Donnerstag, 21. Mai 2009

Der Goooorps-Weltmeister zeigt's uns

Aus der Serie von Youtubbies, welche man unbedingt mal gesehen haben muss stammt auch folgendes Clipchen, welches jedemmann vorzeigt, wie man es in der diesigen Welt doch noch zu Ehre und Ruhm schafft. Wohlbemerkt: Die Lautstärke entspricht teils einem Donnergrollen. Zum Nachahmen und nach dem nächsten Fasttag selber probieren!

Aus der Jöh-Ecke dringt sodann folgender Clip noch zu uns. Ist weder aufschlussreich noch originell, aber vielleicht steht jemand ja auf ridende Affen.

Falls am kommenden Freitag Zürich oder Basel den kürzeren ziehen sollte, hoffe ich, dass niemand so enden wird. Der ZS am Ende bringt's ziemlich auf den Punkt (gilt übrigens auch für die Zürcher Europabrücke-und die Berner HB-Affen).

Auf jeden Fall steht es den Jungen von heute und den Nachtrauernden einer verpassten Athletenkarriere auch zu, sich von einem gestandenen Superbowl-Chussid inspirieren zu lassen. Auch hierzu, sedölüeg:

Und wie Mr. Clerc früher so schön sagte: "Und zum Schluss noch dies:"

Und noch ein Topfan an einem Black Sabbath-Konzert

Jimmy Kimmel and the New York Jets

Ziemlich seltsame Tage. Gestern waren wir alle YB-Fans, am Sonntag ist man hauptsächlich für GC, weil gegen Basel, am Mittwoch drauf ist man dann wieder für Barcelona. Die fussballerische Identitätsspaltung scheint keine Grenzen mehr zu kennen... Zur Ablenkung deshalb ein sedölüeg:

Mittwoch, 20. Mai 2009

Planung der neuen Saison (Tripogonz-Posting)‏

Damit wir uns alle bereits frühzeitig auf die wichtigsten Fakten der neuen Fussballsaison, welche ja im jüdischen Kalender einen eigenen und nicht zu geringschätzenden Stellenwert einnimmt, einrichten können, stelle ich untenstehend eine Serie von verschiedenen, kaum geordneten Thesen in den Raum, welche wohl alle innert Jahresfrist bestätigt werden. Wir sind zwar nicht das Tagi-Magi, welches sich für die Jahresplanung die bestmögliche Ausgabe schnappt und diese gleich auch noch als Spezialauflage brandmarkt, aber wir tun unser Bestes. Emess!

- Netanyahu hat sich's nochmal überlegt und ist nun doch für Zweistaatenlösung.

- Auf den Bahamas wird eine Filiale des Schweizerischen Fussballverbandes eröffnet. Der Geschäftsführer ist vorderhand unbekannt, ein schwerer Verdacht liegt aber vor.

- An der Bederstrasse eröffnet Fein & Schein ein fleischiges Imbisslokal (im Umbau) und etabliert sich flugs.

- Rosh Hashana findet auch dieses Jahr statt. Pessach nicht.

- KolTuv gerät in die Schlagzeilen, weil es aufgrund sinkender Bratwurst-Verkaufszahlen das Rezept der Genossenschafts-Metzgerei kopiert.

- Die HubbaBubba-Kaugummis werden wieder von der K-Liste genommen, weil niemand gemerkt hat, dass sie drauf waren.

- Die Schweinegrippe geht vorbei und niemand merkt's (weniger eine Vorhersage als eine gegenwärtige Feststellung)

- Nach den Paprikachips schaffen es auch Panettone, Laugen-Gipfeli und eine essenswerte Fonduemischung auf die K-Liste.

- Das Stadion Zürich (Pentagon) kommt zustande (def. Entscheid bis Ende Juni).

- Transferbelange:

Shevchenko trennt sich von Pazik und kehrt nach Minsk zurück. Oder Kiev. Oder London.

Mexes wechselt zur AC Milan.

Drogba geht zu Inter Mailand.

Ancelotti geht zu Chelsea, Gattuso geht zu den Bayern.

Ribery wechselt zu Real Madrid und Cristiano Ronaldo beisst sich wegen des verpassten Deals eine Fingerkuppe ab (kann das letztere Thema schon nicht mehr hören).

Ibrahimovic bleibt in Mailand.

Arjen Robben wechselt zu Inter Mailand.

Van Nistelrooy verlässt Real Madrid i. Richtung Premiership.

Avi Tikva wird Manager des FC Endingen.

FCZ verliert am Stück Abdi, Leoni und Hassli, gibt Stucki an Congeli ab und holt Rennella (Lugano/Genoa, def.) und Ekdal (Juve, leihw.).

St. Gallen bringt nach dem direkten Aufstieg keinen hochkarätigen Transfer zustande und kämpft direkt um den Wiederabstieg.

Daniele Massaro wird Sportredaktor beim Blick.



Die Liste ist frei erweiterbar. Für den Anfang sollte es einmal reichen.

Montag, 18. Mai 2009

Yes he can!

Ich freue mich schon, am 14. September folgende Schlagzeile zu lesen:

Wechselt Nadal zum Ping-Pong?

Nach einem fantastischen Zwischenhoch (Nr.1 der Weltranglist erobert) muss
Rafael Nadal den Platz als bester Tennisspieler der Welt wieder an
Roger Federer abtreten. Roger gewinnt nach Paris und Wimbledon auch noch
das US Open.


Es begann alles am 17.Mai als Roger Federer in Madrid erstmals seit langem Rafael Nadal wieder einmal schlagen konnte. Dies nicht nur auf Nadals Lieblingsunterlage sondern gleich noch in beeindruckender Manier. Nur wenige ahnten damals, dass es sich um eine Wende handelte. Nachdem Roger nun sensationel in Paris (in 3 Sätzen), Wimbledon und New York triumphieren konnte, sind die Verhältnisse im Männertennis wieder geradegerückt.
Nadal, der seit seinem Sieg bei Australian Open nur noch maximal bis in ein Final vorrücken konnte (scheiterte jeweils an Federer) scheint der Verzweiflung nahe. In einem Interview meinte er auf die Frage, was er den gegen Federers Macht tun wolle: "Ich weiss es wirklich nicht. Ich denke, ich sollte zum Ping-Pong wechseln. Vieleicht kann ich ihn ja dort schlagen." Die ganze Tennis- und wohl auch die ganze Sportwelt ist froh, Roger wieder dort zu sehen, wo er hingehört.

Montag, 11. Mai 2009

tiefe trauer in der axpo gurken liga

wenn in einer liga 5 runden vor schluss von den 3 "top-teams" nur ein punkt eingefahren wird, ist das doch äusserst bedenklich. einmal mehr gilt: meister wird der, der am wenigsten schlecht ist... und stolz sein kann sowieso niemand auf den titel...

Freitag, 1. Mai 2009

Daily Schmonzes am 1. Mai

Psycho-organischer Birkenstock-Chassidismus, we like!

Und das ganze hat natürlich auch einen Internet-Auftritt unter www.HebrewChanting.com .

Und wieder einmal zählt das Motto und der rettende Strohhalm: Sie tun ja niemandem weh!

Donnerstag, 30. April 2009

Nun ist es so weit, offiziell und von der GV abgesegnet: Die ICZ wird nun definitiv umgebaut. Ein beträchtlicher Spendensatz wurde zugesichert, nun kann endlich die konkrete Planung einer inzwischen mehr als dringlichen Pendenz in Angriff genommen werden. Wir freuen uns!

Sonntag, 26. April 2009

Chumre der Woche: Omer-Zeit, s'ist so weit

Nun, die Omerzeit ist ja wahrhaftig eine traurige Zeit. Wir merken dies auch an der Axpo Gurkenliga, wo sich an der Spitze niemand wirklich dafür erwärmen kann, den Leader zu stellen und deshalb mittelwertige Sparringpartner wie Bellenz, der Xa-Max und Sion als Punkteabknüpfer herhalten müssen, damit sich Zürich und Basel gegenseitig den zweiten Platz streitig machen dürfen. Denn osser, man würde sich absetzen wollen und frühzeitig eine Vorentscheidung herbeiführen würde - wie dies beispielsweise Ebay tut, welches nun ja wiederholt zur Geltung gebracht hat, sich definitiv nicht für das Titelrennen zu interessieren, obschon mannigfaltige, selbsternannte Fussballästheten sich dafür ausgesprochen haben, dass die Mutzen den besten, schönsten und überhaupt Fussball der Liga spielen. Aber darum geht's ja hier nicht. Es ist auch sonst nicht sehr lustig in der Omerzeit. Man geht nicht ins Kino, man erzählt sich keine Witze, hört nur Acapella-Musik (!) und gemäss den letzten Gerüchten darf man auch nur Gemüse grillieren.

