Rothschild finanziert...

Sonntag, 9. Mai 2010

Der FC Hakoah lebt immer noch


Unverhofftermassen ist heute Morgen die CC-Korrespondenz zu einem Comeback in der stämmigen Fanionformation des FC Hakoah gekommen. In der Hitze und der insgeheimen Freude über seriösen Gingg ging dabei zuerst völlig verloren, zu welch unmenschlicher Zeit sich der Rasenfrönende hierfür aus den Federn katapultieren muss, was für einen gewöhnlichen Sonntag ein absolutes Wochenend-Debakel bedeutet. Aber der Zweck heiligt ja die Mittel, und so nahm man die Umstände schön und willig in Kauf. Gegner war der Tabellenführer FC Dietikon, und entsprechend fand der Match mitten im Nirgendwo hinter einem Weiher in der agglomeratorischen Pampa statt. Die meisten Gesichter in der Kabine sind erschreckend jünger geworden und mahnen unweigerlich an das Gilben unser aller Lenzen. Da ist nunmehr ein Inka-Krieger, einzelne schmächtige Junge und ein paar Jungtalente, aufgrund welcher die muskulär dauerbelasteten Senioren immer noch die Hoffnung auf den abermaligen Aufstieg in der nächsten Saison wiederkauen. Und dann gibt's den einen oder anderen, der mit 40 Jahresringen-plus immer noch munter die Seitenlinie rauf und runterrasseln, als sei die Zeit stehen geblieben.
Das Prozedere ist gleich geblieben. Ein paar Verwegene sind viel zu früh (im Hakoah 2 hätten bestimmte Verdächtige damals hierfür wohl zur Sicherheit ein Kissen dabei), der grosse Rest findet entweder deutlich zu spät bzw. findet das Gelände erst im buchstäblich letzten Moment.
Der Match ist sodann schnell erzählt. Der CC-Korrespondent wurde in guter Reminiszenz vorerst auf der Stürmerposition eingesetzt, wo vorerst nicht allzu viel gelang. Sodann erfolgte eine knapp zehnminütige Pause auf der Bank, wonach die rechte Flügelposition zugeteilt wurde. Nach einer ausgeglichenen Startphase kassierte man nach 30 Minuten zuerst einen einfachen Penalty, dann einen Rasierklingen-Pass in die Sturmspitze, der verwertet ging und einen haltbaren Weitschuss aus grosser Distanz mitten zwischen die Ohren. Pausenstand 3:0. Nach der Pause ging's also vorbelastet weiter, jedoch stand die Hoffnung ziemlich urplötzlich wieder da. Nach einem Gewühl im gegnerischen Strafraum legte sich der CC-Flitzer den Ball auf den Schussfuss und wurde dort getroffen. Ein jäher Schwanensturz und der Schiedsrichter konnte sozusagen gar nicht anders als auf den Punkt zu zeigen, wonach der Esquimesen-Schwuger solid die Ecke fand: 3-1. Dann kam der Gaucho-Bruder noch in den Genuss eines unglücklichen Zweikampf mit dem gegnerischen Torhüter, worauf dieser liegenblieb und ausgewechselt werden musste. Dessen Ersatz, wohlbemerkt ein umgewandelter Feldspieler, musste danach in 35 Minuten genau e-i-n-m-a-l den Ball zur Hand nehmen. Zwei merkwürdige Freistossvarianten, zwei Big Saves von J, einen eigenen Linienretter mit angeklebtem Arm sowie der 613 Einwechslungen von Harry Dietikon Potter später stand das Resultat immer noch fest und der Schiedsrichter konnte sich einen friedlichen Sonntag aus der Lunge pfeifen.
Fazit: Chill ist anders, aber es hat mitunter durchaus wieder Spass gemacht, so zu tun, als gäbe es die apokalyptischen Zeiten des Hakoah 2 noch...

Das leise Ende der Coop-Truthahn-Schnitzel aus Israel

Zuletzt Ende Oktober letzten Jahres wurde an dieser Stelle vom traurigen Verschwinden des Coop-Artikel-Schlagers Nummer Eins rapportiert und einer entsprechenden Stellungnahme des Coops. Nachdem das Mail immer noch in der Redaktions-Inbox rumlungerte und auf die Dauer keine weiteren Follow-Ups seitens Coop unternommen wurden, ist eine weitere Anfrage erfolgt, deren Rückmeldung durch den Kundendienst des Grossverteilers dem werten polnischen Fleischkonsumenten nicht vorenthalten bleiben soll:

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir nach wie vor kein koscheres Ersatzprodukt für die Trutenschnitzel in unserem Sortiment haben. Wir können Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider nicht sagen, ob und wann eine entsprechende Alternative angeboten werden kann. Dürfen wir auf Ihr Verständnis hoffen?

Das Coop-Sortiment wird im Sinne einer steten Optimierung in regelmässigen Abständen genau unter die Lupe genommen wird. Die besagten Trutenschnitzel sind aus qualitativen Gründen aus dem Sortiment gestrichen worden.

Es tut uns Leid, Ihnen keinen anderen Bescheid geben zu können. Es würde uns freuen, Sie weiterhin bei uns begrüssen zu dürfen.

Man muss nicht viel von der Angelegenheit wissen, um zu verstehen, dass offensichtlich qualitativ relevante Mängel beim Produkt bestanden, welche Coop dazu veranlassten, die Einstellung des Vertriebs der berühmten Coop-Schnitzel zu verfügen. An sich und gemäss obiger Begründung ein legitimer Akt. Jedoch stellt sich nun a posteriori dennoch die Frage, was wir nun eigentlich während Jahren konsumiert haben. Verfütterte russische Antibiotika? Zermalmte chinesische Tigermembren? Shiraim von der Rebbezen? Und wieder steht der Konsument mit noch weiteren Fragen im Raum, auf welche er diesmal jedoch keine Antwort erwarten darf, ausser der Gewissheit, dass es wohl besser ist, den Menüplan inzwischen notgedrungenermassen angepasst zu haben. Und der Hoffnung, dass in fünf Jahren nicht einer auf die blöde Idee kommt, die Produktion von Zweifel Paprika-Chips mit derselben Begründung einzustellen. Lau oleinu.

Dienstag, 4. Mai 2010

Gibt es im IKEA eigentlich Koscherprodukte?

Auf dem gestrigen erneuten Familienausflug in den IKEA (nach der israelischen Devise Weisst Du nicht wohin, dann geh mal in ein Einkaufszentrum) hat sich der heimische Möbel-Lego-Fetischist wieder einmal gefragt, ob es eigentlich auch eine Legitimation gibt für diese abartig mundend aussehenden Heringsorten in der IKEA-Lebensmittelabteilung. Unsereins müht sich wöchentlich mit versalzenen, geschmacklosen oder einfach ätzenden Hering-Variationen, während wohl der Nordländer es viel eher versteht, kulinarisch verständlichen Hering vorzubereiten als der Polakke von nebenan. Also hat man kurzum eine interaktive Forschung betrieben und entdeckt, dass IKEA eine ziemlich umfassende Liste von koscheren Artikeln führt, auf welche hiermit hingewiesen sei Bezeichnenderweise stammt die Liste von der jüdischen Gemeinde in Edinburgh, Irland, und aus dem Jahre 2006. Ja, hat denn Stockholm keine eigene Koscherliste? Dodoch, hat es. Nur stammt die aus dem genau gleichen Alter und führt merkwürdigerweise keine IKEA-Artikel. Churban Brünzel hat jedenfalls einmalgetestet und kann die Empfehlbarkeit auf unverbindlicher Basis und natürlich höchst inoffiziell nur bestätigen.

Öffentliche Geheimtipps: Dillchips (unbedingt Fish Roe-Paste (Lachsrogen- und -forellenpaste) drüber schmieren, Senapssill (Senfhering), Sourcreamsill)

Jüdischer Ohrensaft: The jew's ear juice


Dass die Chinesen einen seltsamen kulinarischen Kult betreiben, überrascht inzwischen niemanden mehr. Den letzten Stirnrunzler in dieser Hinsicht favorisiert aber folgende Entdeckung unseres werten Majestikulix, welcher der Schreibende aufgrund seines ausgezeichneten und unerbittlichen Gespür für Tagesaktualität und brennende Stories (der Pulitzerpreis im Jahre 2613 steht schon bereit) nachgehen musste.
Im Internet kursieren für den jüdischen Ohrensaft zwei Theorien. Der weniger fundierten gemäss handelt es sich hierbei um eine falsch buchstabierte Version des juciest juice. Dies ist aber wenig mehr als ein freundlicher Erklärungsversuch. Tatsächlich handelt es sich jedoch um den Saft eines asiatischen Pilzes, welcher in unseren Breitengraden als Judasohren (oder Holzohren, Holunderschwamm, Wolkenohrenpilz oder auch ganz einfach Mu-Er) bezeichnet wird. Gemäss selbsternannten Gourmetpäpsten ist dessen Saft eine Delikatesse und in der Zubereitung ein ziemlich schwieriger Prozess, welcher das latente Risiko eines minderwertigen Endproduktes mit sich bringt. Ob man sich im Wissen um diese Tatsache einer chinesischen Aludose anvertrauen will, das sei schliesslich jedem selbst überlassen. Angeblich riecht es irgendwo zwischen Bratensauce und Apfelessig und schmeckt dabei in einer bemerkenswerten Steigerung wie schlecht gegorener saurer Most (da Mehlbeere und chinesische Datteln beigemischt werden). Erhitzt schmeckt das Getränk eher nach einer Spaghetti-Sauce und angeblich nun merklich besser. Ob das Produkt hier bereits erhältlich ist, entzieht sich der Kenntnis genauso wie die Tatsache, ob ein Handirr-Mullah schon drigspeuzt hat.

