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Freitag, 27. April 2012

Ups, they did it again

Kurz und knapp, denn das folgende Bild braucht eigentlich keine weiteren Erklärungen. Ja, für diejenigen, für die es nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Eine bestehende Etikette wurde mit einer neuen überklebt. Aus "verpackt am 8.12.2010" wurde kurzerhand "verpackt am 27.3.2012". Übrigens: Fundort ist nicht der Freistaat Bayern und es ist auch nicht irgendwelches vergammeltes Dönerfleisch. Sondern Pouletfleisch, das als "koscher" verkauft wird. En Guete! An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein, wann endlich die jüdischen Gemeinden und die Behörden aktiv werden.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Migros-Käse und mikrobielles Lab

Yves Bourgignon und die Chassidus Chübelsack-Aussendienststelle für Kulinarik und Rebellion haben durch Recherche in Erfahrung gebracht, dass die MIGROS in ihrem Käsesortiment nun ebenfalls Buch führt über die Käsesorten, welche ohne Lab aus Rindermägen hergestellt werden. In diesem Sinne erlauben wir uns, Teile der Kommunikation mit MIGROS an dieser Stelle zu replizieren:
Folgende Produkte der Migros wurden ohne tierisches Lab hergestellt:
Sämtliche Milchfrischprodukte unseres Eigenproduktionsbetriebes Estavayer Lait SA (ELSA) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Beachten Sie das ELSA-Signet oder Betriebszulassungsnummer 2434 auf der Verpackung.
Sämtliche Quark-Produkte (Quark nature, Quark M-Budget, Bio Magerquark, Früchtequark, Léger-Quark, Quark-Crèmen) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Die Quark-Desserts enthalten Gelatine.
Die in der Migros erhältlichen Mozzarella-Produkte aus Kuhmilch der Marken Alfredo, Santa Lucia (Galbani), Léger und M-Budget sowie der Migros Bio Mozzarella (2006.086) werden mit mikrobiellen Lab hergestellt. (Mozzarella di Bufala (2126.818) dagegen wird mit Kälbermagenlab hergestellt).
Auch Kiri, Babybel und alle Cantadous werden mit mikrobiellem Lab hergestellt.
Der Feta Mikos (2125.940) wird mit mikrobiellem Lab hergestellt.Für den Feta Xenia (2125.951) und den Xetabel (2125.760) wird dagegen Kälbermagenlab verwendet.
Hier ein paar weitere Beispiele von Produkten, welche ohne Kälbermagenlab hergestellt werden (Änderungen vorbehalten):
Artikelnummer
Produktname
2101.270.240.00
Léger Rustique
2101.277.240.00
M-Budget Schweizer Hartkäse
2104.051.060.00
Sennenmutschli 1/4 Laib
2104.070.240.00
Luzerner Rahmkäse
2104.070.242.00
AdR Luzerner Rahmkäse
2104.110.040.00
St. Paulin 1/2 Laib
2104.110.060.00
St. Paulin 1/4 Laib
2104.110.220.00
St. Paulin 150g
2104.113.040.00
SE St. Paulin 1/2
2104.118.240.00
Léger Minitaler
2104.143.040.00
Gomser Raclette 1/2 Laib
2104.279.240.00
Raccard Scheiben Moscato
2104.340.240.00
M-Budget Schweizer Halbhartkäse
2104.711.000.00
Reibkäse Pizzamischung
2104.789.240.00
Bio Familie-Chäs
2123.851.260.00
M-Budget Allgäuer
2124.052.260.00
M-Budget Gouda
2124.230.220.00
Fol Epi 150g
2125.173.220.00
Chamois d'Or 150g
2125.671.220.00
Le Vieux Pane
2125.673.220.00
Le Chaumes
2104.051.025.00
Sennenmutschli
2104.070.025.00
Luzerner Rahmtilsiter
2104.082.025.00
Léger Tilsiter
2104.143.025.00
Gomser Raclette
2104.160.025.00
AdR Walliser Bergkäse
2104.160.065.00
Gomserkäse
2104.164.025.00
AdR Dallenwilerkäse
2104.216.025.00
Spycherkäse
2104.249.025.00
AdR Lenker Bergtummeli
2104.360.025.00
Don Olivo
2104.505.025.00
AdR Lenker Kräuterkäse
2104.789.025.00
Bio Familie-Chäs
2105.053.025.00
Couronne
2105.166.025.00
Dallenwiler Geisskäse
2124.026.025.00
Stilton Vieux
2124.230.025.00
Fol Epi
2124.951.025.00
Englischer Cheddar
2125.107.025.00
St. André
2125.110.025.00
Peyrigoux
2125.173.025.00
Chamois d'Or
2125.211.025.00
Chavroux
2125.563.025.00
Brie Coeur de Lion
2125.609.025.00
Bresse Bleu
2125.673.025.00
Chaumes
2125.675.025.00
St. Albray
2125.740.025.00
Brebiou
2125.880.025.00
Cambozola
Frischkäse können in der Regel problemlos ohne tierisches Lab hergestellt werden. Für Weich-, Halbhart- und Hartkäse sind Labersatzstoffe aus qualitativen Gründen weniger geeignet.
Chassidus Chübelsack wird darüber hinaus demnächst eine Liste der Käsereien publizieren, welche Produkte mit künstlichem Labersatz herstellen. Auch in der Reihe "Demnächst" künden wir einen Exklusiv-Report über die Fondue mit mikrobiellem Lab der Schaukäserei Kloster Engelberg an.

Freitag, 29. Juli 2011

Gastpost und kurzer Update zum Tschingg

Es hilft eben nicht, sich jahrelang unter dem Mantel des Exils zu verstecken. Irgendwann, in bedrohlicher Nähe zu den Dreissigern weiss man plötzlich nicht mehr, was zuvor jahrelang als absolute Selbstverständlichkeit mit sich getragen wurde. Und so kommt es, dass sich der Pionier und Urvater dieses Mediums plötzlich vor verschlossenen Türen bzw. Logins wiederfand und mittels Gastposting wieder um Asyl bitten muss, welches wir ihm natürlich gerne gewährne. Gastpost ist wahrscheinlich etwas hoch gegriffen, es geht hauptsächlich um den Shidduch des nachfolgenden Links.

In höchst uneigennütziger und menschenfreundlicher Sache des weiteren folgende Präzisierung. Mit dem Wirt bzw. Geschäftsführers des Tschingg (siehe älterer Post, bin jetzt zu geschäftig, um zu suchen) hat auf Nachfrage bestätigt, dass der Reibkäse, der jeweils bereit steht bzw. im Pesto verwendet wird, stinkgewöhnlicher Parmesan mit Lab und allem weiteren Bösen dieses Planeten besteht. Es wird also angeraten, jeweils mit einem eigenen Behälter die bestellten Mahlzeiten anzureichern. Manchmal hat man eben keine Wahl (oder eben doch).

