Posts mit dem Label epos werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label epos werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 15. September 2011

Top Gun - 25 Jahre Männlichkeit



Mit Top Gun feiert in diesen Tagen einer der ganz grossen Filme seinen 25 Geburtstag. Produziert vom erfolgreichen (und damals noch praktisch neuen) Duo Jerry Bruckheimer und Don Simpson verhalt dieser Film sowohl seinem Genre wie auch diversen Darstellern zu grossem Ruhm bzw. zu einer grossen Karriere. Grund genug, uns diesem Film noch etwas genauer anzuschauen.

Rolle in der Filmgeschichte

Gewonnen hat der Film zwar "nur" einen Oscar für den besten Song ("Take My Breath Away"). Dies liegt wohl vor allem auch daran, dass die Rollen nicht all zu viel Tiefgang haben und nicht so schwer zu spielen sind. Zudem war das Genre damals nicht unbedingt das beliebteste bei der Academy. Allerdings gilt der Film heute als einer der grossen Vorreiter in der Sparte "Kriegsfilm". Auch wenn der Krieg selbst nur kurz dargestellt wird, beleuchtet der Film sehr gut die Beziehung zwischen den auf den Einsatz wartenden Soldaten und ebenso deren Gefühlswelt. Themen die seither in Filmen wie, Full Metal Jacket, Jarhead oder auch Hurt Locker u.v.m. aufgegriffen werden.

Viele heutige Stars in Hollywood spielen in Top Gun noch Nebenrollen, für die sie nicht sehr oft erwähnt wurden. Heute sind Leute wie Val Kilmer, Tim Robbins oder Meg Ryan ferste Film-Grössen.

Männlichkeit

Einer der meist diskutierten Themen rund um diesen Film ist das Thema Männlichkeit. Der Film stammt Gott sei Dank aus einer Zeit, in der Männer ohne Probleme ohne Helm auf ein Motorradsteigen konnten. Oder in der es (auch modisch) OK war, in engen Jeans und oben ohne Beachvolleyball zu spielen.

Die so offen zur Schau gestellte Männlichkeit hat in den letzten 25 Jahren aber auch oft das Thema Homosexualität auf den Plan gerufen. Da ich es schlicht nicht besser formulieren kann als einer der Meister des Faches, überlasse ich für dieses Thema einem gewissen Herrn Quentin T. die Bühne (aus dem Film Sleep with me):


Kritik am Film

Wie immer bei Kreigsfilmen, gab es auch rund um Top Gun kritische Stimmen. Insbesondere wurde kritisiert, dass der Film den Kreig glorifiziere. Allen voran Bryan Adams, dessen Song "Only the Strong Survive" für den Soundtrack eingeplant war. Mit der Begründung, dass der Film eben den Krieg glorifiziere, verweigerte er die Freigabe des Songs und er erschien somit nicht auf dem Soundtrack.

Da der Film vom Verteidigungsministerium der USA unterstzützt wurde, kritisierten ihn auch viele als Propagandafilm für die Air Force.

Dise Kritiker wurden teilweise bestätigt durch die Mobilen Rekrutierungs-Stellen, welche in diversen Kinos aufgestellt wurde, in denen der Film lief.

Soundtrack

Als einer der erfolgreichsten Film Soundtracks stand der Top Gun Soundtrack fünf Wochen an der Spitze der Billboard Charts. Soundrack Guru Kenny Loggins, der neben dem Hit "Danger Zone" auch noch den Song "Playing with the Boys" besiteurte, sowie Berlin mit "Take my Breath Away" und viele weitere grosse Künstler und Songs machen den Sountrack zu einem sehr kompletten Werk.

"Danger Zone" von Loggins steht bis heute für Freiheit, Fliegen und Heldenepos. Der Song wird oft für actiongeladene Clips und Trailer verwendet.

Bildwelt

Berühmt wurden in erster Linie die Flugszenen. Der erfahrene Top Gun Zuschauer weiss inzwischen, dass diese zu einem guten teil im Negev gedreht wurden. Wie beliebt diese Bilder wirklich sind, zeigen folgende zwei Informationen:

1.) Die Fersehserie J.A.G. verwendete regelmässig Bilder aus Top Gun Flugszenen.
2.) Im staatlichen TV von China wurden einmal in einem Propaganda Film über die eigene Luftwaffe, Ausschnitte von Top Gun reingeschnitten.

Erfolg

Der Film spielte Weltweit knapp 360 Millionen Dollar ein während die Produktion lediglich 15 Millionen kostete. Diverse "Best Film Ever" Listen führen ihn bis heute unter den Top Filmen auf.

Der Verkauf der Video Kasetten knüpfte nahtlos an den Kino Erfolg an (u.a. auch weil die Kasetten zu den ersten gehörten die "nur" 20 Dollar kosteten - und nicht wie damals üblich bis zu 80 Dollar. Ausserdem ist auch die DVD Ausgabe nach wie vor ein Verkaufsrenner.

Gemäss diversen Berichten (u.a. von Ray Ban selbst) schossen Verkäufe von Flieger-Jacken und Ray Ban Brillen jeweils in die Höhe, als der Film auf Video und auf DVD rauskam.

3D Version

Für 2012 ist eine 3D Version geplant. Angesichts der vielen Fliegerszenen durchaus eine verlockende Vorstellung. Doch sogar wenn diese Version ein Flop werden sollte, würde dies kein wenig an der Aura dieses Werkes kratzen. Daher ist es sicher einen Versuch Wert.

Parodie

Die erfolgreiche Filmreihe "Hot Shots" mit Charlie Sheen basiert zu einem grossen Teil auf der Idee von Top Gun (vor allem Teil 1). Doch auch in diversen anderen Parodiefilme wird Top Gun gerne und oft zitiert. Vor allem die Liebesszene zwischen Tom Cruise und Kelly McGillis sowie die Motorradszenen und die Fly-by Szenen sind gern parodierte Elemente.

Party-Wissen

Der im Filme verwendete russische Fliegertyp MIG-28 gibt es nicht. Da keine russischen Flieger zur Verfügung standen, wurden amerikanische Flieger bemalt und ein neuer Typ erfunden.

Fast alle Schauspieler, die in Flugszenen vorkommen, flogen vor den Dreharbeiten in Kampfflugzeugen mit. Die dabei enstandenen Bilder waren so gut, dass sie teilweise direkt in den Film aufgenommen wurden.

