Montag, 28. Februar 2011

Das letzte Post von Onkel Lino

Es ist kein Geheimnis. Unser gewiefte Taktiker, unser Licht im Dunkeln der Rationalität, der Fantasist, unser aller Nummer Eins bricht die Zelte ab. Seine Fähigkeiten als Visionär sind inzwischen bis über die Landesgrenzen bekannt geworden, weshalb es kaum überraschen konnte, dass der Gummihals ihn dazu verpflichten konnte, an den Gestaden des Nordens seinen Einfluss geltend zu machen, dort die Bevölkerung wachzurütteln und den Revolutionssamen dort in die Köpfe der Menschen zu pflanzen.
Wir werden ihn vermissen. Den Choleriker, den ruhigen Pol, die personifizierte Weissglut, aber auch die Ausgeglichenheit selbst. Den selbsternannten Sportsmann, der in Notfällen auch mal ein lautes Wort auspacken konnte, im nächsten Spielzug aber auch in ureigener Art besonnen die Gemüter auszugleichen wusste.
Aber es lässt uns gleichzeitig auch aufhorchen, dass nun die belehrwilligen Völker jenseits von Mordor in den Genuss dieses einzigartigen Individuums kommen werden. Die Hoffnung besteht für sie, dass nun die unnachahmlichen Taktik-Lektionen auch für sie einhalten werden, auf dass sie einen Bruchteil des spielerischen Verständnisses aufsaugen können, der uns nunmehr in Jahren von Schwerstarbeit hart eingetrichtert wurde.
Für uns stellt sich derweil die Frage, wer nun die Vermittlungsposition zwischen den Mullahs und dem Fussvolk einnehmen wird. Wer kann diese unnachahmliche Dolmetscherfunktion am ehesten nachvollziehen? Wer wird uns mit der Übermittlung der bedeutungsvollsten Chumres versorgen, auf dass wir endlich shtaygen? Wer erinnert uns jetzt täglich an unsere Nichtigkeit, indem er uns darauf aufmerksam macht, dass jeder Augenblick der letzte sein kann?
Seufz. Was wird nunmehr aus uns? Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Reisenden die Steine aus dem Weg zu räumen, ihm bereits heute insbesondere eine dereinst geglückte und baldige Rückkehr aus dem Hades zu wünschen und wir verbleiben passend in diesem Sinne mit einem herzlichen Toi Toi Ton!

Auf jetzt, Onkel Lino, eine vo ois!

Wohlbemerkt: Wir erinnern uns alle sehr wohl an die Versprechung von Video-Interviews, Wortmeldungen aus dem Exil und die Erweiterung des kulturellen Reichtums von Chassidus Chübelsack!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Artikel, auf welche die jüdische Menschheit gewartet hat

In der Dringlichkeit dicht gefolgt von den Koscher lePessach Aluformen und Seifen hat Churban Brünzel folgende erheiternde Entdeckung gemacht:

Freitag, 18. Februar 2011

Fine by Fein wieder im Dorf und der Joke des Tages

Nachdem eine vereinigte Redaktorenschaft gestern einen offenen Brief an die Wirten des "Fine by Fein" geschickt hat, ging innert kürzester Zeit eine Replik ein. In der Sache und Argumentation sei die Kritik uneingeschränkt gerechtfertigt und noch am selben Abend werde das aufdatierte Koscherzertifikat aufgehängt.
Edith meint, es sei nun amtlich kontrolliert worden und die Teuda ist bis Adar 5772 gültig. Danke!
Und zur Abrundung dieser durchschnittlichen und ziemlich normalen Woche verabschieden wir uns vorerst mit einem überdurchschnittlichen Joke. Angeblich gibt es auf Youtube eine Serie von "Old Jews Telling Jokes". Einige davon sind ziemlich erbärmlich. So macht sich unter anderem auch der renommierte Rechtsprofessor und Strafverteidiger Alan Dershowitz eher keinen Gefallen, einen mässig unterhaltsamen Beitrag zum Besten zu geben. Ganz im Gegensatz zur hier zum Besten gegebenen Unterhaltung zweier jüdischer Wale. Sedö lüeg und Git Shubbes:

Montag, 14. Februar 2011

Webinar Chassidus Chübelsack-Tschulent 1.0


Es sei zur Abwechslung auf die seelenreinigende Wirkung von Tschulent hingewiesen. Wer nicht weiss, was das ist, soll dringend einen Seelenklempner aufsuchen, eine Bohnentherapie vollziehen, einen Lebenszweck finden. Wer zwar weiss, was ein Tschulent ist, aber nichts damit anzufangen weiss, dem sei dringend ein horizonterweiterndes, achtzehnjähriges Seminar bei Bruno Manser in der Wildnis Borneos geraten. Da wird er nämlich zum Überleben alles Mögliche essen müssen. Und bei einer eventuellen Rückkehr beim ersten Löffel Tschulent plötzlich Dinge verstehen, die ihm bisher verschlossen waren. Nun gibt es ja Tschulentrezepte wie Sand am Meer. Die einen eignen sich etwas besser, die andern auch. Aber aus irgendeinem Grund muss man ja wissen, welches Rezept zu ewigem Leben, einer resistenten Darmflora und männlichen Nachkommen verhilft. Deshalb sofort zur Sache: Hier kommt der ultimative Chassidus Chübelsack-Kulinarikkurs. Lektion 1: Mein Tschuli.

Infrastruktur: Ein Crockpot, Slow-Cooker oder wie auch immer genannt. Wichtigstes Küchenutensil im Haushalt neben der WC-Bürste. Bei Ferienabwesenheit bitte entsprechend sichern, am besten im Safe. Die Rezeptur ist für 10 Personen konzipiert (keine Angst, spätestens am Mozei Schabbes um 02:45 hat sicher jemand noch Bock auf Resten).

Die Tschulent-Kochvorbereitung gehört angemessen geplant:

Montag: Wer kennt die letzten Dorfgerüchte? Wen könnte ich noch einladen? Bitte mindestens zwei Wochen einplanen. Wir sind wohlbemerkt in der aschkenasischen Sektion der Welt. Einladungen gehören angemessen eingeplant. Moderne Hilfsmittel wie SMS, Doodle, Facebook und Einträge auf http://www.heimisch.com/ (down) gelten als höchst verpönt.

