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Mittwoch, 25. Januar 2012

Sensation für Jleager-Sieger 2010/2011

Im Schweiz Fussball bahnt sich erneut eine Sensation an. Nach dem Abgang von Jacuzzi-Superwoman, der Heiligsprechung von Kleinbruder-auf-Lebzeiten Hokon, dem juristischen Kreuzzug von Roi Constantinus folgt die nächste, faustdicke Überraschung.

Die Russen aus Neuchâtel (und es sind eben doch Russen) haben sich unter der Führung von Bulat entschieden, ihr ansehliches Stadion in ein Mehrzweckareal umzunutzen, zonenkonform - versteht sich - und den Spielbetrieb in der höchsten Schweizer Liga aufzugeben. Die Gralshüter aus Muri haben sicherlich ihriges dazugetan, dass dieser Schritt etwas schneller notwendig wurde, als geplant. Der König vom Sonnenberg hingegen hat sich für einmal zurückgehalten. Er kämpft an anderer Front.

Für die Nutzung des neuen Areals mit Kunstrasen liegen zahlreiche Anfragen vor: Jassturniere, Strickwettbewerbe für Ü75 und - wie wir wissen - die Anfrage von Chabad für die Daycamps 2012-2024 (mit Option auf Verlängerung). Einzig die Veranstalter der Jahresversammlung der Hanffreunde Obergoms verzichten auf einen Besuch in Nöschatel. Das künstliche Zeugs schmilzt einfach zu schnell, bevor es irgendeine Wirkung entfaltet.

Heute nun kommt die Bestätigung aus Bern: der freigewordenen Platz der tschetschenischen Hobbykicker in der SüperLiig geht per sofort an den Sieger der Jleague-Saison 2010/2011 HAS! Diese Botschaft kam für alle sehr überraschend. Die Clubverantwortlichen von HAS sind nun erstmal auf der Suche nach einer neuen Spielstätte. Viele Optionen gibt es nicht. Der Kartoffelacker Hans-Asper oder aber die Kloppstockwiese kommen aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Gleichzeitig laufen intensive Verhandlungen mit dem Fleischereibetrieb aus Zürich 3. Einen Lieferengpass für die koscheren Pausenwürste würde ein denkbar schlechtes Licht auf den Liga-Neuling werfen.

Hingegen konnte für das Editorial des Matchheftlis eine echte Fussball-Koryphäe gewonnen werden. Mützel wird bei den Heimspielen von HAS von der ersten Seite winken. Hingegen möchte für die Matchankündigungen per Newsletter auf den Dienst des dritten Stocks verzichten. Zu gross wäre die Verwirrung über die aktuellen Anspielzeiten, da nicht sichergestellt werden kann, dass die fünfte Korrektur die Spieler der Gast- und Heimmannschaft zeitig erreichen wird. Den Shuttle-Service zu den Parkplätzen übernimmt Familie Bernet.

Es gibt noch sehr viel zu tun. Wir bleiben dran!

Mittwoch, 4. Januar 2012

Migros-Käse und mikrobielles Lab

Yves Bourgignon und die Chassidus Chübelsack-Aussendienststelle für Kulinarik und Rebellion haben durch Recherche in Erfahrung gebracht, dass die MIGROS in ihrem Käsesortiment nun ebenfalls Buch führt über die Käsesorten, welche ohne Lab aus Rindermägen hergestellt werden. In diesem Sinne erlauben wir uns, Teile der Kommunikation mit MIGROS an dieser Stelle zu replizieren:
Folgende Produkte der Migros wurden ohne tierisches Lab hergestellt:
Sämtliche Milchfrischprodukte unseres Eigenproduktionsbetriebes Estavayer Lait SA (ELSA) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Beachten Sie das ELSA-Signet oder Betriebszulassungsnummer 2434 auf der Verpackung.
Sämtliche Quark-Produkte (Quark nature, Quark M-Budget, Bio Magerquark, Früchtequark, Léger-Quark, Quark-Crèmen) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Die Quark-Desserts enthalten Gelatine.
Die in der Migros erhältlichen Mozzarella-Produkte aus Kuhmilch der Marken Alfredo, Santa Lucia (Galbani), Léger und M-Budget sowie der Migros Bio Mozzarella (2006.086) werden mit mikrobiellen Lab hergestellt. (Mozzarella di Bufala (2126.818) dagegen wird mit Kälbermagenlab hergestellt).
Auch Kiri, Babybel und alle Cantadous werden mit mikrobiellem Lab hergestellt.
Der Feta Mikos (2125.940) wird mit mikrobiellem Lab hergestellt.Für den Feta Xenia (2125.951) und den Xetabel (2125.760) wird dagegen Kälbermagenlab verwendet.
Hier ein paar weitere Beispiele von Produkten, welche ohne Kälbermagenlab hergestellt werden (Änderungen vorbehalten):
Artikelnummer
Produktname
2101.270.240.00
Léger Rustique
2101.277.240.00
M-Budget Schweizer Hartkäse
2104.051.060.00
Sennenmutschli 1/4 Laib
2104.070.240.00
Luzerner Rahmkäse
2104.070.242.00
AdR Luzerner Rahmkäse
2104.110.040.00
St. Paulin 1/2 Laib
2104.110.060.00
St. Paulin 1/4 Laib
2104.110.220.00
St. Paulin 150g
2104.113.040.00
SE St. Paulin 1/2
2104.118.240.00
Léger Minitaler
2104.143.040.00
Gomser Raclette 1/2 Laib
2104.279.240.00
Raccard Scheiben Moscato
2104.340.240.00
M-Budget Schweizer Halbhartkäse
2104.711.000.00
Reibkäse Pizzamischung
2104.789.240.00
Bio Familie-Chäs
2123.851.260.00
M-Budget Allgäuer
2124.052.260.00
M-Budget Gouda
2124.230.220.00
Fol Epi 150g
2125.173.220.00
Chamois d'Or 150g
2125.671.220.00
Le Vieux Pane
2125.673.220.00
Le Chaumes
2104.051.025.00
Sennenmutschli
2104.070.025.00
Luzerner Rahmtilsiter
2104.082.025.00
Léger Tilsiter
2104.143.025.00
Gomser Raclette
2104.160.025.00
AdR Walliser Bergkäse
2104.160.065.00
Gomserkäse
2104.164.025.00
AdR Dallenwilerkäse
2104.216.025.00
Spycherkäse
2104.249.025.00
AdR Lenker Bergtummeli
2104.360.025.00
Don Olivo
2104.505.025.00
AdR Lenker Kräuterkäse
2104.789.025.00
Bio Familie-Chäs
2105.053.025.00
Couronne
2105.166.025.00
Dallenwiler Geisskäse
2124.026.025.00
Stilton Vieux
2124.230.025.00
Fol Epi
2124.951.025.00
Englischer Cheddar
2125.107.025.00
St. André
2125.110.025.00
Peyrigoux
2125.173.025.00
Chamois d'Or
2125.211.025.00
Chavroux
2125.563.025.00
Brie Coeur de Lion
2125.609.025.00
Bresse Bleu
2125.673.025.00
Chaumes
2125.675.025.00
St. Albray
2125.740.025.00
Brebiou
2125.880.025.00
Cambozola
Frischkäse können in der Regel problemlos ohne tierisches Lab hergestellt werden. Für Weich-, Halbhart- und Hartkäse sind Labersatzstoffe aus qualitativen Gründen weniger geeignet.
Chassidus Chübelsack wird darüber hinaus demnächst eine Liste der Käsereien publizieren, welche Produkte mit künstlichem Labersatz herstellen. Auch in der Reihe "Demnächst" künden wir einen Exklusiv-Report über die Fondue mit mikrobiellem Lab der Schaukäserei Kloster Engelberg an.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Challes-Alarm!

