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Dienstag, 12. August 2014

Kommunikation 2.0


Werte Bloggemeinschaft


Es ist wieder mal Zeit, in die Tasten zu hauen. Einerseits aus aktuellem Anlass, andererseits soll dieser weltimperialistischen Seite wieder mal etwas Leben eingehaucht werden.

Die ICZ kommuniziert seit einigen Tagen über Social Media-Kanäle. Bis anhin lief die Kommunikation mit ihren Mitgliedern hauptsächlich über postalische Zustellungen sowie E-Mail-Newsletter (in der Regel in mehrfacher, stets korrigierter Ausführung). 

Wobei das gleich selbst korrigiert werden muss. Der Rücktritt des Co-Präsidenten wurde mit grosszügigen Bildern auf einer Doppelseite im Tachles zelebriert. Die Mitglieder hingegen erfuhren mit einem einzigen Satz auf der letzten Seite der Einladung für die ordentliche GV davon. Für jedes Ereignis von noch so unbedeutender Wichtigkeit, werden Newsletter und Flyer verschickt. Tritt ein Präsidiumsmitglied zurück, spielen ganz andere Seilschaften. 

Nun also haben sich die Verantwortlichen entschieden, auch Präsenz auf Facebook und Twitter zu markieren. Dies ist ein löblicher Schritt und zeigt, dass sich die Gemeinde als moderne Institution versteht. 

Gemessen am nach wie vor fürchterlichen Internetauftritt ist die Gemeinde jedoch noch einige Tabo-Sefolosha-Schrittlängen von „modern“ entfernt. Doch auf Facebook und Twitter hat die Gemeinde optisch einen ansprechenden Auftritt. Dass der Name auf Facebook falsch geschrieben ist, übersehen wir jetzt mal grosszügig. Die Schreibweise „Icz Zürich“ scheint zumindest neu. Stellt sich die Frage, seit wann sich die Gemeinde klein schreibt – und vor allem für was das „Z“ in „ICZ“ steht. Und obwohl die ICZ mit über 150 Jahren die älteste jüdische Gemeinde in der Schweiz ist, wurde sie erst am 6.11.1958 geboren. So zumindest steht’s auf Facebook.

Viel bedenklicher ist jedoch, dass hier grundlegende Funktionen von Social Media nicht verstanden werden. Die Inhalte und die Tonalität der Tweets auf Twitter sind von einer solchen Banalität, dass sie dem Image der Gemeinde alles andere als zuträglich sind. Twitter ist ein Kommunikationsmittel für eine externe Zielgruppe und kein Whatsapp-Gruppenchat. 

Dass die Gemeinde einen SoMe-Verantwortlichen gesucht oder gar eingestellt haben soll, ist nicht bekannt. Gehen wir deshalb davon aus, dass die bestehende Belegschaft die Kanäle betreut. Dann wiederum stellt sich aufgrund der hohen Intensität der Posts (7) und Tweets (15) in den ersten 5 Tagen schon die Frage, wie diese Zeit davor verwendet wurde.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon jetzt, auf den ICZ-Auftritt auf Pinterest, Instagram, Vimeo, Foursquare, Tumblr, Google+, Flickr, Youtube, Xing, LinkedIn und natürlich auf J-Date.

Freitag, 27. April 2012

Ups, they did it again

Kurz und knapp, denn das folgende Bild braucht eigentlich keine weiteren Erklärungen. Ja, für diejenigen, für die es nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Eine bestehende Etikette wurde mit einer neuen überklebt. Aus "verpackt am 8.12.2010" wurde kurzerhand "verpackt am 27.3.2012". Übrigens: Fundort ist nicht der Freistaat Bayern und es ist auch nicht irgendwelches vergammeltes Dönerfleisch. Sondern Pouletfleisch, das als "koscher" verkauft wird. En Guete! An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein, wann endlich die jüdischen Gemeinden und die Behörden aktiv werden.

Montag, 22. August 2011

Bonjour le gratüloor

Alle, die im Sommer in Israel waren, können es bestätigen; Ivrit ist ein für alle mal überbewertet. Wer kein französisch kann, muss es erst gar nicht versuchen.

Auch die lokalen Behörden, Geschäfte und weiss der Teufel was sonst noch, haben sich inzwischen angepasst. So ruft der Bademeister am Strand neu auch "Missje, Missje. Sortee de l'o! Silt wu ple!"

Welche sprachlichen und amüsanten Konsquenzen das für den neutralen Touristen hat, soll mit diesen Bildern verdeutlicht werden:

Beginnen wir mit einem harmlosen

Was genau sind peaple sind das "people", die am "sea" wohnen? Oder einfach Erbsenmenschen?



Ich ich ich. Alle anderen sind eh doof.

Man müsste meinen, dass es sich lohnen würde, auf Namesbändchen die Namen so zu schreiben, wie sie in praktisch allen Teilen der Welt geschrieben werden. Weit gefehlt! Etweder franzesch oder nichts! Punkt!



Hauptsache vielsprachig! Alles andere isch doch egal.

Ginge es nach diesem Etablissement, hiesse "Grill" auf Ivrit "Shipudim" und auf franzesch einfach "Chez". Konsquenterweise passe ich mich an: "Hey Chef, kannst Du mir noch eine Wurst auf den Chez legen?" Oder "Gehen wir heute chezen?"
(Man bemerke ausserdem, dass der Gastgeber hier offenbar auf englisch und franzesch Charly heisst; auf Ivrit ist es allerdings Shirli...)



Und das ist das Menü von Charly/Shirli:

Ich verzichte auf die Markierung aller Fehler und lasse es als kleine Denksportaufgabe offen. Wieviele Fehler findet Ihr? (Achtung: Es hat sowohl im franzeschen wie auch im englischen Teil diverse Fehler.) Es hat insgesamt mindestens 8 Fehler.

