Freitag, 24. Oktober 2008

Top Ten der Jontef-Herbstmanöver-Nervtöter 2008



Wir erklären das Herbstmanöver nun tatsächlich und hochoffiziell für beendet (obschon in uns allen noch der Böög brennt). Fertig mit der allzweitäglichen Nachmittags-Schlafanödung mit anschliessend obligatem Schlafentzug bis 02:00 morgens und entsprechender Hundsmiserabilität am Folgemorgen. Fertig mit Masslosigkeit und Völlerei. Fertig mit den Schüttelspasmen wedligen Stängelgemüses und lottriger Strauchblätter, fertig und basta. Neunzig Minuten durchgekämpft, Verlängerung entspräche dem Spielverlauf in keinster Weise. Zur Feier des Tages seien spontan die würgendsten Nervtöter des Moments und Augenblicks in einer klassischen Top Ten-Anordnung aufgezählt. Was man nicht runterzählen kann, gilt ja schliesslich auch nicht.
Demnach:
10. Herbstmanöver 2008: Während vier Wochen praktisch jeder Tag ein Jontef, ein Mozei- oder aber ein Erev Jontef.
9. Das Bedürfnis von Bürokollegen zu verstehen, was man denn jetzt effektiv zwei ganze Tage lang gemacht hat.
8. Der unerträgliche Nervenkitzel in der Sukkah: Ist es jetzt nur zu kalt oder regnet es wirklich auch, damit man zuhause essen kann?
7. Sukkes-Lieder aus dem Kindergarten, welche von Rütteln und Schütteln des Lulavs handeln. Pfui.
6. Vanille-Duftbäume und Duftkerzen in der Sukkah, ist was für Mantafahrer oder den Besitzer der Roten Zora (meyvin, kännsch?)
5. Drosches an Hallel-Tagen: Braucht kein Mensch und birgt Risiko von Frustquetschungen für Etrogim!
4. Migros Enge am Sonntag vor Jontef. Man könnte meinen, es gäbe was gratis.
3. Das passiert vor allem dann, wenn sie Mist bauen und zum Beispiel beim Einparken gegen einen Pfeiler fahren und "mal wieder typisch Charlie" sagen. Das ist nicht charmant sondern doof. Auch wenn's nichts mit Jontef zu tun hat.
2. Gespielte Freude am Simchat Torah. Am letzten Tag des Herbstmanövers ist man insgeheim wohl eher froh, dass man es wieder mal überstanden hat.
1. Ins selbe Körbchen: Nicht Duschen am Jontef und sich dann am Simchat Torah so penetrant beim Wettstampfen am Vordermann reiben. *würg*

PS: Man gratuliert an dieser Stelle ein erstes Mal und zwar der Verlobung eines treuen Chossids, einer wahren jüdischen Seele. Soll sein mit einer dicken Schwarte Naches und Glückseligkeit.
PPS: Man gratuliert sogleich ein zweites Mal. Urobinho und Gonzebio (Version Samba und nicht Portugues) haben heute wieder mal den Jackpot geknackt. Erst mal funzt gar nichts, die PS2 streikt und will erst nach Betätigung des Menus auf russisch aufleben. Dafür dann erst mal ein dickes torloses Unentschieden gegen Bahrain, gefolgt von Siegen gegen Israel und die Niederlande. Inzwischen hat sich da ein Duett mit Flanken und wuchtigen Kopfschmetterern in nahe und entfernte Torwinkel etabliert, dass es schon fast in den Augen zu glänzen beginnt. Finalrunde dann klaren Siegen gegen Angstgegner Wales, einer 70-minütigen Aufholjagd gegen Liechtenstein inkl. Verlängerung, dann ein weiterer Fudigegner, der gerade entfällt und dann das Grande Finale gegen Argentinien. Führung, dann Kopfballausgleich durch Pinkt-Saviola, dann Traumkombi zum 2:1, Ausbau der Führung, Anschlusstreffer zum Heimzittern und dann die grandiose Pokalübergabe mit Konfetti, alles und Filscharf. So macht der Donnerstag Spass. Simchesnaches den Gladiatoren, welche so in Würde und mit Plakette die Ära PES 2008 beenden durften - das Folgeprodukt wartet bereits in der Sihlpost auf die Auslieferung.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Peter Landolt a.k.a der Samichlaus



Auf der Grauzone zwischen Teufel und Robocop taumelte in der alten Stätte des Hardturms (für die Anhänger der objektiven Seite der Geleise auch Kiesgrube genannt) als Sicherheits-Chef Peter Landolt herum. So führte er rechtlich wie durchführungstechnisch sehr fragwürdige Verhaftungsaktionen im Anschluss an Spiele durch (2007 in der Rückrunde bei FCZ-Luzern 3:0) durch, mit welchen Aggressionen erst recht geschürt wurden und stiess Fans und Anhängern mit überhartem Einsteigen und Repression vielfach vor den Kopf. Nun bringt ein Artikel der WOZ, welche im Blick zitiert wird, zum Vorschein, dass Herr Landolt mit Hooligans näher verbandelt war, als er dies je eingestanden hat und teils wilde Stripperinnen-Parties für die Hardturmfront, einer Hooligan-Vereinigung am rechten Rand der GC-Kurve, organisiert hatte. Man lese den folgenden Text aus dem Online-Blick vom Montag mit Verweis auf den revelatorischen Artikel aus der WoZ:


Es war im Jahr 2004, als Peter Landolt noch für die Sicherheit des Grasshopper Club Zürichs verantwortlich war. Wie die «WOZ» berichtet wanderte Landolt zu dieser Zeit auf einem schmalen Grat. Landolt erfüllte neben seinem Amt als Sicherheitschef bei den Zürchern auch jenen des Eventmanagers.
«Chlaushock» für die Hardturmfront
Und so organisierte er auch einen Samichlausabend für die Hardturmfront, eine der gewalttätigsten Hooligangruppen in der Schweiz, politisch weit rechts orientiert. Im VIP-Zelt der Grasshoppers führte Landolt durch den Abend. Unter anderem kettete er einen Mann mit nacktem Oberkörper an eine Stange in einem mitten im Zelt aufgebauten Käfig. Auf der Brust des Mannes prangt ein grosses Hakenkreuz.
Der Grund für die Ankettung: Der Hooligan hatte im Bingo den Hauptpreis gefangen - einen wilden Tanz mit drei asiatischen Stripperinnen.
Ging Landolt mit dieser Party zu weit oder hält er sich seine Feinde nah? Landolt sei es um Kommunikation gegangen, er habe die Leute abholen wollen, sagt der Hooliganbekämpfer zu der «Wochenzeitung». Landolt weiter: «Wer näher an den Leuten dran ist, hat sie besser unter Kontrolle.»
Das Resultat waren tatsächlich Respekt und Vertrauen. Doch wo gemeinsam eine solche Party gefeiert wird, dort ist die Vertrautheit schon bedenklich gross.
Und tatsächlich - nachdem Landolt 2003 und 2004 einen solchen Abend für die Hooligans organisiert hatte, fand das dubiose Feiern ein Ende. «Mir war letztlich nicht wohl dabei. Diese Vertrautheit - sie ging zu weit. Es ist ein schmaler Grat», gibt denn Landolt auch zu.
Heute zu delikat
Auch aufgrund seiner heutigen Position würde das Sicherheitsoberhaupt keine solchen Partys mehr organisieren. Zu delikat sind die Feiern für einen Letzigrundmanager und Präsidenten der Sicherheitskommission.
Die beschriebene Feier passt auch nicht zu Landolts sonstigen Auftritten in der Öffentlichkeit. So steht er in der Öffentlichkeit immer wieder für harte Strafen gegen den Hooliganismus ein.
Inzwischen ist auch zum Vorschein getreten, dass Landolt Gratistickets an Anhänger mit Stadionverbot verteilt hat, weshalb er nun beurlaubt worden ist (Tagi-Online-Artikel).

Sonntag, 19. Oktober 2008

wusst ich's doch (alles wägem 9/11)

ksum ist jörg haider zu grabe getragen, spriessen schon die wildesten gerüchte. war's der mossad? oder osama? oder gar das irg-sargenes-näh-kommando?
so schnell kann's gehen mit verschwörungstheorien. achtet euch darauf, wie am anfang des folgenden artikels noch alles vage ist (konjunktive, spekulationen usw.). und je länger der artikel dauert, desto mehr werden diese dinge einfach zu fakten umgewandelt.
ich liebe schmuddel-journalismus....

viel spass:

Volkswagen: Jörg Haider wurde getötet
Verfasst von Christoph Kastius am So, 2008-10-19 00:37.

Wie die ungarische Janvo in seiner englischen Online-Ausgabe berichtet, soll der Sprecher von Volkswagen, ein Herr Peter Thul behauptet haben, Haider wurde ermordet. Er bestätigte auch in der Zeitung The Sun, das am Wagen manipuliert wurde. Damit dürfte klar werden, das Jörg Haider, Landeshauptmann von Kärnten umgebracht worden sein muß.

Die österreichischen und deutschen Medien versuchten stattdessen zu vertuschen und erfanden immer mehr abenteuerlichere Animationen zum Unfallhergang. Sogar die Bild-Zeitung nannte Herrn Haider einen rechten Hund, und beging damit eindeutig eine pietätlose Beleidigung, da der Verunglückte zu diesem Zeitpunkt noch nicht beerdigt war.

Peter Thul (VW) bestätigte nochmals, das der Wagen in der Kurve, in der Jörg Haider verunglückte, nicht solche Verletzungen hätte hervorrufen können, da der Phaeton, das Auto mit dem Herr Haider fuhr, für genau solche Problematiken konstruiert wurde.

Damit wird immer deutlicher, das Sprengstoff im Spiel gewesen sein muß. Das würde auch die merkwürdigen Verformungen des Wagens erklären. Es wird seitens der österreichischen Behörden behauptet, das Haider 1,8 Promille im Blut gehabt haben soll. Nur mit 1,8 Promille ist man eindeutig nicht mehr in der Lage einen Wagen zu starten, geschweige einige Meter ohne Hilfe zu laufen. Der Barkeeper, der Haider bewirtet hat, behauptete, das er nüchtern gewesen sei, als er zum Wagen ging. Und sogar Stefan Petzner sagte anfangs, das Haider nüchtern gewesen sei. Wärend eines Interviews im österreichischen Fernsehen (ORF) in der Sendung ZIB2 wirkte Petzner nervös und man hatte den Eindruck als ob er bedroht wurde. Dies würde auch erklären, warum er wärend des Interviews immer wieder an der Kamera vorbei schaute.

Haider hatte in einem seiner letzten Interviews von einer Banken-Mafia geredet. Das dürfte wohl auch der Grund gewesen sein, warum man ihn umgebracht hat. Angesichts der Tatsache, das es auch in der öffentlichen Berichterstattung zum Unfallhergang immer wieder Ungereimtheiten gibt, wirke die Staatsanwaltschaft unglaubwürdig.