Bisinho

Dienstag, 10. Mai 2011

ELSA-Mozzarella: Update

Die Fraktion für Koscher-Guerilla und Weltfrieden vermeldet an dieser Stelle zwei kleine Präzisierungen:

Erstens. Wir fühlen uns als bisherige Vertreter der Zweifel-Paprika-Masslosvertilger geehrt, den Kampf mit einer neuen Kategorie aufzunehmen. Nämlich wurde eben bekannt, dass die Paprika-Version der Budget-Chips nun ebenfalls auf der Koscherliste steht. Auf jetzt, entlastet Eure Haushaltsausgaben.

Zweitens. Auch die Snacketti-BBQs sind nun auf der Koscherliste. Da man nach dem Snacketti-Konsum jeweils das Völlegefühl verspürt, das man auch vor ihnen hatte, handelt es sich um ein Nullsummenspiel.

Drittens und zur eigentlichen Causa dieses Updates: Der Koscherkommissar und Coiffeur des Stiefgöttis von Churban Brünzel hat sich in heiliger Mission begeben und hat ein ebenfalls unverzichtbares Element der koscheren Küche wieder erforscht: die smiley-versehenen Budget-Mozzarella-Ziegel (geschmacklich übrigens in jeglicher Hinsicht empfehlenswert). Dabei hat sich herausgestellt, dass ELSA die Mozzarella (also auch die Alfredo-Reihe) nicht mehr selbst herstellt, sondern von Emmi bezieht. Emmi jedoch führt sie noch nicht auf ihrer bekannten Lab-Liste (gehört inzwischen aufgrund ihren Werts schon fast eingerahmt und danach in die Gnisa), weshalb weitere Forschungsaktivitäten nötig sind.

Wir bleiben dran. Und warten sehnlichst auf positive Bescheide.


PS: Wir vermelden übrigens, dass anscheinend der Urheber des Ausdrucks "polnisches Frischfleisch" und VR-Präsident der Hameyvin Yovin-Fraktion angeblich im Heiligen Ländle eine wahrhaftige Metzgerei eröffnet hat. Und sich dabei auch noch einen sehr guten Hechscher gezogen hat. Ohne weitere Kommentare, bitte.

Mittwoch, 9. März 2011

Jew York, zweiter Akt

Also, man meldet sich wieder, etwas verschlafen dafür, dass man in der Stadt weilt, welche nie schläft. Zumindest der Legende nach. Praktisch ist es aber eher so, dass die Wohnungen hoffnungslos überhitzt sind (offenbar hat man hier im Gegensatz zu Spanien noch eine alternative Ölquelle zu Qkattapffi) und es deshalb gereicht, auf Broadway Avenue mit offenen Fenstern zu schlafen, ohne dass man chronisches Surren in den Gehörgängen erleidet.
Wo waren wir? Ah, das Programm. Gestern hatte sich das Gemahlentum vorgenommen, ein spontanes Programm durchzuführen. Dieses führte ins Financial District, dann ans Memorial Museum zu 9/11, weil ich gerne das Projekt der beiden Pools und der neuen Türme sehen wollte. Anschliessend wollte man noch das physische Ground Zero begutachten. Leider stand uns hierbei sehr ungünstig ein Discountshop im Weg, der Century 21. Verrückte Auswahl, verrückte Amis und Touristen. Da packt man sich ein Trolley, schlendert zwischen Myriaden von Hemden, Krawatten, Socken und Pijama-Hosen und packt einfach mal nach Gutdünken ein. Nach gefühlten 613 Jahren hat man also wieder mal tüchtig zugepackt. Zu Unrecht, wie manch ein Modekritiker hinter vorgehaltener Hand aber schon gemunkelt hat. Und um alle Alternativgeister zu beruhigen: Nein, ich bin nicht auf den Trick mit den Elchshirts reingefallen.
Für viel mehr ausser Shopping, einem soliden Hamburger am Abend im Cafe Clasico und einem lokalen, erwarteterweise etwas fadem Weizenbier in einer Bar um die Ecke hat es nicht gereicht. Auch gut.
Dafür hat man sich nach einem Spaziergang durch den Central Park (alternativ, wie wir sind, haben wir natürlich die Anweisung, nur im Gegenuhrzeigersinn um den See zu gehen, nicht befolgt) und einem zweifachen vermeintlichen Rencontre mit Denzel Washington (es war zweimal derselbe Typ, das zweite Mal war er's aber noch weniger als das erste Mal) heute das Salomon Guggenheim-Museum gegeben. Nachdem man sich erst kürzlich den eher mediokren Film "The International" gegeben hatte, der unter anderem auch eine der entscheidenden Schiessereien in diesem Museum beinhaltete (leider sah man davon heute keine Spuren mehr), wollte man sich verständlicherweise auch des kulturellen Brotes dieser Stätte erlaben. Es war ziemlich eindrücklich. Vor allem die unteren "Stöcke" sind sehr interessant, gegen oben wird das Gemüt etwas müder, die Videoinstallationen eher unverständlich und die Gemälde insgesamt deutlich düsterer. Dafür ist die Kandinsky-Sammlung sehr bereichernd. Und erwachsen.
Später strollte man wieder durch die 5th Avenue und runzelte die Stirn über eine Vielzahl von masslos überbewerteten Läden. So beispielsweise der Niketown. Der Laden ist immens gross, hat aber in der Mitte ein riesiges Loch, dessen Wert nicht verstanden werden kann. Die Auswahl an Schuhen, also eigentlich das Stammprodukt der Marke, ist bedenklich klein. Flache Sneakers sind ohnehin anscheinend ein Produkt, das im März in dieser Stadt nicht zu finden ist. Es ist ein bisschen wie mit den (ebenfalls überbewerteten) SUV's, einfach an den Füssen. Der New Yorkeur bevorzugt das tragen von überdimensionierten Fusseinfassungen, am besten dicke Basketballschuhe in Leder und langweiligen Farben und weit über die Knöchel gehend. Na ja, nicht mein Ding.
Gegessen hat man dann in einem Deli, dessen Name aus Selbstschutzgründen (if I tell you, I'll have to kill you) nicht weitergegeben wird. Es war jedenfalls so ein Lokal, das aussah, wie das Honeybunny-Bistro in Pulpfiction, aber einfach in ein tunnelartigen langgezogenen Schlauch gelegt. Seltsame Beschreibung, war aber auch ein seltsames Lokal. Für ein Triple Deli, also ein Sandwich mit drei Scheiben scheusslichem, dünnem Brot und einer lächerlich grossen Anzahl Scheiben von Corned Beef und Salami zahlte man US$ 21.-, also der Preis, welcher andernorts für ein solides Steak bezahlt wird. Womit man wiederum beim überraschenden und generischen Summa Summarum-Fazit angelangt ist, dass Deli-Sandwiches masslos überbewertet sind.
Dafür sahen wir dann ein ziemlich gelungenes Musical, nämlich Memphis, der Gewinner der TONY-Awards 2010, ein Stück über die Anfänge des Rock'n'Roll. Sehr unterhaltsam, kurzweilig und wohl auch unterbewertet. So, das wär's. Man gratuliert aus der Ferne Barcelona und dem ukrainischen Konglomeratsfussball und allen ehrlichen Häuten dieses Planeten (inklusive dem Exilanten).

