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Montag, 6. Mai 2013

Panem et circenses oder Drama reloaded

Geschätzte Leser, 

Es soll auch hier nicht kommentarlos vorübergehen, nach der letztjährigen Absenz stellt der CC dieses Jahr eine Grümpelturniermannschaft, in der Hoffnung alte Erfolge wiederholen zu können und das Turnier ohne grössere Blessuren zu überstehen (wir werden eben nicht mehr Jünger und die Lebenssachinhalte verschieben sich zunehmend in andere Richtungen). Einen Prominenten Ausfall muss der CC schon einmal verkraften, laut einem Bericht unseres rasenden Reporters Churban Brünzel, der pausenlos in den Niederungen des Amateurfussballs unterwegs ist, hat sich an diesem Wochenende Herr Schnuffelberger verletzt.



Fassungslosigkeit, Panik, dramatische Szenen haben sich nach diesen Nachrichten abgespielt. Wie? Wo? Wer ist schuld? Reicht es noch für das Grümpeli? Fragen über Fragen, der CC hat wie immer alle Antworten, heroisch hat sich Herr Schnuffelberger nach diesen schweren Stunden bereit erklärt ein paar Fragen zu beantworten.

Beschreibe bitte die Szene die zur Verletzung geführt hat?

Wie so oft eine völlige Allerweltssituation aus den Niederungen derjenigen Kategorie Menschen, die sich als Fussballer bezeichnen. Sonntag Morgen auf einer Quartierwiese. Im Hintergrund Kirchengebimmel, Orgelklänge aus Radio Beromünster und Gipfeligeruch gemischt mit den Windeln der Fussballerkinder.
Zum Spiel: Es war natürlich kein System vorhanden. Zu viele Köche auf einem viel zu tiefen Niveau. Die Teilnehmenden interessieren sich dabei mehr nach dem jeweiligen Nachnamen des Mitspielers wie nach dessen bevorzugten Fuss (gibt's ja auch nicht). Das ich-steig-nachher-wieder-in-meine-Anzugshosen-Syndrom besteht natürlich auch und dazu natürlich eine Welle von Noch-Aktiven von der Sorte derjenigen, die eigentlich schon lange zum Schach übertreten könnten. Dazu viel zu viele Spieler (ist eben besser, dann muss man weniger rennen), keine einheitlichen Tenus und ein heilloses Chaos. Resultat: Keine Spielpositionen, kein Spielsystem, nur Kick-and-Rush. Einem solchen Querschläger bin ich elegant nachgerannt, hab den Verteidiger überköpfelt, um dann direkt aufs Tor ziehen zu können und bin dann entweder in ein Loch der Matrix getreten oder der obgenannten Schachsparte zuzuordnen. Resultat:
Umgeknickter Knöchel und sofortige Klarheit, dass die sportliche Aktivität und der Grümpeliaufbau kurzfristig kein Thema mehr sein können.

Eine Verletzung zu diesem Zeitpunkt in der Vorbereitung, gibt es noch Hoffnung für den CC dass Du doch mitspielen kannst?

Diagnose steht noch aus. Gerissen ist das Knöchel-Aussenband kaum, aber gut überdehnt und das reicht vorderhand auch, um jegliche Vorbereitung zu torpedieren. Ich bin relativ skeptisch: Sieben Wochen Heilungszeit, davon einige ohne Therapiemöglichkeit, da ausser Landes.

Die CC Mannschaft hat sich zu einem überraschend frühen Zeitpunkt schon formiert, ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen?

An sich ein gutes Omen. Problem dabei ist das Spielsystem. Es muss jemand noch im Team den vorderen Block bilden. Da sehe ich noch Verbesserungspotential. Pässe spielen können alle, es schiessen nur wenige.

Einige Spieler haben sich in den letzten Jahren entweder Randsportarten zugewandt oder haben ihre Karriere unterbrochen, wie schätzt Du die Stärke des Kaders diese Saison ein?

Stark sind wir in den Goschen und in der Polyvalenz. Jedoch dürfte die Breite der teilnehmenden Teams doch auch für uns sprechen. Um vorne mitspielen zu können, fehlen uns wohl die Ansprüche.

Früher hat es dem CC oft an fehlender Durchschlagskraft vor dem Tor oder an der Spritzigkeit in der KO Runde mangeln lassen, wurden diese Schwächen durch die Transfers behoben?

Teilweise ist dies zu bejahen. Konditionell sind wir deutlich besser als in vergangenen Jahren und ehrliche Büezer sind wir auch. Zudem sind wir alle in Züri dihei und auch wir haben den Stern auf der Brust. Wenn das nicht reicht, ich weiss nicht.

Du hast im Zuge der Vorbereitung eher auf Fussballferne Sportarten gesetzt, die Verletzung aber während eines Fussballspiels erlitten, ein schlechtes Omen für deine weitere Karriere?

Auch ich habe die Polyvalenz entdeckt. Indem ich mich rar mache, geniesse ich die Fussballmomente eher. Zudem muss man sich eingestehen, dass Fussball derzeit etwas überbewertet ist und im Kalender viel zu prominent vertreten ist. Meine Abwesenheit beschränkt sich zudem v.a. auf den passiven Sport. Und von dem sind bisher die wenigsten fit geworden.

Eine baldige und vollständige Refuo

Diesen Worten ist nichts mehr hinzuzufügen (welche Fugen?), in diesem Sinne mögen wir hoffentlich bald besseren Zeiten entgegensehen.

Herzlichst, euer Lino

Sonntag, 10. Juni 2012

Felix Teutonia

Geschätzte Leser,

Die EM ist, wenn es hier genau Wayne interessiert da die Schweiz dieses mal nicht mitspielt. War auch schon anders. Anyway, die erste Hälfte des ersten Spieltages ist durch (mit einem langen, rollenden Sacha Rüefer Gedenk - rrrrrrrrr) und die ersten Favoriten sind schon gestrauchelt oder haben sich glücklich durchgestolpert. Aber alles schön der Reihe nach.

Gruppe A

Polen - Griechenland

Es war nicht das erwartete, langweilige Startspiel, sondern die Polen haben die erste Halbzeit mächtig Gas gegeben und auf das erste Tor gedrängt, das dann auch prompt durch Lewandowski erzielt wurde. Die Griechen haben erwartungsgemäss keine Spielkultur und wenig Können gezeigt, sie hätten sich über ein 2-0 zur Pause nicht beklagen dürfen. Leider scheint dieses Turnier unter dem Zeichen der mangelnden Genauigkeit beim Torabschluss zu stehen, ich werde dies noch ein paar mal bemängeln, denn die Polen haben auch beste Chancen nicht zu einem weiteren Tor nützen können. Zur Gelb-Roten Karte kann und will ich mich nicht äussern, ich habe beide Szenen schlicht nicht gesehen. Nach der Pause haben die Polen überraschen stark abgebaut und haben so den Griechen den Ausgleich ermöglicht. Das hat die Polen so stark verunsichert, das die Griechen komplett zurück im Spiel waren und die Polen zu Fehlern zwangen, einer davon führte auch zum Penalty und zur roten Karte für Sczeszny Szezsny Szczesny. Der Penalty wurde glücklicherweise für die Polen Stürchlimässig vergeben.
Schade für die Polen und glücklich für die Griechen, die Polen hätten bei besserer Konzentration den Sieg wohl über die Zeit gerettet.

Russland - Tschechien

Russland hat da weiter gemacht wo sie an den letzten Turnieren aufgehört haben, schnellen Angriffsfussball und einem Tempo wie man es nicht alle Tage sieht. Die Tschechen konnten vielleicht 15min mithalten und mussten dann dem Tempo ihren Tribut zollen, die schlechte Changsenverwertung der Russen hätte das Resultat auch noch verschlimmern können. Ich muss aber zugeben dass mich beim Stand von 3-1 auf dem Sofa der KT eingeholt hat und ich das Spiel nicht zu Ende gesehen habe.

Gruppe B

Niederlande - Dänemark

Ich hatte, und habe sie teilweise immer noch, grosse Hoffnungen für die Niederländer, vor allem im Hinblick auf den nächsten Mittwoch. Aber das erste Spiel hat bei mir grosse Fragezeichen hinterlassen. Die Dänen haben eigentlich alles richtig gemacht. Den Niederländern viel Raum bis zum Strafraum gelassen, dort aber den Laden zu gemacht und den Niederländern keinen Meter Raum und vor allem keine Torchancen zu gestanden. Chelsea hat so übrigens die CL gewonnen. Je länger das Spiel dauerte um so verzweifelter suchten die Niederländer irgendeine Abschlussmöglichkeit, um so ersichtlicher wurde der taktische Fehler vom Bondscoach, De Jong und Van Bommel spielen zu lassen anstatt mit Van der Vaart mehr Offensive Möglichkeiten zu erschaffen. Die Dänen haben ihre einzige echte Torchance verwandelt und den Niederländern auch gleich ihre Abwehrschwäche aufgezeigt.
Ich habe grosse Bedenken dass die Niederländer an ihre Leistungen von der WM wieder anknüpfen können, zu gross ist der Leistungsabfall bei einer der Schlüsselfiguren von damals, Wesley Sneijder und die Verunsicherung bei Robben. Schön zu sehen als dieser einen missglücken Pass des dänischen Torhüters abgefangen hat und direkt aufs Tor hätte ziehen können, stattdessen aber einen Querpass gespielt hat.

