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Mittwoch, 4. Januar 2012

Migros-Käse und mikrobielles Lab

Yves Bourgignon und die Chassidus Chübelsack-Aussendienststelle für Kulinarik und Rebellion haben durch Recherche in Erfahrung gebracht, dass die MIGROS in ihrem Käsesortiment nun ebenfalls Buch führt über die Käsesorten, welche ohne Lab aus Rindermägen hergestellt werden. In diesem Sinne erlauben wir uns, Teile der Kommunikation mit MIGROS an dieser Stelle zu replizieren:
Folgende Produkte der Migros wurden ohne tierisches Lab hergestellt:
Sämtliche Milchfrischprodukte unseres Eigenproduktionsbetriebes Estavayer Lait SA (ELSA) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Beachten Sie das ELSA-Signet oder Betriebszulassungsnummer 2434 auf der Verpackung.
Sämtliche Quark-Produkte (Quark nature, Quark M-Budget, Bio Magerquark, Früchtequark, Léger-Quark, Quark-Crèmen) werden ohne tierisches Lab hergestellt. Die Quark-Desserts enthalten Gelatine.
Die in der Migros erhältlichen Mozzarella-Produkte aus Kuhmilch der Marken Alfredo, Santa Lucia (Galbani), Léger und M-Budget sowie der Migros Bio Mozzarella (2006.086) werden mit mikrobiellen Lab hergestellt. (Mozzarella di Bufala (2126.818) dagegen wird mit Kälbermagenlab hergestellt).
Auch Kiri, Babybel und alle Cantadous werden mit mikrobiellem Lab hergestellt.
Der Feta Mikos (2125.940) wird mit mikrobiellem Lab hergestellt.Für den Feta Xenia (2125.951) und den Xetabel (2125.760) wird dagegen Kälbermagenlab verwendet.
Hier ein paar weitere Beispiele von Produkten, welche ohne Kälbermagenlab hergestellt werden (Änderungen vorbehalten):
Artikelnummer
Produktname
2101.270.240.00
Léger Rustique
2101.277.240.00
M-Budget Schweizer Hartkäse
2104.051.060.00
Sennenmutschli 1/4 Laib
2104.070.240.00
Luzerner Rahmkäse
2104.070.242.00
AdR Luzerner Rahmkäse
2104.110.040.00
St. Paulin 1/2 Laib
2104.110.060.00
St. Paulin 1/4 Laib
2104.110.220.00
St. Paulin 150g
2104.113.040.00
SE St. Paulin 1/2
2104.118.240.00
Léger Minitaler
2104.143.040.00
Gomser Raclette 1/2 Laib
2104.279.240.00
Raccard Scheiben Moscato
2104.340.240.00
M-Budget Schweizer Halbhartkäse
2104.711.000.00
Reibkäse Pizzamischung
2104.789.240.00
Bio Familie-Chäs
2123.851.260.00
M-Budget Allgäuer
2124.052.260.00
M-Budget Gouda
2124.230.220.00
Fol Epi 150g
2125.173.220.00
Chamois d'Or 150g
2125.671.220.00
Le Vieux Pane
2125.673.220.00
Le Chaumes
2104.051.025.00
Sennenmutschli
2104.070.025.00
Luzerner Rahmtilsiter
2104.082.025.00
Léger Tilsiter
2104.143.025.00
Gomser Raclette
2104.160.025.00
AdR Walliser Bergkäse
2104.160.065.00
Gomserkäse
2104.164.025.00
AdR Dallenwilerkäse
2104.216.025.00
Spycherkäse
2104.249.025.00
AdR Lenker Bergtummeli
2104.360.025.00
Don Olivo
2104.505.025.00
AdR Lenker Kräuterkäse
2104.789.025.00
Bio Familie-Chäs
2105.053.025.00
Couronne
2105.166.025.00
Dallenwiler Geisskäse
2124.026.025.00
Stilton Vieux
2124.230.025.00
Fol Epi
2124.951.025.00
Englischer Cheddar
2125.107.025.00
St. André
2125.110.025.00
Peyrigoux
2125.173.025.00
Chamois d'Or
2125.211.025.00
Chavroux
2125.563.025.00
Brie Coeur de Lion
2125.609.025.00
Bresse Bleu
2125.673.025.00
Chaumes
2125.675.025.00
St. Albray
2125.740.025.00
Brebiou
2125.880.025.00
Cambozola
Frischkäse können in der Regel problemlos ohne tierisches Lab hergestellt werden. Für Weich-, Halbhart- und Hartkäse sind Labersatzstoffe aus qualitativen Gründen weniger geeignet.
Chassidus Chübelsack wird darüber hinaus demnächst eine Liste der Käsereien publizieren, welche Produkte mit künstlichem Labersatz herstellen. Auch in der Reihe "Demnächst" künden wir einen Exklusiv-Report über die Fondue mit mikrobiellem Lab der Schaukäserei Kloster Engelberg an.

Donnerstag, 2. Juni 2011

44 Gründe, das religiöse Judentum zu verlassen

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Baranes neuer Restaurateur der ICZ?

