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Mittwoch, 28. Dezember 2011

Entscheidung 12 in Zürich Süd – Zwischen Konkordanz und Kehile- Judentum (Teil 1)

Spatzen pfeifen es von den Dächern. Zürich Süd (j.s.) stehen wegweisende Wochen bevor.
Neben dem 3- Jahresjubiläum des Teppichhändlers an der Albisstrasse, wählen die 98% - Erwachsenen ihre neue Generation von organisatorischen und geistigen Fürhungsspielern.
VoSuKo’s wurden gebildet, Wahlkampagnen via D.W. (privat) im Volk verbreitet und die Occupy Bewegung wurde ebenfalls eingespannt und diese protestierte im Zeichen des Davidsterns und forderte günstigere Mieten (sie drohte dabei auch mit Rücktritt).

Die Wahlen werden in durchaus fairem Rahmen durchgeführt. Für die bundesverfassungsrechliche Wahlfreiheit sorgt die JLeague Foundation , insbesondere deren Institut für Coporate Governance.

Um den letzten Zeilen mehr Kraft zu verleihen, ist es der Redakton des CC- Blogs gelungen, den unabhängigen Nordschweizer Politkbeobachter El Tigre zu einer Einschätzung der aktuellen Situation zu befragen, sedolüeg.

Zeiten politischen Umbruchs stehen an. Welche politische Gesinnung wird obsiegen?

Eine schwierige Frage. Ich habe das Gefühl, dass die politische Mitte ihren Siegeszug auch im 2012
auf Gemeindeebene fortführen wird. Denn die politische Rechte scheint sich in diesem Jahr auch rund
um die Wahlen eine Auszeit zu gönnen, während die politische Linke zu viel mit Kaddejschim und Vorhängen beschäftigt ist. Das Risiko, bei langweiligen Kandidaten zu enden, ist damit natürlich latent.
Aber es gibt auch gewisse Dauerbrenner, welchen in dieser Zeit einiges zuzutrauen ist. Ich werfe beide Augen in Richtung SCHÄM-Verwaltungsrat.

Inwiefern spielen die neusten charejdischen Unruhen in Bejt Shemesh eine Rolle?

Eine schwierige Frage. Wie bemerkt ist die politische Rechte im Moment im Winterschlaf. Bzw. sind keine ernst zu nehmenden Kandidaten in Aussicht. Inwiefern die aktuellen Unruhen zu einer erstärkung der Rechten beitragen wird, ist schwierig abzusehen. Es könnte gar auch zu einer Schwächung führen.
So habe ich auch schon beobachtet, wie der Vorhang am Freitagabend schon bedeutend energischer und mit mehr Chejn aufgezogen wurde. Andererseits sollen auch schon Kinder abgerichtet worden sein, den Vorhang während eines Vortrages zuzuziehen.
Inwiefern solche Guerilla-Aktionen Einfluss nehmen können auf das politische Klima, wird sich zeigen.

Die Occupy- Bewegung fordert in einem Pamphlet, die Aufnahme des ersten Bandes der Chassidus Chübelsack Saga, in die Bibliothek. Was sagt die Intelligentia dazu?

Eine schwierige Frage. Soll man warten, bis das Werk komplett ist? Wird es das denn je? Ich würde sagen,
das Buch muss aufgenommen werden. Schon nur aus „war schon immer CC-Fan“-Gründen. Dass sich gewisse Individuen an manchen Inhalten stören werden, wird nicht zu vermeiden sein. Aber welches Buch kennt dieses Problem schon nicht? Ich persönlich habe zum Beispiel grosse moralische und auch ethisch-theologische Probleme mit Büchern wie „Guinnes Buch der Rekorde“, der September-Ausgabe des „Lustigen Taschenbuches“ sowie mit dem „Schlauen Buch“ von T.,T. und T. (Namen der Redaktion bekannt). Oder auch mit der kompletten Shottenstein-Edition von Artscroll (seit ihrem infamosen Auftritt in Hollywoods „Book of Eli“).

Erwarten Sie in den kommenden Wochen in den Freitagabend- Draschot eine Zunahme politsicher Wahlslogans?

Eine schwierige Frage. Aber ein Klassiker. Kirche und Staat mischen? Ich sage, das wird nicht zu verhindern sein. Gewisse Strömungen aus dem Norden werden sich diese Gelegenheit nicht nehmen lassen, die Wahlen historisch-politisch zu analysieren und uns zu erklären,warum er die ganze Idee mit den Wahlen eigentlich erfunden hat. Auch gewisse teutonische Strömungen tendieren dazu, die Zeit der Wahlen als Plattform für angestaute Aggressionen und pädagogischen Kampfreden zu nutzen. Daher mein Tipp: Nicht ärgern, sondern Bambas mitbringen, zurücklehen und geniessen.

Nennen Sie uns bitten den demokratischsten Single Malt, den Sie kennen.

Eine schwierige Frage. Als erster fällt da natürlich der Gelngoyne auf, da er klassischerweise für Völkerverständigung und Annäherung der Kulturen eintritt. Vor einigen Jahrzehnten hätte ich auch noch die 3. Edition vom Ben Riach genommen. Aber der hat sich inzwischen selbst aus dem Spiel genommen. Und in Basel hätte ich hier natürlich den Glendornach aufgeführt. Schliesslich lebt die Region aus Isle of Dornach seit Jahren eine vorbildliche Demokratie vor. Doch ich muss mich ja für einen entscheiden. Daher greife ich auf den etwas unbekannten „Glen Deveron“ zurück. Erinnert mich an jemanden, der nicht nur schön ist, sondern auch krass.

Wie findet ein Vorstandswahl unter Heringen statt?

Eine schwierige Frage. Ich denke die Frage müsste aber eher so lauten „Wie findet eine Vorstandswahl unter Scott McWayningen statt“. Denn die Ruhe rund um diese Wahlen und das vollständige Fehlen von Kandidatur-Kolportationen deuten schon sehr darauf hin, dass alles mehr oder weniger geregelt ist. Ich denke, sowohl alle neuen Vorstandsmitglieder wie auch der neue Präsident sind bereits gefunden. Ob es an der GV zu spontanen Kandidaturen kommt (kennt man ja von der Weida), bleibt sowohl offen wie auch schwer zu hoffen. Vor allem des Spektakels wegen.

Wo könnte sich die JLeague Foundation für Recht und Verfassung ihr know how in diesem wichtigen Moment einbringen?

