Die Vögel haben es schon von den Dächern gezwitschert:
Am Erew Jontef wurde es vereinsintern kommuniziert, nun ist es offiziell:
Die Handballmannschaft des JTV Zürich wird nächste Saison keinen Meisterschaftsbetrieb mehr durchführen. Dem aufsässigen Reporter Churban Brünzel ist es trotz Pessachstress gelungen, das Mannschaftsinterne Communiqué aufzutreiben:
"Liebe Handballfreunde
Nach Rücksprache mit x, y (Namen sind dem Schreiberling bekannt) und dem Vorstand muss ich euch leider die Nachricht verkünden, dass wir nächste Saison KEIN Handballteam mehr stellen werden und somit den Handballbetrieb per sofort einstellen.
Die personellen Engpässe, welche uns seit Jahren begleiten sind inzwischen nicht mehr kompensierbar.
Wir bevorzugen es, den Spielbetrieb in Anstand abzuschliessen, sprich nicht eine Saison voller Forfaitniederlagen mangels Spieler durchzuführen. Dies würde uns Nerven und Geld kosten.
Bereits an dieser Stelle, möchte ich x und y im Namen des Vorstandes und des Teams herzlichst für die tollen 4 Saisons danken. Viele Spieler konnten von eurem Können profitieren. Dank eurem Einsatz, Motivation, Geduld und Freude konnten wir den Handballbetrieb aufrechterhalten und hin und wieder mit den Teams der 4. Liga mithalten.
Ich bedauere, euch keine erfreulicheren News bekanntgeben zu können und wünsche euch allen einen koscheren Pessach."
Eine Würdigung wird in den nächsten Wochen in eurem Lieblingsmedium platziert.
Donnerstag, 28. April 2011
Eilmeldung: JTV Zürich
Textowiert durch
Grasl
um
15:24
0
Divrei Chassidim
Labels: sport unterem davidstern
Montag, 18. April 2011
Ready, Pessach, Go!
Liebe Chumres-Brüder
Es nützt alles nichts! Da Chametz ja bekanntlich von Eierschalen direkt in Hundemäuler springt, sich in Pelzhüten einnistet und sowieso vom Teufel persönlich Leben eingehaucht bekommen hat, müssen auch wir zu immer drastischeren Mitteln greifen. Es freut mich daher ausserordentlich, Euch den einzig richtigen Weg zu zeigen, wie Pessach begangen werden muss. Rav Churban hat es nämlich gesagt und gemeint hat es Hashem sowieso schon längst so!
Textowiert durch
el tigre numero uno_
um
08:03
0
Divrei Chassidim
Labels: gute_besserung, Inyanei de Yuma, schnauze und strampeln
Dienstag, 12. April 2011
Mäh de Rase - de Rase gmäht?
Dieser Post basiert aus einem ganz normalen Montagnachmittag im Leben des Tripolensis und Grasls. So ist auch das geschriebene ein Hürriyet der beiden:
Man gratuliert rescht herzlisch. Chassidus Chübelsack hat soeben eine Untersektion "Gärtnerei und Rasenpflege" eröffnet. Somit verbreitert die wohlfühligste J-Institution der Schweiz auch einen rein physische Abteilung für die Liebhaber von Vertikution und Verifiktion der grünen Halme.
Gestern fand die Eröffnung im Hummelhorst statt und die Akteure konnten sich der Aktivität schon kaum mehr enthalten, so spassig und verausgabend war die ganze Angelegenheit.
In einer ersten Auslegeordnung vor anberaumter Presse wurde bereits ein 5-Jahresplan in Kraft gesetzt:
2011: Vereinheitlichung des Geländes: Humus-Bepflasterung an neuralgischen Stellen, vollständige Entsteinung des Geländes
2011: Due Diligence in Anbetracht einer Integration in die Holding der JLeague Foundation für Recht und Verfassung
2012: Ausbesserung und Nivellierung des Geländes (Praxisgruppe Footing soll hierbei Fuss anlegen, alternativ Aktionsgruppe Seitwärts-Rolle)
2013: Generalüberholung von Rasenmäher und erste Qualitätskontrolle durch Onkel Sepp auf FIFA-Tauglichkeit
2014: Weltmeisterschaften werden mittels Unterstützung der Vereinten Arabischen Emirate in den Hummelhorst verschoben. Zeitrahmen: Februar 2014. Gleichzeitig finden die 613 Jahre-Feier der Grundsteinlegung von Minas Morgul statt. Für atmosphärische Unterstützung sorgen Minergie-zertifizierte Heizpilze sowie Tschulent-Infusionen.
2015: Geheime Arbeitsgruppe "Cricket und Panzermuseum" stellt erste Machbarkeitsstudie vor
Für den Moment sollte das reichen. Unterirdisch werden in unterirdischen Stollen zwischen dem Hummelhorst und dem Minjan erste Whiskyfässer mit selbstgebrautem Fusel eingelagert, deren Kommerzialisierung für 2613 vorgesehen ist. Bitte behaltet diese Infos für Euch, man möchte die Konkurrenz nicht auf den Plan rufen.
Ach ja, gemäht wurde also wirklich auch noch, wie unschwer zu erkennen ist. Dass Zu Beginn die beiden Schreibenden sowohl den Handgriff falsch montierten, als auch den Graskäfig kaum zusammengebrungen wurde, sei nur am Rande erwähnt.
Nomen est omen, Grasl wäre jetzt noch am Mähen, wäre nicht soeben der Herbst eingekehrt. Aber für die Bauern unter uns, ist ja der Regen im April ein Segen.
Textowiert durch
Grasl
um
15:00
0
Divrei Chassidim
Labels: epos, Tu Bishvat, Wers glaubt...
Donnerstag, 7. April 2011
Vormarsch vs. Betriebsunfall
Die JLeague ist inzwischen am 8. Spieltag angelangt und die Überraschungen bzw. Öps and Downs der Teams zwischen Platz 2 und 5 nehmen kein Ende.