Mittwoch (zwei Wochen später): Der obligate Besuch in den verschiedenen Lebensmittel-Boutiquen der Stadt, also beim Inder für die besten Bohnen in rauhen Quantitäten und für Masala (Gewürzmischung, bestehend aus Chili, Koriander, Minze, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma). Alternativ und ausnahmsweise kann auch auf Migros oder Coop zurückgegriffen werden (bringt aber den Verlust von zweieinhalb Kult-Punkten mit sich, dafür liegt da die Rollgerste gleich griffbereit). Und natürlich 2.5 Stunden einrechnen für den Besuch des lokalen Metzgers. Bestes Stück: Flanke (auch liebevoll und fachmännisch "Tschulentfleisch" genannt). Dazu Rauchfleisch, Merguez (unbedingt, notfalls Wienerli) nach Geschmack sowie wenige Suppenknochen für den Feinschliff (total Fleisch: ca. 150g/Person).

Donnerstag Morgen: Bohnen (wiederum in rauhen Quantitäten) in genügend Wasser einlegen. Lieber zu viel und dann wieder rausnehmen, wenn der Topf fast platzt. Bohnen haben toxische Gase. Euer Bettgenosse, Gast, Nachbar, Hauskatzerich wird Euch für's Einlegen höchst dankbar sein. Unter der Bettdecke kann es nämlich zu gefährlichen Blasenbildungen kommen, welche sich auch durch Reibung an der Matratze entzünden können (ist durch eine Nationalfonds-Studie am Lehrstuhl für Fäkanik bewiesen worden). Mind. 8 Stunden einlegen!

Donnerstag Abend / Freitag Morgen: Der Tschulent werd' gefertigt. Ein Schuss Olivenöl auf den Topfboden, Zwiebeln und Knoblauch in Scheiben reinschneiden und (fak.) kurz anbraten lassen. Ab jetzt kommt alles andere in frei zu wählender Reihenfolge rein. Fleischwürfel (vorher in einer Pfanne anbraten ist erlaubt), Wurststücke, Pelati, geschälte & geviertelte Kartoffeln, Bohnen, Rollgerste, Gewürze, Bouillonpulver, ein Schuss Whisky oder Rotwein und viel Messirus Nefesh beigeben. Anschliessend mit Wasser auffüllen bis alles bedeckt ist und dann Wasser nochmals um einen Drittel des bestehenden Volumens erhöhen.

Je nach Geschmack kann noch vegetarische oder Harte Jungs-Kischke eingelegt werden.

Über Nacht bzw. einige Stunden lang kann der Tschulent zu Beginn auf hoher Stufe gekocht werden. Für die gesamte Kochdauer ist dies nicht zu empfehlen (Fleisch wird zu hart und trocken). Die Versenkung eines Kartoffel-Kigels im Teller wird herzlich empfohlen. Das wär's, lichwod Shabbes, bon appetit!


Ach ja, die Ingredienzen (für 10 Personen), sedö lüeg:

  • Olivenöl: 1 Schuss (fak.)

  • 3 grosse Zwiebeln

  • 3 Zehen Knoblauch

  • 5 Kartoffeln

  • 1 grosse Dose Pelati (gehackte, geschälte Tomaten)

  • 7 Lorbeeerblätter

  • 2 EL Salbeiblätter

  • Gewürze: Süsser Paprika, Salz, schwarzer Pfeffer (gemahlen), 3 EL Fleischbouillon-Pulver, indisches Masala, Schwarma-Gewürz

  • Bohnen (einweichen!): Borlotti-Bohnen, kleine rote und weisse, Geheimtipp: Butterfly-Bohnen (sind relativ gross und mit verrückter Konsistenz) total ca. 700g

  • Rollgerste: 200g

  • Fleisch: ca. 1.2 kg Flanke (oder mit Rauchfleisch kombiniert), Merguez und oder Wienerli

  • Rotwein / Whisky: ein Schuss

Donnerstag, 10. Februar 2011

Nachbearbeitung des Beginnes des Endes

Irgendwie voll unlogisch, wie kann denn das Ende auch einen Beginn haben? Voll philosophisch irgendwie.
Und doch hat gestern der abgelöste Seriensieger der JLeague, der erste FC Scherdünn (gut, es gab mal einen Prototypen), einen weiteren Schritt in Richtung abgrund gemacht. Nach dem eindeutigen Verdikt im Final der letzten Saison setzte es nun gegen Jöst for Fön bereits die zweite Niederlage in Serie ab. Mit 2 Ersatzspielern gegen eine Mannschaft im Minimalbestand und nach einer anfänglichen Führung mit 5:2 entgleitet das Spiel zu Ende noch vollends und geht mit 10:6 verloren. Das Team wankt nun schon fast auf dem Balancepunkt über der Klippe. Fällt jetzt auch noch der Auspuff ab? Furzt der Fahrer in die falsche Richtung?
Man weiss es nicht. Inzwischen stellt sich Herr B. Frucht schützend vor seine hilflosen Teamkameraden und schirmt sie so gegen die unangenehmen Fragen der unabhängigen Presse ab. Es mag schmerzen ja, aber Chassidus Chübelsack hat schon immer den Finger da hingehalten, wo's schmerzt. Und wenn er nachher stinkt, dann haben wir wenigstens etwas für die Gemeinschaft, für den Klal und den Weltfrieden unternommen.

CC: Mit 10:6 das Resultat ist gestern ziemlich deutlich ausgefallen. Wie fest schmerzt diese Klatsche?


Herr B. Frucht: Die Klatsche schmerzt (hält inne, ringt mit den Tränen). Sie schmerzt aus zwei Gründen. Erstens sind wir uns das Siegen gewohnt. Nun haben wir zwei Niederlagen in Folge kassiert, was uns noch nie passiert ist. Zweitens schmerzt die Niederlage aufgrund der Art und Weise wie sie zustande gekommen ist. Wir hatten Spiel und Gegner im Griff, lassen den Gegner durch unnötige Tore zurück ins Spiel kommen und können dann nicht mehr reagieren.

Im Vorfeld hatten verschiedene Experten eher einem Sieg für Scherdünn gerechnet. Was ist passiert?

Wir und der Ball sind plötzlich (kurz vor der Halbzeit) nicht mehr gelaufen.
Unser wichtigtster Spieler Nelson J. Mandela ist langzeitverletzt. Wir haben zwar einen ausgeglichenen Kader, doch kann nicht jeder gleich viel mit dem Ball anfangen. Dies hat der Gegner gemerkt und sogleich den Savannenhuscher als Manndecker auf mich gehetzt. Da ein weiterer Spielmacher den Phon ersetzen musste, wurde unser Aufbauspiel durch diese Massnahme zerstört. An dieser Stelle ein grosses Kompliment an den Gegner für die Taktik und vor allem für die Laufbereitschaft ohne Auswechselspieler (!). Wir haben den Kampf nie richtig annehmen können (Ka-Tdjing!!!).

