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Sonntag, 10. Juni 2012

Felix Teutonia

Geschätzte Leser,

Die EM ist, wenn es hier genau Wayne interessiert da die Schweiz dieses mal nicht mitspielt. War auch schon anders. Anyway, die erste Hälfte des ersten Spieltages ist durch (mit einem langen, rollenden Sacha Rüefer Gedenk - rrrrrrrrr) und die ersten Favoriten sind schon gestrauchelt oder haben sich glücklich durchgestolpert. Aber alles schön der Reihe nach.

Gruppe A

Polen - Griechenland

Es war nicht das erwartete, langweilige Startspiel, sondern die Polen haben die erste Halbzeit mächtig Gas gegeben und auf das erste Tor gedrängt, das dann auch prompt durch Lewandowski erzielt wurde. Die Griechen haben erwartungsgemäss keine Spielkultur und wenig Können gezeigt, sie hätten sich über ein 2-0 zur Pause nicht beklagen dürfen. Leider scheint dieses Turnier unter dem Zeichen der mangelnden Genauigkeit beim Torabschluss zu stehen, ich werde dies noch ein paar mal bemängeln, denn die Polen haben auch beste Chancen nicht zu einem weiteren Tor nützen können. Zur Gelb-Roten Karte kann und will ich mich nicht äussern, ich habe beide Szenen schlicht nicht gesehen. Nach der Pause haben die Polen überraschen stark abgebaut und haben so den Griechen den Ausgleich ermöglicht. Das hat die Polen so stark verunsichert, das die Griechen komplett zurück im Spiel waren und die Polen zu Fehlern zwangen, einer davon führte auch zum Penalty und zur roten Karte für Sczeszny Szezsny Szczesny. Der Penalty wurde glücklicherweise für die Polen Stürchlimässig vergeben.
Schade für die Polen und glücklich für die Griechen, die Polen hätten bei besserer Konzentration den Sieg wohl über die Zeit gerettet.

Russland - Tschechien

Russland hat da weiter gemacht wo sie an den letzten Turnieren aufgehört haben, schnellen Angriffsfussball und einem Tempo wie man es nicht alle Tage sieht. Die Tschechen konnten vielleicht 15min mithalten und mussten dann dem Tempo ihren Tribut zollen, die schlechte Changsenverwertung der Russen hätte das Resultat auch noch verschlimmern können. Ich muss aber zugeben dass mich beim Stand von 3-1 auf dem Sofa der KT eingeholt hat und ich das Spiel nicht zu Ende gesehen habe.

Gruppe B

Niederlande - Dänemark

Ich hatte, und habe sie teilweise immer noch, grosse Hoffnungen für die Niederländer, vor allem im Hinblick auf den nächsten Mittwoch. Aber das erste Spiel hat bei mir grosse Fragezeichen hinterlassen. Die Dänen haben eigentlich alles richtig gemacht. Den Niederländern viel Raum bis zum Strafraum gelassen, dort aber den Laden zu gemacht und den Niederländern keinen Meter Raum und vor allem keine Torchancen zu gestanden. Chelsea hat so übrigens die CL gewonnen. Je länger das Spiel dauerte um so verzweifelter suchten die Niederländer irgendeine Abschlussmöglichkeit, um so ersichtlicher wurde der taktische Fehler vom Bondscoach, De Jong und Van Bommel spielen zu lassen anstatt mit Van der Vaart mehr Offensive Möglichkeiten zu erschaffen. Die Dänen haben ihre einzige echte Torchance verwandelt und den Niederländern auch gleich ihre Abwehrschwäche aufgezeigt.
Ich habe grosse Bedenken dass die Niederländer an ihre Leistungen von der WM wieder anknüpfen können, zu gross ist der Leistungsabfall bei einer der Schlüsselfiguren von damals, Wesley Sneijder und die Verunsicherung bei Robben. Schön zu sehen als dieser einen missglücken Pass des dänischen Torhüters abgefangen hat und direkt aufs Tor hätte ziehen können, stattdessen aber einen Querpass gespielt hat.

Deutschland - Portugal

Was habe ich mich aufgeregt über dieses Spiel. Die Deutschen waren schlecht, einzelne Schlüsselfiguren wie Schweinsteiger und Lahm komplett neben den Schuhen. Mit genügend Konzentration und Genauigkeit vor dem Tor hätten die Portugiesen nach der Pause locker mit zwei Toren führen können. Nani alleine hätte zwei Tore machen müssen, jedes mal war sein Abschluss erschrecken schlecht. Ich verstehe es nicht, die Deutschen waren nicht besser und trotzdem gewinnen sie dieses Spiel. Das lässt Schlimmes für den weiteren Türnierverlauf erahnen. Dabei wäre es doch aus meiner Sicht so einfach. Frühes Pressing, die Innenverteidiger und Khedira unter grossen Druck setzen und zu Fehlern zwingen und die wenigen Torchancen, die man bekommt auch wirklich gefährlich werden lassen.

Zum Schluss noch dies, ich habe Mühe wenn 40'000 Deutsche "Hurra, Hurra, die Deutschen die sind da" schreien. Und ich habe Mühe mit der TV Regie dieses Turniers, ich will Fussball sehen und keine Fans. Was soll dieses Elende herumblenden zwischen Spiel und Fans? Gehört wohl zum Event, leyda...

Was solls, ändern können wir nichts und deshalb freuen wir uns heute und Morgen auf weitere spannende Spiele, Tore und Dramen.

In diesem Sinne, tot ziens!




Mittwoch, 28. Dezember 2011

Seleçao im Umbruch

4 Runden sind in der fünften JLeague Saison gespielt. Erste Tendenzen sind erkennbar. Der aufstrebende Torhüter des erneuerten Traditionsteams Selçao Simchesnaches stellt sich den Medien, sedolüeg:



Tripolensis Zoff, Seleçao galt vor Saisonbeginn als Transfersieger und hat nach 4 Spielen, 3 Punkte. Wo steht Seleçao nach gut einem Viertel der Quali?

*räuspert sich* Das Gerücht des Transfersiegers wurde bewusst von den Gegnern gestreut, welche uns die Wonne und den Status als Sieger der Herzen nicht gönnen wollen. Alle wollen immer nur das Böse für uns. Das ist errasen und erwiesen. Hat aber wenig mit der Frage zu tun. (*PMLKRZ, runzelt Stirn, fuchtet*). Jedenfalls ist der missratene Start im Licht des FC Barcelona zu sehen. Auch das weltberühmteste Starensemble brauchte Zeit, um sich zu finden und einstudierte Spielzüge umzusetzen und zu perfektionieren. So auch wir. Wir sind wie der FC Barcelona, nur haben wir einen besseren Torhüter. Aber auch das hat wenig mit der Frage zu tun (*...*). Wo stehen wir also? Wir haben deutliche Aufwärtstendenz gezeigt,
die Niederlage gegen Bobby war extrem undankbar, futil (dedicated to Lino) und unnötig. Aber wir haben uns mittlerweile gefangen. Klar, gegen HAS wird es eine Klatsche absetzen und auch in anderen Spielen können wir verlieren. Wir haben aber Her Majesty rekuperiert, der Rotschopf spielt die Vorrunde seines Lebens und mittlerweile sind wir so eingetrunken, dass wir auf allen Linien Akzente setzen können.

Hat sich die Klubführung auf ein kommunizierbares Saisonziel geeinigt?

Kommunizierbar ist es dann, wenn es kommuniziert wird, also jetzt. Das JLeague-Institut für Ethik, Sportsmanship und Windforschung in Eemshaven hat uns diesbezüglich beraten. Saisonziel ist es, die lederne Medaille der JLeague, nämlich erster Verfehler der Playoff-Qualifikation nicht zum aufeinanderfolgenden dritten Mal einzuholen. Auch den Sieger der Herzen können wir gerne abgeben. Diesbezüglich habe ich schon Vorschläge für einen Nachfolger, dieser wird aber an anderer Stelle kommuniziert.

In der Presse wird von einem Goalizweikampf zwischen ihnen und ihrem Vorgänger, Linux die Katze, gesprochen. Bitte nehmen sie Stellung.

Hochstilisiert, pathetisch expandiert und ist absolut zu waynisieren. Aber: Der Zweikampf besteht. Das Grümpeli ist uns allen noch in den Adern, als die Katze erstens seine Nerven verlor, zweitens seine Konzentration und drittens auch noch den Achtelsfinal, der in einer Art in Reichweite lag, dass es schon beim Gedanken daran wieder schmerzt. Der Konkurrent und Rising Star hat insbesondere letzte Woche bewiesen, dass man auch mit 2 Promillen und ohne gerade gehen zu können noch Spiele für sich entscheiden
kann (sic) und wieder wird. Wenn aber der Anspruch im Rahmen eines Abkommens über ungesetzliche Leistungen im Zusammenhang mit dem WKSAS (siehe Eintrag unten vom 8.11.11) erhoben würde, müsste man sich natürlich an einen Tisch setzen und die Angelegenheit bilateral und ohne Pressefunk diskutieren. Unerlässliche Bedingung hierzu wäre, dass sich der alte Amtsinhaber dazu bewegen lässt, inskünftige Spiele nur noch im Gewand von Speedos und einem Wi*febeater zu bestreiten. Über die Speedos können wir
diskutieren, den Rest nicht.

Wie hat sich das neue Team, 1. FC Bobby, in die Liga eingeführt? Bitte beurteilen Sie diese Frage für uns auch in Anbetracht des vergangenen 10. Jahrestages von 9/11.

Bobby ist das neue Schwarz, ein bisschen wie Chabad bzw. der Olive Garden. Alte Ware, frisch aufgewärmt und zu fairen Preisen angeboten. Macht Spass, denen zuzusehen. Sieht teils aus, wie ein Dschungelcamp, aber das kommt schon noch. Der Spielführer hat ausgewiesene Kompetenzen, u.a. auch im
Ausland aquiriert. Dazu haben sie den Schachzug gewagt, einen Stürmer ins Tor zu stellen, der sich darin neu erfunden hat und dabei glänzt wie frische Gallerette auf Olivenöl. Respekt. Da stehen sich Mannen noch bei
und helfen aus, das ist noch ehrliche Büez wie im Geissenstall zu Endingen oder im Kohlestollen zu Oberweningen.