Samstag, 5. März 2011

Und was würdest du tun?

Geschätzte Leserschaft, nach Wochen des Zauderns und Zögerns, nach Monaten der Ungewissheit und schlaflosen Nächten ist es endlich soweit. Rechtzeitig zu Rosch Chodesch Adar II ist sie hier, in unendlicher Fragwürdigkeit und bereit, unser aller Leben zu verändern.


DIE ERSTE PESSACH CHUMRE!!!!

Die erste Pessach Chumre wurde mir gestern Abend aus dem Mullahzentrum mitgeteilt. Haltet euch fest, nach langer Absenz feiert die gefürchtete Chametz Tinte ein Comeback. Ihr erinnert euch, gemeint ist der Aufdruck des Legedatums auf den Eiern, von der benützten Tinte wird behauptet das sie Chametz sei (Gerüchten zufolge seien Hunde gerade zu Süchtig nach dieser Tinte...). Um dieses "Problem" zu lösen gibt es nun spezielle Töpfe zu kaufen, damit man die Eier kochen kann. Ähm, ja, klar?

Es verbietet sich jeder Kommentar und die Obermullahs und Muftis weisen daraufhin das eine Nichtbeachtung dieser Vorschrift die sofortige Verbannung ins Gehenom zur Folge hat.

Einen koscheren Pessach!

Dienstag, 1. Februar 2011

Guerilla-Kaschrut: Der Tschingg

Offensichtlich kann man in Zürich also machen, was man will. Nur der Name garantiert bereits für die Kaschrut (siehe unsere gepflegte Hamburgerbude am Waffenplatz), auf eine gültige Urkunde kann man verzichten. Und die Leute gehen trotzdem hin, wird schon gut sein.
Also bürgt Chassidus Chübelsack auch mit seinem Namen. Wir wählen mal ein Lokal aus, das mehr oder weniger gut ist und mehr oder weniger den Kaschrut-Standards von Yves Bourgignon und anderen Szenies genügt, drücken ihm unseren imaginären Stempel auf und sagen: Macht was Ihr wollt. Im Prinzip ist es ja ohnehin, was das lokale Ministerium für Akzeptanz und den tollen Ranz mit Hiltl gemacht hat (auf das Tibits trifft das eigentlich auch zu, das Lokal mutet aber deutlich weniger heimisch an, es ist auch viel näher bei den Sünden des Bellevues und des abscheulich sündigen Seefelds, also ist es nur halb okay).
 
Als Exempel dieser Woche dient der Tschingg. Was, spinnen die jetzt schon vollends? Sind die nicht nur unheimisch, sondern auch noch primitiv-fremdenfeindlich? Nein, der heisst wirklich so. Das Lokal befindet sich am Anfang der Oberdorfstrasse gleich beim Bellevue. Auf einer sehr kleinen Fläche hat man die Auswahl zwischen geschätzten fünf verschiedenen Menus. D.h. sie bestehen aus einem Brötchen, das mehr an eine Plastikfaust als an eine Speise erinnert sowie einer gut gefüllten und ansehnlichen Portion Teigwaren. Die Saucen sind immer vegetarisch und frisch zubereitet (wer hinten im Lokal sitzt, spürt den Zubereitungs-Mixer oft im Untergrund vibrieren). Dazu gibt's politisch und guerilla-mässig problematischen Parmesan (Lab-Problematik, siehe anderswo hierdrin). Der Hammer ist, dass die Teigwaren allesamt unter Fr. 10.- kosten. Wie das möglich ist, weiss niemand, schon gar nicht an dieser Location (Fr. 2.50 Aufschlag, wenn mit normalem Gedeck zu konsumieren, andernfalls im Kartonquader on the go, aber mit Sitzen). Die Pasta schmeckt vorzüglich und der Ort hat seinen eigenen Charme. Dazu trinkt man entweder einen auszuwählenden, frischen Fruchtsaft, Bier (Theresianerbräu) oder wiederum guerillamässig diskutablen Wein (ein wahrer Guerillero trinkt eh nur Schoggimilch mit Chili). Die üblichen Softdrink-Brausen gibt's ja auch zuhause. Und isst zum Dessert frische Früchte, welche in einer Auslage zum Verkauf bereit stehen.
 
Alles in allem zirka fünf Daumen nach oben, man möge also einen Besuch abstatten, da das Geschäftsmodell deutlich zugunsten des Gastes ausgelegt wurde (sprich man sich wundern darf, wenn in 12 Monaten noch da geschlemmt werden kann).
 
Wir möchten an dieser Stelle mit Nachdruck darauf hinweisen, dass der Besuch von Restaurants im Allgemeinen eine fröhliche Angelegenheit darstellt. Im Hintergrund könnte dabei Musik laufen, die Leute dürften auch lachen. Im Hinblick auf die Zerstörung des Tempels ist deshalb gefälligst darauf zu verpflichten, es sei denn, man hat einen wirklich zwingenden Grund dazu. Hunger zählt leider nicht (essen kann ich ja auch zuhause), in Ausnahmefällen darf mit Ohrenpfropfen ein Ausnahmegesuch in der lokalen Presse oder am Anschlagbrett von Tiefencastel publiziert werden.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Fine by fragwürdig


Vor ein paar Wochen (gefühlte 15) und kurz nach Rosch HaShana besuchte man die Stätte mit den besten Hamburgern in dieser Stadt (und mit dem einzigen Imbiss-Schwarma, das mir jedoch noch niemand bestätigen konnte, effektiv probiert zu haben). Weil man sich dabei eh immer 5 Minuten die Füsse austreten darf, weil man immer den Moment erwischt, wo es am meisten Leute hat oder gerade heftige Diskussionen über die Wohnungsknappheit, die letzten kolportierten Schwangerschaften oder den Tikkun von Tiefencastel im Gang sind - aus all diesen Gründen eben steht man also rum und schaut sich ein wenig die Möblierung auf. Also fiel damals ins Auge, dass der Hechscher abgelaufen war (Gültigkeit bis Elul 5770). Na ja, kann ja passieren, wohl ist das im Trubel der Chagim-Vorbereitungen untergegangen, weiss der Moischi, warum.