Dieses Wochenende war besonders interessant. Erstens stellt sich heraus, dass die guten Mutes Tickets für das Heimspiel gegen Thun vom Mittwoch in keiner Weise zu optimistisch erworben worden waren. Zweitens verbrachte man einen geglückten Lag Baomer-Nachmittag. Sprich während der ersten Halbzeit tat man noch etwas sozial, beschäftigte sich mit Feuer und Fleisch und spähte alle 6.13 Sekunden auf den Spielstand. Nach der Hälfte dann gab es kein Halten mehr, weder auf dem Platz noch vor dem Bildschirm. Verrückt schöne Perspektiven für einen verrückt unterhaltsamen Mittwoch Abend...
Und dann war wieder mal der interessante Blick in die JüZ. Diese Woche wurden zwar keine Scheitel in Schwimmbädern oder im Purim-Vollsuff liegen gelassen, es wurden auch keine neuen esoterischen Rituale für Bündner Bergdörfer in den Raum gestellt. Und dennoch wurde auch diesmal das obligate Schmankerl nicht vorenthalten.
Da publiziert also Baranes auf einer Achtelseite ein Inserat mit dem übrigen Blabla, seiner notorischen Erfahrung in Restauration, Hotellerie und sonstigen Institutionen, mit welcher er nun das einzige koschere Grillrestaurant der Stadt führt. Dann wird's aber erst richtig interessant: Auf geschätzten 20 Zeilen wird darauf hingewiesen, dass wieder einmal das Gerücht kursiere, das Baranes-Lokal stehe aufgrund finanzieller Probleme vor dem Aus. Was in dieser Art natürlich überhaupt nicht stimme. Im Gegenteil: Bald werde eine Bäckerei/Konditorei, eine Pizzeria (Déjà vu?) sowie ein Eventsaal für 500 Personen eröffnet.
Nun, gleichzeitig weiss jeder, dass sich die ICZ für eine Restaurationsvariante entschieden hat, um einen eigenen umfangreichen fleischigen Betrieb in ihren renovierten Lokalitäten instand zu setzen.
Ein Lokal für 500 Personen zu finden, ist in der zunehmenden Platzknappheit der Stadt Zürich, kein einfaches Unterfangen. Grosszügig ausgelegt könnte dieses Kriterium auch auf die Räumlichkeiten der ICZ zutreffen. Dass hierin auch für (zumindest einen Teil der) Ausweitung der gastronomischen Aktivitäten der "Baranes-Gruppe" zutreffe, ist zumindest denkbar.
Wie gesagt, es ist ein Gerücht und eine Zusammenarbeit würde sich somit wenigstens logisch erklären lassen. Dass der Schreibende dies zumindest für die ICZ als eine sehr schlechte Idee hält, basiert vor allem auf persönlicher Einschätzung von Potential, Fähigkeiten, Zumutbarkeit und letztendlich Transparenz einzelner Beteiligter.
Hoffen wir also auf das Beste (bzw. auf etwas besseres).

Donnerstag, 19. Mai 2011

Challes-Alarm!

Wir stützen uns wie immer auf Quellen, die wir nicht persönlich kennen und denen wir die Beaufsichtigung unserer Kinder kaum zutrauen würden. Aber es scheint die Shmueh zu kursieren, dass die berühmt-berüchtigte Zürcher (bzw. Affoltermer) Gourmet-Bäckerei Lasova (neuerdings sogar mit einer eigenen Homepage!) für den kommenden Schabbat in Lieferengpässe geraten könnte bzw. gar nicht produzieren werden kann. Entgegen der Zürcher Usanz, dass in solchen Fällen vor allem Hechscher-Probleme angeführt werden können, scheint die praktische Hürde gemäss den Nachforschungen von Yves Bourgignon von der JLFG (JLeague Foundation für Gourmologie) diesmal darin zu liegen, dass ... der Bäcker das Weite gesucht hat. Na dann, gute Besserung.

Eyn Kemach - eyn Torah.

Eyn Ofeh - eyn Challot.


Wir bleiben dran. Vielleicht hat der Backmeister ja den letzten IGFKL-Update erhalten, wonach urplötzlich die halbe Migros-Milchprodukte-Palette nicht mehr als koscher zu betrachten ist. Was in diesem Produkte-Volumen doch ein ziemlich merkwürdige Kehrtwende ist.

Sonntag, 9. Mai 2010

Das leise Ende der Coop-Truthahn-Schnitzel aus Israel

Zuletzt Ende Oktober letzten Jahres wurde an dieser Stelle vom traurigen Verschwinden des Coop-Artikel-Schlagers Nummer Eins rapportiert und einer entsprechenden Stellungnahme des Coops. Nachdem das Mail immer noch in der Redaktions-Inbox rumlungerte und auf die Dauer keine weiteren Follow-Ups seitens Coop unternommen wurden, ist eine weitere Anfrage erfolgt, deren Rückmeldung durch den Kundendienst des Grossverteilers dem werten polnischen Fleischkonsumenten nicht vorenthalten bleiben soll:

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir nach wie vor kein koscheres Ersatzprodukt für die Trutenschnitzel in unserem Sortiment haben. Wir können Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider nicht sagen, ob und wann eine entsprechende Alternative angeboten werden kann. Dürfen wir auf Ihr Verständnis hoffen?

Das Coop-Sortiment wird im Sinne einer steten Optimierung in regelmässigen Abständen genau unter die Lupe genommen wird. Die besagten Trutenschnitzel sind aus qualitativen Gründen aus dem Sortiment gestrichen worden.

Es tut uns Leid, Ihnen keinen anderen Bescheid geben zu können. Es würde uns freuen, Sie weiterhin bei uns begrüssen zu dürfen.

Man muss nicht viel von der Angelegenheit wissen, um zu verstehen, dass offensichtlich qualitativ relevante Mängel beim Produkt bestanden, welche Coop dazu veranlassten, die Einstellung des Vertriebs der berühmten Coop-Schnitzel zu verfügen. An sich und gemäss obiger Begründung ein legitimer Akt. Jedoch stellt sich nun a posteriori dennoch die Frage, was wir nun eigentlich während Jahren konsumiert haben. Verfütterte russische Antibiotika? Zermalmte chinesische Tigermembren? Shiraim von der Rebbezen? Und wieder steht der Konsument mit noch weiteren Fragen im Raum, auf welche er diesmal jedoch keine Antwort erwarten darf, ausser der Gewissheit, dass es wohl besser ist, den Menüplan inzwischen notgedrungenermassen angepasst zu haben. Und der Hoffnung, dass in fünf Jahren nicht einer auf die blöde Idee kommt, die Produktion von Zweifel Paprika-Chips mit derselben Begründung einzustellen. Lau oleinu.

Dienstag, 4. Mai 2010

Gibt es im IKEA eigentlich Koscherprodukte?

