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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Danke und auf wiedersehen




Lieber Ottmar, 

Du hast jetzt also der Fussball Schweiz verkündet dass du genug hast von uns. Kann ich verstehen, ich war ja einer der Dauermotzer die sicher einen, wenn auch kleinen, Beitrag zu dieser Entscheidung beigetragen hat. Noch ist es ja noch nicht soweit, aber ich denke jetzt ist eine gute Zeit um ein bisschen über die letzten 5 Jahre mit dir nachzudenken und dir vor allem einmal Danke schön! zu sagen für alles was du für dieses kleine, unbedeutende Fussballland getan hast. Man konnte sich 2008 nach der verschissenen unglücklichen Heim EM gar nicht genug die Augen reiben als bekannt wurde dass du neuer Coach unser Nati wirst. Ein hochdekorierter Trainer, der alles im Klubfussball gewonnen hat was es zu gewinnen gibt. Als man dir den Trainerjob bei den Deutschen angeboten hast du noch dankend abgelehnt, aber bei der Schweiz, deiner heimlichen Liebe konntest du nicht mehr widerstehen. 
Ich kann mir deshalb gar nicht vorstellen wie das für dich gewesen sein muss als die Schmutzkampagne gegen dich gestartet wurde. Klar, die Resultate haben auch nicht gestimmt und es war, sagen wir einmal bemühend, den Spielen der Schweiz zuzusehen. Es war aber auch eine schwierige Übergangsphase, in der es für einen kurzen Moment nicht klar war wie es weiter gehen soll. Du hast in diesen Momenten gezeigt, was dich zu einem der grossen deiner Zunft macht. Ruhig hast du dein Ding durchgezogen, im Wissen dass die kommende Spielergeneration auch für die nötigen Resultate sorgen wird. Du hast mehr als nur recht behalten. Ich bin selten so entspannt auf meinen Sofa durch eine Quali gekommmen wie jetzt. Die Entwicklung dieser Mannschaft ist bei weitem noch nicht beendet, das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Es ist endlich ein Spielsystem erkennbar und es wird tatsächlich die am besten zusammenpassende Elf aufgestellt. Man kann nur gespannt sein wie ihr euch an der nächsten WM präsentieren werdet. 

In diesem Sinne wünsche ich dir ein erfolgreiches letztes Amtsjahr.

Dein Lino

Mittwoch, 4. Januar 2012

Migros-Käse und mikrobielles Lab

Yves Bourgignon und die Chassidus Chübelsack-Aussendienststelle für Kulinarik und Rebellion haben durch Recherche in Erfahrung gebracht, dass die MIGROS in ihrem Käsesortiment nun ebenfalls Buch führt über die Käsesorten, welche ohne Lab aus Rindermägen hergestellt werden. In diesem Sinne erlauben wir uns, Teile der Kommunikation mit MIGROS an dieser Stelle zu replizieren:
Folgende Produkte der Migros wurden ohne tierisches Lab hergestellt:
Sämtliche Milchfrischprodukte unseres Eigenproduktionsbetriebes Estavayer Lait SA (ELSA) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Beachten Sie das ELSA-Signet oder Betriebszulassungsnummer 2434 auf der Verpackung.
Sämtliche Quark-Produkte (Quark nature, Quark M-Budget, Bio Magerquark, Früchtequark, Léger-Quark, Quark-Crèmen) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Die Quark-Desserts enthalten Gelatine.
Die in der Migros erhältlichen Mozzarella-Produkte aus Kuhmilch der Marken Alfredo, Santa Lucia (Galbani), Léger und M-Budget sowie der Migros Bio Mozzarella (2006.086) werden mit mikrobiellen Lab hergestellt. (Mozzarella di Bufala (2126.818) dagegen wird mit Kälbermagenlab hergestellt).
Auch Kiri, Babybel und alle Cantadous werden mit mikrobiellem Lab hergestellt.
Der Feta Mikos (2125.940) wird mit mikrobiellem Lab hergestellt.Für den Feta Xenia (2125.951) und den Xetabel (2125.760) wird dagegen Kälbermagenlab verwendet.
Hier ein paar weitere Beispiele von Produkten, welche ohne Kälbermagenlab hergestellt werden (Änderungen vorbehalten):
Artikelnummer
Produktname
2101.270.240.00
Léger Rustique
2101.277.240.00
M-Budget Schweizer Hartkäse
2104.051.060.00
Sennenmutschli 1/4 Laib
2104.070.240.00
Luzerner Rahmkäse
2104.070.242.00
AdR Luzerner Rahmkäse
2104.110.040.00
St. Paulin 1/2 Laib
2104.110.060.00
St. Paulin 1/4 Laib
2104.110.220.00
St. Paulin 150g
2104.113.040.00
SE St. Paulin 1/2
2104.118.240.00
Léger Minitaler
2104.143.040.00
Gomser Raclette 1/2 Laib
2104.279.240.00
Raccard Scheiben Moscato
2104.340.240.00
M-Budget Schweizer Halbhartkäse
2104.711.000.00
Reibkäse Pizzamischung
2104.789.240.00
Bio Familie-Chäs
2123.851.260.00
M-Budget Allgäuer
2124.052.260.00
M-Budget Gouda
2124.230.220.00
Fol Epi 150g
2125.173.220.00
Chamois d'Or 150g
2125.671.220.00
Le Vieux Pane
2125.673.220.00
Le Chaumes
2104.051.025.00
Sennenmutschli
2104.070.025.00
Luzerner Rahmtilsiter
2104.082.025.00
Léger Tilsiter
2104.143.025.00
Gomser Raclette
2104.160.025.00
AdR Walliser Bergkäse
2104.160.065.00
Gomserkäse
2104.164.025.00
AdR Dallenwilerkäse
2104.216.025.00
Spycherkäse
2104.249.025.00
AdR Lenker Bergtummeli
2104.360.025.00
Don Olivo
2104.505.025.00
AdR Lenker Kräuterkäse
2104.789.025.00
Bio Familie-Chäs
2105.053.025.00
Couronne
2105.166.025.00
Dallenwiler Geisskäse
2124.026.025.00
Stilton Vieux
2124.230.025.00
Fol Epi
2124.951.025.00
Englischer Cheddar
2125.107.025.00
St. André
2125.110.025.00
Peyrigoux
2125.173.025.00
Chamois d'Or
2125.211.025.00
Chavroux
2125.563.025.00
Brie Coeur de Lion
2125.609.025.00
Bresse Bleu
2125.673.025.00
Chaumes
2125.675.025.00
St. Albray
2125.740.025.00
Brebiou
2125.880.025.00
Cambozola
Frischkäse können in der Regel problemlos ohne tierisches Lab hergestellt werden. Für Weich-, Halbhart- und Hartkäse sind Labersatzstoffe aus qualitativen Gründen weniger geeignet.
Chassidus Chübelsack wird darüber hinaus demnächst eine Liste der Käsereien publizieren, welche Produkte mit künstlichem Labersatz herstellen. Auch in der Reihe "Demnächst" künden wir einen Exklusiv-Report über die Fondue mit mikrobiellem Lab der Schaukäserei Kloster Engelberg an.

Donnerstag, 18. August 2011

Pfui deibel

Ich erkläre hiermit die Sommerpause für offiziell beendet, nachdem der Sommer selber auch ein kleines Comeback gibt, der Chübelsack in corpore in Rulien war und Djibril gebührend gefeiert wurde. Guet Holz wünscht man auch von dieser Stelle aus.