Deutschland - Portugal

Was habe ich mich aufgeregt über dieses Spiel. Die Deutschen waren schlecht, einzelne Schlüsselfiguren wie Schweinsteiger und Lahm komplett neben den Schuhen. Mit genügend Konzentration und Genauigkeit vor dem Tor hätten die Portugiesen nach der Pause locker mit zwei Toren führen können. Nani alleine hätte zwei Tore machen müssen, jedes mal war sein Abschluss erschrecken schlecht. Ich verstehe es nicht, die Deutschen waren nicht besser und trotzdem gewinnen sie dieses Spiel. Das lässt Schlimmes für den weiteren Türnierverlauf erahnen. Dabei wäre es doch aus meiner Sicht so einfach. Frühes Pressing, die Innenverteidiger und Khedira unter grossen Druck setzen und zu Fehlern zwingen und die wenigen Torchancen, die man bekommt auch wirklich gefährlich werden lassen.

Zum Schluss noch dies, ich habe Mühe wenn 40'000 Deutsche "Hurra, Hurra, die Deutschen die sind da" schreien. Und ich habe Mühe mit der TV Regie dieses Turniers, ich will Fussball sehen und keine Fans. Was soll dieses Elende herumblenden zwischen Spiel und Fans? Gehört wohl zum Event, leyda...

Was solls, ändern können wir nichts und deshalb freuen wir uns heute und Morgen auf weitere spannende Spiele, Tore und Dramen.

In diesem Sinne, tot ziens!




Dienstag, 2. August 2011

Gökhan Inler und die 88

Unentwegte Fussballfanatiker mit einem grossen FCZ-Herzen dürfte sich dieses Jahr in Hellblau kleiden. Endlich spielt das Herz der FCZ-Meisterschaft 2006 wieder zusammen, diesmal aber bei der S.S.C. Napoli, dem Fussballclub mit klingenden Namen wie Alemao und Maradona am Fusse des Vesuvs. Eines erstaunt aber und hat den einen oder anderen wohl bereits Runzeln auf die Stirn gezeichnet. Was verleitet "Gögi" Inler, der unter dem FCZ-Jersey verschiedene Male ein K4-Shirt vor der Südkurve präsentierte, dazu, sich die Nummer 88 zuzueignen, eine Zahl, welche insbesondere in rechtsradikalen Kreisen wegen des Zahlenwerts der Ziffer und entsprechendem Akronym bekannt ist. Die Antwort gibt Inler gleich selbst, der bereits beim FCZ die Acht trug.
"Als ich zu Udinese kam, war die Acht bereits durch Dossena besetzt. Ich wollte die Ziffer jedoch unbedingt auch, also habe ich die 88 ausgewählt."

Dienstag, 5. April 2011

Taktikstunde mit Onkel Lino: Ottmar, wir müssen reden!!!

Lieber Herr Hitzfeld,


Es ist Zeit für ein paar ernsthafte Worte. So kann es nicht weitergehen. Ausscheiden in einer Qualifikation darf die Schweizer Nati immer, aber die Art und Weise wie sie das tut ist das Entscheidende. Was ich seit der WM sehen und erleben durfte ist schlecht, grausam und UNWÜRDIG um es Deutsch und deutlich sagen zu dürfen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, mit dem Rücktritt der Herren Streller und Frei ist es spätestens, SPÄTESTENS, an der Zeit den Umbruch einzuleiten. Ich als Ihr treuer Begleiter will Ihnen hiermit ein paar Denkanstösse mit auf die anstehende WM Quali mitgeben.
Beginnen wir beim Spielsystem. Ich kann ja nachvollziehen wieso es mal hiess das ein 4-4-2 mit zwei 6ern das A und O sei und nur mit diesem so Offensiv schwache Mannschaften wie die Schweiz etwas holen könnten.

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Aber ich erlaube mir zu sagen das dieses System einfach nicht mehr Zeitgemäss ist. Es ist schlicht weg zu defensiv.
Spätestens seit der WM sollten man wissen das der richtige Mix zwischen stabiler Defensive und aggressiver Offensive, inklusive Forechecking in der gegnerischen Hälfte, so wie es die Deutschen und Holländer spielen, das Mass der Dinge ist. Wieso nicht also mal ausprobieren, in den letzten verbleibenden EM Qualispielen kann man solche Dinge getrost mal einstudieren. Wie soll so etwas aussehen? Ein 4-3-3 mit Raute wäre ein Beispiel:

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Die Namen dürfen Sie selber einfüllen, so viel Arbeit muss sein. Die zentrale Figur ist und bleibt weiterhin die 6er Position, die aber viel Offensiver ausgerichtet sein MUSS damit das ganze funktioniert. Zusammen mit den beiden Aussenläufern und den drei Offensiven muss versucht werden, den Gegner ständig unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen zu können, gleichzeitig muss sofort in den Angriff umgeschaltet werden wenn man in Ballbesitz kommt. Ungefähr so wie das Dortmund zur Zeit macht. Der Schlüssel meiner Meinung nach ist das Spieltempo bei eigenem Ballbesitz. Es muss kompromisslos der Weg nach vorne gesucht werden, 2-3 drei schnelle Pässe nach vorne und dann muss eine gefährlich Situation entstehen. Immer wieder hat man ja davon gehört das die Schweiz zu wenige gute Stürmer hat. Bei diesem System verteilt sich die Last ja auf die ganze Offensivfraktion, und nicht nur auf die Stürmer und Aussenläufer allein.
Die für die Schweiz am schwierigsten zu besetzende Position ist wohl die des zentralen Offensivmannes, Hakan Yakin wäre eine Kandidat, Moreno Costanzo vielleicht ein anderer. Er muss nicht nur aus dem Mittelfeld heraus gefährlich werden können sondern soll auch selber anspielbar sein können und, vor allem, Torgefahr ausstrahlen.
Ob es funktioniert? Keine Ahnung, aber ich bitte Sie eingehend, Mut zu zeigen, Willen zur Veränderung und ich möchte sehen können das die die 11 auf dem Platz zumindest ansatzweise ein Spielsystem befolgt. Dann kommt es gut, ganz bestimmt.

Montag, 4. April 2011

Karma und andere Nettigkeiten

Wie ihr bereits verschiedentlich feststellen durftet habe ich ein Flair für Karma entwickelt. Dieses Wochenende habe ich meines wieder mal ein bisschen gepflegt, kann jetzt vor Pessach ja nicht schaden. Ich war diesen Schabbes das erste Mal in der NIG, der Nederlandse Israelitsche Gemeente Groningen beten. Für die, die sich an die Synagoge in Enschede erinnern können, ungefähr eine ähnliche Grösse hat die Synagoge in Groningen auch. Mit mir eingerechnet waren wir genau 10 Männer und gleich viele Frauen, das alles in einer Synagoge der Grösse der ICZ Löwenstrasse. War ziemlich deprimierend. Unter den Zehn Männern waren 7 Einheimische, ein Kanadier, der Quotenrusse und ich, bei den Frauen waren es 8 Einheimische und zwei Israelis. Viel mehr gibt es schon nicht mehr zu erzählen darüber, das Gebet ging flott vorwärts und danach gab es eine "Kiddisch", nebbich ohne Hering und ohne Tschulent, dafür mit Kaffee und Kuchen. Ich habe also schon mal für die Sikna geübt. Ist extrem schade, das die Gemeinde wohl ihrem Ende entgegen sieht, ich hoffe mal die paar Male die ich dort sein werde hat es ein Minjan. Liegt ja auch ein bisschen an mir alles dafür zu tun. Wer also auch immer über Schabbes in der Gegend sein sollte ist jederzeit bei mir im Hause willkommen.