Deutsche und österreichische Medien haben sich nicht gerade damit hervorgetan, eine seriöse Berichterstattung zu liefern. Aber wenn man weiß, das gerade auf deutschem Gebiet, die Medienhoheit laut geheimer Kanzlerakte bis 2099 noch immer bei den Alliierten liegt, braucht man sich über solche verlogenen Angriffe und pietätlosen Schweinereien nicht wundern. Schließlich wollte Haider mit diesem ganzen aufräumen.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Italiens vorauseilender Ruf in Europa


Nach den Polemiken um den Auftritt der AC Mailand in Zürich und den Äusserungen von Christian Abbiati, von welchen an dieser Stelle bereits die Rede war, machten an diesem Wochenende die Anhänger der Squadra Azzurra von sich reden, welche ihre Mannschaft nach Sofia ans Auswärtsspiel gegen Bulgarien begleiteten (Resultat 0:0). Zuerst konnte eine Schlägerei in einer Bar der bulgarischen Hauptstadt nur knapp vermieden werden, bevor dann die südländischen Ultras im Stadion die gewalttätige Konfrontation mit der Gegenseite suchten, welche nur durch den Eingriff der lokalen Polizei vermieden werden konnte. Auf dem Weg waren die ca. 100 zu Fuss eskortierten Fans bereits mit italienischen Faschisten-Gesängen und den Rufen "Duce Duce" aufgefallen. Es handelt sich gemäss Presseberichten dabei um bekannte Exponenten der äussersten Rechten des Nordosten Italiens, welche die italienische Elf seit dem Weltmeistertitel vor zwei Jahren begleitet und diesmal auch durch "Fans" von Napoli unterstützt waren.
Schlagzeilen, welche man im Zusammenhang mit Fussball, Anhängerschaft und Selbstregulierung wohl kaum lesen möchte.
Anmerkung: Das Bild stellt bulgarische Anhänger dar, macht's aber auch nicht besser.

Kiki, Armageddon und der fliegende Hamster


Die Geschichte ist uralt, wird im Zweiwochenzyklus repetiert und verliert dennoch kein bisschen seiner Brisanz. Seit 1998 geistert im Internet die Geschichte von Eric Tomaszewski und seinem Raketenhamster umher. Natürlich gehört die Story in die Sparte Anti-System und liegt haarscharf auf der Kante der Erzählbarkeit. Jedoch ist sie zu gut, um einfach nicht erzählt zu werden. Deshalb in voller Länge und mit angehängten Kommentaren eines ulkigen Internauten:

Tatsachenbericht aus der LA-Times
Im Nachhinein gesehen war der grosse Fehler das Streichholz anzuzünden. Aber ich habe nur versucht, den hamster wieder zu kriegen." hat Eric Tomaszewski amüsierten Ärzten in der
Abteilung für schwere Verbrennungen im Salt Lake City Hospital erzählt.
Tomaszewski und sein homosexueller Lebenspartner Andrew (Kiki) Farnom, waren nach einer Session der intimen Art zur Ersten-Hilfe-Behandlung eingeliefert worden, nachdem dabei
einiges schief gelaufen war. "Ich habe ein Papprohr in sein Rektum eingeführt und dann Raggot, unseren Hamster, hineinschlüpfen lassen." erklärte er. "Wie gewöhnlich hat Kikki 'Armageddon' gerufen, das Zeichen dafür, dass er genug hatte. Ich habe versucht, Raggot zurückzuholen, aber er wollte nicht wieder rauskommen. Also habe ich ein Streichholz angezündet und in das Rohr gespäht, wobei ich gedacht habe, das Licht würde ihn anlocken."
Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz beschrieb ein Sprecher des Krankenhauses was als Nächstes geschah. "Das Streichholz entzündetet eine Gasblase im Innern, eine Flamme schoss aus dem Rohr, entzündete Mr. Tomaszewski's Haare und fügte seinem Gesicht schwere Verbrennungen zu. Ausserdem fingen das Fell und die Schnurrbarthaare des Hamsters Feuer und entzündeten im Gegenzug eine noch größere Gasblase noch weiter im Inneren. Dies schleuderte den Nager nach draussen wie eine Kanonenkugel."
Tomaszewski erlitt Verbrennungen 2. Grades und eine gebrochene Nase durch den Aufschlag des Hamsters, während Farnom Verbrennungen ersten und zweiten Grades an seinem Anus und Enddarm erlitt.

*********************************************
Die TOP 11 der beängstigenden Fakten dieser Geschichte:

11. "Ich habe ein Papprohr in sein Rektum eingeführt"
- Guter Anfang.

10. "Wie gewöhnlich hat Kikki 'Armageddon' gerufen"
- Die machen das öfter?
(Zumindest aben sie es öfter als einmal getan!).

9. "also habe ich ein Streichholz angezündet und in das Rohr gespäht"
- Tut mir leid, ber das ist so als würde man mit einem
Teleskop in die Hölle schauen. Ich würde eher mit einem
Fernglas in die Sonne blicken.

8. Der arme Hamster (der offensichtlich an geringem
Selbstwertgefühl leidet) wird aus dem Ar*** des Typen
gefeuert wie Rocky der fliegende Hamster.

7. Sich die Nase durch einem Hamster brechen, der aus dem
A---h eines anderen gefeuert wird. Ich kann nur raten, aber
ich vermute der hamster war nach seinem Ausflug in Kikkis
"Tunnel der Liebe" auch nicht mehr so ganz taufrisch.

6. Leute, die mit vulkanartigen Gasblasen in sich rumlaufen.

5. Das ist in Salt Lake City passiert. Was für eine Art von
Menschen sind Mormonen? Ich kriege langsam ein ganz neues
Bild von der Osmond Familie.

4. "Verbrennungen ersten und zweiten Grades an seinem
Anus." Macht das das Jucken und die Unannehmlichkeiten von
Hämorriden nicht zu einer willkommenen Erholung? Wie soll
man nach so was noch in Ruhe aufs Klo gehen?
Und der Geruch von einem verbranntem Anus muss in der
Top 5 der schlimmsten Gerüche auf Gottes Erden sein.

3. Leute, die sich Kiki nennen, was ganz offensichtlich ein
polinesisches Wort ist für:"Volldeppen, die sich Nagetiere in
den Ar*** stopfen."

2. Welches Krankenhaus gibt eine Pressekonferenz fuer so
etwas?

1. Leute, die so etwas tun und es dann auch noch in der
Notaufnahme zugeben, es getan zu haben.
Tut mir leid, aber ich hätte mir irgend ein Ammenmärchen
ausgedacht, von einer umherstreichenden, pyromanischen,
unmenschlichen Analsex-Horde, die in mein Haus eingebrochen
ist und mich dann mit einem Stück glühender Holzkohle
missbraucht habt, bevor ich die Wahrheit zugebe.
Nennt mich ruhig altmodisch, aber kann mir einfach nicht
vorstellen zum Arzt zu gehen und zu sagen: "Nun Herr Doktor,
es war folgendermaßen: Wissen Sie, wir haben diesen Hamster,
genannt 'Raggot, und wir haben ein Papprohr genommen...

So schön gesagt!!!

Diesem Artikel aus Baz/Tagi möchte ich nichts hinzufügen (ausser ein dreifaches hip hip HURRA hip hip HURRA hip hip HURRA)....

viel Spass

etnu


Benissimo: Thurnheer zum Pausenclown verdammt

«Freche» Gäste, Telefon-Kandidaten und eine Flasche Rimus: Das SF-Flaggschiff ist ein Schulbeispiel für geriatrische Samstagabendunterhaltung.


Bewährtes Unterhaltungskonzept: Beni Thurnheer in der Benissimo-Telefonzentrale.


Gestern war ein grosser Fussballabend. Zum Einen rang die Schweiz Lettland nieder, zum Anderen blieb einem Beni Thurnheers Kommentar erspart. Denn dieser moderierte am Samstag Abend Benissimo. Unglückliches Timing für Beni? Nein: Der dienstälteste Sport-Kommentator fährt die Nati-Berichterstattung zurück. Ob freiwillig oder nicht, sei hier nicht näher kommentiert.

Das gestrige Benissimo lässt indes vermuten, dass Thurnheer auf eine Vollzeitkarriere als Showmaster setzt. Hochmotiviert schritt er zu Showbeginn durch ein Spalier aus Tänzern und hiess das Publikum mit einer Salve einstudierter Witze zur Euro und der Finanzkrise willkommen. Den Leuten war aber nicht zum Lachen. Vielleicht hatten sie selber Geld verloren, vielleicht war Beni aus der Übung, immerhin lag eine lange Sommerpause hinter ihm. Dem Sendungskonzept sah man die Auszeit allerdings nicht an. Seit gefühlten 50 Jahren kommt die Samstagabendkiste unverändert daher: Haufenweise Showeinlagen, Telefongespräche und von der Decke regnets Swisslose.

Tausendsassa mit kurligem Englisch

Beim Showblock hatte das SF in Sachen Zielgruppen-Bedienung wieder mal alle anvisiert. Unter anderem traten auf: Der familienaffine US-Künstler Burl, der riesige Seifenblasen durchs Studio blies. Starsänger Helmut Lotti gab für Schwiegermütter eine Swing-Nummer zum Besten. Und fürs erweiterte Pop-Feuilleton hatte man Pink parat. Die US-Sängerin wurde von Beni Thurnheer tatsächlich als «eine Freche» vorgestellt. Pink rutsche dann auch ganz unartig auf den Knien herum. Danach Thurnheers obligates Kurzinterview mit dem Star des Abends. Wie immer profitierte er dabei von seinem Exotenbonus; für weitgereiste Stars ist der Schweizer Tausendsassa mit seinem kurligen Englisch wohl eine willkommene Abwechslung im globalisierten Showbusiness-Groove.

Fast schon anachronistisch muten die Telefongespräche mit hoffnungsvollen Millionen-Kandidaten an – wenn denn mal einer den Hörer abnimmt. Bis dahin überbrückt Thurnheer indem er seine Assistentin, die Vize-Miss-Schweiz 2003, über ihr Privatleben befragt. Ob das die Zuschauer interessiert? Egal. Benissimo, das verrät ja schon der Sendungstitel, ist die grosse Show des Beni Thurnheers – sollte es wenigstens sein, doch abgesehen vom Pink-Interview hielt sich Beni bedeckt. Von der «Abwechslung für die ganze Familie» , für welche die Telefongespräche laut SF-Programmhinweis sorgen, ist nichts zu spüren. Stattdessen akute Gähnreflexe des Zuschauers schon beim zweiten Anrufer. Sogar das Gespräch mit dem Gewinner liess keine Emotionen hochkommen. Die Nachricht, eine Million gewonnen zu haben, nahm dieser höflich zur Kenntnis. Zur Feier des Tages werde er eine Flasche Rimus köpfen. Immerhin.

Mehr Interviews für Thurnheer!

Konzeptuell mag man über Benissimo geteilter Meinung sein. Sicher ist: Eine Unterhaltungssendung steht und fällt mit dem Showmaster. Der von Geburt aus glamourfreie Thurheer wurde Moderator, weil er als schlagfertig gilt. In der Tat ist er nicht aufs Maul gefallen, bloss kann er dies in Benissimo nicht zeigen. Deshalb an dieser Stelle eine Bitte ans SF: Mehr interessante Interview-Partner für Thurnheer! Ansonsten bleibt als Entertainer, was er auch für manche Fussballfans ist: Ein gmögiger Pausenclown.

Samstag, 11. Oktober 2008

Haiders Überholmanöver / Aguas Willensleistung / The Sway Machinery

Jetzt ist es also wirklich geschehen, jetzt müssen wir uns tatsächlich noch zur österreichischen Tagesaktualität äussern. Und zudem wissen wir's jetzt auch ganz genau. Tempo 142 und überholen ist nix gut. Man darf sich ja nicht am Tod eines Menschen freuen und dies auch nicht zum Anlass nehmen, über ihn herzuziehen. De mortuis nihil nisi bono. Über die Toten soll man nichts sagen, es sei denn es sei etwas Gutes. Also schweigen wir ganz.