Hat sich Scherdünn vielleicht durch die Polemik um Blerim anstecken lassen?

Nein, wir stehen nicht so auf Joga Bonito "wow". Eher auf taktischen Fussball.Doch leider waren wir gestern ausgerechnet taktisch unterlegen.

Ist Scherdünn ohne den angestammten Urflipp auf der Linie verwundbarer?

Keine Frage, auf der Linie sind wir ganz sicher verwundbarer ohne ihn. Im Angriffsspiel hatte der Kugelblitz gestern von hintenallerdings mehr Akzente setzen können.
Um hier aber keine Diskussion loszureissen: Phon ist und bleibt unser Stammtorwart, Punkt!

Was wurde in der Saisonpause falsch gemacht? Habt Ihr zu wenig Tschulent trainiert?

Was dass auch immer heissen mag, "Tschulent trainieren". Konsumiert haben wir mehr als genug davon (die Beigeräusche und Mimik um diese Antwort werden in einer zu bestimmenden Session mit Professor Zeiser näher analysiert. Die Chassidus Chübelsack-Akademie für Wissenschaft und jüdische Riten hält an dieser Stelle ausserdem fest, dass es etwas ähnliches wie "mehr als genug Tschulent" physikalisch gar nicht geben kann. Solche Aussagen zeugen von einem mehr als fragwürdigen Religionsbewusstsein und deren Emittent gehört hierfür ausgepeitscht).

Wie sieht der weitere Verlauf der Saison aus? Könnt Ihr Euch noch steigern?

Steigerungspotential ist ganz sicher vorhanden, doch muss da taktisch und fussballerisch noch einiges geschehen. Wie ich schon zu Beginn der Saison bemorken habe: Wir haben bisher jedes Jahr das Finale erreicht. Das ist auch dieses Jahr unser Ziel und daran messen wir uns.

Was spricht der Transfermarkt? Sind Verstärkungen angezeigt?

Zurzeit werden keine Transfers in Betracht gezogen. Unser Kader ist gross und stark genug um mithalten zu können (Standardantwort 17 im Katalog, Danke).

4 Mannschaften liegen in der Liga derzeit innerhalb von 3 Punkten und legen eine Hand auf 3 Playoffspiele (Hart am Start ausgenommen, welche enteilen). Wer macht das Rennen?

Die Hinrunde ist noch nicht einmal fertig gespielt, darum ist eine Prognose zum jetztigen Zeitpunkt sehr schwierig. Ich wage zu behaupten dass es für Seleçao eng wird. Schliesslich verlieren die per sofort ihren nicht unumstrittenen Stammtorwart, welcher ja von einem (selbsternannten) Experten als "bester Torwart der JLeague" bezeichnet wird.
Fakt ist, dass die JLeague von Jahr zu Jahr auf hohem Niveau ausgeglichener wird, was sehr erfreulich ist. Dadurch sind auch Überraschungen kurz vor Playoffbeginn nicht ausgeschlossen.

Die JLeague-Spielleitung hat auf telefonische Anfrage jegliche Fragen zur Planung eines JLeague-Jubiläumsanlasses strikte von sich gewiesen, hat mit juristischen Schritten gedroht und zieht einen Rücktritt in corpore in Erwägung
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Dienstag, 1. Februar 2011

Guerilla-Kaschrut: Der Tschingg

Offensichtlich kann man in Zürich also machen, was man will. Nur der Name garantiert bereits für die Kaschrut (siehe unsere gepflegte Hamburgerbude am Waffenplatz), auf eine gültige Urkunde kann man verzichten. Und die Leute gehen trotzdem hin, wird schon gut sein.
Also bürgt Chassidus Chübelsack auch mit seinem Namen. Wir wählen mal ein Lokal aus, das mehr oder weniger gut ist und mehr oder weniger den Kaschrut-Standards von Yves Bourgignon und anderen Szenies genügt, drücken ihm unseren imaginären Stempel auf und sagen: Macht was Ihr wollt. Im Prinzip ist es ja ohnehin, was das lokale Ministerium für Akzeptanz und den tollen Ranz mit Hiltl gemacht hat (auf das Tibits trifft das eigentlich auch zu, das Lokal mutet aber deutlich weniger heimisch an, es ist auch viel näher bei den Sünden des Bellevues und des abscheulich sündigen Seefelds, also ist es nur halb okay).
 
Als Exempel dieser Woche dient der Tschingg. Was, spinnen die jetzt schon vollends? Sind die nicht nur unheimisch, sondern auch noch primitiv-fremdenfeindlich? Nein, der heisst wirklich so. Das Lokal befindet sich am Anfang der Oberdorfstrasse gleich beim Bellevue. Auf einer sehr kleinen Fläche hat man die Auswahl zwischen geschätzten fünf verschiedenen Menus. D.h. sie bestehen aus einem Brötchen, das mehr an eine Plastikfaust als an eine Speise erinnert sowie einer gut gefüllten und ansehnlichen Portion Teigwaren. Die Saucen sind immer vegetarisch und frisch zubereitet (wer hinten im Lokal sitzt, spürt den Zubereitungs-Mixer oft im Untergrund vibrieren). Dazu gibt's politisch und guerilla-mässig problematischen Parmesan (Lab-Problematik, siehe anderswo hierdrin). Der Hammer ist, dass die Teigwaren allesamt unter Fr. 10.- kosten. Wie das möglich ist, weiss niemand, schon gar nicht an dieser Location (Fr. 2.50 Aufschlag, wenn mit normalem Gedeck zu konsumieren, andernfalls im Kartonquader on the go, aber mit Sitzen). Die Pasta schmeckt vorzüglich und der Ort hat seinen eigenen Charme. Dazu trinkt man entweder einen auszuwählenden, frischen Fruchtsaft, Bier (Theresianerbräu) oder wiederum guerillamässig diskutablen Wein (ein wahrer Guerillero trinkt eh nur Schoggimilch mit Chili). Die üblichen Softdrink-Brausen gibt's ja auch zuhause. Und isst zum Dessert frische Früchte, welche in einer Auslage zum Verkauf bereit stehen.
 
Alles in allem zirka fünf Daumen nach oben, man möge also einen Besuch abstatten, da das Geschäftsmodell deutlich zugunsten des Gastes ausgelegt wurde (sprich man sich wundern darf, wenn in 12 Monaten noch da geschlemmt werden kann).
 
