- Steuerreform
- Armeereform
- Sicherung der AHV/IV
- Krankenversicherungsreformen
Sonntag, 27. Januar 2013
Trybol, Zottel und andere Alphatiere
Textowiert durch
Lino
um
17:30
0
Divrei Chassidim
Labels: anti-system, die Juden und das Schweizerkreuz, Wer bisch dänn Du?
Mittwoch, 4. Januar 2012
Migros-Käse und mikrobielles Lab
Folgende Produkte der Migros wurden ohne tierisches Lab hergestellt:
Sämtliche Milchfrischprodukte unseres Eigenproduktionsbetriebes Estavayer Lait SA (ELSA) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Beachten Sie das ELSA-Signet oder Betriebszulassungsnummer 2434 auf der Verpackung.
Sämtliche Quark-Produkte (Quark nature, Quark M-Budget, Bio Magerquark, Früchtequark, Léger-Quark, Quark-Crèmen) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Die Quark-Desserts enthalten Gelatine.
Die in der Migros erhältlichen Mozzarella-Produkte aus Kuhmilch der Marken Alfredo, Santa Lucia (Galbani), Léger und M-Budget sowie der Migros Bio Mozzarella (2006.086) werden mit mikrobiellen Lab hergestellt. (Mozzarella di Bufala (2126.818) dagegen wird mit Kälbermagenlab hergestellt).
Auch Kiri, Babybel und alle Cantadous werden mit mikrobiellem Lab hergestellt.
Der Feta Mikos (2125.940) wird mit mikrobiellem Lab hergestellt.Für den Feta Xenia (2125.951) und den Xetabel (2125.760) wird dagegen Kälbermagenlab verwendet.
Hier ein paar weitere Beispiele von Produkten, welche ohne Kälbermagenlab hergestellt werden (Änderungen vorbehalten):
Frischkäse können in der Regel problemlos ohne tierisches Lab hergestellt werden. Für Weich-, Halbhart- und Hartkäse sind Labersatzstoffe aus qualitativen Gründen weniger geeignet.
Artikelnummer Produktname 2101.270.240.00 Léger Rustique 2101.277.240.00 M-Budget Schweizer Hartkäse 2104.051.060.00 Sennenmutschli 1/4 Laib 2104.070.240.00 Luzerner Rahmkäse 2104.070.242.00 AdR Luzerner Rahmkäse 2104.110.040.00 St. Paulin 1/2 Laib 2104.110.060.00 St. Paulin 1/4 Laib 2104.110.220.00 St. Paulin 150g 2104.113.040.00 SE St. Paulin 1/2 2104.118.240.00 Léger Minitaler 2104.143.040.00 Gomser Raclette 1/2 Laib 2104.279.240.00 Raccard Scheiben Moscato 2104.340.240.00 M-Budget Schweizer Halbhartkäse 2104.711.000.00 Reibkäse Pizzamischung 2104.789.240.00 Bio Familie-Chäs 2123.851.260.00 M-Budget Allgäuer 2124.052.260.00 M-Budget Gouda 2124.230.220.00 Fol Epi 150g 2125.173.220.00 Chamois d'Or 150g 2125.671.220.00 Le Vieux Pane 2125.673.220.00 Le Chaumes 2104.051.025.00 Sennenmutschli 2104.070.025.00 Luzerner Rahmtilsiter 2104.082.025.00 Léger Tilsiter 2104.143.025.00 Gomser Raclette 2104.160.025.00 AdR Walliser Bergkäse 2104.160.065.00 Gomserkäse 2104.164.025.00 AdR Dallenwilerkäse 2104.216.025.00 Spycherkäse 2104.249.025.00 AdR Lenker Bergtummeli 2104.360.025.00 Don Olivo 2104.505.025.00 AdR Lenker Kräuterkäse 2104.789.025.00 Bio Familie-Chäs 2105.053.025.00 Couronne 2105.166.025.00 Dallenwiler Geisskäse 2124.026.025.00 Stilton Vieux 2124.230.025.00 Fol Epi 2124.951.025.00 Englischer Cheddar 2125.107.025.00 St. André 2125.110.025.00 Peyrigoux 2125.173.025.00 Chamois d'Or 2125.211.025.00 Chavroux 2125.563.025.00 Brie Coeur de Lion 2125.609.025.00 Bresse Bleu 2125.673.025.00 Chaumes 2125.675.025.00 St. Albray 2125.740.025.00 Brebiou 2125.880.025.00 Cambozola
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
13:52
1 Divrei Chassidim
Labels: 13.05., anti-system, Gourmessa, Helden, Koscher Guerilla, Polnisches Frischfleisch, Schöni Momänt
Donnerstag, 18. August 2011
Liebe Doris
(Anm. des Verfassers: Auf vielfachen Wunsch erscheint der folgende Text doch noch, das Thema ist vielleicht ein bisschen überholt aber deswegen nicht minder brisant.)