Montag, 3. Mai 2010

Vorschriften sind für andere

Der Staat hat sich zum Ziel gemacht, mittels Gesetzen und Veordnungen die "Spielregeln" eines geordneten Zusammenlebens zu ermöglichen. Gewiss, nicht hinter jedem Paragraphen ist auf den ersten (oder zweiten Blick) der Gedanke des Erlassers zu erkennen.

Doch es gibt durchaus Gebote, die Sinn machen. Zum Beispiel die Deklarationspflicht von Lebensmitteln. Ob im Quartierladen, Coop, Lidl, Aldi oder Migros: Auf der Verpackung (egal ob Fleisch oder nicht) gehört von Gesetzes wegen mindestens: Inhaltsangabe, Verpackungsdatum, Haltbarkeitsdatum und Gewicht. Das macht durchaus Sinn, sind die Ingredienzien der einzelen Produkte oftmals kaum von blossem Auge auszumachen.

Doch das gilt nicht für unsere Lieblingsmetzgerei von der Aemtlerstrasse: Dort wird Fleisch abgepackt, tiefgefronen, verkauft und sogar bequem nach Hause geliefert. Soweit so gut. Was fehlt? Alles. Ein Blick auf die Verpackung zeigt einzig das Siegel mit dem Hinweis, dass das Fleisch auch ja koscher ist, das Fleisch aus Frankreich stammt und in der Schweiz produziert wurde. Aber was für Fleisch? Wieviel Fleisch? Wann wurde es verarbeitet und abgepackt? Wie lange ist es haltbar?



Zugegeben, meine Schmerzgrenze der Toleranz hat nach einigen unschönen, verschimmelten Vorfällen im vergangenen Herbst etwas gelitten. Trotzdem muss die Frage an dieser Stelle erlaubt sein: Was soll das?!?

Bleibt einzig die Hoffnung, dass der Konsument auch wirklich das Fleisch erhält, was er gemäss seinen Vorstellungen und Wünschen gekauft hat, dass das Haltbarkeitsdatum in die Zeit nach dem genüsslichen Verzehr fällt und vor allem, dass irgendwann einmal die hiesigen Vorschriften auch von den Unsrigen beachtet werden.

Vermischtes zum Wochenstart inklusiv dunkelrote Karte an Marcel Koller

Als allererstes gratuliert man dem kleinen Herrn mit dem silbernen Saum um die Kippah und dem goldenen Lachen im Gesicht sowie mit dem grossen Mut, mit dem Soundtrack von "The Rock" unter den Baldachin zu treten. Ganz grosses Kino, kaum zu toppen, soll sein mit Masel!
Des Weiteren gratuliert man Benjamin Pipimann Frenkel, welcher wieder einmal die Lücke gefunden hat, um über die lokale Presse seine Erleichterungsbedürfnisse zu präsentieren. Medium ist wiederum das "Zürich 2" der vergangenen Woche. Diesmal hat sein körperliches Bedürfnis nach Konsum eines Starbucks-Kaffee sogar dazu beigetragen, dass er in einen Raum der Andacht getreten ist (bis anhin war das körperliche Bedürfnis ja eigentlich das Hindernis auf dem Weg zur Synagoge und zum Eibishten)...
Schliesslich will auch Neo-Kommentator Marcel GC Koller gerügt werden. Der reicht gestern inmitten des Pausenkommentars zu Basel-Bellenz im Joggeli-Cüpli-Studio ganz tief in den Fundus verbotener Ausdrücke und erlaubt sich folgenden zerebralen Aussetzer:
"Der Marco Streller ist ja bekanntlich in einer fantastischen Form und in der Absenz von Alex Frei ist er jetzt sogar zum absoluten Sturmführer avanciert."
Lieber Mäse, wir unterstellen Dir ja keine Absicht. Aber ganz so alterlich und bildungsmässig unbelastet bist Du ja nicht. Und im grossen Kanton hast Du zudem auch noch genügend gearbeitet, um zu verstehen, dass es gewisse Ausdrücke gibt, die einfach tabu sind und nicht aus ihrem historischen Gefüge gerissen werden sollen. Sturmführer gehört sicher in die vorderste Gilde dieser Spezies. In diesem Sinne eine gute und vollständige Besserung!


Mittwoch, 28. April 2010

Meldung von der Kashrus-Front

Teyre Chaweyrim

Schweren Herzens muss ich Euch mitteilen, dass die neuen Zweifel-Chips Salt& Vinegar die Prüfung durch die IGFKL leider nicht überstanden haben und somit auch an zukünftigen TWS-Anlässen fehlen werden.





HM

Dienstag, 27. April 2010

  • Man ersetze "Central Park NYC" mit "Rieterpark ZH City".
  • Bitte Nutzung des Chäppis bzw. Besuch des Rieterparks während der Sefirahzeit, für diejenigen die sich bereits unfreiwillig aus den jährlichen Omergames verabschiedet haben, unterlassen.

Que bonito es Israel!

Wir haben Gunze, wir haben den Bessermann, eigentlich lauter Käsefüsse im Heiligen Land (teils mit Insektenflügeln), welche uns die Vorzüge und Missstände in ihrem täglichen Fortkommen übermitteln. Wie aber denken andere Einwanderer und die Myriaden forscher und merkwürdiger Touristen über Israel, welche das Land jahrein und -aus besuchen?
Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei unserem Korrespondenten am Salkantay, welcher uns per Satelliten-Verbindung folgenden Beitrag des israelischen Fremdenverkehrsbüros in Lima zugestellt hat. Es handelt sich dabei um als Chatos reinkarnierte Chabadniks, welche die Vorzüge des Heiligen Landes vorzeigen (hauptsächlich Kreuzungen , Strandraves und die Tayelet in Tel Aviv). Die Tanzschritte sind eine Wucht, der geschlechtlich unentscheidbare Tiger ist wahrhaftig furchterregend und die visuellen Effekte toppen sogar Keshet beAnan. Sedö lüeg:

Sonntag, 25. April 2010

"Verschisse, ja sorry, ich chan's nöd andersch säge"

Danke Üüse, Du bisch eine vo eus!

Gligg & lueg (ab 05:50min)

Und Fredy, bitte einmal Medienkurs bei Migros-Klubschule buchen, da hat der Üüse noch etwas Spatzung.


HM

Freitag, 23. April 2010

Saisonstart: Alles was man wissen muss...


... zum Thema "Grillieren" findet man hier:


Der Typ ist der helle WAAAAHHNSINN.
Mahlzeit!
HM

Mittwoch, 21. April 2010

Metallica's talentierteste Piano-Variation

Da an dieser Stelle auch schon mehrfach zensiert, kommentiert und vertikuliert, kommt hier die russische Piano-Variante von Nothing Else Matters:

Jubel des Tages

Nein, es handelt sich nicht um Balotelli. Der hat sich gestern wohl seinen Gehenem-Eintritt verdient. Will ja sehen, wie der nach dem Trikot-Hinschmeissen gestern das nächste Mal in Mailand ein Trottoir in Angriff nehmen will, geschweige denn, das Giuseppe Meazza-Stadion wieder betreten soll.
Der Jubel des Tages geht nach Dänemark, genauer gesagt nach Farum und ins Stadion von Nordsjaelland. Zuerst stolpert der Schütze knapp den Ball noch hinter die Linie und legt dann diese Zeremonie hin...

Geh hin, Tagi-Redaktor, kopier diesen Link nur. Dann kann der Blick-Journi nämlich gleich nachlegen und 30 Minuten später ist's dann auch im 20 Minuten.
Chassidus Chübelsack. Nur hier gibt's nämlich wirklich relevante News.

Freitag, 16. April 2010

Megan Fox macht Havdalah

Solche Dinge sollte man der Welt nicht vorenthalten. Da hat uns Hollywood ein Zückerchen vorenthalten und zeigt uns, dass die Schauspielerei noch lange nicht gestorben ist. Fragt nicht, wie man auf solche Links kommt. Offensichtlich verursacht der androhende isländische Staubalarm eine unheimlich verlockende Brücke für die Erforschung dunkler und beängstigender Momente des Indernetzes. Es verlasse niemand also das Haus und navigiere seine Maus durch diese trüben Zeiten!
Die heute dokumentierte, ältere Megan versucht, mit Schlitzaugen-Technik die vor ihr stehende Kamera zum Umfallen zu bewegen (was der jüngeren derweil unbestritten gelang und wofür sie nicht mal singen musste). Das Resultat ist zum Brüllen. Aussagen, deren Tiefe kaum zu toppen sind, eine Stimme, welche Speedy Gonzalez ärgste Konkurrenz macht und eine sehr eigenwillige und fragwürdige Interpretation dieses Strassenfegers sind das Resultat. Also, alle mitsingen und los geht's:

Sonntag, 11. April 2010

Man lehne sich zur linken und beisse genüsslich in eine Staubwolke

Da kommt mir gerade in den Sinn: Unsere werten Stimmbürger der bürgerlich-bäuerlichen Sektion, dürfen die sich nach Parteidiktat eigentlich so auf die Linke stützen oder braucht es hierfür einen Wandelhallen-Pakt? Lehnt man sich dann nach rechts? Oder stützt sich selbstgefällig auf den eigenen Pansen, um Kollisionen zu vermeiden? Fragen über Fragen, die bei der nächsten Fragestunde mit dem Gemeinderat geklärt werden sollen. Inzwischen wieder was aus der Sektion Gadgets für die Ewigkeit:

Freitag, 9. April 2010

Derbytime -> Q & A‏

Die Mutter aller Derbys hat am Mittwochabend im Rahmen der JLeague wieder einmal stattgefunden. Nachdem Selecao die allererste Begegnung in der Geschichte anno 2007 gewonnen hat, sind sie seither gegen Scherdünn sieglos geblieben.
Dem zweimaligen Finalisten droht die erstmalige Nichtqualifikation für die JLeague. Bereits der nächste Spieltag hat vorentscheidenden Charakter.
Der Seleçao- Torwart und Sportfunktionär Lino stellt sich den Medien.