Nachdem der FC Scherdünn eine Baisse von 3 Niederlagen in Folge mit einem Sieg über Partizan überwinden konnte, hat es nun Seleçao erwischt. Nach zwei Siegen in Folge bzw. 3 Siegen aus den letzten 4 Runden (vgl. Post vom 17.3.11), hat es nun eine Klatsche (14:9) gegen IRG Crackers abgesetzt.
Nicht nur die Fachwelt, nein auch die PR Abteilung von Seleçao scheint irritiert zu sein. So hat sich Her Majesty erst nach mehrmaligem Aufgebot, den Medien bzw. dem Star- Paparazzi Churban Brünzel (15) gestellt.
Die Majestät , was ist gestern geschehen? Schildern Sie uns bitte kurz was aus ihrer Sicht falsch gelaufen ist?
Das Team war eigentlich frohen Mutes über unseren derzeitigen Tabellenrang (Anm.d.red.: zwoter Platz) und gut auf die Partie eingestellt, doch schon beim Aufwärmen kamen die ersten Zweifel auf. Der Ersatzgoalie Tripolensis war mit Administrativaufgaben beschäftigt, unser Abwehrhüne beweinte wohl das Wahlresultat vom letzten Wochenende und glänzte mit einem klassischen "no show" und unser Sturmtank aus Srulien musste sich noch die Lungen teeren. Was dann folgte war abzusehen, keine zusammenhängenden Spielzüge, wenig Agressivität in den Zweikämpfen und schlechtes Stellungsspiel führte dazu, dass wir ständig einem 3-5 Torerückstand hinterherliefen. Da hilft es wenig, dass wir es waren die den Torreigen des Abends eröffnen konnten.
Nach dem Abgang des nicht unumstrittenen Stammtorhüters: Hat das die Mannschaft doch mehr verunsichert als man sich selbst zugestanden hat?
Ich glaube nicht, dass die ein entscheidender Faktor war. Keines der gestrigen Gegentore war wirklich dem Torhüter anzulasten, vielmehr wurden wir klassisch ausgespielt und fanden kein Mittel, um deren Angriffswellen abzuwehren .
Siege gegen direkte Konkurrenten wie Jöst for Fön und Schochtim, nun eine Niederlage gegen den 7. der Tabelle: Wir erklären sie sich diese Leistungsschwankungen im Laufe dieser Saison?
Ich sehe die ganze Angelegenheit positiv und werte diese Niederlage als Betriebsunfall. Wenn man Zweiter ist in der Tabelle, dann ist man in der komfortablen Lage, dass man auch einmal ein Spiel verlieren kann, ohne gleich den Bammel zu kriegen. Wir werden uns aber das nächste Mal wieder am Synagogenschlüssel fassen müssen und eine konzentrierte Leistung an den Tag legen.
Nach mehrmonatiger Verletzungspause, hat der lybische Söldner gestern sein Feldspieler- Comeback gegeben. Ist er schon wieder der Alte?
Eine gewisse Unsicherheit ist nicht zu übersehen, aber er ist auf gutem Weg. Im Angriff waren ein paar gelungene Aktionen zu verzeichnen, gegen hinten fehlt noch ein bisschen Stabilität. Aber er ist mega, er ist 15.
Wagen Sie eine Prognose: Auf welchem Tabellenplatz steht Seleçao vor Playoffbeginn?
Die Plätze 2-5 sind momentan sehr spannend, da ist es schwierig eine Prognose abzugeben. Wir werden unser bestes geben und ein Spiel nach dem anderen angehen. Die Saison dauert noch ein Weilchen, da kann noch viel passieren. Ich bin aber überzeugt, dass wir es dieses Jahr in die Playoffs schaffen werden.
Darf ich zum Schluss eine Gegenfrage stellen? Warum werde ich hier nicht gefragt, wie ich mich jetzt fühle?
Berechtigte Frage, TAK!
Textowiert durch
Grasl
um
11:08
0
Divrei Chassidim
Labels: JLeague, sport unterem davidstern
Mittwoch, 6. April 2011
Einmal rechts abgebogen
Also entweder hat sich hier die SVP auf den Flughafen Kloten enorm geschickt und (mehr oder weniger) subtil ins Szene gesetzt. Oder da hat sich jemand einfach sehr wenig Gedanken gemacht. Das steht übrigens wirklich genau so dorth.
Textowiert durch
el tigre numero uno_
um
22:24
0
Divrei Chassidim
Eto'o teilt aus
Samuel Eto'o, Aushängeschild der grünen Löwen und derzeit mit Inter in einer nationalen wie internationalen Baisse, trifft bei weitem nicht mehr wie zu seinen besten Tagen. Derzeit gelingt ihm gelinde gesagt fast nichts mehr, und er lässt sich auch die einfachsten Torgelegenheiten entgehen. Offensichtlich zupft dieses Tief auch an seinem Nervenkostüm Federn und so lässt er sich an der Post-Match-Pressekonferenz des Kamerun-Spiels seine Muskeln spielen und reisst einen allzu kritischen Journalisten in kleine Fetzen und statuiert ihn gleich mal als Nestbeschmutzer. Für diejenigen mit Französisch-Kenntnissen ein Leckerbissen. Sedö:
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
12:20
0
Divrei Chassidim
Labels: CC Daily Schmonzes, sport unterem davidstern, VIPs, Youtube
Dienstag, 5. April 2011
Taktikstunde mit Onkel Lino: Ottmar, wir müssen reden!!!
Lieber Herr Hitzfeld,
Textowiert durch
Lino
um
20:10
0
Divrei Chassidim
Labels: andy egli, blutgrätsche, sport unterem davidstern, WM
TAK Alex

Nun ist es offiziell. Der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft Alex Frei tritt per sofort aus der Nati zurück. Nach 84 Länderspielen und 42 (!) erzielten Toren macht er Schluss. Obwohl die Nati lange von Frei abhängig war und ich stets die sportliche Leistung von Frei in den Vordergrund gestellt habe, bin ich der Meinung, dass der Rücktritt keine Sekunde zu früh kommt. Dass Frei nach den Pfiffen im vergangenen Herbst gegen Wales genug hatte, kann ich absolut nachvollziehen. Konsequenterweise hätte ich aber eine sofortigen Rücktritt erwartet. Dass der Rücktrittszeitpunkt nun korrigiert wird, passt ins Bild der diesbezüglichen Inkosequenz.