Wir stützen uns wie immer auf Quellen, die wir nicht persönlich kennen und denen wir die Beaufsichtigung unserer Kinder kaum zutrauen würden. Aber es scheint die Shmueh zu kursieren, dass die berühmt-berüchtigte Zürcher (bzw. Affoltermer) Gourmet-Bäckerei Lasova (neuerdings sogar mit einer eigenen Homepage!) für den kommenden Schabbat in Lieferengpässe geraten könnte bzw. gar nicht produzieren werden kann. Entgegen der Zürcher Usanz, dass in solchen Fällen vor allem Hechscher-Probleme angeführt werden können, scheint die praktische Hürde gemäss den Nachforschungen von Yves Bourgignon von der JLFG (JLeague Foundation für Gourmologie) diesmal darin zu liegen, dass ... der Bäcker das Weite gesucht hat. Na dann, gute Besserung.

Eyn Kemach - eyn Torah.

Eyn Ofeh - eyn Challot.


Wir bleiben dran. Vielleicht hat der Backmeister ja den letzten IGFKL-Update erhalten, wonach urplötzlich die halbe Migros-Milchprodukte-Palette nicht mehr als koscher zu betrachten ist. Was in diesem Produkte-Volumen doch ein ziemlich merkwürdige Kehrtwende ist.

Dienstag, 11. Januar 2011

Die Vergabe des Kadur Sahav

Ein gutes neues Jahr allerseits!
Wie in verschiedensten Medienerzeugnissen zu lesen war, wurden gestern von unserem hochgeschätzten Fussballweltverband in absolut freien, transparenten und fairen Wahlen die Besten der Besten im 2010 gewählt. In der Kategorie Fussballer des Jahres gewann wenig Überraschend Lionel Messi gegen Xavi und Andres Iniesta, alles Spieler des FC Barcelona. Dies ist leider wenig Überraschend weil die Wahl seit Jahr und Tag nichts mit Sportlicher sondern mehr mit Ökonomischer Leistung zu hat. Wer am meisten Vermarktungspotenzial hat, hat auch grosse Chancen den Preis zu gewinnen. Und gerade deswegen werde ich nun im folgenden ein wenig Einblich in die Seele eines Fussballfans bringen, der Xavi für den unübertrieben besten Spieler der letzten Jahre (also seit dem Rücktritt von Zinedine Zidane) hält. Und folglich auch den Preis hätte gewinnen müssen.

