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Donnerstag, 2. Juni 2011

44 Gründe, das religiöse Judentum zu verlassen

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Der Jude ist kein Wichser

OkCupid ist ein amerikanisches Online-Dating-Unternehmen mit entsprechender Homepage. Interessiert an sich nur beschränkt. So wie auch der Link dahin. Wird zudem gemäss Zeitungszitaten auf der eigenen Homepage als das neue Google des Datings bezeichnet, also auch als das neue Schwarz, als der neue Zidane, was kann man schon mehr wünschen. Auch das interessiert eigentlich niemanden.
So wie auch die nachstehende, von ihnen publizierte Grafik. Und doch wird an jedem Schabbestisch übermorgen niemand um das Thema herum kommen. Alle werden erzählen, dass sie zu den anderen 75% gehören, sie mal das Guetzli essen mussten, auch sie schon von Mami mit dem Apfelkuchen vor dem Reissverschluss erwischt wurden. Und dann werden sie sich noch ein Glas Rotwein eingiessen, Lachtränen wegwischen, die neue ICZ-Homepage besprechen, deshalb wahre Tränen wegwischen und am Ende ist doch nichts passiert.
Und bitte fragt den buddhistischen Arbeitskollegen am Montag, ob die Statistik wirklich stimmt.

Sonntag, 22. Mai 2011

Baranes neuer Restaurateur der ICZ?

Dieses Wochenende war besonders interessant. Erstens stellt sich heraus, dass die guten Mutes Tickets für das Heimspiel gegen Thun vom Mittwoch in keiner Weise zu optimistisch erworben worden waren. Zweitens verbrachte man einen geglückten Lag Baomer-Nachmittag. Sprich während der ersten Halbzeit tat man noch etwas sozial, beschäftigte sich mit Feuer und Fleisch und spähte alle 6.13 Sekunden auf den Spielstand. Nach der Hälfte dann gab es kein Halten mehr, weder auf dem Platz noch vor dem Bildschirm. Verrückt schöne Perspektiven für einen verrückt unterhaltsamen Mittwoch Abend...
Und dann war wieder mal der interessante Blick in die JüZ. Diese Woche wurden zwar keine Scheitel in Schwimmbädern oder im Purim-Vollsuff liegen gelassen, es wurden auch keine neuen esoterischen Rituale für Bündner Bergdörfer in den Raum gestellt. Und dennoch wurde auch diesmal das obligate Schmankerl nicht vorenthalten.
Da publiziert also Baranes auf einer Achtelseite ein Inserat mit dem übrigen Blabla, seiner notorischen Erfahrung in Restauration, Hotellerie und sonstigen Institutionen, mit welcher er nun das einzige koschere Grillrestaurant der Stadt führt. Dann wird's aber erst richtig interessant: Auf geschätzten 20 Zeilen wird darauf hingewiesen, dass wieder einmal das Gerücht kursiere, das Baranes-Lokal stehe aufgrund finanzieller Probleme vor dem Aus. Was in dieser Art natürlich überhaupt nicht stimme. Im Gegenteil: Bald werde eine Bäckerei/Konditorei, eine Pizzeria (Déjà vu?) sowie ein Eventsaal für 500 Personen eröffnet.
Nun, gleichzeitig weiss jeder, dass sich die ICZ für eine Restaurationsvariante entschieden hat, um einen eigenen umfangreichen fleischigen Betrieb in ihren renovierten Lokalitäten instand zu setzen.
Ein Lokal für 500 Personen zu finden, ist in der zunehmenden Platzknappheit der Stadt Zürich, kein einfaches Unterfangen. Grosszügig ausgelegt könnte dieses Kriterium auch auf die Räumlichkeiten der ICZ zutreffen. Dass hierin auch für (zumindest einen Teil der) Ausweitung der gastronomischen Aktivitäten der "Baranes-Gruppe" zutreffe, ist zumindest denkbar.
Wie gesagt, es ist ein Gerücht und eine Zusammenarbeit würde sich somit wenigstens logisch erklären lassen. Dass der Schreibende dies zumindest für die ICZ als eine sehr schlechte Idee hält, basiert vor allem auf persönlicher Einschätzung von Potential, Fähigkeiten, Zumutbarkeit und letztendlich Transparenz einzelner Beteiligter.
Hoffen wir also auf das Beste (bzw. auf etwas besseres).