Stephan Schwartz, der die deutsche Stimme von Tom Cruise sprach, wurde ein Zeit lang nachgesagt, er habe aufgehört Cruise zu Synchronisieren, weil dieser bei Scientology aktivsei. Schwartz bestreitet diese Theorie allerdings.

Anthony Edwards (Goose), der in Top Gun seinen ersten grossen Auftritt hatte, feierte seinen grössten Erfolg als Dr. Marc Greene in Emergency Room.

"Danger Zone" hätte ursprünglich von Toto interpretiert werden sollen. Rechtliche Streitereien zwischen dem Management der Band und den Produzenten des Films verhinderten dies allerdings kurzfristig, weshalb Kenny Loggins zum Handkuss kam.

Unter Branchen-Nerds gilt Top Gun als der Film mit den meisten Fehlern.
Eine Liste findet ihr hier.

Fazit

Von Liebhabern bis heute gefeiert ist dieser Film zweifelsohne ein Meilenstein in der Filmgeschichte. Die Mischung aus Action, Romanze und Krieg scheint beim Publikum (damals wie heute) den Nerv zu treffen.

Es soll auch notorische Filmschlafer geben, die bei Top Gun die vollen 105 Minuten hellwach mit dabei sind.

In diesem Sinne
I feel the need - the need for speed!

Montag, 5. September 2011

Die CC-Youtube Playlisten gehen live

Youtube hat mal mit einer Homepage angefangen, wo jeglicher Blödsinn wie mühsam zusammengeschnipselte WM-Trailers gepostet werden konnte. Oder man dem Geheimnis der Bonsai-Katzen nachgehen konnte, Playstation-Geeks ihre Best of-Spielzüge auf Call of Duty platzieren konnten. Mittlerweile zählt Youtube auch einen eigenen Musikkanal bzw. eine entsprechende -suchfunktion. Künstler, Interpreten und sogar Labels haben ihre eigene Subseite, wo sie Videoclips, einzelne Lieder, Lyrics und Eigeninterpretationen platzieren. Leider geschieht dies nicht immer mit Fug und Recht, d.h. manchmal sind Lieder so schnell hochgeladen, wie sie wegen Urheberrechts-Verletzungen wieder runtergenommen werden.
Von immer grösserem praktischen Belang ist auch die Playlist-Funktion geworden. Wir haben bei Chassidus Chübelsack vor Unzeiten angefangen, einzelne Uaiuai-Schnulzen des Tages zu propagieren bzw. zu präsentieren. Inzwischen haben wir einen Upgrade kreiert und entbieten Euch neuerdings am rechten Rand Eurer Lieblingsseite zuoberst einen Link mit einer Sammlung verschiedener Playlisten, passend getrennt nach Musikgeschmack und den mannigfaltigen Situationen im Leben eines Chübelsacks.
Neben sehr autonom-spezifisch-konspirativen Listen wie den Smashing Pumpkins (von gewissen Sachen kommt man einfach nie los) oder Grunge und Modern Rock ganz allgemein (same same), finden sich für die Judofilen, Uaiuai-Schnulzologen und den Liebhabern jüdisch-alternativer Klänge spezifische Playlisten, welche Euren Geschmack treffen (wenn nicht, macht Ihr was falsch).
Wie jedes halbwegs anständige Audio-Abspieltool verfügt auch die Youtube-Playliste naturgemäss über eine Repeat All- und eine Shuffle-Option.
Wohl bekomm's und einen saftigen Wochenstart wünscht
Eure CC-Akademie für Kunst, Klang und Fäkanik

Freitag, 8. Juli 2011

Kosherlamp 2.0

Aus der Serie unnützer Gadgets, welche das Judentum in keiner Weise zu einer attraktiveren Lebensgemeinschaft machen (wer bräuchte das zwar schon...) gibt es Neuigkeiten. Unser Vespa-Korrespondent aus der Tel Aviver Innenstadt und anerkannter transnationaler Erbsenzähler hat uns freundlichst auf das nachstehende Produkt hingewiesen.

Nicht genug, dass man bisher schon das Koyschiklech erfinden musste, das sich insbesondere als Epiliergerät für die Arowes besonders gut eignet. Dazu irgendwelche unförmigen Granatenboxen, in welchen Ecken sich dann zufällig auch der Etrog verliert und sonstige absolut unnütze Gegenstände, auf welche die Menschheit nun 613'000 Jahre warten musste. Nein, jetzt haben wir auch noch einen Bazooka-Einfass für den Speerbusch erfunden. Ich hoffe, er wurde bereits patentiert und durch Immodrejl als globalem Vertriebsträger in die Palette aufgenommen. Ansonsten wüsste ich gar nicht, ob ich dieses Jahr Sukkaus feiern könnte. Wie auch.
Aber jetzt im Ernst, wieso nur meinst Du, wird dies kein kommerzieller Erfolg? Weil wir eine Nation von Plastiksackträgern sind und bleiben werden. Umhängetaschen sind am Jontef ohnehin Mukze, es sei denn, sie haben einen Hechscher als Briefbeschwerer (im Gegensatz zu gewissen Frauen, die müssen auch am Jontef eine Handtasche in die Synagoge schleppen, wo am Ende nur ein Paar Schminksocken und eine angerotzte Packung Nastücher Platz finden.
In diesem Sinne Gut Schabbes!

Dienstag, 12. April 2011

Mäh de Rase - de Rase gmäht?