Die Spielweise von Xavi kann mit Fug und Recht als langweilig bezeichnet werden. Er hat nicht die Schnelligkeit und Explosivität eines CRonaldo oder die Technik und Wendigkeit eines Lionel Messi. Trotzdem schafft er es, mit seiner stupenden Übersicht Spiele teilweise im Alleingang zu entscheiden, nicht in dem er wie CRonaldo oder Messi Tore schiesst, nein, in dem er seinen Mitspielern pfannenfertige Torvorlagen hinzaubert oder kurz das Tempo erhöht und so ihnen den nötigen Platz erarbeitet den sie zum Toreschiessen brauchen. Wer selber Fussball spielt weiss wie schwierig es sein kann in vollem Tempo die Übersicht zu behalten oder nach einem 50m Sprint noch einen gefühlvollen Zuckerpass zwischen der Abwehr so hindurch zuspielen, das er dem Mitspieler eine direkte Torchance eröffnet. Barcelona spielt ohne ihn nur halb so gut und braucht viel mehr Einsatz und Unterstützung durch die Stürmer als wenn er mitspielt. Ich könnte ihm stundenlang beim Spielen zuschauen, nur um auf den Moment zu warten in dem er einen seinen Zuckerpässe aus dem Fussgelenk zaubert. Er bildet, in seiner teamdienlichen Spielweise einen wunderbaren Gegenpol zu einem Egomanen wie CRonaldo, der nur mitspielt damit er selber ein Tor schiessen kann.

Und genau das sollte meiner Meinung nach auch viel höher gewichtet werden. Sowohl im Klub als auch in der Nationalmannschaft ist er der wichtigste Mann im Mittelfeld, denkt und lenkt das Spiel und ist für die ganze Organisation der Offensive zuständig. Er bestimmt das Spieltempo, den Moment der Angriffsauslösung und spielt die entscheidenden Pässe für die Tore.

Meine Auswahl für die Wahl zum Spieler des Jahres hätte übrigens so ausgesehen:
  • Xavi
  • Wesley Sneider
  • Diego Forlan

In diesem Sinne einen guten Start ins neue Jahr, viel Erfolg und Gesundheit wünscht euer

Montag, 20. Dezember 2010

Mit sanftem Druck auf die Tränendrüse

Guten Morgen,

Ein gutes Karma ist in manchen Berufen unabdingbar und man sollte möglichst viel dafür tun, es so rein wie möglich zu halten. Seit dem WM Gewinn im letzten Sommer, ausgiebig zelebriert im Blog eures Vertrauens, hat Xavi einen dunklen Fleck in ebendiesem, hervorgerufen durch dieses kleine Mädchen:



Herzzerreissend, und weil Barca im Moment in aller Munde ist, hat sich ein katalanischer Sender die Mühe gemacht, so kurz vor dem Jahresende Xavi eine reine Seele und das Reparieren seines Karmas zu ermöglichen:



Man beachte bitte wie Xavi beim Einspielen des Videos beinahe losheult.

Auf den Weltfrieden!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Würdigung eines Wunders

Es gab kein grosses Medienecho und für meinen Geschmack auch zu wenig Würdigung für die Leistungen des FC Lausanne - Sport in der Europa League. Das soll hier und heute nachgeholt werden.
Es war ein grosses Wunder, damals im August 2010, als der kleine Vertreter aus der Schweizer Challenge League gegen das übermächtige Lokomotive Moskau, den Moloch aus der Russischen Hauptstadt, mit einem Budget so gross wie das der gesamten Super League zusammen, im Penaltyschiessen gewann. Ungläubiges Staunen ging durch den Blätterwald, die meisten Medien waren gar nicht darauf vorbereitet das so etwas überhaupt noch möglich war, dementsprechend dezidiert wurde über die gesamte Kampagne berichtet.
Zu Unrecht wie ich finde. Man muss es ganz deutlich sagen, Lausanne hat sich mehr als nur achtbar geschlagen, in keinem Spiel gingen sie wirklich unter, etwas was man vom FCZ in der Champions League beispielsweise nicht behaupten kann (man erinnert sich an das Marseille Spiel). Trotz ihren bescheidenen spielerischen Mitteln konnten sie sich in jedem Spiel Torchancen aus dem Spiel heraus erarbeiten, mit dem Höhepunkt beim 3-3 gegen Sparta Prag auswärts. Zusätzlich muss man sich vor Augen halten, das die Mannschaft inzwischen 27 Spiele in den Beinen hat, beinahe so viel wie in der ganzen Saison in der Challenge League gespielt werden, und dort sogar auf dem zweiten Platz steht, trotz der Mehrbelastung. Ich kann meinen Respekt vor diesen Leistungen kaum in Worte fassen, es gibt genug negative Beispiele über Klubs die mit der zusätzlichen Belastung nicht umgehen konnten, der FCZ zum Beispiel, und dann in der Meisterschaft abstürzten.
Passend dazu ging gestern die Karriere von Fabio Celestini zu Ende. Rückblickend muss man sagen, sie war ziemlich beeindruckend. Nach seinem Wechsel von Troyes zu Marseilles wurde er dort Captain und langjähriger Stammspieler, ein Spieler dessen Worte im Verein Gewicht hatten. Dasselbe gelang ihm auch bei seinem nächsten Verein, Getafe in Spanien.
Trotzdem hatte er in der Schweizer Nationalmannschaft, und auch in der Bevölkerung, nie das Standing das andere, viel weniger erfolgreiche Spieler hatten. Vielleicht wegen seinem ruhigen Wesen, seiner manchmal lethargischen Art zu spielen. Vielleicht war es sein Pech das Johann Vogel genau zur gleichen Zeit als Captain der Nationalmannschaft ihm dem Platz wegnahm, denn wegen seinen Leistungen kann es nicht gewesen sein. Ich zolle ihm den grössten Respekt vor seiner Karriere und finde es unglaublich schade, das er wegen Differenzen mit dem Verein seine Karriere als Spieler frühzeitig beendet.

Merci Fabio, guete Typ!