Auf dem gestrigen erneuten Familienausflug in den IKEA (nach der israelischen Devise Weisst Du nicht wohin, dann geh mal in ein Einkaufszentrum) hat sich der heimische Möbel-Lego-Fetischist wieder einmal gefragt, ob es eigentlich auch eine Legitimation gibt für diese abartig mundend aussehenden Heringsorten in der IKEA-Lebensmittelabteilung. Unsereins müht sich wöchentlich mit versalzenen, geschmacklosen oder einfach ätzenden Hering-Variationen, während wohl der Nordländer es viel eher versteht, kulinarisch verständlichen Hering vorzubereiten als der Polakke von nebenan. Also hat man kurzum eine interaktive Forschung betrieben und entdeckt, dass IKEA eine ziemlich umfassende Liste von koscheren Artikeln führt, auf welche hiermit hingewiesen sei Bezeichnenderweise stammt die Liste von der jüdischen Gemeinde in Edinburgh, Irland, und aus dem Jahre 2006. Ja, hat denn Stockholm keine eigene Koscherliste? Dodoch, hat es. Nur stammt die aus dem genau gleichen Alter und führt merkwürdigerweise keine IKEA-Artikel. Churban Brünzel hat jedenfalls einmalgetestet und kann die Empfehlbarkeit auf unverbindlicher Basis und natürlich höchst inoffiziell nur bestätigen.

Öffentliche Geheimtipps: Dillchips (unbedingt Fish Roe-Paste (Lachsrogen- und -forellenpaste) drüber schmieren, Senapssill (Senfhering), Sourcreamsill)

Jüdischer Ohrensaft: The jew's ear juice


Dass die Chinesen einen seltsamen kulinarischen Kult betreiben, überrascht inzwischen niemanden mehr. Den letzten Stirnrunzler in dieser Hinsicht favorisiert aber folgende Entdeckung unseres werten Majestikulix, welcher der Schreibende aufgrund seines ausgezeichneten und unerbittlichen Gespür für Tagesaktualität und brennende Stories (der Pulitzerpreis im Jahre 2613 steht schon bereit) nachgehen musste.
Im Internet kursieren für den jüdischen Ohrensaft zwei Theorien. Der weniger fundierten gemäss handelt es sich hierbei um eine falsch buchstabierte Version des juciest juice. Dies ist aber wenig mehr als ein freundlicher Erklärungsversuch. Tatsächlich handelt es sich jedoch um den Saft eines asiatischen Pilzes, welcher in unseren Breitengraden als Judasohren (oder Holzohren, Holunderschwamm, Wolkenohrenpilz oder auch ganz einfach Mu-Er) bezeichnet wird. Gemäss selbsternannten Gourmetpäpsten ist dessen Saft eine Delikatesse und in der Zubereitung ein ziemlich schwieriger Prozess, welcher das latente Risiko eines minderwertigen Endproduktes mit sich bringt. Ob man sich im Wissen um diese Tatsache einer chinesischen Aludose anvertrauen will, das sei schliesslich jedem selbst überlassen. Angeblich riecht es irgendwo zwischen Bratensauce und Apfelessig und schmeckt dabei in einer bemerkenswerten Steigerung wie schlecht gegorener saurer Most (da Mehlbeere und chinesische Datteln beigemischt werden). Erhitzt schmeckt das Getränk eher nach einer Spaghetti-Sauce und angeblich nun merklich besser. Ob das Produkt hier bereits erhältlich ist, entzieht sich der Kenntnis genauso wie die Tatsache, ob ein Handirr-Mullah schon drigspeuzt hat.

Montag, 1. Februar 2010

Eyal Golasa's zur S.S. Lazio geplatzt (editiert)

Gemäss übereinstimmenden Meldungen in den einschlägigen Medien wechselt der israelische Stürmer Eyal Golasa (für weiterführende Groupie-Informationen persönl. Homepage, Wiki, Transfermarkt) von Maccabi Haifa zur S.S. Lazio (ja, die heissen wirklich so, società sportiva).
Auszüge des Könnens dieses jungen Mannes kann man sich weiter unten zu Gemüte führen. Ganz so berauschend ist es jedenfalls nicht, zwei Schüsse abgefälscht, beim letzten Köpfler steht er zudem im Offside.
Derweil stehe ein weiteres israelisches bzw. israelitisches Jungtalent, Gai Assulin, welcher derzeit bei der Nachwuchsmannschaft des grossen FC Barcelona unter Vertrag steht, in Verbindung mit dem Hofe von Arsène Wenger und dem Arsenal FC.
Und zu guter Letzt sei Yossi Benayoun in Liverpool aufgrund des Saisonverlaufs desillusioniert über die Perspektiven der Mannschaft und wolle seine Karriere woanders fortsetzen. Sachen gibt's. Wenigstens ist man zum Wochenstart schon wieder über alles Wichtige auf dem Planeten informiert.
EDIT: Eyal Golasa hat sich inzwischen nach einer vertraglichen Auseinandersetzung entschieden, seine Karriere doch bei Maccabi Haifa fortzusetzen. Nachdem er schon in Rom aufgetreten war, dort Ghetto und Synagoge besucht hatte und merkte, dass er im Hinblick auf womöglich bestehende vertragliche Bindungen doch nicht in Italien spielen will.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Idan Raichel Project kommt nach Zürich