Nun zum wesentlichen, am Sonntag war ich auch noch auf Einladung des Putzinstituts unseres Büros im Stadion Euroborg in Groningen den Knüller FC Groningen - VVV Venlo schauen. Eigentlich wollte ich auf eigene Faust dahin gehen, wie mir aber einer der Holländer im Büro gesagt hat sei das Stadion bei jedem Heimspiel ausverkauft hatte ich schon alle Hoffnungen begraben. Es war wohl ein Wink des Schicksals, oder des Karmas, siehe oben, das ich am Ende doch auch noch eine Einladung erhielt. Mehr als das ich auch mitdurfte wusste ich nicht und so begab ich mich auf den Weg ins Stadion, welches in 10min vom HB Groningen zu Fuss erreichbar ist. Der richtige Holländer fährt natürlich mit dem Fahrrad. Deshalb hat es auch gleich neben dem Stadion einen Fahrradparkplatz.


Vor dem Stadion wartete dann auch bereits mein Gastgeber, der mir sofort eine Eintrittskarte für die Haupttribüne in die Hand drückte. Und er so beiläufig erwähnt wir würden dann gleich in die Skybox, die Loge, raufgehen.



Dort angekommen durfte ich mit Freuden feststellen das es a. gratis Bier und b. gratis Snacks gab, war in dem Moment ein Gefühl wie Chanukka und Purim zusammen. Da gleich das Spiel anfing blieb nicht viel Zeit um den lukullische Genüssen zu fröhnen und man nahm deshalb auf den sehr gemütlichen Businnesseats platz. Das Stadion ist in etwa so gebaut wie die Stadien in Bern und Basel, also so wie ich mir wünschte das das neue Stadion in Zürich auch aussehen sollte.


Zum Spiel, die erste Halbzeit war sehr unterhaltsam und die zweite Tod langweilig, wie ihr seht steigen mit den Preisen der Sitzplätze auch die Erwartungen des Schreibers... Das Niveau ist in etwa vergleichbar mit der Schweizer Superleague, wie die Schweizer Fans des FC Utrecht(Lino und ETNU) auch schon feststellen durften, nur mit noch mehr Fehlpässen und per Zufall erzielten Toren. Das Spiel entsprach ungefähr dem Niveau FCZ - Schaffhausen.
In der Pause gab es neben weiteren Gratisgetränken frittierte Fleischballen.


Die hatten ungefähr die Grösse eines Baseballs und haben unglaublich gut gerochen. Ja, manchmal wünscht man es sich halt anders....

Am Ende stand es 3-2 für den FC Groningen, bester Mann auf dem Platz war der Innenverteidiger von Groningen Alexander Granqvist, der diese Saison bereits 10!!! Tore erzielt hat. Erwähnenswert sind natürlich auch die Fans, einerseits die geschätzten 100 Leute die beim FC Groningen Stimmung machen und es tatsächlich schafften das ganze Stadion zum Mitsingen zu bewegen. Andererseits die Fans von Venlo, deren Trommler machen jeder Fasnacht Konkurrenz, mit ihrem Plakat, auf dem "AVE VVV" steht (Ave heisst auf lateinisch "Heil"). Keine Ahnung was sie damit ausdrücken wollten.

So konnte ich am Schluss zufrieden und glücklich nach Hause gehen, im Wissen das die Schweizer Liga doch nicht so schlecht ist wie alle glauben machen wollen und das man das Spiel aus einer Loge unglaublich viel besser sieht als aus der Kurve.
Halt jedem das seine....

Tot ziens!!!

Sonntag, 13. März 2011

Samstagabends in Lüttich

Und dann soll mir noch einer sagen das Pyro kein Verbrechen und die Selbstbestimmung der Kurve über alles geht, wenn man sich das folgende Video vom Spiel Lüttich-Charleroi ansieht.

Der Goalie wurde verletzt, das Spiel abgebrochen und Lüttich hat drei wichtige Punkte im Kampf um einen Europapokalplatz verloren.
Bravo!

Dienstag, 1. Februar 2011

Guerilla-Kaschrut: Der Tschingg

Offensichtlich kann man in Zürich also machen, was man will. Nur der Name garantiert bereits für die Kaschrut (siehe unsere gepflegte Hamburgerbude am Waffenplatz), auf eine gültige Urkunde kann man verzichten. Und die Leute gehen trotzdem hin, wird schon gut sein.
Also bürgt Chassidus Chübelsack auch mit seinem Namen. Wir wählen mal ein Lokal aus, das mehr oder weniger gut ist und mehr oder weniger den Kaschrut-Standards von Yves Bourgignon und anderen Szenies genügt, drücken ihm unseren imaginären Stempel auf und sagen: Macht was Ihr wollt. Im Prinzip ist es ja ohnehin, was das lokale Ministerium für Akzeptanz und den tollen Ranz mit Hiltl gemacht hat (auf das Tibits trifft das eigentlich auch zu, das Lokal mutet aber deutlich weniger heimisch an, es ist auch viel näher bei den Sünden des Bellevues und des abscheulich sündigen Seefelds, also ist es nur halb okay).
 
Als Exempel dieser Woche dient der Tschingg. Was, spinnen die jetzt schon vollends? Sind die nicht nur unheimisch, sondern auch noch primitiv-fremdenfeindlich? Nein, der heisst wirklich so. Das Lokal befindet sich am Anfang der Oberdorfstrasse gleich beim Bellevue. Auf einer sehr kleinen Fläche hat man die Auswahl zwischen geschätzten fünf verschiedenen Menus. D.h. sie bestehen aus einem Brötchen, das mehr an eine Plastikfaust als an eine Speise erinnert sowie einer gut gefüllten und ansehnlichen Portion Teigwaren. Die Saucen sind immer vegetarisch und frisch zubereitet (wer hinten im Lokal sitzt, spürt den Zubereitungs-Mixer oft im Untergrund vibrieren). Dazu gibt's politisch und guerilla-mässig problematischen Parmesan (Lab-Problematik, siehe anderswo hierdrin). Der Hammer ist, dass die Teigwaren allesamt unter Fr. 10.- kosten. Wie das möglich ist, weiss niemand, schon gar nicht an dieser Location (Fr. 2.50 Aufschlag, wenn mit normalem Gedeck zu konsumieren, andernfalls im Kartonquader on the go, aber mit Sitzen). Die Pasta schmeckt vorzüglich und der Ort hat seinen eigenen Charme. Dazu trinkt man entweder einen auszuwählenden, frischen Fruchtsaft, Bier (Theresianerbräu) oder wiederum guerillamässig diskutablen Wein (ein wahrer Guerillero trinkt eh nur Schoggimilch mit Chili). Die üblichen Softdrink-Brausen gibt's ja auch zuhause. Und isst zum Dessert frische Früchte, welche in einer Auslage zum Verkauf bereit stehen.
 
Alles in allem zirka fünf Daumen nach oben, man möge also einen Besuch abstatten, da das Geschäftsmodell deutlich zugunsten des Gastes ausgelegt wurde (sprich man sich wundern darf, wenn in 12 Monaten noch da geschlemmt werden kann).
 
Wir möchten an dieser Stelle mit Nachdruck darauf hinweisen, dass der Besuch von Restaurants im Allgemeinen eine fröhliche Angelegenheit darstellt. Im Hintergrund könnte dabei Musik laufen, die Leute dürften auch lachen. Im Hinblick auf die Zerstörung des Tempels ist deshalb gefälligst darauf zu verpflichten, es sei denn, man hat einen wirklich zwingenden Grund dazu. Hunger zählt leider nicht (essen kann ich ja auch zuhause), in Ausnahmefällen darf mit Ohrenpfropfen ein Ausnahmegesuch in der lokalen Presse oder am Anschlagbrett von Tiefencastel publiziert werden.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Würdigung eines Wunders