Was ich eigentlich sagen wollte, gestern habe ich mangels Alternativen das Spiel des Vereins unser aller Herzen gegen den FC Bayern auf Sat.1 sehen müssen. Ich möchte das mal in aller Deutlichkeit sagen, es war das letzte mal das ich mir das angetan habe. Es war kaum zum Aushalten. Ist es denn zuviel vom Moderator verlangt das er das Spiel kommnetiert anstatt 20 Minuten darüber zu schwadronieren wie viel Repsekt der FCZ hat und wie wenig er vom Schweizer Fussball hält. Begonnen hat seine Moderation bereits damit, das er gleich mal zugegeben hat das er keinen einzigen Spieler näher kennt und er sich auch keine weitere Mühe gemacht hat näheres über sie herauszufinden als auf dem UEFA Factsheet stand. Finde ich toll das er auch noch Geld für so einen Schwachsinn bekommt. Als der FC Bayern nach 8min in Führung ging hat er sich für die nächsten 85min nur noch darüber unterhalten ob und wie hoch der FC Bayern gewinnen wird und wie schön das es doch für den FCZ sein muss gegen so einen Gegner spielen zu dürfen. Kein einziger Kommetar war auf das Spielgeschehen bezogen. Da hätte man zum Beispiel sagen können das die Bayern überhaupt nicht sattelfest in der Defensive sind oder das ihre Spielanlage gegen ein offensiv besseres Team als der FCZ hinten und vorne nicht ausreicht.
Und sonst: wayne und scott.

Bis dahin, tot ziens

Euer Lino

Dienstag, 2. August 2011

Gökhan Inler und die 88

Unentwegte Fussballfanatiker mit einem grossen FCZ-Herzen dürfte sich dieses Jahr in Hellblau kleiden. Endlich spielt das Herz der FCZ-Meisterschaft 2006 wieder zusammen, diesmal aber bei der S.S.C. Napoli, dem Fussballclub mit klingenden Namen wie Alemao und Maradona am Fusse des Vesuvs. Eines erstaunt aber und hat den einen oder anderen wohl bereits Runzeln auf die Stirn gezeichnet. Was verleitet "Gögi" Inler, der unter dem FCZ-Jersey verschiedene Male ein K4-Shirt vor der Südkurve präsentierte, dazu, sich die Nummer 88 zuzueignen, eine Zahl, welche insbesondere in rechtsradikalen Kreisen wegen des Zahlenwerts der Ziffer und entsprechendem Akronym bekannt ist. Die Antwort gibt Inler gleich selbst, der bereits beim FCZ die Acht trug.
"Als ich zu Udinese kam, war die Acht bereits durch Dossena besetzt. Ich wollte die Ziffer jedoch unbedingt auch, also habe ich die 88 ausgewählt."

JLeague 2011/2012 und El Bully

Soeben ist die Nachricht publik geworden, dass die JLeague für die kommende Spielzeit wieder einen Startplatz für eine Mannschaft zu vergebe hat. Es wird hiermit auf die entsprechenden Regulatorien unter www.jleague.ch verwiesen, prinzipiell sei jede Mannschaft willkommen, deren Teammitglieder im Verlauf der Saison 2011/2012 das 16. Altersjahr vollenden (also 16 Jahre alt werden). Für die Kontaktaufnahme wird gebeten, ein Email an spielleitung(a)jleague.ch zu verfassen.

Im Übrigen hat die Schweizerische Super-League zwei weitere Schätzchen gefunden. Einerseits den FCZ, auf welchen inzwischen auch schon alle kopfschüttelnd runterschauen und sich niedlich fragen, was da eigentlich los sei. Antworten findet aber keiner. So auch nicht Thomas Schifferle, der heute Morgen im Tages-Anzeiger einen halbseitigen Kommentar auf der ersten Sportseite (also die letzte) in die Tasten haut. Was er eigentlich sagen will, bleibt aber allen verborgen. Ausser, dass er findet, der FCZ hätte in Lüttich in einem Motel übernachten sollen. Bravo und wir schreien morgen im Stadion alle den FCZ zum Sieg. Wäre schön, wenn die Hälfte der selbsternannten Experten dies morgen wenigstens dies tun würden.

Das zweite Schätzchen heisst Bulat Tschagajew. Die Schweizerische Fussballliga hat meines Wissens keine Geldwäscherei-Meldestelle und der entsprechenden Gesetzgebung auch nicht unterstellt, ausser dass sie sich selbst hierfür als Gehilfe strafbar machen könnte. Solches Risiko ist aber marginal und eine entsprechende Anklage ist doch sehr abwegig. Bis zum Gegenteil ist also Herr Tschagajew ein rechtschaffener Bürger. Ob er hierzu eigentümliche Wege einschlägt, eine sehr skurrille Arbeitspolitik betreibt, untersteht strikt dem Wayne-Prinzip. Der Schweizerische Fussball soll sich eher freuen, dass früher oder später der besagte Geldgeber Flüssiges in den Transfermarkt pumpt, welcher sich in diesem Sinne auch auf die anderen Mannschaften auswirkt. So kursiert heute schon, dass Xamax auf seiner Suche nach valablen (oder irgendwelchen) Stürmern die Fühler nach Ex-Insekt Raul Bobadilla ausgestreckt hat, der einem Wechsel zurück in die Schweiz nicht zwingend abgeneigt sei. Wir werden sehen.

Genauso werden wir sehen, wie gut die Schweizer Fussballer sind, die sich derzeit im siebten Himmel wähnen, weil sie Norwegen und Slowenien zugelost bekommen haben. Nominell mag dies ja so sein, dass jedoch auch die Heimaten von Zahovic und Solskjaer wissen, wie man Fussball spielt, soll nicht vergessen werden. Die laufende EM-Kampagne spricht gerade Bände, wie schlecht wir uns derzeit vermeintlich schlechteren Gegnern gegenüber präsentieren.

Freitag, 15. Juli 2011

Spiel.Spass.Spannung

Geschätzte Sportfans,

Kaum ist die alte Saison zu Ende geht es mit der neuen schon wieder los, nach einer kurzen Sommerpause, in der sogar eine WM einer Fussballverwandten Sportart stattfand, dürfen wir uns schon wieder auf eine neue Saison mit Grümpelfussball, langweiligen Spitzenkämpfen, willkürlichen Schiedsrichterentscheidungen und vor allem bedenklich tiefem Spielniveau freuen. Zur Vorbereitung wurde ich gebeten hier meinen Senf zu der neuen Saison zu geben, wie immer höchst Subjektiv und provokierend.


Die Topteams:


Wie immer in den letzten 5 Jahren wird der Titel zwischen YB, dem FCZ und dem FCB ausgespielt. Dieses Jahr schaffte es YB nicht einmal Transfersieger zu werden, und so wenigstens einen Titel zu holen, und der FCB hat sich dank dem Meistertitel letztes Jahr direkt für die CL qualifiziert. Es ist ja bekanntlich nicht ganz einfach für einen Schweizer Klub hier die Balance zu finden und sich genügend auf die Meisterschaft konzentrieren zu können. Aufgerüstet haben beide Mannschaften nicht gross, der Spielerstamm blieb mehr oder weniger zusammen. Apropos gross, der Gross Chrigel, die Glatze der Nation, ist auch wieder im Geschäft und versucht den Bernern beim erreichen eines Titels, siehe oben, zu helfen. Der FCZ spielt mit der exakt genau gleichen Zusammensetzung der Mannschaft wie letzte Saison, und ob es dieses Jahr zum Titel reicht werden wir Ende Mai 2012 wissen. Einen klaren Favoriten gibt es nicht, ich sehe den FCZ aufgrund seiner Mannschaftszusammenstellung eher im Nachteil, und somit auf Platz 3, es kann aber auch passieren das die Meisterschaft so langweilig wird wie nie oder das es spannend bleibt bis zum Schluss (Ich sollte Politiker werden, war eine tolle Nullaussage, nicht?)