In diesem Sinne uns allen eine schöne Winterpause

Dienstag, 30. November 2010

Gestatten, Shlomi Arbeitman

Shlomi Arbeitman also. Ein Talent der israelischen Liga, spielte zuerst wechselweise bei Beitar Jerusalem, Hapoel Petah Tikva, Hapoel Tel Aviv und zuletzt mit Maccabi Haifa in der Champions League. Sein damaliger Mannschaftskollege Jorge Teixeira fand den Weg danach nach Zürich zum Serienmeister, Arbeitman wurde von KAA Gent in Belgien verpflichtet (für die wenigen ernstzunehmenden Fussball-Lexiklopen: Das ist da, wo im 2005 Dario Smoje hinging, eines der grössten Fussball-Defensivtalente, das sich der FCZ - nach Probetraining wohlbemerkt - jemals entgehen liess). Offensichtlich hat er sich sofort an die belgische Sprache gemacht und behrrscht diese vielleicht auch schon. Sein Englisch jedenfalls ist ziemlich bemerkenswert. Der schafft es, während 1:23 Minuten sich in keiner Weise verständlich zu machen. Eigentlich ist er darin auch nicht spezialisiert; wie im Übrigen kein Fussballer, welche für gewöhnlich lediglich Phrasenkässeli dreschen. Ausser "Step by Step" versteht man hier jedoch nichts:

Aber dafür ist er auch nicht in Belgien, sondern zum Kicken. Und das kann er offensichtlich nicht mal so übel, wie er letzte Woche mit seinem Tor zum 3:1 gegen Sporting Lissabon zeigte (ab Min. 0:53).

PS: Man möchte an dieser Stelle nicht umsonst krächzen. Aber am Sonntag kam beim letzten YB-Spiel gegen Sion gleich zu Beginn eine Grossaufnahme von Alain Nef, unser aller Vorbild, Superstar und Märtyrer. Die Schmerzen, ihn in diesem Biene Maja-Tarnanzug (anstatt den FCZ-Farben) zu sehen, waren wieder einmal vergleichbar mit dem Abriss eines Arms. Unvorstellbar, ungerecht, inkohärent. Und fahrlässig. Wie werden wir je vergessen, wie die FCZ-Fans vor 7 Jahren noch vor der Flachpass standen und einige den Spielern an den Kopf "Scheiss-Millionäre" warben (was einige auch waren). Nef stand daneben, trank sein Bier aus und raunte "meinen Lohn könnt Ihr haben." Ein Held wie aus dem Bilderbuch.

Montag, 8. November 2010

Ein Heer von Zwillingen

Der Titel ist natürlich eine Würdigung des hauseigenen Tigers (mehr Miezekatzerl, aber sag's ihm bitte keiner).
Und wovon spricht man hierbei eigentlich? Nun, der Schweglerpirmel zieht dieses Wochenende einträchtig gegen Wolfsburg dem Benaglio einen unhaltbaren Schuss in den Winkel. Amen, als geschehe es jede Woche. Zusätzlich legt er davor Gekas einen uneigennützigen Assist erster Güte ab. Auch gut. Womit wir schon in Italien angelangt sind.
Da verliert Von Bergen mit Cesena standesgemäss in Turin bei der Alten Dame 3:1, nachdem man auch noch geführt hatte. Von Bergen spielt durch, kassiert drei Tore und wird immer noch mit 6.5 bewertet, als Klassenbester der Verteidigung wohlbemerkt.
Gögi Inler, potentiell neuer Captain unserer Heereself und seit jeher umstrittene Figur im Mittelfeld, legt für Udine einen Kopfball auf den zweiten Pfosten ab, von wo dann der Führungstreffer entsteht. Schiesst zweimal brandgefährlich auf den Torhüter, der darauf nur in höchster Bedrängnis abwehren kann. Bewertung? Ebenfalls ein 6.5 mit der Begründung, er verliere keinen Ball und jeder seiner Pässe lande beim (mannschaftseigenen) Empfänger. "J-e-d-e-r."
(Ziegler spielte 1:1 gegen Catania, unauffällig, wenn auch mit grossem Aufwand.)

Und was hat das mit dem Titel zu tun? Bei N'Kufo schrie jeweils die ganze Nation, der habe einen Zwillingsbruder und spiele nur in der Nationalmannschaft jeweils so schlecht, das sei doch unverständlich.
Dasselbe Phänomen trifft bei der halben Auswahl zu. Barnetta? Derdyiok? Lichtsteiner? Behrami? Alle haben sie Zwillingsbrüder!

Nur Alex Frei, den darf man sowohl im Club wie auch in der Auswahl auspfeifen, der ist und bleibt einfach schsse, erst recht nach seinem egoistischen Ich-bleibe-einhalb-Entscheid (merkt eigentlich jemand, dass ich mich mit dem Ausdruck "Nati" in der geschriebenen Sprache schwertue?).