Es gab kein grosses Medienecho und für meinen Geschmack auch zu wenig Würdigung für die Leistungen des FC Lausanne - Sport in der Europa League. Das soll hier und heute nachgeholt werden.
Es war ein grosses Wunder, damals im August 2010, als der kleine Vertreter aus der Schweizer Challenge League gegen das übermächtige Lokomotive Moskau, den Moloch aus der Russischen Hauptstadt, mit einem Budget so gross wie das der gesamten Super League zusammen, im Penaltyschiessen gewann. Ungläubiges Staunen ging durch den Blätterwald, die meisten Medien waren gar nicht darauf vorbereitet das so etwas überhaupt noch möglich war, dementsprechend dezidiert wurde über die gesamte Kampagne berichtet.
Zu Unrecht wie ich finde. Man muss es ganz deutlich sagen, Lausanne hat sich mehr als nur achtbar geschlagen, in keinem Spiel gingen sie wirklich unter, etwas was man vom FCZ in der Champions League beispielsweise nicht behaupten kann (man erinnert sich an das Marseille Spiel). Trotz ihren bescheidenen spielerischen Mitteln konnten sie sich in jedem Spiel Torchancen aus dem Spiel heraus erarbeiten, mit dem Höhepunkt beim 3-3 gegen Sparta Prag auswärts. Zusätzlich muss man sich vor Augen halten, das die Mannschaft inzwischen 27 Spiele in den Beinen hat, beinahe so viel wie in der ganzen Saison in der Challenge League gespielt werden, und dort sogar auf dem zweiten Platz steht, trotz der Mehrbelastung. Ich kann meinen Respekt vor diesen Leistungen kaum in Worte fassen, es gibt genug negative Beispiele über Klubs die mit der zusätzlichen Belastung nicht umgehen konnten, der FCZ zum Beispiel, und dann in der Meisterschaft abstürzten.
Passend dazu ging gestern die Karriere von Fabio Celestini zu Ende. Rückblickend muss man sagen, sie war ziemlich beeindruckend. Nach seinem Wechsel von Troyes zu Marseilles wurde er dort Captain und langjähriger Stammspieler, ein Spieler dessen Worte im Verein Gewicht hatten. Dasselbe gelang ihm auch bei seinem nächsten Verein, Getafe in Spanien.
Trotzdem hatte er in der Schweizer Nationalmannschaft, und auch in der Bevölkerung, nie das Standing das andere, viel weniger erfolgreiche Spieler hatten. Vielleicht wegen seinem ruhigen Wesen, seiner manchmal lethargischen Art zu spielen. Vielleicht war es sein Pech das Johann Vogel genau zur gleichen Zeit als Captain der Nationalmannschaft ihm dem Platz wegnahm, denn wegen seinen Leistungen kann es nicht gewesen sein. Ich zolle ihm den grössten Respekt vor seiner Karriere und finde es unglaublich schade, das er wegen Differenzen mit dem Verein seine Karriere als Spieler frühzeitig beendet.

Merci Fabio, guete Typ!

In diesem Sinne uns allen eine schöne Winterpause

Donnerstag, 25. November 2010

Derbytime

Das Spiel von Scherdünn gegen die Selecao war eines der extremen Gegensätze. Auf der einen Seite die enorm routinierten Seriensieger von Scherdünn, auf der anderen eine der Enttäuschungen der letzten Saison, welche in ihren Bemühungen um Wiedergutmachung wiedereinmal zurückgeworfen wurde.
Scherdünn spielte gestern in einer eiskalten, abgeklärten Art und Weise, so kalt das man in der Halle beinahe zu frieren anfing. Jede Chance wurde ausgenutzt, jeder noch so kleiner Fehler in der Verteidigung der Selecao führte zu einem Tor. Zusammen mit dem schwachen Torhüter der Selecao, der gemäss Spieleraussagen eher durch lautstarkes Motzen als durch überzeugende Leistung auffiel, war die 5-1 Führung für Scherdünn nach den ersten 10min des Spiels die logische Konsequenz.
Doch die Selecao war nur angezählt, noch nicht am Boden. Mit einer kurzen Druckphase, in der Scherdünn eher wenig gelang, konnte bis auf 6-5 verkürzt werden. Danach folgte die entscheidende Phase des Spiels, oder in den Worten von D.B aus B:
"Die 5 min beim Stand von 6:5, erstens die Unfähigkeit eurerseits ein Goal
zu machen, zweitens das Schwein von uns (inkl Philipp) keins zu bekommen.
ANDERST AASTRÄNGEND GSI, HAN FAST KOTZT!"
Die Selecao zeigt ungewöhnte Schwächen im Abschluss, spielerisch war es sehr überzeugend doch es mangelte Gestern in mehr als nur einer Szene am Killerinstinkt. Und danach zeigte sich, warum manche Scherdünn auch als Indoorausgabe der Deutschen Natinalelf sehen, hinten stand man, mit einer grossartigen Leistung von P.G aus Z, sicher und vorne konnte innerhalb von 3 Minuten mittels 3 Kontern locker die Führung zum 9-5 ausgebaut werden. Damit hängte die Selecao definitiv in den Seilen, ein letztes, kurzes Aufbäumen brachte zwar noch einmal ein bisschen Hoffnung, aber durch den Mann des Abends, P.G aus Z, wurde Sie geradezu pulverisiert.
Wie geht es nach diesem Spiel für beide Mannschaften weiter? Scherdünn kann fast schon beruhigt nach vorne schauen, während für die Selecao entscheidende Spieltage anstehen. Gegen die direkten Konkurrenten muss einfach wieder einmal gewonnen werden, sonst sieht es auch dieses Jahr schlecht für die Playoffs aus. Oder in den Worten von Gonzales Tripolensis:
Die Ausgangslage ist jedenfalls interessant.

Dienstag, 23. November 2010

Don LvG und die Medien

Wer die Arbeit von Louis van Gaal bei den Bayern ein bisschen verfolgt hat, dem ist sicherlich aufgefallen das er ein bisschen Mühe mit den deutschen Medien hat. Das sind einerseits die nationalen Fernsehanstalten ARD und ZDF, die in absoluter Demut vor ihm auf die Knie fallen und nie ein kritisches Wort äussern würden (wie z.B im Interview mit ihm im aktuellen Sportstudio) und andererseits die Privatanstalten wie Sat.1, die nicht für ihre qualitativ hochstehenden Sportsendungen bekannt sind, aber trotzdem immer auf der Suche nach dem nächsten Scoop sind. Zusammen mit dem Vorfall zwischen ihm und Uli Hoeness ergibt das einen leise vor sich hin köchelnden Kochtopf, der immer mal wieder überläuft.
Wie z.B in dem folgenden Video, bei dem LvG nach einer kritischen Frage die Fassung verliert und dem Reporter mal knapp die Meinung sagt.


Der Reporter, Jörg Dahlmann, wurde nach diesem Interview von seinem Sender für ein Spiel gesperrt.
(h/t an den Blog "Fünf Freunde im Abseits")

Mittwoch, 17. November 2010

Rätz Fätz oha Lätz!

Der heutige Abend steht ganz im Zeichen der unnötigen, ja eher irritierenden Freundschaftsspiele. Der Sinn eines solchen im Spätherbst, wenn die Landesmeisterschaften voll im Gange sind, will sich mir ja partout nicht erschliessen, aber als Fussballjunkie erster Güte muss man ja nehmen was einem geboten wird. Deshalb wie schon gewohnt als Service für unsere zahlreiche Leserschaft die wichtigsten Spiele, Classiques und Duelle von heute Abend, schön übersichtlich präsentiert und mit viel Scharf gewürzt.
Los gehts mit Bulgarien - Serbien, wo Mozart Lattkes a.k.a Lothar Matthäus seinen ersten Einsatz als Coach der Donaubrasilianer hat. Man wünscht ihm mehr Erfolg als bei seinen früheren Stationen. Weiter gehts mit dem Benefizspiel für den Bailout der Irischen Volkswirtschaft zwischen Irland - Norwegen. Auch interessant die erste Partie nach den ersten demokratischen Präsidentenwahlen in Guinea zwischen Guinea - Burkina Faso. Zu einem hochbrisanten Duell komm es bei Irak - Kuwait, ob hier 20 Jahre nach dem Ende des ersten Irakkriegs schon alle Wunden geheilt sind? Brisant wird es auch bei Albanien - Mazedonien, wer die Situation der Albanischen Minderheit in Mazedonien kennt kann sich vorstellen was dort am Brodeln sein könnte, um den Konjunktiv mal ein bisschen zu strapazieren.
Auch spielen noch Argentinien - Brasilien, Frankreich - England, Portugal - Spanien und natürlich das zweitletzte Spiel von Alex Frei im Dress der Schweizer Nati bei Schweiz - Ukraine, aber wen interessiert das schon.
Viel Spass beim Schauen!

Mittwoch, 4. August 2010

Ethnologie-Nachhilfe für SF DRS

Thierry Doubai in Aktion

Nein, es liegt uns fern, dem Schweizerischen Monopolfernsehen Rassismus vorzuwerfen. Das würde zu weit gehen. Deutlich zu weit. Auch unterschwellig wäre ein solcher Rassismus nicht festzustellen. Aber worum geht es eigentlich? Zur Illustration deshalb drei Szenen, allesamt aus dem Reich des runden Balles und des neunzig Minuten langen Spiels.

Erste Szene: Sie spielt sich vor ca. 1-2 Jahren ab. Es spielt gerade die Schweizer Nationalelf, hierzulande durch ehrlichen Werksfussball bekannt und durch die Tatsache, dass sie durchwegs die Zwillingsbruder der im Ausland erfolgreichen Söldner beschäftigt. So auch der Fall bei Blaise N'Kufo. Der gute Herr schiesst in Holland Tor um Tor, reiht sich bei Twente Enschede in die Annalen der Ehrenbürger und der Topf-Torschützen ein. Sobald er aber für das Schweizer Kreuz auftritt, bringt er kaum ein Bein vors andere und der Ball muss ihm schon fast an die Lampe gehämmert werden, damit er sie reinbringt. Jedenfalls kommentiert unser lieber Panzerknacker-Sascha Rüefer das Spiel gegen Griechenland (man dankt dem Gurens für die Eingebung). Mitten in der Szene des Führungstors der Schweiz durch N'Kufo kriegt sich Rüefer fast nicht mehr ein und brüllt in seiner inzwischen unfehlbaren Panik "FÄÄÄÄÄRNAAAAANDÄÄÄÄÄS!!!". Gut, wird der geneigte Leser sagen, kann ja mal passieren.