Das Mittelfeld:


Luzern, Sion, Thun werden bereits nach wenigen Runden wieder einmal merken müssen das sie auch diese Jahr einzig und allein um den verbleibenden Platz in der Europaleague Quali spielen werden. Trotz den Irrungen und Wirrungen von CC und neuen Stadien von Luzern und Thun fehlt es an spielerischer Klasse und klaren Konzepten. Luzern hat zwar einen guten Trainer aber in der Summe kein besseres Team als letztes Jahr, bei Sion werden sich die Trainer die Klinke in die Hand drücken und bei Thun wird man schauen müssen ob man doch nicht gegen den Abstieg spielen wird. Graues Mittelmass halt.


Die Absteiger:


Bei Lausanne, Servette, Xamax und dem GC kann es einzig und allein darum gehen den Abstieg zu verhindern. Der GC hat in der Sommerpause ihren wichtigsten Spieler verloren, bei Lausanne und Servette fehlen die finanziellen Möglichkeiten um die richtigen Spieler zu verpflichten und bei Xamax hat der nackte Wahnsinn Einzug gehalten. Die neuen Mannschaften sind aber allemal besser als Bellenz und St. Gallen.

Das war es auch schon, in diesem Sinne

Geht's kucken und spüits Fussball

Donnerstag, 23. Juni 2011

Calciopoli in Israel angekommen

Hapoel Petach Tikva ist in einen handfesten Skandal involviert. Dabei sollen zwei Exponenten des "Ligat Ha'Al"-Vereins Schiedsrichter bestochen haben. Die beschuldigten Tomer Sinai und Gal Hatzor wurden verhaftet und befinden sich in Untersuchungshaft. Zudem verlangt die israelische Liga in anderer Sache einen Nachweis, dass es sich bei den beiden um die rechtmässigen Eigentümer des Vereins handelt, was der Verein bis anhin nicht belegen konnten.
Im schlechtesten Fall könnte der Verein zwangsrelegiert werden.

In anderer Sache kann noch vermoldet werden, dass Lior Rafaelov (25) für € 2.5 Mio. von Maccabi Haifa zu Club Brugge wechselt. Mittelfeldakteur Rafaelov gewann heuer mit seinem alten Team die israelische Meisterschaft und erzielte dabei satte 11 Tore. Brugge ist diese Saison belgischer Meister geworden und einer von fünf möglichen Gegnern des FCZ in der 3. Runde der Champions League-Qualifikation.

Montag, 20. Juni 2011

"Giggerig, auch zittrig sogar" - das Exklusivinterview zum Vorspiel

Se ha jom. Oto ha ish. Wie man es auch drehen will. Das Grümpeli nähert sich wie eine gewaltige Schlechtwetterfront in grossen Schritten. Bereits fällt man ins Bett und wälzt sich noch stundenlang ob vergebener Penalties in frühen Jahren, vergebenen 100%-igen, Demontagen unter Mitwirkung von Moshe Ohayon, immer wieder Prügelintermezzi hormonell überschüssiger Altspunde, Fehlentscheide von Modefan-Schiedsrichtern und vieles mehr. Und so sucht man Beschäftigungen, um die Zeit bis dahin etwas schneller vergehen zu lassen. Der Ehrenkodex lässt hierfür nur beschränkte Auswahl, deshalb erachtet es Chassidus Chübelsack als Pflicht, Euch hiermit also etwas zur Hilfe zu greifen. Wir haben aus dem Hohen Norden, den garstigen Steppen Nordteutoniens, der Küste am Nordpol den Experten für Fäkanik ausgegraben, der uns in Bälde schon wieder mit seinen Paraden und Krächzanfällen in ganz andere Stimmungen hieven wird. Seine ungeschnittenen Meinungsäusserungen nun im Nachgang zum Kachelmann-Prozess exklusiv im Blog Eures Vertrauens:

CC: Star des Turniers vor zwei Jahren, langjähriges Mitglied des FC Haguah-Welteroberungs-Gremium und jetzt Ehrengast auf Tournee. Wie fühlst Du Dich heute?

Faustino Asprilla: Ein bisschen nervös und giggerig, auch zittrig sogar, weil ich doch seit 3 Monaten keinen seriösen Sport mehr betrieben habe. Wird wohl ganz schlecht kommen.

Zu Gast bei Freunden. Trifft diese Einschätzung auch auf das Grümpelturnier auf der Buchlern statt?

Für mich sicher nicht, da ist zu viel böses Blut zwischen mir und einzelnen Exponenten des OKs geflossen. Falls es aber dieses mal einfach nur ein Fussballturnier ohne Firlefanz wird, kann man nochmal drüber reden. Die Hauptsache ist doch (Achtung Phrasenschwein): Der Ball ist rund, das Runde muss ins Eckige, und 11 Freunde müsst ihr sein.

Sie haben dieses Jahr einen besonders langen Reiseweg. Wie gestaltest Du dieses Jahr die Vor-Match-Erholungsphase?

Wie jedes Jahr, mit Whisky und Tschulent. Als Extra werde ich dieses Jahr sogar eine persönliche Betreuerin mitbringen (Anm. der Redaktion: lächelt verschmitzt und senkt den Blick).

Der FCZ trinkt immer Kaffee und isst Kuchen vor einem Spiel. Was kannst Du unerfahrenen Spielern für Ernährungstipps geben vor dem Sonntag.

Am Sonntagmorgen würde ich nichts schweres Essen dass bei evtl Nervosität dann zu Unfällen führen kann. Aber es muss genug sein, damit bis zum Mittag kein Hungergefühl aufkommt. Ich esse jeweils nur ein Müesli und ein bisschen Brot. Falls ich hier eine Anekdote einstreuen darf, das habe ich von den Eskimons gelernt und eigentlich sofort zu Erfolg, wie im Beispiel unserer Finalteilnahme, geführt hat: Davor nur wenig essen und während des Spieltages nur gerade soviel wie nötig. Über das ganze Wochenende gibt es eigentlich nur eine wichtige Regel, nämlich sich an den Ehrenkodex zu halten damit die Spritzigkeit nicht verloren geht.

Man munkelt, dass am Shubbes sich einige prägende Figuren des Grümpelturniers nicht nehmen lassen werden, einen Tschulent zu konsumieren. Was kann dies für Vorteile mit sich bringen?

Beeinflussung des Gegners durch Körpergerüche, Schampar der Plausch, schöne Früchte und ein heimisches Gefühl. Ist wichtig, gell (grinst schelmisch).

Gigi Buffon hat einmal gesagt, er verstehe, wie man als Torhüter depressiv werden könne, man sei doch eine so lange Zeit des Spiels auf sich alleine gestellt und stehe bei Fehlern auch alleine am Pranger. Teilst Du diese Meinung?

Absolut, und es ist immer wieder,... fffhhhh... erstaunlich... Danke.... Heinz..., wie wenig Verständnis man dann dafür bei seinen Mitspielern hat, wenn man als Torwart mal einen Fehler macht (hält inne). Und dazu kommt auch das man sich während dem ganzen Spiel zu 200% konzentrieren muss und dann innerhalb von 0.613s bereit sein muss. Ist manchmal verdammt schwierig (zB nach der Mittagspause am Grümpeli).