Gestern jedenfalls reichte es nach Ewigkeiten wieder mal zu einem Hambuger. Schmackhaft wie immer, fantastisch. Alles fällt auf allen Seiten raus, weil man es wieder mal mit den Salaten übertrieben hat, aber etwas bleibt im Hals liegen. An der Wand gegenüber der Kasse hängt weiterhin die Koscher-Zertifizierung, die exakt selbe, die bereits vor Wochen da hing. Mit dem kleinen Detail, dass irgend so ein kopiertes Handschriftifikat mit Geschäftigkeiten bezüglich Mesonot und Motzi, Fruchtsäften und anderen Spässen darüber hängt: und es verdeckt genau eine Zeile des Hechschers, nämlich derjenige mit der Dauer des Hechschers, welcher nunmehr seit 5 Monaten abgelaufen ist.

Da werden gerüchteweise dem Lokal also Restriktionen bezüglich Musik, bezüglich der Vermeidung von Anzüglichkeiten und obszönen Gruppenpaarungen mittels einer sehr begrenzten Anzahl Tischen gemacht, aber dass ein Restaurant fünf Monate ohne gültigen Hechscher Gäste bewirtet, das stört offensichtlich niemanden. Ein kleines Stirnerunzeln ist angebracht.

(Die Fine by Fein-Wirte wurden durch den Schreibenden auf den Umstand nicht angesprochen. Wohl zu Unrecht.)

Dienstag, 26. Oktober 2010

Neulich am Oktoberfest in Zürich

Die versammelte Büroschaft hat sich neulich mittags verabredet, um Händchen haltend gemeinsam auf dem Bauschänzli das Mittagsmahl zu verdrücken. Da stellt sich auch für den gewieften Guerrilla-Koscher-Durchschlängler zum Vornherein die Frage, was man denn da konsumieren können soll. Alle Wurst- und Fleischwaren fallen natürlich schon mal weg. Die käsigen Gerichte riechen bereits am Eingang so stinkig, dass sich die Frage nach deren Konstitution mit natürlichem Lab auch erledigt. Also was? Ein Blick auf das Menü. Wildschwein? Cipollata? Weisswurst? Ein Blick auf die Karte: Dasselbe in braun, also gar nichts.
Neutral und höchst naiv wurde also beim Bestellen die Frage in den Raum geworfen, ob sie denn einen Salat hätten. Die Dame in Dirndl (man wünschte sich, sie hätte keines angehabt - sondern einen Skianzug) schaut verdattert, als hätte man in der Bierhalle Wolf gerade ein Glas Milch bestellt und wirscht ein sattes NEIN! zurück. Damit wäre auch das geklärt gewesen. Die Frage, ob sonst was nicht auf der Karte wäre und einen Exkurs über die Vorzüge der koscheren Küche wurden dann auch gleich weggelassen und das Projekt auf das Wesentliche reduziert:
Ein grosses Bier und einen Kaiserschmarren... (nächstes Mal komm ich mit den schabbesdigen Tschulentresten im Thermos!)

PS: Über das anwesendene Volk lasse man sich dann ein anderes Mal aus. Zwirbelschnäuze, Kopfbewaldungen jeglicher Sorte, Modefans, verdächtig bierselige Banker, Miniversionen von Lederhosen mit unbedacht normalen, weissen Socken, erstaunlich solide Hässlichkeiten aller Sorten...

Dienstag, 5. Oktober 2010

Was macht Milch koscher (und günstig)?

(Lieber Herr Koscher aus Zürich. Bitte lesen sie das und lernen Sie daraus, dass Kashrut und geschäftliche Effizienz sehr gut zusammen passen können.)

Bei einem Besuch in einem Kibbutz im Norden Israels habe ich diesen Sukkot beeindruckende Einblicke in den Melkprozess einer der grössten Lieferanten von Tnuva erhalten. Dabei ging es einerseits darum, die Milch so effizient wie möglich zu melken. Gleichzeitig sollte jede der rund 750-1‘000 Kühe individuell überwacht werden. Und obendrein soll die Milch auch noch Mehadrin sein und von hoher Qualität. Folgende Massnahmen ermöglichen all diese Ziele:

Melkstation (das Bild ist nur ein Symbolbild):
Die Melkstation präsentiert sich zunächst so, wie man es aus grösseren Melkbetreiben kennt. Eine grosse ringförmige Plattform, welche sich konstant dreht. Der Stall daneben wird mit je einem Eingangs- und Ausgangs-korridor mit der Plattform verbunden. Somit besteigt die Kuh die Plattform (selbstständig!) und fährt während einer Umdrehung mit und wird gemolken. Sobald sie wieder (fast) am Ausgangspunkt ist, steigt sie von der Plattform und geht über den Ausgangskorridor in den Stall zurück.
Einziger regelmässiger Eingriff durch den Mensch bleibt das platzieren der Melkbecher (das heisst wirklich so). Dies wird in gewissen Betrieben automatisch gemacht, was aber oft zu Problemen zu führen scheint.

Chip am Fuss jeder Kuh:
Jede Kuh trägt an einer Vorderhufe ein kleines Kästchen. Beim betreten der Plattform wird dieses von einem Sensor gelesen. Die Maschine weiss somit genau, wie viel Milch diese Kuh heute geben kann/muss. Dies aus zwei Gründen: 1) Ist diese Menge erreicht, lösen sich die Melkbecher von selbst von den Zitzen. 2) Gibt die Kuh weniger Milch als vorgesehen, wird ein Stallarbeiter vom System informiert. Die Kuh wird nach dem Melken medizinisch untersucht.

Ausserdem dient das Kästchen als Schrittzähler. Macht eine Kuh während des Tages zu wenig Schritte, wird sie medizinisch untersucht. Macht sie zu viele Schritte, ist sie möglicherweise auf der Suche nach einem Stier. Ist dies der Fall, wird sie künstlich besamt.
(Übrigens: Bei rund 800 Kühen kommen täglich etwa 6-8 Kälber auf die Welt. An Spitzentagen sogar bis zu 18!)

Milch-Sensor:
Bevor die frisch gemolkene Milk in den Sammeltank fliest, muss sie zuerst an einem Sensor (die blauen Kästchen auf dem Bild oben) vorbei fliessen. Dieser misst gewisse Nährwerte und kontrolliert die Milch auf Blutspuren. Stimmen die Werte nicht oder befindet sich Blut in der Milch, wird die Milch sofort abgesondert und gerät nicht in den Sammeltank (wo sie die restliche Milch unbrauchbar machen würde).

Kameras:
Überall dort, wo Menschen am Ablauf beteiligt sind, sind Video-Kameras platziert. Das Signal geht direkt zum zusatändigen Rabbiant, welches sicherstellt, dass am Shabbat und Jom Tov keine jüdischen Arbeiter, tätig sind. Die Arbeit wird dann meist von arabischen oder thailändischen Arbeiter übernommen.