Am besten lassen wir die Begrüssungsfloskeln und die Nettigkeiten gleich bleiben, denn ich bin verärgert. Ich kann die Entscheidung des Bundesrates aus der Nuklearenergie auszusteigen nicht nachvollziehen. Seit ihr euch eigentlich der Tragweite dieses Beschlusses bewusst? Innerhalb von 30 Jahren wird also die Stromproduktion in der Schweiz um einen Drittel zurückgefahren. Sehr weise, und wie genau wollt ihr die Lücke schliessen? Ahja genau, ihr wollt Gaskraftwerke bauen. Es ist inzwischen also nicht mehr so schlimm mehr CO2 in die Atmosphäre zu schiessen. Dabei habt ihr mir doch immer erzählt das sei so schlimm und ihr wollt alles dagegen tun? Neue Steuern habt ihr eingeführt und über allerlei Abgaben nachgedacht, damit die CO2 Emissionen sinken. Item, das ist jetzt nicht das Thema hier. Falls ihr wirklich glaubt die Leute werden mehr für den Strom bezahlen wollen weil jetzt plötzlich weniger vorhanden ist dann liegt ihr komplett daneben. Und falls ihr auch glaubt die erneuerbaren Energien sind bis 2050 soweit, das sie die Nuklearenergie ersetzen können dann liegt ihr auch daneben. Ich hoffe euch hat wirklich mal jemand gescheites, also so jemand mit Professortitel und allem drum und dran erklärt, das es sich nicht lohnt in der Schweiz Solaranlagen zu bauen weil die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht.
Vielleicht kann ich dich liebe Doris, und deine Kollegen und Kolleginnen, dazu bewegen noch einmal darüber nachzudenken. Ist denn der Nuklearstrom wirklich so schlecht? Wieviele Unfälle mit Strahlungsaustritt gab es denn in der Schweiz seit wir die Reakoren betreiben? Wieso habe ich einfach das Gefühl das ihr die Stimmung ausnützen wolltet um diese Entscheidung zu treffen, es aber so schwammig formuliert habt das ihr in 5-10 Jahren einfach wieder davon zurückkommen könnt? Es hat einfach alles einen komischen Nachgeschmack.
Ich würde mir wünschen das ihr viel mehr Zeit und Energie aufwenden würdet die Leute davon zu Überzeugen das die Schweiz nicht darum herumkommt ein Endlager zu bauen und auch zu betreiben. Denn das ist das wirkliche Problem das wir im Moment haben. Hochradioaktiven Atommüll der in einer Lagerhalle in Würenlingen herumsteht und bei dem das Prinzip Hoffnung herrscht das irgendwann einmal eine Lösung dafür gefunden werden kann. Aber Mut zu zeigen, den Schritt nach vorne zu wagen und als erstes Europäisches Land eine wirkliche Lösung für das Atommüllproblem zu suchen, ist wohl zuviel verlangt für euch. Da ist es einfacher im Strom mitzuschwimmen und die Reaktoren einfach abzuschalten.