Deshalb gleich die zweite Episode:
Diesmal ist es der der Kommentator, welcher sich der Kenntnis des Redaktors entzieht. Aufgrund der unterschwelligen Fahne und der etwas lottrigen Stimme dürfte es wohl Beni National gewesen sein. Kulisse bildet diesmal die Finalissima 2010 und nämlich genau die Szene, welche zum zweiten Tor für die Basler (bekanntlich gegen YB) führt. Ein langer Ball aus der Basler Verteidigung findet im Sturm einen Abnehmer und da entfährt es Thurnheer urplötzlich, mitten im Übereifer des Ad hoc-Kommentierens (passiert beim SF im Allgemeinen nie, es wird immer nur nacherzählt, hierfür fehlt schlicht die Qualität): "Gegenstoss über Henri Bienvenue!" Natürlich war der Angriff über Zoua-Jacqui und nicht durch einen YB-Spieler. Aber das geht Beni im Trubel der Aufregung völlig ab. Zurück bleibt einfach dieser unglaubliche Fehler. Wir haben aber einen Spielkalender-Manipulator, welcher uns vorschreibt, wer die beiden grössten Meisterkandidaten sind, welche im letzten Spiel für die Kulisse gegeneinander zu spielen haben, damit das Fernsehen den grösstmöglichen Nutzen davon trägt. Und dann stellt man so einen Unfähigen hin. Aber damit nicht genug.

Die dritte Szene: Heute Abend spielt YB unter den Augen und Kommentaren von Beni National auswärts gegen die Ferienstellvertretung von Fenerbahce (anders kann man sich solch eine Leistung von einer 100 Mio-Truppe nicht erklären). Das Spiel nimmt seinen Lauf, YB geht in Führung und spielt sich mehr oder (wohl eher) weniger durch die zweite Halbzeit. Doubaï, der wohl meistüberschätzteste Spieler der Axpo Gurkenliga, wird ausgewechselt und mit Hochstrasser ersetzt. Kurz darauf, bei einem der 613 Kontern von YB, geht Bienvenue den Flügel runter und kommt zu einer Chance. Thurnheer dazu: "Achtung, jetzt Doubaï am Ball, was macht er mit dem Ball?" (und damit wird noch ausgeblendet, dass heute Beni ausserdem 15 Minuten vor Ende anfing zu kichern, dann erklärte, dass er lachen musste, weil daran denken musste, dass jetzt eigentlich YB-Viertelstunde sei; dass er zudem teils minutenlang schwieg; dass er sodann vom Tempo des Spiels derart überfordert war, dass ihm nur noch animalische Oooohs und Aaaahs entfuhren)

Die Frage ist aber dann, was wir mit dieser Problematik machen und wie man sie beispielsweise berücksichtigen muss. Ist es vielleicht doch unterschwelliger Rassismus? Ist es lediglich die Faulheit eines Berufsschwätzers und Konzessionsträger unseres Rechtsstaates, sich die Mühe zu nehmen, bei dunkelhäutigen Akteuren nicht einfach auf die Hautfarbe abzustellen (womöglich auch noch mit einer mentalen das-isch-doch-eh-alles-s'Gliich-Verschlimmbesserung)? Ist es vielleicht das letzte Argument verbunden mit der schieren und verzweifelnden Unfähigkeit, während den ganzen 90 Minuten den Kopf bei der Sache zu behalten, keine Leibchen zu verwechseln und etwas ganz Kleines zu berichten, das man nicht selbst schon weiss? Das Problem ist doch, dass es einmal passieren kann. Dann ist es peinlich, dann kann man sich innerlich einen Schamecken anröten und fertig - es ist kein Thema daraus zu machen. Dass es aber in so kurzen Zwischenräumen immer wieder dazu kommen kann, ist peinlich, beschämend und primitiv.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Warum die Deutschen nicht in den WM-Final gehören


1. Weil sie nicht die selbst propagierte Multi-Kulti-Truppe sind. Der Umstand, dass ein Türke und drei Polacken in der erweiterten Startformation stehen, gereicht leider noch nicht zum Kulturprojekt.
2. Wir stehen über die Geschichte und verweigern uns nicht mehr deutschen Produkten. Wenn mir jemand einen BMW X1 überlässt, werde ich ihn wohl fahren und Siemens ist in der Küche als Apparatschaft nicht verpönt. Allein aus dieser Tatsache heraus kann ich aber trotzdem keine grossen Sympathien für dieses Team entwickeln.
3. Wenn deren ausländische Legionäre wie damals Ebi Smolarek als Tarnkappenbomber tituliert werden, wenn man immer noch vom Sturmführer Podolski spricht, im ZDF wieder versucht wird, einen Mannschaftserfolg mit einem Reichsparteitag feiern zu wollen, schauderts mich. Und hört bitte mit diesem Aushängeschild der sogenannten "deutschen Tugenden" auf!!!
4. Solange mir jemand mit zwei linken Beinen am Sonntag Morgen periodisch mit bayrischem Akzent die "Miiiiitparääääätzääääät" (auf Iwrit: Konter) ins Ohr brüllt, weckt das bei mir sehr deutliche antipathische Konnotationen.
5. Er spielt zwar nicht, aber die Hackfresse von Michael Ballack beim Freistoss zum 1:0 gegen Österreich an der EM 2008 werde ich wohl nicht so bald vergessen. Animiert zur überstürzten Flucht und der Einnahme eines Verstecks hinter dem nächsten Baum (siehe Video eingangs dieses Postings).
6. Der inzwischen weltweit bekannte Ausdruck "Vizekusen" und wiederum erst recht im Zusammenhang mit Ballack darf man von mir aus genauso gerne auf Deutschland ummünzen.
7. Mein letztes Public Viewing in Zürich war an der EM 2008 auf der Sächsilüüte-Wiese. Zur Hälfte (3:0 für die Gummihälse) war mein Bedarf an teutonisches Ohrengekreische bereits dermassen gedeckt, dass man sich getrost verziehen durfte. Deutschland ist somit direkt dafür verantwortlich zu machen, dass ich mir nie mehr ein Public Viewing mit deutscher Beteiligung in Zürich geben werde. Für den diesjährigen Halbfinal und - Gott bewahre - für den Final wird deshalb die heimische Lokation als Alternative bevorzugt. Ansonsten sei für ein Public Viewing ein Sicherheitsabstand mindestens 80 Kilometer hinter dem Röschtigraben wärmstens empfohlen.

Dienstag, 9. März 2010

Exklusiv: Das erste Interview mit Gemeinderat Longo aus Z.

Kenner der Szene hatten den Wahlausgang der jüngsten Gemeinderatswahlen schon lange prognostiziert, Skeptiker waren doch etwas überrascht, dass Longo bereits im ersten Anlauf den Eingang ins Stadtparlament gefunden hat. Chassidus Chübelsack hat in einem brandheissen Interview die brisantesten und weniger relevante Fragen direkt an den Kopf der Woche gerichtet.

1'677 Stimmen, wir gratulieren. Wie, denkst Du, setzen sich Deine
Stimmen zusammen? In welchem Programmpunkt hat sich Deine Werbekampagne besonders erfolgreich erwiesen?

Besten Dank vor allem auch denjenigen mutigen Wählern, die ihre ideologischen Überzeugungen zur Seite schoben und sich dazu überwinden konnten, mir ihre Stimme zu geben.
Die überwiegende Anzahl der Stimmen kommt wohl aus dem traditionellen SVP-Lager. Die weiteren Stimmen, und damit diejenigen die zum doch sehr guten Resultat beigetragen haben, kommen aus der Tschulentkonsumienrenden Ecke. Eine aktive Wahlkampagne habe ich nicht geführt, bin jedoch davon überzeugt, dass es zahlreichen Wählern nicht entgangen ist, was für ein Messirus Nefesch ich Schubbes für Schubbes beim Heringschneiden an den Tag lege . . .

Inwiefern glaubst Du, hat sich eine massgebliche jüdischen Enge-Wählerschaft dazu überzeugen lassen, für die SVP zu wählen, welche doch ziemlich plakativ gegen Randgruppen und insbesondere Ausländer politisiert?