TAK

Dienstag, 2. August 2011

Gökhan Inler und die 88

Unentwegte Fussballfanatiker mit einem grossen FCZ-Herzen dürfte sich dieses Jahr in Hellblau kleiden. Endlich spielt das Herz der FCZ-Meisterschaft 2006 wieder zusammen, diesmal aber bei der S.S.C. Napoli, dem Fussballclub mit klingenden Namen wie Alemao und Maradona am Fusse des Vesuvs. Eines erstaunt aber und hat den einen oder anderen wohl bereits Runzeln auf die Stirn gezeichnet. Was verleitet "Gögi" Inler, der unter dem FCZ-Jersey verschiedene Male ein K4-Shirt vor der Südkurve präsentierte, dazu, sich die Nummer 88 zuzueignen, eine Zahl, welche insbesondere in rechtsradikalen Kreisen wegen des Zahlenwerts der Ziffer und entsprechendem Akronym bekannt ist. Die Antwort gibt Inler gleich selbst, der bereits beim FCZ die Acht trug.
"Als ich zu Udinese kam, war die Acht bereits durch Dossena besetzt. Ich wollte die Ziffer jedoch unbedingt auch, also habe ich die 88 ausgewählt."

Dienstag, 28. Juni 2011

Grümpeli 2011, Kaiserwetter, Legenden, Enttäuschungen und viel Unvermögen

Sonntagmorgen 9 Uhr, Buchlern. Es riecht nach Sommer, keine Wolke am Himmel und bereits über 20 grad Celsius. Alteingesessene, verkleidete Möchtegernronaldos, Möchtegernsecondos und sonstigen Fussballverrückte treffen auf der Sportanlage ein. Die meisten gut gelaunt, bis auf Lino.
Kurzum wie es S.R. auf SF jeweils sagt: "Es ist angerrrrichtet!"

Es nimmt alles seinen gewohnten Lauf. Ausser dem Zeitplan. Die ersten Spiele beginnen mit gut 20 Minuten Verspätung. Dafür kann der Organisator nichts. Schliesslich müssen die Teams auf dem Platz stehen. Dass man sich aber für die Siegerehrung der aktiven bis um 17.30 Uhr gedulden werden muss, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand.

Guten Mutes führt man sich das erste Spiel von Platz 3 auf Platz C zu Gemüte. Was man zu sehen bekommt überrascht positiv. Ein organisiertes Team, mit solidem Passspiel und kaltblütigen Vollstreckern. Zuzüge aus England und das Comeback des Glatzkopfes Kapenios stellen sich als Bereicherung heraus.
Weitere Vorrundenspiele bestätigen das zuerst Gesehene. Sogar die Turniermitfavoriten HAS werden anfänglich in Verlegenheit gebracht. Her Majesty organisiert, Tripolensis assistiert als Agressivleader, Lino schnauzt und kratzt, Schweden rennt sich den Whiskas aus dem Körper und der Adliswiler kurvt um die Gegenspieler.


Auf gleichem Spielfeld debütieren die Eskimos nur kurz später. Nach 4 Absagen aufgrund von Verletzungen spielen sie mit einem leicht veränderten Team, jedoch nur mit zwei Auswechselspielern. Die Vorrunde stellt sich als lockeres Einlaufen heraus, was bei diesen Gegnern keine Überraschung ist. Erwähnenswert ist der Kreuzleger von Grasl an Williams 30 Sekunden nach Anpfiff des zweiten Spieles. Williams schreit, Grasl fordert ihn auf, nicht zu schreien. Lässig.
Im letzten Vorrundenspiel gegen Spakoise auf deutlich kleinerem Spielfeld gelingt dem reaktivierten Altmeister der Eskimos ein schönes Dribbling mit brillantem Pass. Der Bruder vollstreckt zum 1:1. Spakoise sollte später im Turnier nochmals in Erscheinung treten.

Dann folgt die Mittagspause. Immer noch Kaiserwetter, Temperaturen um die 30 grad. Schatten ist das Zauberwort für die einen. Für die anderen soll ein Waldlauf mit Beweihräucherung den Weg zu Ruhm und Ehre ebnen.
Wie auch immer, was sich am Mittag abspielt, ist beispiellos. Während 2 Stunden passiert auf diesen Plätzen praktisch gar nix! Ausser auf dem Lastwagen. Dort herrscht emsiges Treiben. Für was bitte? Muss die Tabelle erstellt werden? Excel kännsch?!
Konnte man sich als Nichteskimo wenigstens am Grill verköstigen? Ja, bis ca. 13 Uhr hatte es zu Essen. Ab dann war Barhani gemäss Zitat Frau Barhani "Baruch Haschem ausverkauft". Hallo?!

Um 15.00 Uhr werden die ersten Achtelfinals angepfiffen. Die Folge kann man sich vorstellen. Die bereits ausgeschiedenen haben an einem solch schönen Tag verständlicherweise mehr Lust, den See zu geniessen als abzuwarten bis die Bambinos das Kartenspiel erhalten haben, oder Forh**tspringer beim Wett-Penalty abgesch"ssen hat.

Doch zurück zum sportlichen Teil. Platz 3 lässt sich im Achtelfinale leider von den IRG Crackers mit 1:3 überlisten und schlittert so in das von Shir Daberi angekündigte Drama. An was hat's gelegen?

- War es taktische Disziplinlosigkeit?
- War es der Mangel an Doping?
- Oder schlussendlich halt doch die befürchteten Schwächephasen des Torwartes?

Ich bedauere das frühe Ausschieden sehr, hat mich doch dieses Team im Vergleich zur Finalteilnahme 2009, deutlich mehr überzeugt.

Churban Brünzel wurde für Stimmenfang auf die Reise geschickt.


Eskimos haben Losglück und treffen im Achtelfinale auf junge, unerfahrene Basler, die 8:1 geschlagen werden.
Im Viertelfinale, scheinbare Endstation: HAS steht im Weg. Grasl steht dem langbeinigen Messi(nger) nach 2 Minuten unabsichtlich auf die Füsse. Has ist dafür bekannt, Mühe mit körperbetonten Spiel zu haben. Das bestätigt sich in diesem Spiel ein weiteres Mal, nachdem die Standartausrüstung schon am Morgen wegen eines Tacklings die Fassung verloren hatte. Dank Abschlusspech und einem brillianten Ringolf- Schwager erzielen die Eskimos eine Minute vor Abpfiff das 1:0! Das Tor wird durch die Beine des berüchtigten Torwartes erzielt. GGK. Zum zweiten Mal hintereinander ist HAS an des Eskimos gescheitert.
Das Halbfinale wird gegen den Vorrundengegner Spakoise nach einem 0:1 Rückstand in Extremis mit 2:1 gewonnen. Grasl zeichnet verantwortlich für den schlimmen Fehler der zum Gegentor führte, konnte aber seinen Fehler mit dem Penalty zum 2:1 wieder gutmachen. Dass dieser Penalty 10 Sekunden vor Schluss Dank eines Wechselfehlers von Spakoise zu Stande gekommen ist, sei nur am Rande erwähnt. Das wichtige 1:1 wurde durch das kurzfristig verpflichtete Teutonium erzielt.
Im Finale dann hatten die Eskimos lediglich beim Stand von 1:2 für Russland und einem fehlenden Corner für den Penalty berechtigte Hoffnungen. Ansonsten waren die zu stark und zu ausgeglichen. 1:4 hiess es am Ende. Der Titel für Moskau geht darum völlig in Ordnung.

Unter dem Strich, Kaiserwetter wie man es sich erträumt, Eskimos welche wieder einmal um den Turniersieg mitreden konnten, Platz 3, welche mehr hätten erreichen müssen und eine unterirdisch schlechte Organisation.

Ganz nach dem Prinzip "nach dem Grümpeli ist vor dem Grümpeli" finden bereits erste Vertragsverhandlungen für das nächste Jahr statt.

Rabojssai, eiseis. Man freut sich auf Basel 2012.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Grümpeli 2011, Im Zeichen des Umbruchs

Es ist Mitte Juni. So sicher wie der Sommer eigentlich schon vorbei ist, so nahe steht das Grümpeliturnier!
Erstmals nach 3 Jahren findet das Turnier wieder in Zürich statt.
Dieses Jahr soll man ohne Starkoch und ohne Grossleinwand für CHF 120.-- dabei sein. Schäschön.
Die Töggelischuhe werden geputzt, Ameisenbäre poliert damit auch der traditionelle Rekurs gegen eigentlich nicht spielberechtigte in vollem Glanz erscheint (Es sind ja bereits erwähnte Rekurse immer noch hängig, siehe auch http://chuebelsack.blogspot.com/2009/06/grumpeli-09-ruckblick-randnotizen-und.html).

Mit grosser Spannung wird diesem Turnier entgegengeblickt. Schliesslich finden sowohl organisatorische als auch mannschaftliche Veränderungen statt.
So gibt es dieses Jahr das von vielen mittelalterlichen Männern gewünschte Seniorenturnier, welches ich als Bereicherung betrachte. Hoffentlich stellen sich genügend Mannschaften.

Viel interessanter sind aber die Spielerrochaden:

Bei den Finalisten von 2009 (6138251818, heuer Platz 3) gibt KP sein Comeback als Spieler, nachdem er letztes Jahr mit bescheidenem Erfolg von der Linie gecoacht hat.
Zusätzlich spielt ein Franzose mit, welcher definitiv noch zu gut für die Senioren Liga ist. Dadurch kann Herr Tripolensis seinen Russland- Fetisch, welcher seit 2007 schon legendär ist, ein wenig zügeln.
Weitere Transfers sollen im Gang sein, doch sind diese anscheinend noch nicht spruchreif.
Her Majesty wird dieses Jahr voraussichtlich ohne Spitalbegleitung klar kommen und auch wieder mitspielen.
Erwähnenswert ist der Einflug des Stammtorwarts Lino, welcher sich zurzeit im Dampfkochtopf des Flachlandes fit hält.