Heute morgen fand ausserdem hinter dem Hallenstadion das nächste Auswärtsspiel des FC Hakoah statt. In klar gesteigerter personeller Besetzung mit begnadeten Technikern und ruchlosen Kampfsäuen sollte dem FC Italia Zurigo mit bisher lediglich zwei Gegentreffern (siehe www.fvrz.ch mit weiteren Hinweisen) das Leben schwer gemacht werden. Nun ging das Heimteam standesgemäss in Führung, verlor unterwegs sein "Müsli" (klein gewachsenes Jugendtalent, das über die GC-Juniorenabteilung den Weg in die 5. Liga wieder gefunden hat) wegen eines harten Aufsetzens auf dem Kunstrasen der Realität mit dem Steissbein und fand sich zur Halbzeit auf der sicheren Siegesstrasse. Das Spiel ging hin und her mit klaren Vorteil für die Italos, bis sich der Offensivhüne Frenkel in ureigenem Stil im Strafraum zu einer akustisch untermalten Schwaneinlage hingab und der Penalty danach verwandelt wurde. Es tat sich danach standesgemäss nicht mehr viel, und das Spiel endete mit einem verdienten 1:1.

Und für die Freunde der alternativen und kontemporanen jüdischen Musik folgende Goodies (irgendwie sind sie alle mit Balkan Beat Box verlinkt):
- The Sway Machinery
- Tomer Yosef (Myspace)
- Itamar Ziegler

Die Links sind wie immer ohne Gewähr, ohne Verantwortung, dafür mit viel Liebe, Hingabe und Nachitos ausgewählt. Chag Sameach!

Donnerstag, 9. Oktober 2008

LATERRRRRRNA MAGNICA

gott im himmel. da komme ich vom yom kipper in der yeshive zu meinem geliebten bruder (ein begeisterter cc-leser;danke- you make us what we are...).
und mir nichts dir nichts setzt er mir doch einfach folgendes video vor. bitte ganz schauen und geniessen. (details beachten; jeder satz ist ganz ganz ganz grosses kino).




haha (hameyvin yoivn)


etnu

Dienstag, 7. Oktober 2008

grosser verlust


von trauer und viel emotionen begleitet, fand gestern in ein zurim ein abschieds-tag statt. mit einem stell-dich-ein der grossen präger dieser yeshiva endet das zeit-alter einer der wohl offensten yeshivot in der geschichte israels. von anfang an bei den anderen yeshivot unbeliebt und von vielen seiten bekämpft, hielt es die kleine institution doch immerhin 35 jahre aus. der rückgang an schülern in den letzten jahren gab der yeshiva leider den todesstoss.
mit rav yoel, rav lichsteiner, rav bigman, rav aviya hacohen, rav amit, rav david, shimon hekscher, david daube, joel kretschmer-raziel und vielen weiteren rednern zeigte die yeshiva gestern ncoheinmal, welchen einfluss sie auf die israelische yeshive-landschaft genommen hat und für wie viele grössen der szene sie eine heimat und wirkungsstätte war.
auch wenn nicht alle shiurim der ober-hit waren (der post "i love football" wurde via wireless-internet von meinem handy aus während rav amit's shiur geschrieben) war der abend sehr bereichernd und zeigte allen nochmals, was für eine wichtige und bedeutungsvolle zeit dort verbracht wurde.
es bleibt zu hoffen, dass die schliessung doch nur vorüberehend ist und dieser ort der begegnung bald wieder leben in sich haben wird.

leshana tova techatemu

etnu

was hätte ich dem goy gesagt...


...wenn er mich heute bei kaparot erwischt hätte?
um es vorweg zu nehmen: ja ich habe kaparot mit einem lebendigen hahn gemacht!
war ein enormer plausch!!!
aber eben: was hätte ich da antworten sollen?

"ich bereite das tier auf sein nächstes schleuder-trauma vor"
"ich mache ihm lust auf heisse schaukel-spielchen"
"ich mache es aus nervenkitzel, nicht angepupt zu werden"

allerdings sind kaparot nicht die eintigen schwer erklärbaren riten. hier eine liste der besten (gerne in den kommentaren erweiterbar):

- hakafot mit den arba minim
- schütteln derselben
- klopfen mit den aravot am hoshana raba
- traditionelles auf die sukke werfen der arba minim nach dem letzten gebrauch
- MAZZES
- SUKKE
- der mit den ra'ashanim ist ein grenzfall
- mit den kleinen fingern übergelaufener wein an die augenbrauen, in die taschen udn hinter die ohren zu streichen ist aber kein granzfall mehr


viel spass beim erklären udn weiterführen der liste

gute besserung

etnu

Montag, 6. Oktober 2008

Shana Tova!


Auf vielfachen Wunsch und zugunsten des Weltfriedens grüsse das Universum das neue Jahr und seine künftigen Wohltaten, welche uns wie Atlas' Schultern umarmen und durch den Kalender begleiten sollen. Und damit nicht gleich alle in Anfällen poetischen Überdrusses und emotionalen Forderung losheulen, sei die werte Leserschaft sogleich auf die audiovisuelle Eindrücke folgenden Links verwiesen. Schöne Früchte miteinander!



Wir nehmen zur Kenntnis: Die Lage der Nation ist ernst

Wir sind also wieder mal kurz vor dem Abgrund: Kaum ist die UBS gerettet, stürzt sie wieder 12% ins Minus, weil Asiaten nun auch die Hose voll haben. Quintessenz: Die Weltwirtschaft hat Prostataprobleme. Und was haben wir davon?

Steve Von Bergen beispielsweise liegt im Bett und kommt nicht raus (den bringe ich nächstes Mal auch im Büro "ich schwör, ich wollte raus, aber ich konnte einfach nicht!"), nebbisch. Weshalb wir in der Verteidigung wieder mal davon zu profitieren hoffen, dass Lettland und Griechenland nicht als Tormaschinerien bekannt sind - ganz im Gegensatz zum Luchsenberg.
Aber am Ende geht es im Fussball wie immer darum, vorne eins mehr zu machen, als man es hinten reinkriegt (...). Und so verwunderte es nicht, dass unser alter Fuchs und Lörracher Messias der Nation auf den Haudegen von Istanbul, Marco Strellibaum zurückgreift. Zurückgreift? Ah nein, der hat ja einerseits Ohrenpfeifen (neeeein, so bös!) bzw. hat er sich lieber auf Pikett setzen lassen. Man kommt langsam in ein Alter, wo man nicht alles so streng nehmen darf. Man muss auch mal Nein sagen können. Und das hat also Streller mit der Begründung, er solle "regenerieren können, nachdem er innert weniger Tage drei Einsätze in Folge leistete und diese nicht so verkraftete, wie er sich das vorgestellt hatte".
Wie herzig. Wenn er nur wüsste, wie leid es uns tut. Es hätte uns der Vollständigkeit halber auch nur zu sehr wunder genommen, wie er sich die Regeneration denn vorgestellt hat.
Anders vorgestellt hat sich übrigens auch der FC Hakoah am Wochenende seinen vermeintlichen Triumph vor heimischem Publikum (im wahrsten Sinn vom Wort, bis auf eineinhalb sind nämlich alle zu heimisch geblieben) gegen den Tabellenendenden. Man ging standesgemäss in Führung, musste dann aber unglücklich vor der Pause auf eklig-glitschig-antipathischem Untergrund den Ausgleich. Und so ging das Spiel dann munter hin und her, bis man meinte, mit dem (schraubschraub) Ausgleich zum 4:4 den Schlusspunkt gesetzt haben zu können. Mitnichten, ein letzter Ball wurde unterlaufen und so ging das Spielende triumphal flöten. Aber ein schöner Tag war's auch so, was ja das schöne am Fussball ist: Der Ball ist immer noch rund und am Ende gewinnen immer die Teutonen.

Ach ja, und noch was, nachdem sich ja - zumindest aufgrund der neusten internationalen Auftritte der CH-Teams das Niveau unserer Liga wirklich dem Luchsenburg nähert, hier ein Vorschlag zur Unterhaltung, wenn Waduz oder Wellenz wieder mal auf Besuch kommen, man dankt dem Tiger für den wertvollen Hinweis.

Sonntag, 5. Oktober 2008

i love football

"Atletico Madrid nimmt den ungeborenen Enkel von Fussballgott Diego Armando Maradona unter Vertrag. Der richtige Gen-Mix machts aus!"

der goof kassiert sofort nach der geburt einen vertrag. sein dad ist überigens agüero von athl. madrid.

das kann nur fussball!!!

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Die wachsende Anziehungskraft des Schwarzhemdes in der Fussballwelt (repubblica.it)


Frei übersetzt aus der Repubblica:

Das Outing von Christian Abbiati, sowohl privatem wie nun auch öffentlichem faschistischem Torhüter der AC Mailand, hat weite Spektren des Fussballs eröffnet, der stillschweigend schon seit je her rechts einzustufen war. Jene Worte, die in ganz Europa zurückgeprallt sind - "mit dem Faschismus teile ich Ideale wie die Heimat, die Werte der katholischen Religion und die Fähigkeit, Sicherheit zu gewährleisten" - werden von einer stetig wachsenden Anhängerschaft von italienischen Fussballern und Funktionären geteilt.
Die Kraft dieser enthüllenden Worte des Torhüters, welcher regelmässig die Exponenten von Cuore Nero, eine neofaschistische Organisation Mailands, welche zudem auch Referenzpunkt für die Faschisten aus der Inter-Kurve sind, aufsucht, propagiert mehr als nur den italienischen Pret-a-Porter-Revisionismus und einen "guten" Faschismus vor 1938. Fussballer, welche früher dazu tendierten, nur ängstlich Aussagen zu machen, verstehen, dass diese "Wahrheiten" heute endlich ausgesprochen werden dürfen: Bei der Stimmung im 2008 gefährden sie hierbei ihre Karrieren nicht mehr.
Verschiedene Italiener haben linkische Nummern abgezogen und wedeln mit Abbildern des Faschismus, um sich danach zu rechtfertigen: "Ich wusste es nicht." Der Torhüter Gianluigi Buffon, aus engagiertem katholischen Haus, verfing sich in vier anstössigen Situationen. Einmal trug er die Nummer 88, welches von der jüdischen Gemeinde als Akronym von Heil Hitler entlarvt wurde. Dann war da das gestreifte Unterhemd mit der abgebildeten Faust und dem Schriftzug "Boia chi molla" (Wehe dem, der aufgibt). Im 2006, während den Feiern des Weltmeistertitels im Circo Massimo stellte er sich breithändig vor eine Brüstung und dem Schriftzug "Fieri di essere Italiani" (Stolz, Italiener zu sein) - mit einem Keltenkreuz in der unteren rechten Ecke. Und seine Anhänger, die Arditi (Kühnen) della Juventus stimmten während des Auswärtsspiels in Bratislava den faschistischen Gesang "Camerata Buffon" an, worauf sie einen spontanen Erwiderungsgruss durch Buffon erhielten. Vier Anhaltspunkte, welche fast einem Beweis gleichkommen.
Fabio Cannavaro, Captain der italienischen Nationalmannschaft, ist hingegen unter die Faschisten aus Zufall zu zählen: Als er in Madrid seinen Meistertitel auf dem Spielfeld feierte, warf ihm jemand eine italienische Flagge zu, welche in der Mitte das faschistische Symbol des Liktorenbündels trug. "Ich bin kein Nostalgiker, aber auch kein Linker", schwört er heute. Im 1997 aber machte er am Radio Werbung für die Evita Peròn-Sommercamps, welche von der radikalen Rechten verwaltet wurden. Sein Manager hingegen versichert: "Ein Fussballer kann unbewusst instrumentalisiert werden."
In der italienischen Hauptstadt findet derzeit eine gefährliche Infizierung von Nachwuchsspielern der AS Roma durch Fankurve, in welcher die neofaschistische Rechte eine Vormachtstellung geniesst, statt. Daniele De Rossi, welcher dereinst die Nachfolge von Captain Francesco Totti antreten wird, ist ein Sympathisant von Forza Nuova. Ein anderer Nationalspieler der AS Roma, Alberto Aquilani, ist ein Sammler von Büsten des Duce und gibt dezidierte Aussagen von sich: "Die Einwanderer sind ausschliesslich ein Problem."
Viele Torhüter sehen es zudem ähnlich wie Christian Abbiati. Der längst zurückgetretene Stefano Tacconi war Koordinator der Lombardei für die neue MSI/Destra Nazionale und wurde wegen der Verwendung von gefälschten Wahlausweisen verurteilt, welche ihm vom Faschisten Riccardo Sindoca geliefert worden waren. Matteo Sereni, ehemaliger Juniorentorhüter der ultrarechten S.S. Lazio, ist heute Torhüter in Torino und schläft weiterhin mit der Büste von Mussolini am Kopfende seines Betts.
Das Problem ist, dass die Fussballer in einem Meer von Heuchelei schwimmen, welches ihnen erlaubt, "Faccetta Nera" als Klingelton ihres Handys zu verwenden, ohne Schuldgefühle zu verspüren, was die Frage nach ihren Mentoren in den Mittelpunkt rückt. Der ehemalige Coach der S.S. Lazio machte sich wegen den Hakenkreuzen in seiner Fankurve nie Sorgen: "Auf dem Feld sehe ich nicht über die Querlatte hinaus." Gianluca Falsini, heute Verteidiger bei Padova erklärt: "Linke Spieler gibt es wenige. Die Melancholie nach dem Faschismus kommt einem wegen den gegenwärtigen Politikern." Genau: In der Meisterschaftsperiode 2007/2008 verdoppelte sich die Anzahl der rassistischen Vorfälle auf den Spielfeldern der Serie A. Es waren deren sechs. Mario Balotelli, Jungstar von Inter Mailand und Italiener mit ghanaischen Wurzeln, erzählt so von seinem letzten Spiel mit der Nachwuchsmannschaft gegen Ascoli: "Es gibt keine schwarzen Italiener. Es war ein Slogan der Faschisten. Ich wollte das Spielfeld verlassen."

Ich bin auch ein Faschist

Im Vorfeld des von Zürcher Seite lange erwarteten Duells zwischen dem FCZ und der AC Mailand und dem Aufleben nostalgischer fussballerischer Gefühle und Momente in der Limmatstadt sorgte ein Interview des derzeitigen italienischen Stammtorhüters der Domstädter, Christian Abbiati, sowohl in Italien wie auch im restlichen Europa für nicht wenig Furore.
In der Samstagsbeilage Sportsweek der italienischen Gazzetta dello Sport, der pinkfarbenen (ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, als das gewöhnlich-farbene Zeitungspapier ausgegangen war) und weitaus am meisten gelesenen Sport-Tageszeitung in Italien, beglückte Abbiati seine schwarzhemdigen Genossen in einem nostalgischen Interview mit dem Geständnis, er erachte sich als Faschist. Schliesslich seien ja nicht alle Züge des italienischen und totalitären Systems so negativ gewesen. Der Faschismus finde für ihn gerade durch den Heimatbegriff, die Verbundenheit zur katholischen Religion, die durch ihn hergestellte Ordnung und Gewährleistung der Sicherheit für seine Bürger Gefallen und Überzeugung. Hingegen sei für ihn die Allianz zu Hitler, der Kriegseintritt und die Rassengesetze verwerflich und mit seiner Überzeugung nicht vereinbar.
Vielleicht ist sich bei solchen Gelegenheiten vor Augen zu führen, dass Fussballer in sehr wenigen Fällen den politischen Bildungsgrad eines Ivan Ergic (FCB) erreichen und das Verweilen auf Wiesen, im Mannschaftsbus sowie vor Playstations während rund 25 Jahren einer Sportkarriere durchaus seine Spuren zeitigen kann. Und dennoch ist es verwunderlich, wie ungebildet und mediengeil eine Person sein kann, wenn er bezüglich des italienischen Faschismus die Schattenseite der wie von Abbiati gelobten "Ordnung" und "Sicherheit" mit den damals gängigen Repressalien von Zwangsmassnahmen wie Tötungen, Einsperrung in Verliesen, Verbannung etc. nicht in Verbindung bringen kann. Ein einziger Blick in ein Geschichtsbuch würde bereits solche Zusammenhänge offenbaren, was ja bei all der Freizeit dieser Athleten ja verlangt werden kann, bevor man sich in einem Interview in Gefilde begibt, die man nur schemenhaft kennt. Der Faschismus war nur schwer von brachialer Gewalt und den erwähnten Zwängen zu trennen. Das Traurige ist, wenn man italienische Blogforen querliest, finden sich schockierend viele Stellungnahmen, welche die Position von Abbiati wiederspiegeln und auf die derzeitigen, teilweise chaotischen und gesetzlosen Zustände der italienischen Gesellschaft verweisen. Diese Tatsache ist fast noch frappanter wie die eigentliche Aussage eines wohl ignoranten Torhüters.
In Italien sind die Bilder und Aussagen von Exponenten des Sportuniversums im Hinblick auf die Verherrlichung des Faschismus keine Neuigkeit. Die Bilder (siehe untenstehend) von Paolo Di Canio, dem langjährigen Laziospieler und ebenfalls bekennendem Faschisten, der seinen Anhängern regelmässig den "römischen" Gruss zeigte, sind leider bekannt. So auch Italiens bester Torhüter seit Dino Zoff, Gianluigi Buffon, der in seinen Jugendjahren in Parma ein Shirt zum Besten gab, das mit "Boia chi molla" (wehe, wer aufgibt) einen bekannten Slogan einer neufaschistischen Organisation demonstrierte (sich danach aber dafür entschuldigte...). Und so liessen sich über Suchmaschinen verschiedene andere "Ausrutscher" von italienischen Sportlern finden.
Walter De Gregorio, unlängst Sport-Chefredaktor beim Blick, hat für Abbiati's zerebralen Aussetzer am 29. September 2008 eine treffende Kolumne verfasst, welche folgendermassen lautete:
Wer nicht reden wollte, der musste kacken. So sehr, dass er regelrecht austrocknete, wenn die faschistische Polizei ihm Rizinusöl in den Rachen leerte. Das Öl wird natürlich gewonnen und dient als Abführmittel. In den Dreissigerjahren war es ein beliebtes Folterinstrument; viele Gegner von Mussolinis Regime haben sich wortwörtlich zu Tode geschissen.

Wer die Tortur vermied und ein erzwungenes Geständnis ablegte, landete im Straflager, was die Überlebenschance nur minim erhöhte. Oder er wurde nach einem Scheinprozess exekutiert, was ihm zumindest die Folter ersparte. Wir reden hier nicht von Kinderschändern und Massenmördern, sondern von Frauen und Männern, die das Pech hatten, im faschistischen Italien unbequeme Fragen gestellt zu haben.

Ruhe und Ordnung, das sei es, was er am Faschismus bewundere, sagt Milan-Goalie Christian Abbiati. Was er verwerfe, seien die faschistischen Rassengesetze, die Allianz mit Hitler und Mussolinis Kriege. Dummerweise kann man das eine nicht vom anderen trennen. Kann man Hitler als grossen Baumeister deutscher Autobahnen loben? Musste denn Mussolini grad Diktator werden, um pünktliche Züge zu garantieren? Bahnhofsvorstand hätte doch auch gereicht.

Den Preis, den Italien für Mussolinis Ruhe und Ordnung zahlte, ist allen bekannt, ausser Abbiati, offensichtlich.
Muss er das als Profi denn wissen? Reicht es nicht, Tore zu verhindern? Reicht nicht, nein. Sein Glück: Es herrscht jetzt zwar wieder etwas mehr Chaos als zu Mus­solinis Zeiten, dafür kann er sagen,was er will. Wäre es anders, es gäbe Rizinusöl statt Pausentee. Zumindest, bis er – um im Bild zu bleiben – die Scheisse rausgekackt hat, die er in seinem Hirn hat.

Die Gnade der späten Geburt mag es geben, nicht jene der Ignoranz. Auch nicht für Profi-Fussballer.
Die Zürcher Fans (traditionell eher im linken Politspektrum) haben sich jedenfalls Abbiati bereits vorgeknöpft und am späten Mittwoch Abend während des abgeschirmten Abschlusstraining der AC Mailand im Letzigrund den Torhüter mit einem Spruchband massiv beschimpft: "Zurigo ricorda le vittime del fascismo. Abbiati bastardo. (Zürich gedenkt der Opfer des Faschismus. Abbiati, Du Bastard). Das Transparent war von Eindringlingen begleitet, welche so das Training störten und von Stewards behelligt dann das Weite suchten. Abbiati jedenfalls machte gute Miene zum schlechten Spiel und sagte aus, diese Episode berühre ihn nicht im Geringsten...

Mittwoch, 24. September 2008

Ausweichs- im Herbstmanöver (posted for Gonzalez Tripolensis)

Jontef allein ist von aussen betrachtet schon eigenartig, man hämmert sich mit Speis und Trank bis an die Grenze des Erträglichen, schleppt sich zwischendurch in die verschiedenen Betlokale, tauscht sich über das Gewäsch der vergangenen Wochen aus und wenn's ganz dick kommt, dann reicht vielleicht am Ende der Kräfte die Energie auch noch für einen flotten Spaziergang zweimal um den Häuserblock. Bei allem Ächzen und Krächzen möchte man also wirklich auch seine Möglichkeiten einteilen und keine Kräfte unnötig verschwenden.
Als Element unserer Auffassung des Service Public (nicht wie SF, kännsch?) sei an dieser Stelle deshalb auf die Einsätze der Walt Disney-Komikertruppe a.k.a. des Synagogenchors hingewiesen. Man muss ja nicht zu allem ja sagen bzw. Kenntnis schützt vor Ärgernis.