Du wirst am Sonntag unter besonderer Beobachtung stehen und bist gleichzeitig auch für Emotionsausbrüche bei schlechtem Spielverlauf bekannt. Wirst Du Dich am Sonntag nunmehr eher im Griff haben müssen? Oder erst recht den Erfolg erbrüllen?

Ist es denn was schlechtes Emotionen auf dem Fussballplatz zu zeigen (ringt mit den Tränen, was ein schönes Zeichen in diesen rationalen Zeiten der Krise)? Ich bin einverstanden, dass es in der Vergangenheit Momente gab wo so was nicht angebracht war, aber für mich gehören Emotionen einfach dazu. Es hat sich ja meiner Meinung nach auch sehr verbessert und sollte jetzt nicht über Gebühr zum Thema werden. Da sollte mein Fitnesstand doch mehr Sorgen bereiten. Schön, dass Sie mich beobachten wollen, dann können Sie mal sehen was einen guten Torhüter ausmacht (wieso siezt er mich jetzt plötzlich oder redet er über die dunklen Mächte Mordors?). Vielleicht lernen Sie noch was.

Ein Wort zum Logo des diesjährigen Grümpelis?

Fällt in die Kategorie 0825-Anlass und ich muss mir die Frage stellen wieso gewisse Leute immer noch das Gefühl haben sie müssten das Grümpeli neu erfinden.

Was machen die Verantwortlichen in Basel besser als in Zürich?

Nichts, es ist einfach nur ein Fussballturnier ohne Schnickschnack und Firlefanz. Und so muss es auch sein.

Wer das Grümpelturnier gewinnt, ist irrelevant, dazu informieren sogenannt gestandene Medien. Wer verliert das Grümpelturnier?

Ich glaube das es dieses Jahr HAS wieder spätestens im Halbfinale aus dem Turnier haut, sonst muss ich zugeben das ich mich bis jetzt wenig bis gar nicht darüber informiert habe wer überhaupt so mitspielt.

Ein Spruch für das Phrasenschwein ganz zum Schluss, bitte (kniet darnieder).

Das Spiel ist erst zu Ende wenn der Schiedsrichter abpfeift oder die Eskimos noch ein Tor erzielt haben.

(ub)

Sonntag, 13. März 2011

Samstagabends in Lüttich

Und dann soll mir noch einer sagen das Pyro kein Verbrechen und die Selbstbestimmung der Kurve über alles geht, wenn man sich das folgende Video vom Spiel Lüttich-Charleroi ansieht.

Der Goalie wurde verletzt, das Spiel abgebrochen und Lüttich hat drei wichtige Punkte im Kampf um einen Europapokalplatz verloren.
Bravo!

Montag, 7. März 2011

Der Nabel der Welt ist garstig

Also, die tripolitanisch-atlantische (das Gebirge, nicht der Ozean)-Koalition ist angekommen. Nach einem gemütlichen Sonntag Morgen im Flugzeug, abwesendem Unterhaltungsprogramm und zwei geschlagenen Stunden in der Schlange vor den Immigrationsbehörden (mir kam ein Gnadengesuch in den Sinn für all die Geschäftsleute, welche sich diese Beine-in-den-Bauch-Steh-Prozedur in einer regelmässigen Abfolge eingestehen müssen) trat man endlich an die Luft der Ostküste Amerikas. Entgegen hauchte einem sozusagen der Odem von Shmaje Kolumbus und seiner Kreuzfahrtgesellschaft, die Sagen von James Fenimore Cooper und schliesslich ganz einfach der Kennedy-Flughafen von Jew York. Kurzum wurde ein Shuttle erfunden, der uns ins meschigge herrliche Manhattan gebracht hat. Es war sehr schön. Und im vollen Ernst fand man sich inmitten einer Welle gelber Taxis, eindrücklich eintönigem Vorstadttum und dem immer näher kommenden Wald von Wolkenkratzern der New Yorker "Innenstadt". Und langsam setzte der Regen ein...
Ankommen, Koffer in die Ecke werfen, weg mit Schal und Handschuhen. Denn es ist vieles, nur nicht kalt. Vor allem regnet es in solchen Strömen und Bindfäden, dass man das Gefühl hat, es tut hier sonst auch nicht anders (O-Ton der Gastgeber: In knapp sechs Monaten hat es etwa gefühlte 5 Tage geregnet, Bou?). Auf den Strassen könnten sich Goldfische pudelwohl fühlen (masslos untertrieben).
Ja, und was macht man mit einem angefangenen Nachmittag, wenn es wegen der imminenten Terrorgefahr so lange geht, bis man ins Land darf, es immer noch Kübel giesst und die Museen bald schliessen? Richtig. Man löst sich ein Wochenabo in der Metro und geht shoppen. Zum Beispiel in einen Showroom von Samsung. Alles hochmodern und hellblau leuchtend, alles in Touchscreen (sogar ein 120cm-TV, soll mir noch einer erklären, warum ich darauf Angry Birds spielen muss) und nicht alles sehr nachvollziehbar. Dann gibt's einen Ausflug in eine Buchhandlung mit Examinierung von Tschulent-Topf-Rezepten und jüdischem Kochkitsch, das erste Root Beer seit 1999 und die ersten Grundsatz-Debatten, wo das Gemüt denn das abendliche Mahl einnehmen will. Bald schon bricht eine erste Kompromissrunde aus, an deren Ende die weissen Punkte gewonnen haben: Estihanna, der etwas andere Asiate. Da bringt Dir ein untersetzter Südamerikaner mit schmieriger Frisur ein Asahi-Bier und prostet Dir ein freundlich gesinntes "Lechayim" zu. Jew York halt. Gereicht hat es dann zu asiatischen Ravioli zur Vorspeise, deren Name existiert, hier aber irrelevant ist. Und zur Hauptspeise ist man schon ein erstes Mal kulinarisch durch die Decke gestossen: Ein Medium Rare Tenderloin-Steak an asiatischem Gemüsebett und Teriyaki-Sauce. Ich bin fast aufgestanden und habe Smires gesungen (Jom Se Mechubad).
Auf dem Heimweg schwimmt er (3. Person: hamewin jawin) dann wieder in die Metrostation und steigt auf die nächste Bahn nach Hause. Steigt sodann aus, schaut hoch und da tritt einem der klassischste ca 50-jährige Rastafari mit Marge Simpson-Frisur entgegen - und aus den Hosen hängenden Zizzit. Wie gesagt: Jew York halt.

PS. Danke dem FCZ für unsere Leidensgeschichte. Und für die höchst unglückliche Abfolge von Hassli-Transfer und Verletzung von 2 Stürmern innert kürzester Zeit (wer konnte das schon ahnen). Die Niederlage gegen Basel ist demgegenüber völlig egal und vor allem unglücklicherweise verständlich.
Danke an das SF für die Online-Beiträge der Axpo Gurkenliga. Da trifft also Lustrinelli fast gegen Gritti, nachdem die Einführung noch Bedenik so schön eingestreichelt hat. Aha.