Zur Omerzeit gehört ja aber auch dazu, dass man sich bis Shvues jeden Tag mit Omerzählen merkt, wobei es sich nicht ziemt, den jeweiligen Omertag vor dem Aufsagen der Bracha zu zählen (z.B. "gestern war der siebzehnte"). Jedoch macht man sich schon heute daran, den einzigen Freudentag zwischen den beiden Regalim zu planen, id est Lag baOmer. Was ja eigentlich eine unheimliche und skandalöse Inkonsequenz ist, vor allem, wenn es dann am Vorabend dann effektiv um den entsprechenden Omertag geht.
Deshalb nominiert Chassidus Chübelsack als weitaus akzeptierte Mehadrin-Instanz die Chumre der Woche: Ab Pessach darf Lag Baomer als solches nicht mehr bezeichnet werden. Es ist von Vorteil (die Anlehnung an das vorerwähnte ICZ-Mailing von vor Jontef ist kaum von der Hand zu weisen), ab sofort eine alternative Bezeichnung zu verwenden. Wir schlagen deshalb und um ganz sicher zu gehen "oto hayom" vor.
Chumrediger Omerbart

Mittwoch, 22. April 2009

Leseprobe einer Hörprobe: Sympathie in der Symphonie

Es gibt Lebensformen, welche einfach vor sich hin vegetieren. Deren Existenz keines weiteren Kommentars bedürfen und welche abseits von Zivilisation gleicherart zu bewundern wären, als ständen sie unter tosendem Applaus von abertausenden Zuschauern auf der historischen Platea von Woodstock. Dagegen stellen wir Organismen, welche von allen Anfang an direkt mitten ins Herz treffen und von welchen wir uns kaum mehr abwenden können. Gruppen von Menschen, denen wir stundenlange zuschauen könnten und uns wünschen würden, die Zeit würde still stehen und die Welt würde aufhören, um ihre Achse zu drehen. Oder um die Sonne. Oder egal worum. Jedenfalls ist der Autor auf der Suche nach einem Comeback-würdigen Examinationsobjekt auf den Synagogenchor der ICZ gestossen. Zu hören ist dieses bemerkenswerte Ensemble massiv begabter Laiensänger in regelmässigen, jedoch schwierig zu eruierbaren Abständen in der Synagoge der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Hier tragen sie entscheidend zur Feierlichkeit und Zerschönerung des Gottesdienstes bei, indem sie insbrünstig und mit bemerkenswerter Überzeugung und Mimik mit ihrer Stimmgewalt die entferntesten Winkel des prächtigen Gotteshaus erfüllen. Zusammengesetzt wird dieses Ensemble aus der Breite von Anwälten, Taxifahrern, Marathonläufern, Rentnern und Gemeindefunktionären.

Gleich von Anfang an merkt man die Überzeugung dieser sympathischen Truppe, welche es bewerkstelligt, eine überzeugende Mischung aus unzähligen Jahrhunderten jüdischer Liturgie ans Publikum zu tragen, wobei dieses fast jede Melodie mitzusingen und mit einem Lächeln zu tragen weiss. Wenn der Chor bei laufendem Gottesdienst eintritt und sich witzelnd mitten auf der Treppe formiert, weiss auch der hinterletzte Synagogenbesucher, dass gleich eine orchestrale Verzückung bevorsteht. Die Stimmung ist fast mit in Scheiben zu schneiden. Nun hat auch das letzte Chormitglied seine Weltwoche aus den Noten wegversorgt und steht eingesingt bereit für seinen Einsatz. Die Melodien sind bereits derart eingefleischt, dass kaum ein Chorjunge mehr auf seine Noten schauen muss und dem Dirigenten sozusagen blind durch den umfangreichen Gottesdienst folgt. Nach dem letzten Ton ist der Dienst für diese Mannen dann getan und sie verziehen sich wieder diskret in ihr Kämmerlein oder in ihre eigene Universen. Und für den Besucher und Synagoganten bleibt diese süss-malzige Melodienfolge in den Ohren, welche ihn während Monaten bis zum nächsten und hoffentlich baldigen Auftritt begleiten wird.
Der nächste Auftritt des Synagogenchors findet am 25. April 2009 statt (Bilder stammen von der Homepage des Synagogenchors, www.synagogenchor.ch).

Sonntag, 19. April 2009

Durban II-Konferenz in Genf


Aus der Mitte des Genfer Gewühls meldet sich zu später Stunde und mit einer grossen Portion Unverständnis Eurer Revolutionsführer - und gleich zu Beginn mit einer übertriebenen, sarkastischen und überhaupt nicht ulkigen Anspielung. Gar nicht.
Schon gestern sind hier über 700 Durban II-Sympathisanten in der Calvin-Stadt, einer historischen Stätte der Aufklärung, gegen Rassismus und für die Durban II-Veranstaltung auf die Strasse gegangen und friedlich durch die Strassen gezogen. Heute morgen war in den Zeitungen nach den verschiedenen Verlautbarungen der vergangenen Tage und Wochen dann zu lesen, dass sowohl Israel wie der SIG sich erneut und teils vehement gegen ein Treffen unseres Bundesrats Hans-Rudolf Merz mit dem Stargast der Durban II-Veranstaltung, dem Oberpazifisten und der Toleranz-Fahne aus dem Iran, Mahmud Ahmedinejad, ausgesprochen hätten und dem Schweizer Souverän einen Verzicht auf ebensolches Treffen "nahegelegt" hätten. Herbert Winter, Präsident des SIG, hat dann intelligenterweise ausgesagt, wenn ein solches Treffen schon nicht mehr zu vermeiden sei, dann solle doch wenigstens auf heikle Thematiken der iranischen Politik angesprochen werden. Auch der Tages-Anzeiger liess in seiner Online-Berichterstattung dieses Faktum nicht aus und publizierte zu besagten Thema gleich eine Kommentar-Serie mit 400 Zeichen-Leserbriefchen, wo sich eine (hoffentlich nicht) aussagekräftig verlesene und sich vorwiegend populistisch äussernde Schweizer Leserschaft zum Thema äussern durfte (Tagi-Link). Entweder hat der Tagi ziemlich verschrobene Kriterien zur Auswahl solcher Tollwiesen für Buchstaben-Schiesswütige oder ich verharmlose das schreibbezogene Gewalts- und Frustrationspotential unserer werten Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ein Blick ist das Ganze allemal wert. Gegendarstellung durch den Schreibenden (sofern auf 400 Zeichen möglich) wurde natürlich wegzensiert. Bravo.
Bravo auch unseren lieben Schweizern, welche Ahmedinejad immer noch als legitimer Volksvertreter und Verhandlungspartner betrachten, während die halbe Welt aufgrund dessen Wahnsinns und mittelfristig zu erwartenden nuklearen Aktionsmöglichkeiten mehr offen wie verschlossen über Gegenmassnahmen berät. Wohlbemerkt: Inzwischen nimmt es auch Ägypten (ähnlich auch Saudi Arabien) nicht mehr hin, dass in der Sinai-Wüste die bekanntlich proiranischen (und iranisch finanzierten) Hisbollah-Milizen Aktionen und Trainingslager durchführen und geht nun rigide gegen diese vor (siehe hier und hier). Ausserdem ist auch die in den Kommentaren vielfach angeführte Argumentation interessant, dass sich die "Israeliten" in der Schweiz doch nicht in obrigkeitliche Dinge einzumischen habe, das gehe sie doch nicht an. Auch das ist durchaus ein sehr interessanter demokratischer Ansatz in einem plurikulturellen Land, wo die Meinungsfreiheit angeblich so hoch gehalten wird. Minderheiten haben eben doch zu schweigen.
In der Zwischenzeit mehren sich die Befürchtungen bezüglich der morgen Abend stattfindenden Jom Hashoah (Holocaust-Gedenktag)-Begehung, welche sinnigerweise auf dem Platz vor der UNO stattfinden soll - und dies am Tag, wo der Auftritt besagten Toleranz-Vorzeigemodells aus der Wüste an der Durban II-Konferenz vorgesehen ist.
Derweil wurden verschiedene Dokumente und das Schlussfazit der Tagung angepasst und beispielsweise Israel aus dem Pranger genommen. Neben Israel und Kanada haben derweil aber auch die USA, Australien und die Niederlande ihre Teilnahme abgesagt. Es kristallisiert sich auch der Vorsitz der Konferenz gegen Rassismus und der Aufarbeitung der Erstveranstaltung von Durban im 2001 heraus. Vorsitz nimmt ein Libyer, welcher von einer Kubanerin assistiert wird. Weitere Kommentare ergeben sich von selbst. Ahmedinejad seinerseits liess es sich vor seinem Abflug aus Teheran nicht nehmen, weitere Hiebe gegen Israel auszuteilen und liess sich folgendermassen zitieren: «Die zionistische Ideologie und das zionistische Regime sind die Fahnenträger des Rassismus» (unten im Artikel).
Abends dann kamen in der Schweiz verschiedene Wortmeldungen zum Zug (u.a. v. Gutzwiller im Tagi), worin plötzlich der Standpunkt aufgebracht wurde (interessanterweise aber nicht früher), dass die Schweiz aufgrund des Schutzmachtmandats die Interessen der USA im Iran vertrete und aufgrund dessen verschiedene ungelöste diplomatische Fälle zu besprechen gewesen seien, u.a. das Schicksal der iranisch-amerikanischen Journalistin Roxana Saberi (Focus-Artikel) welche kürzlich im Iran zu 8 Jahren Haft verurteilt worden ist. Warum dies im Rahmen von Durban II geschehen muss, ist dennoch nicht von ungefähr. Ob die von Gutzwiller aufgebrachten und im Merz-Ahmedinejad dringend anzusprechenden Thematiken tatsächlich besprochen wurden, wurde überraschenderweise noch nicht publik.
Viel eher drang durch, dass Prof. Dr. Alan Dershowitz , einer der profiliertesten amerikanischen Professoren und Anwälte, sich im Hotel Intercontinental aufhielt, als der Tross um Ahmedinejad ankam und Dershowitz vor Kameras von der iranischen Entourage und Polizei entfernt wurde, weil er da gemäss den einen Quellen ein Statement abgeben wollte, gemäss anderen "den iranischen Präsidenten zu einer richtigen Debatte über den Holocaust, das Verhältnis zu Israel und das Verhältnis mit der Obama-Regierung herausfordern" wollte. Was ein Skandal. Da brüstet man sich mit Demokratie und Antirassismus, während gleichzeitig die freie Meinungsäusserung gegenüber einem ausgewiesenem Populisten und einer der gefährlichsten Personen der Gegenwart mit den Füssen getreten wird. Genau hier hätte die Schweiz ein Zeichen setzen können und hat stattdessen nichts gemacht, als den Eindruck von Ambiguität und Zwiespältigkeit zu verstärken. Man kann nicht einerseits anprangern, dass die "Politik der leeren Stühle" ein falscher Ansatz sei und andererseits dann die freie Meinungsäusserung durch Elite-Akademiker verunmöglichen, lediglich um einen ausländischen und höchst kontroversen Staatsträger nicht zu desavouieren, weil man meint, es sei schon getan, wenn man einen Bundesrat hinstellt, der Steinigungen kritisiert.