Hierzu also die offizielle ICZ-Meldung:

Unser beliebter (!!!) Synagogenchor singt über die Jamim Towim:

Erew Rosch Haschana Synagoge
1. Tag Rosch Haschana Synagoge
2. Tag Rosch Haschana Gemeindehaus
Kol Nidre Synagoge
Jom Kippur Synagoge

Dienstag, 23. September 2008

Aus der Gerüchteküche (posted for g. tripolensis)

Der Koscher-Umschlagplatz wird ja neu aufgemischt. Da schmeisst einer einen Bagel zwischen ein paar wackere Zeilen Bücher und gibt einem die essenzielle und unumgängliche Shabbes-Zahnbürste gleich mit und schon rumpelt es. Da gibt es die erwähnte Neueröffnung des fleischigen Restaurants in der ICZ, welche doch unumwunden auf Zustimmung und Vorfreude stösst. Angeblich werden schon erste Reservationstermine feilgeboten und Tisch Nr. 770 ist bereits für die ersten drei Monate ausgebucht.
Churban Brünzel (macht Euch nicht lustig, der heisst wirklich so) hat sich deshalb auf Erkundungstour gemacht und versucht herauszufinden, was es mit den Gerüchten und Milch & Honig auf sich hat, wo unter vorgehaltenem Tallis-Sack gemunkelt wird, dass der einzige Pizza-Delivery-Service der Stadt, der ohne Quittungen und Wechselgeld unterwegs ist, auf der Suche nach einem alternativen Lokal ist.
Churban konnte diesbezüglich keine Bestätigung von offizieller Seite einholen, jedoch mehren sich die Vorzeichen eines Umzugs von Milch & Honig eindeutig. So befindet sich gemäss Pächter/Eigentümer/Chefwalzer die Suche im fortgeschrittenen Stadium, jedoch unter schwierigen Vorzeichen. Es werde jedoch auch auf neuen Kanälen und Kanüsen gefahren, so sei eine mögliche Variante auch die Eröffnung eines neuen und weiteren fleischigen Restaurants.
Es gab Zeiten, da musste man für ein Stück geniessbares Fleisch noch selbst hinter die Küchenplatten stehen. In absehbarer Zeit ist es also ein mögliches Szenario, dass wir vor lauter Kühe die Weide nicht mehr sehen. Wir sind gespannt und hoffen auf weitere Einsichten von Churban Brünzel.

PS: Nein, meine lieben Neu-JüZ-Leser. Churban Brünzel hat nichts mit Churban Europa zu tun. Irgend jemand darf mir dann bei Gelegenheit erklären, warum wir einen neuen - im Übrigen genauso fremdsprachigen - Ausdruck für den Holocaust benötigen. Aber das ist ein eigenes Thema. Genauso wie Streimelträger an einem Mittwoch.

Naches, naches wie gohts?

Am Sonntag hatte ich wieder mal das Vergnügen, mit dem Schwarzen Teil meiner Familie, nicht so Schwarz, die religiöse Prägung, eine Simche zu feiern, eine Sheva Brachot um genauer zu sein. Normalerweise keine grosse Sache, man geht hin, sitzt getrennt an einem grossen Tisch und ist irgendwelche Reste von Schein und Fein. Aber zu meiner Überraschung, es geht auch anders. Nichts ahnend komme ich dorthin, in den Pavillon im Muggenbühl, und sehe als erstes eine Mechize und dann einen Mann mit einem Keyboard. Das konnte ja nur heiter werden. Weiter ging es, das Brautpaar kam früher als die meisten Gäste, der Gastgeber sogar mit 40min Verspätung und er war nicht der letzte. Geredet haben dann neben den Vätern des Brautpaars, der Präsident der Agudas Achim, der Grossvater des Chatan, der Gastgeber und Herr R. Levi, der im übrigen mitten in einer Rede in den Saal gekommen ist und die Rede so unterbrochen hat. Es gab natürlich auch positives, das Essen zum Beispiel. Zur Vorspeise gab es gebratene Leber mit Safran Risotto, dann Kalbs Koteletts und Ente und zum Desser noch einen Apfelstrudel. Das Essen war besser als an manchen Chassenes....

Alles in allem eine weiter bereichernde Erfahrung!

UB

Donnerstag, 18. September 2008

Death Magnetic - Tribut an sich selbst



nach rund 5 jahren hat das warten ein ende. metallica bringt mit "death magnetic" ihr neustes werk auf den markt. die cd selbst besticht als erstes durch ihr cover. ein - von seite zu seite kleiner werdendes - sargförmiges loch in der mitte des covers lässt von allen seiten ein wenig aufblitzen. ähnlich verhält es sich dann auch gleich mit dem inhalt. death magnetic ist ein angekündiktes patchwork-album. der versuch, von allen erfolgreichen alben das erfolgreichste einzubringen und zu einem überwerk verschmelzen zu lassen, ist aber nur beschränkt geglückt. zwar ist die angekündikte mischung zwischen dem wohl erfolgreichsten und besten werk "master of puppets" und dem populistischen durchbruchs-album "black album" durchaus erkennbar. allerdings lässt das album jegliche kontinuität vermissen. man hat eher das gefühl, dass sich die band fast selbst ein tribute album erstellt hat und mit jedem song an eine andere phase ihrer erfolgreichen karriere erinnern wollte. hier ein song praktisch nur aus staccato-riffs bestehend und tönend als sei er direkt in einem blechbehälter gespielt worden, dann ein fast 10-minütiges wechselspiel an stil, tempo und inhalt (ja, auch die songs sind in sich nicht besonders konstant) und dann eine schnulze. a propos: der von einigen lang erwartete dritte teil von the unforgiven ist doch sehr brav aber immerhin nett anzuhören (auch wenn er phasenweise nach einem linkin park song tönt). das instrumental-stück ist zwar ok, aber auch nicht der grosse reisser. ausserdem ist die single-auskopplung ungeschickt gewählt. der song ist zwar gut, aber für die massen viel zu lang und eben zu unkonstant (der durchschnittliche radio-zuhörer wird wohl meinen, dass das drei verschiedene songs sind). heute darf ein populärer song leider nur noch 2.5 minuten dauern (die aufmerksamkeitsspanne ist leider nicht länger). gott sei dank hat sich metallica nicht dazu hireissen lassen und alle songs sind lange werke. es stellt sich sowieso die frage, ob eine single-auskopplung überhaupt nötig ist...
es bleit die erkenntnis, ein solides album erhalten zu haben, das aber nicht an die besten herankommt, welche die four horsemen produziert haben. der versuch es allen recht zu machen ist ein weiteres mal gescheitert.
auch wurde hier ein weiteres mal bewiesen, dass eine solch grossartige band nur am eigenen ruf scheitern kann. denn das album ist an und für sich nicht schlecht (es ist sogar ziemlich gut). weiss man aber, wass die wirklich drauf haben, schwingt eine kleine portion enttäuschung mit.

fazit: nett zum hören, unterhaltend, aber kein album für die geschichtsbücher.

ein fan

Freitag, 12. September 2008

Klas ist has und wir applaudieren! (postet for g. tripolensis)

Gestern zu später Stunde, als nur noch die Allerfleissigsten das Büro noch hüteten, erreichte uns die frohe Kunde, dass die ICZ nun endlich eine Lösung für deren marode fleischige Küche gefunden hat: In Kürze soll in Zürich wieder auswärts fleischig gegessen werden können, endlich gibt es für die Myriaden von blutrünstigen Kannibalen und lustvollen Naturfaser-Verzehrer wieder die Möglichkeit bestehen, sich politisch korrekt zu verpflegen. Abgöttische Freude und Simchesnaches herrscht.

Dass es sich beim Restaurateur um einen Local Player handelt, der in den letzten Jahren bewiesen hat, dass er ein gastronomisch ansprechbarem Menu auf die Beine stellen kann (Klas Rittri von Books & Bagels) und es geschafft hat, ein In-Place für kurzweilige Mittagessen und Mitnahme-Mahlzeiten zu institutionalisieren, lässt doch aufhorchen und Gutes erhoffen.
Wir verweisen auf die Liste der Best of-Schalom, welche vor einigen Monaten hier publiziert worden war, wünschen von Herzen viel Erfolg und gutes Neues und freuen uns auf ein erstes, neu-gieriges Wiedersehen in der alten Wirkungsstätte von Lerch, Jasmin und Co..
NACHTRAG: Wir möchten an dieser Stelle auch dem Tachles gratulieren, welches nach Jahren von Grabenkämpfen und doch ziemlich heftiger Anti-Establishment-Einstellung gegenüber der ICZ diese Initiative inzwischen in so positive Energie umzumünzen wusste, sodass die ICZ es neuerdings für opportun empfindet, in ihrer offiziellen Mitgliederpost zu obiger Thematik gleich auch noch der Ausführlichkeit halber auf das Tachles selbst hinweist. Man darf das durchaus auch politisch fragwürdig finden.

Mittwoch, 3. September 2008

schon lange im ärmel...

... hatte ich diesen guten herrn. kampfbasler und dorfarzt von fiesch. während zwei wintermachanot mein bester freund. redet machnchmal aus spass hochdeutsch. sein bürste ist einfach zu schön um für mich zu behalten. SCHNAUZ!!!

Donnerstag, 14. August 2008

Balkan Beat Box hits Winterthur!


Jungs
Es ist in meiner Funktion als kultureller Tortenheber dieses Mediums, Euch auf eine amerikanisch-israelische Hammercombo aufmerksam zu machen: Die Balkan Beat Box kommt am 26. August 2008 im Rahmen der Winterthurer Musikfestwochen in die Schweiz und gibt in Winterthur die einzige Show der Schweiz.
Obschon hierzulande eher unbekannt, ich kann Euch versichern, dass die Freunde der balkanischen Klänge keinesfalls enttäuscht sein werden!
Gebt Euch deshalb für eine Kostprobe ihres Könnens die Balkan Beat Box-Homepage und ihren Myspace-Auftritt.
PS: Das Konzert ist gratis und es gibt nur eine Option: Hin damit.
PPS: An die Herrschaft aus Pfaffige: NEIN, DU KENNST SIE NICHT AUS DEM RADIO!!!
PPPS: Es leben die Geschäftsanlässe, welche den Besuch solcher Anlässe verunmöglichen. Würg!

Freitag, 8. August 2008

Top 5 der heimatlichen Vorzüge

So, man ist eindeutig wieder zurück. Die Rucksäcke sind versorgt, die Mückenstiche noch nicht und gleichwohl sind die Erinnerungen noch so frisch und präsent als sei man noch in Madagaskar. Vielleicht kommen in den nächsten Tagen noch ein paar Themenblöcke, inzwischen sei aber lediglich auf die fünft Punkte hingewiesen, welche im Rahmen der erfolgten Rückkehr am meisten Freude machen:

1) Zürcher Hahnenburger: Es gibt keines wie das Zürcher Hahnenwasser. Man dreht am Hahn und es kommt das frischeste, kühlste Wasser, das ich in meinem Leben je mit Heimat identifizieren könnte. Ein bisschen süss, glasklar, keinerlei Nachgeschmack, keinerlei Chlor und vor allem dieses unerklärliche Gefühl, man erhalte die Muttermilch der Zürcher Voralpen. Kein Abkochen mehr nötig, kein Ausländer-Wässerchen, kein kartellisiertes Produkt eines staatlichen Konzerns, einfach nur flüssige, durchsichtige Glückseligkeit.

2) Geteerte Strassen: Ich hätte nie gedacht, dies eines Tages noch zu schreiben, aber wir sind 2 Wochen über Schotterpisten, löchrigen Beton und Teer, Flüsse und Sanddünen gefahren. Eine Strasse mit einem richtigen Strassenrand und Bordsteinen, Kurvenabschrankungen, wenn es brenzlig werden sollte, Strassenschildern und die Möglichkeit, nach der Durchfahrt eines x-beliebigen Fahrzeugs atmen zu können, sind viel wert.