Montag, 28. Februar 2011

Das letzte Post von Onkel Lino

Es ist kein Geheimnis. Unser gewiefte Taktiker, unser Licht im Dunkeln der Rationalität, der Fantasist, unser aller Nummer Eins bricht die Zelte ab. Seine Fähigkeiten als Visionär sind inzwischen bis über die Landesgrenzen bekannt geworden, weshalb es kaum überraschen konnte, dass der Gummihals ihn dazu verpflichten konnte, an den Gestaden des Nordens seinen Einfluss geltend zu machen, dort die Bevölkerung wachzurütteln und den Revolutionssamen dort in die Köpfe der Menschen zu pflanzen.
Wir werden ihn vermissen. Den Choleriker, den ruhigen Pol, die personifizierte Weissglut, aber auch die Ausgeglichenheit selbst. Den selbsternannten Sportsmann, der in Notfällen auch mal ein lautes Wort auspacken konnte, im nächsten Spielzug aber auch in ureigener Art besonnen die Gemüter auszugleichen wusste.
Aber es lässt uns gleichzeitig auch aufhorchen, dass nun die belehrwilligen Völker jenseits von Mordor in den Genuss dieses einzigartigen Individuums kommen werden. Die Hoffnung besteht für sie, dass nun die unnachahmlichen Taktik-Lektionen auch für sie einhalten werden, auf dass sie einen Bruchteil des spielerischen Verständnisses aufsaugen können, der uns nunmehr in Jahren von Schwerstarbeit hart eingetrichtert wurde.
Für uns stellt sich derweil die Frage, wer nun die Vermittlungsposition zwischen den Mullahs und dem Fussvolk einnehmen wird. Wer kann diese unnachahmliche Dolmetscherfunktion am ehesten nachvollziehen? Wer wird uns mit der Übermittlung der bedeutungsvollsten Chumres versorgen, auf dass wir endlich shtaygen? Wer erinnert uns jetzt täglich an unsere Nichtigkeit, indem er uns darauf aufmerksam macht, dass jeder Augenblick der letzte sein kann?
Seufz. Was wird nunmehr aus uns? Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Reisenden die Steine aus dem Weg zu räumen, ihm bereits heute insbesondere eine dereinst geglückte und baldige Rückkehr aus dem Hades zu wünschen und wir verbleiben passend in diesem Sinne mit einem herzlichen Toi Toi Ton!

Auf jetzt, Onkel Lino, eine vo ois!

Wohlbemerkt: Wir erinnern uns alle sehr wohl an die Versprechung von Video-Interviews, Wortmeldungen aus dem Exil und die Erweiterung des kulturellen Reichtums von Chassidus Chübelsack!

Freitag, 29. Oktober 2010

Trejfenes Handy - Schulausschluss



9 (neun!) Girlies aus dem BJJ-Sem(inar, Beis Jaakov Jerushalajim) sind aus der Schule geworfen worden, weil sie Handys besitzen, welche nicht als "koscher" (siehe erstes Bild) oder regelkonform zertifiziert wurden (Handys mit SMS-, GPS oder Internet-Zugang sind verboten, da sie direkten Zugang zum Purgatorium von unerlaubten Kontakten, Fussballresultaten und offensichtlich auch zum skandalösen Livestream von onlysimches.com verschaffen).
Ynet.co.il berichtet, dass anfangs des zwölften Schuljahrs ein Mädchen in der Klasse mit Handy in der Hand hochgehüpft ist und verkündet hat, dass sich ihre Freundin eben verlobt habe. Die Lehrerin bemerkte so, dass sie diese fröhliche Kunde per SMS in Erfahrung gebracht haben musste und rief unverzüglich nach dem Rektor. Dieser durchforstete in seinem investigativen Chapp gleich auch noch den SMS-Speicher und fand noch acht andere Ladies, die SMS empfangen oder versendet hatten. Resultat: alle neun wurden der Schule verwiesen.

Eine Schülerin sagte aus, es gebe Mädchen, welche sich ein solches koscheres Telefon zusätzlich erwerben würden, um es vorzuweisen, wenn sie erwischt würden (als ob das hilft...). Niemand wolle aus der Schule geworfen werden, wenn es nur noch 6 Monate gehe bis zum Beginn der Schidduch-Saison (ist ja wohl auch das einzige Problem).

Wir posten diese Geschichte aus verschiedenen Gründen. Erstens sind wir froh, dass in wenigen Stunden Shabbes ist und somit die Problematik der Verleitung durch SMS für wenigstens einige Stunden wegfällt. Zweitens möchten wir für Guysolino's Theorie des teuflischen Einflusses der USA auf unser tägliches Leben ein weiteres Beispiel bringen - dies unter der mutigen Annahme, dass Handys wohl in den USA erfunden wurden(, wobei mir in den nächsten 613 Sekunden sicher ein Partywisser einen Entgegnungslink präsentieren wird). Drittens und insbesondere widmen wir dieses Mail unserem theologisch verwirrten Kollegen Johan Vonlanthen. Über ihn berichtete heute Kollege Bernhard im Blick (Blick-Artikel), dass eher seltsame Forderungen des bekennenden Adventisten an seinen potentiellen Arbeitgeber Hapoel Tel Aviv gestellt wurden, welche angeblich eher wenig Anklang finden. Wir schlagen deshalb vor, Herr Johan solle doch einfach die Möglichkeit von Spielpraxis annehmen, spielen und sich wieder in den Dunstkreis von König Ottmar spielen. Erstens brauchen wir ihn da dringend, zweitens braucht er den Fussball (für alternative Karrieren ist es womöglich schon zu spät) und drittens kann er ja sein religiöses Gewissen beruhigen, indem er sich ein koscheres Handy und eine Hapoel-Kippa kauft.
Und zum Schluss noch dies:

Man wollte diesbezüglich kein eigenes Posting eröffnen, aber zur Koscherversorgung in der Stadt Zürich folgende Kurzszene heute Morgen in der neu eröffneten Bäckerei Lassova an der Waffenplatzstrasse. Die Szenerie sieht nach Work-in-progress aus. Die Decken sind wohl noch zu verputzen oder zu renovieren, die Gebäck-Möbel sehen aus, als seien sie aus Mahagoni, einige Backwaren sind effektiv neu und sehen lecker aus. Natürlich fehlen auf den Auswahlkarten die obligaten Schreibfehler nicht (weiss gleich keinen mehr, hat aber ein paar gute darunter). Nur das Personal (u.a. die obligat-schöne Schwiegermutter) ist noch dasselbe. Man kommt also am Freitag Morgen um 08:00 rein und will Challes.