Nach Pessach Magenkrämpfe

Geneigter Leser, wie mancher eins von uns schon erfahren hat, die Saison des lobreichen FC Haguah hat wieder begonnen. An dieser Stelle soll von direkt beteiligen jeweils eine kritische Nachbetrachtung der erbrachten Leistungen erfolgen. 


Heute Sonntag erfolgte das schon übliche Spiel direkt nach Pessach, welches es auch schon direkt an Mozze Pessach stattgefunden hat, dieses mal auf der geheiligten Buchlern gegen den FC Uitikon. Der bisher unbezwungen Lino wurde durch die personifizierte Routine ersetzt, nämlich durch Ronny B. Der Gegner sollte eigentlich in der Reichweite des FC Haguah liegen, im Hinspiel setzte es aber ein heftige 7-2 Klatsche ab. Angespannt und noch mit den allerletzten Pessach Nachwehen im Magen wurde der Dinge geharrt die da kommen. Zur Überraschung von allen konnte durch den ersten gelungene Angriff gleich in Führung gegangen werden. Der Gegner, geschockt und durch unsere gute Defensive, inklusive Lino auf Links hinten, ohne zählbare Aktion im Spiel, versuchte durch Kampf und sehr wenig Klasse ins Spiel zurück zu finden. Dies gelang gar nicht, im Gegenteil, mit einem sehr schön ausgeführten Angriff über Nechunja H. und Doron B. wurde ein zweites Tor eingeschenkt. Der Gegner ersetzte nun den Kampf mit Diskussionen mit dem Schiedsrichter, zählbares schaute auch dabei nicht heraus. Mit einer verdienten 2-0 Führung ging man in die Pause. Die zweite Halbzeit hatte das Niveau Vaduz-Aarau, viel Kampf und Emotion und sehr wenig Klasse und Spielkultur. Der Gegner beschränkte sich auf Unsportlichkeiten, Diskussionen mit dem Schiedsrichter und den eigenen Spielern, der FC Haguah auf geschicktes Verteidigen und gelegentliche Konterangriffe, einer davon führte zum verdienten Endresultat von 3-0. Ganz zum Schluss kam sogar noch Highnoon vorbeispaziert, als sich Eli K. zu einer Tätlichkeit verleiten liess und der Gegner ihm im Anschluss mit Teeren und Federn drohte.

Fazit: Dazu lasse ich den gerne den Gegner zu Wort kommen 

"Wegen dem Schiri und dem Gegner steht es 3-0." 

Aha. (Das hat übrigens zu einem Anschiss durch den eigenen Captain geführt, grossartige Szene)

In diesem Sinne

Donnerstag, 16. April 2009

Schmach-Ode an Thurnheer

Thurnheer in Schieflage?

Man muss es sich ja eingestehen: Bei staatlichen Organismen und insbesondere beim Konzessionsträger Nummero Heinz schauen wir aus Vorliebe zum Besseren sehr gerne auf die Finger und geben uns besondere Mühe, uns prollartig in den Mittelpunkt zu stellen, indem wir schallende Kritik auf exponierte Pseudopromis niederprassen lassen, welche in absehbarer Zeit dann regelmässig in direktem Kausalzusammenhang mit unseren Publikationen unter massivem öffentlichem Druck zurücktreten. Oder ähnlich.
Heute wenden wir uns wieder mal dem Weichei der Nation, der Susi des öffentlichrechtlichen Fernsehens zu, der uns inzwischen fast in allwöchentlichem Rhythmus Fussballabende vermiest und mit Sülzgelaber so tut, als sei er mittlerweile der Messias der Fussballexperten. Da sitzt einer angeblich im Stadion (könnt' bei der anfänglichen Einblendung ja auch ein Blue Screen sein, das wär mal eine intelligente Investition nach den tollen und massiv überteuerten Studios, die wir inzwischen finanziert haben) und erzählt uns in jeder Wiederholung, was wir eigentlich sehen sollten, aber effektiv auf keinen Fall sehen: Nämlich absolut unnütze und falsche Informationen, die bereits bei Spielgeschehen falsch wiedergegeben werden, was bei Betrachtung des Replays wiederholt nur noch schlimmer wirkt. Im Prinzip könnte dies auch im Auftrag des Ausbildungsfernsehens geschehen, weil es ein Ziel sein könnte, die Aufmerksamkeit der Kinder (wie am Pessach) derart zu erregen, dass die brüskiert zur Geltung geben, gemerkt zu haben, dass dies ja beispielsweise eine Einblendung von Gilles Yapi ist und nicht von Doubai oder Doumbia. Man kann hierbei nicht mal mehr von unterschwelligem Rassismus sprechen. Das ist schon ein ausgesprochener und expliziter, wie er kaum mehr getoppt werden kann; mal abgesehen davon, dass man entsprechende Spieler ja auch aufgrund der Aufstellungsposition unterscheiden könnte, aber das ist ja bereits Proficiency-Level, während Thurnheer weiterhin auf Deficiency-Niveau rumdümpelt. Man soll ja nicht arrogant sein und allzu viel erwarten.
So werden auch ständig die simpelsten Vorgänge auf dem Spielfeld, welche gewieft-erfahrener Fussball-Idiot in live schon erkannt hat, in Wiederholungen derart verhunzt und falsch beschrieben, dass man dem vor Schranken stehenden Schnurri national wirklich einfachsten Fussballverstand und wohl auch gesunde Augen absprechen muss. Jegliche Eintrittsprüfung für eine Kommentatorenlizenz müsste hierfür eigentlich eine unüberwindbare Hürde darstellen. Und doch, was ein Skandal.
Neuerlicher Tiefpunkt musste in der heutigen Cuppartie zwischen dem grossen FCB, der bis heute breitbrüstig vom Double sprach, und den deutlich emsigeren Ebay-Bienen, festgestellt werden. Thurnheer verhedderte sich in einer unheimlichen Serie von befremdlich-kindlichen Grunz- und Jubelgeräuschen, wie sie heute eigentlich in der Fernsehlandschaft nur von arabischen Zweitklasskommentatoren auf Webseiten wie 101greatgoals.com bekannt sind. Peinlich, amateurhaft und sehr unverständlich, wie es heute für die derart populäre Einrichtung der Sportübertragungen nicht möglich sein soll, in der Schweiz konkurrenzfähige Kommentatoren zu stellen (und damit haben wir noch nicht mal von den Interviewern gesprochen, welche regelmässig nichts anderes bewerkstelligen, als den Zwiegespräch-Partnern fertige Sätze und Aussagen von unheimlich tiefer Aussagekraft und Intelligenz in den Mund zu legen).
Auch hier wünscht CC eine baldige Genesung und eine Qualität, welche sich von Filz und Vetterliwirtschaft lossagen kann und objektiven Kriterien gerecht wird.