Dieser Post basiert aus einem ganz normalen Montagnachmittag im Leben des Tripolensis und Grasls. So ist auch das geschriebene ein Hürriyet der beiden:

Man gratuliert rescht herzlisch. Chassidus Chübelsack hat soeben eine Untersektion "Gärtnerei und Rasenpflege" eröffnet. Somit verbreitert die wohlfühligste J-Institution der Schweiz auch einen rein physische Abteilung für die Liebhaber von Vertikution und Verifiktion der grünen Halme.
Gestern fand die Eröffnung im Hummelhorst statt und die Akteure konnten sich der Aktivität schon kaum mehr enthalten, so spassig und verausgabend war die ganze Angelegenheit.
In einer ersten Auslegeordnung vor anberaumter Presse wurde bereits ein 5-Jahresplan in Kraft gesetzt:

2011: Vereinheitlichung des Geländes: Humus-Bepflasterung an neuralgischen Stellen, vollständige Entsteinung des Geländes
2011: Due Diligence in Anbetracht einer Integration in die Holding der JLeague Foundation für Recht und Verfassung
2012: Ausbesserung und Nivellierung des Geländes (Praxisgruppe Footing soll hierbei Fuss anlegen, alternativ Aktionsgruppe Seitwärts-Rolle)
2013: Generalüberholung von Rasenmäher und erste Qualitätskontrolle durch Onkel Sepp auf FIFA-Tauglichkeit
2014: Weltmeisterschaften werden mittels Unterstützung der Vereinten Arabischen Emirate in den Hummelhorst verschoben. Zeitrahmen: Februar 2014. Gleichzeitig finden die 613 Jahre-Feier der Grundsteinlegung von Minas Morgul statt. Für atmosphärische Unterstützung sorgen Minergie-zertifizierte Heizpilze sowie Tschulent-Infusionen.
2015: Geheime Arbeitsgruppe "Cricket und Panzermuseum" stellt erste Machbarkeitsstudie vor

Für den Moment sollte das reichen. Unterirdisch werden in unterirdischen Stollen zwischen dem Hummelhorst und dem Minjan erste Whiskyfässer mit selbstgebrautem Fusel eingelagert, deren Kommerzialisierung für 2613 vorgesehen ist. Bitte behaltet diese Infos für Euch, man möchte die Konkurrenz nicht auf den Plan rufen.

Ach ja, gemäht wurde also wirklich auch noch, wie unschwer zu erkennen ist. Dass Zu Beginn die beiden Schreibenden sowohl den Handgriff falsch montierten, als auch den Graskäfig kaum zusammengebrungen wurde, sei nur am Rande erwähnt.
Nomen est omen, Grasl wäre jetzt noch am Mähen, wäre nicht soeben der Herbst eingekehrt. Aber für die Bauern unter uns, ist ja der Regen im April ein Segen.

Montag, 28. Februar 2011

Das letzte Post von Onkel Lino

Es ist kein Geheimnis. Unser gewiefte Taktiker, unser Licht im Dunkeln der Rationalität, der Fantasist, unser aller Nummer Eins bricht die Zelte ab. Seine Fähigkeiten als Visionär sind inzwischen bis über die Landesgrenzen bekannt geworden, weshalb es kaum überraschen konnte, dass der Gummihals ihn dazu verpflichten konnte, an den Gestaden des Nordens seinen Einfluss geltend zu machen, dort die Bevölkerung wachzurütteln und den Revolutionssamen dort in die Köpfe der Menschen zu pflanzen.
Wir werden ihn vermissen. Den Choleriker, den ruhigen Pol, die personifizierte Weissglut, aber auch die Ausgeglichenheit selbst. Den selbsternannten Sportsmann, der in Notfällen auch mal ein lautes Wort auspacken konnte, im nächsten Spielzug aber auch in ureigener Art besonnen die Gemüter auszugleichen wusste.
Aber es lässt uns gleichzeitig auch aufhorchen, dass nun die belehrwilligen Völker jenseits von Mordor in den Genuss dieses einzigartigen Individuums kommen werden. Die Hoffnung besteht für sie, dass nun die unnachahmlichen Taktik-Lektionen auch für sie einhalten werden, auf dass sie einen Bruchteil des spielerischen Verständnisses aufsaugen können, der uns nunmehr in Jahren von Schwerstarbeit hart eingetrichtert wurde.
Für uns stellt sich derweil die Frage, wer nun die Vermittlungsposition zwischen den Mullahs und dem Fussvolk einnehmen wird. Wer kann diese unnachahmliche Dolmetscherfunktion am ehesten nachvollziehen? Wer wird uns mit der Übermittlung der bedeutungsvollsten Chumres versorgen, auf dass wir endlich shtaygen? Wer erinnert uns jetzt täglich an unsere Nichtigkeit, indem er uns darauf aufmerksam macht, dass jeder Augenblick der letzte sein kann?
Seufz. Was wird nunmehr aus uns? Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Reisenden die Steine aus dem Weg zu räumen, ihm bereits heute insbesondere eine dereinst geglückte und baldige Rückkehr aus dem Hades zu wünschen und wir verbleiben passend in diesem Sinne mit einem herzlichen Toi Toi Ton!

Auf jetzt, Onkel Lino, eine vo ois!

Wohlbemerkt: Wir erinnern uns alle sehr wohl an die Versprechung von Video-Interviews, Wortmeldungen aus dem Exil und die Erweiterung des kulturellen Reichtums von Chassidus Chübelsack!

Montag, 20. Dezember 2010

Mit sanftem Druck auf die Tränendrüse

Guten Morgen,

Ein gutes Karma ist in manchen Berufen unabdingbar und man sollte möglichst viel dafür tun, es so rein wie möglich zu halten. Seit dem WM Gewinn im letzten Sommer, ausgiebig zelebriert im Blog eures Vertrauens, hat Xavi einen dunklen Fleck in ebendiesem, hervorgerufen durch dieses kleine Mädchen:



Herzzerreissend, und weil Barca im Moment in aller Munde ist, hat sich ein katalanischer Sender die Mühe gemacht, so kurz vor dem Jahresende Xavi eine reine Seele und das Reparieren seines Karmas zu ermöglichen:



Man beachte bitte wie Xavi beim Einspielen des Videos beinahe losheult.

Auf den Weltfrieden!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Würdigung eines Wunders