Herr Lino
Kurzes Fazit zum Spiel von gestern?

Trotz numerischer Überzahl ging das Spiel wegen krassen Mängeln in der Defensive verloren, wir waren schlicht und einfach zu naiv in unserem Abwehrverhalten und zu schwachbrüstig im Angriff. Scherdünn trumpfte dafür mit einer tollen Mannschaftsleistung auf, Chapeau!



Wie schätzen Sie die Chancen für eine Playoffqualifikation ein?

Mit jedem Spieltag wird das schwieriger, es sind doch noch 6 Punkte bis auf die Playoff Plätze, so langsam aber sicher müssen wir an die Säcke und die restlichen Spiele gewinnen.



Wieso tut sich Seleçao dieses Jahr so schwer?

Ich kann es mir auch nicht erklären, wir hatten gegen die Top 3 oft keine Auswechselspieler und deshalb gingen diese Spiele auch meistens verloren, ich hoffe wir können dem im letzten Saisondrittel noch Gegensteuern. Im allgemeinen ist das Niveau dieses Jahr sehr ausgeglichen und die Mannschaften sind näher als auch schon zusammengerückt, was den Kampf um die Playoffplätze umso spannender und schwieriger macht.



Als ehrenamtlicher Skisprungrichter, sehen sie Parallelen zwischen dem Skisprungsport und dem Hallenfussball?

Ganz klar, es sind beides sehr technische Sportarten bei denen oft die Details über Sieg und Niederlage entscheiden. In dieser Hinsicht finde ich die Initiative im Betlokal in W.-Z. sehr löblich, eine Förderung der Breitensports ist gerade in diesen schwierigen Zeiten nötig, wenn nicht sogar erforderlich und auch seitens des Verbands gewünscht.



Konnten die Teaminternen Spannungen geklärt werden?

Von meiner Seite wurde alles gesagt und ich bin eigentlich froh das zusätzlich auch das Führungsproblem in unserer Mannschaft gelöst werden konnte. Nach der einen oder anderen Friedenspfeife konnten die Spannungen teamintern abgebaut werden. Ich denke das gestrige Spiel könnte sogar zu einem Wendepunkt dieser Saison werden, man konnte förmlich spüren wie ein Ruck durch die Mannschaft ging.



Am nächsten Spieltag stehen Ihren Tabellennachbarn schwere Spiele bevor, wobei Seleçao den Tabellenletzten empfängt. Quasi das Spiel der letzten Chance. Wie bereitet sich das Team auf dieses Spiel vor?

Wir müssen auf die Basics des Hallenfussballs konzentrieren und nie vom Glauben wegkommen das es noch zu schaffen ist. Ich denke unser Problem ist eine reine Kopfsache, eine "Chopfleerete" könnte vor dem Spiel also durchaus nützlich sein. Und so lange wir es aus eigener Kraft noch schaffen können gebe ich auch die Hoffnung und den Glauben nicht auf.


Herzlichen Dank für das Interview.

Mittwoch, 24. März 2010

Rekurs gegen die Hagbe-Bewertung vom 20. März 2010 möglich - drohen weitere Verzögerungen beim Bau des Hardturm-Stadion?


Man streitet wieder im Shtetl. Und für einmal geht es nicht Schübe, ausgelöst durch das Überschreiten der abgestoppten Zeit, welche für Mussaf aufgewendet wird. Es geht auch nicht um die Wahl des Chasens oder der Nasenpopel des edlen Kiddush-Spenders (gebenscht sei sein einzigartiges Malz).

Nein, die Szenerie ist die folgende. Das Schicksal hat dem Schreibenden beschert, am vergangenen Shabbes zum ersten Mal das Regime der neuen Hagbe-Ästhetik-Komitees zu erfahren. Bekanntlich leben wir ja in sehr äusserlichkeitsbetonten Zeiten. Zur Barmizwah kriegt man heute elektronische Wunschlisten mit dem Bedarf nach Schnurrbarthaar-Implantatgutscheinen, dazu die neusten Gucci-Gürtel (Länge 55 cm Bauchumfang) und dem Marken-Abzeichen in der Grösse eines Lulavs. Aber die Oberflächlichkeit hält hier nicht ein. Sie wird nun auch zum Aufhänger von Ritus-Akten wie der Hagbe, wie an dieser Stelle unlängst vom Hüter der Tradition und der Aufklärung proklamiert.
Schreibender sieht den Gabbe also am letzten Wochenende schon heranfliegen mit dem letzten aller zu verteilenden Kuwed-Täfelchen. Und schon ist klar, dass damit kaum das Begleiten des Aushebens gemeint sein kann, sondern dass die Stunde geschlagen hat. An mir soll also die erste Skiflug-Hagbe-Bewertung exemplifiziert werden. Der Druck steigt also schon einmal in die obersten Luken. Wie wird man sich schlagen? Wird die Vorbereitung fruchten? Herrscht so früh am Tag bereits genügend Rückenwind? Wie wird sich der verkürzte Anlauf und die Erwartungshaltung des Publikums auswirken? Der Puls war demzufolge auch ohne dem inneren Aufrufen unerzählbarer Bilder bereits auf 180 Schlägen. Und dennoch: Das Telemark-Standbein wurde regelkonform ausgefahren, die Flugphase ereignete sich flüssig und auch die Landung gab aus objektiver Perspektive kaum Anlass zu Beanstandungen. Die Jury, welche die Regeln sehr autonom und nach neuer Auslegeordnung umsetzte, sah es anders. Die strengen sechs Augen bewerteten die Landung mit den Noten:
18.5, 18.5 und 17.5.
In der Begründungsschrift legten die Richter nahe, dass der Telemark gesetzt wurde, wenn auch ein kurzes Abrutschen die Abzüge begründeten. Während der Telemark-Phase sei die Fussstellung korrigiert worden, was Abzüge geben müsse. Der Telemark sei bei der Hagbe vor der Flugphase also bei der Hebelbewegung zu setzen.
Durch ausgedehnte Nachforschung in den vergangenen Tagen konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die deutlich tiefere Note durch den finnischen Richter Guyskannu Linomanen erfolgte, welcher mit dem Schreibenden bekanntlich immer noch JLeague-bezogene Fehden austrägt, welche eng mit seinem momentanen Mandat als Torhüter von Selecao Simchesnaches zusammenhängen. Linomanen lässt sich folgendermassen zitieren: "Der Telemark sei hereingeschmuggelt worden, durch die parallele Fusshaltung wäre ebendieser gar nicht möglich gewesen. Pfui, und deshalb wegen technischem Fehler Punktabzug". Dass somit eine objektive und faire Auswertung nicht möglich ist, liegt auf und in der Hand. Man wird wieder durch das System hinterrücks gepackt und kann sich nicht wehren.
Der Schreibende wird die Situation nun minutiös verfolgen und im Bedarfsfall Neuwahlen der Jury erzwingen.

Montag, 22. März 2010

Erlebnisbericht Partymeile Zürich: Bar Hannes

Werte Leserschaft


Gestern Abend wollte ich mir den Wochenausklang mit einer Mahlzeit im (einzigen) hiesigen Lokal für die Gilde der Koscherfleischfresser gönnen. Der Verlauf des Besuchs liest sich wie folgt:

- bei Ankunft ist das Restaurant ist ziemlich voll, lauter Pinguine wegen der Baselworld Messe

- mein Familienoberhaupt und Anhang werden vom Wirt an einem Tisch placiert, wo die Dessertresten der vorherigen Gäste noch vor sich her gammeln.

- 10min später laufen der Schreiberling und seine bessere Hälfte ein, der Zwurggel kreischt: "mi amar lachem laschewet po?"

- nach 15min wird unser Tisch einmal hergerichtet, wobei man uns einfach das Besteck hinschmeisst und der Zwurggel den Patriarchen, der sich lachend mit dem Nachbartisch unterhält, anschnauzt: "Shejije lecha maschu litzchok"

- nach 25min kriegen wir die Karte vom Kellner (mit Migrationshintergrund), welcher sich als kompetent erweist und auch nochmals die Getränkebestellung aufnimmt, die der Zwurggel zwar schon mal aufgenommen, aber bereits wieder vergessen hatte.

- nach 30min kommt der Kellner wieder und meldet, dass von vier bestellten Vorspeisen drei ausverkauft seien. Die Alternative wird dann allerdings zügig geliefert.

- nach 1 Stunde kommt der Hauptgang, an dem nichts auszusetzen ist.

- der Zwurggel verabschiedet einen Tisch und verdreht gegenüber den verbliebenen Gästen die Augen und sagt: "sof sof jesh li kzat avir"

- der Wirt kommt irgenwann vorbei und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, welche aber erst richtig begannen, als er seinen Mogg bei uns am Tisch plazieren musste. Buaaaah, fürchterlich, wirklich. Kaum war er weg steht auch schon der Zwurggel da, entschuldigt sich abermals und hinterlässt auch ihren Mogg. Die Ausrede für das Chaos war: "man kann ja nicht wissen, dass die Baselworld und Pessach etwa zur gleichen Zeit stattfinden".