Neues Jahr, neues Glück. Ja, auch der Blog von Chassidus Chübelsack hat sich für den neuen Kalender viele Vorsätze vorgenommen, jedoch wird es im Strom gegen die Landläufigkeit eher aufs Zunehmen, Expansion und natürlich wieder die jüdische Eroberung des Weltkapitals und aller Heiden ausgerichtet sein.
Eine erste Duftmarke setzen wir hier einmal mit einer kulturellen Avance und dem Vorschlag, man könne doch auch wieder mal ein Konzert besuchen. Und für einmal ist es nicht mit einer Spendensammel-Aktion verbunden oder mit einer Tombola, wo's gestrickte Socken zu gewinnen gibt, sondern einfach nur Kultur pur. Nämlich kommt der "Peter Gabriel des Nahen Ostens", wie es das Moods in der Konzertvorankündigung beschreibt, am 18. Februar 2010 nach Zürich. Es wird wohl eine etwas andere Aufmachung eines Konzerts sein, wie man es sich von ihm gewohnt ist, da das Motto des Abends unter Nicht-Strom a.k.a. Unplugged steht. Für diejenigen, welche nicht wissen, ob man Unplugged als Brotaufstrich oder im Lichte des Aufschlags des Halbtaxabonnaments zu verstehen habe, hat Chassidus Chübelsack in seinem Fundus einen Live-Mitschnitt eines Konzertes in diesem Sinne ausgebuddelt. Man möge sich also bitte um Tickets bemühen und aufhören, nach faulen Ausreden wie Pauchschmerzen, Pessach-Putzen und Ähnlichem zu suchen. San's grisst.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Panettone-Update

Eminent wichtige Mitteilung für das kulinarische Fortkommen des observatorischen Zentralkomitees von Chassidus Chübelsack, auf freundliche Weiterleitung unseres IGFKL-Maulwurfs:
Gemäss telefonischer Auskunft des SIKS sind die Panettoni und Pandoro's von Melegatti (siehe weiter unten für die genaue Liste) auch ohne Stempel koscher.
Man freut sich also, mampft nun unter dem Engelschweif genüsslich vor sich hin und hofft auf ein baldiges Ende des Herbstes, also auf Glatteis, schwurblige Kälte und Schneestürme. Wie früher halt.

Montag, 21. Dezember 2009

Kosher Panettone & Pandoro von Melegatti

Eine Liste der Services International Kosher Ltd. zirkuliert dieser Tage gemäss welcher die bekannte italienische und internationale Herstellerin Melegatti verschiedene Panettone- und Pandoro-Modelle führt, welche teils einen Koscherstempel tragen und deshalb genüsslichst konsumiert werden können. Neben den Freitagen und den leeren Skipisten am Stephanstag und am 1.1. hat die Feiertagsperiode also noch etwas Positives an sich... (klick auf Bild für konkrete Vergrösserung)

(Unabhängigen Gerüchten eines entfernten Geistesbruders von Churban Brünzel zufolge findet sich der Pandoro Verona auch in lokalen Denner-Filialen zu Fr. 10.75)

Donnerstag, 19. November 2009

Next stop: Gili Trawangan

Liebes Poesie
We just arrived in Gili Trawangan where finally we plan sleeping for more than 2 nights in the same place. Most likely we will stay here until Sunday/Monday and move on to Bali. We first had given it a thought to climb up the volcano of Rinjani, but the weather gets worse on the island of Lombok and it's not advisable to climb up with bad weather. And also Tripogonz is experiencing very acute moments of lazyness and no motivation at all to run up 3000 meters...
Apart from that everything is fine. We had a great time on our cruise from Labuan Bajo along Sumbawa to Lombok with a very friendly crew and a very untalkative old danish cookie (who wore the same t-shirt for 4 days and lost his seemingly only pants last night during heavy winds - they just landed in the sea for good), ate great fish, snorkled like there was no tomorrow and of course had everything documented at lenght on pictures. (Unfortunately, even though we almost got into a stormy night, Kurt didn't join us) We invite you all to our first diashow as soon as we get back. A big highlight was of course the komodo dragons of Rinca and Komodo, very impressive also for animal-scepticists like the princess from the Atlas!
Stomachs are still doing fine. More or less. Tripogonz has his usual cramps in the morning and should actually have more bananas and white rice. And stop trying all sweets handed by friendly locals...
We miss you a lot and if you want to give us some news as to what's happening on the other end of the world (apart from disgraceful mails from the ICZ regarding ISO), please feel free!
@ Dietsch: Merci fuer de Reminder. Sonen lokale Geisha haet mich welle druf ufelupfe, isch aber nuet worde. Usserdem han ich da gmerkt, dass ich mis Siddur verhaengt han. Fuer Wuchetaeg und Shubbes reichts locker, RH waer e wahri Herusforderig und es heiters Raetselrate worde.
@ CC: Nungs, ich han en Bruchteil vo minere Inbox bis jetzt glaese, Ihr haend ja hart eine ade Waffle. 250 Mails, devo mindestens 249 vo oi. Ich danke us ganzem Herze, dass Ihr so insbruenstig a mich denked und mich so wuerdig vertreted. HAS. Bert, Dir e bsunderi Widmig. Choent es Buech schriibe ueber min Halichat Kise. Usserdem han ich es Bild vo Dir, mit welem ich jede Abig rede, bevor ich d'Auge zuemache.
@ Diego: Bin sprachlos. Mer goend morn uebrigens wieder go tauche & daenked a Oi.
@ Gunze: What's new?

Donnerstag, 12. November 2009

Ende gut, alles gut

With the most sincere regards from the Phrasenschwein.
We have arrived in a little town on the south coast of Flores called Ende. Basically we won't be seeing much of this village as we're leaving tomorrow early again towards Bajawa. So originally we had planned to stay longer at Ankermi with Claudia and Kermi for diving, but we decided to extend the travelling part of our journey. Hence we left early. Nevertheless we managed to see quiet a lot. We went diving twice on one day and saw our first little fish (assuming that my mother doesn't read the brackets: they actually were two gorgeous white tip sharks and one eagle manta!). For the first time we managed to get as deep as 27 meters and it was really a great experience. The crew was very friendly and the diving spots very impressive. Of course neither Judith nor me managed to get through our first week without significant protests of our stomachs, so for now we're both on a diet of white rice and bananas...
Today we saw a great volcano, the Kelimutu with its three coloured lakes. We were driven there by two motorbikes and Judith was driving ahead of me. As she was speaking with her driver with many gestures it looked like she was trying to coordinate the traffic... (when obviously there was no car in sight)
By sunday we are to reach Labuanbajo and probably we are going on a 2d-cruise until Lombok. Crazy how fast time is running here. But people are very friendly, mostly try to help you, wave to you when you drive by.