Es gab kein grosses Medienecho und für meinen Geschmack auch zu wenig Würdigung für die Leistungen des FC Lausanne - Sport in der Europa League. Das soll hier und heute nachgeholt werden.
Es war ein grosses Wunder, damals im August 2010, als der kleine Vertreter aus der Schweizer Challenge League gegen das übermächtige Lokomotive Moskau, den Moloch aus der Russischen Hauptstadt, mit einem Budget so gross wie das der gesamten Super League zusammen, im Penaltyschiessen gewann. Ungläubiges Staunen ging durch den Blätterwald, die meisten Medien waren gar nicht darauf vorbereitet das so etwas überhaupt noch möglich war, dementsprechend dezidiert wurde über die gesamte Kampagne berichtet.
Zu Unrecht wie ich finde. Man muss es ganz deutlich sagen, Lausanne hat sich mehr als nur achtbar geschlagen, in keinem Spiel gingen sie wirklich unter, etwas was man vom FCZ in der Champions League beispielsweise nicht behaupten kann (man erinnert sich an das Marseille Spiel). Trotz ihren bescheidenen spielerischen Mitteln konnten sie sich in jedem Spiel Torchancen aus dem Spiel heraus erarbeiten, mit dem Höhepunkt beim 3-3 gegen Sparta Prag auswärts. Zusätzlich muss man sich vor Augen halten, das die Mannschaft inzwischen 27 Spiele in den Beinen hat, beinahe so viel wie in der ganzen Saison in der Challenge League gespielt werden, und dort sogar auf dem zweiten Platz steht, trotz der Mehrbelastung. Ich kann meinen Respekt vor diesen Leistungen kaum in Worte fassen, es gibt genug negative Beispiele über Klubs die mit der zusätzlichen Belastung nicht umgehen konnten, der FCZ zum Beispiel, und dann in der Meisterschaft abstürzten.
Passend dazu ging gestern die Karriere von Fabio Celestini zu Ende. Rückblickend muss man sagen, sie war ziemlich beeindruckend. Nach seinem Wechsel von Troyes zu Marseilles wurde er dort Captain und langjähriger Stammspieler, ein Spieler dessen Worte im Verein Gewicht hatten. Dasselbe gelang ihm auch bei seinem nächsten Verein, Getafe in Spanien.
Trotzdem hatte er in der Schweizer Nationalmannschaft, und auch in der Bevölkerung, nie das Standing das andere, viel weniger erfolgreiche Spieler hatten. Vielleicht wegen seinem ruhigen Wesen, seiner manchmal lethargischen Art zu spielen. Vielleicht war es sein Pech das Johann Vogel genau zur gleichen Zeit als Captain der Nationalmannschaft ihm dem Platz wegnahm, denn wegen seinen Leistungen kann es nicht gewesen sein. Ich zolle ihm den grössten Respekt vor seiner Karriere und finde es unglaublich schade, das er wegen Differenzen mit dem Verein seine Karriere als Spieler frühzeitig beendet.

Merci Fabio, guete Typ!

In diesem Sinne uns allen eine schöne Winterpause

Dienstag, 30. November 2010

Gestatten, Shlomi Arbeitman

Shlomi Arbeitman also. Ein Talent der israelischen Liga, spielte zuerst wechselweise bei Beitar Jerusalem, Hapoel Petah Tikva, Hapoel Tel Aviv und zuletzt mit Maccabi Haifa in der Champions League. Sein damaliger Mannschaftskollege Jorge Teixeira fand den Weg danach nach Zürich zum Serienmeister, Arbeitman wurde von KAA Gent in Belgien verpflichtet (für die wenigen ernstzunehmenden Fussball-Lexiklopen: Das ist da, wo im 2005 Dario Smoje hinging, eines der grössten Fussball-Defensivtalente, das sich der FCZ - nach Probetraining wohlbemerkt - jemals entgehen liess). Offensichtlich hat er sich sofort an die belgische Sprache gemacht und behrrscht diese vielleicht auch schon. Sein Englisch jedenfalls ist ziemlich bemerkenswert. Der schafft es, während 1:23 Minuten sich in keiner Weise verständlich zu machen. Eigentlich ist er darin auch nicht spezialisiert; wie im Übrigen kein Fussballer, welche für gewöhnlich lediglich Phrasenkässeli dreschen. Ausser "Step by Step" versteht man hier jedoch nichts:

Aber dafür ist er auch nicht in Belgien, sondern zum Kicken. Und das kann er offensichtlich nicht mal so übel, wie er letzte Woche mit seinem Tor zum 3:1 gegen Sporting Lissabon zeigte (ab Min. 0:53).

PS: Man möchte an dieser Stelle nicht umsonst krächzen. Aber am Sonntag kam beim letzten YB-Spiel gegen Sion gleich zu Beginn eine Grossaufnahme von Alain Nef, unser aller Vorbild, Superstar und Märtyrer. Die Schmerzen, ihn in diesem Biene Maja-Tarnanzug (anstatt den FCZ-Farben) zu sehen, waren wieder einmal vergleichbar mit dem Abriss eines Arms. Unvorstellbar, ungerecht, inkohärent. Und fahrlässig. Wie werden wir je vergessen, wie die FCZ-Fans vor 7 Jahren noch vor der Flachpass standen und einige den Spielern an den Kopf "Scheiss-Millionäre" warben (was einige auch waren). Nef stand daneben, trank sein Bier aus und raunte "meinen Lohn könnt Ihr haben." Ein Held wie aus dem Bilderbuch.

Dienstag, 6. Juli 2010

"Es gab viele deutsche Fahnen in Israel"


Im Sinne des letzten Postings könnte auch die Frage stattgegeben werden, für wen eigentlich die israelischen Fussballfans die Daumen drücken. Am Dreikontinenteneck könnte man meinen, afrikanische Mannschaften würden den Vorzug erhalten (u.a. wegen verschiedenen afrikanischen Spielern in der israelischen Liga), von welchen es aber ausser Ghana alle frühzeitig aus dem Geschehen geschleudert hat. Die US-Boys wären wohl ein Kandidat, insbesondere aufgrund der Vielzahl amerikanischer Zuwanderer. Letztere haben sich aber inzwischen ihre eigene Football-Liga organisiert und frönen lieber dem eierförmigen Flugobjekt aus Leder und Tacklings auf Schulterhöhe und viel technischem Verschleissmaterial. Der Iran entfällt auch, nachdem die Qualifikation schon scheiterte (und nur deshalb), über nordkoreanische Freundschaften weiss man leider zu wenig. Andere Mitglieder der Achse des Bösen sind ebenso nicht zu erheben.
Die Bild-Zeitung hat inzwischen ihre eigenen Erkenntnisse gezogen und publiziert, wonach eine Vielzahl von Israelis die Mannschaft der deutschen Tugenden ins Herz geschlossen wurde:
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich: "Es ist eine wunderbare Fan-Freundschaft, 65 Jahre nach dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ..." (ganzer Artikel)
Hierzu der im Artikel zitierte Experte für deutsch-israelische Beziehungen Emanuel Cohn (welcher in den Erinnerungen der CC-Redaktion schon zu seinen schweizerischen Zeiten wichtige Fusstapfen im lokalen Fussballgeschehen hinterlassen hat. Unvergessen bleibt sein unermüdlicher Einsatz an den Grümpel- und Bne Akiwa-Fussballturnieren, welche er mitunter mit zerbrochenen Brillen entgelten musste):
„Die jungen Israelis sind sich bewusst, dass Deutschland heute einer der besten und engsten Freunde und Partner Israels ist, politisch, kulturell und ökonomisch. Außerdem spielen im deutschen Team Kinder aus Migranten-Familien. Diese kunterbunte Mannschaft steht für ein anderes, ein junges und offenes Deutschland, sie hat eine andere Leichtigkeit, als wenn alle nur Schmidt und Schulz hießen. Und sie spielt den schönsten Fußball.“