Bei den Eskimos findet ein kleiner Generationenwechsel statt:

Der Routinier schlechthin wird in Zukunft nur noch als Aushilfespieler zur Verfügung stehen. Dafür wird der erst 15 jährige Hakoahstar im Team eingebaut. Man darf gespannt sein auf sein Debut.
Zusätzlich konnten zwei Schwager verpflichtet werden, welche einerseits die Defensive stabilisieren (Kugelblitz) und andererseits die mangelnde Torgefahr beheben sollen (Schwager des Ringis).
Apropos Ringi, er laboriert traditionsgemäss an einer Verletzung und ist in physiotherapeutischer Behandlung.
Nach einjähriger Absenz kehr der Stammtorwart wieder ins Gehäuse zurück.


Im Turnier der aktiven stehen heisse Spiele vor der Türe. Jüngere Teams rücken nach. Bereits arrvierte Teams haben aufgerüstet und für Überraschungen sind jeweils genügend Teams vorhanden.


Der Tag naht.
Der Tag, an dem neuen Mythen entstehen, an dem Helden geboren und begraben werden. An dem Zuschauer mit Helikopter und als C.R. verkleidet vorbeischauen. Der Tag an dem jeder Langschläfer zum Frühaufsteher wird. Der Tag, an dem das Turnier im Kopf schon am Vorabend stattgefunden hat.

Rabjossai, EISEIS!



PS: Aufgrund der guten Erfahrungen aus dem Jahr 2009, wird übrigens neu gänzlich auf Dopingkontrollen verzichtet.

Dienstag, 5. April 2011

TAK Alex


Nun ist es offiziell. Der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft Alex Frei tritt per sofort aus der Nati zurück. Nach 84 Länderspielen und 42 (!) erzielten Toren macht er Schluss. Obwohl die Nati lange von Frei abhängig war und ich stets die sportliche Leistung von Frei in den Vordergrund gestellt habe, bin ich der Meinung, dass der Rücktritt keine Sekunde zu früh kommt. Dass Frei nach den Pfiffen im vergangenen Herbst gegen Wales genug hatte, kann ich absolut nachvollziehen. Konsequenterweise hätte ich aber eine sofortigen Rücktritt erwartet. Dass der Rücktrittszeitpunkt nun korrigiert wird, passt ins Bild der diesbezüglichen Inkosequenz.

Über die Art und Weise seiner Auftritte auf und neben dem Platz wurde oft diskutiert. Dabei gibt es eigentlich gar nicht viel zu diskutieren. Oft hat Frei einen verbissenen, ja unanständigen und arroganten Eindruck hinterlassen. Sei es bei der unsäglichen Spuckaffäre während der EURO 2004, sei es in diversen Interviews vor, während und nach den Nati- Zusammenzügen, sei es durch abschätzige Gesten und Diskussionen während eines Spieles.

Doch in erster Linie war und ist Alex Frei seinem Job nachgegangen. Er hat viele Tore geschossen und macht dies zurzeit beim FCB immer noch.
Bei Rennes schoss er in 100 Partien 48 Tore und wurde Vize- und Torschützenkönig. Bei Dortmund hat er in 74 Spielen 34 Tore erzielt und beim FCB kommt er bis jetzt in 44 Spielen auf stolze 34 Tore. Die beeindruckende Torquote in der Nati wurde bereits erwähnt.

Wenn Frei alzu oft einen verbissenen Eindruck hinterlassen hat dann soll ihm dies nicht zum Vorwurf gemacht werden. Ich bin der Ansicht dass Frei, der kein wirkliches Talent ausser dem Torriecher mitbringt, genau diese Verbissenheit nötig hat und hatte um erfolgreich zu sein. Er stellt immer sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Oft wurde er dafür belächelt. Doch gibt ihm seine Torquote vor allem in der Nati, wo man nicht täglich mit den gleichen Mitspielern trainiert, schlussendlich recht.
Sind wir ehrlich, ohne seine Tore hätten wir wohl nicht bei vier Grossanlässen hintereinander mit Schweizer Beteiligung mitfierbern können. Ich denke da an Quali- Spiele gegen Irland, Zypern, Türkei, Georgien, Moldawien, Lettland, Griechenland...um nur einige zu nennen.

Rabojssai: Eiseis. Derdyok und Gavranovic müssen's nun richten.

Ich erlaube mir im Namen aller Chassidim mich bei Herrn A.F. für seine erfolgreichen und aufopferungsvollen Auftritte in der Nati zu bedanken.

Montag, 28. März 2011

Und abendlich grüsst die Erwachsenheit


Es ist Sonntagabend. Scheinbar ein ganz normaler Sonntagabend.
Man wird zu später Stunde eingeladen, die Woche, noch bevor sie begonnen hat, zu versenken. Einladungen soll man Folge leisten. Also gehts ab in den Adlerhorst bzw. Palast der Majestät und freut sich schon wieder auf einen schamparen Plausch.
Kurzer Gang in die Küche um auch Getränkemässig gut aufgestellt zu sein. Und dann stellt der Schreibende folgendes fest:
Die Majestät hat also tatsächlich um 22:36 Uhr (Uhr als Beweis auf dem Foto aufgebrungen) die Zmorgeausrüstung bereits vorbereitet.
Dem gibt's nichts mehr hinzuzufügen. Schappo