Greets
The travelling indos
PS: @ Gunze: Wow hettsch Du e Simche gha a dene Fisch, grosses Kino
PPS: @ Dienadtour: Mer haend ois und oi bi Ankermi daenn scho aagmeldet fuer s'naechsti Mal, gaell!
PPPS: Grossi Story mit em 66er, han da en Ussekorrespondent vode JUEZ gseh, haet sich spezialisiert uf "Chumres weitab der Medine", sehr interessant.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Coop-Truthahnschnitzel: Aus der Küche geplaudert‏


Nachdem an den Sukkot-Tischen, Shabbatmahlzeiten, Barmizwes, Shidduch-Lounges, in Knäckefrieden und Freudekuchen und sogar in Trauerhäusern von nichts anderem mehr die Rede war (Yves Bourgignon ging letzthin in Effretikon sogar auf die Strasse und brüllte sich in seiner unendlichen Trauer und in bester Mordechai-Manier eine „Zeaka Gdola uMara“ aus dem Leib), hat sich die CC Red Action ein Herz gefasst und hat den Coop-Bunker einmal angefragt, weshalb eigentlich die ominösen Coop-Truthahnschnitzel (Konsumprodukt Nr. eins bei allen Mozei-Late Night-Spachtlern, Last Minute-Shabbes-Organisatoren und notorischen Pseudovegetariern) aus dem Sortiment genommen worden. Wieso wurde uns diese Freude vergellt, wie ein ordentlicher Schweizer Bürger ohne Identitätskrise, im Einkaufszentrum ganz normal in die Kühltruhe zu greifen und einen Sack panierte Truten in den Einkaufswagen zu werfen? Wieso werde ich so bestraft?

Die Antwort des Coop-Kundendienstes folgte in weniger als 1.5 Stunden:

Vielen Dank für Ihren Anfrage. Wir bedauern sehr, dass Sie das Trutenschnitzel aus Israel in unserem Sortiment vermissen.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Fachabteilung müssen wir Ihnen mitteilen, dass die besagten Trutenschnitzel in der Tat aus dem Sortiment genommen wurde. Im Moment sind wir auf der Suche nach einem passenden Ersatzartikel. Bis dahin bitten wir Sie um etwas Geduld.

Es tut uns Leid, Ihnen keinen anderen Bescheid geben zu können. Es würde uns freuen, Sie wieder bei uns begrüssen zu dürfen.

Der Konsumentenblog Ihres Vertrauens bleibt jedenfalls dran und meldet sich, sobald sich eine Entwicklung abzeichnet.

Samstag, 14. März 2009

Long forgotten nochmal: Chassidus Chübelsack auf dem Whiskyschiff am 27. November 2008


Wir geben es zu. Ein nachhaltiges Tastingprotokoll erfordert eine erhebliche Zeit der Formung der geschmacklichen Sedimente und Eindrücke, welche ein solches erinnerungsstarkes Ereignis im Innern eines Aficionado hervorruft. Nach einer langen Zeit der Erhebung der generierten Malzspuren sei deshalb auf dieses jährliche Spektakel hingewiesen, welches auch Whiskyneulingen wärmstens (im wahrsten Sinne des Wortes) empfohlen wird. Wärmstens. Dabei gilt es, im endlichen Stadium der Lechayim-Aufnahmefähigkeit, möglichst nützliche und verwertbare Daten zu erheben, um unter anderem auch die künftigen Erwerbsentscheide für die Hausbar positiv zu beeinflussen. Wobei klar ist, dass das nützliche Zeitfenster einen enge Ablauffrist aufweist und deshalb die Tasteauswahl wohlüberlegt zu erfolgen hat. Was schwierig genug ist. Dazu kommt der Umstand, dass das Whiskyship auch die seltene Gelegenheit bietet, mehr und weniger aussergewöhnliche Produkte zu testen, zu welchen Zugang in einem Nischenmarkt oftmals ziemlich limitiert ist.
Penizillin und Biederkeit
Die Kulisse stellt die gewöhnliche Flotte der Zürichsee-Schiffe, welche regelmässige auch Plattform für verschiedene kulinarische Ausstellungen darstellt. Unter anderem stiefeln auf dem Schiff während der Malzausstellung langnäsige Damen mit fehlenden Absätzen in dunklen und hipledrigen Outfits herum. Wie es für Frauen typologisch eigen ist, ist es einfacher, bei ihnen in der Nähe stehend Aussagen über die erprobten Produkte aufzuschnappen. Was für sich schon ein eigenes Vergnügen darstellt. So kommt man in den ersten Minuten nämlich bereits zu Vorlagen eindrücklicher Aussagen wie "schmeckt wie Medizin", "es gnüegelet" oder "händ Sie au echli Cola dezue?". Oder assistiert Ausführungen über die "Sexyness" des Bowmore-Plakates. Ein paar rüstige Schweizer im Ausgang, die aber aussehen wie Gummihälse, hängen derweil neben einer Vielzahl Fokuhilas und Locos-Mützen um des Styles Willen um die Stände des japanischen Whiskys herum. Was für Linux ein weiterer Grund zum Frotzeln ist. Gohourens lässt sich derweil bei der ersten Probe, angestachelt durch das "Ambiente", zu Aussagen provozieren wie "schmeckt nach Menschenfleisch". Es riecht derweil hauptsächlich nach Hoffikiis, ranzigen Morcheln und Penizillin. Und ein Tunti fragt: "Ist das jetzt aus Weizen?" Einige Frauen stehen nach Volzug ihres kurzen Testprozederes an den Tresen, sabbern alte schottische Aussteller an, in der Hoffnung, die nächste Nacht in einem alten Bourbon zu verbringen. Und vermasseln sich dann alles mit der Bitte um Eis für ihren 30-jährigen Laphroaig. Und die erste eigene Erkenntnis dringt durch: Sherry blockiert den Gaumen wie eine Strassensperre, ist Galle für das Gemüt und wir verzichten deshalb a priori und präventiv auf die Dalmore-Range.
Testsieger: Bowmore 10y mit Finish im Bordeaux-Fass
Und somit direkt zu den Fakten des Abends. Der 12jährige Finlaggan schmeckt wie salziger Sand am Meer und als lecke man an einem vertrockneten fruchtigen Weinkorken. Zur sich wohl entwickelnden Salzigkeit kommt nach wenigen Augenblicken torfige Wohligkeit hinzu. Mit diesem Whisky will man alt werden. Daneben wirkt das gleichnamige Produkt zu 63% im Bourbon-Fass wie 3 Wochen nicht gewaschene Socken kombiniert mit finnischem Tannenholz. Der 18-jährige Rosebank Old Malt Cask wie eine schwangere Himbeere, der Bowmore 23y, cask strenght wie Lachskaugummi an der Pforte des Torfhimmels, der Glen Grant 21y wie eine Zitronenkapsel im Tschulentfass. Der Ledaig 10y wie ein Whisky zu einer Holekrasch oder für das sonntägliche Gipfelischiff. Und der Arsenallegionär kann inzwischen schon gar nichts mehr zuordnen, foazweg. Absolutes Highlight ist aber der zehnjährige Bowmore mit mehrwöchigem Abschluss in einem Bordeaux-Fass. Glücklich derjenige, der sich eine Flasche dort unter die Nägel reissen durfte oder eine geheime Quelle zu dieser Perle erschlossen hat.
Alles danach verkommt daneben zu angenehmem Dessert, reicht dem Vorläufer aber in keiner Hinsicht das Wasser. So auch der 17y Murray Mc David Caol Ila (Caol Ila gehört an sich eigentlich zu den absoluten Musts einer Geniesserzunge, welche eigentlich zu jedem Anlass passen), der, sich in einer Metaphase befindend, blendet, geschmacklich aber sofort stehen bleibt und steil abfällt. Ein kurzes Feuerwerk, das aber umso blumiger wirkt. Wie ein Youtube-Clip des 1. August-Feuerwerks. Oder aber der 13y Signatory Glen Roth mit einem variantenreichen Abschluss, der je nach zerebralem Zustand aber sehr würzig wirkt und bis in die Knie wirkt.
Kurzum: Chassidus Chübelsack freut sich schon heute auf den diesjährigen November, der dem nebligen Choref Sman-Blues entschieden entgegentritt und uns ein erneutes Highlight des Jahres apportieren wird. Lösch-WAU!
Vorgemerkt: Dieses Jahr wartet CC mit einem kulturellen Höhepunkt auf. Am 12. Juli steht das Rigi-Schwinget an, wozu eine Delegation entsandt wird und zu gegebener Zeit gebührlich rapportieren wird.




