Montag, 16. November 2015

Mahlzeit Wahlzeit

Die Schweiz wählt! Nationalrat, Ständerat, Bundesrat und nicht zuletzt die Kommissionen, den Vorstand und das Präsidium der ICZ.

Die Wahlen in der ICZ finden am 2. Dezember statt, was sogar im Kalender der nach wie vor unsäglichen Webseite www.icz.org vermerkt ist.

Doch die Gemeinde hat es leider einmal mehr versäumt, proaktiv zu informieren. Zu den Kandidierenden gibt es nebst ihrem Namen keinerlei Informationen der ICZ. Stattdessen herrscht Verwirrung. In den Wahlinformationen der ICZ steht, dass vier Kandidaten ihre allfällige Wahl nur dann annehmen, sollte gleichzeitig Präsidiumskandidat 1 gewählt werden.

In der inoffziellen Hauszeitung der ICZ, dem Tachles, war am Freitag zu entnehmen, dass sich offenbar zwei "Päckli" zur Wahl stellen - sprich jeweils ein Präsidiumskandidat/in + Vorstandskollegen. Das ist grundsätzlich gut, denn es heisst, dass sich die Kandidaten im Vorfeld Gedanken zur Zusammenarbeit gemacht haben. Doch kommuniziert wird das einmal mehr nicht. Zu den übrigen Kandidaten finden sich in den ICZ-Unterlagen keine Informationen über allfällige Bedingungen. Die Wahrheit ist: Mindestens zwei kandidierende Personen würden die Wahl ausschlagen, wenn Präsidiumskandidat 1 (statt 2) gewählt würde.

Es sind Wahlen, d.h. die Mitglieder haben die Möglichkeit, auszuwählen. Klingt simpel - doch der jetzige Informationsstand der Gemeindemitglieder macht das fast unmöglich. Wer steht für was, was ist die Motivation, was die Vision? Einzig die nicht kostenfreie Hauszeitung unternahm einen kläglichen Versuch, die Kandidaten zu portraitieren.

Für was stehen die Kandidaten (nicht die Präsidentschaftskandidaten)? Misch-Ehen, demografische Entwicklung der Mitglieder, neue Formen einer Gemeinde, Abwanderung/Austritte, Attraktivität der Gemeinde als solches, Kinder/Jungendliche/Noam...? Konstellation des künftigen Rabbinats? Internationale Kooperationen? Nichts. Kein Wort. Aber das Restaurant, das ist wichtig. Und allgemeine - beliebig austauschbare Worthülsen. Wie um alles in der Welt soll man sich hier ein Bild machen?

Dem nicht genug. Offenbar geht im Vorfeld der Wahlen die beiden Präsidentschaftskandidaten die Post ab - ganz nach dem Motto: sex sells. Es wird lobbyiert, intrigriert, Gerüchte verbreitet, Stimmung gemacht, auf den Mann/Frau gespielt. Das gehört zu Wahlen, schafft Profil, grenzt ab, fördert den Meinungsbildungsprozess und das ist gut! Aber bitte auf der Sachebene.

Der 2. Dezember kommt bald. Es wäre nicht verwunderlich, meldeten sich am Wahlabend selbst noch weitere Kandidaten - für Vorstand oder fürs Präsidium.

Freitag, 4. September 2015

Allein die Geschichte verpflichtet uns

In diesem Sommer wurde europaweit an das Ende des Zweiten Weltkrieges und an die Gräueltaten zur damaligen Zeit erinnert - nicht nur in der jüdischen Gemeinschaft. Das Erinnern war und ist ein fester Bestandteil der Verarbeitung dieser fürchterlichen Zeit.

Nun schreiben wir das Jahr 2015, und die Welt ist nicht im Geringsten besser geworden. Hundertausende Menschen sind weltweit auf der Flucht. Auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Unterdrückung, ethnischen Säuberungen und dem Tod. Und es passiert auch hier. In unserem östlichen Nachbarland.

Die Gemeinschaft ist gefordert, einen substantiellen Teil zur Entschärfung dieser Situation beizutragen. Und dazu gehören auch die hier ansässigen jüdischen Organisationen, der Dachverband SIG, die Gemeinden, die Individuen.

Damals, vor über 70 Jahren, wurden diejenigen gelobt und gefeiert, die in beispiellosen Aktionen jüdische Familien bei sich aufnahmen und diese von der Wehrmacht versteckten. Das war umso mutiger, weil sie sich auch als "Gastgeber" einer grossen Gefahr ausgesetzt haben. Das war damals. Und jetzt ist es Zeit zu handeln.

Immer wieder werden wir aufgerufen, nicht zu vergessen, was vor 70 Jahren war. Jetzt ist es in unserer Verantwortung dafür zu schauen, dass sich andere in 70 Jahren nicht daran erinnern müssen.




Donnerstag, 30. Oktober 2014


Sali mitenand

Nach eme kurze Bsuech im OlGa, hani mr folgendes Feedback ans Restaurant erlaubt. Isch jo uns unsere Reihe bereits die zweiti die Wuche.

Erkläre, was gsi isch, muess i nit. Ihr könnets unte läse.

Antowort wird natürlich folge.

Aaaadje
ETNU



Hallo zusammen

Ich war heute zum z’Mittag bei euch und habe das Tagesmenu bestellt. Zwei kleine Feedbacks:
  1. Auf der Karte steht “Kleine Kalbssteaks”. Bekommen habe ich ein kleines Steak. Mir ist bewusst, dass Kalbsfleisch teuer ist und da kann ich mit 35.- grundsätzlich gut leben und erwarte auch kein Riesenstück. Aber ein kleines Steak meiner Ansicht nach sehr wenig; umso mehr, wenn “Steaks” angekündigt werden.