Wir möchten an dieser Stelle mit Nachdruck darauf hinweisen, dass der Besuch von Restaurants im Allgemeinen eine fröhliche Angelegenheit darstellt. Im Hintergrund könnte dabei Musik laufen, die Leute dürften auch lachen. Im Hinblick auf die Zerstörung des Tempels ist deshalb gefälligst darauf zu verpflichten, es sei denn, man hat einen wirklich zwingenden Grund dazu. Hunger zählt leider nicht (essen kann ich ja auch zuhause), in Ausnahmefällen darf mit Ohrenpfropfen ein Ausnahmegesuch in der lokalen Presse oder am Anschlagbrett von Tiefencastel publiziert werden.

Montag, 31. Januar 2011

Serie A Round Up vom Wochenende Ende Januar 2011


Chievo-Brescia 3:0. Gelson Fernandes, unser Held vom Wm-Match gegen Spanien, also der Herzinfarkt-Multiplikator, spielt im defensiven Mittelfeld. Liefert eine solide Partie ab, u.a. reicht es auch zu einem direkten Assist auf der gegnerischen Grundlinie zum 1:0-Kopfball durch Pelissier (Note 7 von 10)


Inter-Palermo 3:2. Pajtam Kasami ersetzt hierbei beim Stand von 0:1 (später 0:2) nach einer Stunde den Torschützen Fabrizio Miccoli. Er holt sich sogar einen Penalty gegen Lucio heraus, den aber Pastore nicht an Julio Cesar vorbei bringt (6).


Lecce-Cesena 1:1. Steve Von Bergen liefert das nächste tadellose Spiel ab. Der Ex-FCZler steht wieder einmal solid und verdient sich eine genügende Note, für einmal nicht die Höchstnote der Verteidigung (weil er gegen vorne keine Akzente setzt, sondern nur dafür sorgt, dass in seinem Sektor der Verteidigung Ordnung herrscht - 6).


Genoa-Parma 3:1. Blerim Dzemaili steht nach Magen- und danach Muskelproblemen wieder in der Stammformation. Verliert das Direktduell im defensiven Mittelfeld aber deutlich (5.5).


Napoli-Sampdoria 4:0. Wenig zu holen für die Blaugeringten beim derzeitigen Tabellenzweiten im San Paolo. Cavani erzielt erneut zwei Tore. Reto Ziegler seinerseits stösst nicht in den Angriff, lässt sich hinten wiederholt überrumpeln. Möglicherweise tragen die Transfergerüchte um den gestandenen Nati-Spieler nicht zu seiner Leistung bei (zuerst Malaga, dann AC Milan, zuletzt soll's Lazio Rom sein - 5). Immer noch nicht einsetzbar ist der rekonvaleszente Marco Padalino.


Lazio-Fiorentina 2:0. Stefan Lichtsteiner spielt diskret, verhindert jedoch substanziellen Schaden durch seinen gefährlichen Gegenspieler Santana (6). Valon Behrami debütiert für die Fiorentina, jedoch nur für ein paar Minuten (ohne Bewertung).


Juventus-Udinese 1:2. Und die Alte Dame strauchelt wieder. Gökhan Inler verbucht eine optimale erste Halbzeit, danach flacht er ab und wird in der 66. Minute durch Denis ersetzt (6). Almen Abdi, seines Zeichens prämiertester Fehlberatener der Axpo Gurkenliga, kommt in der 70. Minute für Antonio Di Natale und leitet den Assist zum 1:2 durch Isla mit einem schönen Überkopf-Pass ein. Zieht nie den Fuss ein, definitiv im Aufstieg begriffen (6).


Und sonst? Martin Angha aus dem FCZ-Nachwuchs hat es in den Profibetrieb von Arsenal London geschafft und kriegt einen Profi-Vertrag. Bei den FCZ-Junioren hat sich ein River Plate-Testspieler (aktueller ARG-U17-Nationalspieler) eingeschlichen. Der neue Pancho? Oder kommt der wirklich (schon noch) wieder? Oder ist das der Lutz? (Wo ist der eigentlich?)

Donnerstag, 27. Januar 2011

Fine by fragwürdig


Vor ein paar Wochen (gefühlte 15) und kurz nach Rosch HaShana besuchte man die Stätte mit den besten Hamburgern in dieser Stadt (und mit dem einzigen Imbiss-Schwarma, das mir jedoch noch niemand bestätigen konnte, effektiv probiert zu haben). Weil man sich dabei eh immer 5 Minuten die Füsse austreten darf, weil man immer den Moment erwischt, wo es am meisten Leute hat oder gerade heftige Diskussionen über die Wohnungsknappheit, die letzten kolportierten Schwangerschaften oder den Tikkun von Tiefencastel im Gang sind - aus all diesen Gründen eben steht man also rum und schaut sich ein wenig die Möblierung auf. Also fiel damals ins Auge, dass der Hechscher abgelaufen war (Gültigkeit bis Elul 5770). Na ja, kann ja passieren, wohl ist das im Trubel der Chagim-Vorbereitungen untergegangen, weiss der Moischi, warum.

Gestern jedenfalls reichte es nach Ewigkeiten wieder mal zu einem Hambuger. Schmackhaft wie immer, fantastisch. Alles fällt auf allen Seiten raus, weil man es wieder mal mit den Salaten übertrieben hat, aber etwas bleibt im Hals liegen. An der Wand gegenüber der Kasse hängt weiterhin die Koscher-Zertifizierung, die exakt selbe, die bereits vor Wochen da hing. Mit dem kleinen Detail, dass irgend so ein kopiertes Handschriftifikat mit Geschäftigkeiten bezüglich Mesonot und Motzi, Fruchtsäften und anderen Spässen darüber hängt: und es verdeckt genau eine Zeile des Hechschers, nämlich derjenige mit der Dauer des Hechschers, welcher nunmehr seit 5 Monaten abgelaufen ist.

Da werden gerüchteweise dem Lokal also Restriktionen bezüglich Musik, bezüglich der Vermeidung von Anzüglichkeiten und obszönen Gruppenpaarungen mittels einer sehr begrenzten Anzahl Tischen gemacht, aber dass ein Restaurant fünf Monate ohne gültigen Hechscher Gäste bewirtet, das stört offensichtlich niemanden. Ein kleines Stirnerunzeln ist angebracht.

(Die Fine by Fein-Wirte wurden durch den Schreibenden auf den Umstand nicht angesprochen. Wohl zu Unrecht.)

Dienstag, 18. Januar 2011

Einblick in die Natur

Aus der Erde kommen wir und irgendwann gehen wir auch wieder dahin zurück. Sofern wir nicht vorher in den Wirrungen eines Spinnennetzes zappeln und nicht mehr wissen, wo oben und unten ist (es ist ja bald Purim).