Montag, 28. Februar 2011

Das letzte Post von Onkel Lino

Es ist kein Geheimnis. Unser gewiefte Taktiker, unser Licht im Dunkeln der Rationalität, der Fantasist, unser aller Nummer Eins bricht die Zelte ab. Seine Fähigkeiten als Visionär sind inzwischen bis über die Landesgrenzen bekannt geworden, weshalb es kaum überraschen konnte, dass der Gummihals ihn dazu verpflichten konnte, an den Gestaden des Nordens seinen Einfluss geltend zu machen, dort die Bevölkerung wachzurütteln und den Revolutionssamen dort in die Köpfe der Menschen zu pflanzen.
Wir werden ihn vermissen. Den Choleriker, den ruhigen Pol, die personifizierte Weissglut, aber auch die Ausgeglichenheit selbst. Den selbsternannten Sportsmann, der in Notfällen auch mal ein lautes Wort auspacken konnte, im nächsten Spielzug aber auch in ureigener Art besonnen die Gemüter auszugleichen wusste.
Aber es lässt uns gleichzeitig auch aufhorchen, dass nun die belehrwilligen Völker jenseits von Mordor in den Genuss dieses einzigartigen Individuums kommen werden. Die Hoffnung besteht für sie, dass nun die unnachahmlichen Taktik-Lektionen auch für sie einhalten werden, auf dass sie einen Bruchteil des spielerischen Verständnisses aufsaugen können, der uns nunmehr in Jahren von Schwerstarbeit hart eingetrichtert wurde.
Für uns stellt sich derweil die Frage, wer nun die Vermittlungsposition zwischen den Mullahs und dem Fussvolk einnehmen wird. Wer kann diese unnachahmliche Dolmetscherfunktion am ehesten nachvollziehen? Wer wird uns mit der Übermittlung der bedeutungsvollsten Chumres versorgen, auf dass wir endlich shtaygen? Wer erinnert uns jetzt täglich an unsere Nichtigkeit, indem er uns darauf aufmerksam macht, dass jeder Augenblick der letzte sein kann?
Seufz. Was wird nunmehr aus uns? Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Reisenden die Steine aus dem Weg zu räumen, ihm bereits heute insbesondere eine dereinst geglückte und baldige Rückkehr aus dem Hades zu wünschen und wir verbleiben passend in diesem Sinne mit einem herzlichen Toi Toi Ton!

Auf jetzt, Onkel Lino, eine vo ois!

Wohlbemerkt: Wir erinnern uns alle sehr wohl an die Versprechung von Video-Interviews, Wortmeldungen aus dem Exil und die Erweiterung des kulturellen Reichtums von Chassidus Chübelsack!

Montag, 31. Januar 2011

Serie A Round Up vom Wochenende Ende Januar 2011


Chievo-Brescia 3:0. Gelson Fernandes, unser Held vom Wm-Match gegen Spanien, also der Herzinfarkt-Multiplikator, spielt im defensiven Mittelfeld. Liefert eine solide Partie ab, u.a. reicht es auch zu einem direkten Assist auf der gegnerischen Grundlinie zum 1:0-Kopfball durch Pelissier (Note 7 von 10)


Inter-Palermo 3:2. Pajtam Kasami ersetzt hierbei beim Stand von 0:1 (später 0:2) nach einer Stunde den Torschützen Fabrizio Miccoli. Er holt sich sogar einen Penalty gegen Lucio heraus, den aber Pastore nicht an Julio Cesar vorbei bringt (6).


Lecce-Cesena 1:1. Steve Von Bergen liefert das nächste tadellose Spiel ab. Der Ex-FCZler steht wieder einmal solid und verdient sich eine genügende Note, für einmal nicht die Höchstnote der Verteidigung (weil er gegen vorne keine Akzente setzt, sondern nur dafür sorgt, dass in seinem Sektor der Verteidigung Ordnung herrscht - 6).


Genoa-Parma 3:1. Blerim Dzemaili steht nach Magen- und danach Muskelproblemen wieder in der Stammformation. Verliert das Direktduell im defensiven Mittelfeld aber deutlich (5.5).


Napoli-Sampdoria 4:0. Wenig zu holen für die Blaugeringten beim derzeitigen Tabellenzweiten im San Paolo. Cavani erzielt erneut zwei Tore. Reto Ziegler seinerseits stösst nicht in den Angriff, lässt sich hinten wiederholt überrumpeln. Möglicherweise tragen die Transfergerüchte um den gestandenen Nati-Spieler nicht zu seiner Leistung bei (zuerst Malaga, dann AC Milan, zuletzt soll's Lazio Rom sein - 5). Immer noch nicht einsetzbar ist der rekonvaleszente Marco Padalino.


Lazio-Fiorentina 2:0. Stefan Lichtsteiner spielt diskret, verhindert jedoch substanziellen Schaden durch seinen gefährlichen Gegenspieler Santana (6). Valon Behrami debütiert für die Fiorentina, jedoch nur für ein paar Minuten (ohne Bewertung).


Juventus-Udinese 1:2. Und die Alte Dame strauchelt wieder. Gökhan Inler verbucht eine optimale erste Halbzeit, danach flacht er ab und wird in der 66. Minute durch Denis ersetzt (6). Almen Abdi, seines Zeichens prämiertester Fehlberatener der Axpo Gurkenliga, kommt in der 70. Minute für Antonio Di Natale und leitet den Assist zum 1:2 durch Isla mit einem schönen Überkopf-Pass ein. Zieht nie den Fuss ein, definitiv im Aufstieg begriffen (6).


Und sonst? Martin Angha aus dem FCZ-Nachwuchs hat es in den Profibetrieb von Arsenal London geschafft und kriegt einen Profi-Vertrag. Bei den FCZ-Junioren hat sich ein River Plate-Testspieler (aktueller ARG-U17-Nationalspieler) eingeschlichen. Der neue Pancho? Oder kommt der wirklich (schon noch) wieder? Oder ist das der Lutz? (Wo ist der eigentlich?)

Donnerstag, 13. Januar 2011

Se Hayom

So, da wären wir also wieder. Die Zeiten als Spielautomat bzw. als einarmiger Bandit sind vorbei, das Adlerauge- wurde wieder mit dem Zehnfingersystem ersetzt, die Funktionalität um gefühlte 100% erhöht. Herrlich. Viel näher beim aufrechten Gang und weg vom Primaten. Gegrüsst sei deshalb die gepflegte Internautengemeinde, für sich ja auch eine Bad Ass-Kommune.
Gegrüsst seien auch die Helden des gestrigen Abends mit Namen Selecao Simchesnaches. Unverhofft und trotzdem wie befürchtet ohne Ersatzspieler gegen den ständigen Tabellenführer und Serien-Halbfinalteilnehmer Jöst for Fön anzutreten ist an sich schon nicht einfach. Zumal der Gegner beinahe in Idealbesetzung und insbesondere mit drei Ersatzspielern antritt. Schnell liegt man mit einem Tor im Rückstand. Auf der Galerie drei unverdrängbare Besucher (mich selbst dürfte in den nächsten 2 Monaten kaum ein anderes Schicksal ereilen), welche den eintönigen Verlauf des Abends erahnen lassen. Plötzlich aber steht es unvermittelt 1:3 für SSN durch drei schnelle Gegenstösse. Linux steht wie eine Mauer und verkürzt Winkel um Winkel wie zu seinen besten Zeiten in der Blüte seiner Zwanziger.
Angesichts der knappen Personaldecke, des zumeist fortgeschrittenen Alters der Feldspieler und der langen noch zu bestreitenden Spieldauer verlegt sich das Barimeter in die eigene Spielhälfte. Man spielt den Ball vor allem in der Breite und lässt sich Zeit, damit das Spiel nicht noch ins Auge geht. Was dann natürlich eintreffen muss. Zwei vermeidbare Treffer, aufkommender Ärger und mit dem Halbzeits-"Pfiff" heisst das Spielverdikt plötzlich 3:3. Weiterhin guter Mut, dass das Spiel zu holen ist. Simchesnaches kommt aber schlecht aus der Pausenecke zurück. Nach wenigen Minuten fällt das 4:3, SSN verteidigt praktisch nur noch. Drei Gegenstösse werden trotz Überzahlsituationen nicht mit letzter Konsequenz abgeschlossen, zweimal rettet der Pfosten für die Schwarzen und so heisst es nach einer halben Stunde 6:3. Mit dieser Personaldecke, mit bereits fast violett angelaufenen Köpfen und dem deutlich höheren Altersschnitt eine Sache der Unmöglichkeit. Da packt es General Schwarzkopf nochmals am Ego und er reisst Konter um Konter an sich, fährt im Slalom durch die Gegner und hat vor dem Tor noch die Coolness für den entscheidenden Pass. Noch ein Tor bis zum Ausgleich, Einstand. Edison Filzschuh rettet zweimal mirakulös und akrobatisch auf der eigenen Torlinie, JFF fehlt in weiteren Situationen vor dem Tor die Coolness und plötzlich führt die Selecao mit 6:7!
Der Rest ist Geschichte, es brennt nichts mehr an, knapp aber verdient bringt ein denkwürdiger Abend einen unverhofften und schier unmöglich gehaltenen Sieg. Respekt für die Leistung und den Siegeswillen.