Textowiert durch
Lino
um
10:00
1 Divrei Chassidim
Labels: anti-system, schnauze und strampeln
Freitag, 8. Juli 2011
Kosherlamp 2.0
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
14:41
0
Divrei Chassidim
Labels: Anomalia, anti-system, epos, fette borner, Youtube
Dienstag, 21. Juni 2011
Die Schattengesellschaft kriegt ab
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
19:55
0
Divrei Chassidim
Labels: anti-system, die Juden und das Schweizerkreuz, gute_besserung, mogg
Donnerstag, 2. Juni 2011
44 Gründe, das religiöse Judentum zu verlassen
Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.
Textowiert durch
Warzenschnuffel
um
11:10
0
Divrei Chassidim
Labels: anti-system, de tergo, Gid Hanashe, Gourmessa
Donnerstag, 27. Januar 2011
Fine by fragwürdig
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
15:31
1 Divrei Chassidim
Labels: anti-system, Gazno?, Koscher Guerilla
Freitag, 14. Januar 2011
007, Geier auf geheimer Mission
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
11:51
0
Divrei Chassidim
Labels: Anomalia, anti-system, Rekurs
Dienstag, 7. Dezember 2010
Revue des Wochenendes
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
12:13
0
Divrei Chassidim
Labels: anti-system, CC Daily Schmonzes, Missing Lutz, tribute
Dienstag, 16. November 2010
Die wundersame Rückkehr des Jamaal Barrow
Man lese bitte über seine wundersame Rückkehr zu seinen Wurzeln selbst. In der nächsten Woche finden Sie im Blog ihres Vertrauens: Der Credibility-ometer von musikalisch-jüdischen Rückkehrern, mit allen wichtigen Vertretern bis hin zu Börni. Zum NY Times-Artikel(Link in der NY Times):
JERUSALEM — The tall man in the velvet fedora and knee-length black jacket with ritual fringes peeking out takes long, swift strides toward the Western Wall. It’s late in the day, and he does not want to miss afternoon prayers at Judaism’s holiest site.“We have to get there before the sun goes down,” he says, his stare fixed behind a pair of Ray-Ban sunglasses, the first clue that this is no ordinary Jerusalem man of God. It’s the rapper Shyne, the Sean Combs protégé who served almost nine years in New York prisons for opening fire in a nightclub in 1999 during an evening out with Mr. Combs and his girlfriend at the time, Jennifer Lopez.
“My entire life screams that I have a Jewish neshama,” he said, using the Hebrew word for soul.
Living as Moses Levi, an Orthodox Jew in Jerusalem (he legally changed his name from Jamaal Barrow), he shuttles between sessions of Talmud study with some of the most religiously stringent rabbis in the city and preparations for a musical comeback.
His transition from troubled adolescent in the Flatbush section of Brooklyn, shot at the age of 15, to celebrity gangster rapper turned prisoner turned frequenter of yeshivas, is the latest chapter in a bizarre journey that began with his birth in Belize 32 years ago. He is the son of a lawyer who is now that country’s prime minister and a mother who brought him to the United States and cleaned houses for a living.
“The science of Judaism” as Mr. Levi refers to it, has become his system for living, a lifeline that connects him to God and becoming a better human being. He sees no conflict fusing the hip-hop world with the life of a Torah-observant Jew.
Mr. Levi speaks in the style of the urban streets but combines his slang with Yiddish-accented Hebrew words and references to the “Chumash” (the bound version of the Torah, pronounced khoo-MASH) and “Halacha” (Jewish law, pronounced ha-la-KHAH).
As in: “There’s nothing in the Chumash that says I can’t drive a Lamborghini,” and “nothing in the Halacha about driving the cars I like, about the lifestyle I live.” As a teenager he started reading the Bible, relating to the stories of King David and Moses that he had first heard from his grandmother. At 13 (bar mitzvah age, he notes) he began to identify himself as “an Israelite,” a sensibility reinforced after finding out his great-grandmother was Ethiopian; he likes to wonder aloud whether she might have been Jewish.
He was already praying daily and engaged in his own study of Judaism at the time of his arrest but only became a practicing Jew, celebrating the holidays, keeping kosher and observing the Sabbath under the tutelage of prison rabbis. In Israel, he said, he had undergone a type of pro forma conversion known as “giyur lechumra” (pronounced ghee-YUR le-kchoom-RAH).