Donnerstag, 3. Juni 2010

Der offene Brief von Prandelli

Dass Florenz eine verrückte und spezielle Fussballstadt ist, kann jeder bezeugen, der einmal im Franchi ein Spiel verfolgt hat. Neunzig Minuten lang wird durchgesungen, und zwar nicht wie andernorts mit den immergleichen Melodien. Wenige verfolgen ihre Mannschaft so unaufhaltsam wie die Fiorentina-Fans. Umso härter traf diese Anhänger des diesjährigen Achtelsfinalisten der Champions League, als bekannt wurde, dass ihr verehrter und geliebter Trainer, Cesare Prandelli, einer der menschlichsten Erscheinungen im kurzlebigen Fussballgeschäft Italiens, auf die neue Saison hin das schwere Erbe von Marcello Lippi als Commissario Tecnico antreten wird und nunmehr seinen Posten in Florenz räumt. Als Zeichen seiner Verbundenheit hat er in der lokalen toskanischen Presse einen offenen Brief publiziert, der Fussballvernarrten und Mannschaftssport-Theologen auf dem ganzen Planeten den Kampf mit den Tränen eröffnen wird:

Demjenigen, der mich auf der Strasse getroffen hat und Cesare genannt hat. Der in den Regen gestanden ist, in die Sonne und in den Wind des Stadio Artemio Franchi. Der seine Ferien in Folgaria, Castelrotto und Cortina (Anm. d. Red. Orte von Trainingslagern der Fiorentina) verbracht hat. Der wegen einem ungerechtfertigten/verschossenen Penalty oder aus Freude im Anfield geweint hat. Der wie ich geglaubt hat und sich ob einer einzigen Viola-Flagge an einem Fenster gerührt hat. Der sich gedacht hat, dass ich, obschon ich bei einigen Auswechslungen falsch lag, trotzdem ein guter Typ bin. Der die Bedeutung der Stille zu verstehen und schätzen wusste. Der hunderte Kilometer zurückgelegt hat, um sagen zu können „Ich war dabei.“. Denjenigen von Verona, Torino und die mit uns vor Freude geweint haben. Denjenigen, die in der Nacht am Flughafen auf uns gewartet haben, um „Forza Viola“ zu singen. Demjenigen, der mir zurief „Lass sie laufen“ und der gerannt ist. Der mir „Grande Mister“ oder „Einer von uns“ sagte oder „Wenn ich mit Dir spreche, ist es wie mit einem Verwandten, einem Cousin, Onkel oder Vater zu sprechen“ und jedes Mal von Neuem meine Seele rührte.

Euch allen, der Stadt Firenze mit seiner etwas melancholischen Eleganz, seinem Misstrauen und seiner Grosszügigkeit, habe ich nur zwei Dinge zu sagen: Danke und ich werde Euch immer in meinem Herzen tragen.

Cesare.

Montag, 31. Mai 2010

I got Tefillin!

Dienstag, 4. Mai 2010

Gibt es im IKEA eigentlich Koscherprodukte?

Auf dem gestrigen erneuten Familienausflug in den IKEA (nach der israelischen Devise Weisst Du nicht wohin, dann geh mal in ein Einkaufszentrum) hat sich der heimische Möbel-Lego-Fetischist wieder einmal gefragt, ob es eigentlich auch eine Legitimation gibt für diese abartig mundend aussehenden Heringsorten in der IKEA-Lebensmittelabteilung. Unsereins müht sich wöchentlich mit versalzenen, geschmacklosen oder einfach ätzenden Hering-Variationen, während wohl der Nordländer es viel eher versteht, kulinarisch verständlichen Hering vorzubereiten als der Polakke von nebenan. Also hat man kurzum eine interaktive Forschung betrieben und entdeckt, dass IKEA eine ziemlich umfassende Liste von koscheren Artikeln führt, auf welche hiermit hingewiesen sei Bezeichnenderweise stammt die Liste von der jüdischen Gemeinde in Edinburgh, Irland, und aus dem Jahre 2006. Ja, hat denn Stockholm keine eigene Koscherliste? Dodoch, hat es. Nur stammt die aus dem genau gleichen Alter und führt merkwürdigerweise keine IKEA-Artikel. Churban Brünzel hat jedenfalls einmalgetestet und kann die Empfehlbarkeit auf unverbindlicher Basis und natürlich höchst inoffiziell nur bestätigen.

Öffentliche Geheimtipps: Dillchips (unbedingt Fish Roe-Paste (Lachsrogen- und -forellenpaste) drüber schmieren, Senapssill (Senfhering), Sourcreamsill)

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Panettone-Update

Eminent wichtige Mitteilung für das kulinarische Fortkommen des observatorischen Zentralkomitees von Chassidus Chübelsack, auf freundliche Weiterleitung unseres IGFKL-Maulwurfs:
Gemäss telefonischer Auskunft des SIKS sind die Panettoni und Pandoro's von Melegatti (siehe weiter unten für die genaue Liste) auch ohne Stempel koscher.
Man freut sich also, mampft nun unter dem Engelschweif genüsslich vor sich hin und hofft auf ein baldiges Ende des Herbstes, also auf Glatteis, schwurblige Kälte und Schneestürme. Wie früher halt.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Ronnie o mago und die Singlesproblematik