Sonntag, 8. Februar 2009

Kulinarik: Baranes' Grillplausch


Inzwischen ist die Eröffnung schon einige Wochen her, dennoch sollte man Gelegenheiten beim Schopf packen, wenn sie sich anbieten. Erst recht, wenn es sich um kannibalische Gelegenheiten wie die Eröffnung des neuen koscheren, fleischigen Restaurants handelt. Lange Monate musste die faserliebende Gemeinschaft einer neuen Ära harren und wurde nun mit Chajim Baranes neues Grilllokals entsprechend bedient, was für Churban Brünzel und seine Crew als Anlass einer Go-Mijo-Expedition Spalier wert war.
Zuerst das Lokal. Kleine gelbe Vögel zwitschern von den Dächern, dass dieselben Räumlichkeiten zuvor als italienische Trattoria verwendet wurden. Altes massives Dunkelholz mit vielem Gebälk, weissen Steinwänden und einem sehr eigentümlichen Wohlfühl-Grotto-Groove. Mittendrin Kunst aus dem Nahen Osten und judaistische Sujets. Insgesamt trifft dies ziemlich gut zusammen und ergibt eine Mischung, welche mit der Babasali-Hinterraum-Romantik des Milk & Honey nicht mehr viel zu tun ist. Was auch gut so ist.
Das Personal ist gemischt zwischen der alten Crew aus dem ebengenannten Erstlokal und neuem Servierpersonal. Dieses stellt sich teils sehr zuvorkommend in Szene und sorgt sich merklich um das Wohl der Gäste. Daneben befinden sich auch noch etwas hölzern-holprige Garçons, denen die weissen Westen noch etwas fremd anmuten und welche auch mit einer anspruchsvoller Gästeschar teils einen leicht angestrengten Eindruck hinterlassen. Daneben natürlich die erwähnte Home-Crew, welche ziemlich forsch auf dem roten Faden zwischen Zuvorkommen und Aufdringlichkeit stapfen. Insgesamt besteht zwischen Basics der Bedienung und Diskretion in einigen Belangen noch Verbesserungspotential.
Die Karte an sich ist ansprechend. Nicht günstig, wie man es sich in einem "Markt" wie Zürich im Übrigen vorstellen durfte. Nicht überrissen teuer und doch erstaunlich variabel, was sogar das Schalom in seinen besten Tagen theoretisch übertrifft. Praktisch sind einige Teller nicht immer verfügbar. Gut möglich, dass sich die Karte mit der Zeit noch in eine etwas realistischere Version wandelt. Im Sinne der Wandlung ist nach den ersten Tagen eine grammatikalisch angepasstere Version aufgelegt worden. Auch bei dieser wird jedoch leider auf haarsträubende Fehler und unglücklichen Verschreiber gestossen. Der Korrektor verfügt jedenfalls über einen übergesunden Schlaf.
Einmal serviert bleibt jedenfalls nicht viel zu sagen. Das ansprechende Gedeck macht Appetit, die Salate sehen gut aus. Als grosse Überraschung ist auch anzuführen, dass die Suppe selten differenziert und ansprechend schmeckt und das Brot mehr als eine einfache, eintönige Begleitung zum Mahl darstellt. An der Qualität des Fleisches lässt sich nicht viel aussetzen und im erlebten Fall war auch der Gargrad überaus zufriedenstellend (inklusive der Nachfrage nach der Vorliebe des Bratzustandes). Die Beilagenportionierung war ebenfalls gut gewählt und sättigend, womit die Hauptspeise als solche durchaus sättigte. Einzig bei den Pommes Frites haperte es im vorliegenden Fall, waren diese viel zu kurz, unkrustig und schmierig (andere Probanden rapportierten jedoch mittags ausserordentlich zufriedenstellende Resultate).
Fazit: Man möchte also den fleischigen Kulinaren durchaus einen entsprechenden Besuch empfehlen.
PS: Am Wochenende die Tandoori-Schnulze im Kino gesehen. Die Inder haben schon einen sitzen mit ihrem rosaroten Happy-End-Firlefanz. Insgesamt aber sehr vergnüglich, wenn auch sehr kurzlebig. Aber was ist heute schon nicht kurzlebig (in diesem Sinne auch das Derby von heute in der Ärgerlichkeit seines Nachgeschmacks der verpassten Distanzierung). Sonst nur TTSD.
PPS: Inler und Dzemaili übrigens mit überaus positiven Voten ihrer heutigen Auftritte. Zentral hat Köbi Hitzfeld langsam wirklich das Überangebot an nützlichen 6ern. Die neuen Partner unserer Personenfreizügigkeit geben uns am Mittwoch darüber weiteren Aufschluss.
PPPS: Der Actifry hat heute Abend seine Entmystifierung gefeiert. Grossartig erfindet, das Resultat schmeckt wie lebendige Pommes Frites. Wie echtes Lebenselixir.