Montag, 15. November 2010

Weekend-Roundup vor dem WM-Achtelsfinal gegen die Ukraine

Na ja, mag ein wenig übertrieben sein, aber ganz so emotionslos wie ein gewöhnliches Auswahl-Testspiel sollte man das schon nicht nehmen. Und so hat es sich det Gottmar Hitzfeld nicht nehmen lassen und bietet nur diejenigen Spieler auf, welche eine realistische Chance auf Einsatz haben. Im Sturm sind neue Gesichter fast Pflicht, nachdem uns die Stürmer dieser Tage mit Pipistreller und Derdyiok im Multipack ausfallen und der Prinz Frei es wohl vom Wohlwollen des Publikums abhängig macht, ob er sich ins Zeug legt oder nicht. Gute Erinnerungen an die Ukraine muss er ja haben.

Deshalb steigen wir gleich in die Bewertungshosen und sehen nach dem Besseren der internationalen Ligen:

Inler (Udinese-Lecce 4:0): Es ist nicht erstaunlich, dass grosse Teams Europas schon längst ein Auge auf ihn geworfen haben. Der Schweizer bestätigt sich als Spieler grosser Qualitäten, sowohl in der Defensive wie auch in der Auslösung der Offensive, wenn auch Lecce keine grosse Gegenwehr entgegen wirft. (Bewertung: 7, deutlich über dem Mannschaftsschnitt)

Abdi (item): Einige ermutigende Bewegungen in der Offensive, aber der Gegner ist heute einfach zu schwach, um sich von Abdi eine Meinung zu machen (Bewertung: 6).

(Bei Lecce spielt im Übrigen Djamel Mesbah, ein in der Schweiz absolut bekanntes Gesicht, das es aber nicht über die Jugend des FC Basels sowie einem Armutsbezeugnis bei Aarau noch vor den traurigen Biel-Niedergängen reichte)


Dzemaili (Bari-Parma 0:1): Erscheint heute etwas nervös. Zu fehlerhaft und manchmal zu ungestüm (5.5)

Kasami: (Palermo-Catania 3:1): Nur wenige Minuten der Nachspielzeit, nicht bewertbar, steht für den Mannschaftskollegen und MomentumsGenie Javier Pastori bei dessen Auswechslung für die Standing Ovation Spalier)

Lichtsteiner (Lazio-Napoli 2:0): Passt in der Defensive sehr gut auf und beteiligt sich - als zusätzlicher Stürmer (!) mit herausragender Beständigkeit in der Offensive (Bewertung: 7, deutlich über dem Mannschaftsschnitt)

Berardi (22, CH-U21-Spieler aus der Lugano-Jugend, seit 2005 bei Brescia; Bologna-Brescia 1:0): Aufmerksam ohne grosse Meilensteine zu setzen (6).

Ziegler (Sampdoria-Chievo 0:0): Bleibt in der eigenen Platzhälfte und schaut zu. Hätte offensiv angesichts des Gegners auch mehr investieren können (5.5).

Padalino (item): Kommt in der 63. Minute für Koman, vergibt eine gute Chance und wird wegen Verletzung vorzeitig wieder abbrechen - verlässt die Mannschaft wegen Aufbrauchung des Wechselkontingents zu zehnt (5.5).

Fernandes (Sampdoria-Chievo 0:0) Gewinnt viele Zweikämpfe im Mittelfeld und lanciert gute Gegenstösse (6).

Von Bergen (Fiorentina-Cesena 1:0) Mit Innenverteidiger-Partner Benalouane gelingt es ihm relativ gut, während des ganzen Spiels Adrian Mutu in Schach zu halten - bis auf das Tor von von Alberto Gilardino, dem er zugesteht, sich zu drehen und Torhüter Antonioli zu pulverisieren (5.5).

Das wär's von der Serie A schon wieder gewesen. Man gratuliert auf den heimischen Plätzen im Übrigen wieder mal Margairaz, der zum 613. Mal ein Aufgebot von Gottmar auslassen muss, weil sein Körper nicht nach Feusisberg will. Schade, so unverständlich das Aufgebot zum vornherein auch war.


Man hätte stattdessen auch mal Dzemaili mitnehmen können. Es kann ja nicht schaden, auf den zwei zentralen Mittelfeldpositionen Inler, Schwegler und Dzemaili zu testen, aber wie oben bereits erwähnt ist es offensichtlich König Gottmar nicht danach, neue Varianten zu testen (zumal die Alternative zu Margairaz nun ja Costanzo ist, also auch kein Flügel-affiner Spieler).

Montag, 8. November 2010

Ein Heer von Zwillingen

Der Titel ist natürlich eine Würdigung des hauseigenen Tigers (mehr Miezekatzerl, aber sag's ihm bitte keiner).
Und wovon spricht man hierbei eigentlich? Nun, der Schweglerpirmel zieht dieses Wochenende einträchtig gegen Wolfsburg dem Benaglio einen unhaltbaren Schuss in den Winkel. Amen, als geschehe es jede Woche. Zusätzlich legt er davor Gekas einen uneigennützigen Assist erster Güte ab. Auch gut. Womit wir schon in Italien angelangt sind.
Da verliert Von Bergen mit Cesena standesgemäss in Turin bei der Alten Dame 3:1, nachdem man auch noch geführt hatte. Von Bergen spielt durch, kassiert drei Tore und wird immer noch mit 6.5 bewertet, als Klassenbester der Verteidigung wohlbemerkt.
Gögi Inler, potentiell neuer Captain unserer Heereself und seit jeher umstrittene Figur im Mittelfeld, legt für Udine einen Kopfball auf den zweiten Pfosten ab, von wo dann der Führungstreffer entsteht. Schiesst zweimal brandgefährlich auf den Torhüter, der darauf nur in höchster Bedrängnis abwehren kann. Bewertung? Ebenfalls ein 6.5 mit der Begründung, er verliere keinen Ball und jeder seiner Pässe lande beim (mannschaftseigenen) Empfänger. "J-e-d-e-r."
(Ziegler spielte 1:1 gegen Catania, unauffällig, wenn auch mit grossem Aufwand.)

Und was hat das mit dem Titel zu tun? Bei N'Kufo schrie jeweils die ganze Nation, der habe einen Zwillingsbruder und spiele nur in der Nationalmannschaft jeweils so schlecht, das sei doch unverständlich.
Dasselbe Phänomen trifft bei der halben Auswahl zu. Barnetta? Derdyiok? Lichtsteiner? Behrami? Alle haben sie Zwillingsbrüder!

