EM ist wenn Argentinien gegen Brasilien ein Testspiel durchführt und Lionel Messi dabei einen Hattrick erzielt, während CR7 sein Mojo gegen Deutschland sucht.
Das dritte Tor hat es definitiv in sich:
Sonntag, 10. Juni 2012
EM ist wenn...
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Lino
um
20:25
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Divrei Chassidim
Labels: meisterwerk, Rekurs, Schöni Momänt, WM, Youtube
Donnerstag, 16. Juni 2011
Grümpeli 2011, Im Zeichen des Umbruchs
Es ist Mitte Juni. So sicher wie der Sommer eigentlich schon vorbei ist, so nahe steht das Grümpeliturnier!
Erstmals nach 3 Jahren findet das Turnier wieder in Zürich statt.
Dieses Jahr soll man ohne Starkoch und ohne Grossleinwand für CHF 120.-- dabei sein. Schäschön.
Die Töggelischuhe werden geputzt, Ameisenbäre poliert damit auch der traditionelle Rekurs gegen eigentlich nicht spielberechtigte in vollem Glanz erscheint (Es sind ja bereits erwähnte Rekurse immer noch hängig, siehe auch http://chuebelsack.blogspot.com/2009/06/grumpeli-09-ruckblick-randnotizen-und.html).
Mit grosser Spannung wird diesem Turnier entgegengeblickt. Schliesslich finden sowohl organisatorische als auch mannschaftliche Veränderungen statt.
So gibt es dieses Jahr das von vielen mittelalterlichen Männern gewünschte Seniorenturnier, welches ich als Bereicherung betrachte. Hoffentlich stellen sich genügend Mannschaften.
Viel interessanter sind aber die Spielerrochaden:
Bei den Finalisten von 2009 (6138251818, heuer Platz 3) gibt KP sein Comeback als Spieler, nachdem er letztes Jahr mit bescheidenem Erfolg von der Linie gecoacht hat.
Zusätzlich spielt ein Franzose mit, welcher definitiv noch zu gut für die Senioren Liga ist. Dadurch kann Herr Tripolensis seinen Russland- Fetisch, welcher seit 2007 schon legendär ist, ein wenig zügeln.
Weitere Transfers sollen im Gang sein, doch sind diese anscheinend noch nicht spruchreif.
Her Majesty wird dieses Jahr voraussichtlich ohne Spitalbegleitung klar kommen und auch wieder mitspielen.
Erwähnenswert ist der Einflug des Stammtorwarts Lino, welcher sich zurzeit im Dampfkochtopf des Flachlandes fit hält.
Bei den Eskimos findet ein kleiner Generationenwechsel statt:
Der Routinier schlechthin wird in Zukunft nur noch als Aushilfespieler zur Verfügung stehen. Dafür wird der erst 15 jährige Hakoahstar im Team eingebaut. Man darf gespannt sein auf sein Debut.
Zusätzlich konnten zwei Schwager verpflichtet werden, welche einerseits die Defensive stabilisieren (Kugelblitz) und andererseits die mangelnde Torgefahr beheben sollen (Schwager des Ringis).
Apropos Ringi, er laboriert traditionsgemäss an einer Verletzung und ist in physiotherapeutischer Behandlung.
Nach einjähriger Absenz kehr der Stammtorwart wieder ins Gehäuse zurück.
Im Turnier der aktiven stehen heisse Spiele vor der Türe. Jüngere Teams rücken nach. Bereits arrvierte Teams haben aufgerüstet und für Überraschungen sind jeweils genügend Teams vorhanden.
Der Tag naht.
Der Tag, an dem neuen Mythen entstehen, an dem Helden geboren und begraben werden. An dem Zuschauer mit Helikopter und als C.R. verkleidet vorbeischauen. Der Tag an dem jeder Langschläfer zum Frühaufsteher wird. Der Tag, an dem das Turnier im Kopf schon am Vorabend stattgefunden hat.
Rabjossai, EISEIS!
PS: Aufgrund der guten Erfahrungen aus dem Jahr 2009, wird übrigens neu gänzlich auf Dopingkontrollen verzichtet.