Eine schwierige Frage. Aber eine ebenso wichtige. Ich denke, dass die JLeague Foundation für Recht und Verfassung – oder einfach kurz die Foundation – hier eine grosse Chance hat, sich entscheidend zu positionieren und natürlich auch zu profilieren. Als Hüter über Sprache, Zucht und Ordnung sehe ich es gar als Pflicht an. Eigentlich müssten sich die Verantwortlichen Fragen, ob es nicht bereits an der Zeit wäre, Grössen wie Chürban B. aus C., Gwürzbi B. aus Z. oder auch Max Scott ins Rennen zu schicken.
Die Foundation hat zudem noch ein Ass im Ärmel: Klonimos Isroel Troll Tuchfühler. Wenn die Foundation auf ihn setzt, kann es eigentlich nichts schief gehen. Denn er kann fast alles. Ausser fliegen; davor hat er Angst. Sollte die Foundation aber auf eine Kandidatur verzichten, empfehle ich allen Lesern zumindest die Liste der JLFfRuV (Listen-Nr. 613) einzulegen und so für Stabilität und Kontinuität im Süden Zürichs zu sorgen.

Wir danken dem Politikexperten herzlich für diese kurze aber tiefgründige Einschätzung.
Weitere Updates zum bevorstehenden brisanten Wahlmonat folgen in unregelmässigen Abständen im Blog eures Vertrauens.

Für den Service Public

Tripolensis & Grasl

Montag, 22. August 2011

Bonjour le gratüloor

Alle, die im Sommer in Israel waren, können es bestätigen; Ivrit ist ein für alle mal überbewertet. Wer kein französisch kann, muss es erst gar nicht versuchen.

Auch die lokalen Behörden, Geschäfte und weiss der Teufel was sonst noch, haben sich inzwischen angepasst. So ruft der Bademeister am Strand neu auch "Missje, Missje. Sortee de l'o! Silt wu ple!"

Welche sprachlichen und amüsanten Konsquenzen das für den neutralen Touristen hat, soll mit diesen Bildern verdeutlicht werden:

Beginnen wir mit einem harmlosen

Was genau sind peaple sind das "people", die am "sea" wohnen? Oder einfach Erbsenmenschen?



Ich ich ich. Alle anderen sind eh doof.

Man müsste meinen, dass es sich lohnen würde, auf Namesbändchen die Namen so zu schreiben, wie sie in praktisch allen Teilen der Welt geschrieben werden. Weit gefehlt! Etweder franzesch oder nichts! Punkt!



Hauptsache vielsprachig! Alles andere isch doch egal.

Ginge es nach diesem Etablissement, hiesse "Grill" auf Ivrit "Shipudim" und auf franzesch einfach "Chez". Konsquenterweise passe ich mich an: "Hey Chef, kannst Du mir noch eine Wurst auf den Chez legen?" Oder "Gehen wir heute chezen?"
(Man bemerke ausserdem, dass der Gastgeber hier offenbar auf englisch und franzesch Charly heisst; auf Ivrit ist es allerdings Shirli...)



Und das ist das Menü von Charly/Shirli:

Ich verzichte auf die Markierung aller Fehler und lasse es als kleine Denksportaufgabe offen. Wieviele Fehler findet Ihr? (Achtung: Es hat sowohl im franzeschen wie auch im englischen Teil diverse Fehler.) Es hat insgesamt mindestens 8 Fehler.

(Sorry: Einen Fehler muss ich doch herausheben. Was in aller Welt ist "Toore" und wie wurde daraus (im englischen Teil!) Chakchouka Mergez?!"


Alles in allem ist das (h)eilige Land ganz klar ein Fall für unseren geliebten Hüter der Sprache.

Bisous und bis bald

Donnerstag, 23. Juni 2011

Calciopoli in Israel angekommen

Hapoel Petach Tikva ist in einen handfesten Skandal involviert. Dabei sollen zwei Exponenten des "Ligat Ha'Al"-Vereins Schiedsrichter bestochen haben. Die beschuldigten Tomer Sinai und Gal Hatzor wurden verhaftet und befinden sich in Untersuchungshaft. Zudem verlangt die israelische Liga in anderer Sache einen Nachweis, dass es sich bei den beiden um die rechtmässigen Eigentümer des Vereins handelt, was der Verein bis anhin nicht belegen konnten.
Im schlechtesten Fall könnte der Verein zwangsrelegiert werden.

In anderer Sache kann noch vermoldet werden, dass Lior Rafaelov (25) für € 2.5 Mio. von Maccabi Haifa zu Club Brugge wechselt. Mittelfeldakteur Rafaelov gewann heuer mit seinem alten Team die israelische Meisterschaft und erzielte dabei satte 11 Tore. Brugge ist diese Saison belgischer Meister geworden und einer von fünf möglichen Gegnern des FCZ in der 3. Runde der Champions League-Qualifikation.

Dienstag, 5. April 2011

Marokko - Zwischen Antike und Moderne, zwischen 11. September und Feinstaub

In Anbetracht der politischen Veränderungen in Nordafrika und dem Nahen Osten, hat sich unser Afrika- Korrespondent G. Tripolensis, via Lampedusa auf den Weg nach Marokko gemacht. Sehr glücklich sind wir, dass er den Weg zurück auch wieder gefunden hat und wohlauf im Lande ist.

Gezeichnet von den Erlebnissen und Eindrücken dieser Reise - Tripolensis hat mich für einen Moment an Max Göldi erinnert- hat er sich für dieses Interview zur Verfügung gestellt.
Dieses wurde, Dank der Kooperation des Chübelsack- Blogs mit der JLeague Foundation für Recht und Verfassung, ermöglicht.


Schildern Sie uns bitte die aktuelle politische Ausgangslage im Nordafrikanischen.

Politisch unterscheidet sich die Lage in Marokko entscheidend von den anderen Ländern, in welchen derzeit Unruhen und Aufruhr stattfinden. Marokko ist eine Monarchie und die Bevölkerung hat eine grosse Ehre vor ihrem König. Dies ist sowohl auf dem Land wie in den Städten spürbar. Viele Lokale bezeugten, dass der König Mohamed VI. sowie sein verehrter Vater Hassan II. sich für das Land aufopferten und so viel für die Bevölkerung tue. Dennoch führt er in verschiedenen Städten Höfe und grosse Paläste, die er für einen Teil des Jahres neben seiner gewohnten Residenz in Rabat bewohnt. In vielen Kaffees und Restaurants, in welchen ein Angehöriger der Königsfamilie gespiesen hat, hängt ein Foto von ihm mit dem stolzen Inhaber. Man muss auch sagen, dass die Städte eine eindrückliche Zahl von sehr imposanten öffentlichen Gebäuden und Moscheen hat, welche ohne den königlichen Support nie derart üppig ausgefallen wären.
Die Könige waren im Übrigen immer grosse Unterstützen der religiösen Minderheiten Marokkos, so auch der Juden.

Wie lebt es sich dort als 825er?