Über die Art und Weise seiner Auftritte auf und neben dem Platz wurde oft diskutiert. Dabei gibt es eigentlich gar nicht viel zu diskutieren. Oft hat Frei einen verbissenen, ja unanständigen und arroganten Eindruck hinterlassen. Sei es bei der unsäglichen Spuckaffäre während der EURO 2004, sei es in diversen Interviews vor, während und nach den Nati- Zusammenzügen, sei es durch abschätzige Gesten und Diskussionen während eines Spieles.
Doch in erster Linie war und ist Alex Frei seinem Job nachgegangen. Er hat viele Tore geschossen und macht dies zurzeit beim FCB immer noch.
Bei Rennes schoss er in 100 Partien 48 Tore und wurde Vize- und Torschützenkönig. Bei Dortmund hat er in 74 Spielen 34 Tore erzielt und beim FCB kommt er bis jetzt in 44 Spielen auf stolze 34 Tore. Die beeindruckende Torquote in der Nati wurde bereits erwähnt.
Wenn Frei alzu oft einen verbissenen Eindruck hinterlassen hat dann soll ihm dies nicht zum Vorwurf gemacht werden. Ich bin der Ansicht dass Frei, der kein wirkliches Talent ausser dem Torriecher mitbringt, genau diese Verbissenheit nötig hat und hatte um erfolgreich zu sein. Er stellt immer sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Oft wurde er dafür belächelt. Doch gibt ihm seine Torquote vor allem in der Nati, wo man nicht täglich mit den gleichen Mitspielern trainiert, schlussendlich recht.
Sind wir ehrlich, ohne seine Tore hätten wir wohl nicht bei vier Grossanlässen hintereinander mit Schweizer Beteiligung mitfierbern können. Ich denke da an Quali- Spiele gegen Irland, Zypern, Türkei, Georgien, Moldawien, Lettland, Griechenland...um nur einige zu nennen.
Rabojssai: Eiseis. Derdyok und Gavranovic müssen's nun richten.
Ich erlaube mir im Namen aller Chassidim mich bei Herrn A.F. für seine erfolgreichen und aufopferungsvollen Auftritte in der Nati zu bedanken.
Textowiert durch
Grasl
um
17:43
0
Divrei Chassidim
Labels: Deutsche Signale, Nachruf, sport unterem davidstern
Pessach-Chumre, diesmal eine ernste!
PS: Yannick ist mega. Er ist erst 15.
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
16:17
0
Divrei Chassidim
Labels: CC Daily Schmonzes, churban brünzel, Inyanei de Yuma, sauglatt; omerzeit;, sport unterem davidstern, Tu Bishvat, Wer bisch dänn Du?
Marokko - Zwischen Antike und Moderne, zwischen 11. September und Feinstaub
In Anbetracht der politischen Veränderungen in Nordafrika und dem Nahen Osten, hat sich unser Afrika- Korrespondent G. Tripolensis, via Lampedusa auf den Weg nach Marokko gemacht. Sehr glücklich sind wir, dass er den Weg zurück auch wieder gefunden hat und wohlauf im Lande ist.
Gezeichnet von den Erlebnissen und Eindrücken dieser Reise - Tripolensis hat mich für einen Moment an Max Göldi erinnert- hat er sich für dieses Interview zur Verfügung gestellt.
Dieses wurde, Dank der Kooperation des Chübelsack- Blogs mit der JLeague Foundation für Recht und Verfassung, ermöglicht.
Schildern Sie uns bitte die aktuelle politische Ausgangslage im Nordafrikanischen.
Politisch unterscheidet sich die Lage in Marokko entscheidend von den anderen Ländern, in welchen derzeit Unruhen und Aufruhr stattfinden. Marokko ist eine Monarchie und die Bevölkerung hat eine grosse Ehre vor ihrem König. Dies ist sowohl auf dem Land wie in den Städten spürbar. Viele Lokale bezeugten, dass der König Mohamed VI. sowie sein verehrter Vater Hassan II. sich für das Land aufopferten und so viel für die Bevölkerung tue. Dennoch führt er in verschiedenen Städten Höfe und grosse Paläste, die er für einen Teil des Jahres neben seiner gewohnten Residenz in Rabat bewohnt. In vielen Kaffees und Restaurants, in welchen ein Angehöriger der Königsfamilie gespiesen hat, hängt ein Foto von ihm mit dem stolzen Inhaber. Man muss auch sagen, dass die Städte eine eindrückliche Zahl von sehr imposanten öffentlichen Gebäuden und Moscheen hat, welche ohne den königlichen Support nie derart üppig ausgefallen wären.
Die Könige waren im Übrigen immer grosse Unterstützen der religiösen Minderheiten Marokkos, so auch der Juden.
Wie lebt es sich dort als 825er?
Das Leben der Juden ist eine sehr eigenartige Geschichte. Wie in allen nordafrikanischen Ländern litten die ansässigen Juden während der Kriege in Israel an den ihnen gegenüber manifestierten Repressalien und Anfeindungen. 2003 explodierte (neben staatlichen Gebäuden und ausländischen Cafés) vor zwei jüdischen Einrichtungen Bomben. Die Attentate wurden von der Al Kaida verübt. Da sich diese zu allen israelischen Kriegen wiederholten, entschied sich die breite Mehrheit der judäischen Volksfront zur Auswanderung. Kanada, Frankreich und Israel erfuhren so eine grosse Einwanderungen und zählen heute eine sehr breite marokkanisch-jüdische Bevölkerung. Casablanca zählt heute noch vielleicht 4'000 Juden. Vor 1950 waren es deutlich über 200'000. In anderen Städten sind leider nur noch sehr imposante jüdische Friedhofe und in Orten wie Fes, Essaouira und Marrakesch auch eine Synagoge zu finden. Fes beispielsweise wird heute noch von 80 Juden bewohnt, die es jeden Shabbat schaffen, zwei Minjanim zu stellen. Leider sind diese Juden aber zumeist 50 Jahre alt und darüber. Die jüngere Generation bzw. deren Kinder sind alle in die oben genannten Länder ausgereist und kommen für die Feiertage zurück, wenn's hoch kommt. Viele marokkanische Juden kommen regelmässig für Hilloulas oder die Verehrung von Gräbern vergangener Koryphäen zurück oder verbringen die Feiertage in idyllischen Orten wie Marrakesch.