Ski Safari- Ein Erlebnisbericht






Wir schreiben Dienstag den 8. März 2011. Im Oberengadin scheint seit 3 Tagen ununterbrochen die Sonne. Stahlblauer Himmel, Temperaturen um den Gefrierpunkt und beste Schneebedingungen. Kurzum, Kaiserwetter!
Es ist 8 Uhr morgens. Im Speisesaal des Hotels Cresta Palace in Celerina treffen sich zwei Skiverrückte - namentlich handelt es sich um Grasl Frucht und Kugel Blitz-
zum Morgenessen, in der Hoffnung heute 4 Berggipfel zu besteigen.
Vier Berggipfel als Skifahrer zu besteigen? Ja, richtig gelesen. Bei diesem verrückten Unterfangen handelt es sich um die berüchtigte Ski- Safari. An einem Tag sollen die Berge Corvatsch, Piz Nair, Lagalb und Diavolezza erklommen werden.
Die zwei erwähnten Personen stehen um 9 Uhr stramm an der Busstation in Richtung Sils Maria. Von dort soll es mit der Furtschellas- Bahn ein erstes Mal in die Höhe gehen. Es liegt an diesem Morgen etwas in der Luft. Man spürt die Spannung. Ständiger Begleiter dieses Anlasses, das Uhrwerk. Schliesslich muss man vor 16.30 Uhr den letzten Gipfel, die Diavolezza, bestiegen haben.
Bergstation Furtschellas, 10 Uhr, die Frisur unter Helm hält. Vom Sessellift abgestiegen, wird die erste Traverse mit viel Schuss genommen. Die Kanten ist gut abgetragen, kaum jemand auf der Piste, also warum dann Kurven fahren. Wenige Minuten und 2 Pisten weiter sind wir bereits beim Sessellift angekommen, der uns in Richtung Mittelstation Corvatsch (2702 M.ü.M.) bringt. Normalerweise der ideale Ort für einen ersten Lutz, doch heute ist ja der Gipfel jeweils das Ziel, also schnell Ski abschnallen und ab in die nächste Gondel.
Corvatsch, Bergstation auf 3303 Höhenmetern. Varuggte Aussicht über das Oberengadin und am Horizont, kein Witz, ist Dank der Bergkarte welche auf der Aussichtsterrasse aufgestellt ist, das Matterhorn ersichtlich. Man erkennt also schon von weit her, wenn man wie der Schreibende ein bisschen was von der Bergwelt versteht (ija). Nach 10 minütiger Pause und dem obligaten Nejgelwasser kann nun der Tag also endlich beginnen, kurzer Blick auf die Uhr, es ist 11 Uhr.
Über den Corvatsch Gletscher geht's heftig Bergab. Angekommen am Skilift, also ca. 700 Meter weiter unten stellen wir fest, dass der Skilift nicht hätte genommen werden müssen. Doch wurde die Traverse daneben schlicht und einfach verhängt und jetzt fehlt das Tempo. Kurze Stagnation macht sich breit, aber die vorhanden Breite, lässt diese Stagnation nicht allzu breit werden.
Es geht also dann in Richtung Hahnensee Sessellift. Dieser Lift stammt aus der Zeit, als Poldi in St. Moritz noch wilde Partys organisierte und der Wischnitzer auf seinen Holzski über die Pisten geflitzt ist. Beim besteigen des Lift, werden die Beine fast umgefahren, dafür geht die Fahrt anschliessend fast 15 Minuten, im Schneckentempo.
Oben angekommen steht uns eine 20 minütige Abfahrt bevor in Richtung St. Moritz Bad. Ja richtig, wir sind ca. 90 Minuten zuvor in Sils gestartet und nun bereits auf bestem Weg in Richtung Top of the World, und das alles auf den Brettern. Lässig.
Die Hahnenseeabfahrt war früher berüchtigt für deren schlechten Zustand. An diesem Tag schlicht und einfach ein Traum. Ideales Gefälle, aggressiver Schnee und ausser den zwei Skifanatiker kaum jemand auf der Piste. Es wird gecarvt was das Zeugs hält bzw. bis es eben nicht mehr hält. Kugel Blitz übertreibt es im Flachstück und stürzt prompt. Haltungsnote 5.9 und der ganze Schnee in der Brille. Grasl amüsiert sich. Das lauschige Hahnenseerestaurant wird links liegen gelassen (zu unrächt) und St. Moritz ist erreicht. Die letzten Meter bis zur Signalbahnstation, welche uns dann auf die St. Moritzer Seite raufgebrungen haben wird, müssen im Cologna- Stile gefahren werden. Pflotschnass vor Anstrengung.
Wir verlieren keine Zeit und besteigen auf der Corviglia das Piz Nair Bähnli. Immer wieder atemberaubend, wenn man am Abfahrtsstart der Herren vorbeifährt und feststellt, dass diese dort den berüchtigten "freien Fall" zu bewältigen haben. Von 0 auf 130 km/h in 7 Sekunden, auf Ski und dann in die Kurve. Spinner das. www.lupi.ch/schools/math/moritzwm.htm
Bergrestaurant Piz Nair (2877m) ist um 12.15 Uhr erreicht. Wir gönnen uns die erste Verpflegungspause bzw. wir würden gerne. Ein Schnauz gegenüber von mir findet es wahnsinnig amüsant was wir uns an diesem Tag antun. Er sitzt mit seiner Schrulle im Restaurant und schweigt vor sich her. Was ist besser? Trottel das.
Ach ja, bedient werden wir nicht also entscheiden wir uns für eine Pause weiter unten in Marguns. Doch davor findet noch das berühmte Rennen zu "Emek haBacha" statt.
Die Philosophin A.N. aus dem Jemen hat Ende der 90er Jahre dieses Tal aus verschiedenen Gründen so benannt.
Erstens kommt die Sonne dort nur gefühlte 2 Minuten pro Tag hin. Zweitens ist es dort im Schweinekalt und drittens kullern die Tränen nach der berüchtigten Schussfahrt nur so über die Wangen. Die Herausforderung ist es für ca. 1.5 Minuten die Schussfahrtposition einzunehmen, zwei heftige Kurven zu fahren und auch noch den anderen Skifahrern aus dem Weg zu gehen bzw. ohne Gefahr zu überholen. Die Beine brennen. Kugel Blitz fährt eine super Linie am linken Pistenrand und entscheidet dieses Duell souverän für sich. Für Grasl die erste Niederlage nach Jahren, Lino kann ein Lied davon singen.
Marguns erreicht und kurzes Innehalten. Ein Bier, ein Ice Tea, ein Mars. Das muss für die nächsten Kilometer wieder reichen. Es geht ins Tal, genauer nach Celerina. Um 13.45 Uhr stehen wir also wieder vor dem Hotel bzw. vor dem Auto. Das heisst für den Chauffeur Grasl: Skischuhe abziehen, Turnschuhe anziehen. Die wunderschöne Fahrt von Celerina via Berninapass auf die Lagalb dauert zwanzig Minuten. Atemberaubend schön präsentiert sich der Palügletscher. Der war übrigens auch schon grösser. Pro Jahr geht der Gletscher ca. 15 Meter (!) zurück. Klimaerwärmung ist mega krass, hä.
Zurück zum wesentlichen. Mit der Fahrt auf die Lagalb begeben wir uns in den Hochalpinen Teil der Safari. Sprich bereits die Talstation liegt auf 2100 Meter über Meer. Es heisst nun wieder Turnschuhe ab, Skischuhe an (mega mühsam). Die Bahn bringt uns auf 2839 Meter. Das spannende an dieser Bahnfahrt ist, dass man die ganze Piste besichtigen kann. Es ist steil, sehr steil. Oben gönnen wir uns ein Päuseli mit Bier und Schoggi. Die Aussicht sowohl in Richtung Pontresina als auch in Richtung Bergell ist prächtig. Wieder haben wir kein Glück mit der Bedienung. Grasl wird vor versammeltem Restaurant- Aulom angefahren, da zwischen Bestellung und Erhalt des Gerstensaftes der Platz gewechselt wurde. 30 Minuten später entschuldigt sich der Kellner für das Fehlverhalten und schon können wir uns ins Tal stürzen. Ein Wahnsinnshang, wenn auch dieser Hang mehr genossen werden könnte, wenn zuvor nicht bereits zwei Gipfel befahren wurden. Die Beine brennen inzwischen auch ohne Schussfahrt. Für Carving ist es zu steil, für Kurzschwingen zu anstrengend. Grasl muss diese Krise alleine bewältigen, kann doch Kugel Blitz zu diesem Zeitpunkt seine oft bewunderte Beinmuskulatur weiter ausreizen. Weiss auch nicht wie das gehen soll.
Unten angekommen, der aufmerksame Leser hat es erraten: Skischuhe aus, Turnschuhe an. Das Auto muss lediglich 500 Meter bis zur Talstation Diavolezza verschoben werden. Doch selbst für diese kurze Strecke würde eine Autofahrt mit Skischuhen nicht wirklich funktionieren, ausser man heisst Daniel Stucki (FCZ). Der muss sein ganzes Leben mit Skischuhen bewältigen.
Es ist 15.30 Uhr, wir stehen vor dem letzten Berg. Die Sonne neigt sich bereits hinter den Gipfel. Im Wissen, dass dort oben die Sonne noch sehr lange scheint, geht's in die Gondel. Auf 3009 Metern entdecken wir das Paradies. Sonne, Liegestühle, beste Sicht auf die Bergketten und auf den Beginn der Gletscherabfahrt nach Morteratsch. Um die Mizwe der Skisafari Mehadrin min haMehadrin ausgeführt zu haben, müsste eigentlich diese Abfahrt bewältigt werden. Da aber die beiden Protagonisten diese Abfahrt noch nie gefahren sind und die Stunde bereits fortgeschritten ist, wird die herkömmliche Talabfahrt absolviert. Davor findet aber noch ein gepflegtes Kampchillen in der Sonne statt. Den Tag lassen wir Revue passieren. Fast vergessen haben wir, dass der Tag 6 Stunden zuvor auf der Furtschellas begonnen hat. Der Piz Corvatsch und der Piz Nair sind nur noch Randnotizen. Das Skifahrerische Highlight war die Hahnenseeabfahrt.
Es macht den Eindruck, die Sonne gehe auf der Diavolezza nie unter. Wir sitzen bis kurz vor 17 Uhr in der Beiz und geniessen. Müdigkeit und Befriedigung über das Geleistete machen sich breit.


Es geht nun also wieder Talwärts, mehrheitlich im Schatten. Die Piste eignet sich ideal für ein lockeres Auslaufen eines anstrengenden Skitages. Flache, breite Pisten ohne grossen Verkehr.
Geschafft, nach dem berüchtigten Zielschuss werden die Ski bis fast vor das Auto gesteuert. Ab ins Auto und zurück in die gute Stube.
Fazit: Für Erholungsskifahrer ist dieser Ausflug das falsche Programm. Zu oft müssen Ski ausgezogen und ein Bähnli in Anspruch genommen werden. Ein Ausflug der für angefressen Skifahrer absolut empfehlenswert ist. Abwechslungsreiches Skifahren, beste Pistenverhältnisse und eine Bergwelt die über die vielen grauen, nebligen Tage in Zürich hinwegtröstet.
Man dankt an dieser Stelle dem Motivator aus Pfefferkorn, Her Majesty, der uns im Laufe des Tages jeweils mit guten Ratschlägen via Email und SMS zur Seite gestanden hat.

Dienstag, 22. Juni 2010

Undercover in Toleranzmission: Der Lockschlumpf als falscher Jude

In einigen Quartieren Amsterdams scheinen sich religiöse Juden wegen erhöhtem Risiko von Anfeindungen und Übergriffen nicht mehr auf die Strasse zu wagen. Dem will nun der langjährige Bürgermeister von Slotervaart, einem Problemquartier, mit einer unkonventionellen Idee einen Riegel schieben: Der Einsatz von Undercover-Polizisten in traditionell ostjüdischer Tracht. Hierzu der gesamte Artikel aus der Financial Times Deutschland:

Um gegen Antisemitismus vorzugehen, Amsterdam auf höchst orthodoxe Methoden: Als Juden verkleidete Polizisten sollen die Übergriffe stoppen. Die Idee stammt ausgerechnet von einem Rechtspopulisten.
Nichts lässt darauf schließen, dass sich eine Synagoge in dem Gebäude verbirgt. Kein Davidstern, keine hebräischen Schriftzeichen, kein Namensschild. Selbst die Adresse der "Sjoel West" ist geheim. Wer die Amsterdamer Synagoge trotzdem findet, muss eine Klingel drücken, die Tempelwächter drinnen entscheiden dann, ob man hineindarf. Sie haben Angst vor Übergriffen. 65 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus, mitten in Europa.
Mit der traditionellen Kippa auf dem Kopf trauen sich viele Juden nicht mehr auf die Straße. Denn sonst drohen Beleidigungen, Spuckattacken und Steinwürfe. Die Täter sind oft arabischer Herkunft.
Amsterdams mächtigster Araber will das beenden. "Wir müssen alles tun, um diese Kriminellen zu erwischen", sagt Ahmed Marcouch. Der langjährige Bürgermeister des Problemstadtteils Slotervaart plädiert für den Einsatz sogenannter "Lockjuden": Polizeibeamter, die sich als Juden verkleiden und ihre rassistischen Angreifer sofort festnehmen.
Als Marcouch vergangene Woche seine kuriose Idee vorstellte, runzelten viele Politiker die Stirn. Nun aber bekommt der Sozialdemokrat Unterstützung. Auch Amsterdams Bürgermeister Lodewijk Asscher, der selbst Jude ist, sympathisiert mit dem Einsatz der Lockvögel. Man werde "unorthodoxe Mittel nicht scheuen", ließ Asscher gestern verlauten. Selbst wenn es sich dabei um als orthodoxe Juden kostümierte Polizisten handelt.
Auslöser des plötzlichen Sinneswandels könnte eine Fernsehreportage vom Sonntag sein. Der jüdische TV-Sender Joodse Omroep begleitete den Rabbi Lody van de Kamp mit versteckter Kamera durch einige soziale Brennpunkte der Stadt - und filmte Schockierendes: Serienweise beschimpften arabisch aussehende Jugendliche den Rabbi, einer reckte gar die Hand zum Hitlergruß. "In extremistischen Kreisen gab es das auch schon vor einem Jahrzehnt, aber im Moment geschieht es auf der Straße, täglich", sagt van de Kamp.
Tatsächlich scheint der Antisemitismus in den Niederlanden rapide zu wachsen. Nach einer Umfrage der Zeitschrift "Elsevier" stößt beispielsweise jeder fünfte Lehrer in Großstädten beim Thema Holocaust auf Widerstand der Schüler. Das niederländische Zentrum für Information und Dokumentation Israel (CIDI) registrierte im Januar fast 100 Attacken auf Juden, beinahe ebenso viele wie im gesamten Vorjahr.
Auch das CIDI fordert nun den Einsatz von verdeckten Ermittlern als "Lockjuden". Und schon bald dürfte Marcouch einen weiteren bekannten Verbündeten finden: Geert Wilders. Von dem Rechtspopulisten und bekennenden Islamhasser hat er nämlich seine Idee abgekupfert - Wilders schlug einst vor, "Lockhomos" auf die Straße zu schicken.