    Netterweise habe ich auf meine Intervention hin ein zweites erhalten, wofür ich mich herzlich bedanke.
  2. Auf der Karte wird ein “Kräuter-Jus” angekündigt. Zu meiner Enttäuschung (jedoch nicht Überraschung) lag einmal mehr die berühmte Olive Garden Gravy auf dem Teller. Versteht mich nicht falsch; ich finde die Sauce ganz OK. Zur Bratwurst passt sie perfekt und wertet diese klar auf. Und auch zu einzelnen anderen Gerichten passt sie ganz gut. Aber inzwischen ist sie praktisch bei jedem Fleischgericht mit von der Partie.

    Ihr habt mir mal gesagt, dass ich die Sauce jederzeit abbestellen kann. Dazu müsste ich aber wissen, dass sie gemeint ist. Und das ist es, was mich stört. Sie wird immer anders genannt . Heute hiess sie Kräuter-Jus, manchmal Pfeffersauce, braune Sauce, Zwiebelsauce etc. Kann gut sein, dass moderate Änderungen angebracht werden, aber im Grunde ist es immer die gleiche Sauce und wird von uns Gästen auch als solche wahrgenommen.
    (Höhepunkt war übrigens als ich einmal Fleisch mit “Schokoladen Sauce” bestellt habe und lediglich Gravy erhalten habe mit ein paar wenigen Schokospänen obendrauf. Ich habe keine Dessert-Sauce erwartet. Aber das war dann gleich etwas gar wenig originell.)
Lieber Gruss

ETNU

Dienstag, 12. August 2014

Kommunikation 2.0


Werte Bloggemeinschaft


Es ist wieder mal Zeit, in die Tasten zu hauen. Einerseits aus aktuellem Anlass, andererseits soll dieser weltimperialistischen Seite wieder mal etwas Leben eingehaucht werden.

Die ICZ kommuniziert seit einigen Tagen über Social Media-Kanäle. Bis anhin lief die Kommunikation mit ihren Mitgliedern hauptsächlich über postalische Zustellungen sowie E-Mail-Newsletter (in der Regel in mehrfacher, stets korrigierter Ausführung). 

Wobei das gleich selbst korrigiert werden muss. Der Rücktritt des Co-Präsidenten wurde mit grosszügigen Bildern auf einer Doppelseite im Tachles zelebriert. Die Mitglieder hingegen erfuhren mit einem einzigen Satz auf der letzten Seite der Einladung für die ordentliche GV davon. Für jedes Ereignis von noch so unbedeutender Wichtigkeit, werden Newsletter und Flyer verschickt. Tritt ein Präsidiumsmitglied zurück, spielen ganz andere Seilschaften. 

Nun also haben sich die Verantwortlichen entschieden, auch Präsenz auf Facebook und Twitter zu markieren. Dies ist ein löblicher Schritt und zeigt, dass sich die Gemeinde als moderne Institution versteht. 

Gemessen am nach wie vor fürchterlichen Internetauftritt ist die Gemeinde jedoch noch einige Tabo-Sefolosha-Schrittlängen von „modern“ entfernt. Doch auf Facebook und Twitter hat die Gemeinde optisch einen ansprechenden Auftritt. Dass der Name auf Facebook falsch geschrieben ist, übersehen wir jetzt mal grosszügig. Die Schreibweise „Icz Zürich“ scheint zumindest neu. Stellt sich die Frage, seit wann sich die Gemeinde klein schreibt – und vor allem für was das „Z“ in „ICZ“ steht. Und obwohl die ICZ mit über 150 Jahren die älteste jüdische Gemeinde in der Schweiz ist, wurde sie erst am 6.11.1958 geboren. So zumindest steht’s auf Facebook.

Viel bedenklicher ist jedoch, dass hier grundlegende Funktionen von Social Media nicht verstanden werden. Die Inhalte und die Tonalität der Tweets auf Twitter sind von einer solchen Banalität, dass sie dem Image der Gemeinde alles andere als zuträglich sind. Twitter ist ein Kommunikationsmittel für eine externe Zielgruppe und kein Whatsapp-Gruppenchat. 

Dass die Gemeinde einen SoMe-Verantwortlichen gesucht oder gar eingestellt haben soll, ist nicht bekannt. Gehen wir deshalb davon aus, dass die bestehende Belegschaft die Kanäle betreut. Dann wiederum stellt sich aufgrund der hohen Intensität der Posts (7) und Tweets (15) in den ersten 5 Tagen schon die Frage, wie diese Zeit davor verwendet wurde.

Wir freuen uns auf jeden Fall schon jetzt, auf den ICZ-Auftritt auf Pinterest, Instagram, Vimeo, Foursquare, Tumblr, Google+, Flickr, Youtube, Xing, LinkedIn und natürlich auf J-Date.

Donnerstag, 12. Juni 2014

WM ist wenn..

Hier im Blog die gespenstische Ruhe gestört werden muss.

Zur Einstimmung ein Schmankerl aus den weiten Welten des Internetzes:


Viel Spass beim gucken

Freitag, 9. Mai 2014

Viva la vida loca, TA TA - TA TA - TA TA TA TA TA TATA, scholololo, scholololo, schololololololooooooooooooo

(Im Namen des Kugelblitzes)

Zuerst ein Bild zum einstimmen:


So, jetzt geht's los. Viel Spass:


Geehrte NATIonalisten der roten Schmeissfraktion (sozusagen Sektion RSF & TWS der JLF* *unter dem Subatronat der Stiftung Warentest, STOP A*IDS und dem Lehrstuhl für Fäkanik und Penethik der Hochschule Hohes Morgental)

Gottmar hat zwar noch Zeit bis Dienstag, aber ich will jetzt WM-Stimmung stimulieren und TGIF.