Resultat:
Der Kibbutz produziert täglich knapp 25‘000 Liter Milch, welche von hoher Qualität ist und ausserdem Kosher LeMehadrin ist. Für Mehadrin Milch bezahlt Tnuva dem Kibbutz knapp einen Shekel mehr als für nicht Mehadrin Milch (sprich fast 25‘000 Shekel mehr am Tag!).

Solltet Ihr je die Möglichkeit haben, einen solchen Betrieb zu besichtigen, kann ich es nur wärmstens empfehlen.

Dienstag, 14. September 2010

Resurrexit Gonzalez

Nachdem sich Elektriker und Cablecom sowie sämtliche Sub-Unternehmer nun endlich dazu genehmt haben, das Kraulen der hauseigenen Billardkugeln endlich zu unterlassen und mich wieder mit der Welt des unnützen und reputationsschädigenden Wettsurfens zu verbinden, habe ich mich sozusagen zur Feier des Tages entschieden, einen Eintrag zu lancieren, ohne genau zu wissen, wohin die Reise führern wird. Die Feier des Tages wird ausserdem heute zu später Stunde mit dem Köpfen eines Murray Mc David (Macallan) vollendet, auch dies ohne genau zu wissen, wohin dies schliesslich führen soll.
Man hätte ja schliesslich nicht erwartet, dass nach lediglich zwei Wochen zügelbedingter Internet-Absenz in Telefonaten mit völlig schuldlosen Callcenter-Handlangern dem Anrufenden (logischerweise nur mit dem Ziel, schneller wieder zu einem Anschluss zu gelangen) derart der Kragen platzt und man sich in Tiraden über Recht und Verfassung schon fast aufführt wie Michael Knight auf der Suche nach Gerechtigkeit in einem Pontiac Trans Am oder Alan Shore in der legendären Freedom of Speech-Episode:

Aber dies alles gehört nun der Vergangenheit an. Vorbei die Tage des Bücherlesens (was für eine Unart). Endlich hat man auch eine Ausrede, nicht zu Sliches gehen zu müssen (konnte mich nicht ausloggen) und endlich hat man auch einen Zugang zu den chinesischen Fernsehsendern, welche von Guysolino pünktlich annunzierten, hochbrisanten Länderspiele zwischen Kasachstan und der Mongolei auf einem 3x3 cm-Stream übertragen.
Auch das vergangene Jahr ist seit fünf Tagen nunmehr beendet und ist natürlich von der CC-Akademie für Historik, Recht und Verfassung, welche bereits ihr vierjähriges Bestehen jubiliert, gebührend zu würdigen. Der FCZ hatte mehr oder weniger glorreiche Tage in der Champions League. Der FCZ hatte eher weniger glorreiche Tage in der Axpo Gurken-Liga. Die Koscherversorgung bleibt auch mit der Eröffnung des Gammelwaren-Detaillisten in der Industrie und der Neu-Eröffnung des russischen Bäckers ein ausgesprochen trauriges Kapitel des lokalen Jahoodismus (CC gratuliert an dieser Stelle den zuständigen Entscheidungsträgern für die womöglich eklatanteste Chumre der letzten Jahre mit dem Inhalt, dass eine Koscherbäckerei nur parve Gebäck zu verkaufen hat. Damit ist wohl ein weitläufiges Unikat von seltener Sinn- und Verständnislosigkeit instituiert worden). Auf der positiven Seite ist der Neu-Umbau der ICZ zu vermelden, welcher in Sachen Funktionalität (in einem ersten und noch unfertigen Eindruck) erhebliche Fortschritte gegenüber der vorherigen Situation mit sich bringt. Ein koscheres eigentliches Restaurant kann hierbei auch ausserhalb des Gemeindezentrums platziert werden, wie dies auch rund um den Globus der Fall ist.
In diesem Sinne verbleiben wir an dieser Stelle vorerst mit den besten Glückwünschen und einem Heiden-Naches für das angelaufene Jahr, viel Gesundheit, viel intellektueller Tiefgang, Mut zur Lücke und dem Ausdruck der anderen Meinung und zwar nicht nur unter vorgehaltener Khille-Hand, wenn es die Umstände erlauben bzw. erfordern.
Shana Tova!




Mittwoch, 1. September 2010

Dem VgT eins aufs Maul

Das Schächten in der Schweiz verboten ist dürfte hinzulänglich bekannt sein. Wieso das es verboten ist dürfte wohl eher weniger bekannt sein, zum Schutz und Wohl des Tieres ist es nicht, was ich gleich darlegen werde.

Schächten ist seit 1896 in der Schweiz verboten, ein Verbot das nur aufgrund antisemitscher Ressentiments zustande kam und seit der letzten Revison des Tierschutzgesetzes zwar nicht mehr in der Verfassung steht sondern nur noch im entsprechenden Gesetzesartikel. Der SIG wurde auch zu dem Zweck gegründet das Schächtverbot in der Schweiz abzuschaffen. Mit mässigem Erfolg. Bei der Revision des Tierschutzgesetzes wurde lange darüber diskutiert, ob und wie das Schächtverbot, das sowohl für Koscheres als auch für Halalfleisch gilt, eventuell gelockert werden könnte. Am Ende blieb alles beim alten, auch dank gütiger Mithilfe der Tierlobby um den VgT. Die Argumente waren und sind bis heute immer dieselben: Schächten erzeugt übermässigen Stress bei den Tieren, Schächten ohne vorherige Betäubung ist grausam für die Tiere, es ist brutal etc.. Aber ist dem wirklich so? In Kürze kommt in den USA ein Film über die Tierverhaltensforscherin Temple Grandin, mehr Infos zu ihr auf Wikipedia, in die Kinos, der das Leben und Wirken von ihr eindrücklich darstellt. Als Autistin geboren setzt sie sich für eine markante Verbesserung der Zustände beim Schlachten der Tiere ein, damit die Tiere weniger Stress ausgesetzt sind und am Ende glücklich Sterben können (falls das überhaupt geht...).