Montag, 14. Juni 2010

Grümpeli 2010: Der Coach für die Erfolgsbestätigung des Vorjahres

Die Zeit der Transfers und Spekulationen neigt sich dem Ende zu.
Freunde des gepflegten Fussballs, das Grümpeli steht vor der Türe!
Der Vorjahresfinalist 613-825-1818 hat sich namhaft verstärkt. Der letztjährige Penaltykönig KP wurde verletzungshalber zum Coach umfunktioniert. Dank seinem Motivationstalent soll den Vorjahrescoup ermöglicht werden.

Unser Nordschweizer Korrespondent Köbi Fees konnte sich mit ihm unterhalten: Bisinho

Aus mir verlässlichen Quellen wurde gemeldet, dass sie vom Management von 613-825-1818 all Coach verpflichtet wurden. Können Sie dies so bestätigen?

Ja, ich kann dies bestätigen. Es ist eine Ehre für mich dieses Team zu betreuen. Meine Vorfreude ist enorm.


Welche Schwerpunkte werden sie im Rahmen der Vorbereitungen für das diesjährige Turnier festlegen?

Für die sportliche Vorbereitung auf dieses Turnier ist jeder einzelne Spieler auf sich selbst gestellt. Natürlich haben die Spieler einige Übungen erhalten, sogenannte Hausaufgaben. doch jeder kennt sein Körper selbst am besten und weiss wie man sich auf so ein Turnier einstellt. Da die Zusammenkunft der Mannschaft erst sehr knapp vor dem Turnier statfindet, muss sich jeder Spieler seinen eigenen Fitnessplan kreieren und auch einhalten. Somit steht jeder Spieler in der Verantwortung. Es ist ja nichts Neues, Verantwortung beflügelt.


Wo sehen sie die Stärken und allfällige Schwächen in ihrem Team?

Was ein Grosses plus für dieses Mannschaft ist: sie kennt sich. Ich rede nicht nur von den Laufwegen damit der Pass ankommt. ich spreche auch nicht von der Hirarchie in der Mannschaft, nein, es geht darum das dieses Team aus Freudnschaft entstanden ist und dies der eigentliche Grundstein ist. Fussballerisch gibt es Mannschaften die mehr fussballerische Fähigkeiten besitzen, bessere Einzelspieler haben, doch das alleine reicht nicht aus. Dies hat man letztes Jahr gesehen.


Als Runner up des letztjährigen Turniers kann ja das Ziel nur eines sein: Finalteilnahme. Ist das realistisch?

Welches Team will nicht den Kübel nach Hause holen und ein paar Monate später sein gewonnenes Weekend Ticket in Grindelwald einlösen? Doch wir wissen auch, das man realistisch sein muss. Was aber nicht heisen soll, dass wir letztes Jahr aus reinem Zufall im Finale standen. Dies glaube ich wirklich nicht. Natürlich braucht man Glück, doch dass kriegt meistens nur der Tüchtige. Letztes Jahr gingen wird von Spiel zu Spiel als Underdog, was uns abolut zugute kam. In der Vorrunde hat fast jedes Team mit mindestes einem Punkt gegen uns gerechnet und ab der Finalrunde wurden wir einfach unterschätzt. Die Gegner wussten zwar schon von uns, doch im Hinterkopf jedes Spielers war halt doch die E nstellung: a, ok... die schlön mr. Ich sage es so, unser Ziel ist es die Vorrunde gut abzuschliesen. und was ab dann passiert, ist Bonus. Wichtig wäre dann, die Mittagspause richtig zu nutzen.


Können sie sich eine Anstellung über dieses Turnier hinaus vorstellen?

Es ist schon seit längerer Zeit mein Wunsch, nach dem Coaching im Clubfussball mit Meisterschaftsbetrieb, einmal eine Mannschaft an ein grosses Turnier zu führen. Mein Fokus ist momentan komplett auf das Turnier gestellt, da bleibt kein Platz um mir Gedanken um eine mögliche längere Anstellung zu machen. Ich möchte mit der Mannschaft positive Resultate feiern. W iteres werden wird dann ab dem 21. juni besprechen


Besten Dank für das Interview.
Bitte

Montag, 10. Mai 2010

Daniel Vischer, Instrumentalisierungsopfer der Medien

Heute in der BaZ Online ein interessanter Bericht über einen weiteren denkwürdigen Auftritt des Nationalrats der Zürcher Grünen, Daniel Vischer (sowie etwas sachlicher über den ebenso umstrittenen Nationalrat und Vorsitzenden der aussenpolitischen Kommission Geri Müller). Dabei scheut er sich nicht, fragwürdige Kausalzusammenhänge zwischen dem Holocaust und Gaza anzustellen und proletiert per Megaphon Weltverschwörungs-Fanatikern entgegen. Man urteile aber selbst: BaZ Online-Artikel.
Interessant auch die Tatsache, mit welchen Tatsachen Geri Müller konfrontiert wird, und welchen gegenüber er offensichtlich nicht aufmuckt, protestiert oder Sachlichkeit entgegenstellt. Beiden muss derweil jedoch klar gewesen sein, dass ein Interview in irgendeiner Art weiterverwendet bzw. publiziert wird. Wenn man dann auch noch in ein Megaphon reinproletiert, kann man kaum die Masche des unwissenden Opfer durchziehen.
PS: Ja, auch Chassidus Chübelsack wird natürlich direkt von der Bank Rothschild finanziert...

Montag, 3. Mai 2010

Vermischtes zum Wochenstart inklusiv dunkelrote Karte an Marcel Koller

Als allererstes gratuliert man dem kleinen Herrn mit dem silbernen Saum um die Kippah und dem goldenen Lachen im Gesicht sowie mit dem grossen Mut, mit dem Soundtrack von "The Rock" unter den Baldachin zu treten. Ganz grosses Kino, kaum zu toppen, soll sein mit Masel!
Des Weiteren gratuliert man Benjamin Pipimann Frenkel, welcher wieder einmal die Lücke gefunden hat, um über die lokale Presse seine Erleichterungsbedürfnisse zu präsentieren. Medium ist wiederum das "Zürich 2" der vergangenen Woche. Diesmal hat sein körperliches Bedürfnis nach Konsum eines Starbucks-Kaffee sogar dazu beigetragen, dass er in einen Raum der Andacht getreten ist (bis anhin war das körperliche Bedürfnis ja eigentlich das Hindernis auf dem Weg zur Synagoge und zum Eibishten)...
Schliesslich will auch Neo-Kommentator Marcel GC Koller gerügt werden. Der reicht gestern inmitten des Pausenkommentars zu Basel-Bellenz im Joggeli-Cüpli-Studio ganz tief in den Fundus verbotener Ausdrücke und erlaubt sich folgenden zerebralen Aussetzer:
"Der Marco Streller ist ja bekanntlich in einer fantastischen Form und in der Absenz von Alex Frei ist er jetzt sogar zum absoluten Sturmführer avanciert."
Lieber Mäse, wir unterstellen Dir ja keine Absicht. Aber ganz so alterlich und bildungsmässig unbelastet bist Du ja nicht. Und im grossen Kanton hast Du zudem auch noch genügend gearbeitet, um zu verstehen, dass es gewisse Ausdrücke gibt, die einfach tabu sind und nicht aus ihrem historischen Gefüge gerissen werden sollen. Sturmführer gehört sicher in die vorderste Gilde dieser Spezies. In diesem Sinne eine gute und vollständige Besserung!


Freitag, 9. April 2010

Derbytime -> Q & A‏

Die Mutter aller Derbys hat am Mittwochabend im Rahmen der JLeague wieder einmal stattgefunden. Nachdem Selecao die allererste Begegnung in der Geschichte anno 2007 gewonnen hat, sind sie seither gegen Scherdünn sieglos geblieben.
Dem zweimaligen Finalisten droht die erstmalige Nichtqualifikation für die JLeague. Bereits der nächste Spieltag hat vorentscheidenden Charakter.
Der Seleçao- Torwart und Sportfunktionär Lino stellt sich den Medien.


Herr Lino
Kurzes Fazit zum Spiel von gestern?

Trotz numerischer Überzahl ging das Spiel wegen krassen Mängeln in der Defensive verloren, wir waren schlicht und einfach zu naiv in unserem Abwehrverhalten und zu schwachbrüstig im Angriff. Scherdünn trumpfte dafür mit einer tollen Mannschaftsleistung auf, Chapeau!



Wie schätzen Sie die Chancen für eine Playoffqualifikation ein?

Mit jedem Spieltag wird das schwieriger, es sind doch noch 6 Punkte bis auf die Playoff Plätze, so langsam aber sicher müssen wir an die Säcke und die restlichen Spiele gewinnen.



Wieso tut sich Seleçao dieses Jahr so schwer?