CC: Haben Sie Challes?

L(assova): Ja.

CC: Kann ich welche haben?

L: Grosse gibt es keine mehr. Ich kann aber anrufen und sehen, ob noch welche kommen (AdR: Nochmals zur Erinnerung, es ist Freitag, 08:00 Uhr).

CC: Wieviel kosten sie denn?

L: Fr. 5.50 für die grosse (bei FbF sind sie auch nicht günstig, kosten aber Fr. 4.50 für die etwa gleiche Grösse).

CC: Okay, ich geh dann mal. Danke!

L: Kaufen Sie doch was anderes, wollen Sie nicht einen Kuchen?


Ich glaube, ein weiterer Kommentar erübrigt sich. Gut Shabbes.

Montag, 25. Oktober 2010

Serie A-Roundup zum Wochenende und Danke SF

Fernandes (Chievo - Cesena 2:1) wird in Verona in den Himmel gelobt. Ein Mann für alle Positionen, für alle Jahreszeiten (Note 6).
Von Bergen (Cesena) spielt eine sehr ordentliche und konzentrierte Partie, lässt sich in der Schlussphase aber zweimal vermeidbar und unnötig verwarnen und wird sodann vom Feld gestellt. Und prompt kassiert Cesena noch das 2:1 (Note 4.5).
Dzemaili (Parma - Roma 0:0) spielt eine ordentliche Partie, verteilt Bälle offensiv und verteidigt mit. Übertreibt es aber offensichtlich mit Weitschüssen, welche zumeist meterweise übers Tor segeln (Note 6.5).
Inler (Udinese - Palermo 2:1) fällt auf den ersten Blick nicht auf, ist aber über die gesamte Spielzeit überall anzutreffen und hilft aus, wo Probleme anzutreffen sind. Dem Siegtreffer von Udine geht ein Kopfball von Gögi voraus, der sich auf den langen Pfosten setzt. Ist mit Asamoah derzeit eines der eindrücklichsten zentrales Mittelfeld-Paare (Note 6.5).
Ziegler (Inter - Sampdoria 1:1) Inter staubt am Ende doch noch ein Unentschieden ab und hat gute Chancen. Ziegler's Gegenspieler ist das brasilianische Jungtalent Coutinho - und er hat ziemlich alle Hände und Füsse mit ihm zu tun, was ihm nicht zu gut bekommt. Am Ende bringt er eine brandgefährliche Flanke herein, welche Pazzini nur mit viel Pech zum Tor verwerten kann (Note 5.5).
Wir gratulieren ausserdem dem SF für seine weiterhin katastrophalen Matchberichte. Sie sind an Emotionslosigkeit kaum zu überbieten und sind eine Anreihung von Floskeln und hochgespieltem Fachwissen, dass es dem (v.a. internationalem Format gewohnten) Zuschauer übel wird. Höhepunkt ist wohl, dass in der samstäglichen Zusammenfassung von der Auswärtsniederlage von Luzern gegen Xamax nicht mal für nötig empfunden wurde, den Originalton wiederzugeben, sondern irgendeine akustische Fussballeinspielung eingespiesen wurde mit Zuschauerschreien bei Einwürfen und Auswechslungen. Hauptsache, man kann in den Berichten immer noch geflügelte Worte zu Wurst-Konsumenten (blanker Neid), schlafenden Kindern und kuschelnden Secondos einsetzen. Eine Zumutung.