"Gegen Randgruppen und insbesondere Ausländer politisiert"--> von dieser Aussage distanziere ich mich und bestreite ihre Richtigkeit. Die SVP spricht, zusammen mit anderen Themen, die Problematik der überdurchschnittlich hohen Anzahl der kriminellen Ausländer an, alles andere sind haltlose Unterstellungen.

Ist es nicht so, dass die SVP auch gegen die Überfremdung politisiert, nicht zuletzt durch die Thematisierung eines deutschen Filzes an den Zürcher Hochschulen und einer diesbezüglichen Überfremdung?

Korrekt, diese Frage ist erlaubt, ich bin auch mit der Anti-Deutschenkampagne in dieser Form nicht einverstanden (habe dies auch immer gesagt).

Vielleicht sind einige Mitglieder halt einfach weniger verbissen, und rennen nicht sofort in den Luftschutzkeller wenn sie das Wort SVP hören. Sie diskutieren und informieren sich, bilden dann sorgfältig ihre Meinung. Ausserdem können sie vielleicht zwischen der Partei als solchen und mir als Kandidat eine Unterscheidung treffen.

Könntest Du die Frage noch beantworten? Woraus entsteht Deiner Meinung nach das Bedürfnis im Judentum Zürichs, sich mit Initiativen gegen Überfremdung, gegen eine plurireligiöse Gesellschaft (mit Bezug zur Minarett-Initiative) zu identifizieren, welche Partei derart plakativ mit Symbolen, Karikaturen und überzeichneten Kampagnen politisiert?

Teile der Mitgliederschaft können sehr wohl, wie gesagt, zwischen Partei und Kandidat unterscheiden. Es gibt sicher auch solche, die auch sonst SVP wählen würden. Auch nichtjüdische Freunde hätten mich trotz anderer Auffassungen gewählt. . . Die Freundschaft zählte mehr wie Deine aufgeworfenen Überlegungen. So lange man in einer demokratisch-aktzeptierten Partei politisiert, hätte ich warscheinlich für die Grünen, SP, FDP, CVP, GLP ins Rennen steigen und Stimmen kassieren können.

Überfremdung, gegen eine plurireligiöse Gesellschaft (...) da stimme ich mit Dir einfach nicht überein. Siehe die Minarettdiskussion im Blog. Es geht niemandem bei uns um die Fremdenfeindlichkeit oder sonst was in diese Richtung. Du kennst uns doch alle. Wie viele sind mit Ausländern verheiratet oder arbeiten in internationalen Unternehmen? Ausserdem sind wir praktizierende Jidden und keine Ausländerhasser. Es ist lächerlich so zu behaupten. Ich mache weniger rassitische Witze wie zahlreiche Mitglieder in Wollishofen. Einmal hatte ein SVP Politiker sich in diese Richtung in einer Publikation geäussert, worauf ich mich dagegen gewehrt hatte. Auch wurde er von dem Parteikader in die Schranken gewiesen.

Als Beweis, hätte ich mich für die Schweizer Demokraten (m.E. eine linke Partei) aufstellen lassen, hätte ich keine jüdische Stimme kassiert. Das ist zweifellos eine fremdenfeindliche Partei. Man darf sich von dem fundamentalitischen Islam in Europa fürchten ohne als Ausländerfeindlich gelten zu müssen.

Die "Ausländerhasser"-Aussagen sind von Dir ins Spiel gebracht worden. So etwas behauptet niemand. Es wird nur in Frage gestellt, wie man sich eben als plurinationale Gesellschaft eben mit ausländerfeindlichen Thematiken, welche eben von der zu wählenden Partrei aufgegriffen werden (und dies wohlbemerkt bei Weitem nicht nur in der sogenannten "deutschen Uni-Filz"-Diskussion), umgehen kann.

Ob die SD eine linke Partei ist, werden wir gerne zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen. Wenn weniger die Partei und mehr der Kandidat im Vordergrund steht, wieso hast Du Dich dann nicht für eine andere Partei wie die FDP auf die Liste setzen lassen, welche die von Dir im Wahlkampf portierten Anliegen (Zitat: niedrigere Steuern, Gebühren und Abgaben, Senkung der Steuern) sich ebenso prägnant einsetzt (siehe http://www.fdp-zhstadt.ch/seite.php?page=26)?


Was mich von der FDP unterscheidet? Von der "alten" Zürcher FDP im Stil von Filippo Leutenegger nicht sehr viel. Die heutige FDP, insbesondere die zürcher Version, ist mir in Gesellschaftspolitischen Fragen zu sehr links und biedert sich Sozialisten in zahlreichen anderen Themen zu sehr an. Auch Israel ist ein Thema.
Die SVP ist primär eine wertkonservative Wirtschaftspartei (teilweise ähnlich wie die Republikaner in den USA). Ich lege nicht für alle Mitglieder meine Hand ins Feuer, würder dies aber bei keiner anderen PArtei tun.

Diese Aussage, die SVP sei eine wertkonservative Wirtschaftspartei, ist zumindest sehr fragwürdig, im Wahlkampf agiert sie jeweils sehr weit davon entfernt und sehr nahe bei der populistischen Ecke.

Wie muss man sich den Wettstreit der SVP gegen die Linken und Naiven im Stadtparlament vorstellen? Was hat diesbezüglich die Wahlrunde 2010 besonders gezeitigt?

Eine interessante Frage, die sich so noch nicht beantworten lässt. Es scheint, als ob man den linken, naiven und netten gerne Exekutivaufgaben zumutet, im Parlament jedoch eine knappe bürgerliche Mehrheit bevorzugt.

Ist zu befürchten, dass aufgrund dieser Wahl dieses Jahr die ominösen Pessach-Chumres besonders chumredig ausfallen werden?

Auf jeden Fall. Alle Mitglieder des vereinigten Mazzehmovment (VMM) sollten sich besonders warm anziehen. Die Hardliner wollen sich dieses Jahr gemäss anonymen Quellen mit noch nie dagewesenen Chumres profilieren. So heisst es in einem noch nicht publizierten Antrag, dass es verboten ist, al Dente auf SF1 zu schauen; das gleiche könnte auch für den Kassensturz gelten, wenn Lebensmittel unter die Lupe genommen werden (Ausnahme Manischewitzprodukte). Des Weiteren wird dieses Jahr empfohlen, während den Feiertagen stets eine Schweinegrippemaske zu tragen, um dem Tessinerbrotfeinstaub entgegenzuwirken (im Koschercity und im Hiltl auf Anfrage erhältlich).

Wir sind in dem Fall froh, dass die Chumres-Grippe noch nicht auf Hiltl-Besuche übergeschwappt ist, was ja aber noch werden kann. Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen Deiner Wahl und 09/11 (ausgeloste Zuschauerfrage)?

Es scheint mittlerweile doch kein Geheimnis mehr zu sein, dass der neugewählte GR stolzer träger des orangen Karategürtels (habsuizikokikikoizumiozara)ist. Nach den fatalen 9/11 Ereignissen ist die Gesellschaft sicher noch mehr auf die persönliche Sicherheit sensibilisiert und hat deshalb zu ihrer Verteidigung einen ausgewiesenen Kampfsportler ins städtische Parlament gewählt.

Wirst Du Dich im Zuge der Querelen um den bereits baufälligen Letzigrund für das Stadionprojekt auf dem Saffainseli einsetzen?

Auf jeden Fall. Möglich ist auch ein Ausbau des „Roten-Platzes“ bei Gymn. Freudenberg. Nicht zuletzt Gemeinderabbiner L. würde dieses Projekt unterstützen, da er sich dann trotz TV-freienwohnung vom Balkon aus als waschechter Fissbullfan präsentieren kann.

Wo die Qualität derzeit auch nicht viel tiefer ist als derzeit im Letzigrund. Als guter Zürcher Kurvengänger ist Dir aufgefallen, dass jetzt im Letzigrund Minarette stehen. Wie geht das mit Deiner politischen Überzeugung einher? Wirst Du diesbezüglich erste Vorstösse im Zürcher Gemeinderat einbringen?

Nach zahlreichen schlaflosen Nächten, und der Befürchtung dass bald noch ein Muezzin als Stadionsprecher eingesetzt wird, habe ich mich entschieden einen Vorstoss zu lancieren, der künftige Spiele nur noch auf der Klopstockwiese austragen lässt.

Wir würden gerne aufgrund Deiner Einflussnahme im Parlament im Letzigrund, das ja der Stadt gehört, künftig koschere Hotdogs konsumieren können. Wie stehen die Chancen hierzu?
Erste Verhandlungen mit den Stadionbetreibern haben bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Mit den Hot Dogs wird es schwierig, da der Konsum von Gammelfleisch auf dem Stadiongelände strikte untersagt ist. Im Sinne eines Kompromisses wird aber eventuell Tschulent in einer Gulaschschleuder (CC Reporter, wollte Euren Artikel dazu verlinken…) serviert. Natürlich habe ich stets ein offenes Ohr für weitere Vorschläge.