Nur Alex Frei, den darf man sowohl im Club wie auch in der Auswahl auspfeifen, der ist und bleibt einfach schsse, erst recht nach seinem egoistischen Ich-bleibe-einhalb-Entscheid (merkt eigentlich jemand, dass ich mich mit dem Ausdruck "Nati" in der geschriebenen Sprache schwertue?).

Freitag, 29. Oktober 2010

Trejfenes Handy - Schulausschluss



9 (neun!) Girlies aus dem BJJ-Sem(inar, Beis Jaakov Jerushalajim) sind aus der Schule geworfen worden, weil sie Handys besitzen, welche nicht als "koscher" (siehe erstes Bild) oder regelkonform zertifiziert wurden (Handys mit SMS-, GPS oder Internet-Zugang sind verboten, da sie direkten Zugang zum Purgatorium von unerlaubten Kontakten, Fussballresultaten und offensichtlich auch zum skandalösen Livestream von onlysimches.com verschaffen).
Ynet.co.il berichtet, dass anfangs des zwölften Schuljahrs ein Mädchen in der Klasse mit Handy in der Hand hochgehüpft ist und verkündet hat, dass sich ihre Freundin eben verlobt habe. Die Lehrerin bemerkte so, dass sie diese fröhliche Kunde per SMS in Erfahrung gebracht haben musste und rief unverzüglich nach dem Rektor. Dieser durchforstete in seinem investigativen Chapp gleich auch noch den SMS-Speicher und fand noch acht andere Ladies, die SMS empfangen oder versendet hatten. Resultat: alle neun wurden der Schule verwiesen.

Eine Schülerin sagte aus, es gebe Mädchen, welche sich ein solches koscheres Telefon zusätzlich erwerben würden, um es vorzuweisen, wenn sie erwischt würden (als ob das hilft...). Niemand wolle aus der Schule geworfen werden, wenn es nur noch 6 Monate gehe bis zum Beginn der Schidduch-Saison (ist ja wohl auch das einzige Problem).

Wir posten diese Geschichte aus verschiedenen Gründen. Erstens sind wir froh, dass in wenigen Stunden Shabbes ist und somit die Problematik der Verleitung durch SMS für wenigstens einige Stunden wegfällt. Zweitens möchten wir für Guysolino's Theorie des teuflischen Einflusses der USA auf unser tägliches Leben ein weiteres Beispiel bringen - dies unter der mutigen Annahme, dass Handys wohl in den USA erfunden wurden(, wobei mir in den nächsten 613 Sekunden sicher ein Partywisser einen Entgegnungslink präsentieren wird). Drittens und insbesondere widmen wir dieses Mail unserem theologisch verwirrten Kollegen Johan Vonlanthen. Über ihn berichtete heute Kollege Bernhard im Blick (Blick-Artikel), dass eher seltsame Forderungen des bekennenden Adventisten an seinen potentiellen Arbeitgeber Hapoel Tel Aviv gestellt wurden, welche angeblich eher wenig Anklang finden. Wir schlagen deshalb vor, Herr Johan solle doch einfach die Möglichkeit von Spielpraxis annehmen, spielen und sich wieder in den Dunstkreis von König Ottmar spielen. Erstens brauchen wir ihn da dringend, zweitens braucht er den Fussball (für alternative Karrieren ist es womöglich schon zu spät) und drittens kann er ja sein religiöses Gewissen beruhigen, indem er sich ein koscheres Handy und eine Hapoel-Kippa kauft.
Und zum Schluss noch dies:

Man wollte diesbezüglich kein eigenes Posting eröffnen, aber zur Koscherversorgung in der Stadt Zürich folgende Kurzszene heute Morgen in der neu eröffneten Bäckerei Lassova an der Waffenplatzstrasse. Die Szenerie sieht nach Work-in-progress aus. Die Decken sind wohl noch zu verputzen oder zu renovieren, die Gebäck-Möbel sehen aus, als seien sie aus Mahagoni, einige Backwaren sind effektiv neu und sehen lecker aus. Natürlich fehlen auf den Auswahlkarten die obligaten Schreibfehler nicht (weiss gleich keinen mehr, hat aber ein paar gute darunter). Nur das Personal (u.a. die obligat-schöne Schwiegermutter) ist noch dasselbe. Man kommt also am Freitag Morgen um 08:00 rein und will Challes.

CC: Haben Sie Challes?

L(assova): Ja.

CC: Kann ich welche haben?

L: Grosse gibt es keine mehr. Ich kann aber anrufen und sehen, ob noch welche kommen (AdR: Nochmals zur Erinnerung, es ist Freitag, 08:00 Uhr).

CC: Wieviel kosten sie denn?

L: Fr. 5.50 für die grosse (bei FbF sind sie auch nicht günstig, kosten aber Fr. 4.50 für die etwa gleiche Grösse).

CC: Okay, ich geh dann mal. Danke!

L: Kaufen Sie doch was anderes, wollen Sie nicht einen Kuchen?


Ich glaube, ein weiterer Kommentar erübrigt sich. Gut Shabbes.

Montag, 25. Oktober 2010

Serie A-Roundup zum Wochenende und Danke SF

Fernandes (Chievo - Cesena 2:1) wird in Verona in den Himmel gelobt. Ein Mann für alle Positionen, für alle Jahreszeiten (Note 6).
Von Bergen (Cesena) spielt eine sehr ordentliche und konzentrierte Partie, lässt sich in der Schlussphase aber zweimal vermeidbar und unnötig verwarnen und wird sodann vom Feld gestellt. Und prompt kassiert Cesena noch das 2:1 (Note 4.5).
Dzemaili (Parma - Roma 0:0) spielt eine ordentliche Partie, verteilt Bälle offensiv und verteidigt mit. Übertreibt es aber offensichtlich mit Weitschüssen, welche zumeist meterweise übers Tor segeln (Note 6.5).
Inler (Udinese - Palermo 2:1) fällt auf den ersten Blick nicht auf, ist aber über die gesamte Spielzeit überall anzutreffen und hilft aus, wo Probleme anzutreffen sind. Dem Siegtreffer von Udine geht ein Kopfball von Gögi voraus, der sich auf den langen Pfosten setzt. Ist mit Asamoah derzeit eines der eindrücklichsten zentrales Mittelfeld-Paare (Note 6.5).
Ziegler (Inter - Sampdoria 1:1) Inter staubt am Ende doch noch ein Unentschieden ab und hat gute Chancen. Ziegler's Gegenspieler ist das brasilianische Jungtalent Coutinho - und er hat ziemlich alle Hände und Füsse mit ihm zu tun, was ihm nicht zu gut bekommt. Am Ende bringt er eine brandgefährliche Flanke herein, welche Pazzini nur mit viel Pech zum Tor verwerten kann (Note 5.5).
Wir gratulieren ausserdem dem SF für seine weiterhin katastrophalen Matchberichte. Sie sind an Emotionslosigkeit kaum zu überbieten und sind eine Anreihung von Floskeln und hochgespieltem Fachwissen, dass es dem (v.a. internationalem Format gewohnten) Zuschauer übel wird. Höhepunkt ist wohl, dass in der samstäglichen Zusammenfassung von der Auswärtsniederlage von Luzern gegen Xamax nicht mal für nötig empfunden wurde, den Originalton wiederzugeben, sondern irgendeine akustische Fussballeinspielung eingespiesen wurde mit Zuschauerschreien bei Einwürfen und Auswechslungen. Hauptsache, man kann in den Berichten immer noch geflügelte Worte zu Wurst-Konsumenten (blanker Neid), schlafenden Kindern und kuschelnden Secondos einsetzen. Eine Zumutung.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Rettet Alex Frei