Moral der Geschicht': auch nach zwei Jahren haben Wirt und Zwurggel nichts, aber auch gar nichts gelernt. Der Gast ist kein Gast sondern eher eine Belästigung. Ich geh' wohl für ein Weilchen nicht mehr hin.


HM

Freitag, 19. März 2010

Ode an den Mogg (aka Mock)

In den letzten Wochen hat sich der Begriff Mogg etabliert. Expertenteams aus aller Welt streiten bis heute, ob sich das Wort "Mogg" oder "Mock" schreibt. Ohne hier Partei zu ergreifen, wird im Folgenden die westliche Schreibweise verwendet (Mogg).

Nebst dem klassischen Mogg gibt es auch eine Reihe an weiteren Moggs (sozusagen "Nebenmoggs") welche immer mehr vernachlässigt werden.

Daher an dieser Stelle eine Auflistung der wichtigsten Nebenmoggs:

Der Komplemäntermogg:
Der klassische Mogg tritt bekanntlich nur in zeitlichen Wellen auf. Der Grundmogg füllt diese Lücken. Denn es gibt Zeitgenossen, die das Kunststück fertig bringen, immer zu moggen (offizielles Verb zu Mogg). Biologen und Mediziner sind sich bis heute noch nicht sicher, woher dieser Komplementärmogg stammt. Die wichtigsten Theorien: Klassischer Mogg ist in den Kleidern hängen geblieben; Die Ungeduld auf den nächsten Mogg ist so gross, dass sich der Körper vom Geist täuschen lässt und Phantommogg produziert.

Der Bartmogg:
Kommt fast ausschliesslich bei Männern vor. Ist vorwiegend bei Menschenansammlungen anzutreffen. Der Bartmogg ist übrigens der einzige Mogg, der für das blosse Auge sichtbar werden kann. Dies in Form von nervös herumtänzelnden Tröpfchen im Bart.
Eine kleine Sekte im Amazonas behauptet bis heute steiff und fest, dass deren Mitglieder durch blosses riechen eine Bartmoggs blind (!) die Farbe des Bartes erraten zu können.

Der Verzweiflungsmogg:
Eine äusserst unangenehme Ausprägung des Moggs. Zeitgenossen, die zwanghaft auf der Suche nach Paarungsgegner sind, strömen ihn oft aus. Die Quelle scheint allerdings eine andere zu sein als beim klassischen Mogg. Erfahrene Personen können die beiden daher auch problemlos unterscheiden.
Der Verzweiflungsmogg tritt of in Verbindung mit übertriebenem Parfümgeruch auf (meist ein Vanille- oder Erdbeerduft aus dem Billigsegment). In besonderen Härtefällen mischt sich noch der Geruch von Make-Up darunter, welches so dick aufgetragen wurde, dass es eine eigene Note hinzufügen abgibt.

Der Stechmogg und der Moosmogg (auch "drückender Mogg"):
Zwei Ausprägungen des klassischen Moggs. Zu vergleichen mit dem Unterschied zwischen Gerüchen aus Hühnerstall bzw Viehstall. Der eine beissend und der andere wiegt wie eine schwere Last.

Der Nerdmogg (auch "IT-Mogg"):
Meist bei Individuen aus der Computerbranche anzutreffen. Eine Mischung aus ungewaschenem Werbe-T-Shirt, Chipskrümel (die sich in den Haaren verfangen haben) und dumpfem Geruch aus Mamas Keller (aka Game- und Nerd-Headquarter). Tritt sehr oft in Kombination mit Kaffee- und Rauch-Mogg auf.

So, ich hoffe mit dieser Liste die Sensibilität in Sachen Mogg wieder etwas gestärkt zu haben.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine frische Brise und alles Gute bei der Entdeckung weitere Unterarten.

etnu

Donnerstag, 18. März 2010

L.O.G.G. hat Alija gemacht

Ikea? Sind schon in Netanya angekommen. Die haben Gerüchten zufolge sogar schon ein Siddur rausgegeben mit Namen Gogi-gogi-Mössöff. Mc Donalds ist ein alter Käse-Mac und gibt's schon in den verschiedensten Koscher-Nicht-Koscher-Kombinationen. Und mit ihm eine Myriade von Marken, die die Welt erspuckt hat und nun in Israel, diesem Shopping Mall-freundlichsten aller freundlichen Länder ihr Glück versuchen. Letztes Beispiel, auf das angeblich ziemlich alle Israeler gewartet haben, ist nun H&M, offizieller Kleiderausrüster der Kochshow-Quizshow. Bei den Accessoires gibt es angeblich Peyes zum Ankleben und zniesdige Sonnenbrillen (solche, die nicht spiegeln)...

Dienstag, 16. März 2010

Missstände am Rande der Unsportlichkeit

Ein überaus erfolgreicher Skiwinter liegt hinter uns. Der Stolz der Nation, das Alpine (Männer-)Skiteam macht wieder Freude.

Doch viel überraschender und bemerkenswerter sind die Erfolge unserer nordischen Athleten.
Insbesondere natürlich der Überflieger der Skisprungszene, Shimon Haman. Nicht nur haben seine Sprünge eine unglaubliche, ja fast schon treifene Länge. Nein unser Toggenburger, welchem seit jeher der Ruf anhaftet, ein Telemarkverweigerer zu sein, erhält je öfters er springt umso bessere Haltungsnoten bei der Telemarklandung.

Zusammengefasst, es entscheidet nicht nur die Weite des Sprunges sondern eben auch die Haltungsnote.

Dem Verfasser dieser Zeilen war es in den letzten Monaten möglich, in diversen Minjanim in Zürich, Basel, Ischgl, Pontresina und Saas Fees an der Tfila teilzunehmen. Nach jahrelangem Synagogengang wären diese Besuche gar nicht mehr nötig gewesen, doch Abwechslung öffnet einem manchmal die Augen. So habe ich in den letzten Monaten erhebliche Missstände in der technischen Ausführung des G"ttesdienstes festgestellt, namentlich in der Hagbe.

Die Hagbe an sich ist ein Mysterium. Gefürchtet und gleichzeitig verehrt. Ein Versagen der Hagbe kann zu einem Fasttag führen, eine gelungene Hagbe zu Jubelszenen. Eine Disziplin nicht nur für die starken, sondern auch für die geschickten Männer.

Wenn es einen Zeitpunkt während der Tfila gibt, wo pure Männlichkeit ausgestrahlt wird, dann während der Hagbe, wenn der Magbia die geöffnete Rolle Stolz gen Himmel streckt und als Applaus ein Küssen des kleinen Fingers des Publikums erhält!

(Anmerkung der Redaktion: Es gibt Frauen welche zusätzlich das Toraküssen als männlichen Akt während der Tfila bezeichnen, da den Männern bei diesem Akt das Tales von der Schulter hängt und bei ausgestrecktem Arm mit Zizis in der Hand, das Tales die Form eins Flügels annimmt, quasi der Flügel einer Fledermaus, kein Witz!)

Doch kurz vor dem triumphalen Moment geschieht der Fehler und hier möchte ich Zwecks Veranschaulichung den Vergleich zum geliebten Skisprungsport ziehen.

Die Entschlossenheit und Höhe des Emporstreckens der Tora entspricht der Flugphase und Flugweite des Skispringers. Das ganze Flugsystem welches beim Skispringer funktionieren muss, wird auch beim Magbia vorausgesetzt (Tales richtig fixiert, Tora genug breit ausgerollt, Stuhl zum Sitzen am richtigen Ort und in der richtigen Distanz damit es für die Pirouette reicht).

Nun was kommt im Skispringen am Schluss? Richtig, ihr habt es erraten, der gefürchtete Telemark!
Wo der Telemark im Skispringen den eigentlichen Sprung perfektionieren muss, wird dieser bei der Hagbe vorausgesetzt, was von vielen Leuten missachtet wird.

Nämlich muss der Magbia vor der Emporstreckung der Tora, diese ein bisschen zu sich ziehen um die Hebelwirkung ausnutzen zu können.

Im Moment als sich der Magbia also mit dem ganzen Körper für einen Bruchteil einer Sekunde fast in einer Linie unter die Rolle bewegt MUSS der Telemark gesetzt werden. Die schönste Emporstreckung hat ohne den zuvor gesetzten Telemark nur den halben Wert.

Ich fordere euch an dieser Stelle alle auf, liebe Leserschaft, sich diesem Missstand in den meisten G"tteshäusern bewusst zu werden und die jeweiligen Magbias auf den Telemark hinzuweisen. Um den Tfilateilnehmern die Wichtigkeit dieser Haltungsnote aufzuzeigen, soll die Idee an dieser Stelle angesprochen werden, in Zukunft gleich nach der Hagbe mit Tafeln die Haltungsnote zu verkünden, welche natürlich direkt vom Telemark beeinflusst werden. Im schlimmsten Fall, bei Unterlassen des Telemarks, soll eine Hagbe sogar als ungültig abgewinkt werden.

Im Sinne, diese ehrenhafte Disziplin beizubehalten und an der hoffentlich bald stattfindenen Winter- Makabiade ausführen zu können.

Grasl

Freitag, 12. März 2010

Donnerstag, 11. März 2010

Alfredo Lardelli wird Hazoloh-Gönner, efsher

Oder er bestellt sich einen neuen Chauffeur.
Telezüri-Bericht, verlinkt auf Tagi-Homepage
Man möge sich bitte den obigen Beitrag zu Gemüte führen, insbesondere die Standbilder im hinteren Drittel des Beitrags bezüglich seines Abtransports. Das ist noch wahrer Kiddush Hashem...

Dienstag, 9. März 2010

Exklusiv: Das erste Interview mit Gemeinderat Longo aus Z.