Viele Städte haben in ihrem historischen Kern einen Mellah, vom hebräischen Wort für Salz abgeleitet, da viele Juden Händler waren und auf dem Markt ihre Ware anpriesen. In diesen Mellahs ist leider wenig bis nichts Jüdisches mehr zu finden.
Wurde das Rad und die Glühbirne dort bereits erfindet?
Eines der eindrücklichsten Dinge in Marokko ist die Gegensätzlichkeit zwischen imposanten Gebäuden, Palästen und Moscheen einerseits und der Armut andererseits. Vielerorts wird gebettelt, in den Strassen führen Behinderte einen Lautsprecher mit religiösem Inhalt spazieren oder starren an Ecken ins Leere - mit ausgestreckter Hand. Lokale erzählten uns zudem, dass viele ihre Besitztümer auf dem Land und die tägliche Arbeit aufgegeben hätten, um in der Stadt zu leben. Auch wenn dies bedeute, dass sie für ihren Lebensunterhalt betteln müssten.
Die Städte sind eigentlich in einem mediterranen Sinn sehr modern. Die BMW's und VW's fahren auch hier auf runden Rädern und es gibt ein breites Bewusstsein für die Besucher des Landes, sprich überall wird kopierte Ware feilgeboten bzw. Ware, welche mal von einem Lastwagen gefallen sein muss. Auf dem Land gibt es Platz für das klischierte Bild Marokkos. Esel, Schubkarren, Schafe überqueren die Strassen, Strassen in schlechten bis keinem Zustand (inzwischen aber fast immer geteert). Auch Glühbirnen konnte ich entdecken, jedoch leider keine farbigen und keine hängenden. Schade, eigentlich.
Arbeiten die Leute dort etwas mit Computer oder in Real Estate?
Erstaunlicherweise leider nicht. Laydder. Viele gehen noch sehr bodenständigen und konkreten Tätigkeiten nach, sprich sie sind Händler, Importeure oder lassen Waren in Marokko verarbeiten, weil die Arbeitskraft hier günstiger ist. Oder sie verkaufen Schmattes.
Sehen sie Zusammenhänge zwischen der politischen Ausgangslage, dem 11. September, der Klimaerwärmung und dem Feinstaub?
Hierfür müsste man eigentlich fast ein akademisches Auslandjahr mit einem Stipendium vom Albert Stahel-Institut absolvieren. Dies sind Zusammenhänge, welche sich von blossem Auge und in knapp einer Woche nicht so deutlich herauskristallisieren lassen. Das Klima war jedenfalls warm genug (teils bis 36° C), sodass man sich kaum noch vorstellen, dass im Sommer an solchen Orten wirklich bis zu 54°C herrschen oder eine Person das Bedürfnis verspüren sollte, in die Sahara zu fahren. Eines etwas kühleren Abends aber haben wir einen Minivan voller Ötzis in einem Restaurant getroffen, die eben von einer Kameltour in der Sahara zurückkehrte. Sie sahen aus, als hätte der Sand alle Körperöffnungen verschlossen, sodass sie nicht das Bedürfnis einer gepflegten Unterhaltung manifestierten. Viele hatten noch ihre türkisen Turban und die Kamel-Fasching-Verkleidung an, was in Kombination mit osteuropäischen Attributen wie Almbart, Stockerlgesicht, Maurer-Werbeshirt und Vorarlberg-Villiger-Zwirbelschnauz ziemlich kauzig aussah. Wie auch immer. Mich fragt ja auch niemand, ob meine Nase in einem globalen Kontext vertretbar ist, von da her soll doch jeder tun, was er für das Gesündeste hält.
Hat es während der Reise Rücktritte gegeben?
Ich habe aufmerksam gelauscht, konnte aber nichts feststellen. Ich habe mal im Bus von 15 bis 17 Uhr das Handbuch über Vor- und Rücktritte gelesen, das hat aber keine Sau interessiert. Also easy.
Besten Dank für die aufschlussreichen Erläuterungen.
Textowiert durch
Grasl
um
15:57
0
Divrei Chassidim
Labels: Eretz und Medine, Kamera umgehängt und ab
Pessach 2.0
Achtet Euch mal gut auf die Details:
Textowiert durch
el tigre numero uno_
um
10:23
0
Divrei Chassidim
Montag, 4. April 2011
Karma und andere Nettigkeiten
Textowiert durch
Lino
um
19:57
0
Divrei Chassidim
Fountainheads: Coming Home
Offensichtlich geht es aber auch anders. Und augenscheinlich geht der Trend an der Ostküste derweil dahin, zu den grossen Feiertagen musikalische Coverversionen zu publizieren. So kursiert im Internet derzeit "Dayenu - Coming Home" von "The Fountainheads". Das Thema ist bekannt (nach dem Motto "They tried to kill us, let's eat), hier finden sich ein paar Spassvögel zu einer unterhaltsamen Filmsession in der Wüste wieder.
Der Vollständigkeit halber bringen wir auch den Purim-Song der Fountainheads, der originellerweise wie der deutlich bessere Channuka-Song der Maccabeats auf Pink's "Raise Your Glass" stützt. Ebenfalls als Acapella... (Warum eigentlich? Damit man ihn auch in der Omerzeit hören kann?)
Sedö:
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
12:45
0
Divrei Chassidim
Labels: Inyanei de Yuma, Schöni Momänt, Schwarma, Tu Bishvat, Youtube
Und zum Schluss noch dies....
Reconsidering the Goldstone Report on Israel and war crimes
By Richard Goldstone, Friday, April , 8:42 PM
We know a lot more today about what happened in the Gaza war of 2008-09 than we did when I chaired the fact-finding mission appointed by the U.N. Human Rights Council that produced what has come to be known as the Goldstone Report. If I had known then what I know now, the Goldstone Report would have been a different document.