Viel ist geschrieben worden die letzten Monate, viel gemeckert und gespürt über die Secondos, Trecondos, Anacondas, Alices und Bermudas, aber was zählt ist der Schpirit und die Einheit zum Siegen zu bringen. FÜR ALLE, MIT ALLEN, OHNE NAMEN, MIT IREN. JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA.
Alle vier Jahre kommen wir für 30 Tage zusammen und lächzen, hämmern, schmeissen, werfen, joghurten, lachen, weinen, schreien, pöbeln, pulken mit U.B., analysieren, vegetieren und vertikutieren was das Zeug hält. Und Wieso? Weils schön ist, PUNKT.

Denke ich an den 12. Juni so wird mir warm ums Herz. Wenn der Anpfiff ertönt, Brasilien die Kroaten massiert und die Samba-Hölzer tanzen, singen und fliegen dann ist MATCH, dann ist FREIHEIT, dann ist GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL!!!

Aber eben, vor der WM ist vor dem Aufgebot. Dies zu machen ist schwierig und erfordert Fingerspitzengefühl und Fuchsheit. Gottmar hat es Alles (Egli nicht). Aber eigentlich braucht es schlicht eine gesunde Mischung der subkulturellen Migrationsethik der SVP, gemischt mit Bauernsöhnen aus dem Aargau, St. Gallen und Winterthur sowie allenfalls ein paar Exil-Krambambulis (dieses Jahr sehr knapp).

In diesem Sinne eröffne ich meine Hoffnungs-Equipe, Hoffnung darum, weil ich den Langmichel wirklich wirklich nicht in diesem Aufgebot sehen will!:

(Keita), TOR:
Diego Benaglio
Yann Sommer
Roman Bürki

Verteidigung:
Fabian Schär
Phillip Senderos
Steve von Bergen
Stephan Lichtsteiner
Ricardo Rodriguez
Loris Benito
Reto Ziegler

Mittelfeld:
Gökhan Inler
Valon Behrami
Blerims Dzemaili
Xherdan Shaqiri
Granit Xhaka
Tranquillo Barnetta
Valentin Stocker
HAKAN (ausser Konkurrenz, kommt nur fürs Jassen und die Taktikstunde mit)

Sturm:
Josip Drmic
Mario Gavranovic
Ems Admir Mehmedi
Eren Derdiyok


Ganz ehrlich, zu 95 Prozent steht dieses Aufgebot ja eh fest. Einzig der 4te Stürmer Derdiyok (sofern es diesen überhaupt gibt und nicht einen 8ten Mittelfelder) sowie der 7te Verteidiger Benito sind vage, Ziegler hoffe ich fest anstatt Michelbögg.

Bisou

Sonntag, 17. November 2013

Backvorlagen, soll sein mit Naches!

Koscherverpflegung. Lieblingsbeschäftigung jedes jüdischen Stammtisches, vor allem hierzulande, im Reiche Turicums mit besonderer Ausprägung. Wir schaffen es im Gegensatz zu Ausland und anderen Städten nicht, eine eigene koschere Bäckerei zu führen, wir gelangen zu einem funktionierenden und wohlbemerkt bereichernden koscheren Restaurant nur, weil eine Gemeinde (verdankenswerterweise) dafür hinsteht, die hingenommene Verlustträchtigkeit dieses Unternehmens regelmässig auszugleichen. Aber und jetzt kommt das grosse Aber: Wir haben eine Koscherliste. Wohl nur mit einem Generalüberholungszyklus von frühestens allen zwei Jahren, einer vom Zürcher Slängikon angehauchten Benennung "Koscher oder was") und prähistorischen Update-Formaten (eingescannte Faxe auf Pergament, mit angesengten Rändern und mutmasslich mesopotamischem Windowszeichen verfasst - gerade habe ich auf der ICZ-Webseite entdeckt, dass zum Thema Kaschrut auch eine spezielle Rubrik mit prähistorischen "Viedeos" aus den Anfängen der Video8-Ära angeboten wird. Manchmal hat der Santiago ja schon recht...).
Noch viel mehr als diese formalen Fragwürdigkeiten ist aber der Inhalt dieser Updates kopfgriffig. Beispielsweise hat die aktuellste November 2013-Version folgende Updates zum Inhalt:
- Sun Queen-Nüsse (neu!)
- Brote der Migros, welche nicht mehr hergestellt werden
- Mehl Fertigmischungen (ebenfalls mit einer warnenden Blinklampe: werden nicht mehr hergestellt!)
- Schokoladepackungen mit einer neuen Verpackung
- legitim: gewürfelter Kürbis (neu gekocht) und Konfitüren (mit verlagertem Produktionsbetrieb), welche von der Liste zurückgezogen werden.

Aber mein absoluter Favorit ist die neue Gestattung von Einweg-Backformen der Migros. Wohlbemerkt findet sich dieser Update auf drei verschiedenen Dokumenten. Da gibt es wie gesagt viermal pro Schmita-Periode einen Update und dann kommt eine solche Kommunikation. Man kann ihr sogar ein bisschen etwas positives abgewinnen und teilweise Legitimität zugestehen, aber warum um alles in der Welt müssen wir einen Koscherinspektor in Fabriken schicken, damit er Einweg-Backvorlagen überprüft?! Logischerweise kann dieser Herr mit seiner ganzen sphärischen Unterstützung (Meivin Yavin , kännsch?) als Einzelperson nicht alle Produzenten des Landes abdecken (und anscheinend auch nicht die gesamte Produktpalette der Hauptverteiler), aber dann sei ihm doch freundlichst geraten, sich auf die wirklich relevanten Artikel zu konzentrieren. Oder die IGFKL solle mal erklären, warum es nicht möglich ist, importierte Artikel, welche im Ausland auf ihre Kaschrut kontrolliert werden, zu übernehmen oder auf ein Niveau zu bringen, welches anderen europäischen Gemeinden wie Deutschland gleichwertig ist (die Qualität der dortigen Kontrollen kann nicht das einzige Argument sein). Es wäre wirklich an der Zeit, das eigenes-Gärtchen-Denken diesbezüglich zugunsten der Konsumenten aufzugeben.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Kopf der Woche: Der Neuzugang beim FC Hakoah