(Sorry: Einen Fehler muss ich doch herausheben. Was in aller Welt ist "Toore" und wie wurde daraus (im englischen Teil!) Chakchouka Mergez?!"


Alles in allem ist das (h)eilige Land ganz klar ein Fall für unseren geliebten Hüter der Sprache.

Bisous und bis bald

Sonntag, 13. März 2011

Samstagabends in Lüttich

Und dann soll mir noch einer sagen das Pyro kein Verbrechen und die Selbstbestimmung der Kurve über alles geht, wenn man sich das folgende Video vom Spiel Lüttich-Charleroi ansieht.

Der Goalie wurde verletzt, das Spiel abgebrochen und Lüttich hat drei wichtige Punkte im Kampf um einen Europapokalplatz verloren.
Bravo!

Samstag, 5. März 2011

Und was würdest du tun?

Geschätzte Leserschaft, nach Wochen des Zauderns und Zögerns, nach Monaten der Ungewissheit und schlaflosen Nächten ist es endlich soweit. Rechtzeitig zu Rosch Chodesch Adar II ist sie hier, in unendlicher Fragwürdigkeit und bereit, unser aller Leben zu verändern.


DIE ERSTE PESSACH CHUMRE!!!!

Die erste Pessach Chumre wurde mir gestern Abend aus dem Mullahzentrum mitgeteilt. Haltet euch fest, nach langer Absenz feiert die gefürchtete Chametz Tinte ein Comeback. Ihr erinnert euch, gemeint ist der Aufdruck des Legedatums auf den Eiern, von der benützten Tinte wird behauptet das sie Chametz sei (Gerüchten zufolge seien Hunde gerade zu Süchtig nach dieser Tinte...). Um dieses "Problem" zu lösen gibt es nun spezielle Töpfe zu kaufen, damit man die Eier kochen kann. Ähm, ja, klar?

Es verbietet sich jeder Kommentar und die Obermullahs und Muftis weisen daraufhin das eine Nichtbeachtung dieser Vorschrift die sofortige Verbannung ins Gehenom zur Folge hat.

Einen koscheren Pessach!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Fine by fragwürdig


Vor ein paar Wochen (gefühlte 15) und kurz nach Rosch HaShana besuchte man die Stätte mit den besten Hamburgern in dieser Stadt (und mit dem einzigen Imbiss-Schwarma, das mir jedoch noch niemand bestätigen konnte, effektiv probiert zu haben). Weil man sich dabei eh immer 5 Minuten die Füsse austreten darf, weil man immer den Moment erwischt, wo es am meisten Leute hat oder gerade heftige Diskussionen über die Wohnungsknappheit, die letzten kolportierten Schwangerschaften oder den Tikkun von Tiefencastel im Gang sind - aus all diesen Gründen eben steht man also rum und schaut sich ein wenig die Möblierung auf. Also fiel damals ins Auge, dass der Hechscher abgelaufen war (Gültigkeit bis Elul 5770). Na ja, kann ja passieren, wohl ist das im Trubel der Chagim-Vorbereitungen untergegangen, weiss der Moischi, warum.

Gestern jedenfalls reichte es nach Ewigkeiten wieder mal zu einem Hambuger. Schmackhaft wie immer, fantastisch. Alles fällt auf allen Seiten raus, weil man es wieder mal mit den Salaten übertrieben hat, aber etwas bleibt im Hals liegen. An der Wand gegenüber der Kasse hängt weiterhin die Koscher-Zertifizierung, die exakt selbe, die bereits vor Wochen da hing. Mit dem kleinen Detail, dass irgend so ein kopiertes Handschriftifikat mit Geschäftigkeiten bezüglich Mesonot und Motzi, Fruchtsäften und anderen Spässen darüber hängt: und es verdeckt genau eine Zeile des Hechschers, nämlich derjenige mit der Dauer des Hechschers, welcher nunmehr seit 5 Monaten abgelaufen ist.

Da werden gerüchteweise dem Lokal also Restriktionen bezüglich Musik, bezüglich der Vermeidung von Anzüglichkeiten und obszönen Gruppenpaarungen mittels einer sehr begrenzten Anzahl Tischen gemacht, aber dass ein Restaurant fünf Monate ohne gültigen Hechscher Gäste bewirtet, das stört offensichtlich niemanden. Ein kleines Stirnerunzeln ist angebracht.

(Die Fine by Fein-Wirte wurden durch den Schreibenden auf den Umstand nicht angesprochen. Wohl zu Unrecht.)

Dienstag, 16. November 2010

Die Uno desavouiert sich selbst

Schenkt jemand dem UNO Menschenrechtsrat eigentlich noch Beachtung? Der UNHRC debattiert inzwischen jede Woche an seinen Sitzungen ausführlich über die grossen Menschenrechtsverletzungen von Israel an den Palästinensern, mit Voten von so grossen Menschenrechtsbeschützern wie dem Iran, Sudan, Yemen, Kuba etc pp., Hillel Neuer von UN watch kann davon mehr als nur ein Lied singen. Der ganzen UNO Farce die Krone aufgesetzt wurde aber an einer der letzten Sitzungen, als der Iran und Syrien, bekannt als Horte der freien Meinungsäusserung und für ihre offenen Gesellschaften, Libyen für seine gute Menschenrechtslage gratulierten.
Max Göldi wurde dem wohl mit stehenden Ovationen beipflichten.