The final report by the U.N. committee of independent experts — chaired by former New York judge Mary McGowan Davis — that followed up on the recommendations of the Goldstone Report has found that “Israel has dedicated significant resources to investigate over 400 allegations of operational misconduct in Gaza” while “the de facto authorities (i.e., Hamas) have not conducted any investigations into the launching of rocket and mortar attacks against Israel.”
Our report found evidence of potential war crimes and “possibly crimes against humanity” by both Israel and Hamas. That the crimes allegedly committed by Hamas were intentional goes without saying — its rockets were purposefully and indiscriminately aimed at civilian targets.
The allegations of intentionality by Israel were based on the deaths of and injuries to civilians in situations where our fact-finding mission had no evidence on which to draw any other reasonable conclusion. While the investigations published by the Israeli military and recognized in the U.N. committee’s report have established the validity of some incidents that we investigated in cases involving individual soldiers, they also indicate that civilians were not intentionally targeted as a matter of policy.
For example, the most serious attack the Goldstone Report focused on was the killing of some 29 members of the al-Simouni family in their home. The shelling of the home was apparently the consequence of an Israeli commander’s erroneous interpretation of a drone image, and an Israeli officer is under investigation for having ordered the attack. While the length of this investigation is frustrating, it appears that an appropriate process is underway, and I am confident that if the officer is found to have been negligent, Israel will respond accordingly. The purpose of these investigations, as I have always said, is to ensure accountability for improper actions, not to second-guess, with the benefit of hindsight, commanders making difficult battlefield decisions.
While I welcome Israel’s investigations into allegations, I share the concerns reflected in the McGowan Davis report that few of Israel’s inquiries have been concluded and believe that the proceedings should have been held in a public forum. Although the Israeli evidence that has emerged since publication of our report doesn’t negate the tragic loss of civilian life, I regret that our fact-finding mission did not have such evidence explaining the circumstances in which we said civilians in Gaza were targeted, because it probably would have influenced our findings about intentionality and war crimes.
Israel’s lack of cooperation with our investigation meant that we were not able to corroborate how many Gazans killed were civilians and how many were combatants. The Israeli military’s numbers have turned out to be similar to those recently furnished by Hamas (although Hamas may have reason to inflate the number of its combatants).
As I indicated from the very beginning, I would have welcomed Israel’s cooperation. The purpose of the Goldstone Report was never to prove a foregone conclusion against Israel. I insisted on changing the original mandate adopted by the Human Rights Council, which was skewed against Israel. I have always been clear that Israel, like any other sovereign nation, has the right and obligation to defend itself and its citizens against attacks from abroad and within. Something that has not been recognized often enough is the fact that our report marked the first time illegal acts of terrorism from Hamas were being investigated and condemned by the United Nations. I had hoped that our inquiry into all aspects of the Gaza conflict would begin a new era of evenhandedness at the U.N. Human Rights Council, whose history of bias against Israel cannot be doubted.
Some have charged that the process we followed did not live up to judicial standards. To be clear: Our mission was in no way a judicial or even quasi-judicial proceeding. We did not investigate criminal conduct on the part of any individual in Israel, Gaza or the West Bank. We made our recommendations based on the record before us, which unfortunately did not include any evidence provided by the Israeli government. Indeed, our main recommendation was for each party to investigate, transparently and in good faith, the incidents referred to in our report. McGowan Davis has found that Israel has done this to a significant degree; Hamas has done nothing.
Some have suggested that it was absurd to expect Hamas, an organization that has a policy to destroy the state of Israel, to investigate what we said were serious war crimes. It was my hope, even if unrealistic, that Hamas would do so, especially if Israel conducted its own investigations. At minimum I hoped that in the face of a clear finding that its members were committing serious war crimes, Hamas would curtail its attacks. Sadly, that has not been the case. Hundreds more rockets and mortar rounds have been directed at civilian targets in southern Israel. That comparatively few Israelis have been killed by the unlawful rocket and mortar attacks from Gaza in no way minimizes the criminality. The U.N. Human Rights Council should condemn these heinous acts in the strongest terms.
In the end, asking Hamas to investigate may have been a mistaken enterprise. So, too, the Human Rights Council should condemn the inexcusable and cold-blooded recent slaughter of a young Israeli couple and three of their small children in their beds.
I continue to believe in the cause of establishing and applying international law to protracted and deadly conflicts. Our report has led to numerous “lessons learned” and policy changes, including the adoption of new Israel Defense Forces procedures for protecting civilians in cases of urban warfare and limiting the use of white phosphorus in civilian areas. The Palestinian Authority established an independent inquiry into our allegations of human rights abuses — assassinations, torture and illegal detentions — perpetrated by Fatah in the West Bank, especially against members of Hamas. Most of those allegations were confirmed by this inquiry. Regrettably, there has been no effort by Hamas in Gaza to investigate the allegations of its war crimes and possible crimes against humanity.
Simply put, the laws of armed conflict apply no less to non-state actors such as Hamas than they do to national armies. Ensuring that non-state actors respect these principles, and are investigated when they fail to do so, is one of the most significant challenges facing the law of armed conflict. Only if all parties to armed conflicts are held to these standards will we be able to protect civilians who, through no choice of their own, are caught up in war.
Kwöll: Washington Post
Textowiert durch
Her Majesty
um
10:48
0
Divrei Chassidim
Dienstag, 29. März 2011
Wollte mal gesagt sein!!!!
Ich wurde unlängst angefragt ob ich nicht doch hier, in eurem Leitmedium für alles, eine Einschätzung der Lage in Japan verfassen kann. Ich kann und ich will auch, denn die Diskussion hat sich, wie zu erwarten war, mit Emotionen und politischen Agenden vermischt und wird dazu missbraucht, Stimmung gegen Atomstrom zu machen.
Textowiert durch
Lino
um
17:48
0
Divrei Chassidim
Montag, 28. März 2011
Und abendlich grüsst die Erwachsenheit

Es ist Sonntagabend. Scheinbar ein ganz normaler Sonntagabend.