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Grasl
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11:57
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Divrei Chassidim
Labels: Deutsche Signale, meisterwerk
Mittwoch, 1. Juni 2011
Web 2.0. - vor unserer Zeitrechnung

Wahrlich, ein historischer Moment. Nach der umfassenden Renovation des Gemeindehauses, hat die moderne ICZ nun auch ihren Internetauftritt überarbeitet. Was den gemeinen Internet-User dabei erwartet, ist ernüchternd. Nein, eigentlich katastrophal!
Historisch im wahrsten Sinne des Wortes: Auf einen Klick fühlt man sich 20 Jahre zurückversetzt, direkt ins Mittelalter der damaligen „EDV“, nahe an die Geburtsstunde der ersten Webseiten. Ein Blick auf das Impressum und den Kontakt des "Webdesigners" machen das Resultat des "Relaunches" etwas plausibler, jedoch nicht minder besser. Die erste Jahreszahl auf dem Jubiläumslogo ist nach intensiver Recherche übrigens nicht als Zeitpunkt des Designs der Website zu verstehen.
Eine Seitennavigation, die ihresgleichen sucht. Ein Design, das den Zug ins Hier und Jetzt verpasst hat (ja, Vo-ku-hi-la war auch mal "in"), integrierte Elemente (wie Lauftexte), die keine Daseinsberechtigung haben. Treffend gewählte Farbkombinationen wie beispielsweise grauer Text auf weissem Grund, um die Lesbarkeit entscheidend zu verschlechtern. Es werden Inhalte grundlos in PDF ("Was ist neu in der icz") dargestellt. Abstände zwischen Titel und Textbausteinen sind willkürlich gewählt. Es werden ganz üble Fremd-Tools für bspw. die Frage der Woche implementiert, die dann auch nicht funktionieren.
Doch man hat auch mitgedacht. Das zeigt das Beispiel unter der Rubrik "Senioren". Hier lesen wir: "Alle im Bereich Senioren dargestellten Seiten weisen bewusst eine grösseres Schriftbild auf." Zum Glück ist dieses Schriftfbild grösser, damit der Grammatikfehler auch richtig zur Geltung kommt.
Menschen und Mitglieder sind auf dem verwendeten Bildmaterial wie Foto und - man staune - auch im Bewegtbild, also neuzeitlich gesprochen: Video (obwohl auch das ein lateinischen Wort der ersten Stunde ist. Egal, genug der Klugscheissereien) eindeutig zu erkennen. Ob die Betroffenen um ihre Einwilligung für die Verwendung des Bilds gefragt wurden, ist fraglich. Im Disclaimer entschuldigt sich man schon mal prophylaktisch dafür.
Ganz schön auch die missionarische Gebrauchsanweisung zum Thema "Jüdisch werden". Und dann - irgendwo verlinkt noch dies: "frozen bubble" - ein Spiel! Der Aufforderung "press fire to start" folgend, überrascht es nicht, dass der bekiffte Vogel keinen Wank macht.
Im Zeitalter, in dem Web 2.0 schon fast als Antiquität gilt, und sich der Nutzen crossemedialer Kommunikationskanäle rasch weiterentwickelt, will auch die ICZ mithalten. Nur ist es so, dass mit der Platzierung von Logos (und dann erst noch die falschen, denn das Youtube-Logo scheint dem Schreibenden mehr als nur suspekt) auf der Seite "Jugend", ist es damit nicht getan. Diese zeigen dem User, dass das Unternehmen oder die Organisation nebst dem Internetauftritt weitere Profile auf Facebook, Twitter und Youtube hat. Für die ICZ reicht jedoch eine Verlinkung auf die Startseite der entsprechenden Dienste. Web 2.0 vor unserer Zeitrechnung.

Beim Resümieren eines - zugegebenermassen - Heavy Users in der Internetwelt, kommen dem Schreibenden unweigerlich etablierte Begriffe wie "nicht vorhanden", "katastrophal", "erbärmlich", "armselig" und "schwach" in den Sinn.
Gespannt warten die Gemeindemitglieder auf den Newsletter (oder die Korrektur davon, oder die Richtigstellung der Korrektur), der das Prachtswerk verkündet. Geschätzte Leserschaft, wenn das die Visitenkarte der Gemeinde im World Wide Web sein soll, dann "Guet Nacht".