Tatort Letzigrund. Am letzten der magischen Abende, als wir uns alle bereits davon überzeugt hatten, dass die Champions League zwar eine nette Kasse hat, uns aber resultatmässig ziemlich überfahren hat (sportlich war der FCZ viel weniger weit von den Spitzenplätzen weg, als es die Tabelle und die Spielresultate vermuten lassen), liess man sich also nicht lumpen und huldigte den Vereinsfarben ein letztes Mal im internationalen Kontext. Viel anderes bleibt gar nicht mehr übrig, da im Landeswettbewerb die Duelle gegen Bellenz und Gossau zu unerträglichen Zitterpartien erbärmlichen Niveaus gesunken sind. Und da, wie der Föhn-X (neue Rechtschreibung) aus der Asche, klopft sich der FCZ seine Alltagsprobleme von den Schultern und spielt wieder San Siro. Tritt seinen übermächtigen Gegnern auf den Füssen rum, als hiessen sie Ritschratsch Cabanarsch und Kriechsohn Varela. Spielt sich der FCZ also in einen Spielrausch und plötzlich wieder über die Flügel, dominiert das Mittelfeld und verlagert effizient das Spiel über die Seiten wie selten in dieser Saison. Wird also aus allen Lagen auf Dida gefeuert und wenn Dida gestern nicht doppelt so glückhaft wie agil gewesen wäre, wäre auch Tico's Schuss reingekullert. Und dann eben der Youngster auf dem Platz, den man ob Nikci's Leistung fast vergessen hätte: Da steht der Philipp Koch für einmal auf der Stahel-Position und läuft den Ronaldinho ein ums andere Mal ab, tackelt ihm den Spielwitz vom Stiefel und lässt so wenig zu, dass es Gaucho am Ende zu blöd wird und er sich damit genügen wird, Kabinettstückchen für seine Galerie und die Jesolo-Kurve zu präsentieren. Bis zum Penalty, der meiner Meinung erst noch keiner war (Rochat spielt zuerst den Ball - edit: Penalty wird vorbehaltlos anerkannt). Aber das spielte zum Ende des Jahres schon keine Rolle mehr. Zu gross die Genugtuung, der AC Mailand in zwei Spielen 5 Punkte abgeknöpft zu haben und in der Scala des Fussballs Ballett getanzt zu haben. Zu schön.
Und als Reverenz an ebendiese Fussballkunst wollen wir eben nicht vergessen, dass Ronaldinho eben immer noch einer der Besten seines Fachs ist, der den Ball sogar im Dunkeln noch spielen könnte. Wörtlich...


Ach ja, dann gab's ja noch einen, nämlich die ultimative Quantenerklärung, warum amerikanische High School-Absolventinnen vor Heiratsscheue fast platzen und doch niemanden finden. Sieht fast so aus, als hätte sich jemand die Mühe genommen, eine astrein-wissenschaftliche Begründung hierfür zu finden. Aber wie immer: selbst ist die Überzeugung.

Dienstag, 9. Juni 2009

Vorbereitung des Jom Hajamim

Im Auftrag des Tripogonz:

Rabbinat und Beis Din von Chassidus Chübelsack sind soeben aus ihrer wöchentlichen Klausur zurückgekehrt. Die Anstrengung und Seriosität ist allen Gesichtern diesen hochqualifizierten und mannigfaltig toyredig dekorierten Vertretern der judäischen Intelligenzia noch klar abzulesen: Es müssen fürchterliche Streitgespräche gewesen sein, die sich in den letzten Tagen ereignet haben. Gespräche, welche das Innerste des Karmas schürfen und aufwühlend die Neudefinierung seiner Orientierung fordern. Fürchterliche Risse in der Persönlichkeit. Allwissenheit und Reizung des Ich-Bereichs durch Stimulierung des Ohrläppchen.
So bereichernd diese Tage gewesen sein müssen, so resolut stellen sich auch die Schlussfolgerungen für die Vorbereitung des Grümpelturniers dar. Das Beis Din hat deshalb ein striktes Edikt erlassen, wie es seit den dunklen Zeiten des Mittelalters und der Formung der Endinger Blauhelm-Truppe in der Schlacht um Nagorny Karabach nicht mehr der Fall gewesen ist. Es geht auch um sehr viel: Wieder mal stehen Ehre und Ruhm mitten im Schlachtfeld. Mannesheere werden danach greifen, um sich am Gral der ewigen Jugend zu regenerieren. Dieser Jahrtausende alte Wunsch wird jedoch auch dieses Jahr nur einer Mannschaft vergönnt bleiben. Wer wird sich also die Kräfte dieses Jahr am umsichtigsten einzuteilen wissen? Wessen weise Vorsätze werden dieses Jahr am konsequentesten umgesetzt?
Der Sonntag wird es zeigen.

Verletzungssorgen
Auch der stramm-moiredige und neo-heimische Interessenvertreter des charedischen Gedankenguts hat sich für dieses Jahr enorm viel vorgenommen. So wird sich erweisen, ob Tripogonz, die akrobatisch-45°-schusswuchtige Wühlmaus vom Dienst, sich seiner in tragischer Weise in den Schlussminuten eines harmlosen Sonntagskicks auf dem Quartierplatz erlittenen Adduktorenläsion entledigen können wird. Ein erster Belastungstest, unter Führung des Conconi-Mashgichim und der JLeague-Spielleitung ging da schon mal gründlich in die Hosen bzw. in die Muskeln und sollte wenig Gutes verheissen. Sollten aber eine Woche voller gutgläubiger Flector-Einheiten, asiatischer Massagen, aufgelegter Tschulent-Socken sowie dem grossmütterlich verschriebenen Rezept der Einnahme eines Erstlings-Sandkorns aus der Sahara (Bikkurim, kännsch?) dennoch ihre Wirkung nicht verfehlen? Sollte die Motivation wieder einmal Berge zu versetzen wissen und alle Pessimisten Lügen strafen? So wird schon heute spekuliert, ob sich Tripogonz in den ersten Spielen vorsichtig an die Form seiner besten Tage heranfinden wird oder ob er sich wiederum umstandsmässig die Handschuhe umstülpen und seinem Ruf als galactico-intuitivem Herrn der weissen Linie gerecht wird.

Die Altersseuche im 613-825-1818-Team
Auch andere Elemente der Achse kämpfen mit Sorgen. Da ist Abwehrhaudegen Langsmann, der sich neuerdings alternativ-poppigen Sportarten wie Inline-Raving verschrieben hat und so sein Feintuning für Kick-and-Rush empfindlich gestört haben könnte. Zwischen den Pfosten steht ein weiterer Evergreen des jüdischen Sportplatzes, der in letzter Zeit vor allem seine zweite Karriere gefördert hat, indem er in auffälliger Weise Mandate als Torwarttrainer, Materialwart, südfranzösischer Projektbegleiter und lakonischer Stänkerer alk-uiriert hat. Zudem dürften weitere Elemente des Teams entweder ihrem Stigma als Eisenfüsse entgegentreten oder sich überraschend als Chancen-Gallachim erweisen. Der Sonntag wird es zeigen.