Kenner der Szene hatten den Wahlausgang der jüngsten Gemeinderatswahlen schon lange prognostiziert, Skeptiker waren doch etwas überrascht, dass Longo bereits im ersten Anlauf den Eingang ins Stadtparlament gefunden hat. Chassidus Chübelsack hat in einem brandheissen Interview die brisantesten und weniger relevante Fragen direkt an den Kopf der Woche gerichtet.

1'677 Stimmen, wir gratulieren. Wie, denkst Du, setzen sich Deine
Stimmen zusammen? In welchem Programmpunkt hat sich Deine Werbekampagne besonders erfolgreich erwiesen?

Besten Dank vor allem auch denjenigen mutigen Wählern, die ihre ideologischen Überzeugungen zur Seite schoben und sich dazu überwinden konnten, mir ihre Stimme zu geben.
Die überwiegende Anzahl der Stimmen kommt wohl aus dem traditionellen SVP-Lager. Die weiteren Stimmen, und damit diejenigen die zum doch sehr guten Resultat beigetragen haben, kommen aus der Tschulentkonsumienrenden Ecke. Eine aktive Wahlkampagne habe ich nicht geführt, bin jedoch davon überzeugt, dass es zahlreichen Wählern nicht entgangen ist, was für ein Messirus Nefesch ich Schubbes für Schubbes beim Heringschneiden an den Tag lege . . .

Inwiefern glaubst Du, hat sich eine massgebliche jüdischen Enge-Wählerschaft dazu überzeugen lassen, für die SVP zu wählen, welche doch ziemlich plakativ gegen Randgruppen und insbesondere Ausländer politisiert?

"Gegen Randgruppen und insbesondere Ausländer politisiert"--> von dieser Aussage distanziere ich mich und bestreite ihre Richtigkeit. Die SVP spricht, zusammen mit anderen Themen, die Problematik der überdurchschnittlich hohen Anzahl der kriminellen Ausländer an, alles andere sind haltlose Unterstellungen.

Ist es nicht so, dass die SVP auch gegen die Überfremdung politisiert, nicht zuletzt durch die Thematisierung eines deutschen Filzes an den Zürcher Hochschulen und einer diesbezüglichen Überfremdung?

Korrekt, diese Frage ist erlaubt, ich bin auch mit der Anti-Deutschenkampagne in dieser Form nicht einverstanden (habe dies auch immer gesagt).

Vielleicht sind einige Mitglieder halt einfach weniger verbissen, und rennen nicht sofort in den Luftschutzkeller wenn sie das Wort SVP hören. Sie diskutieren und informieren sich, bilden dann sorgfältig ihre Meinung. Ausserdem können sie vielleicht zwischen der Partei als solchen und mir als Kandidat eine Unterscheidung treffen.

Könntest Du die Frage noch beantworten? Woraus entsteht Deiner Meinung nach das Bedürfnis im Judentum Zürichs, sich mit Initiativen gegen Überfremdung, gegen eine plurireligiöse Gesellschaft (mit Bezug zur Minarett-Initiative) zu identifizieren, welche Partei derart plakativ mit Symbolen, Karikaturen und überzeichneten Kampagnen politisiert?

Teile der Mitgliederschaft können sehr wohl, wie gesagt, zwischen Partei und Kandidat unterscheiden. Es gibt sicher auch solche, die auch sonst SVP wählen würden. Auch nichtjüdische Freunde hätten mich trotz anderer Auffassungen gewählt. . . Die Freundschaft zählte mehr wie Deine aufgeworfenen Überlegungen. So lange man in einer demokratisch-aktzeptierten Partei politisiert, hätte ich warscheinlich für die Grünen, SP, FDP, CVP, GLP ins Rennen steigen und Stimmen kassieren können.

Überfremdung, gegen eine plurireligiöse Gesellschaft (...) da stimme ich mit Dir einfach nicht überein. Siehe die Minarettdiskussion im Blog. Es geht niemandem bei uns um die Fremdenfeindlichkeit oder sonst was in diese Richtung. Du kennst uns doch alle. Wie viele sind mit Ausländern verheiratet oder arbeiten in internationalen Unternehmen? Ausserdem sind wir praktizierende Jidden und keine Ausländerhasser. Es ist lächerlich so zu behaupten. Ich mache weniger rassitische Witze wie zahlreiche Mitglieder in Wollishofen. Einmal hatte ein SVP Politiker sich in diese Richtung in einer Publikation geäussert, worauf ich mich dagegen gewehrt hatte. Auch wurde er von dem Parteikader in die Schranken gewiesen.

Als Beweis, hätte ich mich für die Schweizer Demokraten (m.E. eine linke Partei) aufstellen lassen, hätte ich keine jüdische Stimme kassiert. Das ist zweifellos eine fremdenfeindliche Partei. Man darf sich von dem fundamentalitischen Islam in Europa fürchten ohne als Ausländerfeindlich gelten zu müssen.

Die "Ausländerhasser"-Aussagen sind von Dir ins Spiel gebracht worden. So etwas behauptet niemand. Es wird nur in Frage gestellt, wie man sich eben als plurinationale Gesellschaft eben mit ausländerfeindlichen Thematiken, welche eben von der zu wählenden Partrei aufgegriffen werden (und dies wohlbemerkt bei Weitem nicht nur in der sogenannten "deutschen Uni-Filz"-Diskussion), umgehen kann.

Ob die SD eine linke Partei ist, werden wir gerne zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen. Wenn weniger die Partei und mehr der Kandidat im Vordergrund steht, wieso hast Du Dich dann nicht für eine andere Partei wie die FDP auf die Liste setzen lassen, welche die von Dir im Wahlkampf portierten Anliegen (Zitat: niedrigere Steuern, Gebühren und Abgaben, Senkung der Steuern) sich ebenso prägnant einsetzt (siehe http://www.fdp-zhstadt.ch/seite.php?page=26)?


Was mich von der FDP unterscheidet? Von der "alten" Zürcher FDP im Stil von Filippo Leutenegger nicht sehr viel. Die heutige FDP, insbesondere die zürcher Version, ist mir in Gesellschaftspolitischen Fragen zu sehr links und biedert sich Sozialisten in zahlreichen anderen Themen zu sehr an. Auch Israel ist ein Thema.
Die SVP ist primär eine wertkonservative Wirtschaftspartei (teilweise ähnlich wie die Republikaner in den USA). Ich lege nicht für alle Mitglieder meine Hand ins Feuer, würder dies aber bei keiner anderen PArtei tun.

Diese Aussage, die SVP sei eine wertkonservative Wirtschaftspartei, ist zumindest sehr fragwürdig, im Wahlkampf agiert sie jeweils sehr weit davon entfernt und sehr nahe bei der populistischen Ecke.

Wie muss man sich den Wettstreit der SVP gegen die Linken und Naiven im Stadtparlament vorstellen? Was hat diesbezüglich die Wahlrunde 2010 besonders gezeitigt?

Eine interessante Frage, die sich so noch nicht beantworten lässt. Es scheint, als ob man den linken, naiven und netten gerne Exekutivaufgaben zumutet, im Parlament jedoch eine knappe bürgerliche Mehrheit bevorzugt.

Ist zu befürchten, dass aufgrund dieser Wahl dieses Jahr die ominösen Pessach-Chumres besonders chumredig ausfallen werden?

Auf jeden Fall. Alle Mitglieder des vereinigten Mazzehmovment (VMM) sollten sich besonders warm anziehen. Die Hardliner wollen sich dieses Jahr gemäss anonymen Quellen mit noch nie dagewesenen Chumres profilieren. So heisst es in einem noch nicht publizierten Antrag, dass es verboten ist, al Dente auf SF1 zu schauen; das gleiche könnte auch für den Kassensturz gelten, wenn Lebensmittel unter die Lupe genommen werden (Ausnahme Manischewitzprodukte). Des Weiteren wird dieses Jahr empfohlen, während den Feiertagen stets eine Schweinegrippemaske zu tragen, um dem Tessinerbrotfeinstaub entgegenzuwirken (im Koschercity und im Hiltl auf Anfrage erhältlich).

Wir sind in dem Fall froh, dass die Chumres-Grippe noch nicht auf Hiltl-Besuche übergeschwappt ist, was ja aber noch werden kann. Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen Deiner Wahl und 09/11 (ausgeloste Zuschauerfrage)?

Es scheint mittlerweile doch kein Geheimnis mehr zu sein, dass der neugewählte GR stolzer träger des orangen Karategürtels (habsuizikokikikoizumiozara)ist. Nach den fatalen 9/11 Ereignissen ist die Gesellschaft sicher noch mehr auf die persönliche Sicherheit sensibilisiert und hat deshalb zu ihrer Verteidigung einen ausgewiesenen Kampfsportler ins städtische Parlament gewählt.

Wirst Du Dich im Zuge der Querelen um den bereits baufälligen Letzigrund für das Stadionprojekt auf dem Saffainseli einsetzen?

Auf jeden Fall. Möglich ist auch ein Ausbau des „Roten-Platzes“ bei Gymn. Freudenberg. Nicht zuletzt Gemeinderabbiner L. würde dieses Projekt unterstützen, da er sich dann trotz TV-freienwohnung vom Balkon aus als waschechter Fissbullfan präsentieren kann.

Wo die Qualität derzeit auch nicht viel tiefer ist als derzeit im Letzigrund. Als guter Zürcher Kurvengänger ist Dir aufgefallen, dass jetzt im Letzigrund Minarette stehen. Wie geht das mit Deiner politischen Überzeugung einher? Wirst Du diesbezüglich erste Vorstösse im Zürcher Gemeinderat einbringen?