Mittwoch, 15. September 2010

Die "reaktionären" Juden von Zürich

Mit Publikation der Schweizer Nationalfonds-Studie hat Dario Venutti im Tages-Anzeiger vom Mittwoch einen Artikel (Artikel Tagi-Online) über die Schweizer Juden platziert. In diesem weist er einerseits auf die Nationalfonds-finanzierte Studie aus Basel bezüglich der Entwicklung des Schweizerischen Judentums hin ("Schweizer Judentum im Wandel" unter Projektleitung von Dr. Daniel Gerson und den Autoren Sabina Bossert, Madeleine Dreyfus, Leonardo Leupin, Valerie Rhein und Isabel Schlerkmann), deren Schlussbericht online ist (Schlussbericht online) und in den nächsten Wochen auch bei Chassidus Chübelsack noch zu diskutieren ist. Andererseits nutzt Venutti die Gelegenheit, um einen Überblick über das Zürcherische Judentum zu vermitteln (sich u.a. auf die obgenannte Studie stützend). Dabei fällt unter anderem die Aussage, dass bis zu einem Sechstel der lokalen jüdischen Bevölkerung reaktionär sei, weil sie nicht jeden modischen Müll wie das iPhone mitmache (und ja, ich bin überzeugter iPhone-Nicht-Nutzer). Die Problematik des iPhone bezieht sich natürlich nicht darauf, ob Gott das szenig genug und reaktionär findet, sondern der Grund für die Fragwürdigkeit liegt in den Möglichkeiten und der Versuchung des Internets mit all seinen - auch - zweifelhaften Inhalten. Es ist keine Frage, dass der (hier) Schreibende die Ansicht vertritt, dass der Gebrauch des Internets nicht in absoluter Weise zu kappen ist und - insbesondere um Bildungsdefizite für Kinder und Heranwachsende im Erwerbsmarkt zu verhindern - der (wenn nötig geschützte) Internetzugang wie zu allen andern Bildungsmedien zu gewährleisten ist.
So werde von diesem Teil der ansässigen Bevölkerung die gesamte moderne Welt als bedrohlich und dekadent abgelehnt. Was natürlich Schwachsinn und falsch ist. Viele sehr orthopraxe Juden sind gelernte Informatiker, arbeiten sehr wohl mit modernen Medien und bewegen sich durch den Alltag, als sei ihnen das Bluetooth-Teil im Ohr verwachsen. Und die politische Reaktion bedeutet, dass man den Fortschritt ablehnt und sich gegen den gesellschaftlichen Fortschritt und gegen die Prinzipien der Französischen Revolution (liberté, égalité, fraternité) richtet. Dies von ultraorthodoxen Menschen zu behaupten und im selben Atemzug zu dokumentieren, dass diese sich eigentlich gar nicht für eine breite Öffnung interessieren (also nicht dagegen kämpfen, sondern es ist ihnen einfach egal, weil sie unter sich zumeist die Lösung für die allermeisten gesellschaftlichen Fragen finden), ist widersprüchlich. Man mag dieses Desinteresse kritisieren und die Existenzberechtigung einer Parallelgesellschaft in Frage stellen, aber daraus gleich eine reaktionäre Gegenbewegung zu machen, ist falsch.
Auch würde wohl eine überwiegende Mehrheit der Juden der Aussage, dass die jüdische Frau dem Mann untergeordnet ist, vehement widersprechen (siehe auch die Erklärung von Venutti, dass die jüdische Religion lediglich über die Mutter übertragen werde). In gewissen Angelegenheiten würden sich die Frauen wohl mehr Gewicht beim Ausdruck ihrer Anliegen wünschen. Dennoch finden Frauen heute auch in nicht-liberalen Gemeinden Einsitz in wichtigen Gremien und Präsidien und leisten so einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur Entwicklung dieser Glaubensgemeinschaften (dass dies in ultraorthodoxen Kreisen anders sein mag, ist jedoch kaum von der Hand zu weisen, aber es gibt eben nicht nur den einen Fünftel und den einen Sechstel, sondern die breite Mehrheit dazwischen ist ebenfalls zu berücksichtigen).
Dass die im 2004 kreierte Begegnungsplattform "Plattform der liberalen Juden in der Schweiz" bereits massgeblichen Anteil am Erfolg der liberalen Gemeinden trägt, kann ich nicht beurteilen, ist jedoch zumindest stark in Frage zu stellen, sofern es nicht mit Zahlen belegbar ist.
Nun, gewisse Aussagen von Venutti lassen sich hingegen kaum von der Hand zu weisen, auch wenn sie vielleicht nicht genügend präzise sind. Es finden sich im religiösen Sektor ebenfalls privatfinanzierte Schulen und es findet nicht lediglich die Vermittlung von Lehrinhalten durch Privatunterricht statt (richtig ist jedoch wohl die Aussage, dass sich mit diesen Schulabschlüssen nur erschwert ein Lebenserwerb finden lässt und somit die Gefahr der Unterstützungsbedürftigkeit durch Institutionen des Gemeinwohls besteht).
Venutti hat sich in der journalistischen Landschaft der Schweiz insbesondere dadurch einen Namen geschaffen, dass er die Organisation und Missstände in der weitgehend der Öffentlichkeit verschlossenen Hooliganszene durchleuchtet und so einer breiteren Bevölkerung zugänglich gemacht hat. An den Hohen Feiertagen begegnete ich vor der Synagoge den fragenden Blicken und Stimmen der Nachbarsbevölkerung, welche nicht verstand, weshalb an einem stinknormalen Donnerstag eine grössere Gruppe Menschen in derart festlicher Kleidung mitten im Vormittag aus einem einzelnen Lokal strömen mögen. Laubhüttenfest? Händer wieder esonen Fiirtig? Wir verstehen, dass das Unbekannte und Unverständliche zu Fragen animieren kann und diese beantwortet gehören, soweit dies auch nur möglich ist. Daraus aber gleich eine reaktionäre und rückständische Bewegung zu konzipieren, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage und Glaubwürdigkeit.
Ein möglicherweise gesünderer Ansatz für die Koexistenz kommt von Phenomden, welcher in seiner Ode an Wiedikon zu diesem Thema lediglich die 4 Worte singt: "Villi Lüt sind jüdisch." Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Jeder zieht sein Ding durch und wo ein Austausch nicht zwingend gefragt ist, kann man ihn auch einfach sein lassen, ohne eine gesellschaftsfeindliche Tendenz daraus zu machen.

PS: Zum Bild im Artikel: Die Szene spielt offensichtlich an Purim, wie in der Legende auch dokumentiert. Vielleicht hätte man auch noch erklären können, was an Purim denn Brauch ist und dass diese Kinder verkleidet sind (unter uns gesagt ist dies aber auch nicht ganz so trivial zu erkennen, wenn die Satmarer sich als Gerer und umgekehrt verkleiden...)

