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Mittwoch, 24. August 2011

Die berühmte letzte Zeile...

Im Verlauf des Freitags werden auch die hiesigen Medien gemerkt haben, dass sich die Hure Maradona inzwischen nach Dubai zu Al Wasl abgesetzt hat (geschätztes Jahreseinkommen: 3 Mio. Euros, verlangte Tätigkeit: Clown spielen im Training, immer brav in die Kamera lächeln). Irgendwann in 3 Wochen dann, wenn werte Doris bis dann wieder den Grabenkämpfen mit den Teutonis entsteigt, wird dann in einer Randspalte und zur Volksbelustigung folgendes, absolut spontanes und in keinster Weise inszeniertes Video erscheinen. Nämlich dasjenige, wo er von einem Fussballplatz in den Hangar nebenan watschelt (in Dubai geht das Volk bekanntlich mit dem Flieger an ein Fussballspiel), ausgangs drei milchschnäuzige Emirenkinder hätschelt, und sich dann einer völlig ungeplanten politischen Aussage und einem hochrühmlichen "Viva Palestina" hinreissen lässt:

Nun, es mag ja jeder seine Meinung haben. Ich bin auch sicher, dass Maradona lange die Vor- und Nachteile einer solchen Aktion studiert hat, sich gewiefterweise eingelesen hat und sich nicht zuletzt von seinen notorischen Freunden Hugo Chavez, Fidel Castro und Mahmud Ahmedinijad beraten liess, ob dies jetzt wirklich einbringlich sei (wirklich vorgegangen ist er so: Jemand winkte mit einem Bündel Petrodollars, er leckte sich den Sabber vom Doppelkinn und sagte: "Was auch immer ihr wollt, nur her mit der Knete!"
Aus dem einstigen Rebellen und Genie ist ein Clown geworden, der sich für auch wirklich keine politische Aktion zu schade ist, der seine Seele für Geld verkauft und nun auch für Dinge einsteht, von welchen er keinen blassen Schimmer hat.
Wirklich unterhaltsam ist dann aber der letzte Satz, der ihm entfährt, als er abtritt. Pöse Zungen könnten hierbei ein Gebrabbel entdecken, dass verdächtig ähnlich tönt wie "Per il culo Palestina". Aber das wären wirklich nur die ganz Pösen. Alle andern dürfen gerne ein Korrigendum anbringen.

Mittwoch, 28. Mai 2008

FC Religionen - FC Nationalrat 6:1 (posted for g. tripolensis)

Im Zeichen der vielfältigen Vorbereitungen zur EM (bestätigten Gerüchten zu Folge hat sogar der Ordnungsweibel der ICZ-Synagoge während des Omer-Zählens am Shabbat Morgen mit einem Schmunzeln auch noch die Tage bis zum Beginn der Euro angezählt) ist nun nach den Duellen zwischen Bergdörfern, Pöstlern, Obdachlosen und anderen Chassidim auch noch ein innerschweizerisches Duell zwischen dem FC Religionen und den Nationalräten durchgeführt worden. Natürlich konnte man nicht nur auf die Würdenträger an sich abstützen, weil der Ruuw unter anderem schon seit langem nicht mehr mit Onkel Sami auf das Garagentor kickt und die Sportlichkeit anderer jüdischer Würdenträger nicht mehr ganz so hoch gehalten wird und etwas schwerfällig geraten ist. Es gehört wohl auch zum Zeitbild unserer Generation, dass von den Exponenten unserer JGeneration Sport und körperliche Ertüchtigung für nicht annähernd so wichtig gehalten wird wie der Sauberkeitsgrad von Erdbeeren und andere Einzelprobleme.

Jedenfalls trat gestern eine Auswahl von jüdischen, christlicher und muslimischen Würdenträgern gegen die Räte an und versenkte diese diskussionslos mit 6:1. Auf jüdischer Seite wurden wir durch unsere wieder genesene Euro-Hoffnung und Kantor Jackson Mandel, JLeague-Akteur Rabbi Arik Speaker, den von Schorsch Möckli so zärtlich umschriebenen "caprotto" Ernesto Ferro, Ostkurven-VIP Sämi "Händ Ue" Dubno, sowie dem jüdischen Vertreter der interkonfessionellen Konferenz IKK, Robert Heymann, und dem Sohn des Rabbiners der Jüdischen Gemeinde Bern, Benjamin Polnauer.

Über den genauen Spielverlauf ist wenig bekannt, lediglich sei erwähnt, dass die heutige Ausgabe des "20 Minuten" auf S. 7 ein herrliches Bild enthält, wie Jackson dem Bortoluzzi fast seinen Tuches auf dessen Schulter setzt und gleich mal den Tarif durchgibt (worauf der lokale SVP-Haudegen gleich mal das Spielfeld verlassen habe).

Natürlich dürfen in Zeiten gestanzter Sätze und semiprofessionellen Floskeldreschens bei solch einem Anlass auch Nullitäten wie "die Religionen miteinander im Team, nicht gegeneinander", "gute Pässe zuspielen" und "Miteinander statt gegeneinander" ausgetauscht, aber wer hätte sich denn da schon etwas anderes erwartet...