On the December night in 1999 that Mr. Levi walked into a Times Square nightclub, he was a 19-year-old enjoying the fruits of his first record deal and the hip-hop high life. The details of what happened inside remain muddled, but after an argument broke out between Mr. Combs, then known as Puff Daddy, and a group in the club, shots were fired, and three people were hurt.
Mr. Combs was charged with gun possession but later cleared in a highly publicized trial. Mr. Levi was sentenced to 10 years in prison for assault, gun possession and reckless endangerment. The police said he fired into the crowd. He maintains he shot in the air to break up the dispute. He would not say whether he took a fall for his former mentor.
“That’s the past, I got so much going on,” he said. “We move on.”
What Mr. Levi has moved on to since being released from prison last year is a life in which he is often up at daybreak, wrapping his arms with the leather straps of tefillin, the ritual boxes containing Torah verses worn by observant Jews for morning prayers. Throughout the day he studies with various strictly Orthodox rabbis.
“What are the laws?” he said, explaining his decision to adhere to the Orthodox level of observance. “I want to know the laws. I don’t want to know the leniencies. I never look for the leniencies because of all of the terrible things I’ve done in my life, all of the mistakes I’ve made.”
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
08:10
0
Divrei Chassidim
Labels: Anomalia, anti-system
Montag, 11. Oktober 2010
Zeit, am Schicksal zu rütteln
Mutmassliche Worte von Churban Matthias Brünzel vor der Schlacht zu Marignano
Es heisst auf jeden Fall wieder mal, aufwachen, es ist wieder EM-Zeit! Zusammenstehen, füreinander gehen, für die Mannschaft zu spielen! Die Jungs auf dem Fussballplatz, wir auf dem Platz des 16. Juni 2010, den wir noch so überbordend frohen Mutes dem Jubel und den Fans gewidmet hatten und den wir morgen wieder bis zum Bersten füllen werden. Um die Hoffnung aufrecht zu erhalten, für den Weltfrieden und natürlich auch für den dreifachen Flickflack.
Ich geh morgen übrigens wahrscheinlich "The American" schauen. Aber das hat ein überparteiliches Komitee unter Leitung der Berber-Rebellen in den Sand geschrieben.
Der Postscriptor meint, dass das Berbersche Revolutionskomitee angesichts der Brisanz der Ereignisse von heute Abend das akute Kluni-Ergötzungsbedürfnis zurückgestellt hat und sich heute Abend ebenfalls in die Landesfarben werfen und sich DJ des Nebelhorns profilieren wird.
Der Post-Postscriptor verweist im Sinne des Fehlens jeglichen Zusammenhangs und des Bedürfnisses, sich jeweils am Dienstag Morgen kulturell zu betätigen auf die Tagi-Splatterkinokritik von "Piranhas 3D" hin. Darin findet sich unter anderem auch die Aussage, Elisabeth Shue habe eine grossartige Zukunft hinter sich. Was eine Aussage, Respekt!
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
22:17
0
Divrei Chassidim
Labels: AGL, anti-system, CC Daily Schmonzes, die Juden und das Schweizerkreuz, Helden, schnauze und strampeln
Montag, 4. Oktober 2010
Die offizielle "Zürich 2"-Suchmaschine
Man will es nicht verheimlichen. Man öffnet nach den Ferien inzwischen nicht mehr die Post zuerst, sondern durchforstet gleich einmal die letzten Zürich 2-Ausgaben nach womöglich verpassten Highlights. Selbiges wurde soeben gefunden. Insbesondere bemerkenswert am Online-Auftritt dieses Quartier-Käseblattes ist die Archiv-Funktion, bei welcher als Suchbegriff auch Autoren eingegeben werden können - wurde natürlich flugs verwendet und rein zufällig stiess man auf folgende Kuriosität. Zeit ist ja heute Geld und deshalb haben wir Euch gleich die lesenswertesten Passagen markiert. Sedö lüeg:
Little Züri 2: 23 rauchende Spitalangestellte
Letzten Sonntag war ich im Triemli-Spital einen Freund besuchen. Es herrschte Traumwetter! Draussen vor dem Eingang sassen die Besucher und die Kranken mit ihrem mobilen Infusionsständer. Sie tranken Kaffee und blinzelten in die Sonne. Eine lange Tischreihe war für die Raucher reserviert.