Montag, 19. Januar 2009

Kannibalenupdate Eight25

Gemäss heute diffundiertem Infoschreiben öffnet das Eight25, Koscherrestaurant an der Stätte des bisherigen Schaloms, am 15. Februar seine Pforten dem breiten Publikum. Die wunschgemässen Renovationen im eigentlichen Lokal würden jedoch noch weitere Zeit beanspruchen, weshalb der Betrieb vorerst in der AKL-Loge der ICZ von Statten gehen wird, bevor dann im Mai der eigentliche Bau des Restaurants eröffnet wird.
Wenn man jedenfalls vom Internetauftritt des Restaurateurs Klas Rittri schliessen will, dessen Aufnahmen und Professionalität schon mehr als ein simples Amuse-Bouche darstellen, kann der neugierige durchaus mit einem interessanten Projekt rechnen. Natürlich wird eine Gesandtschaft von Chassidus Chübelsack auch diesem Projekt ins Maul schauen und an dieser Stelle zu gegebener Zeit zu berichten wissen.
PS: Interessante Anekdote am Rand. Als der ICZ-Vorstand im Herbst einen Empfang spendete, wurden bereits Catering-Produkte von Eight25 serviert, worauf vereinzelte Fingerlecker sich bereits nach Reservationsmöglichkeiten erkundigten...

Dienstag, 23. September 2008

Aus der Gerüchteküche (posted for g. tripolensis)

Der Koscher-Umschlagplatz wird ja neu aufgemischt. Da schmeisst einer einen Bagel zwischen ein paar wackere Zeilen Bücher und gibt einem die essenzielle und unumgängliche Shabbes-Zahnbürste gleich mit und schon rumpelt es. Da gibt es die erwähnte Neueröffnung des fleischigen Restaurants in der ICZ, welche doch unumwunden auf Zustimmung und Vorfreude stösst. Angeblich werden schon erste Reservationstermine feilgeboten und Tisch Nr. 770 ist bereits für die ersten drei Monate ausgebucht.
Churban Brünzel (macht Euch nicht lustig, der heisst wirklich so) hat sich deshalb auf Erkundungstour gemacht und versucht herauszufinden, was es mit den Gerüchten und Milch & Honig auf sich hat, wo unter vorgehaltenem Tallis-Sack gemunkelt wird, dass der einzige Pizza-Delivery-Service der Stadt, der ohne Quittungen und Wechselgeld unterwegs ist, auf der Suche nach einem alternativen Lokal ist.
Churban konnte diesbezüglich keine Bestätigung von offizieller Seite einholen, jedoch mehren sich die Vorzeichen eines Umzugs von Milch & Honig eindeutig. So befindet sich gemäss Pächter/Eigentümer/Chefwalzer die Suche im fortgeschrittenen Stadium, jedoch unter schwierigen Vorzeichen. Es werde jedoch auch auf neuen Kanälen und Kanüsen gefahren, so sei eine mögliche Variante auch die Eröffnung eines neuen und weiteren fleischigen Restaurants.
Es gab Zeiten, da musste man für ein Stück geniessbares Fleisch noch selbst hinter die Küchenplatten stehen. In absehbarer Zeit ist es also ein mögliches Szenario, dass wir vor lauter Kühe die Weide nicht mehr sehen. Wir sind gespannt und hoffen auf weitere Einsichten von Churban Brünzel.

PS: Nein, meine lieben Neu-JüZ-Leser. Churban Brünzel hat nichts mit Churban Europa zu tun. Irgend jemand darf mir dann bei Gelegenheit erklären, warum wir einen neuen - im Übrigen genauso fremdsprachigen - Ausdruck für den Holocaust benötigen. Aber das ist ein eigenes Thema. Genauso wie Streimelträger an einem Mittwoch.

Samstag, 12. April 2008

Nachruf auf das Restaurant Schalom - Good night Schalom and good luck!