Freitag, 18. Juni 2010

Israel und Missverständnisse

Der Chossid der Mülltonne postuliert ja sonst eigentlich wenig Hasbara-Spam, als was der gewiefte und neutrale Lektor den folgenden Einschub nur unter Vorbehalten einordnen wird. Die Antworten sind aber zu stark und amerikanisch klischiert, als dass sie einfach übergangen werden konnten. Sedö, lüeg:

Donnerstag, 10. Juni 2010

Hillel Neuer's Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat

Hillel Neuer ist Vorsitzender der NGO UN Watch in Genf. Müssig zu sagen, dass materiell auf seine Vorbringen in keiner Weise Bezug genommen wurde, was dieses Gremium mit demokratischen Wegweisern wie China, Angola, Kuba, Bahrain, Libyen und Nicaragua doch ziemlich ehrt.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Das Symbol des Widerstands konvertiert: Die Keffiyeh



Es ist bekanntlich für niemanden zu spät. So hat Shemspeed, ein Musiklabel von der amerikanischen Ostküste, ein neues Mode-Accessoire kreiert, das es möglicherweise auch in die Kollektionen namhafter italienischer Designer schaffen könnte. Neu ist dies Story nicht, lediglich jedoch die Tatsache, dass es die Keffiyeh nun auch in den traditionellen Zahal-Farbkombination gelb-grün gibt.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Der allgegenwärtige Benibisi

Inzwischen mag es unsereins vielleicht sogar schon aus seinem Bewusstsein verdrängt haben, aber der Benibisi schreibt immer noch im Lokalblatt Zürich 2. Zumeist sind Unterhaltungs- wie Informationswert relativ gering und handeln Themen ab wie insistierendem Stadtrat- und -präsidentschaftsbashing und dem Ernährungswert des Altersheims-Buffet. Jedoch dringt fast allgegenwärtig auch die bekannte Blasenproblematik durch, welche offensichtlich in einem entwischtem Artikel in einem Essay über WC-Lektüre gipfelte. Das CC-Forschungsinstitut hat den Artikel inzwischen ausfindig gemacht und stellt ihn werter Leserschaft hiermit zur Verfügung.
Zum wiederholten Mal hat sich nun ein heimischer Leser mit notorisch roten Socken zum Thema geäussert und prangert den anhaltenden Pipi-Exhibitionismus an. Wohl liegt er damit nicht mal im Unrecht. Es ist  jedoch ein wenig wie mit Nationalratt Daniel Vischer: Je unsinniger die Aussagen und breiter das Publikum, desto eher kommt er an. Und je mehr man aneckt, desto eher erscheint man in den Medien. Und da Zürich 2 ein inserateabhängiges Medium ist, kann ihnen auch nicht verübelt werden, wenn sie mit pointierten Aussagen werken, mögen sie noch so hirn- und witzlos sein. Ob mit solch einer Kolumne jemals ein Pulitzerpreis erreicht wird, ist eine andere und wohl irrelevante Frage.
Insofern bleibt eigentlich wenig anderes übrig, als zu hoffen, dass die jeweilig abzulegenden Strecken weiterhin ohne Zwischenfälle absolviert werden können und bei Bedarf die Stuhltüre zu öffnen, -in der Hoffnung, es sei kein Spargel unterwegs...

Mittwoch, 26. Mai 2010

Min haMeizar oder wie Selecao aus der Asche stieg

(Anleitung: Spielbericht ist mit dem Hans Juckerschen Schnauznuscheli und der ihm eigenen Emotionslosigkeit zu lesen - man stelle sich einfach vor, es handle sich um ein Abstrait aus dem Telefonbuch)
Es scheint eine sonderbare Gewohnheit der Kanarien-Mannen geworden zu sein, einen Saisonstart so schlecht wie schimmlige Schokoladenmousse hinzulegen, sich gegenseitig die Galle ins Gesicht zu schmieren und am Ende doch wieder dazustehen, als sei man nie weggewesen. So auch heute Abend. Man geht gegen den Serien-Halbfinalisten und ständigen Tabellenleader Jöst for Fön eher zufällig mit einem Tor in Führung und kommt mit den Dribblings des Gegners über weite Strecken überhaupt nicht zurecht. Zu allem Unglück kommt auch noch Pech dazu: Nach wenigen Spielzügen reisst eine alte Oberschenkel-Zerrung eines Simchesnachisten wieder auf, worauf dieser für praktisch für die gesamte Spielzeit ausfällt. Auf der anderen Seite wechseln sich die gegnerischen Feldspieler im Tor ab, da der Stammwart mit gebrochenen Fingern nur auf der Galerie Platz finden kann. Der Pausenstand lautet sodann 5:3 für den Tabellenführer.
Der Spielverlauf verläuft weiterhin mit wechselseitiger Front, Selecao gelingen aber nun mehr Gegenstösse und es vermag auch einige Weitschüsse im gegnerischen Gehäuse zu versorgen, sodass das Spieldiktat wechselt und die Kanaristen verdient in Führung gehen. Die letzten Minuten erinnern sodann an vergangene Duelle, wo es zeitweise aussah, als könne Jöst for Fön mit einem Schlussfurioso den Spielstand noch zu kehren. Doch das Tor will nicht gelingen. Und so heisst der Überraschungssieger dieser zeitweise unterhaltsamen Begegnung am Ende verdient Selecao Simchesnaches. Spielstand 10:8.
Damit beträgt der Abstand zu den Halbfinal-Qualifikationsplätzen nun lediglich noch drei Punkte, welches Handicap aufgrund des Spielkalenders nun in Reichweite liegt.

PS. Und damit es gleich auch noch gesagt ist: Nein, wir freuen uns nicht über des berühmtesten Zungenschnalzers Helvetiens Muskelfaserriss. Unsere Nation ist ja ohnehin gesegnet mit einem unvergleichlichen Timing für KO-Verletzungen, wovon auch Streller ein Lied singen kann. Wenn ich aber sein Potential mit der Abschlussstärke von Ben Khalifa oder Bunjaku vergleiche, dann könnte man rein hypothetisch und verbotenerweise auch auf den Schluss kommen, dass uns nicht viel Besseres hätte passieren können. Wie gesagt: rein hypothetisch. Spanien schlottert jedenfalls schon.