Montag, 25. Oktober 2010

Serie A-Roundup zum Wochenende und Danke SF

Fernandes (Chievo - Cesena 2:1) wird in Verona in den Himmel gelobt. Ein Mann für alle Positionen, für alle Jahreszeiten (Note 6).
Von Bergen (Cesena) spielt eine sehr ordentliche und konzentrierte Partie, lässt sich in der Schlussphase aber zweimal vermeidbar und unnötig verwarnen und wird sodann vom Feld gestellt. Und prompt kassiert Cesena noch das 2:1 (Note 4.5).
Dzemaili (Parma - Roma 0:0) spielt eine ordentliche Partie, verteilt Bälle offensiv und verteidigt mit. Übertreibt es aber offensichtlich mit Weitschüssen, welche zumeist meterweise übers Tor segeln (Note 6.5).
Inler (Udinese - Palermo 2:1) fällt auf den ersten Blick nicht auf, ist aber über die gesamte Spielzeit überall anzutreffen und hilft aus, wo Probleme anzutreffen sind. Dem Siegtreffer von Udine geht ein Kopfball von Gögi voraus, der sich auf den langen Pfosten setzt. Ist mit Asamoah derzeit eines der eindrücklichsten zentrales Mittelfeld-Paare (Note 6.5).
Ziegler (Inter - Sampdoria 1:1) Inter staubt am Ende doch noch ein Unentschieden ab und hat gute Chancen. Ziegler's Gegenspieler ist das brasilianische Jungtalent Coutinho - und er hat ziemlich alle Hände und Füsse mit ihm zu tun, was ihm nicht zu gut bekommt. Am Ende bringt er eine brandgefährliche Flanke herein, welche Pazzini nur mit viel Pech zum Tor verwerten kann (Note 5.5).
Wir gratulieren ausserdem dem SF für seine weiterhin katastrophalen Matchberichte. Sie sind an Emotionslosigkeit kaum zu überbieten und sind eine Anreihung von Floskeln und hochgespieltem Fachwissen, dass es dem (v.a. internationalem Format gewohnten) Zuschauer übel wird. Höhepunkt ist wohl, dass in der samstäglichen Zusammenfassung von der Auswärtsniederlage von Luzern gegen Xamax nicht mal für nötig empfunden wurde, den Originalton wiederzugeben, sondern irgendeine akustische Fussballeinspielung eingespiesen wurde mit Zuschauerschreien bei Einwürfen und Auswechslungen. Hauptsache, man kann in den Berichten immer noch geflügelte Worte zu Wurst-Konsumenten (blanker Neid), schlafenden Kindern und kuschelnden Secondos einsetzen. Eine Zumutung.

Montag, 4. Oktober 2010

Die offizielle "Zürich 2"-Suchmaschine

Man will es nicht verheimlichen. Man öffnet nach den Ferien inzwischen nicht mehr die Post zuerst, sondern durchforstet gleich einmal die letzten Zürich 2-Ausgaben nach womöglich verpassten Highlights. Selbiges wurde soeben gefunden. Insbesondere bemerkenswert am Online-Auftritt dieses Quartier-Käseblattes ist die Archiv-Funktion, bei welcher als Suchbegriff auch Autoren eingegeben werden können - wurde natürlich flugs verwendet und rein zufällig stiess man auf folgende Kuriosität. Zeit ist ja heute Geld und deshalb haben wir Euch gleich die lesenswertesten Passagen markiert. Sedö lüeg:

Little Züri 2: 23 rauchende Spitalangestellte

Letzten Sonntag war ich im Triemli-Spital einen Freund besuchen. Es herrschte Traumwetter! Draussen vor dem Eingang sassen die Besucher und die Kranken mit ihrem mobilen Infusionsständer. Sie tranken Kaffee und blinzelten in die Sonne. Eine lange Tischreihe war für die Raucher reserviert.

Beni Frenkel
Es hätte auch stehen dürfen: «Reserviert für unsere rauchenden Ärzte». Da ich sonst nichts zu tun hatte, begann ich zu zählen: 23 Spitalangestellte rauchten. Krass, dachte ich mir, da sitzen sie nun, unsere Halbgötter in Weiss und rauchen wie ein Schlot. Ausserdem trinken sie Kaffee, das ist auch nicht gesund, und sitzen sehr unbequem in ihren Stühlen. In zehn Minuten gehen sie wahrscheinlich wieder auf Patientenvisite und tun besorgniserregend: «Frau Gabler, ihre Lunge, sieht gar nicht gut aus!».
Wäre ich ein Arzt, ich würde meine Vorbildfunktion besser ausüben. Als Lehrer mache ich das heute schon. Wenn ich im Migros hinter einer alten, langsamen Frau stehe, zische ich sie nicht an: «Komm, mach schon, du Alte!» Ich gehe fast grundsätzlich nie bei Rot über die Strasse und beim Briefeschreiben am Computer benutze ich immer die automatische Grammatik-Kontrolle. Am Morgen putze ich mir immer die Zähne, und vor der Stunde trinke ich nie Kaffee (wegen Mundgeruch). Auf gute Kleidung lege ich grossen Wert. Die Finger- und Fussnägel schneide ich einmal pro Woche und benutze, falls nötig, die Nagelfeile. Ich darf festhalten: Ich bin ein sehr gutes Vorbild für unsere Kinder.
Doch im Triemli läuft vieles falsch. Sogar im Fahrstuhl. Auf einem Verbotsschild steht: «Rauchen verboten», aber darunter hat es gleich einen Behälter für die Zigarettenkippen. Und auf jedem Stock gibt es einen Balkon mit einer Raucherecke.
Ich verstehe das nicht. Warum können Ärzte nicht ein bisschen auf ihre Aussenwirkung achten? Das sollten sie eigentlich schon im ersten Semester gelernt haben, spätestens bei der ersten Stelle. Aber vielleicht werde ich alt. Korrektes Auftreten, Selbstbeherrschung und Berufswürde sind heutzutage Fremdwörter geworden. Wie schade!

Beni Frenkel ist Lehrer, wohnt in wollishofen und ist zweifacher Familienvater. Er schreibt regelmässig fürs «Zürich 2».