Man wird zu später Stunde eingeladen, die Woche, noch bevor sie begonnen hat, zu versenken. Einladungen soll man Folge leisten. Also gehts ab in den Adlerhorst bzw. Palast der Majestät und freut sich schon wieder auf einen schamparen Plausch.
Kurzer Gang in die Küche um auch Getränkemässig gut aufgestellt zu sein. Und dann stellt der Schreibende folgendes fest:
Die Majestät hat also tatsächlich um 22:36 Uhr (Uhr als Beweis auf dem Foto aufgebrungen) die Zmorgeausrüstung bereits vorbereitet.
Dem gibt's nichts mehr hinzuzufügen. Schappo
Textowiert durch
Grasl
um
22:32
0
Divrei Chassidim
Labels: Deutsche Signale, Wers glaubt...
Ski Safari- Ein Erlebnisbericht




Wir schreiben Dienstag den 8. März 2011. Im Oberengadin scheint seit 3 Tagen ununterbrochen die Sonne. Stahlblauer Himmel, Temperaturen um den Gefrierpunkt und beste Schneebedingungen. Kurzum, Kaiserwetter!
Es ist 8 Uhr morgens. Im Speisesaal des Hotels Cresta Palace in Celerina treffen sich zwei Skiverrückte - namentlich handelt es sich um Grasl Frucht und Kugel Blitz-
zum Morgenessen, in der Hoffnung heute 4 Berggipfel zu besteigen.
Vier Berggipfel als Skifahrer zu besteigen? Ja, richtig gelesen. Bei diesem verrückten Unterfangen handelt es sich um die berüchtigte Ski- Safari. An einem Tag sollen die Berge Corvatsch, Piz Nair, Lagalb und Diavolezza erklommen werden.
Die zwei erwähnten Personen stehen um 9 Uhr stramm an der Busstation in Richtung Sils Maria. Von dort soll es mit der Furtschellas- Bahn ein erstes Mal in die Höhe gehen. Es liegt an diesem Morgen etwas in der Luft. Man spürt die Spannung. Ständiger Begleiter dieses Anlasses, das Uhrwerk. Schliesslich muss man vor 16.30 Uhr den letzten Gipfel, die Diavolezza, bestiegen haben.
Bergstation Furtschellas, 10 Uhr, die Frisur unter Helm hält. Vom Sessellift abgestiegen, wird die erste Traverse mit viel Schuss genommen. Die Kanten ist gut abgetragen, kaum jemand auf der Piste, also warum dann Kurven fahren. Wenige Minuten und 2 Pisten weiter sind wir bereits beim Sessellift angekommen, der uns in Richtung Mittelstation Corvatsch (2702 M.ü.M.) bringt. Normalerweise der ideale Ort für einen ersten Lutz, doch heute ist ja der Gipfel jeweils das Ziel, also schnell Ski abschnallen und ab in die nächste Gondel.
Corvatsch, Bergstation auf 3303 Höhenmetern. Varuggte Aussicht über das Oberengadin und am Horizont, kein Witz, ist Dank der Bergkarte welche auf der Aussichtsterrasse aufgestellt ist, das Matterhorn ersichtlich. Man erkennt also schon von weit her, wenn man wie der Schreibende ein bisschen was von der Bergwelt versteht (ija). Nach 10 minütiger Pause und dem obligaten Nejgelwasser kann nun der Tag also endlich beginnen, kurzer Blick auf die Uhr, es ist 11 Uhr.
Über den Corvatsch Gletscher geht's heftig Bergab. Angekommen am Skilift, also ca. 700 Meter weiter unten stellen wir fest, dass der Skilift nicht hätte genommen werden müssen. Doch wurde die Traverse daneben schlicht und einfach verhängt und jetzt fehlt das Tempo. Kurze Stagnation macht sich breit, aber die vorhanden Breite, lässt diese Stagnation nicht allzu breit werden.
Es geht also dann in Richtung Hahnensee Sessellift. Dieser Lift stammt aus der Zeit, als Poldi in St. Moritz noch wilde Partys organisierte und der Wischnitzer auf seinen Holzski über die Pisten geflitzt ist. Beim besteigen des Lift, werden die Beine fast umgefahren, dafür geht die Fahrt anschliessend fast 15 Minuten, im Schneckentempo.
Oben angekommen steht uns eine 20 minütige Abfahrt bevor in Richtung St. Moritz Bad. Ja richtig, wir sind ca. 90 Minuten zuvor in Sils gestartet und nun bereits auf bestem Weg in Richtung Top of the World, und das alles auf den Brettern. Lässig.
Die Hahnenseeabfahrt war früher berüchtigt für deren schlechten Zustand. An diesem Tag schlicht und einfach ein Traum. Ideales Gefälle, aggressiver Schnee und ausser den zwei Skifanatiker kaum jemand auf der Piste. Es wird gecarvt was das Zeugs hält bzw. bis es eben nicht mehr hält. Kugel Blitz übertreibt es im Flachstück und stürzt prompt. Haltungsnote 5.9 und der ganze Schnee in der Brille. Grasl amüsiert sich. Das lauschige Hahnenseerestaurant wird links liegen gelassen (zu unrächt) und St. Moritz ist erreicht. Die letzten Meter bis zur Signalbahnstation, welche uns dann auf die St. Moritzer Seite raufgebrungen haben wird, müssen im Cologna- Stile gefahren werden. Pflotschnass vor Anstrengung.
Wir verlieren keine Zeit und besteigen auf der Corviglia das Piz Nair Bähnli. Immer wieder atemberaubend, wenn man am Abfahrtsstart der Herren vorbeifährt und feststellt, dass diese dort den berüchtigten "freien Fall" zu bewältigen haben. Von 0 auf 130 km/h in 7 Sekunden, auf Ski und dann in die Kurve. Spinner das. www.lupi.ch/schools/math/moritzwm.htm
Bergrestaurant Piz Nair (2877m) ist um 12.15 Uhr erreicht. Wir gönnen uns die erste Verpflegungspause bzw. wir würden gerne. Ein Schnauz gegenüber von mir findet es wahnsinnig amüsant was wir uns an diesem Tag antun. Er sitzt mit seiner Schrulle im Restaurant und schweigt vor sich her. Was ist besser? Trottel das.