Montag, 3. Mai 2010

Vermischtes zum Wochenstart inklusiv dunkelrote Karte an Marcel Koller

Als allererstes gratuliert man dem kleinen Herrn mit dem silbernen Saum um die Kippah und dem goldenen Lachen im Gesicht sowie mit dem grossen Mut, mit dem Soundtrack von "The Rock" unter den Baldachin zu treten. Ganz grosses Kino, kaum zu toppen, soll sein mit Masel!
Des Weiteren gratuliert man Benjamin Pipimann Frenkel, welcher wieder einmal die Lücke gefunden hat, um über die lokale Presse seine Erleichterungsbedürfnisse zu präsentieren. Medium ist wiederum das "Zürich 2" der vergangenen Woche. Diesmal hat sein körperliches Bedürfnis nach Konsum eines Starbucks-Kaffee sogar dazu beigetragen, dass er in einen Raum der Andacht getreten ist (bis anhin war das körperliche Bedürfnis ja eigentlich das Hindernis auf dem Weg zur Synagoge und zum Eibishten)...
Schliesslich will auch Neo-Kommentator Marcel GC Koller gerügt werden. Der reicht gestern inmitten des Pausenkommentars zu Basel-Bellenz im Joggeli-Cüpli-Studio ganz tief in den Fundus verbotener Ausdrücke und erlaubt sich folgenden zerebralen Aussetzer:
"Der Marco Streller ist ja bekanntlich in einer fantastischen Form und in der Absenz von Alex Frei ist er jetzt sogar zum absoluten Sturmführer avanciert."
Lieber Mäse, wir unterstellen Dir ja keine Absicht. Aber ganz so alterlich und bildungsmässig unbelastet bist Du ja nicht. Und im grossen Kanton hast Du zudem auch noch genügend gearbeitet, um zu verstehen, dass es gewisse Ausdrücke gibt, die einfach tabu sind und nicht aus ihrem historischen Gefüge gerissen werden sollen. Sturmführer gehört sicher in die vorderste Gilde dieser Spezies. In diesem Sinne eine gute und vollständige Besserung!


Donnerstag, 3. Dezember 2009

ShidduchVision und Oxa-Chassene

Während sich die Seriösen und Erwachsenen mit politischen Schlammschlachten herumschlagen und kurz bevor die ShidduchVision auch noch nach Europa schwappt, möchten wir Euch im humanistischen Kupplungsgeist auf diese meshigge herrliche Neuerung des Shidduch-Wesens aufmerksam machen.


An einem der nächsten Wochenenden sei wieder ienmal ein Ausflug im Oxa empfohlen, vielleicht stösst man dann auf dieses Jungtalent jüdischen Bummbumm-Klänge namens Ben Snoop. Alle Achtung, für einen Künstlername ist das schon mal allerhand.

Samstag, 7. November 2009

Paolo Di Canio's kleine Schwester

Zu viel Inhalt reicht's so kurz vor dem Abschwirren in die verspäteten Sommerferien nimmer. Jedenfalls sei den Verbleibenden mit einem kurzen Hinweis auf überschwängliche Fairness und gerechte Zweikampf-Führung sei folgenden Special kolportieren:

Mittwoch, 23. September 2009

FC Hakoah - FC Dietikon 1:2

In den Katakomben des Campo Buchlerao konnte sich der Chassidus Chübelsack-Sportchef Yves Bourgignon eine der Koryphäen des FC Hakoahs schnappen und ihn mit wenigen brennenden Fragen zum Spielgeschehen konfrontieren, bevor das Interview mit einem Eklat endete.

Das Resultat lässt auf ein denkbar knappes Spiel schliessen. Entspricht diese erste Analyse dem gezeigten?

Überhaupt nicht, der Gegner war während 90min, oder waren es doch 613min?, krass überlegen, spielerisch und technisch. Der Haguah hat zwar kämpferisch dagegen gehalten, hätte sich zur Pause aber nicht beklagen können wenn es bereits 0-4 gestanden wäre.

Wie lief die dankbare Schiene über links?

Ich habe nur 45min gespielt, kämpferisch wohl überzeugend, aber ohne Akzente zu setzen. Der Dietsch mit einer soliden Leistung, ein bisschen wenig Zug nach vorne, nach 70min unter tosendem Applaus dann ausgewechselt.

Wie sportlich verhielt sich der Gegner?

Sehr, es wurde eigentlich viel gekämpft und gegrätscht, aber im grossen und ganzen verlief die Partie sehr fair.

Wie konnte der Trainer in der Halbzeit die Mannschaft aufrappeln und motivieren?

Zur Pause stand es eigentlich noch 1-1, es gab also nichts grosses zu beklagen, wieso ich dann ausgewechselt wurde habe ich noch nicht ganz begriffen. Viel wurde so oder so nicht gesagt, das Radio Hakoah blieb für einmal zu Hause.

Es scheint, als hätten die Aufstiegschancen einen kleinen Dämpfer erhalten. Wie geht die Mannschaft mit diesem Druck um?

Ich weiss nicht woher sie dieses Gerücht haben, niemand spricht vom Aufstieg, würde Sie sich bitte das nächste mal besser vorbereiten. Was glauben Sie eigentlich wer Sie sind! (Der Spieler verlässt wütend und mit Sachen um sich schmeissend den Raum, Anm. der Red.)