Nichts bleibt gleich, alles ändert sich. So auch beim FC Hakoah, wo seit einigen Wochen mit dem JLeague-Webmaster der ersten Stunde ein neues Vorstandsmitglied Einzug gehalten hat. Weitere Details zu seiner Person können aus Governance-Gründen (Paragraph 9 der Chübelsack-Charta beruft sich auf das Känämä-Dogma) nicht veröffentlicht werden, was die nachstehenden Zeilen jedoch in keiner Weise beeinträchtigen dürfte. Wie wir sehen, hält der Umbruch auf allen Stufen nachhaltig Einzug und der frische Wind in der schweizerischen Hauptstadt des Sports weht unentwegt.

Wir gratulieren Dir zu Deiner Ernennung als Vorstandsmitglied des FC Hakoahs. Was sind Deine ersten Eindrücke?

Die Kollegen im Vorstand sind topmotiviert und haben Visionen. Das sind optimale Grundvoraussetzungen, etwas bewegen zu können. Ein „geht nicht“ gibt’s nicht. Zurzeit besuchen zwischen 100 und 120 Kinder, Jugendliche und Erwachsene regelmässig die Trainings des FC Hakaoh. Das sind sehr erfreuliche Zahlen und sie zeigen, dass sich der Club einer grossen Beliebtheit erfreut.

Was sind die nennenswertesten kurz- bis mittelfristigen Projekte?

Da gibt es einiges zu berichten.
 · Der FC Hakoah wurde eingeladen, in Deutschland an einen Memorial-Spiel gegen SK Bar Kochba Leipzig teilzunehmen. Am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland jüdische Geschäfte, Wohnhäuser und Synagogen, wurden jüdische Menschen ermordet. Es war der Auftakt des späteren systematischen Massenmordes. An diesem Tag fand mit der Auflösung des Fussballclubs auch das dortige sportliche Leben ein Ende. Der FC Hakoah  wird mit fast 20 Spielern nach Leipzig fahren. 
· Als weiteres Highlight ist sicherlich das Trainingslager der ersten Mannschaft zu erwähnen. Dieses wird im kommenden Februar in Israel stattfinden.
· Im Frühling 2014 wird eine Junioren C-Mannschaft den regelmässigen Trainingsbetrieb aufnehmen. 
     Und schon bald  werden einige Junioren-Mannschaften des FC Hakoah auf neuen Plätzen trainieren. Wo genau diese liegen, werden wir in Kürze kommunizieren. Soviel vorweg: sie sind ganz, ganz in der Nähe der Profis. 
·  Dieser Tage führen wir die Passivmitgliedschaft ein. Ziel ist es, ehemalige Spieler, Familienangehörige und Sympathisanten eine Möglichkeit zu geben, noch näher am FC Hakoah dran zu sein. Mit 50.- (und natürlich gerne mehr) ist man dabei.

Deine Ernennung als Big Shot aus der Medienwelt hat natürlich grosses Aufsehen erregt. Bedeutet diese eine Neuausrichtung des FC Hakoahs?

Keineswegs. Der Club ist sehr solide aufgestellt und bestens organisiert. Ich werde mein Know-how im Bereich Kommunikation und Medienarbeit einbringen und zusammen mit den Kollegen aus dem Vorstand den eingeschlagenen Weg weiter gehen.

Mit zarten 35 Jahren ist es Dir im jetzigen Setup vergönnt, den Verein mit knackigen Dribblings und Abschlüssen zu bereichern. Wie siehst Du Deine Möglichkeiten, Dich im Verein anderweitig einbringen?

Es ist schon so, dass ich – auch im erwähnten jungen Alter von 35 – tendenziell mehr Kleinsterfolge mit dem kleinen Filzball statt mit einer filigranen Ballführung zu Fusse erziele. Auf knackige Dribblings muss dennoch nicht verzichtet werden - jedoch vielmehr mit Wort und Sprache statt mit dem Ball. 

Die erste Mannschaft des FC Hakoah befand sich mit drei Siegen aus vier Spielen eigentlich auf einer Aufsteigerposition, kassierte aber zuletzt gegen den Tabellenführer eine schmerzliche Auswärtsniederlage und liegt nun auf Platz 6 mit zehn Punkten Rückstand. Ist dies eine Redimensionierung der mittelfristigen Pläne des FC Hakoahs?
Nach einer tollen Serie mit 9 Punkten aus vier Spielen ist es ganz normal, wenn zwischenzeitlich kleinere Rückschläge hinzunehmen sind. Die Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den Tabellenführer war etwas unglücklich. Was die Planung der Saison betrifft, sind wir absolut auf Kurs. Und ich bin mir sicher, dass die Jungs in der zweiten Saisonhälfte für die eine und andere Überraschung gut sein werden. 

Seit Jahren spricht man davon, dass der FC Hakoah eigentlich auch mal eine (Jung-) Seniorenmannschaft stellen könnte. Wie schätzst Du die Chancen für eine solche Neuausrichtung ein?
Die Idee der Jungseniorenmannschaft steht in der Tat immer noch im Raum. Wir sind überzeugt, dass wir mittelfristig aus dem Stamm der neuen Passivmitglieder genügend motivierte Spieler für eine Jungseniorenmannschaft finden werden und diese vom Passiv- wieder zum Aktivmitglied machen können.

Die JLeague Foundation für Recht und Verfassung ist schweizweit der grosse Antipode in Sachen Fussball für den FC Hakoah. Eher eine sinnvolle Ergänzung oder harte Rivalität?