Ach ja, bedient werden wir nicht also entscheiden wir uns für eine Pause weiter unten in Marguns. Doch davor findet noch das berühmte Rennen zu "Emek haBacha" statt.
Die Philosophin A.N. aus dem Jemen hat Ende der 90er Jahre dieses Tal aus verschiedenen Gründen so benannt.
Erstens kommt die Sonne dort nur gefühlte 2 Minuten pro Tag hin. Zweitens ist es dort im Schweinekalt und drittens kullern die Tränen nach der berüchtigten Schussfahrt nur so über die Wangen. Die Herausforderung ist es für ca. 1.5 Minuten die Schussfahrtposition einzunehmen, zwei heftige Kurven zu fahren und auch noch den anderen Skifahrern aus dem Weg zu gehen bzw. ohne Gefahr zu überholen. Die Beine brennen. Kugel Blitz fährt eine super Linie am linken Pistenrand und entscheidet dieses Duell souverän für sich. Für Grasl die erste Niederlage nach Jahren, Lino kann ein Lied davon singen.
Marguns erreicht und kurzes Innehalten. Ein Bier, ein Ice Tea, ein Mars. Das muss für die nächsten Kilometer wieder reichen. Es geht ins Tal, genauer nach Celerina. Um 13.45 Uhr stehen wir also wieder vor dem Hotel bzw. vor dem Auto. Das heisst für den Chauffeur Grasl: Skischuhe abziehen, Turnschuhe anziehen. Die wunderschöne Fahrt von Celerina via Berninapass auf die Lagalb dauert zwanzig Minuten. Atemberaubend schön präsentiert sich der Palügletscher. Der war übrigens auch schon grösser. Pro Jahr geht der Gletscher ca. 15 Meter (!) zurück. Klimaerwärmung ist mega krass, hä.
Zurück zum wesentlichen. Mit der Fahrt auf die Lagalb begeben wir uns in den Hochalpinen Teil der Safari. Sprich bereits die Talstation liegt auf 2100 Meter über Meer. Es heisst nun wieder Turnschuhe ab, Skischuhe an (mega mühsam). Die Bahn bringt uns auf 2839 Meter. Das spannende an dieser Bahnfahrt ist, dass man die ganze Piste besichtigen kann. Es ist steil, sehr steil. Oben gönnen wir uns ein Päuseli mit Bier und Schoggi. Die Aussicht sowohl in Richtung Pontresina als auch in Richtung Bergell ist prächtig. Wieder haben wir kein Glück mit der Bedienung. Grasl wird vor versammeltem Restaurant- Aulom angefahren, da zwischen Bestellung und Erhalt des Gerstensaftes der Platz gewechselt wurde. 30 Minuten später entschuldigt sich der Kellner für das Fehlverhalten und schon können wir uns ins Tal stürzen. Ein Wahnsinnshang, wenn auch dieser Hang mehr genossen werden könnte, wenn zuvor nicht bereits zwei Gipfel befahren wurden. Die Beine brennen inzwischen auch ohne Schussfahrt. Für Carving ist es zu steil, für Kurzschwingen zu anstrengend. Grasl muss diese Krise alleine bewältigen, kann doch Kugel Blitz zu diesem Zeitpunkt seine oft bewunderte Beinmuskulatur weiter ausreizen. Weiss auch nicht wie das gehen soll.
Unten angekommen, der aufmerksame Leser hat es erraten: Skischuhe aus, Turnschuhe an. Das Auto muss lediglich 500 Meter bis zur Talstation Diavolezza verschoben werden. Doch selbst für diese kurze Strecke würde eine Autofahrt mit Skischuhen nicht wirklich funktionieren, ausser man heisst Daniel Stucki (FCZ). Der muss sein ganzes Leben mit Skischuhen bewältigen.
Es ist 15.30 Uhr, wir stehen vor dem letzten Berg. Die Sonne neigt sich bereits hinter den Gipfel. Im Wissen, dass dort oben die Sonne noch sehr lange scheint, geht's in die Gondel. Auf 3009 Metern entdecken wir das Paradies. Sonne, Liegestühle, beste Sicht auf die Bergketten und auf den Beginn der Gletscherabfahrt nach Morteratsch. Um die Mizwe der Skisafari Mehadrin min haMehadrin ausgeführt zu haben, müsste eigentlich diese Abfahrt bewältigt werden. Da aber die beiden Protagonisten diese Abfahrt noch nie gefahren sind und die Stunde bereits fortgeschritten ist, wird die herkömmliche Talabfahrt absolviert. Davor findet aber noch ein gepflegtes Kampchillen in der Sonne statt. Den Tag lassen wir Revue passieren. Fast vergessen haben wir, dass der Tag 6 Stunden zuvor auf der Furtschellas begonnen hat. Der Piz Corvatsch und der Piz Nair sind nur noch Randnotizen. Das Skifahrerische Highlight war die Hahnenseeabfahrt.
Es macht den Eindruck, die Sonne gehe auf der Diavolezza nie unter. Wir sitzen bis kurz vor 17 Uhr in der Beiz und geniessen. Müdigkeit und Befriedigung über das Geleistete machen sich breit.
Es geht nun also wieder Talwärts, mehrheitlich im Schatten. Die Piste eignet sich ideal für ein lockeres Auslaufen eines anstrengenden Skitages. Flache, breite Pisten ohne grossen Verkehr.
Geschafft, nach dem berüchtigten Zielschuss werden die Ski bis fast vor das Auto gesteuert. Ab ins Auto und zurück in die gute Stube.
Fazit: Für Erholungsskifahrer ist dieser Ausflug das falsche Programm. Zu oft müssen Ski ausgezogen und ein Bähnli in Anspruch genommen werden. Ein Ausflug der für angefressen Skifahrer absolut empfehlenswert ist. Abwechslungsreiches Skifahren, beste Pistenverhältnisse und eine Bergwelt die über die vielen grauen, nebligen Tage in Zürich hinwegtröstet.
Man dankt an dieser Stelle dem Motivator aus Pfefferkorn, Her Majesty, der uns im Laufe des Tages jeweils mit guten Ratschlägen via Email und SMS zur Seite gestanden hat.