Nach eingehendem Studium der Gemara zum Schächten hat sie zusammen mit den Rabbinischen Verbänden in den USA dafür gesorgt, das das Schächten noch schmerzfreier und effektiver über die Bühne gehen kann. Sie hat 2004 folgendes zum Schächten gesagt (den ganzen Artikel gibt es hier):

NOW THAT I was able to hold the animal gently, it was possible to observe its reaction to shechitah. When shechitah was performed on each steer, I was amazed that the animal did not move. To find out if shechitah was really painless, I started holding the head of each animal with less and less pressure to see if it would move during shechitah. Even big bulls stayed still when the headholder was so loose they could have easily pulled their heads out. I also observed that some shochets were better than others in their ability to cause rapid unconsciousness. All of the cuts were correct from a religious standpoint, but some shochets were more biologically effective. A swift cut was more effective than a slower one. In the hands of the best shochets, the animal does not make a sound or flinch, and drops unconscious in eight to 10 seconds.
Und weiter :


I know that shechitah, done right, is the most humane slaughtering method.
Mehr gibt es dazu wohl nicht mehr zu sagen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Gastronomie an der Côte d'Azur: Restaurant Binoutche in Juan-les-Pins

Im Zuge der Bemühungen, der CC-Leserschaft in regelmässig-unregelmässigen Abständen die lohnenswertesten (und weniger) gastronomischen Stätten auf dem ehemals blauen Planeten näher zu bringen, wurde eine Gesandtschaft von Chassidus Chübelsack vergangene Woche auf Pirsch nach Südfrankreich geschickt. Grundsätzlich ist zu sagen, dass man sich dabei überall wie im Paradies wähnt. In Cannes alleine gibt es zwei koschere Metzgereien mit einer breiten Auswahl an Aufschnitt, Würsten etc, neben der Frischfleischsektion mit Lamms-, Rinds- und Kalbskoteletten, Entrecôtes und anderen exquisiten Teilen wie frischer Leber, Herz und anderen Innereien, nach welchen das Herz gieren mag. Der Grill kam jedenfalls nicht zu kurz.Für den auswärts zu essen begehrende Kulinaristen ergeben sich mindestens genauso viele Optionen. Am Strand mal verkauft ein Kiosk koschere Sandwichs und Hot Dogs (Hechsher-Situation nicht abgeklärt), daneben bietet Cannes zwei koschere Restaurants (Tovel und Kitchen), welche aber diesmal keiner genaueren Prüfung unterzogen worden. Hingegen wurde im Binou'tché (oben anders geschrieben, weil damit im Internet bessere Trefferquoten erzielt werden) in Juan-les-Pins diniert. Das Restaurant wird von einem südamerikanischen Chassid (Chabad-affiliert) namens Binou, daher der Name des Lokals, geführt und hatte bis vor wenigen Monaten eine milchige Küche. Inzwischen ist an der Tür nebenan eine fleischige Stätte entstanden, welche es in sich hat. Die Ausstattung ist sehr gut und mondän gewählt, das Interieur ist mit verschiedenen Aufnahmen von New York - und einem unübersehbaren Konterfei von Rav Schneerson - dekoriert. Die Karte besteht aus zwei Seiten von verschiedenen Vorspeisen, (fleisch- und fischhaltigen) Salaten sowie einer Vielzahl von Hauptspeisen und Fischen. Zur Vorspeise wurde ein Salat mit Foie Gras und Feigenkompott getestet. Die dazugehörige Sauce war geschmacklich gut gewählt, nicht zu bitter und in einem passenden Volumen.
Zur Hauptspeise wurden das Entrecôte Rossini (d.h. mit Gänseleber-Zulage) und einer exquisiten Sauce sowie die Entenbrust an süsser Sojasauce und eingelegten Feigen getestet. Das Fleisch kam exakt in der gewünschten Garzeit und schmeckte vorzüglich frisch grilliert. Die Pommes Frites kamen als Beilage in einer Konsistenz, wie man sie in der Schweiz schon sehr, sehr lange in koscheren Restaurants nicht mehr geniessen konnte: Gross, gut gefärbt, nicht zu weich, gut gesalzen, was ein Genuss. Unnötig zu sagen, dass nach diesem kulinarischen Feuerwerk und einem übermässigen Völlegefühl die Auswahl eines Desserts ausblieb.

Entenbrust und Entrecôte Rossini

Fazit: Der Besuch ist für fleischophile Südfrankreich-Besucher mehr ein Muss als ein Soll. Juan-les-Pins ist auch für ein abendliches Flanieren entlang der Strandpromenade absolut zu empfehlen und in vielem deutlich freundlicher als die ungleich grösseren Cannes oder Nizza.

Binoutché-Chassidus Chübelsack-Spezialofferte: Besucht bei Eurem nächsten Côte d'Azur-Besuch das Binoutché in Juan-les-Pins, erwähnt, dass Ihr auf Empfehlung von Chassidus Chübelsack gekommen seid und kommt so in den Genuss einer 20%-Reduktion auf Eurer Konsumationsrechnung.

Montag, 14. Juni 2010

Kubbetz Hilchot WM


Auf freundlichen Hinweis des oranjefarbenen Quasischwagers aus dem Elsass mit Wurzeln am Rio de la Plata hin sei auf ein berühmtes Standardwerk verwiesen, das aus aktuellem Anlass zu Gemüte geführt werden muss. Heutzutage hat niemand mehr Zeit, gemäss Tradition und Pflicht Halachot zu lernen. Alle stopfen sich die Hirnwindungen mit irgendwelchen abstrusen Theorien und Philosophien zu, dabei geht doch die praktische Handhabung der Religion in ihrer tagtäglichen Anwendung verloren! Wann darf ich mir die Fussnägel schneiden? Mit welchem Fuss stehe ich am Morgen auf? Wo binde ich mir die Schuhe zuerst? Ist eine Bicicletta wirklich Guyem-Naches? Welches ist das 21h-Spiel?
Da aktuelle nicht weiter Zeit vorhanden ist zur weiteren Kommentierung, werden wir dies vorderhand verschieben und den Beherrschern der hebräischen Sprache das Weitere zur Imprägnierung überlassen (Kwöll: Mahadurat Limmud Klali Peléwitsch von Yediot Achronot):

1)

נהגו אומות העולם להיאבק זו בזו מדי ד' שנים בכיבוש שערים עד אשר יימצא זה אשר הגביע בידו, כדכתיב: ובשנה הרביעית יהיה לכדור קודש הילולים למונדיאל. וכיוון שהכיבוש משחית הוא, נוהגים ישראל להחמיר ולא לכבוש שערים כלל, ותחת להתחרות במונדיאל, מסתפקים בצפייה בו, בבחינת אותו תראה ושמה לא תשחק

2)

מצוות הצפייה במונדיאל מצוות עשה שהזמן גרמא היא, ועל כן נוהגת בגברים בלבד, וטוב שיתכוון הגבר להוציא אשתו מהבית בזמן המשחק.