Beni Frenkel
Es hätte auch stehen dürfen: «Reserviert für unsere rauchenden Ärzte». Da ich sonst nichts zu tun hatte, begann ich zu zählen: 23 Spitalangestellte rauchten. Krass, dachte ich mir, da sitzen sie nun, unsere Halbgötter in Weiss und rauchen wie ein Schlot. Ausserdem trinken sie Kaffee, das ist auch nicht gesund, und sitzen sehr unbequem in ihren Stühlen. In zehn Minuten gehen sie wahrscheinlich wieder auf Patientenvisite und tun besorgniserregend: «Frau Gabler, ihre Lunge, sieht gar nicht gut aus!».
Wäre ich ein Arzt, ich würde meine Vorbildfunktion besser ausüben. Als Lehrer mache ich das heute schon. Wenn ich im Migros hinter einer alten, langsamen Frau stehe, zische ich sie nicht an: «Komm, mach schon, du Alte!» Ich gehe fast grundsätzlich nie bei Rot über die Strasse und beim Briefeschreiben am Computer benutze ich immer die automatische Grammatik-Kontrolle. Am Morgen putze ich mir immer die Zähne, und vor der Stunde trinke ich nie Kaffee (wegen Mundgeruch). Auf gute Kleidung lege ich grossen Wert. Die Finger- und Fussnägel schneide ich einmal pro Woche und benutze, falls nötig, die Nagelfeile. Ich darf festhalten: Ich bin ein sehr gutes Vorbild für unsere Kinder.
Doch im Triemli läuft vieles falsch. Sogar im Fahrstuhl. Auf einem Verbotsschild steht: «Rauchen verboten», aber darunter hat es gleich einen Behälter für die Zigarettenkippen. Und auf jedem Stock gibt es einen Balkon mit einer Raucherecke.
Ich verstehe das nicht. Warum können Ärzte nicht ein bisschen auf ihre Aussenwirkung achten? Das sollten sie eigentlich schon im ersten Semester gelernt haben, spätestens bei der ersten Stelle. Aber vielleicht werde ich alt. Korrektes Auftreten, Selbstbeherrschung und Berufswürde sind heutzutage Fremdwörter geworden. Wie schade!
Beni Frenkel ist Lehrer, wohnt in wollishofen und ist zweifacher Familienvater. Er schreibt regelmässig fürs «Zürich 2».
Textowiert durch
Warzenschnuffel
um
16:20
0
Divrei Chassidim
Labels: anti-system, CC Daily Schmonzes, Gazno?, Missing Lutz, Wers glaubt...
Mittwoch, 15. September 2010
Die "reaktionären" Juden von Zürich
So werde von diesem Teil der ansässigen Bevölkerung die gesamte moderne Welt als bedrohlich und dekadent abgelehnt. Was natürlich Schwachsinn und falsch ist. Viele sehr orthopraxe Juden sind gelernte Informatiker, arbeiten sehr wohl mit modernen Medien und bewegen sich durch den Alltag, als sei ihnen das Bluetooth-Teil im Ohr verwachsen. Und die politische Reaktion bedeutet, dass man den Fortschritt ablehnt und sich gegen den gesellschaftlichen Fortschritt und gegen die Prinzipien der Französischen Revolution (liberté, égalité, fraternité) richtet. Dies von ultraorthodoxen Menschen zu behaupten und im selben Atemzug zu dokumentieren, dass diese sich eigentlich gar nicht für eine breite Öffnung interessieren (also nicht dagegen kämpfen, sondern es ist ihnen einfach egal, weil sie unter sich zumeist die Lösung für die allermeisten gesellschaftlichen Fragen finden), ist widersprüchlich. Man mag dieses Desinteresse kritisieren und die Existenzberechtigung einer Parallelgesellschaft in Frage stellen, aber daraus gleich eine reaktionäre Gegenbewegung zu machen, ist falsch.