Die JLeague ist ganz eine Bereicherung für den Sportplatz Zürich. Die Organisatoren machen einen fantastischen Job. Die JLeague beendet in Kürze die sechste Saison. Wer hätte das zu Beginn gedacht? Einzig das erhöhte Verletzungsrisiko im Hallenfussball führt immer wieder zu weniger erfreulichen Zwischenfällen. Du weisst, von was ich spreche? Übrigens: ich selber spielte in der allerersten Saison in der JLeague mit und war berüchtigt als knallharter Aufräumer in der Verteidigung.


Seit der Ausrichtung der Euro0825 hat im Raum Zürich kein grosses Fussballfest seinesgleichen mehr stattgefunden. Welche Asse hat der FC Hakoah hierfür im Ärmel?
Sicherlich ist Dir nicht entgangen, dass der FC Hakoah diesen Sommer ein hervorragendes Grümpelturnier organisiert hat. Bei herrlichem Sonnenschein begrüssten wir auf der Buchleren Teams aus der ganzen Schweiz - und sogar aus Israel. Ebenfalls diesen Sommer führte der Club ein Kidscamp durch. Während einer Woche trainierten die Kinder in den Schulferien mit unseren Trainern. Ein grosser Erfolg!  Doch der FC Hakoah fokussiert in erster Linie auf einen geordneten und erfolgreichen Trainings- und Spielbetrieb für die verschiedenen Juniorenstufen und für die erste Mannschaft.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Olive Garden, Update Oktober 2013

So. Wir wissen es alle. Die OlGa ist mega, sechzehn und raucht nicht. Ausserdem ist sie intellektuell, da sie ein Klavier hat, nur sind die falschen Bücher in der Auslage sowie der unbenützte Fernseher etwas verdächtig. Aber das hat wohl mit der jüdischen Angewohnheit zu tun, dass man lieber Gegenstände anmassiert als freien Raum zu lassen. Man kann sich ja nur schwer von Dingen trennen, schliesslich weiss man ja nie. Da kommt mir gerade in den Sinn, dass Herr Thomas Meyer eines dieser Tage auch noch sein Fett abkriegt, dieser schöne neuintellektuelle Zürcher mit seinem Buch, das mir jedes Mal Kopfschmerzen verjursjacht, wenn ich es vor die Augen kriege. Aber auch dieses Projekt werden wir noch beenden und dann sagt vielleicht endlich mal jemand, inwiefern er nur bedingt lustig ist und inwiefern sich die Welt wünschte, dass er im Sprüngli mit den alten Frauen doch eher an einem Pulli gestrjckt hätte anstelle sich als Buchautor über ein Thema lustig zu machen, das er selbst nur vom Hörensagen kennt (unfundierte Behauptung, ich stehe dazu).
Zum Thema Dazustehen kommen jetzt in loser Reihenfolge noch ein paar Kritikpunkte am Olive Garden. Wohlbemerkt, wir sind sehr dankbar, endlich gibt es zu jeder Tageszeit eine Bratwurst mit einer guten Sauce und einer kräftigen, gebräunten Rösti dazu. Man fühlt sich schon fast im Gasthaus Falken. Und wenn sich nur ein Viertel der hiesigen Restaurants dermassen Mühe geben würden mit der Gestaltung und dem Update der Speisekarte, dann wäre Zürich ein Gourmetparadies. Die Tatsache, dass man gemerkt hat, dass ein Tagesmenü auch günstig hergestellt werden kann und dennoch mundet, ist genauso löblich wie deren Abwechslung. Dennoch, wie angekündigt:

1) Kellnerinnen, hört bitte auf zu rennen. Ich bezweifle wirklich, dass es einen erhöhten Bonus gibt, wenn man im Restaurant dadurch für Durchzug sorgt. Aber es schafft auch den seltsamen Eindruck, dass man immer leicht überfordert ist. Rennen im Restaurant ist ein No-Go, dazu gehört auch der 50 km-Gehen-Stil.
2) Effizienz bei der Bedienung. Ich mache einmal ein Zeichen, ich würde gerne die Rechnung kriegen. Dann (zeitlich eher weit zu verstehen) kommt jemand vorbei und bringt eine Rechnung. Deutlich später schaut eine Kellnerin vorbei, merkt aber erst bei meinem Tisch, dass sie das Portemonnaie nicht auf sich trägt. Kehrt also wieder zurück, dazwischen fallen drei Sandwich-Auslieferungen, zwei Baywatch-Einsätze in der Küche und eine essentielle Konversation mit einem Barhocker-Stalker. Wie gesagt: Effizienz und schnellere Abwicklung, vor allem mittags, wenn quick & dirty gefragt ist.
3) Siehe obige Lobeshymne zur Bratwurst. Wir haben alle verstanden, dass es erklärtes Ziel ist, in der Gravy-Saucenproduktion Weltmeister zu werden. Danke. Aber bitte, um Himmels und des Teutates Willen, HÖRT BITTE AUF, ALLES IN GRAVY ZU ERTRÄNKEN! Ich bin schon so weit, dass ich auch die Bratwurst schon fast ohne bestelle. Es macht wirklich nichts, wenn Osso Buco, Steak und Braten nicht alle mit derselben Sauce daher kommen.

Dienstag, 22. Oktober 2013

JLeague Saison 6 geht dem Ende zu

Die Blätter fallen von den Bäumen, die AGL stagniert wie damals im Herbst und auf Passfotos sind Pfeiffen nach wie vor nicht gestattet.

So hat sich auch die JLeague zu einer Konstante entwickelt: Die Playoffs stehen vor der Tür.

Nach einer spannenden und kräftezehrenden Saison, stehen morgen Mittwoch die Halbfinals an und eine Woche später wird der Sieger der 6. (!) Saison erkoren.