Mittwoch, 8. April 2009

Pessach: Zeit der ungesunden Geister

So. Wir sind nun endlich so weit. Die Wohnung ist bereits in Aluminium gehüllt und tapeziert. Wir haben unseren gesunden Menschenverstand korrumpiert und abseits jeglicher Logik und Plausibilität Dinge geputzt und für eine Woche ersetzt, deren Berührungspunkt zu Brotwaren etwa so gross ist wie meiner zu griechischen Laserpointern. So ungefähr. Wir haben den pösen und gefährlichen Chometz aus der Kanalisation geschafft, indem wir mit Bunsenbrennern und Elitekäfern darin jeglichen Brotkrümel weggesprengt haben, haben ausserdem gemäss bekannter jüdisch-zürcherischer Filmografie auch alle Lichter und Lampen von allen Seiten gereinigt. Denn wir wissen es ja nicht erst seit gestern: Chometz springt nicht nur, Chometz verbreitet sich auch noch exponentiell! Ausserdem haben wir unser ganzes Arsenal an Gerstensäften aus der Wohnung geschafft und mühselig in den Estrich geschleppt. Uns ganz davon zu trennen, wäre ein Ding der Unmenschlichkeit gewesen. Es aus der Wohnung zu wissen, trägt sicher sehr zu unserem Seelenheil bei.
Dies war heute Morgen im Heimischen Stibel nicht ganz so evident. Bei der Planung der all 28jährlichen Birkat Hachama gingen schon vor dem grossen Auszug die Gemüter in die Offensive und es bedurfte einer gewieften Karmaleistung, diesen Anlass am Ende doch noch geordnet über die Bühne gehen zu lassen. Wenn da nur nicht diese öden Wolken gewesen wären.
Wenigstens haben wir den Sijum gefeiert, wo es u.a. darin heisst, wir stünden zu Divrei Tora auf, sie aber seien Joshvei Kramim. Für einmal waren wir sozusagen die Omdei Kramim...
Wir möchten ausserdem die Gelegenheit nutzen, unserer lieben M&A-Grossgemeinde für ihren ausgiebigen Mailverkehr der vergangenen Wochen zu nutzen. Nachdem wir mit der Tachles-Beilage sozusagen in einem Nebensatz die journalistische Unabhängigkeit abgemurkst haben, welche noch vor einem Jahr so gross geschrieben war, dass bei jeder auch noch so lächerlichen Gelegenheit auf jegliche Entscheidung aus allen Rohren geschossen wurde, während jetzt anscheinend eitler Sonnenschein herrscht, hat man sich anscheinend auch noch zu ein paar wagemutigen Mailkommunikationen hinreissen lassen. So wurde speziell erwähnt, dass die Starbucks-Kaffeebohnen am Pessach erlaubt seien (Wo genau soll ich die mahlen, in meiner gewöhnlichen Alljahres-Maschine?). Der Eruw Tawschilin ist zudem lediglich "von Vorteil" (war er denn schon mal von Nachteil? Sollte die Formulierung nicht etwas klarer ausfallen?). Im FC Hakoah ist man diesbezüglich schon einiges deutlicher, da weiss man schon, dass die "Mazza nicht ein guter Freund von uns ist".
Zudem sind wir höchst geehrt, den Titel der Chumre des diesjährigen Pessachs doch noch verteilen zu dürfen. Angeblich ist es gemäss einer Meinung inzwischen schon nicht mehr ausreichend, den Ofen mittels Erhitzung auf 500° C und Pyrolyse zu erwärmen, um ihn zu kaschern. Gute Besserung, man lernt nicht aus.
CC wünscht in diesem Sinne der gesamten Bloggergemeinde quer auf dem ganzen Planeten einen gefreuten Payssech, eine fröhlich-solide Verdauung und Chag sameach!

Mittwoch, 1. April 2009

IN MEMORIAM

Dienstag, 31. März 2009

Chumres-Intermezzo

Da wir immer noch auf der Suche nach der ultimativen Pessach-Chumre sind, verdingen wir die Zeit zwischendurch mit etwas weniger dramatischen kulturellen Intermezzi. Sedölüeg!




Und dann kann mich bitte noch jemand darüber aufklären. Es sieht absolut interessant aus, was das Ganze mit Pessach zu tun hat, weiss ich aber noch nicht:

Masel & Broche gewinnt sensationell die JLeague

(Gastbeitrag von El Rojo de la Colina)



Am Sonntag, 29. März 2009, wer hätte dies für möglich gehalten, standen sich im Final der diesjährigen JLeague der Vorjahressieger Scherdünn und das Überraschungsteam der Meisterschaft, Masel & Broche, gegenüber.

In einem packenden und die Zuschauer aus ihren Sitzen reissenden Spiel bezwangen die Underdogs schliesslich den klaren (und in den Wettbüros auch als solchen gehandelten) Favoriten mit 14:13 im Penaltyschiessen.

Dass die Zuschauer im Anschluss an das nervenaufreibende Shoot-Out den Platz stürmten um ihre Helden zu feiern, konnte von den zahlreichen Ordern nicht mehr verhindert werden. Das Sicherheitsdispositiv muss gewiss überdacht werden, wenngleich mit einem solchen Ausgang schliesslich niemand rechnen durfte.

Captain Martin Frenkel sprach von einem historischen Moment und der Stolz war deutlich hörbar, währenddessen seine Teamkollegen nicht müde wurden, sich bei den Fans zu bedanken, indem sie etliche Ehrenrunden absolvierten. Champagnerkorken flogen durch die Halle, bereits (in kühner Voraussicht) vorgedruckte Meister-Shirts wurden von den Fans in die Höhe geschwenkt. Es war ein Anblick, wie es selbst in der Sportstadt Zürich nicht häufig zu sehen ist und selbst ältere Semester zu Tränen rührte.

Sportminister Ueli Maurer liess es sich nehmen, den Spielern in der Umkleidekabine die Glückwünsche der Landesregierung auszurichten und selbst Ottmar Hitzfeld meldete sich per SMS zu Wort.

Der unerwartete Gewinn der Meisterschaft kam offenbar auch für die neu gewählte Stadtpräsidentin Corine Mauch völlig überraschend. Als bekennende Masel & Broche-Supporterin der ersten Stunde lud sie das Team spontan zu einer Visite ins Stadthaus ein, welcher voraussichtlich in der kommenden Woche stattfinden soll. Es wartet für das Team um Topscorer Jürg Bloch nicht nur der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Zürich, sondern auch die berühmten smaragdgrünen Ehrenmedaillen, welche einzig für aussergewöhnliche Leistungen im Bereich Sport verteilt werden.

Die öffentliche Meisterfeier mit den Fans findet bereits am kommenden Sonntag, 5. April auf dem Bürkliplatz statt. Die Polizei rät den Besuchern, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, da mit einem grösseren Zuschaueraufmarsch gerechnet werden darf. Die Trams der Linien 2, 5, 8, 9 und 11 werden umgeleitet, da der General-Guisan-Quai für den Verkehr gesperrt sein wird.

Masel & Broche vertritt am 1. November 2009 die Schweiz an der europäischen JLeague-Ausmachung in Marseille. Anmeldungen für Carfahrten und Arrangements werden ab sofort im Sekretariat von Masel & Broche entgegen genommen.


Mittwoch, 25. März 2009

gigi! es geht um unsere freundschaft

man stelle sich folgendes vor: abwurf vom torhüter zu einem verteidiger. dieser passt weiter ins mittelfeld und dann macht's schwupps! und der ball verschwindet in einem schwarzen loch… genau das passiert die ganze zeit beim fcb! und dieses schwarze loch heisst "kein spielmacher"!!!

szenenwechsel: da liegt ein saftiges steak parat. es dampft sogar noch. über seinen glänzenden rücken gleitet ein schmackhaftes stück kräuterbutter… und das ganze kostet nur 4.95 CHF und will zu euch in den mund. wer würde denn da nicht zugreifen? ich sag's euch: der fcb!!! und das steak heisst hakan yakin.

muss ich doch tatsächlich heute lesen, dass hakan nach xamax, cham, dem äfze hakchoach und dem lacrosse senioren-team des sargenes-näh-verein auch noch beim fc niederHASSli im gespräch ist. das - lieb's banane-mami oeri - geht zu weit!
es gilt jetzt über den eigenen schatten zu springen (und ein so grosser sprung ist das für sie schliesslich nicht) und zuzuschlagen. der fcb droht im cup (die leistung gegen fcz reicht gegen yb nie und nimmer) sowie in der meisterschaft (fcz hat besseres kader und yb spielt viel besser) das heft noch aus der hand zu geben.
wenn diese fälle eintreffen sollen, muss sich ernsthaft gefragt werden, ob die transferpolitik rund um die rückkehrer (ausser bei huggel) nicht gescheitert ist. dass man gimenez nicht geholt hat ist ok. man kann ihn ja bei einem anderen club aufbauen und dann weiterschauen. aber bei hakan ist der fall klar. er ist klar der beste spielmacher in der nati. er hat spielwitz, geniale momente, er mach tore und er bleibt eine ständige gefahr für den gegner. dass er von hitzfeld übergangen wird, nur weil er nicht spielt, ist ein anderes thema.
sollte er am ende bei einem anderen team in der schweiz spielen wäre das bitter. denn das würde basel doppelt schwächen. 1. fehlt er beim fcb und 2. würde der fcb ihn als gegenspieler nicht in den griff bekommen.

also: los gigelisuppe oeri! hol den verlorenen sohn nach hause. sonst kündige ich dir die freundschaft. ätsch!