Das Leben der Juden ist eine sehr eigenartige Geschichte. Wie in allen nordafrikanischen Ländern litten die ansässigen Juden während der Kriege in Israel an den ihnen gegenüber manifestierten Repressalien und Anfeindungen. 2003 explodierte (neben staatlichen Gebäuden und ausländischen Cafés) vor zwei jüdischen Einrichtungen Bomben. Die Attentate wurden von der Al Kaida verübt. Da sich diese zu allen israelischen Kriegen wiederholten, entschied sich die breite Mehrheit der judäischen Volksfront zur Auswanderung. Kanada, Frankreich und Israel erfuhren so eine grosse Einwanderungen und zählen heute eine sehr breite marokkanisch-jüdische Bevölkerung. Casablanca zählt heute noch vielleicht 4'000 Juden. Vor 1950 waren es deutlich über 200'000. In anderen Städten sind leider nur noch sehr imposante jüdische Friedhofe und in Orten wie Fes, Essaouira und Marrakesch auch eine Synagoge zu finden. Fes beispielsweise wird heute noch von 80 Juden bewohnt, die es jeden Shabbat schaffen, zwei Minjanim zu stellen. Leider sind diese Juden aber zumeist 50 Jahre alt und darüber. Die jüngere Generation bzw. deren Kinder sind alle in die oben genannten Länder ausgereist und kommen für die Feiertage zurück, wenn's hoch kommt. Viele marokkanische Juden kommen regelmässig für Hilloulas oder die Verehrung von Gräbern vergangener Koryphäen zurück oder verbringen die Feiertage in idyllischen Orten wie Marrakesch.
Viele Städte haben in ihrem historischen Kern einen Mellah, vom hebräischen Wort für Salz abgeleitet, da viele Juden Händler waren und auf dem Markt ihre Ware anpriesen. In diesen Mellahs ist leider wenig bis nichts Jüdisches mehr zu finden.

Wurde das Rad und die Glühbirne dort bereits erfindet?

Eines der eindrücklichsten Dinge in Marokko ist die Gegensätzlichkeit zwischen imposanten Gebäuden, Palästen und Moscheen einerseits und der Armut andererseits. Vielerorts wird gebettelt, in den Strassen führen Behinderte einen Lautsprecher mit religiösem Inhalt spazieren oder starren an Ecken ins Leere - mit ausgestreckter Hand. Lokale erzählten uns zudem, dass viele ihre Besitztümer auf dem Land und die tägliche Arbeit aufgegeben hätten, um in der Stadt zu leben. Auch wenn dies bedeute, dass sie für ihren Lebensunterhalt betteln müssten.
Die Städte sind eigentlich in einem mediterranen Sinn sehr modern. Die BMW's und VW's fahren auch hier auf runden Rädern und es gibt ein breites Bewusstsein für die Besucher des Landes, sprich überall wird kopierte Ware feilgeboten bzw. Ware, welche mal von einem Lastwagen gefallen sein muss. Auf dem Land gibt es Platz für das klischierte Bild Marokkos. Esel, Schubkarren, Schafe überqueren die Strassen, Strassen in schlechten bis keinem Zustand (inzwischen aber fast immer geteert). Auch Glühbirnen konnte ich entdecken, jedoch leider keine farbigen und keine hängenden. Schade, eigentlich.

Arbeiten die Leute dort etwas mit Computer oder in Real Estate?

Erstaunlicherweise leider nicht. Laydder. Viele gehen noch sehr bodenständigen und konkreten Tätigkeiten nach, sprich sie sind Händler, Importeure oder lassen Waren in Marokko verarbeiten, weil die Arbeitskraft hier günstiger ist. Oder sie verkaufen Schmattes.

Sehen sie Zusammenhänge zwischen der politischen Ausgangslage, dem 11. September, der Klimaerwärmung und dem Feinstaub?

Hierfür müsste man eigentlich fast ein akademisches Auslandjahr mit einem Stipendium vom Albert Stahel-Institut absolvieren. Dies sind Zusammenhänge, welche sich von blossem Auge und in knapp einer Woche nicht so deutlich herauskristallisieren lassen. Das Klima war jedenfalls warm genug (teils bis 36° C), sodass man sich kaum noch vorstellen, dass im Sommer an solchen Orten wirklich bis zu 54°C herrschen oder eine Person das Bedürfnis verspüren sollte, in die Sahara zu fahren. Eines etwas kühleren Abends aber haben wir einen Minivan voller Ötzis in einem Restaurant getroffen, die eben von einer Kameltour in der Sahara zurückkehrte. Sie sahen aus, als hätte der Sand alle Körperöffnungen verschlossen, sodass sie nicht das Bedürfnis einer gepflegten Unterhaltung manifestierten. Viele hatten noch ihre türkisen Turban und die Kamel-Fasching-Verkleidung an, was in Kombination mit osteuropäischen Attributen wie Almbart, Stockerlgesicht, Maurer-Werbeshirt und Vorarlberg-Villiger-Zwirbelschnauz ziemlich kauzig aussah. Wie auch immer. Mich fragt ja auch niemand, ob meine Nase in einem globalen Kontext vertretbar ist, von da her soll doch jeder tun, was er für das Gesündeste hält.

Hat es während der Reise Rücktritte gegeben?

Ich habe aufmerksam gelauscht, konnte aber nichts feststellen. Ich habe mal im Bus von 15 bis 17 Uhr das Handbuch über Vor- und Rücktritte gelesen, das hat aber keine Sau interessiert. Also easy.

Besten Dank für die aufschlussreichen Erläuterungen.

Freitag, 18. März 2011

Der erste israelische Single Malt ward erfunden

Zugegeben. Erstens trinkt nicht jeder gerne Whisky. Zweitens nicht gerne in gesunden Mengen. Und wenn jemand sich dann dazu bekennt, dann gibt es mannigfaltig Restriktionen bezüglich Vorlieben und Qualitätsbeschränkungen. Sogar unter den Single Malts sind lange nicht alle geniessbar. Vor allem diejenigen, welche ausserhalb Schottlands abgefüllt bzw. fabriziert werden, stossen oftmals auf rümpfende Nasen. Nicht jeder trinkt Yamakazi, ich persönlich finde den Säntis oder den Swissky sehr selten und erst geniessbar, wenn es auf den Geschmack nicht mehr gross ankommt. Das Post-Octomore-Syndrom halt...