Dienstag, 27. April 2010

  • Man ersetze "Central Park NYC" mit "Rieterpark ZH City".
  • Bitte Nutzung des Chäppis bzw. Besuch des Rieterparks während der Sefirahzeit, für diejenigen die sich bereits unfreiwillig aus den jährlichen Omergames verabschiedet haben, unterlassen.

Dienstag, 23. Februar 2010

Update von Vancouver

Jan Billetter ist im Einsatz im Zielraum des Riesenslaloms. Zwecks Nachweis der Bodenlosigkeit der SF-Fragetechnik folgendes Transskript in Dialekt:
JB: "Sandro Vileta, wiä sind Sie hüt druf?"
SV: "Nitt schlächt, d'Bei sind nöd z'schwer, ..."
JB: "Was brucht's jetzt, zum voll nomal eine obenabe lah?"
SV: "..."
Reportagen, Budgets und vorbildliche Kameraführung in Ehren, aber was muss eigentlich noch geschehen, damit sich die Teppichetage des Schweizer Fernsehens wirklich bewusst wird, wie lächerlich ihre Interviewtechniken jeweils sind? Wieso wissen nur Ausnahmekönner in dieser Sparte, was man aus einem Interviewpartner ausser Floskeln und Gspürschmi-Geifer alles auch noch herauslocken kann? Jedes Interview beinhaltet ziemlich linear immer nur ein Mehrfaches von "Was ist das eigentlich für ein Gefühl, von mit befragt zu werden?".

Sonntag, 21. Februar 2010

Die IPod-Mechize

Man weist im Sinne eines Service Public's darauf hin, dass nicht nur neue Flugzeuge in den Verkehr gebracht werden, sondern auch Mittel, diese möglichst effizient zu verwenden (Link zum JPost-Artikel), sodass es sich anfühlt wie zuhause. Im Grunde handelt es sich ja um dasselbe wie einen I-Pod, nur dass die Umwelt nicht akustisch abgeschalten wird. Vielleicht will ja Apple ein Duopack lancieren, wo die Mechize zusammen mit einem IPod zusammen erworben werden kann. Vorgespeicherte Klangmelodien sind dann wahlweise das Geplätscher einer beliebigen Mikweh in Zfat, das Gegacker eines Kaporeh-Huhns oder ein x-beliebiger Ausschnitt der Konversationen in der Metzg am Donnerstag Nachmittag (natürlich mit Loshen Horeh-Disclaimer).
Vielleicht lassen sich dadurch Sicherheitsbedenken nicht ganz aus dem Weg räumen, aber man kann ja nicht alles haben.
Man wünscht auf jeden Fall eine gute Reise und gute Ankunft am Zielort (links um die Ecke von der Burka). Und eine baldige und vollständige Genesung.

Freitag, 19. Februar 2010

Wir gratulieren so kurz vor dem Wochenende ausdrücklich dem Vorarlberg für sein Tolle Ranz-Feingefühl und seine Political Correctness. Wer im 21. Jahrhundert immer noch solche Logos für eine Biermarke verwendet und sie erst noch mitten in der Strasse von Skiresorts mit internationaler Bekanntheit zur Schau stellt, hat definitiv seine Lehren für die Geschichte gezogen und kann allen seinen Wintergästen ins Gesicht schauen und sie in ihren Hotels und Herzen willkommen heissen (man bemerke auch die äusserst "gelungenen" Lippen im Relief, Klischees, da laufz!) . In dem Sinne wünscht CC ein erholsames und wohl gebräuntes Wochenende.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Italiens vorauseilender Ruf in Europa


Nach den Polemiken um den Auftritt der AC Mailand in Zürich und den Äusserungen von Christian Abbiati, von welchen an dieser Stelle bereits die Rede war, machten an diesem Wochenende die Anhänger der Squadra Azzurra von sich reden, welche ihre Mannschaft nach Sofia ans Auswärtsspiel gegen Bulgarien begleiteten (Resultat 0:0). Zuerst konnte eine Schlägerei in einer Bar der bulgarischen Hauptstadt nur knapp vermieden werden, bevor dann die südländischen Ultras im Stadion die gewalttätige Konfrontation mit der Gegenseite suchten, welche nur durch den Eingriff der lokalen Polizei vermieden werden konnte. Auf dem Weg waren die ca. 100 zu Fuss eskortierten Fans bereits mit italienischen Faschisten-Gesängen und den Rufen "Duce Duce" aufgefallen. Es handelt sich gemäss Presseberichten dabei um bekannte Exponenten der äussersten Rechten des Nordosten Italiens, welche die italienische Elf seit dem Weltmeistertitel vor zwei Jahren begleitet und diesmal auch durch "Fans" von Napoli unterstützt waren.
Schlagzeilen, welche man im Zusammenhang mit Fussball, Anhängerschaft und Selbstregulierung wohl kaum lesen möchte.
Anmerkung: Das Bild stellt bulgarische Anhänger dar, macht's aber auch nicht besser.

Kiki, Armageddon und der fliegende Hamster


Die Geschichte ist uralt, wird im Zweiwochenzyklus repetiert und verliert dennoch kein bisschen seiner Brisanz. Seit 1998 geistert im Internet die Geschichte von Eric Tomaszewski und seinem Raketenhamster umher. Natürlich gehört die Story in die Sparte Anti-System und liegt haarscharf auf der Kante der Erzählbarkeit. Jedoch ist sie zu gut, um einfach nicht erzählt zu werden. Deshalb in voller Länge und mit angehängten Kommentaren eines ulkigen Internauten:

Tatsachenbericht aus der LA-Times
Im Nachhinein gesehen war der grosse Fehler das Streichholz anzuzünden. Aber ich habe nur versucht, den hamster wieder zu kriegen." hat Eric Tomaszewski amüsierten Ärzten in der
Abteilung für schwere Verbrennungen im Salt Lake City Hospital erzählt.
Tomaszewski und sein homosexueller Lebenspartner Andrew (Kiki) Farnom, waren nach einer Session der intimen Art zur Ersten-Hilfe-Behandlung eingeliefert worden, nachdem dabei
einiges schief gelaufen war. "Ich habe ein Papprohr in sein Rektum eingeführt und dann Raggot, unseren Hamster, hineinschlüpfen lassen." erklärte er. "Wie gewöhnlich hat Kikki 'Armageddon' gerufen, das Zeichen dafür, dass er genug hatte. Ich habe versucht, Raggot zurückzuholen, aber er wollte nicht wieder rauskommen. Also habe ich ein Streichholz angezündet und in das Rohr gespäht, wobei ich gedacht habe, das Licht würde ihn anlocken."
Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz beschrieb ein Sprecher des Krankenhauses was als Nächstes geschah. "Das Streichholz entzündetet eine Gasblase im Innern, eine Flamme schoss aus dem Rohr, entzündete Mr. Tomaszewski's Haare und fügte seinem Gesicht schwere Verbrennungen zu. Ausserdem fingen das Fell und die Schnurrbarthaare des Hamsters Feuer und entzündeten im Gegenzug eine noch größere Gasblase noch weiter im Inneren. Dies schleuderte den Nager nach draussen wie eine Kanonenkugel."
Tomaszewski erlitt Verbrennungen 2. Grades und eine gebrochene Nase durch den Aufschlag des Hamsters, während Farnom Verbrennungen ersten und zweiten Grades an seinem Anus und Enddarm erlitt.

*********************************************
Die TOP 11 der beängstigenden Fakten dieser Geschichte:

11. "Ich habe ein Papprohr in sein Rektum eingeführt"
- Guter Anfang.

10. "Wie gewöhnlich hat Kikki 'Armageddon' gerufen"
- Die machen das öfter?
(Zumindest aben sie es öfter als einmal getan!).

9. "also habe ich ein Streichholz angezündet und in das Rohr gespäht"
- Tut mir leid, ber das ist so als würde man mit einem
Teleskop in die Hölle schauen. Ich würde eher mit einem
Fernglas in die Sonne blicken.

8. Der arme Hamster (der offensichtlich an geringem
Selbstwertgefühl leidet) wird aus dem Ar*** des Typen
gefeuert wie Rocky der fliegende Hamster.

7. Sich die Nase durch einem Hamster brechen, der aus dem
A---h eines anderen gefeuert wird. Ich kann nur raten, aber
ich vermute der hamster war nach seinem Ausflug in Kikkis
"Tunnel der Liebe" auch nicht mehr so ganz taufrisch.

6. Leute, die mit vulkanartigen Gasblasen in sich rumlaufen.

5. Das ist in Salt Lake City passiert. Was für eine Art von
Menschen sind Mormonen? Ich kriege langsam ein ganz neues
Bild von der Osmond Familie.

4. "Verbrennungen ersten und zweiten Grades an seinem
Anus." Macht das das Jucken und die Unannehmlichkeiten von
Hämorriden nicht zu einer willkommenen Erholung? Wie soll
man nach so was noch in Ruhe aufs Klo gehen?
Und der Geruch von einem verbranntem Anus muss in der
Top 5 der schlimmsten Gerüche auf Gottes Erden sein.

3. Leute, die sich Kiki nennen, was ganz offensichtlich ein
polinesisches Wort ist für:"Volldeppen, die sich Nagetiere in
den Ar*** stopfen."

2. Welches Krankenhaus gibt eine Pressekonferenz fuer so
etwas?

1. Leute, die so etwas tun und es dann auch noch in der
Notaufnahme zugeben, es getan zu haben.
Tut mir leid, aber ich hätte mir irgend ein Ammenmärchen
ausgedacht, von einer umherstreichenden, pyromanischen,
unmenschlichen Analsex-Horde, die in mein Haus eingebrochen
ist und mich dann mit einem Stück glühender Holzkohle
missbraucht habt, bevor ich die Wahrheit zugebe.
Nennt mich ruhig altmodisch, aber kann mir einfach nicht
vorstellen zum Arzt zu gehen und zu sagen: "Nun Herr Doktor,
es war folgendermaßen: Wissen Sie, wir haben diesen Hamster,
genannt 'Raggot, und wir haben ein Papprohr genommen...

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Die wachsende Anziehungskraft des Schwarzhemdes in der Fussballwelt (repubblica.it)


Frei übersetzt aus der Repubblica:

Das Outing von Christian Abbiati, sowohl privatem wie nun auch öffentlichem faschistischem Torhüter der AC Mailand, hat weite Spektren des Fussballs eröffnet, der stillschweigend schon seit je her rechts einzustufen war. Jene Worte, die in ganz Europa zurückgeprallt sind - "mit dem Faschismus teile ich Ideale wie die Heimat, die Werte der katholischen Religion und die Fähigkeit, Sicherheit zu gewährleisten" - werden von einer stetig wachsenden Anhängerschaft von italienischen Fussballern und Funktionären geteilt.
Die Kraft dieser enthüllenden Worte des Torhüters, welcher regelmässig die Exponenten von Cuore Nero, eine neofaschistische Organisation Mailands, welche zudem auch Referenzpunkt für die Faschisten aus der Inter-Kurve sind, aufsucht, propagiert mehr als nur den italienischen Pret-a-Porter-Revisionismus und einen "guten" Faschismus vor 1938. Fussballer, welche früher dazu tendierten, nur ängstlich Aussagen zu machen, verstehen, dass diese "Wahrheiten" heute endlich ausgesprochen werden dürfen: Bei der Stimmung im 2008 gefährden sie hierbei ihre Karrieren nicht mehr.
Verschiedene Italiener haben linkische Nummern abgezogen und wedeln mit Abbildern des Faschismus, um sich danach zu rechtfertigen: "Ich wusste es nicht." Der Torhüter Gianluigi Buffon, aus engagiertem katholischen Haus, verfing sich in vier anstössigen Situationen. Einmal trug er die Nummer 88, welches von der jüdischen Gemeinde als Akronym von Heil Hitler entlarvt wurde. Dann war da das gestreifte Unterhemd mit der abgebildeten Faust und dem Schriftzug "Boia chi molla" (Wehe dem, der aufgibt). Im 2006, während den Feiern des Weltmeistertitels im Circo Massimo stellte er sich breithändig vor eine Brüstung und dem Schriftzug "Fieri di essere Italiani" (Stolz, Italiener zu sein) - mit einem Keltenkreuz in der unteren rechten Ecke. Und seine Anhänger, die Arditi (Kühnen) della Juventus stimmten während des Auswärtsspiels in Bratislava den faschistischen Gesang "Camerata Buffon" an, worauf sie einen spontanen Erwiderungsgruss durch Buffon erhielten. Vier Anhaltspunkte, welche fast einem Beweis gleichkommen.
Fabio Cannavaro, Captain der italienischen Nationalmannschaft, ist hingegen unter die Faschisten aus Zufall zu zählen: Als er in Madrid seinen Meistertitel auf dem Spielfeld feierte, warf ihm jemand eine italienische Flagge zu, welche in der Mitte das faschistische Symbol des Liktorenbündels trug. "Ich bin kein Nostalgiker, aber auch kein Linker", schwört er heute. Im 1997 aber machte er am Radio Werbung für die Evita Peròn-Sommercamps, welche von der radikalen Rechten verwaltet wurden. Sein Manager hingegen versichert: "Ein Fussballer kann unbewusst instrumentalisiert werden."
In der italienischen Hauptstadt findet derzeit eine gefährliche Infizierung von Nachwuchsspielern der AS Roma durch Fankurve, in welcher die neofaschistische Rechte eine Vormachtstellung geniesst, statt. Daniele De Rossi, welcher dereinst die Nachfolge von Captain Francesco Totti antreten wird, ist ein Sympathisant von Forza Nuova. Ein anderer Nationalspieler der AS Roma, Alberto Aquilani, ist ein Sammler von Büsten des Duce und gibt dezidierte Aussagen von sich: "Die Einwanderer sind ausschliesslich ein Problem."
Viele Torhüter sehen es zudem ähnlich wie Christian Abbiati. Der längst zurückgetretene Stefano Tacconi war Koordinator der Lombardei für die neue MSI/Destra Nazionale und wurde wegen der Verwendung von gefälschten Wahlausweisen verurteilt, welche ihm vom Faschisten Riccardo Sindoca geliefert worden waren. Matteo Sereni, ehemaliger Juniorentorhüter der ultrarechten S.S. Lazio, ist heute Torhüter in Torino und schläft weiterhin mit der Büste von Mussolini am Kopfende seines Betts.
Das Problem ist, dass die Fussballer in einem Meer von Heuchelei schwimmen, welches ihnen erlaubt, "Faccetta Nera" als Klingelton ihres Handys zu verwenden, ohne Schuldgefühle zu verspüren, was die Frage nach ihren Mentoren in den Mittelpunkt rückt. Der ehemalige Coach der S.S. Lazio machte sich wegen den Hakenkreuzen in seiner Fankurve nie Sorgen: "Auf dem Feld sehe ich nicht über die Querlatte hinaus." Gianluca Falsini, heute Verteidiger bei Padova erklärt: "Linke Spieler gibt es wenige. Die Melancholie nach dem Faschismus kommt einem wegen den gegenwärtigen Politikern." Genau: In der Meisterschaftsperiode 2007/2008 verdoppelte sich die Anzahl der rassistischen Vorfälle auf den Spielfeldern der Serie A. Es waren deren sechs. Mario Balotelli, Jungstar von Inter Mailand und Italiener mit ghanaischen Wurzeln, erzählt so von seinem letzten Spiel mit der Nachwuchsmannschaft gegen Ascoli: "Es gibt keine schwarzen Italiener. Es war ein Slogan der Faschisten. Ich wollte das Spielfeld verlassen."

Sonntag, 18. Mai 2008

Charedische Schulen in Zürich und ihr Umgang mit modernen Technologien

Eine Meshigaas sondergleichen:
In den vergangenen Wochen haben verschiedene charedische Schulen in Zürich den Eltern ihrer Schüler einen Brief zukommen lassen. Inhalt des Schreibens war die Ankündigung neuer Massnahmen zum Schutz der Infanten vor den schrecklichen und lüsternen Verlockungen des Indernetzes. So wurde den Eltern angekündigt, dass ab sofort sowohl die Verwendung des Internetzes selbst als auch der persönliche Gebrauch von Natels für die Schüler relativ verboten sei (wenn doch erlaubt, dann nur in Notfällen und zu treuevollen Handen der Lehrerschaft). Ausserdem dürften keine elektronischen Geräte verwendet werden, welche über die Möglichkeit der Anzeige von Bildern oder Videos verfügen. Darunter fallen wohlbemerkt auch jegliche elektronische Spielzeuge wie Gameboys, PSPs und dergleichen.