Nach zahlreichen schlaflosen Nächten, und der Befürchtung dass bald noch ein Muezzin als Stadionsprecher eingesetzt wird, habe ich mich entschieden einen Vorstoss zu lancieren, der künftige Spiele nur noch auf der Klopstockwiese austragen lässt.

Wir würden gerne aufgrund Deiner Einflussnahme im Parlament im Letzigrund, das ja der Stadt gehört, künftig koschere Hotdogs konsumieren können. Wie stehen die Chancen hierzu?
Erste Verhandlungen mit den Stadionbetreibern haben bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Mit den Hot Dogs wird es schwierig, da der Konsum von Gammelfleisch auf dem Stadiongelände strikte untersagt ist. Im Sinne eines Kompromisses wird aber eventuell Tschulent in einer Gulaschschleuder (CC Reporter, wollte Euren Artikel dazu verlinken…) serviert. Natürlich habe ich stets ein offenes Ohr für weitere Vorschläge.

Ein anderer Punkt auf Deiner (anderen) Agenda war Gerüchten zufolge die Thematisierung eines umfassenden Eruvs zwischen Albisgüetli und Herrliberg. Wie weit sind wir hier?

Beim nächsten Buurezmorge ist dieses Thema weit oben auf der Traktandenliste anzutreffen. Dazu wird der Vorsteher des Hochbaudepartments sowie ein prominenter Vertreter des Wächterrats Stellung nehmen.

Wird in Zukunft auch das renovierte Gemeindehaus der IRGZ als Wahllokal dienen oder weiterhin das umstrittene Internet?

Wenn man den Asbest mal losgeworden ist, wird dort ein modernes Wahllokal entstehen. Zurzeit wird ein Konzept erstellt, damit die Wähler einfacher die Wahlurnen von den Zdokkohbüchsen unterscheiden können. Die Chevras Noschim wird am Wahlsonntag jeweils Kaffi und Chueche servieren. Die jüngsten Hochrechnungen wird Paddy K. auf jiddisch kommentieren.

Mittwoch, 3. März 2010

Word Play Masters

Die Washington Post organisiert jedes Jahr einen Wettbewerb, wo Leser dazu aufgefordert werden

a) irgendein Wort aus dem Wörterbuch abzuändern, indem ein Buchstabe hinzugefügt, entfernt oder verändert wird, und die Bedeutung des Wortes zu definieren

b) neue Bedeutungen für reguläre Wörter zu finden


Hier die Gewinner des Jahres 2009

a)
1. Cashtration (n.): The act of buying a house, which renders the subject financially impotent for an indefinite period of time.

2. Ignoranus : A person who's both stupid and an asshole.

3. Intaxication : Euphoria at getting a tax refund, which lasts until you realize it was your money to start with.

4. Reintarnation : Coming back to life as a hillbilly.

5. Bozone (n.): The substance surrounding stupid people that stops bright ideas from penetrating. The bozone layer, unfortunately, shows little sign of breaking down in the near future.

6. Foreploy : Any misrepresentation about yourself for the purpose of getting laid.

7. Giraffiti : Vandalism spray-painted very, very high.

8. Sarchasm : The gulf between the author of sarcastic wit and the person who doesn't get it.

9. Inoculatte : To take coffee intravenously when you are running late.

10. Osteopornosis : A degenerate disease. (This one got extra credit.)

11. Karmageddon : It's like, when everybody is sending off all these really bad vibes, right? And then, like, the Earth explodes and it's like, a serious bummer.

12. Decafalon (n.): The gruelling event of getting through the day consuming only things that are good for you.

13. Glibido : All talk and no action.

14. Dopeler Effect: The tendency of stupid ideas to seem smarter when they come at you rapidly.

15. Arachnoleptic Fit (n.): The frantic dance performed just after you've accidentally walked through a spider web.

16. Beelzebug (n.) : Satan in the form of a mosquito, that gets into your bedroom at three in the morning and cannot be cast out.

17. Caterpallor ( n.): The color you turn after finding half a worm in the fruit you're eating.



b)
1. Coffee , n. The person upon whom one coughs.

2. Flabbergasted , adj. Appalled by discovering how much weight one has gained.

3. Abdicate , v. To give up all hope of ever having a flat stomach.

4. Esplanade , v.. To attempt an explanation while drunk.

5. Willy-nilly , adj. Impotent.

6. Negligent , adj. Absentmindedly answering the door when wearing only a nightgown.

7. Lymph , v. To walk with a lisp.

8. Gargoyle , n. Olive-flavored mouthwash.

9. Flatulence , n. Emergency vehicle that picks up someone who has been run over by a steamroller.

10. Balderdash , n. A rapidly receding hairline.

11. Testicle , n. A humorous question on an exam.

12. Rectitude , n. The formal, dignified bearing adopted by proctologists.

13. Pokemon , n.. A Rastafarian proctologist.

14. Oyster , n. A person who sprinkles his conversation with Yiddishisms.

15. Frisbeetarianism , n. The belief that, after death, the soul flies up onto the roof and gets stuck there.

16. Circumvent , n. An opening in the front of jockey shorts worn by Jewish men

Dienstag, 2. März 2010

Friendly, forever friendly....

Kaum zu glauben, trotz Klimaerwärmung und einem der strengsten Winter in den letzten 10 Jahren finden schon wieder die ersten Freundschaftsspiele in diesem Jahr statt. Freude herrscht. Wie immer der gewohnte Service mit allen wichtigen Begegnungen, extra für die werte Leserschaft hier aufbereitet.


Zuerst einmal die Begegnungen unserer Gegner in der nächsten WM Kampagne. Morgen Abend, Frankreich - Spanien, ein wohl sehr einseitiges Duell der ehemaligen und aktuellen Europameister. Fast gleichzeitig findet Türkei - Honduras statt, da ich die Honduraner noch nie spielen gesehen habe und die Türkei sich momentan in einem Dauertief befindet überlasse ich das Urteil dem Geschehen auf dem Platz. Chile hat sein Spiel aus bekannten Gründe abgesagt.

So, nun zur Hauptsache, den hochklassigen Duellen der Underdogs. Gleich zu Beginn des Spieltages ein spannender Vergleich zweier aufstrebender Nationen aus Afrika, Tanzania - Uganda. Dann gleich auch noch ein interessantes Duell zwischen dem Norden und dem Süden bei Angola - Lettland, mal schauen wer hier den Drive aus dem Afrika Cup/WM Quali besser mitnehmen kann. Meine zweite Heimat spielt gegen einen ehemaligen Bündnispartner bei FYRoM - Montenegro, wobei zu beachten ist dass das Stadion in Skopje im Moment umgebaut wird. Das Spitzenspiel findet dann erst am Donnerstagmorgen statt, El Salvador - Guatemala, ein, im wahrsten Sinne des Wortes, Spiel mit einer Bombenstimmung.

That's all folks!


Und falls Gott doch existiert? (by Lev Yilmaz)

ZH 2018

Olympia ist aus und vorbei, die Flamme erloschen, der Stab an den Generalsekretär der KP übergeben, Athleten und Staff abgereist, der Alltag wieder da.

Gäbe es nicht doch auch die Vorfreude auf zukünftige Austragungen dieses grandiosen Sportevents, welcher in seiner nächsten Ausgabe im subtropischen Klima der russischen Schwarzmeerküste abgehalten werden wird.

In Anbetracht von Zeiten globaler Erwärmung (siehe hier) ist es nur logisch, wenn die Fachwelt bereits daran denkt, die übernächsten Spiele einem Land zu vergeben, welches den Begriff "Winter" noch mit Wasser in seiner kristallinen Form und Marroni als Handwärmer verbindet.

Was liegt denn näher, als die olympischen Spiele 2018 nach Zürich zu vergeben? Hier ein Vorschlag für geeignete Sportstätten in unmittelbarer Nähe zum olympischen Dorf, für welches die Schrebergärten an der Vulkanstrasse zu Chalets für jeweils vier Athleten mit autonomer Verpflegung aus Eigenanbau umgestaltet werden:




Die alpinen Wettbewerbe werden in der Region Sihlsee ausgetragen. Die Speedrennen auf dem Hochybrig, Slalom gleich beim Skilift Bennau



Eine brandneue Bobbahn wird ins natürliche Gefälle des Schlittelwegs am Üetliberg gelegt. Da es sich bei ZH2018 um 'grüne Spiele' handelt, wird dies nach St. Moritz erst die zweite Natureisbahn Europas sein. Um die Mountainbiker nicht vor den Kopf zu stossen, werden in die Bobbahn Schneisen geschlagen, welche die Biker zur sicheren Überquerung benutzen können. Die Verkehrregelung wird durch die Vekehrskadetten Zürich-Süd / Säuliamt gestellt

Curling wird auf dem Dolder gespielt, unter freiem Himmel und Entspannungszone mit Relax-Musik und Wassergeplätscher im Wellenbad


Für die Freestyle Competitions wird die Sommeranlage von Sonny Schönbächler in Mettmenstetten zur Wintertauglichkeit umgebaut. Gleich unterhalb des Albispasses wird die Buckelpiste angelegt







Das Hallenstadion anerbietet sich für diese beiden Disziplinen. Wegen Kollisionen im Terminkalender der Hallenstadion AG wird mit dem olympischen Vorturnier bereits um Weihnachten begonnen und der Sieger in einem Best-of-Three Match gegen den Sieger des Spenglercups erkoren. Die / der Eiskunstlaufkönig/in wird während Art on Ice nach den Spielen gekürt

Die nordischen Bewerbe werden ebenfalls im Raume Einsiedeln ausgetragen. Die Sprungschanzen werden aufgewertet und für die Biathleten wird eine Zusatzschlaufe in der Loipe zum Schützenhaus Albisgüetli eingelegt.