Nun aber bzw. seit einigen Monaten dringt jedoch ein völlig neues Produkt auf den Markt, welches unser aller israelischer Fine Food-Geniesser Herzen höher schlagen lässt: Die Israeli Whisky Society hat Arran-Fässer importiert und an verschiedenen Orten Israels lagern lassen. Die ersten zwei bis drei Abfüllungen sind bereits ausverkauft und schon werden erste Notfallrationierungen auf dem Schwarzmarkt versteigert. Neben dem kulinarischen Wert kommt natürlich auch ein emotionaler hinzu. Wer möchte denn nicht an seinem Whisky- / Kiddushclub eine Flasche israelischen Single Malt präsentieren? Für alles weitere verweisen wir auf den offiziellen Text. Sedö lüeg:
At the end of 2008 the Israeli Whisky Society (IWS) bottled the first ever whisky cask to land in Israel. This is part of a unique and complex project pursued by IWS for a long time.
The aim of this project is to age quality whisky in Israel. To this end, we initially dispatched a few casks of young malt whisky to Israel. We then placed them in a number of prime sites to enable the whisky to breathe the holy air in various places in the country. All sites were hand picked, and all provide the whisky
suitable climatic conditions and local charm.
On December 22, 2008, IWS bottled 236 bottles that were filled from the first cask that landed in Israel. This cask was placed between the cool stone walls of the Scots hotel wine cellar in Tiberias, on the Sea of Galilee. This is a malt that was distilled in the Arran Distillery on the Isle of Arran in western Scotland and matured here in the Holy Land. This unique malt was bottled directly from the cask and was not diluted, coloured nor chill filtered. The product proves that the air and environment of the Holy Land gives the whisky a character and uniqueness that cannot be found anywhere else in the world.
The next cask that is scheduled for bottling is located in the wine cellar of the American Colony Hotel in Jerusalem. This is an exceptional site, which according to initial samples taken from the cask, grants the whisky a unique character.
Natürlich konnte ein solches Produkt nicht auf den Markt kommen, ohne bereits erste Chumres auf den Plan zu rufen. Deshalb sei auf eine Chametz-Besitzeswarnung des "Jerusalem Kosher News"-Blogs hingewiesen, welche letztes Jahr bereits erlassen wurde. Wohlbemerkt, es geht darum, dass es um Chametz geht, welcher im eigenen Eigentum bleibt und deshalb für den Genuss während des ganzen Jahres verboten bleibt:
Jerusalem Kosher News has learned that the “The Israeli Whiskey Society” single cask whiskey that is about to go on sale (“Jerusalem Cask”) or is already on sale (“Scots Hotel” Single Cask) is most probably chametz that remained in the possession of a Jew over Passover and therefore, may be forbidden forever.

There are those seeking to assist the local whiskey aficionado in clarifying this matter after learning that it remained in the possession of its Jewish owners over the holiday this past Pesach, as well as previous ones while it was aging. But, the JKN has learned that they have been unsuccessful, thus far, in their efforts to determine if there is a way to have the whiskey permitted b’dieved (post-facto). It should be noted that the chairman of the Israeli Whiskey Society has been honest, forthright, and fully cooperative in these efforts.

(...) To the best of my knowledge, all the locally-aged whiskey currently being bottled and sold by the IWS in Israel most probably falls under the category of chametz that remained in the possession of Jews on Passover and therefore it remains prohibited forever.

No further comment, Your Honor.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Impressionen aus dem Heiligen Land

Lo rozim - lo zarich (Wenn Ihr nicht wollt, dann halt eben nicht)
mit Konterfei von Theodor Herzl

Man hat die Feiertage für einmal im Lande Kanaan verbracht, diesem schmucken und seit 613 Jahren hippen Stück Land zwischen Europa und Afrika, Wahnsinn und Heiligkeit, Sodom und Gomorrah und schliesslich eingeklemmt zwischen zwei wunderbaren Burgerbrot-Hälften. Dazu aber mehr später.
Dass die gewöhnlich Sterblichen am Nabel der Welt sich nach über 60 Jahren der Unabhängigkeit immer noch mit dem Traum des Überlebens, einer politischen Einigung und dem Traum einer "relativen" Normalität auseinandersetzen (siehe Bild oben), ist wohl verständlich. Inzwischen wächst Israel und dessen Zentrum entlang dem dünnen Küstenstreifen am Mittelmeer und platzt aus allen Nähten. Neugegründete Familien und frisch verheiratete suchen verzweifelt nach dem physischen Basecamp ihrer neuen Einheit. Die Preise von Mietwohnungen haben jedoch bei der stetig steigenden Anzahl von ausländischen Zweitwohnungsinhabern und -suchenden bereits europäisches Niveau erreicht, während die Löhne immer noch ca. bei 30-50% der Einkünfte in der Schweiz liegen. Die Alternativen sind also entweder ein verrottetes Loch in einem schlechten Quartier der Stadt, entlang einer Autobahn-ähnlichen 6-spurigen Strasse oder alternativ die Flucht aufs "Land". Das wären Retortendörfer und -siedlungen, welche ziemlich schmuck aussehen, in Dörfern, von welchen man heute keine Ahnung hat, wie sie übermorgen aussehen (durative Wachstumsquoten von mehreren hundert Prozent) und der zusätzlichen Schwierigkeit, dass Bauwesen in Israel so etwas von unreguliert und anachronistisch ist, dass es am ehesten umschrieben werden kann mit "Jeder-macht-was-er-will", Hauptsache, er kriegt auf irgendeine Weise eine Bewilligung für sein Bauvorhaben. Sitzt man wieder in Tel Aviv in einem der turmhohen Hotelgebäude am Meer und schaut auf die Stadt rein, ergibt sich ein Bild des Grauens: Überall, wo aufgrund von Meerexponierung, natürlicher Erosion, Feuchtigkeit und womöglich auch suboptimaler Bausubstanz ein Gebäude abgerissen wird, wird an dessen Stelle ein Klotz mit mindestens 15 Stöcken aufgestellt. Entweder hat dieses die Ästhetik der Plattenbauten in der DDR (moderne Version, also wohl eher wie am Max Bill-Platz in Oerlikon) mit Pro forma-Balkonen und viel massivem Gebälk. Oder man entschliesst sich, etwas Postmodernes hinzustellen und verdeckt das ganze mit geraden oder abgerundeten, spiegelnden und höchst unpersönlichen Fensterfassaden: insgesamt direkte Nachfahren der Asrieli-Türme. Wohlverstanden ist nichts gegen eine Skyline einzuwenden, sofern sie geografisch eingegrenzt und städteplanerisch durchdacht ist, was im postmodernen, anachronistischen Tel Aviv sicherlich nicht der Fall ist. Kurzum: Tel Aviv sieht aus wie work in progress: Es rumort an allen Ecken, überall wird gebaut, was es auch nun hinhält. Umweltschutz ist ein Fremdwort (auch wenn man langsam lernt, wie man es wenigstens schreibt) und die Stadt an sich ist mit Hundekot übersät. Was an sich ziemlich erstaunlich ist. Man sieht kaum Hunde, ausser diesen Arsim-Bulldogg-Beissmaschinen und dennoch schafft es kein Trottoir ohne diesen Kotschmieren, die mit der feuchten Hitze auch noch verschmiert werden und stinken wie kaum ein Kläffer dies tut (ja, in Zürich kann man im Winter mit Hundekot Dart spielen, sofern man dann mal einen findet). Auf dem Land hingegen baut man schmucke Häuschen mit 1-2 Stöcken, zumeist als Eigentum ausgestattet. Sie sehen alle von aussen aus, als seien sie aus Stein gebaut,. Wenn man den Grundriss aber betrachtet, besteht oftmals die Grundstruktur aus Holz und darüber klebt dann eine Platte, welche das ganze als Steinbau aussehen lässt (nach dem Vorbild der IKEA-Holzoberflächen, die eigentlich aus überklebtem Kunststoff bestehen). Man wohnt so ein bisschen weiter weg vom Zentrum, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln so gut wie gar nicht mehr erreichbar, sitzt am Morgen regelmässig halbe Ewigkeiten im Stau, aber immerhin, man kann sich etwas erträglicheres Wohnen leisten.