Ein anderer Punkt auf Deiner (anderen) Agenda war Gerüchten zufolge die Thematisierung eines umfassenden Eruvs zwischen Albisgüetli und Herrliberg. Wie weit sind wir hier?

Beim nächsten Buurezmorge ist dieses Thema weit oben auf der Traktandenliste anzutreffen. Dazu wird der Vorsteher des Hochbaudepartments sowie ein prominenter Vertreter des Wächterrats Stellung nehmen.

Wird in Zukunft auch das renovierte Gemeindehaus der IRGZ als Wahllokal dienen oder weiterhin das umstrittene Internet?

Wenn man den Asbest mal losgeworden ist, wird dort ein modernes Wahllokal entstehen. Zurzeit wird ein Konzept erstellt, damit die Wähler einfacher die Wahlurnen von den Zdokkohbüchsen unterscheiden können. Die Chevras Noschim wird am Wahlsonntag jeweils Kaffi und Chueche servieren. Die jüngsten Hochrechnungen wird Paddy K. auf jiddisch kommentieren.

Sonntag, 21. Februar 2010

Italienische Propaganda in Sanremo

Der Link gibt heute schon zu reden. Wie es eigentlich im Sinne der Rechtsstaatlichkeit die italienische Politik bereits seit mehr als 10 Jahren tut. Zuerst gab es die Mafia. Dann kam Berlusconi. Hinzu.
Dieser Tage jährt sich wieder einmal das italienische Songfestival von Sanremo. Seit einigen Jahren werden da mittelmässig erfolgreiche Sänger erkoren, welche danach ziemlich linear wieder in der Versenkung verschwinden. In dem Sinne steht Sanremo in keiner Weise allen Fernseh-Talentshows nach, welche landauf und landab ausgestrahlt werden. Neu ist jedenfalls, dass die Politik sich mitten in Europa in solche Contests einzumischen scheint und ein Lied als Runner Up platziert hat, welches künstlerisch von derartiger Biederkeit strotzt, dass es schon fast wehtut. Um keinen weiteren Verzögerungen Einhalt zu gebieten, gleich zum schrecklichen Inhalt:

Als Hintergrund-Info: Nach der Erstaufführung (von mehreren) hatten ein italienischer Minister und ein anderer Exponent einen Hungerstreik für den Fall des Gewinnes dieser Darbietung angedroht. Für weiteren Unmut hat ein Auftritt des italienischen Nationaltrainers Commissario Tecnico Marcello Lippi gesorgt, der seine (ungewohnte) Anwesenheit bei Vorführung dieses Liedes damit begründete, dass er als Nationalmannschaftstrainer einemLied mit diesem Titel - unabhängig von der künstlerischen Darbietung - nicht absagen könne.
Die 3 Sänger sind alles mittelgradig gescheiterte Künstlerexistenzen, welche ihren Zenit entweder nie gesehen haben oder einen kleinen solchen am Horizont mit unmissverständlicher Deutlichkeit schon längst aus den Augen verloren haben. Über den Inhalt wird in den Medien in den kommenden Tagen wohl noch zu genüge diskutiert werden, weshalb es erlaubt sei, an dieser Stelle auf eine Transskribierung und Übersetzung zu verzichten.
Die Verkündung der Finalisten hat im Ariston Theater vor Live-Publikum jedenfalls zu einem grotesken Chaos geführt. Unter lautstarken Buhrufen hat die grosse (neutrale) Liveband die Verlesung der Sieger unmittelbar gefordert, worauf sie ihre Noten zerrissen und zu Kugeln geballt haben. Jedenfalls wird die diesjährige Ausgabe von Sanremo noch weiterhin zu diskutieren geben.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Jöst for Fön - Scherdünn 11-11, Kurzinterview

Dökti Grasl, das gestrige Resultat lässt auf ein Spiel schliessen, welches dem Namen Spitzenkampf alle Ehre erwies. Können Sie dies unterzeichnen?

Ich kann das absolut unterzeichnen. Es war ein faires attraktives, auf hohem Niveau geführtes Fussballspiel mit schönen Toren und Torszenen.

Allerdings war die taktische Leistung von Jöst for Fön alles andere als Spitzenkampfwürdig. Wer 10 Minuten vor Schluss mit 5 Toren Vorsprung führt, darf eigentlich keine Punkte mehr abgeben. Anstatt sich nach dem komfortablen Vorsprung auf eine solide Defensivarbeit zu konzentrieren, haben sie weiterhin mit vollem Einsatz versucht den Vorsprung noch weiter auszubauen, was uns entgegengekommen ist. So erhielten wir unerwartet Platz unser Spiel zu entfalten und den Anschluss wieder herzustellen.

Entspricht es dem Spielgeschehen, dass gestern Abend kein Gewinner ermittelt wurde?

Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen (2:3). Jöst for Fön hat kurz nach dem Tee das Tempo erhöht und sehr effizient abgeschlossen. So ist auch der Vorsprung von 4:9 nach 30 Minuten zu erklären. Wir hatten uns in diesem Moment eigentlich kaum mehr Chancen ausgerechnet doch wollten wir uns nicht vom direkten Konkurrenten abschlachten lassen und eine Kanterniederlage einfahren. Wir wollten uns mit Anstand aus der Affäre ziehen und plötzlich ist uns zwischen Minute 30 und 40 wirklich fast alles gelungen.

Entsprechend den geschilderten jeweiligen Spielanteilen ist 11:11 ein Resultat, welches dem Spielgeschehen entsprach.

Wer waren die wichtigsten Akteure beidseits der Mittellinie?

Auf Seiten von Jöst for Fön hat der Äthiopier (oder ist er Jemeniter) ein überraschend starkes Spiel gespielt und nebst dem Tor des Tages, via selbstaufgelegter Direktabnahme, zusätzlich zahlreiche Tore geschossen. Der Energie- Sturmtank war wie immer sehr aktiv und torgefährlich doch er alleine hätte das Spiel mit drei 100% Chancen längst klar machen können. Zusammen mit dem Basler Jonas bildete er gestern Abend ein sehr unberechenbares Duo.

Bei Scherdünn hat sich St. Gallen der Jüngere in der erste Halbzeit für wichtige Assists und ein Tor ausgezeichnet. In der zweiten Halbzeit waren es dann der Grasl Schwager und Grasl selbst welche den Rückstand fast im Alleingang wieder aufgeholt haben.

In den Gängen des Freudenbergs munkelt man, es liege Ihnen ein lukratives Angebot von Selecao Simchesnaches für die begehrte Spielmacherposition vor.

Ich selbst habe von diesem Gerücht bisher nichts gehört und kann dementsprechend keine Stellungnahme dazu abgeben. Es ehrt mich natürlich wenn mein Name im Zusammenhang mit anderen Spitzenteams fällt.

Gibt es eigentlich eine teaminterne Hierarchie bei Scherdünn?

Grundsätzlich gibt es keine Hierarchie. Doch hat der Chasencaptain natürlich das letzte Wort was die Spielanlage anbetrifft. Der Teammanager sucht während den Transferphasen jeweils bewusst nach Spielern, welche sich in diesem liberalen Mannschaftsgefüge wortlos einordnen.

Wie läuft der Integrationsprozess der Neuen innerhalb von Scherdünn?

Die beiden Zuzüge haben sich e-r-s-t-a-u-n-l-i-c-h schnell integriert und massgeblichen Anteil an der bisher sehr erfolgreich verlaufenden Saison. Nicht zuletzt bei den knappen Siegen gegen die Vorjahresdritten Sch'motive und letzte Woche gegen die Schochtim hatten sie ihre Verpflichtung mehr als rechtfertigen können. Diese Neuverpflichtungen haben zur defensiven Stabilität und offensiver Durchschlagskraft beigetragen.

Was sind die Aussichten für den weiteren Verlauf der Saison?

Ich denke nach oben ist bei uns alles offen. Nach der bisher erfolgreichen Hinrunde können wir uns nach der Winterpause entspannt aber konzentriert der Rückrunde widmen. Ziel ist es, das Pulver nicht vor den Playoffs zu verschiessen. Letztendlich kann auch eine durchschnittliche Saison während den Playoffs vergoldet werden, was uns in der letzten Saison gelungen ist.

Nach zweimaligem Titel kann unser Ziel nur Titelverteidigung heissen.