Sonntag, 17. Oktober 2010

Rettet Alex Frei

Nebbisch. Alex Frei darf nicht weiter ausgepfiffen werden. Der hat so viele wichtige Tore für unsere Nation geschossen, dass man sich nicht weiter über ihn aufregen darf. Man soll das Monument unseres Nationaltorhüters nicht weiter ankratzen oder demontieren. Insbesondere soll man ihm aber auch behilflich sein und an der Demontage seiner selbst nicht unterstützend wirken. Einmal angefangen dabei, dass man ihn nicht weiter als Stürmer aufbietet, sondern als kreativer Assistent von Gögi Inler. Letzterer soll das machen, was er am besten kann, nämlich, giftige Tacklings einzustreuen und zu zerstören. Nix mehr. Keine 7 ankommende offensive Pässe von 10, da kommt er offensichtlich mit dem Zählen nicht mit. Stellt ihm Frei daneben, der lässt sich nämlich ihnehin ständig in diese Position fallen und das Problem ist gelöst (die realistischere Variante wäre wohl, wieder eine FCZ-Achse mit Gögi und Blerim zu schaffen, aber offensichtlich hat hierbei Gottmar eine andere Auffassung).
Eine weitere Abhilfe zugunsten von unserem nationalen Patienten Alex Sensibelchen Frei wäre, dass man ihm ab sofort verbietet, Standards zu schiessen. Er soll von mir aus die Captain-Binde behalten, er soll weiter auf dem Feld rumschnattern und das Privileg geniessen, dem Unparteiischen, seine ungefragte Meinung unter die Nase zu halten, aber er soll uns bitte von uneffizienten Freistössen verschonen.
Aha, so also. Und wer soll sie denn bitte sonst schiessen? Reto Ziegler. Der liegt mit Sampdoria an diesem Sonntag gegen Fiorentina in der 80. Minute mit 0:1 zurück, steht alleine vor den Ball und der französischen Giglio-Ikone Sebastien Frey und rumst den Ball präzise über die Mauer hinter den nahen Pfosten. Und Sampdoria gewinnt das Spiel am Ende mit einem weiteren Tor von Antonio Cassano. Sedö lüeg zu Ziegler:

Dienstag, 12. Oktober 2010

Eprhyme vs. The Rolling Stones, der Botschafter Matisyahu und die Schönheit von Darkcho

Und der "Gimme Shelter"-Remix. Passend dazu der Hinweis auf die Gimme Shelter-Ausstellung der Jüdischen Gemeinde von San Francisco (JCCSF, Link). Sedö lüeg:

Zusätzlich hat die Beliefs-Serie auf ABC ein Interview mit Matisyahu geführt über seine Anfänge. Entweder der Typ fliegt mit oder ohne Einfluss geistig einen halben Meter über der Erde oder er ist so losgelöst von allem, dass ich ihn einfach nicht greifen kann. Ganz abgesehen davon, dass seine Musik tönt wie der übliche Radiosulz. Und es gibt böse Stimmen, die den Eindruck nicht loswerden, dass seine Peyes-Masche ein Gimmick zur Selbstvermarktung sei, was bei ihm viel deutlicher rüberkomme als bei anderen religiösen Musikern. Genau darauf geht er jedenfalls gegen Ende des Interview-Ausschnitts ein und sagt genau gar nichts aus. Aber sedö lüegt doch bitte selbst:


Und zuletzt haben wir noch ein kleines Juwel ausgegraben. Das heisst, eigentlich hat es wiederum das amerikanische J-Label Shemspeed ausgegraben. Wie sie selbst sagen, hört es sich an wie ein Tarantino-Soundtrack auf schwerfälligen Bläser-Rhythmen der ostjüdischen Musikgeschichte und passt auf die entscheidungsträchtigsten Momente eines jeden's Lebens. Wunderprächtig (ich will noch mehr-Link auf der Shemspeed-Homepage).

Montag, 11. Oktober 2010

Zeit, am Schicksal zu rütteln

"Packt Euer Schicksal mit beiden Händen. Rüttelt daran, als gebe es kein Morgen, bis obenaus die fruchtbare Hoffnung emporzischen wird!"
Mutmassliche Worte von Churban Matthias Brünzel vor der Schlacht zu Marignano

Verehrte Genossen, wir stehen wieder einmal an einer dieser Gelegenheiten, vor einem dieser Schicksalsspiele, welche wir uns jedes Mal herzusehnen haben, wenn die Schweizer Werkself nicht gerade in einer glücklichen und mythischen Sternstunde Spanien schlägt. Es ist wieder zu zeigen, dass wir vielleicht keine Denilsons, keine Rivaldos und auch keines Nestas in unseren Reihen zählen, dass auch in der Schweiz jedoch guter Fussball gelehrt wird, der nicht nur auf Betonmischerei beruht. Wir müssen zusammenstehen, füreinander weite Wege gehen und das Glück herausfordern, im Mittelfeld Risiken eingehen. Allzu oft sind wir in den letzten Spielen davon ausgegangen, dass ein Unentschieden gar nicht so ein schlechtes Resultat ist. Chile, Montenegro und wie sie alle heissen.
Und wie so oft können wir uns auch die Frage stellen, welche uns Schweizern so oft auf der Zunge liegt: Wie ist es möglich? Die sind doch dafür teuer bezahlt? Erstaunlich ist aber insbesondere der Umstand, dass wir eine Nationalmannschaft von Zwillingen hat. Derdiyok schiesst in 40 Bundesliga-Spielen eine zweistellige Anzahl Tore. Barnetta spielt in Leverkusen seit Jahren solide, Frei war im Ausland (und bei Basel) eine stets feste Grösse. Um Inler bemühen sich Liverpool und Inter. Ziegler wird mit Juventus in Verbindung gebracht. Von Bergen liegt mit Cesena auf einem guten Weg zur Behauptung in der Serie A. Alles talentierte Söldner, alles zufriedenstellende Klubspieler. Aber im Länderwettbewerb gurken sie alle. Ist der Druck grösser? Oder die Motivation kleiner? Die Perspektiven auf grosse Erfolge trotz der ständigen Siegeswelle der U21 zu klein? Ist das die Generation, von welcher im 2002 noch gesagt wurde, diese U21-Spieler würden mal ganz grosse? Und dann läuft die EM-Kampagne im 2010 und die Gefahr ist mehr als real, dass die Qualifikation bereits nach zwei Spielen zur unerreichbaren Illusion wird?
Es heisst auf jeden Fall wieder mal, aufwachen, es ist wieder EM-Zeit! Zusammenstehen, füreinander gehen, für die Mannschaft zu spielen! Die Jungs auf dem Fussballplatz, wir auf dem Platz des 16. Juni 2010, den wir noch so überbordend frohen Mutes dem Jubel und den Fans gewidmet hatten und den wir morgen wieder bis zum Bersten füllen werden. Um die Hoffnung aufrecht zu erhalten, für den Weltfrieden und natürlich auch für den dreifachen Flickflack.