3)
. יש לצאת בכל תוקף כנגד אותן נשים שעושות עצמן כמתעניינות בכדורגל, ותחת להניח לנפשם של הגברים, מציקות הן בקושיות סבוכות על חוקי המשחק בדיוק כשמסי פורץ לרחבה, וידוע מאמר חז"ל כי המלמד את אשתו כדורגל כאילו מלמדה תיפלות, שהוא מלמדה פרק בהלכות נבדל והיא שואלתו על שום מה נבדלים צבעי מדי הנבחרות אלה מאלה, ואינה מכירה בין תכלת של ארגנטינה ללבן של אנגליה

4)
נתייחדה מצוות הצפייה במונדיאל, שעל אף שמצוות עשה היא, יש בה משום שב ואל תעשה, שדי לו לאדם שירבץ בכורסתו אל מול המסך כדי לקיים המצווה. וכיוון שחביבות מצוות על ישראל נהגו להוסיף למצוות הרביצה גם פיצוח גרעינים קליות ואגוזים, לגימת בירה ומתן הוראות לשחקנים, ומתפללים שייעשה להם נס וישמעו השחקנים את הוראותיהם דרך המסך

5)
אין צופין במונדיאל אלא בחבורה, וממנים את הקטן שביניהם לסינג'ור והוא המוציא והמביא להם בירות מן המקרר, ומי שצופה לבדו אין לו חלק לעולם הבא וסופו שמפספס כל הגולים כשמביא בעצמו הבירה. בשעת הדחק יש להתיר לצפות ביחיד, אולם העושה כן יקפיד להתקשר מדי ח"י רגעים לחבריו כדי לשאול: "ראית את זה???"

6)
מאימתי צופין? משלב הבתים ועד לגמר. ויש אומרים: משלב הבתים ועד שלב הרס הבתים, כשנוטשת אשתו את הבית ועוברת לגור אצל אמה. במקצת קהילות נהגו לצפות במשחקי הנוקאאוט בלבד, ולא טוב הם עושים, שככל שמתקדם המונדיאל הולכים ומשתעממים משחקיו, שרעדה אוחזת ברגלי השחקנים ותחת להיות כגיבורים הכובשים את גוליהם, עומדים הם כחומה בצורה ואין מבקיעין כלל (בונקער בלע"ז)

7)
אין צופין במונדיאל לא מתוך שחוק ולא מתוך קלות ראש אלא מתוך כורסה של מצווה, וטוב שיכוון ליבו למשחק, יבטל עצמו כליל, ולא יתיק עיניו מהמסך לא ימין ולא שמאל, שאם לא כן עובר ב"לא תתורו". הנצרך לנקביו באמצע משחק טוב שיתאפק וימתין למחצית עת מלהגגים הפרשנים במילתא דבדיחותא וזורקים זה לזה קלישאות קלישאות חבוטות חבוטות

8)
משנתרתקו הגברים לכורסאותיהם ואינם נעים ואינם זעים מהן, יוצאות הנשים לפזז ולכרכר בקעניונים, בלא גברים שידחקו בהן לסיים השופינג, ומנהג זה הוא בבחינת זה נהנה שאשתו לא בבית וזה חסר בחשבון הבנק. ומכל מקום טוב שתקפיד האשה על קיום הלכות שופינג בכל דקדוקיהן ופרטיהן ותרי"ג שקיות התלויות בהן

9)
תחילה נהגו ישראל להתחלק בין אוהדי ברזיל, אנגליה והולנד (אחינו הכתומים). משנתמרמרו כל צבועי העולם על המרמריס, ונמצאו כל אומות העולם שונאות לישראל, אין זה חשוב את מי יאהד, ובלבד שינקוט צד מבעוד מועד וידבק בו, שלא יהיה כפוסח על שתי הסעיפים מדי משחק

10)
ר' כילי אומר: כל המסכים כשרים לצפייה, אפילו מסך שפופרת יד' אינץ' מתקופת האנטימחיקון התחתון. ר' סקאל אומר: לא יפחת ממסך מהודר עשוי פלעזמה בגודל לב' אינץ', שאותיות HD כסופות חקוקות בחזיתו. מנהג המפרסמים ליפות סחורתם ולהכתירה בשלל תכונות הכתובות בצופן עשויה צירופי אותיות משונים, ובמיוחד נהגו להרבות במספר היציאות שבגב המסך, כדכתיב: יציאות המסך שתיים שהן ארבע. ועוד נהגו לפרסם את ניגודיות
המסך, ולא ידעתי עניין הניגודיות מהו עד שהתנגדה אשתי שאקנה המסך

11)
שלושים יום לפני המונדיאל מעלין את מחירי כורסאות הטלוויזיה, המסכים, ושאר תשמישי הקדושה של המונדיאל, ברמ"ח אחוזים, כדי להורידם לאחר מכן במבצע של "עד 50%". מנהג נאה נהגו לכתוב את ה "50%" באותיות קידוש לבנה בגודל 42 אינץ', ואת ה"עד" באותיות טל ומטר בגודל מחצית האינץ' בלבד. ייזהר הציבור מאוד מרכישת אותם מסכים המפארים עצמם כ"מותג מוכר" ונמכרים במחצית מדמיהם של מסכים בעלי יחוס, שחזקה היא שאם היה המותג מוכר למישהו מלבד לזה המוכרו, הרי שהיו מפרסמים את שמו

12)
שבת הקודמת לפרוץ המונדיאל היא שבת הגדול, ונהגו לפרסם בה מוספי ספורט מגודלים הסוקרים כל אחד ואחד מאחד-עשר כוכביא של נבחרות העולם, ועושין מי שברך לפצועים. גדולי פרשני הדור עוסקים במלאכת הניחוש, וכל נבחרות העולם עוברות לפניהם כבני מרון, וכותבים את גזר דינן: מי תעלה ומי תודח, מי בנגיחה ומי בבעיטה, מי בפנדלים ומי בשער זהב, וסופם שנמצאים ניחושיהם כחרס הנשבר וכצל עובר וכחלום בלהות יעוף

13)
מצווה מן המובחר שלא לשחק במונדיאל בכדור שרגילין לשחק בו בשאר ימות השנה, אלא לייחד מבעוד מועד

כדור חדש שלא עלה עליו עול, ורגל אדם לא בעטה בו, בבחינת וישן מפני חדש תוציאו. על כן נהגו גדולי ישיבת ההנהלה של אדידעס לברוא מדי מונדיאל, יש מאין, כדור חדש בתכלית החידוש (ג'אבולעני בלע"ז), ובכל מקום שדבר הכדור החדש מגיע אבל גדול לכדורגלנים ומתבכיינים בקול גדול, וטוענים שגדולי אדידעס שמים עליהם שלושה פסים

14)
מודים אנו לקב"ה ששם חלקנו מהבועטים נעלי הבית כשיושבין על הכורסא ולא שם חלקנו מבועטי קרנות. שאנו משכימים לצפות במשחק של צפון הונדורס נגד דרום ניגריה, והם משכימים לעוד אימון כושר, אנו רצים למקרר להביא עוד בירה, והם רצים כמשוגעים אחר הכדור, אנו עמלים לפצח הפיסטוקים והם עמלים לפצח ההגנה של היריב

15)
מייד כשיסתיים משחק הגמר, יכבה את הפלעזמה, יקום מכורסתו, ינער היטב קליפות הפיסטוקים, ויאמר: יהי רצון שכשם שזכינו לצפות במונדיאל זה, כן נזכה לשחק במונדיאל הבא בכדור מעורו של לוייתן

Ganz im Sinne von Guerilla-Halacha haben sich (weibliche) Tifose der jüdischen Gemeinde Italiens bereits zu dieser Halacha zu Wort gemeldet und diese Diskriminierung des weiblichen Geschlechts bereits in aller Schärfe als "Halacha di M*i*n*c*h*i*a" verurteilt. In gewissen Teilen der Welt weiss nämlich auch die weibliche Zuschauerschaft noch die Hälfte der Auswahl mit Namen und Geburtsorten aufzuzählen und kennt die Natur des Offsides...