Vor knapp zwei Wochen informierte das ICZ-Präsidium darüber, dass das Restaurant Schalom, über Jahrzehnte Angelpunkt auswärtiger koscherer Verpflegung in Form von Restauration und Catering in der Schweiz, aufgrund einer "prekären" finanziellen Lage nicht mehr imstande sei, den Betrieb nach Pessach wieder aufzunehmen. In der Folge sei den Angestellten gekündigt worden und das Darlehen der ICZ müsse abgeschrieben werden. In Anlehnung an einen grossartigen Film eines grossartigen Filmschaffenden (George Clooney: Good Night and Good Luck) über ein Stück amerikanische Mediengeschichte möchte Chassidus Chübelsack doch noch dazu beitragen, dass der Niedergang dieser Institution nicht unbemerkt bleibe, welche zu selten den Rahmen ausserordentlicher kulinarischer Ereignisse bot, dafür in vielerlei anderer Hinsicht in den Gedächtnissen vieler Eingang fand. Hierzu sei in einer kurzen unrepräsentativen Auswahl auf persönliche never-forgets zurückverwiesen:

1. Sauce Café de Paris
Wie kann man heute noch ohne der damals mindestens wöchentlichen Sauce Café de Paris (und ich spreche nicht von der vorgegenwärtigen Adaption, welche mehr nach Parvebutter über einem Salbeibrösmeli schmeckte!) auch nur existieren! Eine Kreation eines Genies aus der Küche Chajim's, ein Substrat, das den Anblick eines Unfalls der Exxon Valdez hatte, in der Folge bis zur Unkenntlichkeit wohl gebleicht und endlich durch eine satte Gewürzration gezogen wurde. Wie oft nur hatte man dank ihr das Gefühl, man habe davor noch nie einen ähnlichen Hängebauch gefühlt und getragen? Was bedeutete schon der Hamburger neben diesem Saucenglück, was die damals noch als solche benennenswerten Pommes Frites? Hach, Zeiten, Hach Paris...!

2. Das Interieur (früher)
Es gibt Blumenabteilungen schwedischer Möbeleinrichtungen, die noch eher nach Plastik aussehen als das Dekorationsmaterial der Dreissiger Jahre des altehrwürdigen Schaloms. Unter der damaligen Führung noch erschien ein Artikel im Züritipp, bei der Verfassung des welchen der Autor wohl sehr philosemitisch gestimmt war und seltsamerweise nichts über die (vormals) weisslichen Plättchenwände, den feinstaubbelasteten (der Sommer kommt wieder, daher rechtzeitig unsere Warnung für Ihre Gesundheit!) Filzteppich und eben diesen Plastikpflanzen mitten im Restaurant schrieb (Zitat "Interieur eines Hotelspeisebetriebs"), welche die Durchsicht zwischen den zwei Teilen fast verunmöglichte und den Charme eines US-Vorstadt-Bistros vermittelte. Bei Abgabe des Restaurants von Van Djik wurde hier noch einmal Hand angesetzt, aber der Charme dieser Plastikpflanzen bleibt unvergessen. Und jede übergrosse Synthetikpflanze mit Kügelchen wird mich an das Schalom erinnern. Für immer und ewig.

3. Herr Kutch
Lieber Herr Kutch, ich habe keine Ahnung, wie man Ihren Namen schreibt, ich bin jedoch sicher, Sie verzeihen mir diese Nachlässigkeit. Was wäre das Schalom ohne Sie gewesen. In den letzten Zeiten sah ich sie gar nicht mehr. Vielleicht wurde Ihnen nahegelegen, den Betrieb zu verlassen, vielleicht fielen sie der Rauchfrei-Politik Europas und Zürichs zum Opfer. Vielleicht besuchte ich am Ende aber den Laden auch nicht mehr regelmässig genug, um ihre Anwesenheit ein letztes Mal zu gegenwärtigen und ihr roh-herzliches "Mein lieber Freund" zu erwidern. Jedenfalls wusste niemand besser, was für die Kundschaft zu bestellen war und vor allem, was für ein Automobil sie fuhr. Niemand anders hätte besser als Werbemodell für altgediente Mercedes-Limousinen dienen können, niemanden sonst hätte man sich besser als Grossstadt-Charakterdarsteller von Jim Jarmusch vorgestellt. Niemand adaptierte den Gesichtsausdruck der jüdischen Hausfrau beim Anblick der ewiggestrigen und -selbigen Schnorrern köstlicher und servierte ihnen mit einem Mundwinkel-Grinsen in der Folge die gestrige Tagessuppe. Und vor allem: Niemand schaute einem bei ICZ-Empfängen direkter in die Augen und füllte das Schnappsglas nach der Einschätzung des Füllvermögens des Bedienten unrealistischer... Ich bin sicher, Sie haben einen gesunden Weg aus der ICZ gefunden und fristen nun Ihren wohlverdienten Lebensabend irgendwo an der Adriaküste und erzählen dort Anekdoten über die jüdische Kundschaft Zürichs in ihren skurrilsten und surrealsten Auswüchsen.

4. Frau Lerch und Jasmin
Aufgrund der Ausdehnung dieses Postings sei nur auf zwei weitere Charaktere hingewiesen, welche ebenfalls bei einem Nachruf auf das Schalom nicht ausbleiben dürfen. Einerseits war da der Charakter, der sich so liebevoll um die Kunden kümmerte und versuchte, sich alle namentlich zu merken: Frau Lerch, eine Frau, deren Schürze, runden Brille und Löckchen kaum eher an das Äussere einer Grossmutter hätte erinnern können. Und andererseits war Jasmin, Schürzenjäger sondergleichen und Neffe, Schwiegersohn und Stiefzwilling von Herrn Kutch.

Alle sie werden wir vermissen und hoffen, dass sie gut aufgehoben sind. Wie auch immer die Geschichte endet: Es ist unvorstellbar, in dieser Stadt auf ein fleischiges, koscheres Restaurant verzichten zu müssen. Ca. 7'000 Juden leben in dieser Stadt, eine Grösse, wo man sich kaum vorstellen kann, auf ein qualitativ ansprechendes Restaurant verzichten zu müssen. Man hofft, die Verantwortlichen finden bald eine Lösung, welche eher anspricht wie die unbefriedigende Zwischenlösung. Auf jetzt!