Ich geh morgen übrigens wahrscheinlich "The American" schauen. Aber das hat ein überparteiliches Komitee unter Leitung der Berber-Rebellen in den Sand geschrieben.

Der Postscriptor meint, dass das Berbersche Revolutionskomitee angesichts der Brisanz der Ereignisse von heute Abend das akute Kluni-Ergötzungsbedürfnis zurückgestellt hat und sich heute Abend ebenfalls in die Landesfarben werfen und sich DJ des Nebelhorns profilieren wird.

Der Post-Postscriptor verweist im Sinne des Fehlens jeglichen Zusammenhangs und des Bedürfnisses, sich jeweils am Dienstag Morgen kulturell zu betätigen auf die Tagi-Splatterkinokritik von "Piranhas 3D" hin. Darin findet sich unter anderem auch die Aussage, Elisabeth Shue habe eine grossartige Zukunft hinter sich. Was eine Aussage, Respekt!

Mittwoch, 1. September 2010

Dem VgT eins aufs Maul

Das Schächten in der Schweiz verboten ist dürfte hinzulänglich bekannt sein. Wieso das es verboten ist dürfte wohl eher weniger bekannt sein, zum Schutz und Wohl des Tieres ist es nicht, was ich gleich darlegen werde.

Schächten ist seit 1896 in der Schweiz verboten, ein Verbot das nur aufgrund antisemitscher Ressentiments zustande kam und seit der letzten Revison des Tierschutzgesetzes zwar nicht mehr in der Verfassung steht sondern nur noch im entsprechenden Gesetzesartikel. Der SIG wurde auch zu dem Zweck gegründet das Schächtverbot in der Schweiz abzuschaffen. Mit mässigem Erfolg. Bei der Revision des Tierschutzgesetzes wurde lange darüber diskutiert, ob und wie das Schächtverbot, das sowohl für Koscheres als auch für Halalfleisch gilt, eventuell gelockert werden könnte. Am Ende blieb alles beim alten, auch dank gütiger Mithilfe der Tierlobby um den VgT. Die Argumente waren und sind bis heute immer dieselben: Schächten erzeugt übermässigen Stress bei den Tieren, Schächten ohne vorherige Betäubung ist grausam für die Tiere, es ist brutal etc.. Aber ist dem wirklich so? In Kürze kommt in den USA ein Film über die Tierverhaltensforscherin Temple Grandin, mehr Infos zu ihr auf Wikipedia, in die Kinos, der das Leben und Wirken von ihr eindrücklich darstellt. Als Autistin geboren setzt sie sich für eine markante Verbesserung der Zustände beim Schlachten der Tiere ein, damit die Tiere weniger Stress ausgesetzt sind und am Ende glücklich Sterben können (falls das überhaupt geht...).

Nach eingehendem Studium der Gemara zum Schächten hat sie zusammen mit den Rabbinischen Verbänden in den USA dafür gesorgt, das das Schächten noch schmerzfreier und effektiver über die Bühne gehen kann. Sie hat 2004 folgendes zum Schächten gesagt (den ganzen Artikel gibt es hier):

NOW THAT I was able to hold the animal gently, it was possible to observe its reaction to shechitah. When shechitah was performed on each steer, I was amazed that the animal did not move. To find out if shechitah was really painless, I started holding the head of each animal with less and less pressure to see if it would move during shechitah. Even big bulls stayed still when the headholder was so loose they could have easily pulled their heads out. I also observed that some shochets were better than others in their ability to cause rapid unconsciousness. All of the cuts were correct from a religious standpoint, but some shochets were more biologically effective. A swift cut was more effective than a slower one. In the hands of the best shochets, the animal does not make a sound or flinch, and drops unconscious in eight to 10 seconds.
Und weiter :


I know that shechitah, done right, is the most humane slaughtering method.
Mehr gibt es dazu wohl nicht mehr zu sagen.