Ich kann es mir auch nicht erklären, wir hatten gegen die Top 3 oft keine Auswechselspieler und deshalb gingen diese Spiele auch meistens verloren, ich hoffe wir können dem im letzten Saisondrittel noch Gegensteuern. Im allgemeinen ist das Niveau dieses Jahr sehr ausgeglichen und die Mannschaften sind näher als auch schon zusammengerückt, was den Kampf um die Playoffplätze umso spannender und schwieriger macht.



Als ehrenamtlicher Skisprungrichter, sehen sie Parallelen zwischen dem Skisprungsport und dem Hallenfussball?

Ganz klar, es sind beides sehr technische Sportarten bei denen oft die Details über Sieg und Niederlage entscheiden. In dieser Hinsicht finde ich die Initiative im Betlokal in W.-Z. sehr löblich, eine Förderung der Breitensports ist gerade in diesen schwierigen Zeiten nötig, wenn nicht sogar erforderlich und auch seitens des Verbands gewünscht.



Konnten die Teaminternen Spannungen geklärt werden?

Von meiner Seite wurde alles gesagt und ich bin eigentlich froh das zusätzlich auch das Führungsproblem in unserer Mannschaft gelöst werden konnte. Nach der einen oder anderen Friedenspfeife konnten die Spannungen teamintern abgebaut werden. Ich denke das gestrige Spiel könnte sogar zu einem Wendepunkt dieser Saison werden, man konnte förmlich spüren wie ein Ruck durch die Mannschaft ging.



Am nächsten Spieltag stehen Ihren Tabellennachbarn schwere Spiele bevor, wobei Seleçao den Tabellenletzten empfängt. Quasi das Spiel der letzten Chance. Wie bereitet sich das Team auf dieses Spiel vor?

Wir müssen auf die Basics des Hallenfussballs konzentrieren und nie vom Glauben wegkommen das es noch zu schaffen ist. Ich denke unser Problem ist eine reine Kopfsache, eine "Chopfleerete" könnte vor dem Spiel also durchaus nützlich sein. Und so lange wir es aus eigener Kraft noch schaffen können gebe ich auch die Hoffnung und den Glauben nicht auf.


Herzlichen Dank für das Interview.

Dienstag, 16. März 2010

Missstände am Rande der Unsportlichkeit

Ein überaus erfolgreicher Skiwinter liegt hinter uns. Der Stolz der Nation, das Alpine (Männer-)Skiteam macht wieder Freude.

Doch viel überraschender und bemerkenswerter sind die Erfolge unserer nordischen Athleten.
Insbesondere natürlich der Überflieger der Skisprungszene, Shimon Haman. Nicht nur haben seine Sprünge eine unglaubliche, ja fast schon treifene Länge. Nein unser Toggenburger, welchem seit jeher der Ruf anhaftet, ein Telemarkverweigerer zu sein, erhält je öfters er springt umso bessere Haltungsnoten bei der Telemarklandung.

Zusammengefasst, es entscheidet nicht nur die Weite des Sprunges sondern eben auch die Haltungsnote.

Dem Verfasser dieser Zeilen war es in den letzten Monaten möglich, in diversen Minjanim in Zürich, Basel, Ischgl, Pontresina und Saas Fees an der Tfila teilzunehmen. Nach jahrelangem Synagogengang wären diese Besuche gar nicht mehr nötig gewesen, doch Abwechslung öffnet einem manchmal die Augen. So habe ich in den letzten Monaten erhebliche Missstände in der technischen Ausführung des G"ttesdienstes festgestellt, namentlich in der Hagbe.

Die Hagbe an sich ist ein Mysterium. Gefürchtet und gleichzeitig verehrt. Ein Versagen der Hagbe kann zu einem Fasttag führen, eine gelungene Hagbe zu Jubelszenen. Eine Disziplin nicht nur für die starken, sondern auch für die geschickten Männer.

Wenn es einen Zeitpunkt während der Tfila gibt, wo pure Männlichkeit ausgestrahlt wird, dann während der Hagbe, wenn der Magbia die geöffnete Rolle Stolz gen Himmel streckt und als Applaus ein Küssen des kleinen Fingers des Publikums erhält!

(Anmerkung der Redaktion: Es gibt Frauen welche zusätzlich das Toraküssen als männlichen Akt während der Tfila bezeichnen, da den Männern bei diesem Akt das Tales von der Schulter hängt und bei ausgestrecktem Arm mit Zizis in der Hand, das Tales die Form eins Flügels annimmt, quasi der Flügel einer Fledermaus, kein Witz!)

Doch kurz vor dem triumphalen Moment geschieht der Fehler und hier möchte ich Zwecks Veranschaulichung den Vergleich zum geliebten Skisprungsport ziehen.

Die Entschlossenheit und Höhe des Emporstreckens der Tora entspricht der Flugphase und Flugweite des Skispringers. Das ganze Flugsystem welches beim Skispringer funktionieren muss, wird auch beim Magbia vorausgesetzt (Tales richtig fixiert, Tora genug breit ausgerollt, Stuhl zum Sitzen am richtigen Ort und in der richtigen Distanz damit es für die Pirouette reicht).

Nun was kommt im Skispringen am Schluss? Richtig, ihr habt es erraten, der gefürchtete Telemark!
Wo der Telemark im Skispringen den eigentlichen Sprung perfektionieren muss, wird dieser bei der Hagbe vorausgesetzt, was von vielen Leuten missachtet wird.

Nämlich muss der Magbia vor der Emporstreckung der Tora, diese ein bisschen zu sich ziehen um die Hebelwirkung ausnutzen zu können.

Im Moment als sich der Magbia also mit dem ganzen Körper für einen Bruchteil einer Sekunde fast in einer Linie unter die Rolle bewegt MUSS der Telemark gesetzt werden. Die schönste Emporstreckung hat ohne den zuvor gesetzten Telemark nur den halben Wert.

Ich fordere euch an dieser Stelle alle auf, liebe Leserschaft, sich diesem Missstand in den meisten G"tteshäusern bewusst zu werden und die jeweiligen Magbias auf den Telemark hinzuweisen. Um den Tfilateilnehmern die Wichtigkeit dieser Haltungsnote aufzuzeigen, soll die Idee an dieser Stelle angesprochen werden, in Zukunft gleich nach der Hagbe mit Tafeln die Haltungsnote zu verkünden, welche natürlich direkt vom Telemark beeinflusst werden. Im schlimmsten Fall, bei Unterlassen des Telemarks, soll eine Hagbe sogar als ungültig abgewinkt werden.

Im Sinne, diese ehrenhafte Disziplin beizubehalten und an der hoffentlich bald stattfindenen Winter- Makabiade ausführen zu können.

Grasl

Freitag, 19. Februar 2010

Konversationen, die das Leben prägen

Heute Morgen bei Radio Energy im Vorfeld eines Promoauftritts mit Peter Maffay ein Gewinnspiel mit der höchst originellen Frage: "Nennen Sie mir bitte soviele deutsche Sänger wie nur möglich."
Kandidatin A: "Ah, kenn ich. Stefan Raab. Ähm, öhm, ja, (lange Pause) Bushido. Und Sido. Ah, Xavier Naidoo kenn ich auch." Sense, dann kam gar nichts mehr.
Kandidatin B kriegt darauf dieselbe Frage (hätte wahrscheinlich Radio hören können und so ihre Antwort vorbereiten können; es sei denn das Quiz war aufgezeichnet), verzeichnet aber noch viel längere Pausen, Ähm's und Öhm's. Dann plötzlich die Erleuchtung: "Oli P.!"
Dann war Sense. Auch gut. Team Raab, Bushido und Sido schlägt Oli P. Disqualifiziert wird ein ganzes Jahrhundert nutzloser Schnulzen und Schlagerallergien sowie Nina Hagen wegen exzessiven Dopings.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Verletzungen, Prognosen und das Phrasenschwein

Und wieder einmal ist es dem Grasl gelungen einen prominenten Interviewpartner an Land zu ziehen.
Da Her Majesty derzeit verletzt ist, erzählt er als Aussenstehender aus dem (JLeague-) Nähkästchen:


Her(r) Majesty

Sie sind seit rund 6 Wochen verletzt gemeldet. Wie geht es Ihnen?

Es handelt sich hierbei um eine Verletzung die viel Geduld erfordert. Auch wenn die akuten Schmerzen weg sind, muss man höllisch aufpassen im Aufbautraining die Verletzung nicht wieder aufbrechen zu lassen. Zurzeit lege ich den Fokus auf Ausdauersport wie Cricket am TV und 10km Türschletzen in klassischer Technik
Wann dürfen wir mit Ihrem Comeback rechnen?
Die Physiotherapie verläuft hoffnungsvoll, so dass mit einem Einsatz in 4-6 Wochen gerechnet werden kann.


Gerüchterweise soll Ihre Verletzung Chas weSholem karrieregefährdend sein. Ist da was dran?

GsD sehr ziemlich sicher nicht karrieregefährdend. Ich habe die Rückrunde mit dem FC Agua bereits im Visier und möchte SSN auch dabei helfen, in letzter Minute wieder die Qualifikation für's Finalturnier zu schaffen. Der Finaleinzug dürfte dann "a walk in park" sein.


Da Sie momentan die Liga praktisch als Aussenstehender mitverfolgen; Ihre Einschätzung zur Liga kurz vor der Winterpause?

Es macht Spass zu sehen, dass sich ziemlich viele gleichstarke Teams im Mittelfeld der Liga tummeln. Das beschert der Liga vermehrte Attraktivität und dürfte auch ein Ansporn für die Spieler sein. Es macht einfach mehr Spass wenn man weiss, dass man es auch nach einen vergurkten Saisonstart noch in die Finalrunde schaffen kann. Sehr gefreut hat mich auch, dass wir ein neues, junges Team gewinnen konnten, was für das 613te Jubiläum der Liga bedeutend sein wird.


Wird Seleçao während der Winterpause auf dem Transfermarkt tätig?