Vor der verflixten siebten Saison, nehmen Her Majesty und Gonzalez Tripolensis, bei einem gemütlichen Kamingespräch mit Churban Brünzel, im biblischen Sinne Stellung, meeeeeerci:


CB: Die 6. JLeague Saison kommt in die heisse Phase. Was war aus Sicht der Spielleitung das bisherige Highlight der Saison?

GT: Ich verstehe die Frage nicht ganz. Eigentlich war die ganze Saison eine heisse Phase. Da kassiert Hart am Start die erste Niederlage seit dem Zerstören der ersten Tafeln am Berge Sinai, da kämpft Scherdünn bis kurz vor Ende der Regular Season um einen Playoffplatz, da wirbelt Schmotive plötzlich das obere Tabellenviertel auf. Ich würde sagen, diese Saison hat die meisten Änderungen gebracht. Für mich war das Highlight sicher die Niederlage von HAS gegen Schmotive. Auf der Corporate Governance-Seite ist das Highlight einerseits, dass wir eine weitere Saison ohne Inanspruchnahme der Rekurskommission durchgestanden haben und andererseits auch die Annäherungsschritte mit dem Gmach Saubere Socken, welcher inskünftig als Hauptsponsor auf den Ärmeln unserer Spieler prangen wird.

HM: Mich hat es persönlich gefreut, dass einige Veteranen der hiesigen Fussballgemeinde diese Saison wieder aktiv an der JL teilgenommen haben. Der quirlige Holländer, der sich selbst schwindlig spielt, der Rollkoffer aus dem A*rschgau oder auch der Pumuckel-Gunner, um nur einige Beispiele zu nennen. Mich hat auch überrascht, wie ausgeglichen die Situation in der regulären Saison war, einmal abgesehen von den ersten drei Plätzen. Das macht die Liga spannend und wird uns hoffentlich Mut machen für die verflixte siebte Saison


CB: Am kommenden Mittwoch finden in den Turnhallen zu Freudenhaus die Halbfinals statt. Hat es dort Hunde?

GT: Schwierig. Die Fauna in der Enge hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Da gibt es Wildsäue, Pfaue und Girlanden, alles Tiere, welche im Schutzkatalog der JLeague Foundation für Erhalt der Spezien katalogisiert sind. Hunde aber sind treyfe und unheimisch und in den Hallen absolut unerwünscht. Wo kämen wir denn da hin, haben wir noch nie gemacht

HM: Es sei nicht zu hoffen, die Spielleitung hat zu diesem denkwürdigen Halbfinal-Event einiges vor. Die beiden Protagonisten, welche nicht mit Fussball beschäftigt sein werden, wurden zu einer Vernissage zum Thema Musik&Tennis eingeladen, welche im Vorfeld der Halbfinals stattfinden wird.


CB: Gehen wir eine Stufe nach oben. Welche Projekte und allfällige Takeovers werden in  der JL Foundation zurzeit prioritär behandelt?

GT:  Ah, mein Lieblingsthema. Wir würden gerne die Migros-Fitnesscentren schariakonform ausgestalten. Ob dies als Partnerschaft oder Takeover ausgestaltet wird, ist derzeit Gegenstand intensiv in Verhandlung. Auch möchten wir mit der ICZ zusammen einen Sijate Dishmaye-Crashkurs durchführen. Verschiedene Gastredner werden gehandelt, es stimmen aber fast keine. Wahrscheinliches Szenario ist, dass wir einen Heimischen nehmen, einen mit Previa-Schlüsselbund oder rostigen Nieten am Talles.

HM: Es liegen Ideen für zahlreiche Projekte vor, spruchreif ist aber noch nichts. An der Finanzfront arbeitet SchÄM zurzeit an innovativen Lösungen, welche den finanziellen Spielraum der JLF massiv erweitern sollten. Die Kulturinitiative der JLF wurde erst kürzlich ins Leben gerufen, und es sei nicht ausgeschlossen, dass im Rahmen der WM in Brasilien ein Projekt unterstützt wird, welches das Verhalten von Primaten bei der Matchvisionierung beobachten und dokumentieren wird. Zudem munkelt man, dass der Hüter der Sprache an einer schwimmenden JLF-Bibliothek im Hummelhorscht arbeitet.


CB: Die Spielleitung setzt sich seit dem Gründungsjahr anno 2007 aus den gleichen Personen zusammen. Wie oft finden Sitzungen statt?

GT:  Eigentlich nie. Wir kommunizieren telepathisch. Protokolle werden mit der Grillzange in Papierteller graviert. Obschon wir ständig Anfragen von Personen ausgesetzt sind, welche die Spielleitung mitgestalten möchten, lehnen wir diese bisher strikte ab, weil wir überzeugt sind, dass der Abwehrfaktor die Lust nur noch grösser macht. Wahrscheinlich werden wir die Vorstandsplätze am nächsten WIZO-Basar versteigern und den Erlös dann als Startkapital einer Öppis-mit-Computer-Firma verwenden.

HM: Potentiell findet täglich eine Sitzung statt. Es lebe die Überraschung!


CB: Schauen wir in die Zukunft. Wo siehst du die JL in 5 Jahren?

GT: Ganz oben. Oder ganz unten.