Rückkehr aus dem Urwald der Vergessenheit
Ultimativ auf die Motivation seiner Mannschaft, welche dieses Jahr moiredigerweise den Übernamen 613-825-1818 trägt, sollte sich auswirken, dass ein kaum vorstellbarer und bereits als abergläubische Illusion abgetaner Traum sich nun doch realisiert hat. Jahre der Ungewissheit haben sich gelohnt und die bis zuletzt Glaubenden werden nun für ihre Treue belohnt. B-R-U-N-O--M-A-N-S-E-R--L-E-B-T!!!!
Und nicht nur das, sondern er wird am kommenden Donnerstag mit einem Sonderflug des Klosters von El Alamein in die Schweiz verfrachtet, aufgepäppelt und verstärkt am Sonntag sensationellerweise auch noch seine alte Grümpeli-Kumpanen. Was für ein Exploit. Teile der Mannschaft dürften diesen freudigen Umstand noch nicht einmal vernommen haben, deren Freude man sich jedoch nur allzu gut vorstellen kann. Fanfaren, nervige Tröten und Purim-Rasseln sowie einschlägig bekannte, minderjährige Cheerleaders werden seinen Eintritt zum Spielfeld gebührend begleiten. Der Sonntag wird es auch hier zeigen.

Optimale Vorbereitung
Letzte Gerüchte zeitigen, dass ein drittes und letztes Trainingslager womöglich noch durchgeführt wird. Die Verhandlungen mit dem Sponsorenkonsortium werden diesbezüglich unlängst abgeschlossen. Jedoch ist allen Beteiligten klar, dass das A und O eines erfolgreichen Sonntags in der individuellen Vorbereitung liegt. Ein allgemeiner Trainingsplan mit öffentlichrechtlichem Kult-Charakter soll an dieser Stelle dennoch für faire und ausgeglichene Verhältnisse sorgen:

  • Dienstag: Lockeres Footing, Leibchen rauslegen & Brustbereich mit Perskindol einreiben, ab sofort wegen Ayin hara kein Freddy Mercury mehr hören (Langsmann darf ab sofort kein Rollraving mehr betreiben)
  • Mittwoch: Sprinteinheiten, Tante anrufen, Steigerungsläufe (zu Müsliburg von R200k)
  • Donnerstag: Torwandschiessen auf dem ZDF-Gelände, seriöses Ausdehnen der Adduktoren, 825 Rumpfbeugen (empfohlene musikalische Begleitung: Final Countdown), obligatorischer Vor-Armageddon-Wegschmiss
  • Freitag: Trizeps-Stärkung für ausgedehnten Torjubel, lockeres Footing, 613 Liegestützen (im Büro sicherstellen dass keine wichtige Sitzungen am Montag Morgen angesetzt sind, präventiv Out-of-Office-Reply installieren)
  • Shubbes: absoluter Ruhetag, wenn möglich im Minjan übernachten, um beim Treppenlaufen keine Verletzung zu erleiden (auch keine Hagbaa akzeptieren!), für ICZ- und Minjan-Gänger: letzte Tipps von Moische und Sami einholen; absolutes TSCHULENT-VERBOT!!!
  • Nacht vom Shubbes auf den Sonntag: Beischlafverbot, Keuschheitsgürtel-Pflicht, keine Discobesuche (siehe Beischlafverbot), nur Eminem als motivationelle Untermalung, Draft für einen möglichen Rekurs am Sonntag ausarbeiten, DAR die ganze Nacht anrufen, damit er am Sonntag wenigstens einen Grund hat, gegen uns zu pfeifen
  • Sonntag: einmal nass pfunden, feucht abwischen, grossformatige Zeitung kaufen, um während der Hinfahrt im Auto sich und diese einmalige Nervosität vor 4x10 Minuten Grottenkick zu verbergen.
Korrespondentenberichte von Churban Brünzel und Yves Bourgignon werden das Geschehen ab Montag gebührend wiederzugeben versuche. Inzwischen wünschen wir allen eine gesund-seriöse Vorbereitung und Tuttifrutti. Und falls das noch nicht Motivation genug war, so zum Ende noch ein Schmankerl zum Geschmack geben:

Dienstag, 31. März 2009

Masel & Broche gewinnt sensationell die JLeague

(Gastbeitrag von El Rojo de la Colina)



Am Sonntag, 29. März 2009, wer hätte dies für möglich gehalten, standen sich im Final der diesjährigen JLeague der Vorjahressieger Scherdünn und das Überraschungsteam der Meisterschaft, Masel & Broche, gegenüber.

In einem packenden und die Zuschauer aus ihren Sitzen reissenden Spiel bezwangen die Underdogs schliesslich den klaren (und in den Wettbüros auch als solchen gehandelten) Favoriten mit 14:13 im Penaltyschiessen.

Dass die Zuschauer im Anschluss an das nervenaufreibende Shoot-Out den Platz stürmten um ihre Helden zu feiern, konnte von den zahlreichen Ordern nicht mehr verhindert werden. Das Sicherheitsdispositiv muss gewiss überdacht werden, wenngleich mit einem solchen Ausgang schliesslich niemand rechnen durfte.

Captain Martin Frenkel sprach von einem historischen Moment und der Stolz war deutlich hörbar, währenddessen seine Teamkollegen nicht müde wurden, sich bei den Fans zu bedanken, indem sie etliche Ehrenrunden absolvierten. Champagnerkorken flogen durch die Halle, bereits (in kühner Voraussicht) vorgedruckte Meister-Shirts wurden von den Fans in die Höhe geschwenkt. Es war ein Anblick, wie es selbst in der Sportstadt Zürich nicht häufig zu sehen ist und selbst ältere Semester zu Tränen rührte.

Sportminister Ueli Maurer liess es sich nehmen, den Spielern in der Umkleidekabine die Glückwünsche der Landesregierung auszurichten und selbst Ottmar Hitzfeld meldete sich per SMS zu Wort.