Damit wir dann wenigstens erkennen können, wer unter welchem Einfluss dieses Spinnennetz gebaut hat, anbei eine kurze luzide Auflösung. Selbstverständlich ordnungsgemäss mit Sedö lüeg. Zum Glück gibt's das Indernetz an solch einem bedeutungsvollen Dienstag.

Freitag, 14. Januar 2011

007, Geier auf geheimer Mission

Ich messe der Meldung mal einen einigermassen hohen Wahrheitsgehalt zu, es handelt sich immerhin um BBC. Und nachdem die Israelis offensichtlich bereits im Roten Meer einen Killerhai gezüchtet haben, der nicht mal vor trunkfesten serbischen Acapulco-Springern Halt macht, macht die Story um den saudischen Geier-Spion sogar absolut Sinn. Zwingend.

In der saudischen Stadt Hyaal (Google Maps kennt diese aber nicht) wurde ein Geier mit dem GPS-Tracker der Tel Aviv-Universität aufgefunden, weshalb er gleich den Sicherheitskräften übergeben wurde. Der Tracker gibt über die Position, Fluggeschwindigkeit sowie entsprechend zurückgelegte Distanzen Aufschluss, sprich eignet er sich relativ schlecht zur Spionage.

Wie auch immer. Die Woche ist vorbei, man kann wieder schreiben, also tut man's auch. Und wenn solche belustigende Anekdoten aus dem Leben gelangweilter Sandstaubzähler mitten im saudiarabischen Nirgendwo sind.

Gute Besserung und Gut Shabbes!

Donnerstag, 13. Januar 2011

Se Hayom

So, da wären wir also wieder. Die Zeiten als Spielautomat bzw. als einarmiger Bandit sind vorbei, das Adlerauge- wurde wieder mit dem Zehnfingersystem ersetzt, die Funktionalität um gefühlte 100% erhöht. Herrlich. Viel näher beim aufrechten Gang und weg vom Primaten. Gegrüsst sei deshalb die gepflegte Internautengemeinde, für sich ja auch eine Bad Ass-Kommune.
Gegrüsst seien auch die Helden des gestrigen Abends mit Namen Selecao Simchesnaches. Unverhofft und trotzdem wie befürchtet ohne Ersatzspieler gegen den ständigen Tabellenführer und Serien-Halbfinalteilnehmer Jöst for Fön anzutreten ist an sich schon nicht einfach. Zumal der Gegner beinahe in Idealbesetzung und insbesondere mit drei Ersatzspielern antritt. Schnell liegt man mit einem Tor im Rückstand. Auf der Galerie drei unverdrängbare Besucher (mich selbst dürfte in den nächsten 2 Monaten kaum ein anderes Schicksal ereilen), welche den eintönigen Verlauf des Abends erahnen lassen. Plötzlich aber steht es unvermittelt 1:3 für SSN durch drei schnelle Gegenstösse. Linux steht wie eine Mauer und verkürzt Winkel um Winkel wie zu seinen besten Zeiten in der Blüte seiner Zwanziger.
Angesichts der knappen Personaldecke, des zumeist fortgeschrittenen Alters der Feldspieler und der langen noch zu bestreitenden Spieldauer verlegt sich das Barimeter in die eigene Spielhälfte. Man spielt den Ball vor allem in der Breite und lässt sich Zeit, damit das Spiel nicht noch ins Auge geht. Was dann natürlich eintreffen muss. Zwei vermeidbare Treffer, aufkommender Ärger und mit dem Halbzeits-"Pfiff" heisst das Spielverdikt plötzlich 3:3. Weiterhin guter Mut, dass das Spiel zu holen ist. Simchesnaches kommt aber schlecht aus der Pausenecke zurück. Nach wenigen Minuten fällt das 4:3, SSN verteidigt praktisch nur noch. Drei Gegenstösse werden trotz Überzahlsituationen nicht mit letzter Konsequenz abgeschlossen, zweimal rettet der Pfosten für die Schwarzen und so heisst es nach einer halben Stunde 6:3. Mit dieser Personaldecke, mit bereits fast violett angelaufenen Köpfen und dem deutlich höheren Altersschnitt eine Sache der Unmöglichkeit. Da packt es General Schwarzkopf nochmals am Ego und er reisst Konter um Konter an sich, fährt im Slalom durch die Gegner und hat vor dem Tor noch die Coolness für den entscheidenden Pass. Noch ein Tor bis zum Ausgleich, Einstand. Edison Filzschuh rettet zweimal mirakulös und akrobatisch auf der eigenen Torlinie, JFF fehlt in weiteren Situationen vor dem Tor die Coolness und plötzlich führt die Selecao mit 6:7!
Der Rest ist Geschichte, es brennt nichts mehr an, knapp aber verdient bringt ein denkwürdiger Abend einen unverhofften und schier unmöglich gehaltenen Sieg. Respekt für die Leistung und den Siegeswillen.

Mittwoch, 12. Januar 2011

00 - Regeln können so wichtig sein

All jene, die in einem Büro tätig sind, wissen es. Beim Gebracuh des stillen Örtchens, lauern viele Gefahren. Einige (leider nicht alle) können durch das Einhalten ein paar simpler Regeln elegant umschifft (hat jemand das Wortspiel erkannt?) werden. Hier die wichtigsten:

  • Wachsames Auge und hohe Mathematik:
    Merkt Euch beim Eintreten in die Räumlichkeiten genau, wieviele Leute Anwesend sind und beobachtet, wie viele rein und raus gehen.
    Diese Regel ist vor allem dann wichtig, wenn Ihr in eine Kabine verschwinden müsst. Somit könnt Ihr genau abschätzen, wann der beste Moment ist, um die Räumlichkeiten unentdeckt verlassen zu können. Schliesslich soll ja nicht gleich jeder wissen, dass Ihr das wart in der Kabine.
    Beobachtung ist aber auch wichtig, wenn Ihr ohne Kabine auskommt. Denn einerseits kann sich das im Verlaufe des Besuchs plötzlich ändern. Und andererseits verhindert Ihr so, Euch alleine zu wähnen, wenn in der hintersten Kabine doch noch einer sitzt, der Euch dann beim Pfeiffen/Singen/Johlen erwischt.

  • Ohren auf:
    Euer Auge kann viel, aber nicht alles. Manchmal muss das Ohr mithelfen. So muss das Ohr angeben, ob noch jemand irgendwo in den Räumlichkeiten anwesend ist. Mitunter eine schwierige Aufgabe. Aber eine wichtige. Denn sonst läuft Ihr Gefahr, einen Mithörer/Mitriecher o.ä. zu übersehen und dann habt Ihr wieder das alte Problem.