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Diego
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22:17
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Divrei Chassidim
Labels: gute_besserung, Lokalgeschwafel, meisterwerk, nicht zu ernst nehmen
Freitag, 4. März 2011
Webinar Chassidus Chübelsack - Hering 1.0
Ohne Zweifel steht fest, welche unendlichen Möglichkeiten diese kulinarische Feinheit mit sich bringt. Als frisches Filet im Brötchen ist der Hering ebenso beliebt wie eingelegt als Kiddisch-Veredler. Wer sich an die Herausforderung Hering wagt, kann bestätigen, dass das Bronfen danach einiges besser schmeckt.
Ausserdem versteckt sich eine gesundheitliche Superkraft in diesem unscheinbaren Happen. Als Katerfrühstück ist und bleibt der Hering unangefochten die klare Nummer 1.
Doch genug der Lobeshymnen. Kommen wir zum Rezept. Von den angesprochen vielen Varianten wollen wir die heimischte begutachten; der eingelegte Hering.
Zutaten:
- 200ml Wasser
- 100ml Essig (nicht Balsamico)
- 2 EL Zucker
- 6 frische Hering-Filets (am besten ungesalzen)
- 1 mittelgrosse Zwiebel
- 1 mittelgrosse rote Zwiebel
- 2 TL schwarze Pfefferkörner
- 4-5 Lorbeerblätter
Zubereitung:
Wasser, Essig und Zucker vermischen und in einem Topf zum kochen bringen. Marinade vom Feuer nehmen sobald sie kocht und ganz auskühlen lassen.
(Bei gesalzenem Hering muss dieser vor dem nächsten Schritt 1h lang in klates Wasser gelegt werden, um überschüssiges Salz wieder zu entziehen. Wasser optimalerweise 3-4 mal wechseln.)
Hering in ca. 2cm dicke streifen quer schneiden (Haut dran lassen!). Zwiebeln in lange, dünne Streifen schneiden. Lorbeerblätter halbieren.Hering, Zwiebelstreifen, Pfefferkörner (ganz) und Stücke der Lorbeerblätter schichteweise in ein Einmachgals legen (Plastik eher ungeeignet). Glas mit der gekühlten Marinade auffüllen bis alles mit Flüssigkeit bedeckt ist.
2-3 Tage im Kühlschrank stehen lassen und alles ist bereit für einen kulinarischen Höhenflug.
Serviervorschlag:
Auf einem flachen Teller Heringstücke, Zwiebelstreifen und Pfefferkörner verteilen und mit wenig Marinade übergiessen. Zahnstocher in die Fischstücke stecken.Ich wünsche en Guete und gut Simches
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el tigre numero uno_
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13:02
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Divrei Chassidim
Labels: meisterwerk, mogg, patchwork, Schöni Momänt, Tschulent
Montag, 14. Februar 2011
Webinar Chassidus Chübelsack-Tschulent 1.0
Mittwoch (zwei Wochen später): Der obligate Besuch in den verschiedenen Lebensmittel-Boutiquen der Stadt, also beim Inder für die besten Bohnen in rauhen Quantitäten und für Masala (Gewürzmischung, bestehend aus Chili, Koriander, Minze, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma). Alternativ und ausnahmsweise kann auch auf Migros oder Coop zurückgegriffen werden (bringt aber den Verlust von zweieinhalb Kult-Punkten mit sich, dafür liegt da die Rollgerste gleich griffbereit). Und natürlich 2.5 Stunden einrechnen für den Besuch des lokalen Metzgers. Bestes Stück: Flanke (auch liebevoll und fachmännisch "Tschulentfleisch" genannt). Dazu Rauchfleisch, Merguez (unbedingt, notfalls Wienerli) nach Geschmack sowie wenige Suppenknochen für den Feinschliff (total Fleisch: ca. 150g/Person).
Donnerstag Morgen: Bohnen (wiederum in rauhen Quantitäten) in genügend Wasser einlegen. Lieber zu viel und dann wieder rausnehmen, wenn der Topf fast platzt. Bohnen haben toxische Gase. Euer Bettgenosse, Gast, Nachbar, Hauskatzerich wird Euch für's Einlegen höchst dankbar sein. Unter der Bettdecke kann es nämlich zu gefährlichen Blasenbildungen kommen, welche sich auch durch Reibung an der Matratze entzünden können (ist durch eine Nationalfonds-Studie am Lehrstuhl für Fäkanik bewiesen worden). Mind. 8 Stunden einlegen!