Missetätern wurden bereits ernsthafte Konsequenzen angedroht, falls man sich nicht der Massnahme beugen wolle.
Und der Clou: Der Brief wurde mit einem Talon ausgestattet, den es zurückzuschicken gilt. Die Optionen lauten a) Ja, ich bin damit einverstanden / b) Ja, ich bin einverstanden, brauche aber technischen Support.
Das Internet birgt zweifelsohne grosse Risiken und es ist wohl eine der grossen Aufgaben unserer Generation, einen Gebrauch zu propagieren und zu vermitteln, der die Vorzüge in den Vordergrund stellt und einen Umgang zu ermöglichen, der sowohl im Bezug auf die Berufsausübung als auch - im weltlichen wie im religiösen - auf umfangreiche und diversifizierte Informationsbeschaffung abzielt.
Freie Informationsbeschaffung gehören für viele zu unerlässlichen Mitteln in ihrem täglichen Leben und für viele sogar zu einem inzwischen kaum mehr wegzudenkenden Mittel für jüdische Studien. Von der Demokratie hingegen profitieren wir hier alle. Wir haben der freiheitlichen Volksherrschaft unter anderem zu verdanken, dass wir unsere Religion frei wählen und vor allem ausüben dürfen. In totalitären Regimen hingegen kommt es zu einer Zensur des Wissens. Wissen wird darin als schädlich angesehen und die Bürger als unmündig, eine gesunde Unterscheidung zu treffen, was für sie gut ist und was nicht.
Ich kann es mir kaum verkneifen, vor allem auf die Optionen hinzuweisen, welche den Eltern offenstehen: Ja oder ja. Antidemokratische staatliche Wahlprozedere der Vergangenheit stossen einem in eklatanter Weise in der Erinnerung auf.
In diesem Sinne: Gute Besserung!
PS: Dändel, zufrieden?

Samstag, 12. April 2008

Nachruf auf das Restaurant Schalom - Good night Schalom and good luck!

Vor knapp zwei Wochen informierte das ICZ-Präsidium darüber, dass das Restaurant Schalom, über Jahrzehnte Angelpunkt auswärtiger koscherer Verpflegung in Form von Restauration und Catering in der Schweiz, aufgrund einer "prekären" finanziellen Lage nicht mehr imstande sei, den Betrieb nach Pessach wieder aufzunehmen. In der Folge sei den Angestellten gekündigt worden und das Darlehen der ICZ müsse abgeschrieben werden. In Anlehnung an einen grossartigen Film eines grossartigen Filmschaffenden (George Clooney: Good Night and Good Luck) über ein Stück amerikanische Mediengeschichte möchte Chassidus Chübelsack doch noch dazu beitragen, dass der Niedergang dieser Institution nicht unbemerkt bleibe, welche zu selten den Rahmen ausserordentlicher kulinarischer Ereignisse bot, dafür in vielerlei anderer Hinsicht in den Gedächtnissen vieler Eingang fand. Hierzu sei in einer kurzen unrepräsentativen Auswahl auf persönliche never-forgets zurückverwiesen:

1. Sauce Café de Paris
Wie kann man heute noch ohne der damals mindestens wöchentlichen Sauce Café de Paris (und ich spreche nicht von der vorgegenwärtigen Adaption, welche mehr nach Parvebutter über einem Salbeibrösmeli schmeckte!) auch nur existieren! Eine Kreation eines Genies aus der Küche Chajim's, ein Substrat, das den Anblick eines Unfalls der Exxon Valdez hatte, in der Folge bis zur Unkenntlichkeit wohl gebleicht und endlich durch eine satte Gewürzration gezogen wurde. Wie oft nur hatte man dank ihr das Gefühl, man habe davor noch nie einen ähnlichen Hängebauch gefühlt und getragen? Was bedeutete schon der Hamburger neben diesem Saucenglück, was die damals noch als solche benennenswerten Pommes Frites? Hach, Zeiten, Hach Paris...!

2. Das Interieur (früher)
Es gibt Blumenabteilungen schwedischer Möbeleinrichtungen, die noch eher nach Plastik aussehen als das Dekorationsmaterial der Dreissiger Jahre des altehrwürdigen Schaloms. Unter der damaligen Führung noch erschien ein Artikel im Züritipp, bei der Verfassung des welchen der Autor wohl sehr philosemitisch gestimmt war und seltsamerweise nichts über die (vormals) weisslichen Plättchenwände, den feinstaubbelasteten (der Sommer kommt wieder, daher rechtzeitig unsere Warnung für Ihre Gesundheit!) Filzteppich und eben diesen Plastikpflanzen mitten im Restaurant schrieb (Zitat "Interieur eines Hotelspeisebetriebs"), welche die Durchsicht zwischen den zwei Teilen fast verunmöglichte und den Charme eines US-Vorstadt-Bistros vermittelte. Bei Abgabe des Restaurants von Van Djik wurde hier noch einmal Hand angesetzt, aber der Charme dieser Plastikpflanzen bleibt unvergessen. Und jede übergrosse Synthetikpflanze mit Kügelchen wird mich an das Schalom erinnern. Für immer und ewig.

3. Herr Kutch
Lieber Herr Kutch, ich habe keine Ahnung, wie man Ihren Namen schreibt, ich bin jedoch sicher, Sie verzeihen mir diese Nachlässigkeit. Was wäre das Schalom ohne Sie gewesen. In den letzten Zeiten sah ich sie gar nicht mehr. Vielleicht wurde Ihnen nahegelegen, den Betrieb zu verlassen, vielleicht fielen sie der Rauchfrei-Politik Europas und Zürichs zum Opfer. Vielleicht besuchte ich am Ende aber den Laden auch nicht mehr regelmässig genug, um ihre Anwesenheit ein letztes Mal zu gegenwärtigen und ihr roh-herzliches "Mein lieber Freund" zu erwidern. Jedenfalls wusste niemand besser, was für die Kundschaft zu bestellen war und vor allem, was für ein Automobil sie fuhr. Niemand anders hätte besser als Werbemodell für altgediente Mercedes-Limousinen dienen können, niemanden sonst hätte man sich besser als Grossstadt-Charakterdarsteller von Jim Jarmusch vorgestellt. Niemand adaptierte den Gesichtsausdruck der jüdischen Hausfrau beim Anblick der ewiggestrigen und -selbigen Schnorrern köstlicher und servierte ihnen mit einem Mundwinkel-Grinsen in der Folge die gestrige Tagessuppe. Und vor allem: Niemand schaute einem bei ICZ-Empfängen direkter in die Augen und füllte das Schnappsglas nach der Einschätzung des Füllvermögens des Bedienten unrealistischer... Ich bin sicher, Sie haben einen gesunden Weg aus der ICZ gefunden und fristen nun Ihren wohlverdienten Lebensabend irgendwo an der Adriaküste und erzählen dort Anekdoten über die jüdische Kundschaft Zürichs in ihren skurrilsten und surrealsten Auswüchsen.