  • Einmal kann keinmal sein
    Die Ladungsmenge kann bekanntlicherweise variieren. Mal wenig bis gar nicht und mal grösser. Dann müsst Ihr evtl. mal ein 2. Mal spülen. Auch hier gilt es zu erkennen, ob noch jemand anwesend ist, der beim 1. Gang schon dabei war. Wer sehr geübt ist, muss nicht warten, bis er alleine ist. Dafür muss er aber mit Sicherheit wissen, dass alle Zeugen des 1. Ganges nicht mehr anwesend sind.
    Zur Sicherheit empfiehlt es sich daher trotzdem auf Einsamkeit zu warten.

    Allgemein gillt: Wenn Ihr nicht spätestens 20 Sekunden nach einem Spülgang die Kabine verlassen habt, müsst ihr zwingerndermassen warten, bis alle Zeugen des entsprechenden Ganges nicht mehr anwesend sind. Erst dann könnt Ihr die Kabine verlassen.
    Oder was würdet Ihr denken, wenn einer spült und dann erst 2 Minuten später aus der Kabine kommt.
  • Der Moment ist alles:
    Timing ist in einem öffentlichen stillen Örtchen matchenscheidend. Wie erwähnt, gilt es nach einem Kabinenbesuch den Moment der Einsamkeit abzuwarten. Das heisst, die Kabine ist erst dann zu verlassen, wenn man alleine ist. Optimal ist es natürlich, wenn man schon beim Eintritt in die Kabine nicht gesehen wird.
    Wer mit Zeitung unterwegs ist, muss besonders auf diese Regel achten. Denn das Lesen der Zeitung im stillen Örtchen finden leider nicht alle ganz so toll. V.a. wenn es eine gemeinsam genutzte Zeitung ist.

  • Vorgänger/Nachfolger:
    Ist Euch beim Eintritt jemand entgegen gekommen? Wollt Ihr verhindern, dass Ihr die gleiche Kabine erwischt? Hier muss das Ohr meistens wieder helfen (manchmal reicht leider auch das Auge; glücklicherweise aber nicht immer).
    Unbedingt in eine Kabine treten, wo keine Spülanlage am Wiederauffüllen des Tanks zu hören ist. Denn da war ja offenbar erst gerade einer drin.

  • Schhhhhh (oder "weniger ist mehr")
    Bars oder Kaffeehäuser eignen sich bestens für kleine Unterhaltungen. Der Pausenraum auch. Die Toilette allerdings nicht. Überhaupt nicht. Deshalb gilt auch hier: Kopf runter, Radar weitgehend umfliegen und möglichst kurze Routen wählen. Auch hier spielt Timing eine wichtige Rolle. Denn man weiss ja mittlerweile, welche Kandidaten einen sicher ansprechen werden und mit einem den letzten Match besprechen müssen, obwohl sie mit mindestens einer Hand gerade am besten Stück rumhantieren.
    Selbstverständlich ist es stets falsch, selbst ein Gespräch zu eröffnen. Beim Antreffen eines Arbeitskollegen/Vorgesetzten gilt: Situation kurz analysieren und dann allenfalls ein kurzes "Ciao" oder "Grüezi" deponieren. Nie mehr. Aber oftmals reicht auch weniger (also nichts).
    Niemals eines der folgenden Dinge sagen: "En guete", "Bis nachher" oder "Geht's besser?"

  • Einmal löschen bitte:
    Wir können es alle schönreden. Aber es bleibt dabei: Viele Benutzer dieses Ortes waschen die Hände danach nicht. Als erstes gilt es natürlich, sich diesen Skandal selbst nie zu leisten. Auch wenn mal nichts gekommen ist. Immer waschen.
    Doch was tun, wenn man einen Anderen dabei erwisch, wie er eben nicht wäscht? Nur in ganz seltenen Fällen kann man den Betroffenen ansprechen. (Ihr denkt, Ihr könnt Euch das bei einer Person leisten? Lasst es lieber. Es lohnt sich meist nicht.) Daher muss man meist in den sauren Apfel beissen und das Bild schnellst möglich aus dem Kopf löschen und zur Tagesordnung weitergehen. Selbstverständlich darf man sich merken, wer's war und künftig möglichst jeglichen Handkontakt vermeiden.

  • "Mach es wie die Indianer; verwische Deine Spuren"
    Vor Ihr den Ort des Geschehens verlässt (sei es in der Kabine oder nicht), ist ein General-Check unabdingbar. Falls Ihr nur klein musstet, gilt das Augenmerk v.a. der Hose. Ich weiss, ich weiss "Da hilft kein Schütteln und kein Klopfen..." Aber dafür trägt man ja mehrere Schichten. Und die oberste muss blitzblank und absolut trocken sein. Alles andere ist unverzeihlich. Sollte das Unglück trotzdem mal geschehen, muss geschickt manövriert werden. Alles ist erlaubt: Jacke, Hemd, Hände, Tüchlein, Zeitung... es gibt keine Grenzen.

    Führte der Besuch in eine Kabine, gilt es des weiteren auch noch sämtliche weiteren Kleidungsstücke zu kontrollieren. Risikozonen wie der Rückenbereich eines Hemdes/T-Shirts wie auch der Gesässbereich der Hose sollten besonderes Augemerk erhalten. Aber auch Hosenbeine u.v.m. laufen Gefahr in der Kabine Spuren aufzunehmen. Da kann auch der Vorgänger schuld sein (warum ist der Boden immer so nass?!?). Aber wenn Ihr mit einem nassen Fleck auf der Kleidung aus der Kabine kommend erwischt werdet, hilft auch die beste Erklärung/Entschuldigung/Ausrede nichts.
    Daher: Vertrauen ist nicht gut. Kontrolle ist viel besser.

  • Ein Blick zurück, ein Griff zum Besen; denn niemand will Deine Spuren lesen:
    Zu guter Letzt müssen auch noch sämtliche Spuren an der Infrastruktur beseitigt werden. Jede Farbe ausser weiss muss entfernt werden. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Bürste, Papier, Abdeckmaterial aller Sorten usw. Es darf einfach nur weisse Fläche übrig bleiben.
    Aber Vorsicht: Die Putzaktion selbst darf keinenfalls selbst Spuren hinterlassen. Daher gilt: Papier runterspülen (siehe Regel zum 2. Spülgang), Bürste reinigen und alles andere Material verschwinden lassen (daher Vorsicht bei der Wahl des Materials).