HM: Ich sehe eigentlich positiv in die Zukunft und bin der Meinung wir arbeiten nachhaltig, so wie sich die JL in der Stadt etabliert hat. Wir schauen aber Saison für Saison, das reicht in Sachen Planung vollkommen. Vielleicht sollten wir aber die Idee einer Seniorenliga aufgreifen. Unter dem Patronat des 0825er Vereins würde dieser auf den Aussenplätzen des Freudenbergs stattfinden, mit Tribüne und Fine Dining by Fat Börner.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Danke und auf wiedersehen




Lieber Ottmar, 

Du hast jetzt also der Fussball Schweiz verkündet dass du genug hast von uns. Kann ich verstehen, ich war ja einer der Dauermotzer die sicher einen, wenn auch kleinen, Beitrag zu dieser Entscheidung beigetragen hat. Noch ist es ja noch nicht soweit, aber ich denke jetzt ist eine gute Zeit um ein bisschen über die letzten 5 Jahre mit dir nachzudenken und dir vor allem einmal Danke schön! zu sagen für alles was du für dieses kleine, unbedeutende Fussballland getan hast. Man konnte sich 2008 nach der verschissenen unglücklichen Heim EM gar nicht genug die Augen reiben als bekannt wurde dass du neuer Coach unser Nati wirst. Ein hochdekorierter Trainer, der alles im Klubfussball gewonnen hat was es zu gewinnen gibt. Als man dir den Trainerjob bei den Deutschen angeboten hast du noch dankend abgelehnt, aber bei der Schweiz, deiner heimlichen Liebe konntest du nicht mehr widerstehen. 
Ich kann mir deshalb gar nicht vorstellen wie das für dich gewesen sein muss als die Schmutzkampagne gegen dich gestartet wurde. Klar, die Resultate haben auch nicht gestimmt und es war, sagen wir einmal bemühend, den Spielen der Schweiz zuzusehen. Es war aber auch eine schwierige Übergangsphase, in der es für einen kurzen Moment nicht klar war wie es weiter gehen soll. Du hast in diesen Momenten gezeigt, was dich zu einem der grossen deiner Zunft macht. Ruhig hast du dein Ding durchgezogen, im Wissen dass die kommende Spielergeneration auch für die nötigen Resultate sorgen wird. Du hast mehr als nur recht behalten. Ich bin selten so entspannt auf meinen Sofa durch eine Quali gekommmen wie jetzt. Die Entwicklung dieser Mannschaft ist bei weitem noch nicht beendet, das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Es ist endlich ein Spielsystem erkennbar und es wird tatsächlich die am besten zusammenpassende Elf aufgestellt. Man kann nur gespannt sein wie ihr euch an der nächsten WM präsentieren werdet. 

In diesem Sinne wünsche ich dir ein erfolgreiches letztes Amtsjahr.

Dein Lino

Montag, 14. Oktober 2013

The Godfather IV

Aus: NZZ am Sonntag, 13.10.2013

Orthodoxe Rabbiner mit unorthodoxen Methoden


Im US-Gliedstaat NewYork sind zwei Rabbiner verhaftet worden. Sie hatten renitente Ehemänner verprügeln lassen. 

Es klingt nach dem Drehbuch eines Mafia-Streifens: Eine Frau will sich von ihrem Mann scheiden lassen. Weil der nicht mitspielt, engagiert sie Schläger, die den Gatten im wahrsten Sinne des Wortes weichklopfen, bis er in die Scheidung einwilligt. Das Ganze spielt sich aber weder im Film noch im italoamerikanischen Mafia-Milieu ab, sondern in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde im Gliedstaat New York. Die amerikanische Bundespolizei FBI hat diese Woche zwei Rabbiner und zwei weitere Männer angeklagt, wie US-Medien berichten. Sie sollen Abertausende Dollars angenommen haben, um widerspenstige Ehemänner zu entführen und sie mittels Folter zu zwingen, einer Scheidung zuzustimmen.

Die bizarre Geschichte weist auf ein ernsthaftes Problem innerhalb ultraorthodoxer Gemeinden hin: Eine Frau kann sich dort nur scheiden lassen, wenn ihr Mann vor einem rabbinischen Gericht sein Einverständnis gibt und dieses in einem schriftlichen Dokument, einem «Get», bestätigt. Weigert sich der Mann, gilt die Frau innerhalb der Gemeinde als nach wie vor verheiratet. Sie darf keine anderen Männer treffen, geschweige denn heiraten.

Und so haben Rabbi Mendel Epstein und Rabbi Martin Wolmark diesen Frauen seit Jahren einen Ausweg geboten: Für zehntausend Dollar wurde ein rabbinisches Gericht bestochen, damit es  Gewaltanwendung gegen den Ehemann legitimierte. Weitere 50'000 bis 60'000 Dollar kosteten die Schläger – «Shtarke», wie sie auf Jiddisch genannt werden. Aufgeflogen ist die unheilige Rabbiner-Bande, weil zwei verdeckte FBI-Agenten sich als geplagte Ehefrau und deren Bruder ausgaben und die Rabbis ihnen freimütig erzählten, wie sie renitente Ehemänner traktierten.

«Wir entführen einen Mann für ein paar Stunden, schlagen ihn zusammen, foltern ihn, und dann bringen wir ihn dazu, einen Scheidungsbrief zu schreiben», erzählt Rabbi Epstein auf einer Videoaufnahme. Und fügt hinzu, verwendet werde etwa ein elektrischer Viehtreiber – der hinterlasse keine Spuren. Laut den Anklägern sollen in den vergangenen 20 Jahren bis zu 20 jüdische Ehemänner so zu einer Scheidung gezwungen worden sein. Einigen gutbetuchten unglücklichen Ehefrauen haben sie damit bestimmt einen Dienst erwiesen. Mit Religion hat das selbstverständlich gar nichts zu tun.