Aber Tel Aviv ist auf seine Art auch ein verrückt geiles Pflaster. Das Wort Flanieren entstammt nach CC-Nachforschungen eigentlich aus dem Hebräischen. Die Wurzeln sind zwar nicht ganz klar, aber wer mal auf der Tayelet, Shuk haCarmel, Shuk Bezalel, dem Shuk haPishpushim in Yaffo, auf Sheynkin, der Ben-Yehuda oder Diesengoff (nicht abschliessende Aufzählung) unterwegs war, kann dies bezeugen. Unter anderem fällt man innerhalb von Gruppen immer wieder zurück, weil man gar nicht genug kriegt von diesen wahnwitzigen Konversationen, Diskussionen und unnachahmlichen Verkaufsgesprächen. Ein Genuss sondergleichen. Ebenfalls ein Besuch wert ist inzwischen die Hafengegend im Norden mit einer Höllenaussicht auf die nächtliche Meeresgischt.

Um den hiesigen Schabbestischen die Konversationsthematik Nr. 1 nicht zu nehmen, wollen wir an dieser Stelle auch auf die kulinarischen Entwicklungen im Land von Milch und Honig Rücksicht nehmen. Im Gegensatz zum untenstehenden Autor habe ich mich in 10 Tagen Aufenthalt mit lediglich zwei Löffeln Cottage und einem Milkshake zufriedengegeben, sonst nur Fleisch. Ging los mit dem legendären Shwarma vom "Shemesh" auf Jabotinsky in Ramat Gan, geht über das g-a-n-z-e Menü der Burgers Bar (Lammburger oder die scharfe 300g-Keule), dem Jem's in Ramat Gan (Rib-Eye Entrecote!) sowie dem obligaten Besuch am Freitag um 12:00 in Fertigwaren-Verkaufslokalen von Bnei Brak:
"Ist das dieser unförmig grosse Topf da hinten Tschulent?"
"Ja, aber der ist noch nicht bereit." Und schon hatte ich wieder dieses glückselige Lächeln im Gesicht, sodass ich mich mit einer einfachen Portion gesüsster gehackter Leber zufrieden gab. Ah ja, eine Ankündigung des Weltuntergangs und atomaren Supergaus habe ich auch noch entdeckt. Klickt auf das Bild und vergrössert es, die Lektüre jeder einzelnen Zeile lohnt sich!
Im Gegensatz zu den vermittelten Befürchtungen vor Abflug steht es um die Strände kein bisschen im Argen: Wie überall liegen auch in Tel Aviv am Strand kleinere Plastikpartikel rum, jedoch sind die Strände von immer wieder erneuert festgestellter Stärke (Helme bitte anziehen, akute Matkot-(Beach Tennis) Abschussgefahr!). Natürlich git es besseres und schlechteres, flachere und langweiligere Abschnitte, insbesondere da, wo Wellenbrecher stehen. Es finden sich aber ein paar durchaus auch als spektacoolär zu bezeichnende Strände, deren Namen aus Persönlichkeitsrechten (nämlich meine eigenen, wenn ich das nächste Mal wieder da auftauche, will ich nämlich wieder meinen Frieden) und im Rahmen des Strandschutzprogramms unerwähnt und verborgen bleiben sollen. Sucht Euch Euren Frieden selbst.

Ein anderes Highlight ist neben den immer noch sensationellen Rogalach von Marzipan (bitte zuerst 2 Tage stehen lassen, bis der Zucker am Rand ankrustet, Wahnsinn!) sodann der Besuch der Weinkeller (beispielsweise) von Tishbi und Binyamina um Zichron Yaakov herum, welche absolut nachzuahmen sind. Abgesehen von den professionell durchgeführten Tastings hervorragender Weine hat Tishbi beispielsweise eine sensationelle Käseplatte, welche dringend zu kosten ist. Weniger als Highlight geblieben ist der Easy Mc Royal am Sonntag Morgen am Flughafen verblieben. Nach 10 Tagen erlauchter Verköstigung und Leibspeisen jeglicher Färbung war die Verlockung auf einen letzten Burger auf geheiligtem Boden zu gross. Kein Geschmack, lauwarm, gummig, fürchterlich. Wenn's nicht zu schade drum gewesen wäre, wäre er wenig weiter als dokumentiert liegengeblieben, brachte es aber nicht über's Herz.
Fazit: Easyjet ist der neue Messias und sobald die Linie steht, finden verlängerte Wochenenden vermehrt in Rulien statt.

Was macht Milch koscher (und günstig)?

(Lieber Herr Koscher aus Zürich. Bitte lesen sie das und lernen Sie daraus, dass Kashrut und geschäftliche Effizienz sehr gut zusammen passen können.)

Bei einem Besuch in einem Kibbutz im Norden Israels habe ich diesen Sukkot beeindruckende Einblicke in den Melkprozess einer der grössten Lieferanten von Tnuva erhalten. Dabei ging es einerseits darum, die Milch so effizient wie möglich zu melken. Gleichzeitig sollte jede der rund 750-1‘000 Kühe individuell überwacht werden. Und obendrein soll die Milch auch noch Mehadrin sein und von hoher Qualität. Folgende Massnahmen ermöglichen all diese Ziele:

Melkstation (das Bild ist nur ein Symbolbild):
Die Melkstation präsentiert sich zunächst so, wie man es aus grösseren Melkbetreiben kennt. Eine grosse ringförmige Plattform, welche sich konstant dreht. Der Stall daneben wird mit je einem Eingangs- und Ausgangs-korridor mit der Plattform verbunden. Somit besteigt die Kuh die Plattform (selbstständig!) und fährt während einer Umdrehung mit und wird gemolken. Sobald sie wieder (fast) am Ausgangspunkt ist, steigt sie von der Plattform und geht über den Ausgangskorridor in den Stall zurück.
Einziger regelmässiger Eingriff durch den Mensch bleibt das platzieren der Melkbecher (das heisst wirklich so). Dies wird in gewissen Betrieben automatisch gemacht, was aber oft zu Problemen zu führen scheint.

Chip am Fuss jeder Kuh:
Jede Kuh trägt an einer Vorderhufe ein kleines Kästchen. Beim betreten der Plattform wird dieses von einem Sensor gelesen. Die Maschine weiss somit genau, wie viel Milch diese Kuh heute geben kann/muss. Dies aus zwei Gründen: 1) Ist diese Menge erreicht, lösen sich die Melkbecher von selbst von den Zitzen. 2) Gibt die Kuh weniger Milch als vorgesehen, wird ein Stallarbeiter vom System informiert. Die Kuh wird nach dem Melken medizinisch untersucht.