Montag, 7. September 2009

Kränzchen für Ibra

Man mag ihn ja ungelenk finden, zu gross, zu laut, zu geldgierig und insbesondere darf man ihm anlasten, dass er bei seinem Last-Minute-Tor mit Schweden in Budapest in der laufenden WM-Quali sehr glücklich zum Erfolg gelangt. Vielleicht sieht man hier aber auch, wieviel Bewegung er im Spiel aufbringt und was er alles dabei einstecken darf. Entschädigt jedenfalls zu Genüge.


Und auch immer wieder gut anzusehen ist der Anschauungsunterricht, weshalb Taekwondo vielleicht nicht ganz so eine schlechte Grundschulung für Fussball gewesen sein kann...

Sonntag, 21. Juni 2009

Link of the Day: Shidduchdateguide


Aufgrund vielseitigen Wunsches und eines überwiegenden öffentlichen Interesses an der Verbreitung nützlichen Wissens sei hiermit auf einen zugeflogenen Link verwiesen, auf den wir Ende vergangener Woche aufmerksam geworden sind.
Bekanntlich sind gerade heute passende Lokalitäten für besondere Gelegenheiten rar geworden. Nur zu schnell entpuppt sich ein Geheimtipp zu einer stadtweit bekannten Gewissheit. Oftmals kreuzt man irgendwo auf, in der vermeintlichen Gewissheit, keine bekannten Gesichter begrüssen zu müssen und wird dann schnurstracks eines Besseren belehrt.
So ist das auch bei den Schidduchim (ich verkneife mir hier eine Analogie zu den katastrophalen Überleitungen zwischen Sportberichten unseres nationalen Konzessionsfressers). In der Sparte der intergeschlechtlichen Treffpunkte zur Erörterung etwaiger Kompatibilität für ein Bais Neemon, wo doch Diskretion wichtiger ist als an vielen anderen Orten, wobei dies immer noch auf öffentlichem Raum, fehlt es je länger desto öfter an geeigneten Orten, wo man in Anonymität und in der notwendigen Kulisse unbekannter Gesichter Kenntnis der vorgestellten Hälfte erlangen soll.
Dieses Manko wurde nun vom Stiefzwilling des Coiffeurs meines geliebten Pudels erörtert und versucht unter Belebung der Community-Homepage www.shidduchdateguide.com zu beheben. Man darf sich an dieser Stelle fragen, ob das Internet überhaupt passendes Medium hierfür sein kann, ist doch bekannt, dass vor allem in den charedischen Gemeinden ein Bann für diese Art der Kommunikation oder Informationsbeschaffung besteht (siehe Vorgeschichte). Der Ansatz ist jedoch absolut löblich: Indem man die Vorteile des Internets in seinen positivisten Zügen und nützlichsten Anwendungsmöglichkeiten aufzeigt, kann man vielleicht die betreffenden Entscheidungsträger zu Konzessionen bewegen. Die Hoffnung stirbt jedenfalls zuletzt.
Das Publikum wird in diesem Sinne gebeten, dieser hochnützlichen Initiative Leben einzuhauchen und sie mit weiteren Inputs für etwas alternativere und dennoch sehenswerte Örtlichkeiten zu bereichern.
Mir kommen hierzu spontan gleich folgende Bereicherungen in den Sinn:
1) Dinosauriermuseum im Aatal. Wenn man den möglichenAufbau einer Familie in Betracht zieht, sollte man zuerst über die Wurzeln der Evolution und deren Verträglichkeit mit der Überlieferung denken. Sozusagen aus der Vergangenheit lernen und so mit stolzer Brust gemeinsam in die Zukunft schreiten (ich bewerbe mich jetzt dann auch als Ethikprofessor).
2) Die Terrasse des Unique-Flughafens in Kloten: Um etwas Magie auch in älteren Jahren bewahren zu können, soll man gemeinsam auch das Abheben erlernen.
3) Whiskyclub im Minjan Wollishofen (natürlich nicht ohne selbst für einen edlen Tropfen gesorgt zu haben): Erstens sieht man die wahre Seele eines Mannes nur, wenn sie durch feinen Malz beträufelt wurde. Zweitens erkennt man so bei der Frau auch noch gleich, ob sie eine zureichend tolerante Person ist. Drittens leistet man so einen Beitrag zum kollektiven Freudentaumel und erweist sich als grosszügige Seele (haut angeblich bei Frauen als Aufreissmasche unheimlich hin). Viertens ist jemand da, falls Beni Frenkel's Blase versagen sollte und er wieder mal auf akuter Suche nach einer Toilette ist (ja Beni, wenn Du wirklich willst, dass Deine Bisi-Probleme in der Öffentlichkeit diskutiert werden, leisten wir dem sehr gerne Folge).
Bonustrack: Die Klopstockwiese bei Nacht: Angeblich sehr gut besucht, wenn auch nicht von den ganz feinen Baalei Batim (natürlich alle männlich). Auch wenn sie wohl eher ungestört ihren Vorlieben frönen möchten: Man kann auch von ihnen was lernen und Teilen ist schliesslich etwas Schönes.

Donnerstag, 16. April 2009

Schmach-Ode an Thurnheer

Thurnheer in Schieflage?