Wir haben einen angemessenen Pool an Spielern und sollten mit dem jetzigen Etat eigentlich über die Runden kommen können. Selbstverständlich werden wir die Augen offen halten, man muss bedenken, dass wir eine laufende Fehde zwischen Torhüter und Mittelstürmer haben, welche die langfristige Balance im Mannschaftsgefüge stören könnte.


Wo sehen Sie Seleçao am Ende der Saison?

Unter den ersten vier, und wie man am letzten Finalturnier gesehen hat, da können wir über uns hinauswachsen.


Heute findet ein sogenanntes 6 punkte spiel gegen Sch'motive statt. Ihre Prognose?

Wir sollten das Momentum aus dem letzten Spiel mitnehmen können und punkten. Leider hat unsere Captain die Aufstellung noch nicht bekanntgegeben, so dass ich hierzu keine Aussagen machen kann. Wir müssen aber Acht geben auf die psychologische Komponente und uns von den letzten beiden Siegen gegen die Schmecks nicht blenden lassen. Wir kennen den Gegner, mit einem körperbetonten Auftreten werden wir ein positives Resultat erzielen.


Farüchte.

Selber!

Donnerstag, 21. Januar 2010

Jöst for Fön - Scherdünn 11-11, Kurzinterview

Dökti Grasl, das gestrige Resultat lässt auf ein Spiel schliessen, welches dem Namen Spitzenkampf alle Ehre erwies. Können Sie dies unterzeichnen?

Ich kann das absolut unterzeichnen. Es war ein faires attraktives, auf hohem Niveau geführtes Fussballspiel mit schönen Toren und Torszenen.

Allerdings war die taktische Leistung von Jöst for Fön alles andere als Spitzenkampfwürdig. Wer 10 Minuten vor Schluss mit 5 Toren Vorsprung führt, darf eigentlich keine Punkte mehr abgeben. Anstatt sich nach dem komfortablen Vorsprung auf eine solide Defensivarbeit zu konzentrieren, haben sie weiterhin mit vollem Einsatz versucht den Vorsprung noch weiter auszubauen, was uns entgegengekommen ist. So erhielten wir unerwartet Platz unser Spiel zu entfalten und den Anschluss wieder herzustellen.

Entspricht es dem Spielgeschehen, dass gestern Abend kein Gewinner ermittelt wurde?

Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen (2:3). Jöst for Fön hat kurz nach dem Tee das Tempo erhöht und sehr effizient abgeschlossen. So ist auch der Vorsprung von 4:9 nach 30 Minuten zu erklären. Wir hatten uns in diesem Moment eigentlich kaum mehr Chancen ausgerechnet doch wollten wir uns nicht vom direkten Konkurrenten abschlachten lassen und eine Kanterniederlage einfahren. Wir wollten uns mit Anstand aus der Affäre ziehen und plötzlich ist uns zwischen Minute 30 und 40 wirklich fast alles gelungen.

Entsprechend den geschilderten jeweiligen Spielanteilen ist 11:11 ein Resultat, welches dem Spielgeschehen entsprach.

Wer waren die wichtigsten Akteure beidseits der Mittellinie?

Auf Seiten von Jöst for Fön hat der Äthiopier (oder ist er Jemeniter) ein überraschend starkes Spiel gespielt und nebst dem Tor des Tages, via selbstaufgelegter Direktabnahme, zusätzlich zahlreiche Tore geschossen. Der Energie- Sturmtank war wie immer sehr aktiv und torgefährlich doch er alleine hätte das Spiel mit drei 100% Chancen längst klar machen können. Zusammen mit dem Basler Jonas bildete er gestern Abend ein sehr unberechenbares Duo.

Bei Scherdünn hat sich St. Gallen der Jüngere in der erste Halbzeit für wichtige Assists und ein Tor ausgezeichnet. In der zweiten Halbzeit waren es dann der Grasl Schwager und Grasl selbst welche den Rückstand fast im Alleingang wieder aufgeholt haben.

In den Gängen des Freudenbergs munkelt man, es liege Ihnen ein lukratives Angebot von Selecao Simchesnaches für die begehrte Spielmacherposition vor.

Ich selbst habe von diesem Gerücht bisher nichts gehört und kann dementsprechend keine Stellungnahme dazu abgeben. Es ehrt mich natürlich wenn mein Name im Zusammenhang mit anderen Spitzenteams fällt.

Gibt es eigentlich eine teaminterne Hierarchie bei Scherdünn?

Grundsätzlich gibt es keine Hierarchie. Doch hat der Chasencaptain natürlich das letzte Wort was die Spielanlage anbetrifft. Der Teammanager sucht während den Transferphasen jeweils bewusst nach Spielern, welche sich in diesem liberalen Mannschaftsgefüge wortlos einordnen.

Wie läuft der Integrationsprozess der Neuen innerhalb von Scherdünn?

Die beiden Zuzüge haben sich e-r-s-t-a-u-n-l-i-c-h schnell integriert und massgeblichen Anteil an der bisher sehr erfolgreich verlaufenden Saison. Nicht zuletzt bei den knappen Siegen gegen die Vorjahresdritten Sch'motive und letzte Woche gegen die Schochtim hatten sie ihre Verpflichtung mehr als rechtfertigen können. Diese Neuverpflichtungen haben zur defensiven Stabilität und offensiver Durchschlagskraft beigetragen.

Was sind die Aussichten für den weiteren Verlauf der Saison?

Ich denke nach oben ist bei uns alles offen. Nach der bisher erfolgreichen Hinrunde können wir uns nach der Winterpause entspannt aber konzentriert der Rückrunde widmen. Ziel ist es, das Pulver nicht vor den Playoffs zu verschiessen. Letztendlich kann auch eine durchschnittliche Saison während den Playoffs vergoldet werden, was uns in der letzten Saison gelungen ist.

Nach zweimaligem Titel kann unser Ziel nur Titelverteidigung heissen.

Montag, 7. Dezember 2009

2 Teams - 2 (Luxus-) Probleme

Verehrte Chassidim
Die JLeague Saison 2009 / 2010 hat kaum begonnen und schon werden neue und packende Geschichten geschrieben, AUFATMEN, DUUUURCH-ATMEN.
Unser Sportkorrespondent Grasl hatte anlässlich des dritten Spieltages die Möglichkeit die Teams Seleçao Simchesnaches und Jöst for Fön auf Herz und Nieren zu prüfen. Die Saison hätte für diese zwei Mannschaften unterschiedlicher nicht starten können. Wo der zweimalige Finalist Seleçao noch punktlos dasteht, grüsst Jöst for Fön wie schon letzte Saison souverän von der Tabellenspitze.
Eine Gemeinsamkeit haben die jedoch: Unruhe im Team, die Gerüchteküche brodelt, rabojssai eiseis.


Herr Warzenschnufelbergier (Seleçao), wird nach drei Niederlagen zum Start in die 3. Saison das Wort "Krise" im Umfeld von Seleçao bereits erwähnt?

Natürlich. Wir wissen innerhalb der Mannschaft natürlich alle, wer schuld ist. Wenn ein Torhüter 16 Tore kassiert, muss er sich schon ein paar Fragen gefallen lassen. Vielleicht hat dies aber auch mit seinem Ego zu tun. Ich vermute stark, er ist es einfach nicht wert. „Langsam“ rächen sich die Vorschusslorbeeren, mit welchen er in die Saison gestartet war. Und das schlimmste ist, dass die Mannschaft die Verunsicherung spürt. Einfachste Pässe kommen nicht mehr an.


Wie erklärt sich der zweimalige Finalist einen solchen Saisonstart?

Die beiden Finals waren mit grossen Willensleistungen und körperlichen Grenzen verbunden. Ich persönlich hab vom ersten Final immer noch Muskelkater, aber das ist in meinem Alter normal. Ganz ehrlich wussten wir, dass aufgrund der Auswärtsstärke unserer Gegner die ersten Spiele ganz schwierig würden und hatten sogar noch weniger Punkte kalkuliert als bisher eingetroffen sind. Aber wir finden uns schon noch. Lange und steinig ist der Weg aus der Hölle, sagte mal ein Funktionär des FC Thun.


Ist mit personellen Konsequenzen zu rechnen?

Die Absetzung des Torhüters ist in der Kabine schon beinahe beschlossene Sache. Wir sind aber bezüglich Abfindung noch einige Meter voneinander entfernt. Vielleicht kriegen wir uns aber auch wieder ein, gehen heute Abend alle zusammen Whisky tasten und dann sieht die Welt schon wieder viel torfiger aus.


Wie reagieren die Fans und Sponsoren?

Anfangs der Saison hatten informelle Gespräche Beate Uhse als potent(iell)er neuer Sportausrüsterin stattgefunden, welche aufgrund des gestrigen Spiels aber nun abgebrochen würden. Sie meint ohnehin, wir sähen auch so schon scharf genug aus. Die CVP wollte uns ein Teamposter sponsern, hat dies aber mit der Entfernung des Buchstabens „J“ aus der JLeague verbunden, was die Spielleitung am Montag per einschreiben nun verunmöglicht hat. Am Ende bleibt uns wohl nur noch der Verkauf unserer Seelen, um die Saison finanziell zu überleben. Ganz ehrlich helfen die Bonifikationen der beiden Final-Qualifikationen aber schon auch. Wir haben in der letzten Transferperiode sehr vorsichtig gewirtschaftet.


Hat sich am Saisonziel etwas verändert?

Mit dem Spassfaktor und der Erderwärmung werden auch die Resultate wieder kommen. Wir wollen nicht absteigen, dabei bleibt es.


Viel Erfolg auf dem Weg in die Playoffs!




Ken Adams (Jöst for Fön), können Sie mir bestätigen dass im Team von Jöst for Fön trotz souveräner Tabellenführung, Unruhe herrscht?

Von Unruhe zu sprechen, wäre zu hoch gegriffen. Es handelt sich um die Erörterung von Themen, mit denen sich jede Hallenmannschaft irgendwann auseinandersetzt.