Mittwoch, 18. März 2009

Unsägliches Gegurke

Murat Yakin hatte eben doch recht, als er vor ein paar Jahren im Zusammenhang mit der Super League von einer Gurkenliga sprach und damit für grosse Entrüstung sorgte (dafür ist jetzt sein Bruder Hakan bereits erster Fan der Nati, wofür ihm herzlichst gratuliert sei):
Da verbringt man einen geruhsamen Abend zuhause und zappt zwischen Facebook-Bilderhochladen und Zahlungen kurz auf die Cup-Viertelfinalpartie St. Gallen - FC Constantin (auch ein CC). Wohlbemerkt: St. Güllen spielt in der Challenge League bringt für diesen Match satte 20'000 Zuschauer zusammen. Dagegen tritt die Mannschaft an, die sich trotz unsäglichem Coach-Präsi-Schlafsack-Mullah trotzdem nicht aus dem Wallis verscheuen lässt. Und aus unerklärlichen Gründen zappt man dann nicht weiter. Denn was da einem serviert wird, ist für bezahlten Fussball schon kaum mehr nachzuerzählen. Da werden Pässe, Freistösse, Einwürfe direkt ins Aus gespielt. Da geschehen Eigentore seltener Güte, werden Chancen versemmelt und irgendwo dazwischen darf sich sogar Domingues den Ball skandalös weit vor den Verteidiger legen, kommt trotzdem noch zum Ball und versenkt trocken zur Halbfinalqualifikation. So einfach wär's eigentlich, wenn's doch nur etwas ansehnlicher wäre für die Fans. Wenn.
Übrigens hat Kollege Djourou wieder mal in London an die Wäsche dürfen. Erzielt ebenfalls per Eigentor das 0:1, wofür er aber redlich wenig kann, kann sich aber einen gewonnenen Zweikampf per Kopf gegen den Torhüter gutschreiben lassen. Was aber herzlich wenig daran ändert, dass Gallas bei der anschliessenden Verwertung massiv im Offside steht (Siegestor also von den beiden Innenverteidigern erzielt, auch dies wäre in der Schweiz ziemlich undenkbar).
Auf jetzt Zürich, nachmachen!

Sonntag, 15. März 2009

Liebesgrüsse aus Moskau, Teil 2

Tajre Chassidim,

Lange ist es bereits her, wo sich der „Mojsdojs Viennensis“ das letzte Mal gemeldet hat. Ich bitte euch um mechile! Ich hoffe schwer, dass ich somit nicht mehr in denselben Topf wie unser argentinischer Starreporter geworfen werde.

Es ist mir jedoch auch ein grosses Anliegen, allen Chübelsäcke (lokaler Luuschen: Abfall-Saggerls) für die teils hervorragenden Posts der letzten Wochen bedanken. Besonders erwähnen will ich dabei Tripogonzens Update über die Restaurant-Landschaft am Mittelmeer. Gejubelt habe ich v.a. bei seinem klaren Statement zur Burgers-Bar als einzig wahres Hamburger-Erlebnis. Es gibt immer wieder Versuche anderer CC-Freunde, Anbieter wie Burger Ranch oder Burger King auf das oberste Podesttreppchen hieven zu wollen. Pöse pöse!

Wahrlich habe ich vieles zu berichten. Erstaunliches, wie auch trauriges. Sehr gerne würde ich dieses Mal meine Kommentare mit einigen Fotos unterlegen.


Ejso hi derech nechona….?

Diese Frage stellen nicht nur unsere Weisen sondern auch ich mir, wenn ich in der Stadt einmal mehr umherirre. Warum? Es mag sich efscher tume bereits rumgesprchochen haben, dass die hiesigen Raumplaner seinerzeit ganze Arbeit geleistet haben, als es darum ging, den Strassen passende Namen zu geben. Was sich jene überlegt haben, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Eine besondere Vorliebe für einen Kontinent dieser Welt, ist ihnen wohl nicht ganz abzusprechen. Ganz abgesehen davon, wurde bei der Namensverteilung auch an unseren lybischen Freund gedacht. En digge jascher kauach!









Strassenschilder, kännsch…?

Eine andere Vorliebe dieser Stadt besteht ganz klar darin, besonders komplizierte oder einfach lustige Schilder aufzustellen.

Wahrscheinlich eines der letzten Dinger die ich hier mal lernen werde, ist wohl wo man parken (= parkieren) darf und wo nicht. Tönt luschtig, gäll? Demjenigen der sich soeben lustig macht über mich, wird das Schmunzeln gleich vergehen, wenn er sich unten reinzieht, wie es auf der Strassenseite gerne mal aussehen kann. Vorschläge, Tips und andere gute Ideen, ob man sein Auto jetzt und vor allem wann hier jetzt abstellen darf, können gerne an mich geschickt werden.

Eines meiner jedoch absoluten Favorites betrifft jedoch Vierbeiner, die nebich mal ihren Rejssi schütteln müssen. Ganz ganz grosses Kino! Gerne würde ich den Bürgermeister (nein nein, nicht der von damals….) mal fragen: „meinsch das eigentlich im ärnscht…?“








Kulinarisches

Am Plejzel an der Sihl hat sich in Sachen Kulinarisches ja einiges getan und so haben ein paar Professionelle und solche, die es gerne sein würden, ihre Drohung wahr gemacht und ihre Pforten geöffnet. Ich hatte bereits den S’chuss, in beiden einmal bedient zu werden.

Aua, mich kratzt es gerade unangenehm unter meinen Achseln… Mhhh, warum mich das gerade an den neuen Grill-Tempel erinnert, weiss ich auch nicht. Kann mir jemand helfen? Anyway… Mein Fazit ist sehr einfach: Äääähh, jäh..!

Ausgehängt hat’s mir eigentlich gleich schon zu Beginn, als wir mit „Schalom jeladim“ begrüsst wurden, wobei das Durchschnittsalter unserer illusteren Gesellschaft ca. 25 war. Ich will nicht sagen, dass die Auswahl an Speisen unattraktiv ist, aber irgendwie fehlt einfach ein bisschen die „Sexyness“. Saucen, kännsch? Attraktive Beilagen, kännsch? „Salatim“ wie in einer richtigen Schippudia, kännsch?

Meine beiden Hämbelis waren soweit ganz ok, doch der Schwarma-Teller meiner Begleiterin, hat mich eher zu Tränen gerührt, als zu Freudensprüngen verholfen. Ein paar trockene Turkey und Hühner Stücke, die vom Geschmack her nicht mal an Schwarma vorbei geflogen sind für 28 Franken grenzt eher an einen Bericht von Kassensturz als einer Grill-Spezialität. Allgemein, die Preise sind meiner Meinung ein Thema für sich. Dass K-Food in unserer Stadt teuerer sein darf und auch muss, dagegen hat wohl niemand etwas einzuwenden. Doch 28 Franken für dieses Debakel ist tatsächlich ein Debakel. Da lobe ich mir doch den wöchentlichen Schwarma hier, der in der Pita gerade mal 5 (!) Euro kostet und vorzüglich ist. Den Chasasi-Boden gibt’s oben drauf, bzw. unten rein gratis mit dazu geliefert.

Gedanken über die Tatsache, dass keine Shalom-Bons zur Bezahlung akzeptiert werden, erspare ich euch jetzt. Ein Dienstleister, der Zitat, „keine jungen Kinder“ bei sich haben will, braucht meine Wenigkeit auch nicht.

Wer sich das nächste Mal im Papagaios an der Sihl befindet und nicht wirklich weiss was zu bestellen, dem empfehle ich entweder ein „Sinlaco“, ein „Konjac“ oder vielleicht auch ein „Pullet“, aber gäll, bitte erst „after selection“.

Ich habe mich wie erwähnt auch schon in die neue Chabad-Küche gesetzt. Im Gegensatz zum Papagaios gibt’s gleich zu Beginn frische Semmel mit zwei netten Saucen und ein Krug Wasser, ohne diesen ausdrücklich zu bestellen.

Ich verstehe jeden der sagt, ihm sei die Karte zu exotisch. Ich bin mir jedoch fast sicher, dass sich dies ändern wird, spätestens wenn der Einzug in das richtige Lokal erfolgt ist oder genug Feedbacks von Gästen geflossen sind. Er wird wahrscheinlich nicht darum herum kommen, auch ein Schnitzel oder Steak auf der Karte anzubieten.

Mein Menue war zwar nicht alltäglich (u.a. weisse-Bohnen-Püree, gäll Grasl) aber qualitativ hochstehend und im Geschmack hervorragend.

Man darf gespannt sein, wie sich auf der K-Markt entwickeln wird. Es lebe die Marktwirtschaft!


Diverses

Anderes Land, anderes Stejtel, doch gleiche Diskussionen.

Es ist schon traurig, dass egal wo man sich auf der Welt befindet, überfall dieselben Diskussionen herrschen. Ganz nach dem Motto: Eine Insel, zwei 825er aber drei Synagogen.

Eines wird mir jedoch je länger desto mehr bewusst. Auch wenn wir gerne mal über unsere K-Liste schimpfen, glaubt mir, sobald man mit derjenigen von hier auskommen muss, lobt man die andere wieder. Debakulös!

Sie schaffen es hier sogar, Chumres (oh a propos, die offizielle Pre-Pessach-Chumres-Such-Zeit hat übrigens wieder begonnen… na dann wünsche ich doch allen Protagonisten Good Luck. Ich bin überzeugt, auch dieses Jahr werden wir wieder von grossen Würfen hören) bei Teigwaren zu schaffen. Nöd schlächt, gäll? Schaut euch mal, welche wirklich bekowedige Auswahl für Teigwaren besteht:

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Nudeln:

Barilla mit Ei: ist nicht erlaubt

Barilla ohne Ei: mit dem Buchstaben "A" beim Ablaufdatum

Tipo Swiss: hergestellt in der Schweiz

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Übrigens, die wirklich äusserst bekannten und beliebten Tipo Swiss habe ich bisher noch in keinem Geschäft gefunden.

Brot? Forget it, man wird verdonnert Brot in der K-Bäckerei zu kaufen. Bitte ja nicht irgendeine Industriebäckerei kontrollieren gehen.