Dienstag, 27. April 2010

  • Man ersetze "Central Park NYC" mit "Rieterpark ZH City".
  • Bitte Nutzung des Chäppis bzw. Besuch des Rieterparks während der Sefirahzeit, für diejenigen die sich bereits unfreiwillig aus den jährlichen Omergames verabschiedet haben, unterlassen.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Panettone-Update

Eminent wichtige Mitteilung für das kulinarische Fortkommen des observatorischen Zentralkomitees von Chassidus Chübelsack, auf freundliche Weiterleitung unseres IGFKL-Maulwurfs:
Gemäss telefonischer Auskunft des SIKS sind die Panettoni und Pandoro's von Melegatti (siehe weiter unten für die genaue Liste) auch ohne Stempel koscher.
Man freut sich also, mampft nun unter dem Engelschweif genüsslich vor sich hin und hofft auf ein baldiges Ende des Herbstes, also auf Glatteis, schwurblige Kälte und Schneestürme. Wie früher halt.

Montag, 21. Dezember 2009

Kosher Panettone & Pandoro von Melegatti

Eine Liste der Services International Kosher Ltd. zirkuliert dieser Tage gemäss welcher die bekannte italienische und internationale Herstellerin Melegatti verschiedene Panettone- und Pandoro-Modelle führt, welche teils einen Koscherstempel tragen und deshalb genüsslichst konsumiert werden können. Neben den Freitagen und den leeren Skipisten am Stephanstag und am 1.1. hat die Feiertagsperiode also noch etwas Positives an sich... (klick auf Bild für konkrete Vergrösserung)

(Unabhängigen Gerüchten eines entfernten Geistesbruders von Churban Brünzel zufolge findet sich der Pandoro Verona auch in lokalen Denner-Filialen zu Fr. 10.75)

Sonntag, 12. Juli 2009

Der Rigi hat uns gehabt

Der Bildbeweis: Mann war da

So sei's um uns geschehen. Um 06:45 traf sich der Oilem heute Morgen endlich zum lange ersehnten und so wichtigen Chassidus Chübelsack-Teamevent des Rigi-Schwinget 2009. Mit Spannung erwartet und im Kreise illustrer Gesellschaft endlich ausgetragen, teils vom schönen Wetter verschmäht und konstant vernieselt. Dafür vom Grillgott in höchster Weise gesegnet und am Ende ein Anlass wie geschaffen, um die schöne Haut zu pflegen.

+ Herr Weisser Hase um 09:00 in der Beiz unterwegs
+ Grillade von ganz grossen Eltern.
+ Erstklass-Hinfahrt
+ Erkleckliche Einführung in die Schwingkünste durch lokale Conaisseure
+ Der Brienzer: immer wieder schön im Anschauungsunterricht
+ Wanderleistung erster Güte: 1100 Höhenmeter in netto 3h Zottlerei
- Ketchup-Attacken missgünstiger Konkurrenten
- bäurischer (Mund-)Schiss
- Jodeln ist was für Eunuchen

Donnerstag, 9. Juli 2009

Der 17. Tamus und eine Chumres-Innovation

Schkuzim mit Piercing in der Wirbelsäule


Man liegt in Ödnis auf dem Sofa. Erholt sich von den Strapazen des Alltags, der einen doch so regelmässig einholt. Jappst nach Luft und denkt an Lasagne. Schmierige, leckere Lasagne mit Mozzarella-Bindfäden, dass man vor lauter Gabeldrehen massig Krämpfe kriegt, natürlich obendrauf gleich auch noch mit Parmesan, dazwischen Bechamel-Sauce, frische Tomaten, Pilze, Marshmallows, Sirup und ...
Aufwachen. Draussen ist immer noch hell und vor allem immer noch 17. Tamus. Zur Erinnerung für all jene, welche wie jedes Jahr am Ende des Tages angekommen sind und nicht mehr wissen, wozu das ganze eigentlich dient:
  • Mosche zerbricht die Luchot (wohlbemerkt im Präsens, da jedes Jahr von neuem)
  • Das Korban Tamid wird unterbrochen
  • Die Stadtmauer von Jerusalem werden durchbrochen;
  • Apostomos verbrennt die Torarolle;
  • Im Tempel wird ein Götzenbild aufgestellt.
Und also harrt man weiter (natürlich traurig) des Eindunkelns und des endlichen Einnehmens der obgenannten Lasagne. Oder sonst etwas Essbarem, weil man nach so unmenschlich langen Fasttagen eh nur noch einfach reinschaufeln will, was passt. Hauptsache Teigwaren (in etwa wie Mailand oder Madrid, Hauptsache Spanien).
Jedenfalls ist mir heute vor lauter Traurigkeit noch eine sehr teilenswerte Chumre in den Sinn gekommen, die ich in keiner Weise vorenthalten möchte:
Man sollte demnach an einem Fasttag auf keinen Fall das Fahrrad verwenden. Erstens ist dies natürlich ein absolut unpässliches (passt sech nisch, kännsch) und schweisstreibendes Fortbewegungsmittel, welches zumindest dem Sinn des Tages schon diametral entgegensteht (Die Tennisturniere, welche auf Machanot regelmässig und Fastobligatorium als Teilnehmerbeschränkung mit Plastiktennisschlägern und Schaumgummiball auf einem effektiv eingezeichnetem Tennisfeld und Austragung nach Grand Slam-Modus bleiben hier auf jeden Fall unerwähnt). Und zweitens möchte man ja auch nicht während des Fahrens in einem Zustand akuten Sauerstoffmangels nach Luft ringend plötzlich unerbetene Schkuzim im Schlund wiederfinden, die dann drei Minuten vor Fastenende jäh einen Fastenabbruch provozieren und so den ganzen Spass verderben.
Darum eben die Chumre der Fasttage (bitte wenn möglich gleich während den ganzen 3 Wochen): Keine Velofahrten ohne Imker-Netz!
Zom kal, moil und baldbaldsonntag


Ich hab's versucht, aber ich kann mir den Link nicht verkneifen, Piich!