Der unerwartete Gewinn der Meisterschaft kam offenbar auch für die neu gewählte Stadtpräsidentin Corine Mauch völlig überraschend. Als bekennende Masel & Broche-Supporterin der ersten Stunde lud sie das Team spontan zu einer Visite ins Stadthaus ein, welcher voraussichtlich in der kommenden Woche stattfinden soll. Es wartet für das Team um Topscorer Jürg Bloch nicht nur der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Zürich, sondern auch die berühmten smaragdgrünen Ehrenmedaillen, welche einzig für aussergewöhnliche Leistungen im Bereich Sport verteilt werden.

Die öffentliche Meisterfeier mit den Fans findet bereits am kommenden Sonntag, 5. April auf dem Bürkliplatz statt. Die Polizei rät den Besuchern, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, da mit einem grösseren Zuschaueraufmarsch gerechnet werden darf. Die Trams der Linien 2, 5, 8, 9 und 11 werden umgeleitet, da der General-Guisan-Quai für den Verkehr gesperrt sein wird.

Masel & Broche vertritt am 1. November 2009 die Schweiz an der europäischen JLeague-Ausmachung in Marseille. Anmeldungen für Carfahrten und Arrangements werden ab sofort im Sekretariat von Masel & Broche entgegen genommen.


Montag, 17. November 2008

ONE - Ein unerreichtes Meisterwerk


es kommt die zeit im leben eines jeden musik-fans, in der man sich sagt: "so. und jetzt muss ich mir mal von der seele schreiben, was dieser oder jener song für ein unglaubliches meisterwerk ist." und genau dieser gedanke ist mir vor kurzem beim hören/studieren von metallica's song "one" durch den kopf geschnellt. (hier die studio version.)
als dritte single des albums "...and justice for all" erhielten metallica ihren ersten grammy für "one". das lied ist die musikalische interpretation des romanes "johnny got his gun" (dt. "johnny zieht in den krieg"). es erzählt die geschichte eines soldaten, der im ersten weltkrieg durch eine deutsche miene schwer verletzt wird. er verliert dabei arme, beine, gehör, die fähigkeit zu sprechen und sein augenlicht. da sein verstand aber immer noch einwandfrei funktioniert lebt er als gefangener in seinem körper weiter. seine hilferufe kann er erst an die aussenwelt kommunizieren, als ihm der einfall kommt, mit seinem kopf morsezeichen ans bett zu klopfen (seine häufigste nachricht: kill me).

musikalisches epos

die vielfalt dieses stückes zeichnet es ebenso aus wie die genialität jeder einzelnen passage. nach einigen kriegsgeräuschen, entführt das intro (ein langsames melancholisches gitarrenspiel) den zuhörer in die tragik der geschichte. nach den genielen textpassagen der fast romantisch gesungenen ersten zwei strophen setzt erstmals die legendäre gitarre von kirk hammet ein. sein solo wird unterbrochen von hektischen hilferufen des patienten (auch hier ist der text wirklich sehr tief). im anschluss gibt es kein halten mehr. hammet legt das hin, was das magazin "guitar world" (so was wie das mass aller dinge) zum siebtbesten solo aller zeiten gewählt hat; direkt vor "hotel california" (die liste der top 100). mit kombinationen, die stets kopiert und doch nie erreich wurden verzaubert die gitarre den zuhörer und schickt ihn auf eine reise, auf der das leid des liedes vergessen wird. die geschwindigkeit mit der hammet spielt bleibt legänder.

video(s)

zu "one" drehte metallica auch erstmals ein video. für viele ihrer eingefleischten fans kam dies einem hochverrat gleich. die band habe sich verkauft.
doch das video ging, ebenso wie der song, in die geschichte ein. oder besser gesagt: die videos. denn es gibt gleich mehrere versionen des videos. die bekannteste version beinhaltet sowohl bilder der band (das lied in einem warenhaus spielend) sowie ausschnitte aus der verfilmung von "johnny got his gun". die kombination funktioniert! die film-ausschnitte stören keineswegs, sondern untermalen die problematik und die dramatik des themas. (bestes beispiel: auf die frage des hohen vertreters des militärs an den arzt, ob er denn nicht irgendeine nachricht für den patienten habe, antwortet dieser: he's a product of your profession; not mine!). das video ist eines der am häufigsten auf mtv gespielten.
die zweite version ist eine gekürzte version des ersten videos. und in der dritten version sieht man ausschliesslich die band (und keine film-ausschnitte).

cover versionen

das lied wurde etliche male gecovert. korn und children of bodom sind nur zwei von vielen bands, welche sich an den song 'ran wagten. doch der song war auch inpiration für etliche instrumental-versionen. neben harptallica, welche den song auf harfen spielen, haben natürlich apocalyptica den song gecovert. ohen den charakter des songs zu verfälschen, verleiht apocalyptica dem song eine weitere unglaubliche ebene. dass sich der song optimal eignet, um von streichinstrumenten gespielt werden, wird durch die vielzahl an covers auf youtube deutlich (hier ein beispiel. und hier nur das berühmte solo). auch als piano version weiss das werk zu überzeugen.
hier noch ein kleines extra: "one" auf dem gitarren-programm des iphone's.

fazit

alles in allem ist metallica ein meisterwerk gelungen, dass in die analen der musik-geschichte eingegangen ist. "one" gilt für viele als der beste metallica-song aller zeiten. dass metallica auch selbst die genialität ihres werkes erkannt hat, steht ausser frage. so haben sie auf ihrem neusten album (auf welchem sie nach eigenen angaben das beste ihres bisherigen schaffens zusammengetragen haben) einen song plaziert, der stark an "one" erinnert. the day that never comes ist ein song, der sich ebenfalls mit dem thema krieg befasst, wie auch das video zeigt. aber auch musikalisch ist der song fast eine "one". dem langsamen beginn des songs mit einem ruhigen gitaren-intro und zwei melanchonischen strophen folgt genau wie in "one" ein schneller gitarren-part und eine hektischer gesangs-part. und auch dieser song wird von einem langen gitarren-solo beendet. natürlich kommt "the day that never comes" nie an "one" heran, er zeigt aber, dass die band das konzept weiter für erfolgreich hält und einen eigenen tribut für "one" für angebracht hält.

ich hoffe, ich habe euch dieses meisterwerk etwas näher bringen können. ich bin auf jeden fall froh, dass ich meine bewunderung mal von der seele schreiben konnte.

danke

etnu