Montag, 18. Januar 2010

Nationalmannschafts-Flash: Dzemaili in Form


Auf dem Weg in die Einsamkeit der Stadien Südafrikas sei in regelmässig unregelmässigen Abständen auf einzelne Akteure der besten Kicker Helvetiens hingewiesen, welche unsere Farben dannzumal gegen die spanischsprachigen Lawinen verteidigen werden, welche uns überrollen werden (keine Angst, wir werden trotzdem Weltmeister). Insofern nutzen wir die Gunst des Wochenendes und der vergangenen Spielrunde in den besten Ligen Europas und weisen auf ausgewählte Spitzenathleten hin, welche sich zudem auch im Sichtungskader von Chassidus Chübelsack befinden:
- Blerim Dzemaili (Parma): 0-0 gegen Udinese, holt einen Penalty raus, ist an allen Ecken des Spielfelds und an jedem Spielzug beteiligt und verdient sich die besten Noten seines Teams. Auf Standards muss er sich noch verbessern, aber da befindet er sich in der Nati ja in bester Gesellschaft. Wird zu einer ernsthaften Alternative/Ergänzung zu Inler.
- Benaglio: Verletzt und Wolfsburg geht mit 3-1 gegen die Gross'schen Stuggis unter. Langsam werden seine gesundheitlichen Beschwerden zu einer grossen Ungewissheit für den Sommer. Insbesondere im Lichte der Alternativen (Wölfli zu inkonstant) und der Blick-Kampagne pro Coltorti.
- Barnetta (der hervorragende Zwillingsbruder unseres Nati-Flügels): Trifft wieder einmal und Leverkusen gewinnt. Dasselbe gilt für Derdiyok, welcher sich für seine Tore nicht mal auf Geschwister abzustützen braucht.
- Inler (Udinese): Gesperrt, hat demzufolge ausgesetzt.
- Ziegler (Sampdoria): 1-1. Wird nun praktisch im Wochenrhythmus eingesetzt und hat sich hinten links einen Stammplatz erarbeitet , versucht, sich auch regelmässig mit Weitschüssen einzubringen.
- Padalino (Sampdoria): Weniger Spielpraxis in dieser Saison für ihn, diese Woche hat seine Einwechslung aber zu einem Aufschwung in der Mannschaft gesorgt, jedoch ohne Früchte zu tragen.
- Lichtsteiner (Lazio): Verliert auswärts mit drei Toren gegen Atalanta und einen entfesselten Doni. Fällt in der Schlussphase auch noch wegen einem Kopftreter gegen den am Boden liegenden Peluso auf, was ihm bei Anwendung des TV-Beweises wohl noch eine mehrtägige n Spielsperre eintragen wird. Schwache Leistung.
- Von Bergen: Landet (mit Raffael) nach einem 3-0 bei Hannover in der Top Elf der SID. Klärt eine Situation auf der Linie und absolut auf der Höhe des Geschehens. In Abwesenheit von Djourou und Senderos immer mehr zu einer Gewissheit der CH-Nati.
- Senderos: Fällt in absoluter Abwesenheit von Spielpraxis (lediglich ein Spiel diese Saison!) dieser Tage nur noch durch sporadische Transfergerüchte auf. Ausser Köln, Elche und Meyrin sind nun aber wirklich alle Teams einmal in Betracht gezogen worden. Langsam aber sicher muss sich Hitzfeld die Frage stellen, wie lange ein Spieler über einen solchen Bonus verfügen darf.

Sonntag, 6. Dezember 2009

10 Sekunden Stehvermögen

Während Monaten war das Gipfeltreffen zwischen WBA-Leichtgewichts-Titelhalter Amir Khan und dem orthodox-jüdischen Herausforderer aus Brooklyn Dmitry Salita zu einem Clash der Religionen, einem Gipfeltreffen des Friedens und sonstigen Bedeutungsschwangerschaften hochstilisiert worden. Gestern Abend fand in Newcastle also der Kampf der Titanen statt und zwar während genau 76 Sekunden. Nach deren 10 hatte Khan den Herausforderer bereits mit einer bestialischen Streckfaust in die Horizontale geschickt, danach irrte Salita noch ein paar Sekunden hilflos und in schierer Verzweiflung ob des kurzfristigen Endes des Titelkampfes noch ein wenig in den Ecken des Rings umher, ging noch ein paar Mal zu Boden, bis der Schiedsrichter ein Einsehen hatte und der eindrücklich-einseitigen Prügellawine Amir Khans ein Ende setzte und die Titelverteidigung feststand. Danke für die Teilnahme.
(Online-Aufzeichnungen sind aus Copyright-Gründen derzeit noch nicht mehr zu finden...)

Donnerstag, 16. Juli 2009

Frei-Post oder der womögliche Anfang einer langjährigen Abschiedstournée


Lieber Alexander

Ich schreibe Dir in diesem Medium, weil ich ersterseits Deine Mailadresse nicht kenne, Du mittlererseits sicher reif genug bist, keine eigene Webpage mit schmierig-verschwitzten Fotos Deiner selbst zu haben und letzterseits Du sicher diesen Blog zur Vergrösserung Deines revolutionären Allgemeinwissens täglich aufrufst. Was könnte Dich denn sonst besser an die teure, willige Heimat erinnern.

Und genauso willig ist nun in der Heimat der FCB auf Dich geworden. Mind. 5 Mio CHF und 2 Mio Jahreslohn werden in einen 30-Jährigen gesteckt, was vielleicht nicht nach sonderlicher Weitsicht aussieht, aber insgesamt, um den Verein kurz- bis mittelfristig wieder auf die richtigen Bahnen zu lenken durchaus eine gute Wette sein kann. Zwar handelt es sich um eine nicht ganz verletzungsverschonte Hexe und mit dem Alter steigt bekanntlich auch die Auskurierungszeit, aber was soll's. Das sind ja nicht die grössten Bedenken. Die sind es auch nicht zwingend, wenn es darum geht, zu eruieren, ob man Dir an den Nationalmannschaftsspielen immer noch zujubeln kann, obschon Du jetzt wieder ein richtiger Bisler bist, ob man Dir während Meisterschaftsspielen Pech und Unvermögen wünschen darf, wenn dies auch Deine Nationalmannschafts-Kapazitäten beeinträchtigen könnte. Alles grosse Fragen, aber nicht die ganz grossen.

Die ganz grossen stellen sich vielmehr, was einen solch erfolgreichen (ca. 35 Tore in 75 BuLi-Spielen) Stürmer dazu bewegen kann, so früh bereits in die Gurkenliga zu steigen und sich Bellenz-Hosen anzuziehen, wenn er noch mind. 2 Jahre im Ausland erstens mit besserer Perspektive und zweitens zu deutlich höherem Lohn spielen könnte. Wahrscheinlich entgegnet man dem mal salopp, der Frei will doch auch nach Südafrika, jetzt hat er sich doch die Heim-EM verknackst, da reissen ihn doch die Landesfarben, alles daran zu setzen, noch einen erfolgreichen Grossanlass auf nationaler Ebene mitbestreiten zu dürfen!

Aber zu welchem Preis? Dafür, international nur gleich drei Gruppenspiele im UEFA-Cup zu bestreiten und sich sonst nur gerade von Marc Zellweger (rein zufälliges Beispiel), Jonas Elmer, Stephane Besle und Alessandro Mangiaratti auf den Füssen rumtrampeln zu lassen? Ist das wirklich die Waagschale, welche dazu bewegt, alles an eine WM zu setzen? Ist das der Ehrgeiz und der Glaube, wirklich noch etwas in peto zu haben, um einen internationalen Grossanlass bestreiten zu können? Und wenn man dann soweit ist und international vor Zaccardo, Lucio, Mexes oder Javier Zanetti steht, soll es dann da plötzlich wieder da sein, dieses Können, das man dann ein ganzes Jahr nicht mehr hat abrufen können? Oder ist am Ende die Axpo Gurkenliga viel schlechter berufen als sie es effektiv ist? Sind wir alles nur Schlechtreder im Schatten von Originalzitator Murat Yakin?

Es sind gleich ein paar Fragen und wir können natürlich nicht erwarten, dass Du auf all diese sogleich eine passende Antwort findest (eine Antwort pro Woche würde hierzu schon reichen). Vielleicht strafst Du uns auch alle Lügen und schlägst mit Deinem Zungenschnalz-Buddie so ein, dass Du im Frühling als Torschützenkönig wieder auf dem Balkon des Barfüsslerplatz (den Torschützenkönig kann ich Dir gerade noch wünschen, den Balkon auf keinen Fall).

Ob das dann eventuell die höchste Auszeichnung und der Weg dahin die grösste Herausforderung sein könnte, die Du in diesem Jahr bereits hättest erreichen können, das wirst Du dann aber nie erfahren. Und für dann nochmals ins Ausland (bzw. eine weitere ausländische Liga) zu wechseln, dafür ist es dann wohl schon reichlich zu spät.

Ein deutlich blauweisses Händ ue

Det Tripogonz