3) Strichcodes und angeschriebene Preise: Verhandeln hat ja immer seinen Reiz, vor allem wenn man weiss, dass man am Ende maximal bei 50 % des Verkäuferpreises ankommen sollte. Wieviel kann/darf man noch drücken, ohne dem Verkäufer ans Eingemachte zu gehen, ohne ihn auszunehmen bzw. sich ausnehmen zu lassen, weil man die Hautfarbe eines Emmentalers hat? Alles interessante Fragen, aber manchmal möchte man einfach nur eine Tafel Schokolade oder eine Mandarine, ohne sich den Kopf gegenseitig wundzufeilschen. So schön.

4) Nachts unterwegs: In der Dritten Welt ist es abends dunkel und das fast ein bisschen zu sehr. Und weil oft die Strassenbeleuchtung nur entfernte Utopie ist und nachts alle Jäger gleich dunkel sind, endet das Leben fast überall mit Eindunkeln. Transporte nur noch per Taxi und dann ohne Umwege von A nach B - und dies bei Finsternis um 18:30. So ist ein Abendleben ziemlich exklusiv und nicht in jedem Fall möglich. Umso schöner, wieder da zu sein.

5) Sauberkeit und Hygiene: Viele Orte, die wir gesehen haben, waren von einzigartiger Schönheit und bergen unvergessliche Erinnerungen. Andere jedoch auch Elend und Armut, wie man sie sich hier kaum vorstellen kann. Vielerorts wird gespuckt, in Staub und Dreck gelebt, gestunken, geraucht und getrunken, was das Zeugs hält. Manchmal ist dies nicht ganz so trivial zu verfolgen und sich an einen solchen Zustand zu gewöhnen. Umso mehr weiss man es wieder zu schätzen, wenn man die Sauberkeit und Ordnung hier sieht, über welche man sich sonst immer lustig macht. Es hat aber eindeutig auch grosse Vorzüge.

Diese Punkte sollen jedenfalls nicht darüber hinwegtäuschen, dass man auf solchen Reisen und mit dem Kennenlernen fremder Bräuche und Kulturen und gerade an solch entfernten Ecken der Welt die Schönheit des Lebens und die Verschiedenheit der Kreaturen in unserem vielfältigen Garten zu schätzen lernt. Wir haben uns einzeln und global Erinnerungen eingeprägt, welche wir nie vergessen können werden und die jeden Meter dieser Reise wert machten. Das Lächeln von Kindern, unberührte Schönheit der Natur und Begegnungen, welche uns noch lange begleiten werden.

Montag, 4. August 2008

Last call for passengers Zagoury Günzburger


Hi folks!
We're slowly and sadly getting to the end of our journey. We got to Antananarivo (first city with anything looking like traffic and suburbs) today and will leave from here tomorrow night to get back to Zurich. Everything went down very smoothely and that makes the return into reality and civilization even harder. So we're leaving the land of Chamaleons & Zebus at night which will give us the full tuesday to enjoy the city of Antananarivo - even if both of us have a bit of a weird feeling with such big cities - always the hardest part while travelling off the beaten track - after weeks and weeks of offroading and nature. But for now we checked in a cool little hotel and will soon get to have some dinner. Last Shabbat we spent in Ambositra, a cute little city south the capital. Nothing extraordinary, but quiet relaxing and a good spot to find some decoration for our new common home. Apart from that we managed to get us a serious cold and arebound very closely to tissues since. But that's peanuts. Today we got here by taxi-brousse with Malgashi folks that probably take a car once in four years. Result: half the minibus was throwing up for most of the ride. Fortunately we had gotten us the two front seats, but the smell was nice anyway.
Well, that would be the end of the reporting of our vacations, and we look forward to telling you more of our ventures in persona.
Take care and see you very soon!

Montag, 28. Juli 2008

Tulear, here we are!






Hi folks!
The sunny travelers are back into civilization well and healthy. Actually our last posting was interrupted by the sudden decision of our two morown tour guides who decided in the last second that they wouldn't make the 4x4-travel as we had agreed but that we needed a second driver and a second car. Nay, we said. And found ourselfs running around in the lost city of Morondava looking for a driver and a car that would take us down the western coast of Madagascar. Gonz found himself in the dark in the middle of a road running after some Malgashi guy that pretended he would know anything - not being able to communicate with him. At some point Gonz dropped out and sent him into the void by himself. At last we found Gerard, and not Geri, who drove us right where we wanted and even for a cheaper price. The first two days were veeery bumpy, dusty and long. With the Toyota Land Cruiser we had to cross rivers, take a ferry dragged by people through a river, where we spent half of the day on the coast. After two nights we ended in some lost corner of Madagascar in the middle of dark, in Morombe. One only hotel had affordable prices - and no comfort at all. Gonzens back still shivers at the mere thought of its bed. Still the morning after we travelled on with the french couple - he would talk to anybody on spastic movements-language and about anything - and 2 french heavy smoking sisters. And from that moment on we saw the most beautyful hidden corner of Madagascar, it's western coast. We slept in lost fisher villages, saw the most amazing beaches ever, ate fresh fish, sunbathed, bathed at all. It was amazing. Shabbat we spent in such a village, where we were really well taken by the villagers, who's kids fooled around with us on the beaches and where we assisted to the fishing of a ray of 3 m diameters. It was amazing.
Today we finished the coastal part at Ifaty, which was far more touristic and ended up a couple of hours ago here in Tulear. Big city, some fairly paved roads again and the beginning of the last week of our honeymoon. The internet cafe has a terrible connection which doesn't even allow to get into a mail account. So far so good.
We met the great french couple from the first week again - in front of the local bank and absolutely randomly. We're having dinner together tonight.
They say that the cities here are not for big movement in the evenings when it gets dark, which is already at six in the evenings.
Anyway, next week we're in Fianarantsoa and some rainforest, before we join Ambrivazo for shopping and then our honeymoon seems to terminate already. Buuuuh....
But we miss you a great deal and we think of you a lot. Especially in these times where we have no possibility of communication sometimes it feels a bit odd to be so far off the world. But that' s part of the beauty of this travel, isn't it...
Stupid enough today the camera broke, guess it won't be possible to fix it over here, so we'll just have to tell you about the last week - and you will have to trust us on it, muahaha.
So, keep everything in it's right place until we get back. We still kind of look the same even if quiet roasted from the coastal sun. Stomaches are also okay - sometimes. It's a bit odd to adjust yourself to the customs here and the foods, but we manage quiet well. Judith has become an absolute rice-addict. She eats it three times a day and when she doesn't get it for three hours, she starts shivering and moaning. It gets me sick. Malgashi beer on the other hand is funny. Tasts a world better than the Carlsberg soup we had all over June. It's called Three Horses, even if we haven't seen one single horse in two weeks, only Zebus.
Well. That's it for now. Take good care of yourselfs and of each others, as Jerry Springer says wisely.
Gruess
Susi und Strolch

Montag, 21. Juli 2008

"Bonshu Uaza"

Hi everybody - or as we are used to be greeted here " bonjour vazaha"; corresponding to "hello white"
Finally we reached a spot where we have access to internet - and tomorrow at sunrise are leaving it again.
The place is really hard to imagine. Monday we arrived at the airport and continued straight to Antsirabe and Miandravazo where the day after we emmbarked on a little canoe with two locals and drove down the Tsiribihina river. Chamaleons, a crocodile and lots of friendly village people accompanied us on our three days trip to the sea, where we continued on a 4x4 drive to the Tsingy mountains and baobab allee. Beautiful sceneries, very friendly folks and ... to Judiths happyness: tons of rice!!!
On the way we met a great couple from La Reunion with whom we spent the past couple of days. Also we met other frenchies randomly travelling together and yesterday we decided to do something really fun with them: We rented a 4x4 with them and are driving down the desert coast to Tulear as off tomorrow. Blue lagoons, baobab forests and the second coral reef in the world are waiting for us - and very few tourists.
We`ll tell you more further ahead. For now all we have is the knowledge that we probably have no internet connection for the rest of the week.
(now suddenly the situation changed and we need to figure out a new driver, since the old one dropped out - welcome to Africa)
Yalla, we`re off for now. Take care and don`t forget about us!
Kisses from Tripolis and Atlas

Montag, 14. Juli 2008

Angekommen!

Hello everybody

For purposes of linguistic barriers in Switzerland and difficult adaptation to the local computers just a short notice from the newly weds in English.
We arrived fine at Antananarivo this morning and are now on the way to the river where we will paddle down the stream for the next two days.
Flight was long and quiet exhausting, but the landscapes here make up for it easily. The island caught our heart from the beginning away.

We'll give more updates once there is really something to say. Lots of kisses and read from us soon again!

PS: No pictures for now, doubt that will work from here. Infrastructure very poor. The one existing highway looks more like Allmend in Zurich...

Freitag, 11. Juli 2008

Marrakesch und Tripolis im indischen Ozean


Simchesnaches hoihoihoi!

1) Der Blog lebt noch. Jechi!
2) Deutschland ist nicht Europameister geworden, also ist alles noch im Lot.
3) Marrokko und Libyen haben geheiratet. Und der ganze Blog hat zugeschaut (also lebt er noch, nach dem Motto: ich sehe, also lebe ich)
4) Zu Ehren dieses Anlasses wird sich eine Delegation bestehend aus der besseren und vor allem der schlechteren Hälfte der neuen Familie auf die Spuren von Lemuren und Chamaleonten nach Madagaskar begeben.
5) Eben: Der Blog lebt noch. Deshalb werden wir an dieser Stelle regelmässig unsere Eindrücke von der Insel einfliessen lassen und Euch Berichtchen schreiben. Zwecks vereinfachtem Verständnis für Ost und West, Franz und Franc sowie Rösti und Graben werden wir unsere Berichte wohl auf Anglikanisch verfassen. Ankunft ist für Montag Morgen in Antananarivo geplant, der Hauptstadt, von welcher niemand weiss, dass sie ausser in den Primarschul-Realien-Tests wirklich existiert (war jeweils die Zusatzfrage, deren kumulierte Antworten zu einem der legendären SJV-Heftchen berechtigte).
6) Genug geblödelt, jetzt wird ... Gut Shabbes!