    Und stets Vorsicht vor der Mutter aller Fehler. Die Bürste kommt erst zum Einsatz, wenn alles Papier aus dem Weg ist. Anderenfalls ist eine saubere Reinigung der Bürste praktisch ausgeschlossen...

So, ich hoffe, ich habe dem einen oder anderen Leser eine oder mehrere peinliche Situationen erspart. Und wenn es nur eine war, bin ich schon überglücklich. Denn Ihr wisst es alle: Eine einzige peinliche Situation rund ums stille Örtchen, belibt ewig haften und kann eine zwischenmenschliche Beziehung längerfristig unmöglich machen.

In diesem Sinne

Bon Seil und alles Gute

Eine humanitäre Katastrophe

Beinahe jeden Tag liest oder sieht man etwas über die armen Einwohner des Gazastreifens, die von den grausamen Israelis im grössten Gefängnis der Welt eingesperrt werden. Ohne Wasser, Strom und Essen, schlimmer könnte es kaum kommen. Wie dieses Video verdeutlicht:



Während in Somalia tagtäglich die Shariagerichte ihren Schrecken verbreiten, wie man in der heutigen Ausgabe der NZZ lesen konnte, im Iran Regimekritiker, Journalisten und Angehörige anderer Religionen für Nichtigkeiten zum Tode verurteilt werden und in Pakistan Gouverneure wegen liberalen Einstellungen von ihren Leibwächtern ermordet werden. Aber wenn man dem Juden nicht die Schuld geben kann interessiert es ja auch keinen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Die Vergabe des Kadur Sahav

Ein gutes neues Jahr allerseits!
Wie in verschiedensten Medienerzeugnissen zu lesen war, wurden gestern von unserem hochgeschätzten Fussballweltverband in absolut freien, transparenten und fairen Wahlen die Besten der Besten im 2010 gewählt. In der Kategorie Fussballer des Jahres gewann wenig Überraschend Lionel Messi gegen Xavi und Andres Iniesta, alles Spieler des FC Barcelona. Dies ist leider wenig Überraschend weil die Wahl seit Jahr und Tag nichts mit Sportlicher sondern mehr mit Ökonomischer Leistung zu hat. Wer am meisten Vermarktungspotenzial hat, hat auch grosse Chancen den Preis zu gewinnen. Und gerade deswegen werde ich nun im folgenden ein wenig Einblich in die Seele eines Fussballfans bringen, der Xavi für den unübertrieben besten Spieler der letzten Jahre (also seit dem Rücktritt von Zinedine Zidane) hält. Und folglich auch den Preis hätte gewinnen müssen.

Die Spielweise von Xavi kann mit Fug und Recht als langweilig bezeichnet werden. Er hat nicht die Schnelligkeit und Explosivität eines CRonaldo oder die Technik und Wendigkeit eines Lionel Messi. Trotzdem schafft er es, mit seiner stupenden Übersicht Spiele teilweise im Alleingang zu entscheiden, nicht in dem er wie CRonaldo oder Messi Tore schiesst, nein, in dem er seinen Mitspielern pfannenfertige Torvorlagen hinzaubert oder kurz das Tempo erhöht und so ihnen den nötigen Platz erarbeitet den sie zum Toreschiessen brauchen. Wer selber Fussball spielt weiss wie schwierig es sein kann in vollem Tempo die Übersicht zu behalten oder nach einem 50m Sprint noch einen gefühlvollen Zuckerpass zwischen der Abwehr so hindurch zuspielen, das er dem Mitspieler eine direkte Torchance eröffnet. Barcelona spielt ohne ihn nur halb so gut und braucht viel mehr Einsatz und Unterstützung durch die Stürmer als wenn er mitspielt. Ich könnte ihm stundenlang beim Spielen zuschauen, nur um auf den Moment zu warten in dem er einen seinen Zuckerpässe aus dem Fussgelenk zaubert. Er bildet, in seiner teamdienlichen Spielweise einen wunderbaren Gegenpol zu einem Egomanen wie CRonaldo, der nur mitspielt damit er selber ein Tor schiessen kann.

Und genau das sollte meiner Meinung nach auch viel höher gewichtet werden. Sowohl im Klub als auch in der Nationalmannschaft ist er der wichtigste Mann im Mittelfeld, denkt und lenkt das Spiel und ist für die ganze Organisation der Offensive zuständig. Er bestimmt das Spieltempo, den Moment der Angriffsauslösung und spielt die entscheidenden Pässe für die Tore.

Meine Auswahl für die Wahl zum Spieler des Jahres hätte übrigens so ausgesehen:
  • Xavi
  • Wesley Sneider
  • Diego Forlan

In diesem Sinne einen guten Start ins neue Jahr, viel Erfolg und Gesundheit wünscht euer

Montag, 20. Dezember 2010

Mit sanftem Druck auf die Tränendrüse

Guten Morgen,

Ein gutes Karma ist in manchen Berufen unabdingbar und man sollte möglichst viel dafür tun, es so rein wie möglich zu halten. Seit dem WM Gewinn im letzten Sommer, ausgiebig zelebriert im Blog eures Vertrauens, hat Xavi einen dunklen Fleck in ebendiesem, hervorgerufen durch dieses kleine Mädchen:



Herzzerreissend, und weil Barca im Moment in aller Munde ist, hat sich ein katalanischer Sender die Mühe gemacht, so kurz vor dem Jahresende Xavi eine reine Seele und das Reparieren seines Karmas zu ermöglichen:



Man beachte bitte wie Xavi beim Einspielen des Videos beinahe losheult.

Auf den Weltfrieden!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Würdigung eines Wunders