Milch? Jene 825er die nicht wirklich auf K-Chalav makpid sind, gehen leider leer aus. Nicht EIN Milchprodukt lässt sich auf der Liste finden. Entweder es müssen überteuerte Joghurts und Milch in den K-Shops gekauft werden, oder man weicht gleich auf Guerilla-Kashrut aus. Kfia datit? Nein, keines Falls….

So, ich hoffe euch wieder mal ein paar Einblicke in das hiesige Stejtel geben können. Zum Abschluss würde ich euch noch ganz gerne zu einem Anlass einladen. Konnte es mir nicht verkneifen, dieses Plakat aufzunehmen, welches in einem Minjen auflag.




In diesem Sinne,

Herzlichst,

Euer Stangenschuss

Samstag, 14. März 2009

Long forgotten nochmal: Chassidus Chübelsack auf dem Whiskyschiff am 27. November 2008


Wir geben es zu. Ein nachhaltiges Tastingprotokoll erfordert eine erhebliche Zeit der Formung der geschmacklichen Sedimente und Eindrücke, welche ein solches erinnerungsstarkes Ereignis im Innern eines Aficionado hervorruft. Nach einer langen Zeit der Erhebung der generierten Malzspuren sei deshalb auf dieses jährliche Spektakel hingewiesen, welches auch Whiskyneulingen wärmstens (im wahrsten Sinne des Wortes) empfohlen wird. Wärmstens. Dabei gilt es, im endlichen Stadium der Lechayim-Aufnahmefähigkeit, möglichst nützliche und verwertbare Daten zu erheben, um unter anderem auch die künftigen Erwerbsentscheide für die Hausbar positiv zu beeinflussen. Wobei klar ist, dass das nützliche Zeitfenster einen enge Ablauffrist aufweist und deshalb die Tasteauswahl wohlüberlegt zu erfolgen hat. Was schwierig genug ist. Dazu kommt der Umstand, dass das Whiskyship auch die seltene Gelegenheit bietet, mehr und weniger aussergewöhnliche Produkte zu testen, zu welchen Zugang in einem Nischenmarkt oftmals ziemlich limitiert ist.
Penizillin und Biederkeit
Die Kulisse stellt die gewöhnliche Flotte der Zürichsee-Schiffe, welche regelmässige auch Plattform für verschiedene kulinarische Ausstellungen darstellt. Unter anderem stiefeln auf dem Schiff während der Malzausstellung langnäsige Damen mit fehlenden Absätzen in dunklen und hipledrigen Outfits herum. Wie es für Frauen typologisch eigen ist, ist es einfacher, bei ihnen in der Nähe stehend Aussagen über die erprobten Produkte aufzuschnappen. Was für sich schon ein eigenes Vergnügen darstellt. So kommt man in den ersten Minuten nämlich bereits zu Vorlagen eindrücklicher Aussagen wie "schmeckt wie Medizin", "es gnüegelet" oder "händ Sie au echli Cola dezue?". Oder assistiert Ausführungen über die "Sexyness" des Bowmore-Plakates. Ein paar rüstige Schweizer im Ausgang, die aber aussehen wie Gummihälse, hängen derweil neben einer Vielzahl Fokuhilas und Locos-Mützen um des Styles Willen um die Stände des japanischen Whiskys herum. Was für Linux ein weiterer Grund zum Frotzeln ist. Gohourens lässt sich derweil bei der ersten Probe, angestachelt durch das "Ambiente", zu Aussagen provozieren wie "schmeckt nach Menschenfleisch". Es riecht derweil hauptsächlich nach Hoffikiis, ranzigen Morcheln und Penizillin. Und ein Tunti fragt: "Ist das jetzt aus Weizen?" Einige Frauen stehen nach Volzug ihres kurzen Testprozederes an den Tresen, sabbern alte schottische Aussteller an, in der Hoffnung, die nächste Nacht in einem alten Bourbon zu verbringen. Und vermasseln sich dann alles mit der Bitte um Eis für ihren 30-jährigen Laphroaig. Und die erste eigene Erkenntnis dringt durch: Sherry blockiert den Gaumen wie eine Strassensperre, ist Galle für das Gemüt und wir verzichten deshalb a priori und präventiv auf die Dalmore-Range.
Testsieger: Bowmore 10y mit Finish im Bordeaux-Fass
Und somit direkt zu den Fakten des Abends. Der 12jährige Finlaggan schmeckt wie salziger Sand am Meer und als lecke man an einem vertrockneten fruchtigen Weinkorken. Zur sich wohl entwickelnden Salzigkeit kommt nach wenigen Augenblicken torfige Wohligkeit hinzu. Mit diesem Whisky will man alt werden. Daneben wirkt das gleichnamige Produkt zu 63% im Bourbon-Fass wie 3 Wochen nicht gewaschene Socken kombiniert mit finnischem Tannenholz. Der 18-jährige Rosebank Old Malt Cask wie eine schwangere Himbeere, der Bowmore 23y, cask strenght wie Lachskaugummi an der Pforte des Torfhimmels, der Glen Grant 21y wie eine Zitronenkapsel im Tschulentfass. Der Ledaig 10y wie ein Whisky zu einer Holekrasch oder für das sonntägliche Gipfelischiff. Und der Arsenallegionär kann inzwischen schon gar nichts mehr zuordnen, foazweg. Absolutes Highlight ist aber der zehnjährige Bowmore mit mehrwöchigem Abschluss in einem Bordeaux-Fass. Glücklich derjenige, der sich eine Flasche dort unter die Nägel reissen durfte oder eine geheime Quelle zu dieser Perle erschlossen hat.
Alles danach verkommt daneben zu angenehmem Dessert, reicht dem Vorläufer aber in keiner Hinsicht das Wasser. So auch der 17y Murray Mc David Caol Ila (Caol Ila gehört an sich eigentlich zu den absoluten Musts einer Geniesserzunge, welche eigentlich zu jedem Anlass passen), der, sich in einer Metaphase befindend, blendet, geschmacklich aber sofort stehen bleibt und steil abfällt. Ein kurzes Feuerwerk, das aber umso blumiger wirkt. Wie ein Youtube-Clip des 1. August-Feuerwerks. Oder aber der 13y Signatory Glen Roth mit einem variantenreichen Abschluss, der je nach zerebralem Zustand aber sehr würzig wirkt und bis in die Knie wirkt.
Kurzum: Chassidus Chübelsack freut sich schon heute auf den diesjährigen November, der dem nebligen Choref Sman-Blues entschieden entgegentritt und uns ein erneutes Highlight des Jahres apportieren wird. Lösch-WAU!
Vorgemerkt: Dieses Jahr wartet CC mit einem kulturellen Höhepunkt auf. Am 12. Juli steht das Rigi-Schwinget an, wozu eine Delegation entsandt wird und zu gegebener Zeit gebührlich rapportieren wird.




Donnerstag, 12. März 2009

Kaulquappen-Schlucken: Die schlauen Europäer

Boruch chauser laBlog, lange ist's her. Bei all dem Gelaber um die Abschaffung unseres lieb-teuren Bankgeheimnis und der Todweihung der Bankergilde soll doch noch eine Gelegenheit gefunden werden, die gute alte Witzkiste wieder nach vorne zu nehmen und sich ordentlich aufs Knie zu klatschen. Meine Favoriten sind der Sprung von der Rapperbühne in den See und die Würgegeräusche Kurtens. Wohl bekomm's!

Dienstag, 10. März 2009

Das Mittelalter im 2009

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Werte Bloggemeinschaft, ich begrüsse Euch zu meiner Habilitation. Nicht die grossen literarischen Worte möcht ich verlieren, vielmehr sollen Geschichten aus dem Alltag die Essenz der aneinenader gereihten Wörter sein.

Heute, zum heiligen Purim, hatte ich die Ehre zu Gast in einem nicht unbekannten Hause zu Zürich zu sein. Kurz nach Betreten des herrschaftlichen Anwesens floss dann bereits der Vodka in Strömen. Der Gastgeber gab sich nicht mit den handelsüblichen Schoppen zufrieden. Nein, es mussten die 1,5 Liter Flaschen aus dem C&C sein. Es seien hier Zweifel angebracht, ob den Anwesenden aufgefallen ist, dass die Beschriftung des fröhlich machenden Saftes nur "up-side-down" gelesen werden konnte. Schliesslich hängt man diese Flaschen normalerweise in die dazu vorgesehen Halterungen in Bars. Zweifel kamen deshalb, weil nur unwesentlich nach dem Entjungfern der Flaschen an ein koordiniertes und klares Denken nicht mehr zu denken war.

Wer sich der hiesigen Bräuche nicht vertraut ist, dachte sich im falschen Film. Zu zehnt rannte man Hände klatschend um den Tisch lauthals mitsingend zu einer Endlos-Compilation mit nahöstlichen Klängen. Für Aussenstehende war eine Choreografie nicht erkennbar. Obwohl die Akteure der festen Überzeugung waren, dass ihr Performance locker an der nächsten Musicstar-Veranstaltung aufgeführt werden könnte. "Leider nein", kännsch? Auf wackligen Beinen stolperte man im Kreise, mähte immer wieder Holzklappstühle um, kippte Gläser, in den Rachen und auf den Boden. Zu hauf. Die weiblichen Geschöpfe im Nebenraum liessen sich jedoch keineswegs von den lauten Begleiterscheinungen dieses Kegelabends irritieren.