Ausserdem dient das Kästchen als Schrittzähler. Macht eine Kuh während des Tages zu wenig Schritte, wird sie medizinisch untersucht. Macht sie zu viele Schritte, ist sie möglicherweise auf der Suche nach einem Stier. Ist dies der Fall, wird sie künstlich besamt.
(Übrigens: Bei rund 800 Kühen kommen täglich etwa 6-8 Kälber auf die Welt. An Spitzentagen sogar bis zu 18!)

Milch-Sensor:
Bevor die frisch gemolkene Milk in den Sammeltank fliest, muss sie zuerst an einem Sensor (die blauen Kästchen auf dem Bild oben) vorbei fliessen. Dieser misst gewisse Nährwerte und kontrolliert die Milch auf Blutspuren. Stimmen die Werte nicht oder befindet sich Blut in der Milch, wird die Milch sofort abgesondert und gerät nicht in den Sammeltank (wo sie die restliche Milch unbrauchbar machen würde).

Kameras:
Überall dort, wo Menschen am Ablauf beteiligt sind, sind Video-Kameras platziert. Das Signal geht direkt zum zusatändigen Rabbiant, welches sicherstellt, dass am Shabbat und Jom Tov keine jüdischen Arbeiter, tätig sind. Die Arbeit wird dann meist von arabischen oder thailändischen Arbeiter übernommen.

Resultat:
Der Kibbutz produziert täglich knapp 25‘000 Liter Milch, welche von hoher Qualität ist und ausserdem Kosher LeMehadrin ist. Für Mehadrin Milch bezahlt Tnuva dem Kibbutz knapp einen Shekel mehr als für nicht Mehadrin Milch (sprich fast 25‘000 Shekel mehr am Tag!).

Solltet Ihr je die Möglichkeit haben, einen solchen Betrieb zu besichtigen, kann ich es nur wärmstens empfehlen.

Freitag, 9. Juli 2010

Hinschied von Rav Yehuda Amital sZl




In der Nacht auf Freitag ist mit dem Hesder (Kombination von Thora-Studium und Armeeschulung)-Pionier Rav Yehuda Amital sZl eine grosse Figur der modernen jüdischen Orthodoxie und vor allem auch ein grossartiger Mensch hingeschieden. Nach einer langen Krankheit verstarb er an seinem Wohnort in Jerusalem. Rav Amital war ehemaliger und langjähriger Rosch Yeschiva der Hesder Yeschiva von Har Etzion in Alon Shvut (Gusch Etzion) im Südosten von Jerusalem und 1995 Knesset-Abgeordneter von Meimad.
Für einen ausführlicheren Lebenslauf wird auf den Jediot Achronot-Bericht (iwrit), nochmals auf Jediot Achronot (Ish haEmet), Haaretz (A rare breed, this "simple jew" und den Jerusalem Post-Artikel von heute Morgen verwiesen (Nachrufe von israelischen Würdenträgern in der JPost hier, Rav Chajim Druckman in Yediot Achronot).
Wir hoffen, die Familie Amital findet unter den Trauernden von Zion und Jerusalem Trost.

EDIT: Am Freitag Nachmittag nahmen Tausende Schüler und andere Trauernde in Jerusalem an der Beerdigung teil. Rav Aharon Lichtenstein, die andere grosse Figur, welche die Yeshivat Har Etzion während den letzten Jahrzehnten geprägt hat erklärte unter Tränen, Rav Amital habe sein Leben der Heiligung des Namen Gottes gewidmet, nachdem er selbst Opfer dessen Desakration durch die Schoa geworden war (Yediot Achronot-Bericht).

Online-Hesped von Rav Moshe Taragin

Gush-Twitter mit mehr Material

Erinnerungen eines ehemaligen Schülers (Alex Israel auf Thinking Israel)

Begegnungen mit Rav Amitals durch einen Schüler (Michael Eisenberg)

Yeshivat Har Etzion hat eine Sammlung von Materialien der Shiur-Serie von Rav Amital über jüdische Werte online gestellt. Auf der Edah.org-Homepage findet sich sodann auch folgender Artikel über Rav Amital's Werteordnung, welcher noch zu seinen Lebzeiten publiziert worden war.
Tausende säumen die Strasse vor dem Friedhof in Jerusalem

Mittwoch, 7. Juli 2010

Zahal goes viral

Entweder hat Israel beschlossen, die Hasbara nun endlich ins 21. Jahrhundert zu bringen oder man hat eingesehen, dass die schiere Datenflut nunmehr nicht mehr zu kontrollieren ist. Heute ist jedes Handy eine Kamera, kann in einer vermeintlichen Cola-Dosa ein Filmsender versteckt sein, wieso also in gewissem Rahmen nicht den Gürtel etwas lockerer tragen. Das müssen sich zumindest auch die Autoren des unten zusammengeschnipselten Videos der israelischen Armee gedacht haben. Man sitzt stundenlang rum, nichts passiert, wieso also nicht etwas Spass in den Alltag bringen. Sedö lüeg also, yesh li Bikini, Chutini...!

Dienstag, 6. Juli 2010

"Es gab viele deutsche Fahnen in Israel"


Im Sinne des letzten Postings könnte auch die Frage stattgegeben werden, für wen eigentlich die israelischen Fussballfans die Daumen drücken. Am Dreikontinenteneck könnte man meinen, afrikanische Mannschaften würden den Vorzug erhalten (u.a. wegen verschiedenen afrikanischen Spielern in der israelischen Liga), von welchen es aber ausser Ghana alle frühzeitig aus dem Geschehen geschleudert hat. Die US-Boys wären wohl ein Kandidat, insbesondere aufgrund der Vielzahl amerikanischer Zuwanderer. Letztere haben sich aber inzwischen ihre eigene Football-Liga organisiert und frönen lieber dem eierförmigen Flugobjekt aus Leder und Tacklings auf Schulterhöhe und viel technischem Verschleissmaterial. Der Iran entfällt auch, nachdem die Qualifikation schon scheiterte (und nur deshalb), über nordkoreanische Freundschaften weiss man leider zu wenig. Andere Mitglieder der Achse des Bösen sind ebenso nicht zu erheben.
Die Bild-Zeitung hat inzwischen ihre eigenen Erkenntnisse gezogen und publiziert, wonach eine Vielzahl von Israelis die Mannschaft der deutschen Tugenden ins Herz geschlossen wurde:
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich: "Es ist eine wunderbare Fan-Freundschaft, 65 Jahre nach dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ..." (ganzer Artikel)
Hierzu der im Artikel zitierte Experte für deutsch-israelische Beziehungen Emanuel Cohn (welcher in den Erinnerungen der CC-Redaktion schon zu seinen schweizerischen Zeiten wichtige Fusstapfen im lokalen Fussballgeschehen hinterlassen hat. Unvergessen bleibt sein unermüdlicher Einsatz an den Grümpel- und Bne Akiwa-Fussballturnieren, welche er mitunter mit zerbrochenen Brillen entgelten musste):
„Die jungen Israelis sind sich bewusst, dass Deutschland heute einer der besten und engsten Freunde und Partner Israels ist, politisch, kulturell und ökonomisch. Außerdem spielen im deutschen Team Kinder aus Migranten-Familien. Diese kunterbunte Mannschaft steht für ein anderes, ein junges und offenes Deutschland, sie hat eine andere Leichtigkeit, als wenn alle nur Schmidt und Schulz hießen. Und sie spielt den schönsten Fußball.“