Es gab kein grosses Medienecho und für meinen Geschmack auch zu wenig Würdigung für die Leistungen des FC Lausanne - Sport in der Europa League. Das soll hier und heute nachgeholt werden.
Es war ein grosses Wunder, damals im August 2010, als der kleine Vertreter aus der Schweizer Challenge League gegen das übermächtige Lokomotive Moskau, den Moloch aus der Russischen Hauptstadt, mit einem Budget so gross wie das der gesamten Super League zusammen, im Penaltyschiessen gewann. Ungläubiges Staunen ging durch den Blätterwald, die meisten Medien waren gar nicht darauf vorbereitet das so etwas überhaupt noch möglich war, dementsprechend dezidiert wurde über die gesamte Kampagne berichtet.
Zu Unrecht wie ich finde. Man muss es ganz deutlich sagen, Lausanne hat sich mehr als nur achtbar geschlagen, in keinem Spiel gingen sie wirklich unter, etwas was man vom FCZ in der Champions League beispielsweise nicht behaupten kann (man erinnert sich an das Marseille Spiel). Trotz ihren bescheidenen spielerischen Mitteln konnten sie sich in jedem Spiel Torchancen aus dem Spiel heraus erarbeiten, mit dem Höhepunkt beim 3-3 gegen Sparta Prag auswärts. Zusätzlich muss man sich vor Augen halten, das die Mannschaft inzwischen 27 Spiele in den Beinen hat, beinahe so viel wie in der ganzen Saison in der Challenge League gespielt werden, und dort sogar auf dem zweiten Platz steht, trotz der Mehrbelastung. Ich kann meinen Respekt vor diesen Leistungen kaum in Worte fassen, es gibt genug negative Beispiele über Klubs die mit der zusätzlichen Belastung nicht umgehen konnten, der FCZ zum Beispiel, und dann in der Meisterschaft abstürzten.
Passend dazu ging gestern die Karriere von Fabio Celestini zu Ende. Rückblickend muss man sagen, sie war ziemlich beeindruckend. Nach seinem Wechsel von Troyes zu Marseilles wurde er dort Captain und langjähriger Stammspieler, ein Spieler dessen Worte im Verein Gewicht hatten. Dasselbe gelang ihm auch bei seinem nächsten Verein, Getafe in Spanien.
Trotzdem hatte er in der Schweizer Nationalmannschaft, und auch in der Bevölkerung, nie das Standing das andere, viel weniger erfolgreiche Spieler hatten. Vielleicht wegen seinem ruhigen Wesen, seiner manchmal lethargischen Art zu spielen. Vielleicht war es sein Pech das Johann Vogel genau zur gleichen Zeit als Captain der Nationalmannschaft ihm dem Platz wegnahm, denn wegen seinen Leistungen kann es nicht gewesen sein. Ich zolle ihm den grössten Respekt vor seiner Karriere und finde es unglaublich schade, das er wegen Differenzen mit dem Verein seine Karriere als Spieler frühzeitig beendet.

Merci Fabio, guete Typ!

In diesem Sinne uns allen eine schöne Winterpause

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Goalie - Power Ranking 0.9.1.8 Beta

Morgen allerseits,

Wer heute die Tagi Homepage aufgeschlagen hat, dem ist sicherlich im Sportteil der Artikel über die Marktwerte der (besten...) Torhüter dieser Welt aufgefallen, zusammengestellt mit Hilfe von Dino Lamberti, seinerseits völlig neutraler Spielervermittler. Die gesammelte Fussballsachkompetenz eures Leitmediums, dieses Blogs nämlich, hat sich nun entschieden eine eigene Rangliste zu erstellen, basierend auf völlig zufälligen und intransparenten Methoden, also in etwa gleich wie die Vergabe der FIFA Fussball WM™.
Zuerst allerdings ein Kommentar zur Rangliste des Tagi. Es figurieren da ein paar Namen die in Anbetracht der Leistungen in diesem Jahr doch eher komisch erscheinen. Die Platzierung von Gigi "who the f*ck is Kahn" Buffon auf Platz 2 macht nach seiner Rückenverletzung und seinen Leistungen an der WM stutzig. Aber vorallem, wer beurteilt einen Torhüter nach seinem Marktwert? Das sagt natürlich nichts über seine Leistungen aus.

Deshalb wurde auf der Basis der Tagi Liste eine neue Rangliste erstellt, welche nur die sportlichen Leistungen in dieser Saison beurteilt und zu meiner Überraschung folgendes Resultat liefert:

Cech
Victor Valdes
Casillas
Pepe Reina
Lloris
Julio Cesar
De Gea
Wiese
Gomes
Diego Lopez
Akinfeev
Neuer
Mandanda
Howard
Frey
Adler
Stekelenburg
Benaglio
Buffon
Alves

In die Beurteilung flossen die folgenden Faktoren ein: Ligastärke, Clubstärke, Platzierung des Vereins, aktueller Nationaltorhüter, Gegentore/Spiel und die Anzahl Spiele zu Null in dieser Saison.

Im grossen und ganzen kann Ich mit den Namen auf der Liste leben, aber anstatt Buffon, der seinen Zenit klar überschritten hat, würde ich Sirigu oder Storari auf die Liste nehmen, und aus der Schweiz darf Marco "Chruselzubi" Wölfli auf solchen Listen natürlich nie fehlen, der Kultfaktor macht bei ihm fasst alles Negative weg. Tim Howard ist ebenso ein Spezialfall, da gibt es in England den einen oder anderen dessen Leistung in dieser Saison bedeutend stärker einzustufen sind, namentlich Joe Hart, der bei ManCity immerhin Shay Given aus der Start11 geschmissen hat.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Montag, 13. Dezember 2010

Top of the Weekend

- Schabbes. Weil er auch im Winter lange genug sein kann (sofern man nicht pennt), weil er niemandem weh macht und weil es kalt genug ist, dass man sich eine warme Kappe für unterwegs anziehen muss.
- Am Mozei den Fernseher anstellen und der FCZ läuft ein. Dem sagt man Scharia-konformes Ginggen.
- Der Videobeweis, die Ungerechtigkeit der Welt, alle immer auf die gleichen los, Amateur-Schiedsrichter und der FCZ schreit wieder mal nach Weltverschwörung (so unsäglich der Entscheid auch ist, genauso war das Spiel - einen solchen Gegner muss man schlagen)
- Messi. Immer wieder und immer mehr. Der Kombo-Treffer mit Dani Alves ist wahnsinnig. Sucht ihn auf http://www.101greatgoals.com/ raus, es lohnt sich definitiv.
- Her Majesty. Weil er immer die besten Ideen hat, weil er die schönsten Jellybeans für mich aufbewahrt und bereits an den Weihnachtstochnit gedacht hat.

Negativ: Die Gedenkfeier für den sechshundertdreizehnten Jahrestag der Zerstörung von Minas Tirith. Never forget!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Ooooaaa, jetzt wemma laut!



Der erste Schnee ist da, und natürlich ist die Skichallenge 2011 auch schon da. Der Oilem ist gebeten sich die aktuelle Version zu besorgen und das Training zu beginnen.

Die Rangliste unserer Bestzeiten wird auf diesem Kanal aufgeführt werden.

Hals- und Beinbruch wünscht:
HM

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Die Latke der Asthmatix

Für alle Drejdel-Liebhaber, frittiertes Öl-Fetischisten, Hallel-Suger, morgendlichen Al Hanissim-Vergesser, Spielparty-Tiger und Panama-Enten: Ein fröhliches und Weihnukka und ein glückliches Lichterfest!

Gratis Download auf der Homepage der Asthmatix.