Freitag, 13. Juni 2008

Mittwoch, 4. Juni 2008

fleischgewordene fussball-prostitution

in guter alter manier muss ich wieder einmal sagen: die jungen von heute! früher war doch alles besser! wo sind wir nur hingekommen!

das lese ich doch auf 442.ch (ritter der absoluten wahrheit!) folgenden artikel über robinho:

Robinho stellt seine Zukunft bei Real Madrid in Frage. Der Offensivspieler wird seit einiger Zeit mit Manchester United, Chelsea und Milan in Verbindung gebracht. "Ich habe immer gesagt, dass ich gerne bei Real bleiben würde. Aber wenn keine Vertragsverlängerung erfolgt, hätte ich kein Problem damit wegzugehen", so der 24-jährige Offensivspieler, dessen Vertrag beim spanischen Meister noch bis 2010 läuft. Real ist nun also gefordert.

ich möchte daran erinnern, dass es um robinho und real schon einmal ein theater gab. als es im sommer 2005 darum ging, ob real es hinkriegt, robinho vom fc santos zu übernehmen. damals mischte sich der spieler öffentlich in die diskussion ein und liess folgende statements verlauten (nur eine auswahl!):

- real ist für mich ein kindertraum.
- für mich gibt es nur real!
- ich bin bereit auf teile meines lohns zu verzichten, damit ich zu real kann.
- ich war schon immer real fan (nicht werder-fan?).

diese herzzerreissenden liebeserklärungen scheinen heute kein thema mehr zu sein. es macht den anschein, dass robinho einfach spitz war auf die internationale bühne zu treten, egal wie. und real war halt interessiert und er sprang auf den fahrenden zug auf. ein ziemlich luxuriöses sprungbrett. der soll doch froh sein, bei einer top-mannschaft bereits einen namen zu haben. wie viel höher hinaus will er denn noch?

dass robinho kein kind von traurigkeit ist, beweist er indes auch immer wieder auf dem spielfeld. nicht selten sieht man schwalben von ihm. und wenn der schiri darauf reingefallen ist, jubelt er schmalos (meh seht... är luegt zum schedsrechter. er weiss 'i ha dr penalty griegt'. jetzt holt är sich bim dreener d'bestätigung. denn spant är sini finger zunere kugle und schiebt die hi und här. bi uns- im irrehuus- nennt me das 'e fust mache'...). auch nachtretereien gehören neben rumheulerei auf dem feld und verbal-attacken neben dem feld zum erscheinungsbild des 24-jährigen. alles in allem, trotz seiner genialität, ein nicht selten mühsamer spieler.
vieleicht wechselt er ja wirklich (wohl kaum...). und dann wird er vermutlich auf die welt kommen. hoffentlich!

tja, dumm gelaufen

es tut mir sehr leid, dass ich den paris hilton post schon von der obersten stelle verdrängen muss. aber dieses bild kann und darf ich euch nicht vorenthalten.
gestern raste in mexico ein autofahrer in eine gruppe von radfahrern, die gerade ein rennen bestritten. der lenker war betrunken und stand unter heroin. die tragische bilanz: etliche verletzte und ein toter. das spektkulär dabei ist aber das foto, dass herausgekommen ist. denn ein fotograf hat doch tatsächlich im entscheidenden moment abgedrückt. dieses foto ist für mich klar ein kandidat für die auszeichnung world press foto 2009 (die 2008 variante ist schon vorbei. ausstellung war im sihlcity/papiersaal. nächstets jahr hoffentlich ein cc event, da ggk). hier nun das bild:


bitte nicht als motivation nehmen, falls die teutonen siegestrunken durch zürich marschieren!

Dienstag, 3. Juni 2008

Letterman mit Hilton am Start

Liebe Kinder gebt fein acht, ich hab Euch etwas mitgebracht.

Nein, für einmal ist es kein Crashkurs in Fekanik, sondern wieder mal ein Yutubbel-Post. Und zwar hat sich Ihro Ehren David Angloschmidt Letterman wieder einmal die Ehre mit Paris Hilton gegeben. Es ist wirklich ein Jammer. Dieses Mädchen ist ein wahres Genie. Sie spielt mit eigenen Hirnlosigkeit, sie kokettiert damit, sogar noch dümmer zu wirken, als ob es sonst schon nicht reiche, und alle spielen mit. Alle kaufen ihr dieses WC-Bürsten-Gebaren tatsächlich ab! Unfassbar. Dabei ist sie nun wirklich die einzig Brauchbare von uns allen.
Leider müssen wir nun aber herausfinden, dass Paris Hilton ihren Mann fürs Leben gefunden hat und wir uns folglich mit dem Leder begnügen müssen. Vielleicht verkauft sie ein solches aber auch mit ihrer Kollektion.
Letterman ist jedenfalls wieder mal köstlich. Er könnte sich die Finger abbeissen vor Ärger und Selbstironie, nimmt sie aber gemütlich auf seine Ulktour und das Resultat lässt sich wirklich sehen.
Sedölüeg:


PS: Morgen gehts dem Nillenhattlon an die Knöchel. 20:45 in der JLeague-Halle, da laufz!

Samstag, 31. Mai 2008

Grümpelturnier goes Schrott 2008

Unlängst sind die Anmeldungsaufforderungen für den diesjährigen und völlig überdimensionierten Grümpeli-Event (überdimensioniert wird ironischerweise auch von den Grümpelmachern selbst mit Bezug auf die Leinwand verwendet) eingegangen, der ja bekanntlich auf dem Parkplatz der EURO auf der Zürcher Allmend stattfindet. Manch ein potentieller Teilnehmer mag ob der überrissenen und -teuerten Teilnahmegebühr pro Mannschaft etwas befremdet worden sein. Nachdem Kreti und Pleti schon mit Anfragebriefen für Galadinners im Unkostenbetrag von läppischen Fr. 825.-- überrumpelt wurden, hält man es jetzt für notwendig und richtig, pro Mannschaft (auch bei Junioren und Piccolos!) einen Betrag von Fr. 300.-- Startgebühr zu erheben (Bambinos "nur 120.--). Was erhebliche Erleichterung bietet, ist die Tatsache, dass im Preis gleich auch 8 Tickets für die unverzichtbare EURO-Finalparty auf der Allmend und weitab von Zivilisation und Fanmeile enthalten sind. Weil wir ja eh alle dahin wollten. Ziemlich konkret wird so der megalomanische EURO-Event mit dem Grümpeli amortisiert. Und dies zulasten eines Traditionsturniers, wo es hauptsächlich darum ging, möglichst viele Teilnehmer aus möglichst unterschiedlichen Schichten und Herkünften zusammenzubringen und einen friedlichen, sozialen gemeinsamen Fussballtag zu verbringen.

Entrüstete Reaktionen wird es genügend geben und persönlich sind der CC-Red Action auch viele solche zu Ohren gekommen. Unter anderem wird von verschiedenen Mannschaften seriös in Erwägung gezogen, dem diesjährigen Grümpelturnier fernzubleiben, weil man sich nicht alles gefallen lassen will. Wir fordern aber alle auf, Ihre Meinung nicht nur im trauten Kreis kundzutun, sondern mittels gezielter Konfrontation des 0825-OKs (www.euro825.ch) eine Stellungnahme bzw. die Anpassung an räsonable Massstäbe für einen familiären Anlass zu fordern. Gemäss unbestätigten Aussagen des OKs rechnet man mit einer Zuschauerzahl von rund 1'500 Personen, was illusorisch und fernab jeglicher realistischer Planifikation liegt. Ein solcher Anlass ist ein Stock mitten in die Beine der Grümpeli-Tradition und in dieser Form überrissen wie unnötig. Wir wollen kicken, wir wollen chillen und sicher keine Elite-Anlässe. Der Schreibende selbst hat seit 15 Jahren praktisch kein Grümpeli verpasst, verzichtet aber unter diesen Umständen, auch auf den Abendanlass.

Oder in Zeiten grossschlachtiger (und kopiert-abgeänderter) Parolen anders ausgedrückt: Kommt die EM, geht die Grümpelikultur.

In diesem Sinne erneut gute Besserung und genug des Grössenwahns.
Schorsch Möckli

PS: In einem ersten Schritt hiess es überdies aus dem Umfeld des OKs, dass das Gala-Dinner für den Verein und nicht näher bestimmten Kosten diene. Inzwischen deutet die Webseite des Grümpeli's schon klar darauf hin, dass der Verein www.sport825.ch spezifisch für dieses Grümpelitheater gegründet wurde. Dass die Gala-Mittel deshalb ebenfalls in diese Kasse führen, lässt nur erahnen, in was für ein riskantes Spiel sich die Organisatoren hier haben treiben lassen.

Mittwoch, 28. Mai 2008

FC Religionen - FC Nationalrat 6:1 (posted for g. tripolensis)

Im Zeichen der vielfältigen Vorbereitungen zur EM (bestätigten Gerüchten zu Folge hat sogar der Ordnungsweibel der ICZ-Synagoge während des Omer-Zählens am Shabbat Morgen mit einem Schmunzeln auch noch die Tage bis zum Beginn der Euro angezählt) ist nun nach den Duellen zwischen Bergdörfern, Pöstlern, Obdachlosen und anderen Chassidim auch noch ein innerschweizerisches Duell zwischen dem FC Religionen und den Nationalräten durchgeführt worden. Natürlich konnte man nicht nur auf die Würdenträger an sich abstützen, weil der Ruuw unter anderem schon seit langem nicht mehr mit Onkel Sami auf das Garagentor kickt und die Sportlichkeit anderer jüdischer Würdenträger nicht mehr ganz so hoch gehalten wird und etwas schwerfällig geraten ist. Es gehört wohl auch zum Zeitbild unserer Generation, dass von den Exponenten unserer JGeneration Sport und körperliche Ertüchtigung für nicht annähernd so wichtig gehalten wird wie der Sauberkeitsgrad von Erdbeeren und andere Einzelprobleme.

Jedenfalls trat gestern eine Auswahl von jüdischen, christlicher und muslimischen Würdenträgern gegen die Räte an und versenkte diese diskussionslos mit 6:1. Auf jüdischer Seite wurden wir durch unsere wieder genesene Euro-Hoffnung und Kantor Jackson Mandel, JLeague-Akteur Rabbi Arik Speaker, den von Schorsch Möckli so zärtlich umschriebenen "caprotto" Ernesto Ferro, Ostkurven-VIP Sämi "Händ Ue" Dubno, sowie dem jüdischen Vertreter der interkonfessionellen Konferenz IKK, Robert Heymann, und dem Sohn des Rabbiners der Jüdischen Gemeinde Bern, Benjamin Polnauer.

Über den genauen Spielverlauf ist wenig bekannt, lediglich sei erwähnt, dass die heutige Ausgabe des "20 Minuten" auf S. 7 ein herrliches Bild enthält, wie Jackson dem Bortoluzzi fast seinen Tuches auf dessen Schulter setzt und gleich mal den Tarif durchgibt (worauf der lokale SVP-Haudegen gleich mal das Spielfeld verlassen habe).

Natürlich dürfen in Zeiten gestanzter Sätze und semiprofessionellen Floskeldreschens bei solch einem Anlass auch Nullitäten wie "die Religionen miteinander im Team, nicht gegeneinander", "gute Pässe zuspielen" und "Miteinander statt gegeneinander" ausgetauscht, aber wer hätte sich denn da schon etwas anderes erwartet...

Montag, 19. Mai 2008

für nostalgiker

liebe fussballfreunde

diese sendung ist doch ziemlich kultig:

1. r. späni als flyerin mit latour unterwegs. der "dasch e gränni! dasch nit normal
herr meier!" ausrster ist ja schon legender. aber wenn man den bericht schaut, fallen
einem noch ein paar schöne sachen auf. so z.b. eben der herr meier der gerade von einer "langen verletzung" zurückkommt. wusste ich nciht mehr. oder, dass bei servette ein gewisser top-stürmer alex frei fehlte.

2. auch beim bericht zum legendären 11:3 von wil gegen güllen, ist einiges gutes zu sehen. so kam dort ein hoffnungsträger names mensah zum einsatz (namensveränderungen à la n'koufo/nkoufo war damals schon in). bei wil war ein gewisser herr lustrinelli angestellt. aber das schönste:

das erste tor für güllen schoss ein jungspund namens barnetta, der mit seinen zarten 17 lenzen schon tore wie vom himmel geschossen hat.

damals gut und heute immer noch gross

Sonntag, 18. Mai 2008

08:25, und suscht gaht's?