Dancing with the IDF und der israelische WM-Song

Das Risiko besteht latent, dass das Hani-scho-gseeeh-Gefühl schnell einschlagen wird, aber wenn sich schon einmal eine Gelegenheit für Zahal (i.e. IDF) für unfrewillige Propaganda ergibt, muss diese doch gehörig genutzt und viral verbreitet werden. Es handelt sich um eine Patrouille in Hebron, welche nun natürlich auch noch disziplinarische Sanktionen befürchten muss. In der Hoffnung, diese mögen nicht allzu drakonisch ausfallen; bei Schulstreichen erinnerte man sich danach jedoch unweigerlich auch an diese Folgen. Sedö lüeg:

Und weil's so schön ist, danken wir dem Ronaldo im gleichen Atemzug für den Hinweis auf den israelischen WM-Song. Hat ein paar Hiebe, welche deutlich unter der Gürtellinie landen und nicht angebracht sind, insbesondere gegenüber Schland (macht sie aber auch so nicht sympathischer) und Schina (dito), der Rest ist aber gute Unterhaltung auf sehr tiefem Niveau. Sedö lüeg:

Dienstag, 22. Juni 2010

"Kinder, es ist Zeit fürs Martyrium!"

Der arabische Kinderchor "Die Vögel des Garten Eden", gegründet im 1994, hat neulich ein Video ausgestrahlt, in welchem die Kinder (von Kindern) aufgefordert werden, als Märtyrer und Selbstmörder dem Widerstand beizuwohnen. Teilweise erschreckende Bilder und Nachstellungen. U.a. tritt auch ein erwachsener Sänger auf, welcher die Kinder daran erinnert, ihre religiösen Pflichten wahrzunehmen.
Angeblich geniesst dieser Chor über eine breite Zuschauerschaft und basiert auf einer privaten Initiative.

Montag, 7. Juni 2010

Die Politik im Nahen Osten

Love Boat

Dienstag, 1. Juni 2010

Neulich auf der Friedensfahrt nach Gaza

Wie man sicherlich mitbekomment hat wurden die "Friedens"schiffe der Free Gaza (von was eigentlich, der Hamas?) gestern Nacht von der IDF angegriffen. Offenbar war es aber nicht ganz so , wie dies in so ziemlich allen Medien dargestellt wird.




Update von 08:26, hier noch ein weiteres Video der Friedensaktivisten:







Aber das darf man für ein gepflegtes Israel Bashing ruhig auch mal verschweigen.

Donnerstag, 18. März 2010

L.O.G.G. hat Alija gemacht

Ikea? Sind schon in Netanya angekommen. Die haben Gerüchten zufolge sogar schon ein Siddur rausgegeben mit Namen Gogi-gogi-Mössöff. Mc Donalds ist ein alter Käse-Mac und gibt's schon in den verschiedensten Koscher-Nicht-Koscher-Kombinationen. Und mit ihm eine Myriade von Marken, die die Welt erspuckt hat und nun in Israel, diesem Shopping Mall-freundlichsten aller freundlichen Länder ihr Glück versuchen. Letztes Beispiel, auf das angeblich ziemlich alle Israeler gewartet haben, ist nun H&M, offizieller Kleiderausrüster der Kochshow-Quizshow. Bei den Accessoires gibt es angeblich Peyes zum Ankleben und zniesdige Sonnenbrillen (solche, die nicht spiegeln)...

Dienstag, 9. Februar 2010

Ausgangstipp: Asaf Avidan & The Mojos

Sehr kurzfristig, aber auch zur allgemeinen Visionierung höchst empfehlenswert, wenn man unabhängige Bands ohne Plattenvertrag schätzt. Auf jeden Fall heute Abend um 19:30 in der Hafenkneipe bei der Kaserne:

Dienstag, 15. Dezember 2009

Iran - ein ganz gewöhnliches Land im Mittleren Osten und der Uaiuai-Schnulz vom 15. Dezember 2009

Im Zuge der Diskussion, dass im Mittleren Osten doch alles und alle genau gleich seien, sei auf die heute im Tages-Anzeiger publizierte Erfahrung von Michael Sauter (siehe Bild unten), einem hierzulande bekannten Filmregisseur, hingewiesen. Der Text ist pointiert geschrieben, liest sich amüsant und stimmt zum Nachdenken.

Und damit man mit einer positiven Note abschliessen darf, bringen wir zur Abwechslung auch den heutigen Uaiuai-Schnulz des Tages von Kobi Aflalo mit dem Titel "Ba Min Hashtika" (aus dem Schweigen heraus), wohl bekomm's, Mahlzeit.

Donnerstag, 12. November 2009

Ende gut, alles gut

With the most sincere regards from the Phrasenschwein.
We have arrived in a little town on the south coast of Flores called Ende. Basically we won't be seeing much of this village as we're leaving tomorrow early again towards Bajawa. So originally we had planned to stay longer at Ankermi with Claudia and Kermi for diving, but we decided to extend the travelling part of our journey. Hence we left early. Nevertheless we managed to see quiet a lot. We went diving twice on one day and saw our first little fish (assuming that my mother doesn't read the brackets: they actually were two gorgeous white tip sharks and one eagle manta!). For the first time we managed to get as deep as 27 meters and it was really a great experience. The crew was very friendly and the diving spots very impressive. Of course neither Judith nor me managed to get through our first week without significant protests of our stomachs, so for now we're both on a diet of white rice and bananas...
Today we saw a great volcano, the Kelimutu with its three coloured lakes. We were driven there by two motorbikes and Judith was driving ahead of me. As she was speaking with her driver with many gestures it looked like she was trying to coordinate the traffic... (when obviously there was no car in sight)
By sunday we are to reach Labuanbajo and probably we are going on a 2d-cruise until Lombok. Crazy how fast time is running here. But people are very friendly, mostly try to help you, wave to you when you drive by.

Greets
The travelling indos
PS: @ Gunze: Wow hettsch Du e Simche gha a dene Fisch, grosses Kino
PPS: @ Dienadtour: Mer haend ois und oi bi Ankermi daenn scho aagmeldet fuer s'naechsti Mal, gaell!
PPPS: Grossi Story mit em 66er, han da en Ussekorrespondent vode JUEZ gseh, haet sich spezialisiert uf "Chumres weitab der Medine", sehr interessant.