Es folgte das ritterlichen Mahl. Der Mundschenk hatte sich heute in weiser Vorahnung freigenommen. Unkoordinierte Schritte führten zum Buffet. Die Einzelheiten der Nahrungsaufnahme sollen hier erspart bleiben. Nur so viel: Meine Annahme, dass wir das Mittelalter weit hinter uns gelassen haben, erwies sich als furchtbaren Irrtum. Der erste Gedanke: Zum Glück sieht uns keiner! Vor allem: sieht mich keiner. Einer einleuchtender Erklärung wär ich nicht fähig gewesen. Und das lag nicht am Alkohol. Purim halt.


Es sei an dieser Stelle für einen kurzen Moment innegehalten. Ein grosser Künstler hat uns verlassen. Mit spitzer Feder und einer unglaublichen Beobachtungsgabe und Sprachwitz sorgte er Donnerstag für Donnerstag für die wöchentliche Erheiterung im Blätterwald. Alltagsgeschichten unserer Grossstadt wiedergegeben, sympathisch, fröhlich, aufheiternd, glücklich machend. Ein herber Verlust, für die Freunde des gefplegten Comics, für Zürich, für mich. Danke, Mike!

Sonntag, 1. März 2009

Senderos

Wir werden darüber noch wissenschaftliche Studien veranstalten müssen, einen unabhängigen und neutralen Beobachter entsenden. Vielleicht wird er auch Churban Brünzel heissen. Vielleicht aber auch nicht. Zentral bleibt aber die brennende Kontroverse innerhalb von Chassidus Chübelsack über den eigentlichen Wert von Philippe Senderos. Man erinnere sich: im Sommer hoch gelobt, weil potentiell der teuerste Transfer eines Schweizers ever, von Arsenal nach Milan geliehen, seither mässig regelmässig im Einsatz. Teils grottenschlechte Einsätze, teils spielt er wenigstens durch (was wenig Schweizer Söldner im Moment von sich behaupten können), und das erst noch bei einer Weltmannschaft. Immerhin.
Jedoch gibt es auch eine verbissene Gegnerschaft von Sändeli, welche skandalöserweise behauptet, der Spieler nerve, können nur mit dem Kopf spielen und sei weit über seinem Wert verkauft. Oder vermietet, je nach dem.
Jedenfalls hat sein heutiges Spiel (neben den ohnehin parteiischen und fiesen Kommentaren der italienischen und voreingenommenen Sportgazzetten, worin er au heute als absolut schlechtestem Mann auf dem Feld nominiert wird) nicht sehr viel zu seiner Entlastung beigetragen. Man bemerke bitte, wie Herr Senderos völlig orientierungslos im Sechzehner steht und wenig mit sich anzufangen weiss. Hierzu das sedölüeg.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Höhlenpost

Da meldet man sich für ein paar Tage ab und merkt inzwischen, dass das Universum inzwischen locker weiter funktioniert, die Türken auf dem Acker angekommen sind, das Bankgeheimnis abgeschafft wurde, die Heimischen einen neuen Junior gezogen haben (Masel Tov!) und hitzige Debatten über teilbedingte Strafen geführt werden. Das freut das Gemüt ausserordentlich, momoll.
Aus dem Heiligen Land gibt es lauter neue Dinge, vor allem für einen Stammesgefährten, der schon drei Jahre nicht mehr im Gebiet war. So schmeckt der Falaffel hinter dem Shuk immer noch fantastisch. Steaks kann man immer noch weniger in Qualität, sondern viel eher mittels Quantifizierung bewerten. Und sie wurden mit viel Respekt behandelt. Wem eindeutig weniger Respekt gezollt wird, ist derzeit mein Magen, nebbisch. Der hat schon deutlich bessere Tage gesehen. Gestern bin ich ins Bett gefallen und musste darum beten, dass mitten in der Nacht nicht ein kleines Metzger-Alien aus meinem Leib kriecht. So schlimm war's und nicht weniger. Dafür geniess ich dieser Tage die vorzügliche bettliche Höhlen-Gesellschaft des Al Arabi Boushnik von Garafa mit seinem lustigen Wohngesellen Ruben von der Heide. Die haben in einem verdankenswerten Effort den streunenden Redaktor in ihre Mitte geschlossen, es wird einem richtig warm ums Herz.
Die kulinarische Ecke wird folgendermassen mit weltenbummlerischen und kosmopolitischen Klugschiss gefüttert:
- Das Papagayos in Jeruschalajim geniesst einen bedeutend schlechteren Namen als dessen Partnerlokale an der Küste. Besucht wurden aber weder die einen noch die anderen.
- Das Chimichurri-Steak im Oliv (Jeruschalaljim) ist unheimlich stark. Mit einer guten Gutter Galil Cabernet Sauvignon wird man nur noch glücklicher.
- Marrokanisch: Dharmah an der Jochanan Horkenos (Gruss an alle von Kavka übrigens), sieht sehr kitschig aus wie es wohl nirgendswo im Norden Mauretaniens aussieht, aber das kann ja auch ich nicht beurteilen. Schmecken tut's jedenfalls abgöttisch gut. Speziell einladend sind die Couscous mit Lammfleisch, nach den Salaten-Vorspeise reicht eine Portion auch locker für zwei.
- Milchig: Tmol Shilshom in Jerushalajim. Es gibt für Aufenthalte unter einem Monat ja an sich keine Gründe, überhaupt irgend eine Mahlzeit milchig zu futtern, aber wenn es dann um eheliche Kompromisse und anderen Unfällen ans Existenzielle geht, kann man sich gerne die Lasagne geben. Oder sonstwas. Fein ist jedenfalls vieles in dieser umfunktionierten Bibliothek.
- Fastfood (überall): Bitte begnügt Euch nicht mit halbwertigem Hackfleisch und Plastikbroten. Es gibt für gute Hamburger in diesem Land nur, vor allem, hauptsächlich, ausschliesslich und vornehmlich die Burger Bar. Der Rest ist daneben nicht mal den Gedanken wert. Ausser der Mc Donalds am Flughafen.
- Tel Aviv: Fast keine kulinarischen Ausflüge unternommen (dennoch aber genügend Fleisch, keine Angst). Eine Originalitätskappe verdient jedenfalls der Dr. Shakshuka in Yaffo für die Freunde der libyschen Küche. Macht Spass, ist immer mit Leuten gesäumt und die Bedienung ist äusserst freundlich.
Ausser spachteln hat man dieser letzter Tage aber hauptsächlich am Strand pseudointellektuell dem Sonnenuntergang entgegengefiebert.
So, ich empfehle zum Abschluss nur noch, keine Wunderkerzen in ein Flugzeug zu bringen, aber diese Anekdote erzählt man in ihrer Integrität zu einer gegebeneren Gelegenheit. Sie hat's jedenfalls in sich. Schöne Früchte miteinander und bis dann.
Chumre des Tages: Angeblich darf man immer noch keine schönen Schmitte-Früchte konsumieren. Eingehende Nachforschungen haben ergeben, dass unterirdisch immer noch Schmitte-Keime hausen. Oder so ähnlich. Falls Ihr es genauer haben wollt, bei den 100 Toren gibt's Plakate, welche genauere Erklärungen geben.

Montag, 16. Februar 2009

super werbungen!!!

anschauen und geniessen:





okeuene



Donnerstag, 12. Februar 2009

sic transit gloria mundi...

wenn der nicht am blöd tun ist, dann ist's ein debakel.
wenn er am blöd tun ist, dann hab ich den witz nur beschränkt begriffen:



gut schnäbi

Mittwoch, 11. Februar 2009

Der 28. Februar 2009: Die Welt schaut nach Newcastle‏

-postet for g. tripolensis-

Am baldig zu erwartenden 28. Februar 2009 wird die Welt ungläubig und erwartungsschwanger nach Newcastle blicken, wo die mächtigsten Wortführer dieser Welt nach dem WEF erneut zu einem Treffen astrogalaktischer Dimensionen zusammenkommen werden. Unter der Ägide der Hähne Sepp Rally-im-Wallis-Blatter und der Legende Michel Platini ("oui, je peux", es tönt so eben schon erheblich erotischer) werden revolutionäre Schritte zur Verbesserung der Kommerzialisierung von Fönig Kussball (wurde aber auch Zeit) zur Abstimmung gebracht. Folgende Traktanden werden im einschlägigen rosa Medium (nein, nicht Uriella, sondern die Gazzetta dello Sport) von heute dabei entsprechend behandelt werden:



- Einführung von 2 Torraumrichtern, die das Geschehen im Strafraum besser dokumentieren sollen, sowie die Zusprechung von Toren und letztlich auch Eckbällen (Blattu und Michou haben sich offensichtlich sehr über GC und das Foul am Walliser Johnny geärgert)

- Eine weitere Auswechslung, falls Spiele in die Verlängerung gehen

- Verlängerung der Halbzeitpause auf 20 Minuten (damit im Letzigrund die Würste bis zur Rückkehr an den Sitzplatz nicht mehr nur kalt, sondern effektiv wieder gefroren sind)

- Kurzzeitige rote Karten: Es ist die Rede von der Einführung vom kurzzeitigen Ausschluss von Spielern während 5-10 Minuten. Wohl würde hierzu auch die Schmerzgrenze deutlich unterhalb der momentanen roten Karte angesetzt.