EDIT DER JUNTA: Verrückt undemokratisch, was sich der Chübel hier erlaubt, aber das Thema ist nach Ansicht der Junta etwas zu heikel, um ein solch einen Artikel einfach unkommentiert zu lassen. Zwar kann der Sachverhalt nicht separat geprüft werden und ob dies wirklich so geschehen ist, soll hier auch nicht beurteilt werden. Auf jeden Fall gilt es, die Scheidungsgrundlage aus jüdischer Sicht etwas kritischer zu durchleuchten. Gemäss jüdischem Standesrecht bestimmt der Ehemann darüber, ob er seine scheidungswillige oder -unwillige Frau von sich stösst oder nicht. Dies geschieht durch eine Willensäusserung, welche durch das Übergeben einer Scheidungsurkunde (Get) zementiert wird. Sofern sich aber der Ehemann weigert, seiner scheidungswilligen Noch-Ehefrau die Scheidungsurkunde zu übergeben, kann sie sich streng genommen nicht wehren. Es sei denn ein Gericht - und wohlbemerkt nur ein Gericht - erstellt den Sachverhalt und anerkennt die zerrütteten Verhältnisse. In diesem Fall wird das Gericht versuchen, den Mann zu überzeugen, der Frau die Urkunde zu übergeben. Und sollte er sich weigern, ist es in der Tat so, dass das Gericht Zwangsmassnahmen bis zu Prügeln anordnen kann, bis der Ehemann sagt: "Ja, ich will!" (sinngemäss abgewandelter Wortlaut des Talmuds). Wohlbemerkt ist dies eine gerichtliche Anordnung und nicht wie in casu eine Horde von Auftragsprüglern. Moderne Zwangsmassnahmen sehen meiner Meinung in Jurisdiktionen wie den USA auch vor, dass scheidungsweigernden Männer ein Asset Freeze auferlegt werden kann. So, genug klug geschissen.

Dienstag, 13. August 2013

Testspiele, S613E18

Lieber Ottmar,


Vielleicht kannst du mir es erklären, denn das gesammelte CC Fussballwissen steht vor einem Rätsel. Du hast letzte Woche dein Aufgebot für das Testspiel gegen Brasilien von Morgen bekannt gegeben. Wie immer bei dir ist dieses nicht frei von Überraschungen. Wir haben uns ja schon langsam daran gewöhnt dass du immer wieder mal zu Testspielen auch Spielern eine Chance geben willst, die nicht so im Fokus der Nationalmannschaft stehen, um ihnen die Möglichkeit zu geben ein bisschen "Nati" Feeling zu schnuppern, eventuell sogar ein paar Minuten spielen zu dürfen. Den Sinn davon musst du mir bitte erklären, das ganze ist doch ein bisschen verstörend. Uns allen ist doch klar dass Spieler vom Kaliber eines Michel Lang niemals einen Platz in der Nationalmannschaft bekommen werden. Und wenn schon Spieler getestet werden müssen, wieso nicht jemand aus der U-21 Mannschaft? Oder auf Positionen wo dringender Bedarf an Personal besteht? 
Gerade zu diesem Zeitpunkt, wo in den grösseren Ligen der Saisonstart unmittelbar bevorsteht und die Stammspieler wahrscheinlich ganz anderes im Kopf haben als ein mehr oder minder spannendes Testspiel. Wieso so einem Fussballer vorgaukeln er würde im Blickfeld der Nationalmannschaft stehen? Was das für eine Karriere bedeuten kann, kannst du bei nächster Gelegenheit mal bei Jonathan Rossini in Erfahrung bringen. Oder Adi Winter Fragen ob er sich noch in Reichweite der Nationalmannschaft sieht. Wahrscheinlich eher nicht. 

Montag, 5. August 2013

Sommerloch

Das Sommerloch zeigt in diesen Tagen seine wahren Tiefen und Abgründe. Da soll dieser Blog keine Ausnahme sein. In Medienhäusern finden regelmässig sogenannte Blattkritiken statt. Dabei werden Zeitungsausgaben analysiert, kritisiert und diskutiert. Dies soll - in stark reduziertem Umfang - auch an dieser Stelle erfolgen.

An dieser Stelle wurde über das umfangreiche Redesign mit zahlreichen hilfreichen Neuerungen berichtet. Nun schreiben wir also das Jahr 2 nach dem Relaunch der ICZ-Webseite. Das sind doch immerhin über 700 Tage, in denen man sich als Webmaster den einen oder anderen Gedanken über Darstellung und Funktionalität machen könnte. Der bekiffte Vogel ist zwar vermeintlich tot, aber wie unschwer erkennbar, geistert er noch immer auf dem ICZ-Server rum.





Neu auf der Einstiegsseite nehmen wir nun weitere, poppige Farbgestaltungen wahr. Der Lauftext ist nun zweifarbig gestaltet, was durchaus als kreative Weiterentwicklung bezeichnet werden darf. Beim Zählen der verschiedenen eingesetzten Schriftarten auf dieser Einstiegsseite reichen zwei Hände nicht aus. Was wiederum die Frage nach dem Grafikkonzept der ganzen Seite aufwirft. Schon nach wenigen Clicks durch die Seite, dem Begegnen von verschiedensten Schriftarten, Schriftgrössen, Hintergrundfarben, Schriftfarben, Buttons, Verlinkungen, Titelarten, Bilderauswahl, Bildanordnungen usw. lässt sich diese Frage - im Gegensatz zu zahlreich anderen - sehr schnell beantworten: Es gibt keines!

Übrigens: lasst Euch von der Bezeichnung "Kontakt_01" in der Navigation nicht irritieren. Die NSA dachte sich wohl, dass dieses Codewort nicht weiter auffällt...











Ebenfalls neu gestaltet sind auch die Bilder der einzelnen Kategorien:


































Nach wie vor unerklärlich ist die Platzierung der Social Media Icons. Alte Logos, unbrauchbare Auflösung aber viel wichtiger: Nutzlos! Weder hat die ICZ eine Facebook-Seite, noch einen Twitter-Account oder ein Youtube-Channel. Deshalb die Frage: Warum? (Hört Ihr das Echo im unendlichen Web 1.0-Raum?)





FAZIT: Mit aller Bescheidenheit erlaubt sich der Schreibende, sich selbst zu zitieren, als er vor zwei Jahren über das Thema schrieb:

"Geschätzte Leserschaft, wenn das die Visitenkarte der Gemeinde im World Wide Web sein soll, dann "Guet Nacht".

In diesem Sinne: Schlafed guet!