Auch würde wohl eine überwiegende Mehrheit der Juden der Aussage, dass die jüdische Frau dem Mann untergeordnet ist, vehement widersprechen (siehe auch die Erklärung von Venutti, dass die jüdische Religion lediglich über die Mutter übertragen werde). In gewissen Angelegenheiten würden sich die Frauen wohl mehr Gewicht beim Ausdruck ihrer Anliegen wünschen. Dennoch finden Frauen heute auch in nicht-liberalen Gemeinden Einsitz in wichtigen Gremien und Präsidien und leisten so einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur Entwicklung dieser Glaubensgemeinschaften (dass dies in ultraorthodoxen Kreisen anders sein mag, ist jedoch kaum von der Hand zu weisen, aber es gibt eben nicht nur den einen Fünftel und den einen Sechstel, sondern die breite Mehrheit dazwischen ist ebenfalls zu berücksichtigen).
Dass die im 2004 kreierte Begegnungsplattform "Plattform der liberalen Juden in der Schweiz" bereits massgeblichen Anteil am Erfolg der liberalen Gemeinden trägt, kann ich nicht beurteilen, ist jedoch zumindest stark in Frage zu stellen, sofern es nicht mit Zahlen belegbar ist.
Nun, gewisse Aussagen von Venutti lassen sich hingegen kaum von der Hand zu weisen, auch wenn sie vielleicht nicht genügend präzise sind. Es finden sich im religiösen Sektor ebenfalls privatfinanzierte Schulen und es findet nicht lediglich die Vermittlung von Lehrinhalten durch Privatunterricht statt (richtig ist jedoch wohl die Aussage, dass sich mit diesen Schulabschlüssen nur erschwert ein Lebenserwerb finden lässt und somit die Gefahr der Unterstützungsbedürftigkeit durch Institutionen des Gemeinwohls besteht).
Venutti hat sich in der journalistischen Landschaft der Schweiz insbesondere dadurch einen Namen geschaffen, dass er die Organisation und Missstände in der weitgehend der Öffentlichkeit verschlossenen Hooliganszene durchleuchtet und so einer breiteren Bevölkerung zugänglich gemacht hat. An den Hohen Feiertagen begegnete ich vor der Synagoge den fragenden Blicken und Stimmen der Nachbarsbevölkerung, welche nicht verstand, weshalb an einem stinknormalen Donnerstag eine grössere Gruppe Menschen in derart festlicher Kleidung mitten im Vormittag aus einem einzelnen Lokal strömen mögen. Laubhüttenfest? Händer wieder esonen Fiirtig? Wir verstehen, dass das Unbekannte und Unverständliche zu Fragen animieren kann und diese beantwortet gehören, soweit dies auch nur möglich ist. Daraus aber gleich eine reaktionäre und rückständische Bewegung zu konzipieren, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage und Glaubwürdigkeit.
Ein möglicherweise gesünderer Ansatz für die Koexistenz kommt von Phenomden, welcher in seiner Ode an Wiedikon zu diesem Thema lediglich die 4 Worte singt: "Villi Lüt sind jüdisch." Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Jeder zieht sein Ding durch und wo ein Austausch nicht zwingend gefragt ist, kann man ihn auch einfach sein lassen, ohne eine gesellschaftsfeindliche Tendenz daraus zu machen.
PS: Zum Bild im Artikel: Die Szene spielt offensichtlich an Purim, wie in der Legende auch dokumentiert. Vielleicht hätte man auch noch erklären können, was an Purim denn Brauch ist und dass diese Kinder verkleidet sind (unter uns gesagt ist dies aber auch nicht ganz so trivial zu erkennen, wenn die Satmarer sich als Gerer und umgekehrt verkleiden...)
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
12:14
0
Divrei Chassidim
Labels: anti-system, de tergo, die Juden und das Schweizerkreuz, Guete Typ, Osten, sport unterem davidstern, Youtube