4. Frau Lerch und Jasmin
Aufgrund der Ausdehnung dieses Postings sei nur auf zwei weitere Charaktere hingewiesen, welche ebenfalls bei einem Nachruf auf das Schalom nicht ausbleiben dürfen. Einerseits war da der Charakter, der sich so liebevoll um die Kunden kümmerte und versuchte, sich alle namentlich zu merken: Frau Lerch, eine Frau, deren Schürze, runden Brille und Löckchen kaum eher an das Äussere einer Grossmutter hätte erinnern können. Und andererseits war Jasmin, Schürzenjäger sondergleichen und Neffe, Schwiegersohn und Stiefzwilling von Herrn Kutch.

Alle sie werden wir vermissen und hoffen, dass sie gut aufgehoben sind. Wie auch immer die Geschichte endet: Es ist unvorstellbar, in dieser Stadt auf ein fleischiges, koscheres Restaurant verzichten zu müssen. Ca. 7'000 Juden leben in dieser Stadt, eine Grösse, wo man sich kaum vorstellen kann, auf ein qualitativ ansprechendes Restaurant verzichten zu müssen. Man hofft, die Verantwortlichen finden bald eine Lösung, welche eher anspricht wie die unbefriedigende Zwischenlösung. Auf jetzt!

Dienstag, 1. April 2008

Aprilbericht von der Front


Liebes Poesie-Buch
Ich schreibe Dir mitten aus den schweren Gefechten an der Grenze. Das Leben da ist saumässig schwer. Mitunter etabliert sich sogar ein gewisses linguistisches Verständnis für die lokalen Gaumenschwellungen, welche zu doch noch meist unverständlichem Sprachgebrauch führen. Schleitheim und das Reiat bleiben aber immer noch Festungen der Helvetischen Alpenburg. Von meinem Wachturm aus habe ich immer noch ein hervorragende Übersicht über die Weiten Germaniens und führe da Buch über deren Bewegungen, Truppenverschiebungen und Schachmanöver. Alles wird minutiös rapportiert, wir leisten unseren Dienst - in Kollaboration mit dem Steuervogt - sehr gewissenhaft.

Gegenwärtig werden wir aber auch - und hier erfolgt ein fliegender Wechsel in die Tagesaktualität - durch die vorgegenwärtigsten Schlagzeilen von unserem Freund Mösli von der Karrosseriemeisterschaft F1 eingeholt, dessen Frühlingsgefühle sich so manifestieren mussten, indem er als Scherge verkleidet Schnauzparolen seinen extensiven und fürstlich bestechlichen Konkubinats-Schauspielerinnen entgegenölte und mit ihnen Nazi-Fangis spielen musste.
In kaum vorstellbarer Provision haben Aussenminister Guysolino und meine Wenigkeit vor unlangen Wochen noch eine Episode des Literaturclubs (u.a. mit unserem Prototyp-JLiteraten und Visionär Chügel) des Schweizer Fernsehen absorbiert, wo eben noch von den neusten Erzeugnissen des zeitgenössischen Lesens diskutiert wurde und das Schaffen von Jonathan Littell und seinem Roman über einen homosexuellen SS-Offizier und seine perverse Impressionen aus dem Holocaust diskutiert wurde. Die sexuelle Unterdrückung werde im Buch dabei als Motor genommen für die exzessive Brutalität, welche im Buch Les Bienveillantes beschrieben wird.
Es wirkt im Falle von Max Mosley für einen Standard-Füdlibürger wohl schon sehr befremdlich, wie man körperliche Anziehung mit Völkermord assoziieren und dabei das höchste aller Gefühle empfinden kann. Zwei Gebiete, welche sich in den Augen der Gesellschaft so kontrastieren. Ist das die Art, wie eine zweite Generation danach sich mit der Thematik auseinanderzusetzen hat? Gehört dies zum emotionalen Verarbeitungsprozess der Vergangenheit?
Muss andererseits die volle Brutalität des Krieges minutiös portraitiert werden, damit man humanitäre Greuel nachvollziehen kann?
Wenn dem wirklich so ist, sind die Fragen nach den Gründen dieser Entwicklung angebracht.

Freitag, 25. Januar 2008

Geschichte im Schlafzimmer

Und zwar nicht irgendeine, sondern gleich happig Geschichte liefert neuerdings ein Hotel in Belgrad, wo man neuerdings in Zimmern übernachten kann, welche historischen "Grössen" nachempfunden sind. Mit Abstand am besten ausgebucht ist - welche Überraschung - das Gemach mit dem Bildnis des Oberschnauzes Adolf Hitler in Vollmontur, welches vor allem unter Kroaten, Slovenen und den Deutschen gebucht werde. Daneben gebe es aber auch die Möglichkeit mit Maggie Thatcher oder Tito zu schlafen. Welch ein Wunder, dass in Belgrad nicht überall Begeisterung für dieses Projekt ausgebrochen ist. Leider fehlen aber in Serbien im Gegensatz zu den meisten europäischen Staaten die entsprechenden legalen Gegenmittel. CC überlegt sich deshalb, den Aussenkorrespondenten Churban Brünzel baldmöglichst auf Mission zu schicken.