Sonntag, 9. Mai 2010

Der FC Hakoah lebt immer noch


Unverhofftermassen ist heute Morgen die CC-Korrespondenz zu einem Comeback in der stämmigen Fanionformation des FC Hakoah gekommen. In der Hitze und der insgeheimen Freude über seriösen Gingg ging dabei zuerst völlig verloren, zu welch unmenschlicher Zeit sich der Rasenfrönende hierfür aus den Federn katapultieren muss, was für einen gewöhnlichen Sonntag ein absolutes Wochenend-Debakel bedeutet. Aber der Zweck heiligt ja die Mittel, und so nahm man die Umstände schön und willig in Kauf. Gegner war der Tabellenführer FC Dietikon, und entsprechend fand der Match mitten im Nirgendwo hinter einem Weiher in der agglomeratorischen Pampa statt. Die meisten Gesichter in der Kabine sind erschreckend jünger geworden und mahnen unweigerlich an das Gilben unser aller Lenzen. Da ist nunmehr ein Inka-Krieger, einzelne schmächtige Junge und ein paar Jungtalente, aufgrund welcher die muskulär dauerbelasteten Senioren immer noch die Hoffnung auf den abermaligen Aufstieg in der nächsten Saison wiederkauen. Und dann gibt's den einen oder anderen, der mit 40 Jahresringen-plus immer noch munter die Seitenlinie rauf und runterrasseln, als sei die Zeit stehen geblieben.
Das Prozedere ist gleich geblieben. Ein paar Verwegene sind viel zu früh (im Hakoah 2 hätten bestimmte Verdächtige damals hierfür wohl zur Sicherheit ein Kissen dabei), der grosse Rest findet entweder deutlich zu spät bzw. findet das Gelände erst im buchstäblich letzten Moment.
Der Match ist sodann schnell erzählt. Der CC-Korrespondent wurde in guter Reminiszenz vorerst auf der Stürmerposition eingesetzt, wo vorerst nicht allzu viel gelang. Sodann erfolgte eine knapp zehnminütige Pause auf der Bank, wonach die rechte Flügelposition zugeteilt wurde. Nach einer ausgeglichenen Startphase kassierte man nach 30 Minuten zuerst einen einfachen Penalty, dann einen Rasierklingen-Pass in die Sturmspitze, der verwertet ging und einen haltbaren Weitschuss aus grosser Distanz mitten zwischen die Ohren. Pausenstand 3:0. Nach der Pause ging's also vorbelastet weiter, jedoch stand die Hoffnung ziemlich urplötzlich wieder da. Nach einem Gewühl im gegnerischen Strafraum legte sich der CC-Flitzer den Ball auf den Schussfuss und wurde dort getroffen. Ein jäher Schwanensturz und der Schiedsrichter konnte sozusagen gar nicht anders als auf den Punkt zu zeigen, wonach der Esquimesen-Schwuger solid die Ecke fand: 3-1. Dann kam der Gaucho-Bruder noch in den Genuss eines unglücklichen Zweikampf mit dem gegnerischen Torhüter, worauf dieser liegenblieb und ausgewechselt werden musste. Dessen Ersatz, wohlbemerkt ein umgewandelter Feldspieler, musste danach in 35 Minuten genau e-i-n-m-a-l den Ball zur Hand nehmen. Zwei merkwürdige Freistossvarianten, zwei Big Saves von J, einen eigenen Linienretter mit angeklebtem Arm sowie der 613 Einwechslungen von Harry Dietikon Potter später stand das Resultat immer noch fest und der Schiedsrichter konnte sich einen friedlichen Sonntag aus der Lunge pfeifen.
Fazit: Chill ist anders, aber es hat mitunter durchaus wieder Spass gemacht, so zu tun, als gäbe es die apokalyptischen Zeiten des Hakoah 2 noch...

Freitag, 16. April 2010

Megan Fox macht Havdalah

Solche Dinge sollte man der Welt nicht vorenthalten. Da hat uns Hollywood ein Zückerchen vorenthalten und zeigt uns, dass die Schauspielerei noch lange nicht gestorben ist. Fragt nicht, wie man auf solche Links kommt. Offensichtlich verursacht der androhende isländische Staubalarm eine unheimlich verlockende Brücke für die Erforschung dunkler und beängstigender Momente des Indernetzes. Es verlasse niemand also das Haus und navigiere seine Maus durch diese trüben Zeiten!
Die heute dokumentierte, ältere Megan versucht, mit Schlitzaugen-Technik die vor ihr stehende Kamera zum Umfallen zu bewegen (was der jüngeren derweil unbestritten gelang und wofür sie nicht mal singen musste). Das Resultat ist zum Brüllen. Aussagen, deren Tiefe kaum zu toppen sind, eine Stimme, welche Speedy Gonzalez ärgste Konkurrenz macht und eine sehr eigenwillige und fragwürdige Interpretation dieses Strassenfegers sind das Resultat. Also, alle mitsingen und los geht's:

Mittwoch, 24. März 2010

Rekurs gegen die Hagbe-Bewertung vom 20. März 2010 möglich - drohen weitere Verzögerungen beim Bau des Hardturm-Stadion?


Man streitet wieder im Shtetl. Und für einmal geht es nicht Schübe, ausgelöst durch das Überschreiten der abgestoppten Zeit, welche für Mussaf aufgewendet wird. Es geht auch nicht um die Wahl des Chasens oder der Nasenpopel des edlen Kiddush-Spenders (gebenscht sei sein einzigartiges Malz).