Nebbisch. Alex Frei darf nicht weiter ausgepfiffen werden. Der hat so viele wichtige Tore für unsere Nation geschossen, dass man sich nicht weiter über ihn aufregen darf. Man soll das Monument unseres Nationaltorhüters nicht weiter ankratzen oder demontieren. Insbesondere soll man ihm aber auch behilflich sein und an der Demontage seiner selbst nicht unterstützend wirken. Einmal angefangen dabei, dass man ihn nicht weiter als Stürmer aufbietet, sondern als kreativer Assistent von Gögi Inler. Letzterer soll das machen, was er am besten kann, nämlich, giftige Tacklings einzustreuen und zu zerstören. Nix mehr. Keine 7 ankommende offensive Pässe von 10, da kommt er offensichtlich mit dem Zählen nicht mit. Stellt ihm Frei daneben, der lässt sich nämlich ihnehin ständig in diese Position fallen und das Problem ist gelöst (die realistischere Variante wäre wohl, wieder eine FCZ-Achse mit Gögi und Blerim zu schaffen, aber offensichtlich hat hierbei Gottmar eine andere Auffassung).
Eine weitere Abhilfe zugunsten von unserem nationalen Patienten Alex Sensibelchen Frei wäre, dass man ihm ab sofort verbietet, Standards zu schiessen. Er soll von mir aus die Captain-Binde behalten, er soll weiter auf dem Feld rumschnattern und das Privileg geniessen, dem Unparteiischen, seine ungefragte Meinung unter die Nase zu halten, aber er soll uns bitte von uneffizienten Freistössen verschonen.
Aha, so also. Und wer soll sie denn bitte sonst schiessen? Reto Ziegler. Der liegt mit Sampdoria an diesem Sonntag gegen Fiorentina in der 80. Minute mit 0:1 zurück, steht alleine vor den Ball und der französischen Giglio-Ikone Sebastien Frey und rumst den Ball präzise über die Mauer hinter den nahen Pfosten. Und Sampdoria gewinnt das Spiel am Ende mit einem weiteren Tor von Antonio Cassano. Sedö lüeg zu Ziegler:

Mittwoch, 4. August 2010

Ethnologie-Nachhilfe für SF DRS

Thierry Doubai in Aktion

Nein, es liegt uns fern, dem Schweizerischen Monopolfernsehen Rassismus vorzuwerfen. Das würde zu weit gehen. Deutlich zu weit. Auch unterschwellig wäre ein solcher Rassismus nicht festzustellen. Aber worum geht es eigentlich? Zur Illustration deshalb drei Szenen, allesamt aus dem Reich des runden Balles und des neunzig Minuten langen Spiels.

Erste Szene: Sie spielt sich vor ca. 1-2 Jahren ab. Es spielt gerade die Schweizer Nationalelf, hierzulande durch ehrlichen Werksfussball bekannt und durch die Tatsache, dass sie durchwegs die Zwillingsbruder der im Ausland erfolgreichen Söldner beschäftigt. So auch der Fall bei Blaise N'Kufo. Der gute Herr schiesst in Holland Tor um Tor, reiht sich bei Twente Enschede in die Annalen der Ehrenbürger und der Topf-Torschützen ein. Sobald er aber für das Schweizer Kreuz auftritt, bringt er kaum ein Bein vors andere und der Ball muss ihm schon fast an die Lampe gehämmert werden, damit er sie reinbringt. Jedenfalls kommentiert unser lieber Panzerknacker-Sascha Rüefer das Spiel gegen Griechenland (man dankt dem Gurens für die Eingebung). Mitten in der Szene des Führungstors der Schweiz durch N'Kufo kriegt sich Rüefer fast nicht mehr ein und brüllt in seiner inzwischen unfehlbaren Panik "FÄÄÄÄÄRNAAAAANDÄÄÄÄÄS!!!". Gut, wird der geneigte Leser sagen, kann ja mal passieren.

Deshalb gleich die zweite Episode:
Diesmal ist es der der Kommentator, welcher sich der Kenntnis des Redaktors entzieht. Aufgrund der unterschwelligen Fahne und der etwas lottrigen Stimme dürfte es wohl Beni National gewesen sein. Kulisse bildet diesmal die Finalissima 2010 und nämlich genau die Szene, welche zum zweiten Tor für die Basler (bekanntlich gegen YB) führt. Ein langer Ball aus der Basler Verteidigung findet im Sturm einen Abnehmer und da entfährt es Thurnheer urplötzlich, mitten im Übereifer des Ad hoc-Kommentierens (passiert beim SF im Allgemeinen nie, es wird immer nur nacherzählt, hierfür fehlt schlicht die Qualität): "Gegenstoss über Henri Bienvenue!" Natürlich war der Angriff über Zoua-Jacqui und nicht durch einen YB-Spieler. Aber das geht Beni im Trubel der Aufregung völlig ab. Zurück bleibt einfach dieser unglaubliche Fehler. Wir haben aber einen Spielkalender-Manipulator, welcher uns vorschreibt, wer die beiden grössten Meisterkandidaten sind, welche im letzten Spiel für die Kulisse gegeneinander zu spielen haben, damit das Fernsehen den grösstmöglichen Nutzen davon trägt. Und dann stellt man so einen Unfähigen hin. Aber damit nicht genug.

Die dritte Szene: Heute Abend spielt YB unter den Augen und Kommentaren von Beni National auswärts gegen die Ferienstellvertretung von Fenerbahce (anders kann man sich solch eine Leistung von einer 100 Mio-Truppe nicht erklären). Das Spiel nimmt seinen Lauf, YB geht in Führung und spielt sich mehr oder (wohl eher) weniger durch die zweite Halbzeit. Doubaï, der wohl meistüberschätzteste Spieler der Axpo Gurkenliga, wird ausgewechselt und mit Hochstrasser ersetzt. Kurz darauf, bei einem der 613 Kontern von YB, geht Bienvenue den Flügel runter und kommt zu einer Chance. Thurnheer dazu: "Achtung, jetzt Doubaï am Ball, was macht er mit dem Ball?" (und damit wird noch ausgeblendet, dass heute Beni ausserdem 15 Minuten vor Ende anfing zu kichern, dann erklärte, dass er lachen musste, weil daran denken musste, dass jetzt eigentlich YB-Viertelstunde sei; dass er zudem teils minutenlang schwieg; dass er sodann vom Tempo des Spiels derart überfordert war, dass ihm nur noch animalische Oooohs und Aaaahs entfuhren)

Die Frage ist aber dann, was wir mit dieser Problematik machen und wie man sie beispielsweise berücksichtigen muss. Ist es vielleicht doch unterschwelliger Rassismus? Ist es lediglich die Faulheit eines Berufsschwätzers und Konzessionsträger unseres Rechtsstaates, sich die Mühe zu nehmen, bei dunkelhäutigen Akteuren nicht einfach auf die Hautfarbe abzustellen (womöglich auch noch mit einer mentalen das-isch-doch-eh-alles-s'Gliich-Verschlimmbesserung)? Ist es vielleicht das letzte Argument verbunden mit der schieren und verzweifelnden Unfähigkeit, während den ganzen 90 Minuten den Kopf bei der Sache zu behalten, keine Leibchen zu verwechseln und etwas ganz Kleines zu berichten, das man nicht selbst schon weiss? Das Problem ist doch, dass es einmal passieren kann. Dann ist es peinlich, dann kann man sich innerlich einen Schamecken anröten und fertig - es ist kein Thema daraus zu machen. Dass es aber in so kurzen Zwischenräumen immer wieder dazu kommen kann, ist peinlich, beschämend und primitiv.