Textowiert durch
Grasl
um
22:02
0
Divrei Chassidim
Labels: Deutsche Signale, sport unterem davidstern
Dienstag, 22. März 2011
Purim - embedded season's greetings
Und noch was völlig aus dem Zusammenhang Gegriffenes, aber nicht minder Unterhaltsames:
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
15:10
0
Divrei Chassidim
Labels: Guete Typ, Schöni Momänt, Wer bisch dänn Du?, Youtube
Jewbox.it
Gesprochen wird das Radio natürlich auf Italienisch. Da eigentlich alle Moderatoren und Redakteure nebenbei einem Beruf nachgehen, besteht das Tagesprogramm aus Playlists sowie Nachrichten aus den verschiedenen Redaktionen (Information, Kultur, Gemeindeleben, Judentum, Jugend). Das Musikangebot besteht aus einem Gemisch zwischen jüdischen Interpreten, italienischem Pop und Folk sowie sehr breit gestreuten internationalen alternativen Musikern. Noch steht das Projekt in den Kinderschuhen, und es sind erst einige Pilotsendungen auf dem Kanal hochgeladen worden. So berichtet beispielsweise Mirjam Camerini in Jewleschine (abgewandelt von Moleskine) über Reisen in die entferntesten Ecken der Welt und führt den Hörenden in ihrem ersten Beitrag gleich in die "Pardes"-Metapher aus der Gemara in Chagiga. Andere Sendungen heissen Prozadik, Armaghetton, Labna oder Zooish.
Mittelfristig will das Jewbox-Team auch Podcasts für unterwegs anbieten, welche von der Website herunterzuladen sein werden.
Wer also zur Abwechslung Lust hat auf italienischen, jüdischen Sound und interessante kulturelle Beiträge, soll mal reinhören: www.jewbox.it
Zwei Daumen hoch und grossen Respekt für das persönliche Engagement für dieses Projekt. Andernorts träumt man von solcher Initiativität, Pioniergeist und Einsatz. Andernorts können konsumistisch ausgestaltete Anlässe wie Parties organisiert werden und man genehmt sich selbst, aus Trägheit, Ausredefreudigkeit und anderen "ein Jude-zwei Synagogen"-Motivationen, zuhause zu bleiben. Schade.
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
10:40
0
Divrei Chassidim
Labels: CC Daily Schmonzes, Kultuhr, Schöni Momänt
Freitag, 18. März 2011
Der erste israelische Single Malt ward erfunden
Zugegeben. Erstens trinkt nicht jeder gerne Whisky. Zweitens nicht gerne in gesunden Mengen. Und wenn jemand sich dann dazu bekennt, dann gibt es mannigfaltig Restriktionen bezüglich Vorlieben und Qualitätsbeschränkungen. Sogar unter den Single Malts sind lange nicht alle geniessbar. Vor allem diejenigen, welche ausserhalb Schottlands abgefüllt bzw. fabriziert werden, stossen oftmals auf rümpfende Nasen. Nicht jeder trinkt Yamakazi, ich persönlich finde den Säntis oder den Swissky sehr selten und erst geniessbar, wenn es auf den Geschmack nicht mehr gross ankommt. Das Post-Octomore-Syndrom halt...
At the end of 2008 the Israeli Whisky Society (IWS) bottled the first ever whisky cask to land in Israel. This is part of a unique and complex project pursued by IWS for a long time.Natürlich konnte ein solches Produkt nicht auf den Markt kommen, ohne bereits erste Chumres auf den Plan zu rufen. Deshalb sei auf eine Chametz-Besitzeswarnung des "Jerusalem Kosher News"-Blogs hingewiesen, welche letztes Jahr bereits erlassen wurde. Wohlbemerkt, es geht darum, dass es um Chametz geht, welcher im eigenen Eigentum bleibt und deshalb für den Genuss während des ganzen Jahres verboten bleibt:
The aim of this project is to age quality whisky in Israel. To this end, we initially dispatched a few casks of young malt whisky to Israel. We then placed them in a number of prime sites to enable the whisky to breathe the holy air in various places in the country. All sites were hand picked, and all provide the whisky
suitable climatic conditions and local charm.
On December 22, 2008, IWS bottled 236 bottles that were filled from the first cask that landed in Israel. This cask was placed between the cool stone walls of the Scots hotel wine cellar in Tiberias, on the Sea of Galilee. This is a malt that was distilled in the Arran Distillery on the Isle of Arran in western Scotland and matured here in the Holy Land. This unique malt was bottled directly from the cask and was not diluted, coloured nor chill filtered. The product proves that the air and environment of the Holy Land gives the whisky a character and uniqueness that cannot be found anywhere else in the world.
The next cask that is scheduled for bottling is located in the wine cellar of the American Colony Hotel in Jerusalem. This is an exceptional site, which according to initial samples taken from the cask, grants the whisky a unique character.
Jerusalem Kosher News has learned that the “The Israeli Whiskey Society” single cask whiskey that is about to go on sale (“Jerusalem Cask”) or is already on sale (“Scots Hotel” Single Cask) is most probably chametz that remained in the possession of a Jew over Passover and therefore, may be forbidden forever.There are those seeking to assist the local whiskey aficionado in clarifying this matter after learning that it remained in the possession of its Jewish owners over the holiday this past Pesach, as well as previous ones while it was aging. But, the JKN has learned that they have been unsuccessful, thus far, in their efforts to determine if there is a way to have the whiskey permitted b’dieved (post-facto). It should be noted that the chairman of the Israeli Whiskey Society has been honest, forthright, and fully cooperative in these efforts.
(...) To the best of my knowledge, all the locally-aged whiskey currently being bottled and sold by the IWS in Israel most probably falls under the category of chametz that remained in the possession of Jews on Passover and therefore it remains prohibited forever.
Textowiert durch
Gonzalez Tripolensis
um
13:00
0
Divrei Chassidim
Labels: Eretz und Medine, Osten, Polnisches Frischfleisch, Schöni Momänt, tribute, Uaiuai-Schnulz des Tages