Darf diese Unruhe als gesunde Spritzigkeit (Gegenteil von System Lino), oder als kontraproduktiv interpretiert werden?

Wohl irgendwo dazwischen. Wichtig ist jetzt v.a., dass die richtigen Schlüsse gezogen werden.
Beim Thema Spritzigkeit hoffe ich natürlich, dass jeder Spieler selbst weiss, was er tun, oder eben lassen, muss
um spritzig ins Spiel einzusteigen.


War es schwierig die Mannschaft nach der tragischen und unglücklichen Halbfinalniederlage wieder aufzubauen?

Nachdem das Team fast die ganze Saison von der Tabellenspitze gegrüsst hat, sass der Schock natürlich tief.
Umso mehr, da die Niederlage v.a. aufgrund einer Unsportlichkeit des gegnerischen Torhüters zustande kam.
Wie es heuer die Iren taten, erwogen auch wir damals, bei der Spielleitung zu beantragen, uns als 3. Team für den Final zuzulassen.
Trotz der Niederlage konnte das Team aber zusammengehalten werden. Bis auf einen Spieler sind alle im Boot geblieben.
Der Abgang dieses Spielers hatte aber nichts mit der Niederlage zu tun.
Ausserdem konnten wir noch einen Spieler verpflichten, der bereits jetzt eine grosse Stütze ist.


Wie stufen Sie die beiden neuen Teams (HAS, Haschochtim) ein? Wo werden diese am Ende der Saison stehen?

Hart am Start: Hier frage ich mich, ob das Team weiss, woher die Floskel in ihrem Namen denn ganz ursprünglich herkommt.
Aber Spass beiseite. Das Team hat grosses Potential, was ja schon am Grümpeli eindrücklich demonstriert wurde.
Was jetzt noch fehlt, ist die Umstellung auf das Spiel in der Halle. Wenn das klappt (und davon bin ich überzeugt),
dann wird dieses Team ohne Frage vorne mitspielen. Meine Prognose: Sicherer Playoff-Kandidat. Schlussrang: 2-3.

Haschochtim: Die Präsenz dieses Team finde ich super. Einerseits sind es so wieder 8 Mannschaften und andererseits
macht es Spass gegen Sie zu spielen. Ausserdem bereichert es den bunten Mix an Spielern, wenn auch etwas ältere
Spieler mitmachen. Meine Prognose: Die Playoffs werden dieses Jahr wohl eher nicht drin liegen. (Obwohl natürlich
auch hier eine Überraschung im Bereich des Möglichen liegt.) Schlussrang: 6-7.


Was sind die Ziele für dieses Saison? Wer könnte diese Ziele in Gefahr bringen?

Ziel bleibt – auch wenn’s kitschig tönt – dass wir alle Spiele unverletzt durchbringen und alle genügend zum Fussball spielen kommen. Vor allem mit den Verletzungen hatten wir in den letzten Jahren grosses Pech.
So haben wir schon 4 (!) Spieler an eine Verletzung verloren. Nur einer spielt inzwischen wieder.
Sportlich dürfen wir aufgrund unseres Teams schon mit einer Playoff-Teilnahme rechnen. Dafür haben wir genügend Leistungsträger. Aber wie immer kann es beim Hallenfussball auch ganz anders kommen.
Sollten die Playoffs tatsächlich erreicht werden, ist alles möglich. Vom 1. bis zu Rang 4.


Schöne Schiene auf links, danke.

Mittwoch, 23. September 2009

FC Hakoah - FC Dietikon 1:2

In den Katakomben des Campo Buchlerao konnte sich der Chassidus Chübelsack-Sportchef Yves Bourgignon eine der Koryphäen des FC Hakoahs schnappen und ihn mit wenigen brennenden Fragen zum Spielgeschehen konfrontieren, bevor das Interview mit einem Eklat endete.

Das Resultat lässt auf ein denkbar knappes Spiel schliessen. Entspricht diese erste Analyse dem gezeigten?

Überhaupt nicht, der Gegner war während 90min, oder waren es doch 613min?, krass überlegen, spielerisch und technisch. Der Haguah hat zwar kämpferisch dagegen gehalten, hätte sich zur Pause aber nicht beklagen können wenn es bereits 0-4 gestanden wäre.

Wie lief die dankbare Schiene über links?

Ich habe nur 45min gespielt, kämpferisch wohl überzeugend, aber ohne Akzente zu setzen. Der Dietsch mit einer soliden Leistung, ein bisschen wenig Zug nach vorne, nach 70min unter tosendem Applaus dann ausgewechselt.

Wie sportlich verhielt sich der Gegner?

Sehr, es wurde eigentlich viel gekämpft und gegrätscht, aber im grossen und ganzen verlief die Partie sehr fair.

Wie konnte der Trainer in der Halbzeit die Mannschaft aufrappeln und motivieren?

Zur Pause stand es eigentlich noch 1-1, es gab also nichts grosses zu beklagen, wieso ich dann ausgewechselt wurde habe ich noch nicht ganz begriffen. Viel wurde so oder so nicht gesagt, das Radio Hakoah blieb für einmal zu Hause.

Es scheint, als hätten die Aufstiegschancen einen kleinen Dämpfer erhalten. Wie geht die Mannschaft mit diesem Druck um?

Ich weiss nicht woher sie dieses Gerücht haben, niemand spricht vom Aufstieg, würde Sie sich bitte das nächste mal besser vorbereiten. Was glauben Sie eigentlich wer Sie sind! (Der Spieler verlässt wütend und mit Sachen um sich schmeissend den Raum, Anm. der Red.)

Donnerstag, 16. Juli 2009

Frei-Post oder der womögliche Anfang einer langjährigen Abschiedstournée


Lieber Alexander

Ich schreibe Dir in diesem Medium, weil ich ersterseits Deine Mailadresse nicht kenne, Du mittlererseits sicher reif genug bist, keine eigene Webpage mit schmierig-verschwitzten Fotos Deiner selbst zu haben und letzterseits Du sicher diesen Blog zur Vergrösserung Deines revolutionären Allgemeinwissens täglich aufrufst. Was könnte Dich denn sonst besser an die teure, willige Heimat erinnern.

Und genauso willig ist nun in der Heimat der FCB auf Dich geworden. Mind. 5 Mio CHF und 2 Mio Jahreslohn werden in einen 30-Jährigen gesteckt, was vielleicht nicht nach sonderlicher Weitsicht aussieht, aber insgesamt, um den Verein kurz- bis mittelfristig wieder auf die richtigen Bahnen zu lenken durchaus eine gute Wette sein kann. Zwar handelt es sich um eine nicht ganz verletzungsverschonte Hexe und mit dem Alter steigt bekanntlich auch die Auskurierungszeit, aber was soll's. Das sind ja nicht die grössten Bedenken. Die sind es auch nicht zwingend, wenn es darum geht, zu eruieren, ob man Dir an den Nationalmannschaftsspielen immer noch zujubeln kann, obschon Du jetzt wieder ein richtiger Bisler bist, ob man Dir während Meisterschaftsspielen Pech und Unvermögen wünschen darf, wenn dies auch Deine Nationalmannschafts-Kapazitäten beeinträchtigen könnte. Alles grosse Fragen, aber nicht die ganz grossen.

Die ganz grossen stellen sich vielmehr, was einen solch erfolgreichen (ca. 35 Tore in 75 BuLi-Spielen) Stürmer dazu bewegen kann, so früh bereits in die Gurkenliga zu steigen und sich Bellenz-Hosen anzuziehen, wenn er noch mind. 2 Jahre im Ausland erstens mit besserer Perspektive und zweitens zu deutlich höherem Lohn spielen könnte. Wahrscheinlich entgegnet man dem mal salopp, der Frei will doch auch nach Südafrika, jetzt hat er sich doch die Heim-EM verknackst, da reissen ihn doch die Landesfarben, alles daran zu setzen, noch einen erfolgreichen Grossanlass auf nationaler Ebene mitbestreiten zu dürfen!

Aber zu welchem Preis? Dafür, international nur gleich drei Gruppenspiele im UEFA-Cup zu bestreiten und sich sonst nur gerade von Marc Zellweger (rein zufälliges Beispiel), Jonas Elmer, Stephane Besle und Alessandro Mangiaratti auf den Füssen rumtrampeln zu lassen? Ist das wirklich die Waagschale, welche dazu bewegt, alles an eine WM zu setzen? Ist das der Ehrgeiz und der Glaube, wirklich noch etwas in peto zu haben, um einen internationalen Grossanlass bestreiten zu können? Und wenn man dann soweit ist und international vor Zaccardo, Lucio, Mexes oder Javier Zanetti steht, soll es dann da plötzlich wieder da sein, dieses Können, das man dann ein ganzes Jahr nicht mehr hat abrufen können? Oder ist am Ende die Axpo Gurkenliga viel schlechter berufen als sie es effektiv ist? Sind wir alles nur Schlechtreder im Schatten von Originalzitator Murat Yakin?

Es sind gleich ein paar Fragen und wir können natürlich nicht erwarten, dass Du auf all diese sogleich eine passende Antwort findest (eine Antwort pro Woche würde hierzu schon reichen). Vielleicht strafst Du uns auch alle Lügen und schlägst mit Deinem Zungenschnalz-Buddie so ein, dass Du im Frühling als Torschützenkönig wieder auf dem Balkon des Barfüsslerplatz (den Torschützenkönig kann ich Dir gerade noch wünschen, den Balkon auf keinen Fall).

Ob das dann eventuell die höchste Auszeichnung und der Weg dahin die grösste Herausforderung sein könnte, die Du in diesem Jahr bereits hättest erreichen können, das wirst Du dann aber nie erfahren. Und für dann nochmals ins Ausland (bzw. eine weitere ausländische Liga) zu wechseln, dafür ist es dann wohl schon reichlich zu spät.

Ein deutlich blauweisses Händ ue

Det Tripogonz