Für die die Sprintdisziplinen wird die Rundbahn des Letzigrunds mit einer Eisschicht belegt, Shorttrack findet im Infield der Rennbahn Oerlikon statt. Sollten die Probleme mit dem Dach des Letzigrunds bis dahin nicht geklärt sein, würde sich Vaduz als Alternative aufdrängen.


Man sieht, olympische Spiele in Zürich lassen sich problemlos realisieren, aber nachdem das IOK sich den Gepflogenheiten von FIFA, UEFA etc. angepasst hat und als Verein nach Schweizer Recht dennoch nur profitorientiert operiert, bleibt ein solches Szenario auch weiterhin nur Utopie.

HM

Freitag, 26. Februar 2010

Deutschland ein Rechtsstaat?

Wer sich noch erinnern kann, vor ein paar Wochen habe ich einen Artikel gepostet über einen Fall von Antisemitismus im öffentlichen Raum in Köln, zur Erinnerung bitte hier klicken. Nachdem verschiedene Personen und Institutionen inzwischen Strafanzeigen eingereicht haben, hat sich die Staatsanwaltschaft Köln folgendermassen dazu geäussert:

"Gerade habe ich mit der Staatsanwaltschaft, den Sachbearbeiter des Staatsanwaltes Böhme gesprochen:DIE KLAGEN WERDEN ABGELEHNT!!WEGEN § 130 StGB wird es zu keinem Verfahren kommen.§ 130 StGB schützt nur vor inländischen Karikaturen.Die Staatsanwaltschaft sieht die Karikatur als israelfeindlich, nicht als antisemitisch!!Nur die Anzeigen strafantragsberechtigter Personen, also Juden und Israelis in Deutschland werden überprüft."

Den ganzen Artikel dazu gibt es hier. Skandalös beschreibt den Sachverhalt nicht mal annähernd.

Dienstag, 23. Februar 2010

Update von Vancouver

Jan Billetter ist im Einsatz im Zielraum des Riesenslaloms. Zwecks Nachweis der Bodenlosigkeit der SF-Fragetechnik folgendes Transskript in Dialekt:
JB: "Sandro Vileta, wiä sind Sie hüt druf?"
SV: "Nitt schlächt, d'Bei sind nöd z'schwer, ..."
JB: "Was brucht's jetzt, zum voll nomal eine obenabe lah?"
SV: "..."
Reportagen, Budgets und vorbildliche Kameraführung in Ehren, aber was muss eigentlich noch geschehen, damit sich die Teppichetage des Schweizer Fernsehens wirklich bewusst wird, wie lächerlich ihre Interviewtechniken jeweils sind? Wieso wissen nur Ausnahmekönner in dieser Sparte, was man aus einem Interviewpartner ausser Floskeln und Gspürschmi-Geifer alles auch noch herauslocken kann? Jedes Interview beinhaltet ziemlich linear immer nur ein Mehrfaches von "Was ist das eigentlich für ein Gefühl, von mit befragt zu werden?".

Sonntag, 21. Februar 2010

Italienische Propaganda in Sanremo

Der Link gibt heute schon zu reden. Wie es eigentlich im Sinne der Rechtsstaatlichkeit die italienische Politik bereits seit mehr als 10 Jahren tut. Zuerst gab es die Mafia. Dann kam Berlusconi. Hinzu.
Dieser Tage jährt sich wieder einmal das italienische Songfestival von Sanremo. Seit einigen Jahren werden da mittelmässig erfolgreiche Sänger erkoren, welche danach ziemlich linear wieder in der Versenkung verschwinden. In dem Sinne steht Sanremo in keiner Weise allen Fernseh-Talentshows nach, welche landauf und landab ausgestrahlt werden. Neu ist jedenfalls, dass die Politik sich mitten in Europa in solche Contests einzumischen scheint und ein Lied als Runner Up platziert hat, welches künstlerisch von derartiger Biederkeit strotzt, dass es schon fast wehtut. Um keinen weiteren Verzögerungen Einhalt zu gebieten, gleich zum schrecklichen Inhalt:

Als Hintergrund-Info: Nach der Erstaufführung (von mehreren) hatten ein italienischer Minister und ein anderer Exponent einen Hungerstreik für den Fall des Gewinnes dieser Darbietung angedroht. Für weiteren Unmut hat ein Auftritt des italienischen Nationaltrainers Commissario Tecnico Marcello Lippi gesorgt, der seine (ungewohnte) Anwesenheit bei Vorführung dieses Liedes damit begründete, dass er als Nationalmannschaftstrainer einemLied mit diesem Titel - unabhängig von der künstlerischen Darbietung - nicht absagen könne.
Die 3 Sänger sind alles mittelgradig gescheiterte Künstlerexistenzen, welche ihren Zenit entweder nie gesehen haben oder einen kleinen solchen am Horizont mit unmissverständlicher Deutlichkeit schon längst aus den Augen verloren haben. Über den Inhalt wird in den Medien in den kommenden Tagen wohl noch zu genüge diskutiert werden, weshalb es erlaubt sei, an dieser Stelle auf eine Transskribierung und Übersetzung zu verzichten.
Die Verkündung der Finalisten hat im Ariston Theater vor Live-Publikum jedenfalls zu einem grotesken Chaos geführt. Unter lautstarken Buhrufen hat die grosse (neutrale) Liveband die Verlesung der Sieger unmittelbar gefordert, worauf sie ihre Noten zerrissen und zu Kugeln geballt haben. Jedenfalls wird die diesjährige Ausgabe von Sanremo noch weiterhin zu diskutieren geben.

Die IPod-Mechize

Man weist im Sinne eines Service Public's darauf hin, dass nicht nur neue Flugzeuge in den Verkehr gebracht werden, sondern auch Mittel, diese möglichst effizient zu verwenden (Link zum JPost-Artikel), sodass es sich anfühlt wie zuhause. Im Grunde handelt es sich ja um dasselbe wie einen I-Pod, nur dass die Umwelt nicht akustisch abgeschalten wird. Vielleicht will ja Apple ein Duopack lancieren, wo die Mechize zusammen mit einem IPod zusammen erworben werden kann. Vorgespeicherte Klangmelodien sind dann wahlweise das Geplätscher einer beliebigen Mikweh in Zfat, das Gegacker eines Kaporeh-Huhns oder ein x-beliebiger Ausschnitt der Konversationen in der Metzg am Donnerstag Nachmittag (natürlich mit Loshen Horeh-Disclaimer).
Vielleicht lassen sich dadurch Sicherheitsbedenken nicht ganz aus dem Weg räumen, aber man kann ja nicht alles haben.
Man wünscht auf jeden Fall eine gute Reise und gute Ankunft am Zielort (links um die Ecke von der Burka). Und eine baldige und vollständige Genesung.

Die Routine des Schnitzers

Szene Sonntag Morgen in der südzürcherischen Agglomeration. Der Fruchtbarkeitsschnitzer vom Dienst ist wieder unterwegs und soll in aller Früh ein weiteres Mitglied in die Truppe einführen. Bei Ankunft ist alles angerichtet, tausend Fläschchen, Röhrli, Pampers und Tücher sowie die notorischen Blechschatullen und Bohrmaschinen. Bourgignon kassierte den spontanen Auftrag, diesen spannenden Moment auf Motion Picture festzuhalten, was an sich schon dahingehend anspruchsvoll ist, da die Umstände von etwas zu filmen ist, wo alle eigentlich wegschauen. Also filmte man diejenigen, welche wegschauten. Oder gedrungen nicht wegschauen konnten. Im dringenden Bedürfnis Onkel Quentin in nichts nachzustehen, stand Bourgignon also plötzlich neben dem Schnitzer.
S: Aufpassen, sonst schneide ich Sie auch noch. Weiss aber nicht mehr, ob von Ihnen (was mich ja zu einer mitteleuropäischen Rarität machen würde).
B: Schade, schon passiert. Bei wieviel sind wir inzwischen eigentlich angelangt?
S: Weiss auch nicht so genau, wohl um die 5760, muss mal nachsehen. (Ein paar Minuten später die Bestätigung: fünfttausendsiebenhundertzweiundsechzig).
Dinge, die man sich einmal vor Augen führen muss. Und ja, der Koffer war auch da.