Nein, die Szenerie ist die folgende. Das Schicksal hat dem Schreibenden beschert, am vergangenen Shabbes zum ersten Mal das Regime der neuen Hagbe-Ästhetik-Komitees zu erfahren. Bekanntlich leben wir ja in sehr äusserlichkeitsbetonten Zeiten. Zur Barmizwah kriegt man heute elektronische Wunschlisten mit dem Bedarf nach Schnurrbarthaar-Implantatgutscheinen, dazu die neusten Gucci-Gürtel (Länge 55 cm Bauchumfang) und dem Marken-Abzeichen in der Grösse eines Lulavs. Aber die Oberflächlichkeit hält hier nicht ein. Sie wird nun auch zum Aufhänger von Ritus-Akten wie der Hagbe, wie an dieser Stelle unlängst vom Hüter der Tradition und der Aufklärung proklamiert.
Schreibender sieht den Gabbe also am letzten Wochenende schon heranfliegen mit dem letzten aller zu verteilenden Kuwed-Täfelchen. Und schon ist klar, dass damit kaum das Begleiten des Aushebens gemeint sein kann, sondern dass die Stunde geschlagen hat. An mir soll also die erste Skiflug-Hagbe-Bewertung exemplifiziert werden. Der Druck steigt also schon einmal in die obersten Luken. Wie wird man sich schlagen? Wird die Vorbereitung fruchten? Herrscht so früh am Tag bereits genügend Rückenwind? Wie wird sich der verkürzte Anlauf und die Erwartungshaltung des Publikums auswirken? Der Puls war demzufolge auch ohne dem inneren Aufrufen unerzählbarer Bilder bereits auf 180 Schlägen. Und dennoch: Das Telemark-Standbein wurde regelkonform ausgefahren, die Flugphase ereignete sich flüssig und auch die Landung gab aus objektiver Perspektive kaum Anlass zu Beanstandungen. Die Jury, welche die Regeln sehr autonom und nach neuer Auslegeordnung umsetzte, sah es anders. Die strengen sechs Augen bewerteten die Landung mit den Noten:
18.5, 18.5 und 17.5.
In der Begründungsschrift legten die Richter nahe, dass der Telemark gesetzt wurde, wenn auch ein kurzes Abrutschen die Abzüge begründeten. Während der Telemark-Phase sei die Fussstellung korrigiert worden, was Abzüge geben müsse. Der Telemark sei bei der Hagbe vor der Flugphase also bei der Hebelbewegung zu setzen.
Durch ausgedehnte Nachforschung in den vergangenen Tagen konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die deutlich tiefere Note durch den finnischen Richter Guyskannu Linomanen erfolgte, welcher mit dem Schreibenden bekanntlich immer noch JLeague-bezogene Fehden austrägt, welche eng mit seinem momentanen Mandat als Torhüter von Selecao Simchesnaches zusammenhängen. Linomanen lässt sich folgendermassen zitieren: "Der Telemark sei hereingeschmuggelt worden, durch die parallele Fusshaltung wäre ebendieser gar nicht möglich gewesen. Pfui, und deshalb wegen technischem Fehler Punktabzug". Dass somit eine objektive und faire Auswertung nicht möglich ist, liegt auf und in der Hand. Man wird wieder durch das System hinterrücks gepackt und kann sich nicht wehren.
Der Schreibende wird die Situation nun minutiös verfolgen und im Bedarfsfall Neuwahlen der Jury erzwingen.

Dienstag, 24. November 2009

FINNtastischer Blödsinn


Letzte Woche kletterte ja bekanntlich ein geistig behinderter Mann in den Bärenpark in Bern. Der Bär Finn griff ihn sofort an und verletzte ihn schwer. Zunächst versuchten Passanten, den Bären zu vertreiben, indem sie Gegenstände (wie Äste usw.) in das Gehege warfen. Das half allerdings nichts. Ein Polizist kam dazu und feuerte einen Schuss auf den Bären ab. Dieser verzog sich sofort in seine Höhle und der Mann konnte doch noch schwer verletzt gerettet werden.

Diese Geschichte tönt für mich nach klassischem urbanen Heldentum. Ein klassischer Titel in den Medien müssten lauten: „HELD! Polizist rettet behinderten Mann das Leben. Bär (3) verletzt.“

Weit gefehlt!

Unsere tollen Medien hacken nun auf dem Polizisten rum:
- Warum gab er keinen Warnschuss ab?
- Gummischrot hätte gereicht!
- Der arme Bär.
- usw.

Geht’s noch?

Wer hat schon spontan Gummischrot zur Hand. Ich bin eigentlich froh, dass nicht jeder Polizist jederzeit mit Gummischrot ausgerüstet rumläuft.
Ausserdem musste der Polizist sofort reagieren. Und da zählt das Leben eines Menschen halt mehr als das des Bären. Oder fändet ihr es toll, wenn ein Angehöriger von euch stirbt, weil man es zuerst Mal mit einem Warnschuss probiert hat, wegen dem armen Bären. Ich fände das ein unverhältnismässig grosses Opfer.

Da sieht man wieder einmal, dass die Schweiz (und ihre Medien) ein Land von Nörgler und Besserwisser ist. Nie kann man Personen in Ruhe lassen, die mal positiv in den Medien sind. Unsere Medien-Landschaft ist verkommen zu einem Haufen sensationsgeiler und problemsüchtiger Schreiblinge.

In den USA wäre dieser Mann als Held des Alltags propagiert worden und er hätte den Schlüssel zur Stadt erhalten.
Aber das könne wir Schweizer nicht: Helden produzieren und ihnen ihre berühmten „15 minutes of fame“ gönnen.
Dabei brauchen die Leute Alltagshelden. Sonst trauen sie sich nie etwas zu.

Leider folgt die Schweiz hier dem berühmten Schriftsteller Berthold Brecht, der gesagt hat: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat“.

Die Eistellung von Friedrich Nietzsche wäre wohl die bessere: „Wirf den Helden in deiner Seele nicht weg. Halte heilig deine höchste Hoffnung.“

Deshalb von meiner Seit ein dreifaches HIPP HIPP HURRA an den Polizisten. Und an den Bären: Pech gehabt. Menschenleben sind in unsere Kultur halt doch noch wichtiger als Tiere.