Montag, 26. Oktober 2009

Das Lieben der Anderen

Gonzens waren unlängst zu Besuch in der Stadt der Liebe. Und das nicht mal um ihrer selbst Willen, sondern um die Liebe von Anderen zu beglückwünschen. So sei’s. Man steigt am Freitag Mittag einer Parade-Stresseinlage in ein Flugzeug, als sei man so ein Wochentagspendler, kommt in Paris an, findet im besten Oktober-Nieselregen sein Hotel und stürzt gerade so in den Shabbes. Hotel? Na ja, für Paris bezahlt man so seinen Preis, und der ist auch für moderat-bescheidene Bleiben dennoch nicht sehr unprätentiös. Wie dem auch sei. Man gönnt sich ja sonst nichts; oder fast nichts.
Freitag Abend also an der Rue Buffault in der portugiesisch-spanischen Synagoge gelandet, einer Gebetesstätte des Göttlichen Kitschs. Der Rabbiner ist auch ein Pfrabbiner, spricht am Freitag Abend geschlagene 15 Minuten von einer Redenkanzel. Der Aron haKodesh ist mit ca. 613 Meter hohen purpurnen Samt-Vorhängen bestückt, der Emporenbalkon des Arons sowie die ganzen Gänge mit einem ebensolchen Teppich. In der Mitte die Bimah mit viel Blingbling, Glanz und Schein. So. Und die Frauen? Die sitzen - wenn sie wollen - oben in den ersten Stock. Oder aber sie setzen sich auf diese seltsamen seitlichen Plätze, die fast einen Brügglifeld-Seitentribünen-Groove vermitteln (mit dem klitzekleinen Unterschied, dass Paris im Gegensatz zu Aarau eine Disco hat) und durchbohren die Männer mit prüfendem Blick während des ganzen Dawenens. Das Dawenen an sich ist auch nicht ohne. Der Chasan (Akustik durch Pringles-Mimik untermalend) steht mitten auf der Bimah und singt in Abwechslung mit erlaucht-erwählten Junioren-„Talenten“. Ganz vorne steht noch so einer mit Toga und Börni San-Hut, welcher aber nur Kaddeishim vorsagen darf, singt aber auch nicht übel. Herzstück der Kabbalat Shabbat bildet aber ein drei-bis-vier-köpfiger Männerchor, davon drei mit Anzug und Fliege und einer in Jeans und Kapuzenpulli, deren Qualifikationen ich hier mal nicht zu beurteilen wage. Der Kapuziner jedenfalls hatte sicher vor allem andere Stärken. Eine war es beispielsweise, die Endsilben jeder Einlage (obschon er vorher nicht ein Wort richtig ausgesprochen hatte) mir expressis vocis voll ins Ohr zu gargeln, was ich natürlich in meiner üblichen Vor-Shabbes-Schlaftrunkenheit ungemein zu schätzen wusste. Ungemein. Zu erwähnen bleiben in Frankreich dann natürlich auch die Gabbaim. Die führen einen speziellen Anzug und einen wahrhaften, geschwungenen und ornierten Napoleon-Hut spazieren, im Andenken dessen, dass Napoleon den französischen „Consistoire Central des Israelites“ (a.k.a. den frz. SIG) gegründet hatte. Auch gut.
Der Abend ging dann irgendwo zwischen marrokanischem Couscous, israelischen Wein und saftigen Früchten zu Ende.

Shabbes Morgen dann Akt II an der Rue Buffault, wieder ein sfardisches Dawen-Spektakel, wobei man sich vorsorglich mit den Gebetszeiten auseinandergesetzt hatte, entsprechend spät aufkreuzte und zudem Verstärkung in personam Tanelchens und seiner Versprochenen geniessen durfte.
Anschliessend solitär-elitärer Spaziergang durch Montmartre, Sacré Coeur und spektakulärer Ausblick auf den Eiffelturm und gemütlicher Ausklang des Siebten Tages.

Wie vereinbart gab man sich dann einen Höhepunkt koscherer Kulinarik in Paris, welcher an dieser Stelle wärmstens empfohlen wird: Besuch des Restaurants "Darjeeling". Vor der Türe merkt man nicht mal, ob man wirklich am richtigen Ort ist, dezente Platzierung der Mesusa und keine Leuchtraketen um den Hechsher. Dafür leuchtet das Restaurant in orange, gelungener Farbe und typisch indischen Ornamenten und einer gut getroffener Lautstärke der passenden Hintergrundmusik. Die Menüs machen Angst, weil man etwa eine Stunde braucht, bis man alles gelesen hat (darunter auch ein geschichtlicher Abriss über Indien und seine Juden), Vorspeisen bis zum Umfallen, Dal, Naan und Curries soweit das Auge reicht. Für die schwachen Phasen des Gurens hat es eine ganze Seite Vegetarisches, ansonsten alles Mögliche mit wenig Rind, viel Poulet und exquisitem Lamm. Und dazu natürlich eine koschere Weinkarte, deren Inhalt in Zürich teils nicht mal im Laden so preiswert ist. In Kürze: Man hatte sich vorgenommen, nicht zu viel zu essen, weil die eigentliche Hochzeit noch bevorstand. Und scheiterte kläglich und hochkant. Ein Feuerwerk und ein absolutes Muss für jeden heimischen Paris-Besucher (angeblich gehen nicht-jüdische Inder ins Darjeeling, wenn sie in Paris essen wollen wie zuhause - ein Merkmal, das sich die koscheren Institutionen in der Schweiz mal qualitätsmässig vor Augen führen möchten).
Der Rest ist schnell erzählt. Man wünscht jedem Schweizer Juden, mal an einem Sonntag an der Rue de Rosiers vorbeizuschlendern und Falaffel- und Shwarmastände mit einer Schlange draussen zu bewundern, welche die monatliche Anzahl Besucher bei Van Djik in den Schatten stellen. Da stehen Myriaden von Ladenbesitzer draussen auf der Strasse, drücken Dir nach Bezahlung eine Quittung in die Hand und Du gehst dann hin und holst Dir an der Aussentheke Deine Bratkuh ab. Wahnsinn (und wiederum: bei Weitem nicht nur Vertreter der Volksfront von Judäa). Mal ganz abgesehen davon, dass das Quartier für Flanierer und sonstige Vorigzeithabende etwas vom Angenehmsten in dieser Art in Europa ist.
Der Rest ist dann ziemlich schnell erzählt. Hochzeit, sehr schmackhaft gestopfte Gänse (aller Art), die spontane Yareach-Einlage und viele Lechayims vor einer viel zu kurzen Nacht mit anschliessender Katze und der Supergau, welcher natürlich nicht fehlen durfte: Um 13:27 Login am Arbeitsplatz.