Man muss es sich ja eingestehen: Bei staatlichen Organismen und insbesondere beim Konzessionsträger Nummero Heinz schauen wir aus Vorliebe zum Besseren sehr gerne auf die Finger und geben uns besondere Mühe, uns prollartig in den Mittelpunkt zu stellen, indem wir schallende Kritik auf exponierte Pseudopromis niederprassen lassen, welche in absehbarer Zeit dann regelmässig in direktem Kausalzusammenhang mit unseren Publikationen unter massivem öffentlichem Druck zurücktreten. Oder ähnlich.
Heute wenden wir uns wieder mal dem Weichei der Nation, der Susi des öffentlichrechtlichen Fernsehens zu, der uns inzwischen fast in allwöchentlichem Rhythmus Fussballabende vermiest und mit Sülzgelaber so tut, als sei er mittlerweile der Messias der Fussballexperten. Da sitzt einer angeblich im Stadion (könnt' bei der anfänglichen Einblendung ja auch ein Blue Screen sein, das wär mal eine intelligente Investition nach den tollen und massiv überteuerten Studios, die wir inzwischen finanziert haben) und erzählt uns in jeder Wiederholung, was wir eigentlich sehen sollten, aber effektiv auf keinen Fall sehen: Nämlich absolut unnütze und falsche Informationen, die bereits bei Spielgeschehen falsch wiedergegeben werden, was bei Betrachtung des Replays wiederholt nur noch schlimmer wirkt. Im Prinzip könnte dies auch im Auftrag des Ausbildungsfernsehens geschehen, weil es ein Ziel sein könnte, die Aufmerksamkeit der Kinder (wie am Pessach) derart zu erregen, dass die brüskiert zur Geltung geben, gemerkt zu haben, dass dies ja beispielsweise eine Einblendung von Gilles Yapi ist und nicht von Doubai oder Doumbia. Man kann hierbei nicht mal mehr von unterschwelligem Rassismus sprechen. Das ist schon ein ausgesprochener und expliziter, wie er kaum mehr getoppt werden kann; mal abgesehen davon, dass man entsprechende Spieler ja auch aufgrund der Aufstellungsposition unterscheiden könnte, aber das ist ja bereits Proficiency-Level, während Thurnheer weiterhin auf Deficiency-Niveau rumdümpelt. Man soll ja nicht arrogant sein und allzu viel erwarten.
So werden auch ständig die simpelsten Vorgänge auf dem Spielfeld, welche gewieft-erfahrener Fussball-Idiot in live schon erkannt hat, in Wiederholungen derart verhunzt und falsch beschrieben, dass man dem vor Schranken stehenden Schnurri national wirklich einfachsten Fussballverstand und wohl auch gesunde Augen absprechen muss. Jegliche Eintrittsprüfung für eine Kommentatorenlizenz müsste hierfür eigentlich eine unüberwindbare Hürde darstellen. Und doch, was ein Skandal.
Neuerlicher Tiefpunkt musste in der heutigen Cuppartie zwischen dem grossen FCB, der bis heute breitbrüstig vom Double sprach, und den deutlich emsigeren Ebay-Bienen, festgestellt werden. Thurnheer verhedderte sich in einer unheimlichen Serie von befremdlich-kindlichen Grunz- und Jubelgeräuschen, wie sie heute eigentlich in der Fernsehlandschaft nur von arabischen Zweitklasskommentatoren auf Webseiten wie 101greatgoals.com bekannt sind. Peinlich, amateurhaft und sehr unverständlich, wie es heute für die derart populäre Einrichtung der Sportübertragungen nicht möglich sein soll, in der Schweiz konkurrenzfähige Kommentatoren zu stellen (und damit haben wir noch nicht mal von den Interviewern gesprochen, welche regelmässig nichts anderes bewerkstelligen, als den Zwiegespräch-Partnern fertige Sätze und Aussagen von unheimlich tiefer Aussagekraft und Intelligenz in den Mund zu legen).
Auch hier wünscht CC eine baldige Genesung und eine Qualität, welche sich von Filz und Vetterliwirtschaft lossagen kann und objektiven Kriterien gerecht wird.

Sonntag, 1. März 2009

Senderos

Wir werden darüber noch wissenschaftliche Studien veranstalten müssen, einen unabhängigen und neutralen Beobachter entsenden. Vielleicht wird er auch Churban Brünzel heissen. Vielleicht aber auch nicht. Zentral bleibt aber die brennende Kontroverse innerhalb von Chassidus Chübelsack über den eigentlichen Wert von Philippe Senderos. Man erinnere sich: im Sommer hoch gelobt, weil potentiell der teuerste Transfer eines Schweizers ever, von Arsenal nach Milan geliehen, seither mässig regelmässig im Einsatz. Teils grottenschlechte Einsätze, teils spielt er wenigstens durch (was wenig Schweizer Söldner im Moment von sich behaupten können), und das erst noch bei einer Weltmannschaft. Immerhin.
Jedoch gibt es auch eine verbissene Gegnerschaft von Sändeli, welche skandalöserweise behauptet, der Spieler nerve, können nur mit dem Kopf spielen und sei weit über seinem Wert verkauft. Oder vermietet, je nach dem.
Jedenfalls hat sein heutiges Spiel (neben den ohnehin parteiischen und fiesen Kommentaren der italienischen und voreingenommenen Sportgazzetten, worin er au heute als absolut schlechtestem Mann auf dem Feld nominiert wird) nicht sehr viel zu seiner Entlastung beigetragen. Man bemerke bitte, wie Herr Senderos völlig orientierungslos im Sechzehner steht und wenig mit sich anzufangen weiss. Hierzu das sedölüeg.