Donnerstag Abend / Freitag Morgen: Der Tschulent werd' gefertigt. Ein Schuss Olivenöl auf den Topfboden, Zwiebeln und Knoblauch in Scheiben reinschneiden und (fak.) kurz anbraten lassen. Ab jetzt kommt alles andere in frei zu wählender Reihenfolge rein. Fleischwürfel (vorher in einer Pfanne anbraten ist erlaubt), Wurststücke, Pelati, geschälte & geviertelte Kartoffeln, Bohnen, Rollgerste, Gewürze, Bouillonpulver, ein Schuss Whisky oder Rotwein und viel Messirus Nefesh beigeben. Anschliessend mit Wasser auffüllen bis alles bedeckt ist und dann Wasser nochmals um einen Drittel des bestehenden Volumens erhöhen.
Je nach Geschmack kann noch vegetarische oder Harte Jungs-Kischke eingelegt werden.
Über Nacht bzw. einige Stunden lang kann der Tschulent zu Beginn auf hoher Stufe gekocht werden. Für die gesamte Kochdauer ist dies nicht zu empfehlen (Fleisch wird zu hart und trocken). Die Versenkung eines Kartoffel-Kigels im Teller wird herzlich empfohlen. Das wär's, lichwod Shabbes, bon appetit!
Ach ja, die Ingredienzen (für 10 Personen), sedö lüeg:
- Olivenöl: 1 Schuss (fak.)
- 3 grosse Zwiebeln
- 3 Zehen Knoblauch
- 5 Kartoffeln
- 1 grosse Dose Pelati (gehackte, geschälte Tomaten)
- 7 Lorbeeerblätter
- 2 EL Salbeiblätter
- Gewürze: Süsser Paprika, Salz, schwarzer Pfeffer (gemahlen), 3 EL Fleischbouillon-Pulver, indisches Masala, Schwarma-Gewürz
- Bohnen (einweichen!): Borlotti-Bohnen, kleine rote und weisse, Geheimtipp: Butterfly-Bohnen (sind relativ gross und mit verrückter Konsistenz) total ca. 700g
- Rollgerste: 200g
- Fleisch: ca. 1.2 kg Flanke (oder mit Rauchfleisch kombiniert), Merguez und oder Wienerli
- Rotwein / Whisky: ein Schuss
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Gonzalez Tripolensis
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17:54
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Divrei Chassidim
Labels: meisterwerk, patchwork, Schöni Momänt, Tschulent
Mittwoch, 7. Juli 2010
"Wenn Sie eine koschere CD rausbringen, bin ich der erste, der sie essen wird!"
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Gonzalez Tripolensis
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11:40
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Divrei Chassidim
Labels: anti-system, CC Daily Schmonzes, Kultuhr, meisterwerk, Youtube
Mittwoch, 21. April 2010
Metallica's talentierteste Piano-Variation
Da an dieser Stelle auch schon mehrfach zensiert, kommentiert und vertikuliert, kommt hier die russische Piano-Variante von Nothing Else Matters:
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Gonzalez Tripolensis
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17:13
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Divrei Chassidim
Labels: Guete Typ, meisterwerk, metallica, Youtube
Sonntag, 21. Februar 2010
Die Routine des Schnitzers
S: Aufpassen, sonst schneide ich Sie auch noch. Weiss aber nicht mehr, ob von Ihnen (was mich ja zu einer mitteleuropäischen Rarität machen würde).
B: Schade, schon passiert. Bei wieviel sind wir inzwischen eigentlich angelangt?
S: Weiss auch nicht so genau, wohl um die 5760, muss mal nachsehen. (Ein paar Minuten später die Bestätigung: fünfttausendsiebenhundertzweiundsechzig).
Dinge, die man sich einmal vor Augen führen muss. Und ja, der Koffer war auch da.
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Gonzalez Tripolensis
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12:07
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Divrei Chassidim
Labels: churban brünzel, Gid Hanashe, meisterwerk, Polnisches Frischfleisch
Donnerstag, 28. Januar 2010
Des Löwen Bäumen bis zum Umfallen
Ich liege also heute Nacht im Butt, Walz mich in alle Himmelsrichtungen und versuche endlich zur Ruhe zu kommen. Aber mein Gewissen lässt es nicht zu. Ich muss Dir mein Herz ausschütten und meine Gefühle endlich auf den Tisch legen. Und zwar vor dem ganzen surreal-interaktiven Zibbur. Heute Abend hast Du nämlich wirklich Deine Seele zwischen die Pfosten gestellt und einen Bärenkampf geliefert. Aber der Reihe nach.