- Offside-Klarstellung (aufgrund des umstrittenen Tores von Van Nistelroy bei Italien-Holland an der EM in Zürich): Falls ein Spieler ohne Erlaubnis des Schiedsrichters das Spielfeld hinter dem Tor verlässt, wird eine Situation fingiert, gemäss welcher sich der Spieler quasi immer noch auf der Grundlinie befindet.

- Weitere Details: Vereinheitlichung der Farbe von zu verwendendem Scotchtape für die Bänder (nicht sicher, ob das nicht ein Scherz ist)

gt

Spocht am Mittwoch

Sehr geehrte Damen und Herren der Schöpfung,

Die Fussballsaison wird heute eigentlich erst so richtig lanciert, denn es ist wieder mal Friendly-Time! Ein Füllhorn an aussergewöhnlichen Affichen erwartet uns heute, um unseren hochgelobten Lesern die Auswahl zu erleichtern hier und heute deshalb eine Subjektive Vorselektion:

Der Tag beginnt um 14:30 gleich ein Schlagerspiel vom schwarzen Kontinent, Tansania-Simbabwe. Bringen die Simbabwer mit all ihren Problemen überhaupt eine Mannschaft zusammen? Auch empfehlenswert 18:00 Ägypten-Ghana und 18:30 Burkina Faso-Togo.
Unsere Gegner aus der WM-Quali messen sich mit den folgenden Gegnern, um 15:00 Mazedonien-Moldawien, 18:00 Israel-Ungarn und um 20:15 Griechenland-Dänemark.
Von Europas Top5 haben einige wirkliche Aufgaben vor sich, 22:00 Spanien England und um 21:00 Frankreich-Argentinien.
Für die Interessierten beginnt heute auch die Copa Libertadores, empfehlenswert hier sicher CA Lanus- Deportivo Guadalajara.

P.S Wenn Italien weiter so verteidigt wie gestern gegen Brasilien qualifizieren sie sich nicht mal mehr für die WM, furchtbar.

Schene Daaag

Montag, 9. Februar 2009

Montags-Meshigaas mit Radiohead

Weil's zwischendurch auch gut tut, wieder mal die Hirnwindungen von Ordnung und Anstand zu befreien anbei eine hilfreiche Anleitung:
1) Laptop auf den Sims des Balkons stellen
2) Boxen anschliessen
3) Sich einer beliebigen Anzahl Kleider entledigen (Kopftuch, Koscher lePessach-Piercings, Burka und die Sockenüberresten zwischen den Zehen zählen auch, Fleischfasern zwischen den Zähnen nicht), je mehr desto besser
4) Haare mit einer Schnellfarbe färben, je schriller desto besser
5) Alle Telefone ausschalten bzw. ausstecken
6) Tief einatmen und beim ersten Video mit viel Kawune auf Play drücken.
7) Sofort loslassen und in Stellung gehen (ja nicht an Tektonik oder pseudo-geordnete entropische Tanzschritte denken)
8) Achtung: Sich vor Augen führen, dass diese Übung zu Erfolgszwecken unbedingt einen Steigerungslauf beinhalten sollte!
9) Gehen lassen. Fussboden, Wohnung und den Planeten verlassen und Körper zum Beat durchschütteln, als gebe es kein Morgen.
10) Nach 3:57 Minuten wieder runterkommen. Da Geist und Körper es unmöglich bereits zulassen, verfängliche Spuren zu verwischen und so tun, als sei man normal: Krawatte montieren (auch ohne Hemd), Aktentasche in die Hand nehmen und gemütlich zum nächsten Tram gehen.
Wohl bekomms'.

Sonntag, 8. Februar 2009

Kulinarik: Baranes' Grillplausch


Inzwischen ist die Eröffnung schon einige Wochen her, dennoch sollte man Gelegenheiten beim Schopf packen, wenn sie sich anbieten. Erst recht, wenn es sich um kannibalische Gelegenheiten wie die Eröffnung des neuen koscheren, fleischigen Restaurants handelt. Lange Monate musste die faserliebende Gemeinschaft einer neuen Ära harren und wurde nun mit Chajim Baranes neues Grilllokals entsprechend bedient, was für Churban Brünzel und seine Crew als Anlass einer Go-Mijo-Expedition Spalier wert war.
Zuerst das Lokal. Kleine gelbe Vögel zwitschern von den Dächern, dass dieselben Räumlichkeiten zuvor als italienische Trattoria verwendet wurden. Altes massives Dunkelholz mit vielem Gebälk, weissen Steinwänden und einem sehr eigentümlichen Wohlfühl-Grotto-Groove. Mittendrin Kunst aus dem Nahen Osten und judaistische Sujets. Insgesamt trifft dies ziemlich gut zusammen und ergibt eine Mischung, welche mit der Babasali-Hinterraum-Romantik des Milk & Honey nicht mehr viel zu tun ist. Was auch gut so ist.
Das Personal ist gemischt zwischen der alten Crew aus dem ebengenannten Erstlokal und neuem Servierpersonal. Dieses stellt sich teils sehr zuvorkommend in Szene und sorgt sich merklich um das Wohl der Gäste. Daneben befinden sich auch noch etwas hölzern-holprige Garçons, denen die weissen Westen noch etwas fremd anmuten und welche auch mit einer anspruchsvoller Gästeschar teils einen leicht angestrengten Eindruck hinterlassen. Daneben natürlich die erwähnte Home-Crew, welche ziemlich forsch auf dem roten Faden zwischen Zuvorkommen und Aufdringlichkeit stapfen. Insgesamt besteht zwischen Basics der Bedienung und Diskretion in einigen Belangen noch Verbesserungspotential.
Die Karte an sich ist ansprechend. Nicht günstig, wie man es sich in einem "Markt" wie Zürich im Übrigen vorstellen durfte. Nicht überrissen teuer und doch erstaunlich variabel, was sogar das Schalom in seinen besten Tagen theoretisch übertrifft. Praktisch sind einige Teller nicht immer verfügbar. Gut möglich, dass sich die Karte mit der Zeit noch in eine etwas realistischere Version wandelt. Im Sinne der Wandlung ist nach den ersten Tagen eine grammatikalisch angepasstere Version aufgelegt worden. Auch bei dieser wird jedoch leider auf haarsträubende Fehler und unglücklichen Verschreiber gestossen. Der Korrektor verfügt jedenfalls über einen übergesunden Schlaf.
Einmal serviert bleibt jedenfalls nicht viel zu sagen. Das ansprechende Gedeck macht Appetit, die Salate sehen gut aus. Als grosse Überraschung ist auch anzuführen, dass die Suppe selten differenziert und ansprechend schmeckt und das Brot mehr als eine einfache, eintönige Begleitung zum Mahl darstellt. An der Qualität des Fleisches lässt sich nicht viel aussetzen und im erlebten Fall war auch der Gargrad überaus zufriedenstellend (inklusive der Nachfrage nach der Vorliebe des Bratzustandes). Die Beilagenportionierung war ebenfalls gut gewählt und sättigend, womit die Hauptspeise als solche durchaus sättigte. Einzig bei den Pommes Frites haperte es im vorliegenden Fall, waren diese viel zu kurz, unkrustig und schmierig (andere Probanden rapportierten jedoch mittags ausserordentlich zufriedenstellende Resultate).
Fazit: Man möchte also den fleischigen Kulinaren durchaus einen entsprechenden Besuch empfehlen.
PS: Am Wochenende die Tandoori-Schnulze im Kino gesehen. Die Inder haben schon einen sitzen mit ihrem rosaroten Happy-End-Firlefanz. Insgesamt aber sehr vergnüglich, wenn auch sehr kurzlebig. Aber was ist heute schon nicht kurzlebig (in diesem Sinne auch das Derby von heute in der Ärgerlichkeit seines Nachgeschmacks der verpassten Distanzierung). Sonst nur TTSD.
PPS: Inler und Dzemaili übrigens mit überaus positiven Voten ihrer heutigen Auftritte. Zentral hat Köbi Hitzfeld langsam wirklich das Überangebot an nützlichen 6ern. Die neuen Partner unserer Personenfreizügigkeit geben uns am Mittwoch darüber weiteren Aufschluss.
PPPS: Der Actifry hat heute Abend seine Entmystifierung gefeiert. Grossartig erfindet, das Resultat schmeckt wie lebendige Pommes Frites. Wie echtes Lebenselixir.

Dienstag, 3. Februar 2009

warum denn nicht gleich...?

hie und da gelingt einem ein kunststück, das man teilen will; ja muss! (hallo paddy kälin)... hier video und photo eines ganz schönen moments:















und hier das ganze als video:



gratulation auch zum WM-sieg mit spanien gegen brasilien, portugal, argentinien und frankreich in der k.o.-runde.

ub

Montag, 2. Februar 2009

Montagsbrüller: Racheim einmal anders


Anschauen und geniessen. Viel mehr gibt's nicht zu sagen. Am nächsten Chassidic Song Festival sollen gemäss unbestätigten Gerüchten Snoop Dogg feat. Altmeister Börnie von der ICZ auftreten. Oder so ähnlich. Band heisst anscheinend "Gospel Hebreux".