Im Zeichen dieses schon naheweisen Revival des kollektiven Argsinn zu Lasten der Gesellschaft in diesem anarchistisch-nihilistischen Forum des CC-Blogs wolle man doch bitte dafür sorgen, dass der schweizerisch-jüdische Sportsinn um dessen explosionsartige Verbreiterungspläne ihre Schwarte abbekommen.
Da schreibt man also eine Heerschaft von Aktiven, Passiven, Gönner, verkappte Spanner und sonstige Sportsabberer an und kündigt die Neugeburt des judäischen Athletismus Helvetiens an. So weit so gut. Gleichzeitig lässt man sich deren Unterstützung gleich mit Fr. 825.-- zu Buche schlagen, im Rahmen eines symbolischen Beitrags zu einem Galadinner. (Am Ende hat es dann ganz inoffiziell und nachträglich geheissen, man sei gar nicht Hauptziel dieses Anschreibens gewesen, sondern ledigliche glücklicher Mitwisser)
Was bisher aber völlig im Verborgenen blieb, war die eigentliche Mitteilung des Sinns dieses neuen Körpers. Für wen? Was? In welchem Zusammenhang? Und wohin gehen wir? Und vor allem: Warum?
Gleichzeitig organisiert ein Teil derselben Trägerschaft auch noch gleich ein Grümpelturnier. Für einmal und dank der EM wird dieses Turnier auf der Allmend (Hakoah: Eure Spieler wollen impfall unbedingt dorthinziehen!) in Zürich ausgetragen (eigentlich wär Basel dran, aber die haben die kleinere EM). Geladen wurden Futboleiros aller Herren Länder und Regionen. Grosses Rahmenprogramm, Infrastruktur wie im Disneyland, hemmend hohe Preise und tausend Fragen, wofür die Menschheit eigentlich so einen galaktischen Rummel braucht? Will man wirklich zusammen so tun, als sei man eine richtige Fanmeile? Sind wir am Ende nicht in der kleinen Schweiz, wo alle schon nur darauf gewartet haben, einmal eine eigentliche Fanmeile zu haben? Und wieder: Warum?
Wohlverstanden: Ich unterstütze schon nur den Gedanken sehr, einmal die Initiative zu ergriffen haben und etwas Positives zu bewirken. Man nimmt die Riemen in die Hand und und reisst mal etwas rum. Etwas gegen den schweizerisch-jüdischen Deaktionismus. Die Relationen mögen in diesem Fall vielleicht etwas ins Rütteln gekommen sein, man mag sich denken, was soll ich da, eigentlich will ich doch unters Volk, wenn's einmal eine 3wöchige Streetparade für Fussballverrückte gibt. Mag man. Vielleicht aber auch nicht.

Charedische Schulen in Zürich und ihr Umgang mit modernen Technologien

Eine Meshigaas sondergleichen:
In den vergangenen Wochen haben verschiedene charedische Schulen in Zürich den Eltern ihrer Schüler einen Brief zukommen lassen. Inhalt des Schreibens war die Ankündigung neuer Massnahmen zum Schutz der Infanten vor den schrecklichen und lüsternen Verlockungen des Indernetzes. So wurde den Eltern angekündigt, dass ab sofort sowohl die Verwendung des Internetzes selbst als auch der persönliche Gebrauch von Natels für die Schüler relativ verboten sei (wenn doch erlaubt, dann nur in Notfällen und zu treuevollen Handen der Lehrerschaft). Ausserdem dürften keine elektronischen Geräte verwendet werden, welche über die Möglichkeit der Anzeige von Bildern oder Videos verfügen. Darunter fallen wohlbemerkt auch jegliche elektronische Spielzeuge wie Gameboys, PSPs und dergleichen.

Missetätern wurden bereits ernsthafte Konsequenzen angedroht, falls man sich nicht der Massnahme beugen wolle.
Und der Clou: Der Brief wurde mit einem Talon ausgestattet, den es zurückzuschicken gilt. Die Optionen lauten a) Ja, ich bin damit einverstanden / b) Ja, ich bin einverstanden, brauche aber technischen Support.
Das Internet birgt zweifelsohne grosse Risiken und es ist wohl eine der grossen Aufgaben unserer Generation, einen Gebrauch zu propagieren und zu vermitteln, der die Vorzüge in den Vordergrund stellt und einen Umgang zu ermöglichen, der sowohl im Bezug auf die Berufsausübung als auch - im weltlichen wie im religiösen - auf umfangreiche und diversifizierte Informationsbeschaffung abzielt.
Freie Informationsbeschaffung gehören für viele zu unerlässlichen Mitteln in ihrem täglichen Leben und für viele sogar zu einem inzwischen kaum mehr wegzudenkenden Mittel für jüdische Studien. Von der Demokratie hingegen profitieren wir hier alle. Wir haben der freiheitlichen Volksherrschaft unter anderem zu verdanken, dass wir unsere Religion frei wählen und vor allem ausüben dürfen. In totalitären Regimen hingegen kommt es zu einer Zensur des Wissens. Wissen wird darin als schädlich angesehen und die Bürger als unmündig, eine gesunde Unterscheidung zu treffen, was für sie gut ist und was nicht.
Ich kann es mir kaum verkneifen, vor allem auf die Optionen hinzuweisen, welche den Eltern offenstehen: Ja oder ja. Antidemokratische staatliche Wahlprozedere der Vergangenheit stossen einem in eklatanter Weise in der Erinnerung auf.
In diesem Sinne: Gute Besserung!
PS: Dändel, zufrieden?

Firlefanz, Römertopf-Hunde und saftige Ohrfeigen

Für den sonntäglichen Ausdauertest des FC Hakoah verschob sich die jüdische Athletenschaft diese Woche ins Neudorf. Auf dem Weg säumten noch Ethanolleichen Schwammendingen, was natürlich besonders motivierend wirkte.
Zürich Nord am Sonntag Morgen natürlich die ideale Destination, um der Gentilen neuste Freizeitbeschäftigungen spazieren führen, nämlich Hunde, die gerade so gross sind, dass sie auf einen Shishlik oder in einen Römertopf passen, womöglich auch noch mit einem verzierenden Tennisball im Genick.
Jedenfalls fand man sich in der Garderobe, etwas ältere Semester wie Flügelflitzer Ferrone, den neuen Blickredaktor Ebbenstayn, Rosslunge Petiholz und der ewigheutige Libero Vo-Gott. Letzterer wurde jedoch inzwischen in der Stammformation von einem Dear Israeli Brother verdrängt, dessen Unerschrockenheit und Substanz vor allem in der ersten Halbzeit für grosse Sicherheit in der Defensive sorgte. Man lag wie so oft in den ersten 15 Minuten arg in Bedrängnis, Pfostenschuss gegen uns, dann das obligate 0:1 auf Weitschuss der Italiener (wohlbemerkt mit den eng-homophilen Kappa-Leibchen der Italianim). Daraufhin wachten die Haguahner aber auf, erzielten zuerst den gerechtfertigten Ausgleich, den offsidehalber (4 Meter, kännsch) eklatanten Führungstreffer und dann noch auf dem kurzen Winkel auch noch gleich den weiteren Treffer durch den Hattrickschützen Karanowitsch.
In der Pause wurde fast ein Fertiggrill angezündet (der Hund schmürzelte schon so schön in der Sonne), so gut war die Stimmung, es gab Divrei Torah zu den neuen orthodox-zionistischen Revolutionsplänen in Israel. Mit dem Wiederanpfiff war es aber ziemlich drastisch vorbei mit der Herrlichkeit. Nach Ausschöpfung des Haguah-Wechselkontingents sank das Laufpensum der Blauen und damit wurde man ein erstes Mal nach weitem Pass in die Tiefe zweimal in Zweikämpfen geschlagen, worauf Inter Zurigo ein erstes Mal buchen konnte und Mitte der zweiten Hälfte auf 2:3 heran kam. Weiter kam Haguah zu Entlastungsangriffen, welche teils aber überhastet oder zu wenig konsequent ausgeführt wurden. Im direkten Gegenzug eines solchen erzielten die Azzurren dann in der 84. Minute den Ausgleich nach wiederum unglücklichem Ausgang eines Zweikampfs an der Strafraumgrenze. Und schliesslich kam es wie es kommen musste und kurz vor Abpfiff, sozusagen in der 93. Minute (kännsch?), nach einem Hakoah-Konter und einem Gegenzug der Interisti konnte man wiederum nach Zweikampf an der Strafraumgrenze abziehen und den Siegestreffer zum 4:3 erzielen. Bei den Hakoahnern blieb nach einer guten Spielstunde und gutem Aufbau die Ernüchterung, ohne Punkteausbeute aus dem Norden abziehen zu müssen. Insgesamt spielt der FC Hakoah aber seit verschiedenen Wochen Fussball, wie er in keiner Weise mit der Hinrunde vergleichbar ist. Das Team ist im Umbruch, der Frühling und die nahende EM lassen ungeahnte Hormonschübe zu. In diesem Sinne verabschiedet sich Euer treue Korrespondent der 5.-Liga-Provinzplätze wieder.
In elender Treue
Euer Schorsch Möckli

Montag, 5. Mai 2008

Menschen, Tiere, Sensationen

Verehrte Leserschaft, es trug sich dieses Wochenende unglaubliches auf den heiligen Sportplätzen zu Buchlern zu. Der Fussballklub eurer Herzen, der FC Haguah hat nach einer dramatischen Aufholjagd seine Serie der Ungeschlagenheit um ein weiteres Spiel verlängern können. Gegner war dieses mal Barcelona, nicht die Grossen, sondern der lokale Ableger. Der Gegner ist der direkte Konkurrent um den fünften Platz, ein Sieg würde den Abstand auf einen Punkt schrumpfen lassen. Leider kam es in der ersten Halbzeit anders, total anders. Der Gegner agierte abgeklärter vor dem Tor, besser harmonierend und wacher in den Zweikämpfen, was Sie zu einer komfortablen zwei Tore Führung ummünzen konnten. Nicht das der FC Haguah keine Chancen hatte oder schlechter war, es fehlte aber die letzte Konsequenz in den Zweikämpfen und vor dem Tor, die vorhandenen Chancen konnten nicht verwertet werden. Nach der Pause ging es leider im gleichen Stil weiter, und nach einem Steilpass, bei dem David V. seine Schnelligkeit oder auch nicht, unter Beweis stellen konnte stand es 3-0. Man musste das schlimmste befürchten, als dann aus dem Nichts auch noch ein Penalty gegen den FC Haguah gepfiffen wurde. Doch es gehen auch in diesen schweren Tagen noch Zeichen und Wunder, der Goalie Guysolino konnte den Penalty abwehren. Fast im Gegenzug konnte der neuste Transfer aus Israel unten, Yigal G., eine Freistoss direkt verwandeln. Die Arbeit von Churban Brünzel scheint sich langsam Auszuzahlen, da derselbe Spieler auch noch einen Penalty verwandelte. Das Spiel nahm eine nicht mehr geglaubte Wende, das berühmte und oft erhoffte Momentum lag auf der Seite des FC Haguah, der Gegner lag in den Seilen um Vergebung bittend, aber wir kannten kein Erbarmen. Mit dem nächsten Angriff konnte auf 3-3 ausgeglichen werden. Ein Sieg lag in der Luft, die Spannung war mit den Händen zu greifen. Mit dem schönsten Angriff der Partie, Ernesto "Il leprotto" F. ging steil über links, spielte eine klugen Pass in die Mitte, wo der kleine blonde Deutsche auf den völlig freistehenden Nillenstein spielen konnte, der nur noch einzuschieben brauchte. 4-3, eine unglaubliche Aufholjagd. Der Gegner, moralisch am Boden, konnte nicht mehr reagieren. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte dieser Saison, das Wort Aufstieg geistert wieder durch die Kabine. Wer weiss.....