Es war schon ca. 20:12 und Seleçao Simchesnaches war gemütlich am einginggen, man schoss etwas stärker, etwas schwächer aufs Tor, erzählte sich die letzten Prahlhansiaden des Ausgangs, regelte mit seinen Substituten die letzten Trilliardendeals und kratzte sich unverfroren den Tagesfrust von der Kante. Gegenüber standen die ominösen Schmockomotivler zu dritt, sahen etwas verdattert aus in ihren grünen Russendisko-Trikots und kündigten an, deren Supertrumpf tauche dann auch noch auf. Bei uns offenbarte der Kugelblitz in letztem Augenblick seine Absenz, was uns also zu fünft (eben Linux, ein Zwilling, der übrige Basler, der Gaucho und der gerichtsnotorische Schreibende) gegen die Hago-Junggesellen liess. Die Aufgabe schien zu dem Punkt eigentlich wie für den Abend geschaffen. Die Galerietüre schwang und da standen plötzlich nochmal drei Russendiskos und einer strauchelte gleichzeitig aus der Kabine. Aha, sie waren also doch zu siebt, Gummiwand inklusive.
Spielstart, ab geht die Post, ein Strich in den weiten Pfosten und entgegen allen Prognosen gingen wir schon in Führung. Führung hielt sicher ca. 7 Minuten so an, dann Ausgleich der Gummiwand und nochmals drei drauf. Simchesnaches traf wiederholt nur Pfosten, Latten und gefühlte 613 Mal die Gummiwand, Pausenstand 2:4. Kurze Lagebesprechung, Vereinbarung einer Taktik, die niemand verstanden hatte, niemand nachvollziehen wollte, aber trotzdem wussten es alle. Besser natürlich. Wiederanpfiff, Anschlusstreffer, der Gegner also so gut wie in Reichweite. Eigentlich schade, hatte nicht übel angefangen. Und dann öffneten sich die Schleusen der Himmel. Es fing aus allen Kübeln an zu regnen, dann kam der Hagel und zum Ende schneite es sogar noch. Nicht nur das, sondern zu guter Letzt rumpelte es, ein Schneebrett löste sich und überrollte die gesamten Kanarienvögel bis zum Hals. Und bevor noch irgendjemand etwas entgegnen konnte oder eine Idee hatte, wie man sich nun versieht, war das Spiel vorüber. Gezählt hat irgend jemand anders, weil es ohnehin nicht mehr darauf ankam. Aber angeblich stand es am Ende 3:13. Irrsinnigerweise stehen wir diese Saison immer dann zu viert oder im Luxusfall zu fünft auf dem Spielfeld, wenn wir die Luft am besten gebrauchen könnten. Man liess sich auswechseln, schaute zum Boden, schüttelte einmal den Kopf und schon musste der nächste atmen kommen. Es ist unweigerlich, auch Seleçao Simchesnaches wird nicht jünger.
Einer aber stand da und jagte den Zuschauern den Unglauben in die Kinnlade. Hechtete, sprang wie ein Widerstandsreh in der Apokalypse, schwang seine Tolden durch die Etagen und war absolut auf der Höhe. Und ein für alle Mal bewies er, dass er es immer noch drauf hat, dass er täglich die Energie findet, allen Unkenrufen zu trotzen und neue Grosstaten zu vollbringen. Lino war da.
In diesem Sinne habe ich Dir also eine Lobeshymne und einen sehr anonymen und kryptisierten Liebesbrief geschrieben. Natürlich wird er nicht auf Erwiderung stossen. Kaum werden wir unsere langzeitige Fehde aus der Welt räumen. Aber wenigstens habe ich nun im Hinblick auf die nächsten Feiertage wieder ein gutes Gewissen. Und einen exzellenten Torwart, in dieser Teamverfassung aber wohl keine Playoff-Qualifikation, *sniff*.
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
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00:12
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Divrei Chassidim
Labels: Guete Typ, JLeague, meisterwerk, Topften