Ravid Kahalani und der Auftritt des Idan Raichel Project's in Zürich

Im Nachgang an den ausdrücklichen Konzerthinweis auf den letzten Donnerstag Abend im Moods mit der Warnung, man möge es zu vermeiden wissen, womöglich eine Sternstunde internationaler Musik in der Limmatstadt zu verpassen. Und so war es. Raichel hielt sich den ganzen Abend sehr vornehm zurück, jazzte auf dem Flügel rauf und runter und beschränkte sich in der Koordination des Abends und dem Einbringen der bunten Truppe, mit welcher er zwischen anderen Beschäftigungen Alben aufnimmt. Resultat war ein sehr beschwingter und melodiöser Abend, an welchem Maya Avraham gleich zu Beginn mit ihrer bereits bekannten Einführung zu "Im Telech" das Publikum gleich zu Beginn schmelzen liess. In welchem in der bezaubernd anmutigen Kabra Kassai (beide barfuss und in bezaubernd langen Abendkleidern auf Barhockern) zuerst in den europäischeren Liedern die Verbindung zwischen Melodie, Tempo und Wörtern nicht fand. Und als sie endlich mit "Ayale" loslegen konnte, war es spürbar, wie sehr sie sich in den orientalischeren Melodien wohler fühlte. Der Perkussionist diktierte derweil die Tempi wie Andrea Pirlo das Mittelfeld der AC Milan zu seinen besten Zeiten und auch der Bläser fand neben beeindruckenden Soli Zeit für ein akustische Jam, mit welchem er das Publikum in seinen Bann zog. Der ganze Abend stand ansonsten wirklich im Zeichen von Entspannung und dem Einbringen der verschiedenen kulturellen und instrumentalen Elemente dieser Combo. So sass die ganze Band während des ganzen Abends auf Stühlen oder Hocker und nahm sich Zeit, kostete die Noten aus und schien den Abend eindeutig zu geniessen. Einer hielt es aber auf seinem Stuhl fast nicht aus: Ravid Kahalani. Der finnisch-yemenitische Derwisch agierte als Vokalist und Perkussionist, rhythmisierte teils mit Klangelementen auf seinem Wasserglas und sang eine unheimliche Spannweite von Oktaven. Er war es auch, der es wusste, das Publikum tanzend in einer Weise mitzureissen, dass es teils den Perkussionisten vor Erheiterung schüttelte. Eindrückliche Kostproben seines und Kassai's Könnens:



Das Publikum wusste die bekannten und weniger bekannten Lieder zu verdanken und unterstützte gesanglich, wo möglich. Rührend war zu Ende des Konzertes das Solo von Maya Avraham, als sie "Ale Nisa Baruach" rezitierte, welches Raichel zuerst mit der seligen israelischen Volksmusik-Legende Shoshana Damari s"l aufgenommen hatte und eine der speziellsten Gesangsfreundschaften Israels ausgemacht hatte (Reportage des israelischen Fernsehens). Unterbrochen wurde dieser Koitus nur durch ein Mikrofon, das seine Dienste in den letzten Zügen des Liedes versagte.
Das Konzert gelang jedenfalls in eindrücklicher Weise und liest sich als grosse Ankündigung künftiger Auftritte der Gruppe in Zürich.

Freitag, 19. Februar 2010

Parshat HaShavua: Terumah

Wir gratulieren so kurz vor dem Wochenende ausdrücklich dem Vorarlberg für sein Tolle Ranz-Feingefühl und seine Political Correctness. Wer im 21. Jahrhundert immer noch solche Logos für eine Biermarke verwendet und sie erst noch mitten in der Strasse von Skiresorts mit internationaler Bekanntheit zur Schau stellt, hat definitiv seine Lehren für die Geschichte gezogen und kann allen seinen Wintergästen ins Gesicht schauen und sie in ihren Hotels und Herzen willkommen heissen (man bemerke auch die äusserst "gelungenen" Lippen im Relief, Klischees, da laufz!) . In dem Sinne wünscht CC ein erholsames und wohl gebräuntes Wochenende.

Konversationen, die das Leben prägen

Heute Morgen bei Radio Energy im Vorfeld eines Promoauftritts mit Peter Maffay ein Gewinnspiel mit der höchst originellen Frage: "Nennen Sie mir bitte soviele deutsche Sänger wie nur möglich."
Kandidatin A: "Ah, kenn ich. Stefan Raab. Ähm, öhm, ja, (lange Pause) Bushido. Und Sido. Ah, Xavier Naidoo kenn ich auch." Sense, dann kam gar nichts mehr.
Kandidatin B kriegt darauf dieselbe Frage (hätte wahrscheinlich Radio hören können und so ihre Antwort vorbereiten können; es sei denn das Quiz war aufgezeichnet), verzeichnet aber noch viel längere Pausen, Ähm's und Öhm's. Dann plötzlich die Erleuchtung: "Oli P.!"
Dann war Sense. Auch gut. Team Raab, Bushido und Sido schlägt Oli P. Disqualifiziert wird ein ganzes Jahrhundert nutzloser Schnulzen und Schlagerallergien sowie Nina Hagen wegen exzessiven Dopings.

Dienstag, 16. Februar 2010

Gestatten, Humberto Suazo

Einen eigentlichen Round up zum Formstand der einzelnen Schweizer Exponenten gibt's nicht, Dzemaili sieht die WM bestenfalls am Fernsehen, Lichtsteiner kämpft um einen Stammplatz, Ziegler spielt konstant und Padalino manchmal auch. Von Bergen hat am Wochenende ausgesetzt, Derdiyok ist inzwischen bei 10 Treffern angelangt (und wird an der WM systemhalber wohl trotzdem nur von der Bank starten) und Barnetta's Zwillingsbruder produziert weiterhin Flanken, wie man sie in der Nationalmannschaft halt immer noch nicht kennt. Runner Up Dani Gygax ist wieder einmal unter ferner Liefen aus den Matchblättern verschwunden. Und niemand weiss warum.
Derweil begnügen wir uns also mit einem Prachtstor von Humberto Suazo. Humberto wer? Wer ihn nicht kennt, tut besser daran, sich den Namen mal zu merken. Ist u.a. mit Chile Vorrundengegner Helvetiens. Bitte warm anziehen und resolut am Abschluss hindern.

Dienstag, 9. Februar 2010

Ausgangstipp: Asaf Avidan & The Mojos

Sehr kurzfristig, aber auch zur allgemeinen Visionierung höchst empfehlenswert, wenn man unabhängige Bands ohne Plattenvertrag schätzt. Auf jeden Fall heute Abend um 19:30 in der Hafenkneipe bei der Kaserne:

Benigni bei Letterman, die Erste

Im Sinne allgemeiner Volksbelustigung sei auf den ersten Auftritt von Benigni in der Talkshow von David Letterman hingewiesen, damals noch auf Promotionstour seines grossartigen Frühlings "Down By Law" von Jim Jarmusch.

Sonntag, 7. Februar 2010

Stramme Mannen und ihre Stadtfarben

Man möge sich einmal mutmasslich harte Bandagen auf den hiesigen Fussballanlagen der höchsten Liga vor Augen halten. Und dann bitte den Grundton eines Liverpooler Derby's ansehen. Da hat's ein paar ganz wüste Kerle mit ziemlich wenig Rücksicht auf Gegenspieler und Verluste. Chassidus Chübelsack nimmt sich in diesem Zusammenhang wie immer seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag sehr ernst und zeigt folgendes Video mit ausdrücklichem Hinweis auf seine Explizität. Und empfiehlt bis auf Weiteres im Sinne einer ad-aeternum-Chumre, den Nachwuchs auf eine Karriere abseits der Sportarenen dieses Planeten (mit Ausnahme der JLeague natürlich) vorzubereiten. Es sei denn als zniesdig-musikalischer Pausenakt der Superbowl. Oder als Harfen-Solist, Geigenbauer oder Logorrhöiker jeglicher Ausführung. Wo waren wir schon wieder? Ach ja, sedö lüeg:

P.S. Unsere besten Wünsche auf baldige Genesung gehen an dieser Stelle an Blerim Dzemaili, welcher gestern Abend im Meisterschaftsspiel gegen Palermo zu einem Kopfball hochstieg und hierauf so schlecht landete, dass er seinen Einsatz beenden musste. Und (wieder einmal) mit Verdacht auf die Mutter aller Knieverletzungen ins Spital eingeliefert wurde. In Italien spricht man für ihn schon vom vorzeitigen Ende der laufenden Meisterschaft. Und somit jeglicher Hoffnung, auf den startenden Flug an die Weltmeisterschaft nach Südafrika aufzuspringen...

Freitag, 5. Februar 2010

"Meinungsäusserungsfreiheit" auf Berndeutsch

Für den Fall, dass Fragen bestehen, wo und bei wem die SVP ihre Stimmen holt:

»»» Hier

Nichts neues im Norden

Die Anti-Israel Debatte in Deutschland schlägt zurzeit hohe Wellen, auch wegen des Besuchs von Staatspräsident Shimon Peres, und nimmt mitunter leider obszöne Formen an. Beispiel gefällig? Dann HIER klicken und in Ruhe lesen. Ich bin stark beunruhigt.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Klimaerwärmung for Beginners


Mehr braucht man nicht zu wissen.

Montag, 1. Februar 2010

Eyal Golasa's zur S.S. Lazio geplatzt (editiert)

Gemäss übereinstimmenden Meldungen in den einschlägigen Medien wechselt der israelische Stürmer Eyal Golasa (für weiterführende Groupie-Informationen persönl. Homepage, Wiki, Transfermarkt) von Maccabi Haifa zur S.S. Lazio (ja, die heissen wirklich so, società sportiva).
Auszüge des Könnens dieses jungen Mannes kann man sich weiter unten zu Gemüte führen. Ganz so berauschend ist es jedenfalls nicht, zwei Schüsse abgefälscht, beim letzten Köpfler steht er zudem im Offside.
Derweil stehe ein weiteres israelisches bzw. israelitisches Jungtalent, Gai Assulin, welcher derzeit bei der Nachwuchsmannschaft des grossen FC Barcelona unter Vertrag steht, in Verbindung mit dem Hofe von Arsène Wenger und dem Arsenal FC.
Und zu guter Letzt sei Yossi Benayoun in Liverpool aufgrund des Saisonverlaufs desillusioniert über die Perspektiven der Mannschaft und wolle seine Karriere woanders fortsetzen. Sachen gibt's. Wenigstens ist man zum Wochenstart schon wieder über alles Wichtige auf dem Planeten informiert.
EDIT: Eyal Golasa hat sich inzwischen nach einer vertraglichen Auseinandersetzung entschieden, seine Karriere doch bei Maccabi Haifa fortzusetzen. Nachdem er schon in Rom aufgetreten war, dort Ghetto und Synagoge besucht hatte und merkte, dass er im Hinblick auf womöglich bestehende vertragliche Bindungen doch nicht in Italien spielen will.